Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Category Archives: Allgemein

Oscars 2011 – Der Rückblick

Hier geht es jetzt nicht um das Tippspiel (das ich grandios verloren habe, Dinsch kriegt ein Eis), sondern um die Show selbst. 2011 war kein guter Jahrgang, wie man nach dem “Genuss” der Show feststellen muss. Anne Hathaway und James Franco konnten nicht überzeugen, lediglich der kurze Film-Vorspann, eine Verwurstung aller Best-Picture-Nominees auf Basis von “Inception” war wirklich gut. Ansonsten haben die zwei nicht viele gute Jokes gebracht, und während Anne Hathaway noch den Eindruck machte, etwas reissen zu wollen, wirkte ihr Co-Host irgendwie deplatziert und etwas desinteressiert bis bekifft.

Ansonsten war zwar einiges neu, aber nichts wirklich besser. Die Chose ist zu lang, nicht nur weil es hierzulande am Ende der Show kurz vor sechs Uhr morgens ist. Die nominierten Songs gehören nicht ins Programm, sondern zum Beispiel in die Preshow. Es gibt weiterhin zuviele Kategorien, um die Show kurz genug zu halten. Das Dilemma besteht darin, dass man die technischen Kategorien nicht ‘outsourcen’ möchte, bei 24 verschiendenen Awards dann aber unweigerlich eine über dreistündige Show draus machen muss.

Natürlich sollen die Soundmixer und Makeup-Künstler dieser Welt nicht aussen vor bleiben, aber genau diese Awards interessieren letztlich nur sehr wenige (Fernseh-)Zuschauer. Aber sei es drum, die Academy hat es dieses Jahr mit dem Konzept “junge Stars ziehen ein junges Publikum” versucht und ist damit gescheitert. Nicht nur weil die Show recht schwach war, sondern auch weil die Quoten im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen. Damals haben die “alten Säcke” Steve Martin und Alec Baldwin die Show gehostet..

Zu den Preisen lässt sich sagen, dass die Academy sehr sauber verteilt hat. Von den Favoriten ging lediglich “True Grit” gänzlich leer aus, die Trophäen teilten sich “The King’s Speech” (die wichtigsten Preise, inkl. Best Director), “The Social Network” (Drehbuch und Soundtrack), “The Fighter” (die Nebenrollen), “Black Swan” (weibl. Hauptrolle), “Inception” (Sound, Kamera) und “Alice in Wonderland” (Kostüme).

Ich kann bei der Auswahl keine schweren Vergehen entdecken (wobei ich “The Fighter” noch nicht kenne), am ehesten kontrovers ist die Wahl des besten Regisseurs. Tom Hooper, dessen “King’s Speech” ein großartiger Film ist, hatte bisher keine Nominierung auf dem Zettel stehen und nun gleich abgeräumt. David Fincher und Darren Aronosky hingegen gingen wieder leer aus, während Kollege Christopher Nolan gar nicht erst nominiert war.  Und ich hätte “Winter’s Bone” einen Award gegönnt, was aber (zumindest fürs Drehbuch) auf Kosten von “The Social Network” gegangen wäre, und den wollte die Academy offenbar nicht zum ganz großen Verlierer machen.

Alles in allem schon in Ordnung also, erst recht wenn man bedenkt, dass sich nach all der Aufregung vor der Show ein Jahr später eh keiner mehr daran erinnert, wer zuletzt gewonnen hat. Ein schlechtes Filmjahr war 2010 sicher nicht, möge 2011 noch besser werden!

Outguess Edzehard: Meine Oscar-Tipps 2011

[UPDATE: Ich hatte die Kategorie "Editing" vergessen und nun ergänzt.]

Die Oscars rücken immer näher, am 27.2. wird die endlose Zeremonie stattfinden. Und weil das ganze ohne Tippspiel langweilig ist biete ich hier mal ein solches an. Mitmachen darf jeder, bitte einfach die eigenen Tipps hier als Kommentar hinterlassen. Jeder, der mehr richtig tippt als ich, bekommt (Trommelwirbel….) ein EIS! Drei Kugeln! HAMMER!

Ich bin – wie man unschwer an den Tipps erkennen kann – der Meinung, das “The King’s Speech” mächtig abräumen wird. Nicht nur, weil er zuletzt viele andere wichtige Filmpreise gewonnen hat und historische Dramen immer gern gesehen sind bei der Academy. Sondern auch, weil der Film absolut großartig ist und einen Oscar verdient hat. Der vorher als Favorit gehandelte “The Social Network” ist ein gut gemachter Film, aber die mega-erfolgreichen Nerds werden dem König am Rande des Weltkriegs nicht das Wasser reichen können.

Die Liste aller Nominierungen zur Info.

Hier also meine Tipps, basierend auf ein paar Artikeln zum Thema und eigenen Ideen. Ich tippe hier nicht, wer meiner Meinung nach gewinnen sollte, sondern wer gewinnen wird. Nur, damit keine Mißverständnisse aufkommen…

  • Motion Picture of the Year: The King’s Speech
  • Directing: David Fincher
  • Actor in a leading role: Colin Firth
  • Actress in a leading role: Natalie Portman
  • Actor in a supporting role: Geoffrey Rush
  • Actress in a supporting role: Hailee Steinfeld
  • Original screenplay: The King’s Speech
  • Adapted screenplay: The Social Network
  • Cinematography: True Grit
  • Editing: The Social Network
  • Animated feature film: Toy Story 3
  • Foreign language film: Incendies
  • Visual effects: Inception
  • Art direction: Alice in Wonderland
  • Costume design: The King’s Speech
  • Makeup: Alice in Wonderland
  • Sound editing: Inception
  • Sound mixing: The Social Network
  • Music (Song): Toy Story 3
  • Music (Score): The King’s Speech
  • Documentary feature: Inside Job

Stirb Langsam 5 ist in Arbeit…

Wie Deadline.com berichtet steht die Produktion des Films in den Startlöchern. Bruce Willis hat Interesse noch einmal im Unterhemd den Helden zu spielen, ein Script ist auch am Start. Mit Noam Murro steht auch schon der Regisseur fest. Der hat zwar bisher erst einen Spielfilm gedreht (“Smart People”) und kommt aus der Werbebranche, aber das galt auch mal für einen gewissen David Fincher – und der hat sich ja auch als fähig erwiesen. Ich schätze das Studio peilt einen Release im Frühjahr 2012 an, es könnte aber auch (ein Jahr) länger dauern…

Love and Other Drugs

Jamie Randall (Jake Gyllenhaal) ist ein echtes Verkaufstalent. Und ein großer Casanova, was ihn gleich am Beginn des Films seinen Job in einem Elektronik-Laden kostet. Über seinen genialen und infantilen Bruder gerät er in das Trainingsprogramm des Pharma-Riesen Pfizer, wo er seine Karriere im großen Stil neu zu starten gedenkt. Mit dem Vertriebsveteranen Bruce bekommt er einen Landstrich im Mittleren Westen zugeteilt, die Vorgabe ist klar: Umsätze steigern.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt das auch ganz gut. Dann lernt der Charme-Bolzen die schöne Maggie Murdock (Anne Hathaway) kennen, die an Parkinson leidet, und damit beginnt der dramatisch-romantische Teil des Films. Womit wir bei dem entscheidenen Wort wären – denn trotz aller Bemühungen des Drehbuchs zerfällt “Love and other Drugs” in Einzelteile. Der Film als ganzes ist nett anzusehen, findet jedoch nie wirklich zu sich selbst und kann er daher auch nur bedingt überzeugen, trotz vieler guter Ansätze und Ideen.

Das ganze beginnt als Beinahe-Satire auf die US-Gesellschaft und ihre Obsession mit allen möglichen Pillen. Die großen Konzerne geben Umsummen aus, um die Ärzte auf ihre Produkte einzuschwören, um damit noch viel größere Unsummen zu verdienen. Das Wohl der Patienten oder der Gesellschaft spielt dabei keine Rolle. Dann ändert sich der Fokus hin zur romantischen Komödie, aus der langsam auch ein Melodram wird, wobei parallel noch von der berüchtigten Markteinführung des Potenzmittels Viagra erzählt wird.

Jake Gyllenhaal überzeugt als hedonistischer Egomane, kann auch die Wandlung in seiner Figur einigermaßen glaubwürdig machen – doch auf letzten Metern geht seiner Darstellung etwas die Luft aus. Anne Hathaway lässt Maggie sympathisch erscheinen und meistert die dramatischen Momente, richtig interessant ist die Figur aber nicht geraten.

“Love and Other Drugs” lässt seine Hauptdarsteller erstaunlich viel Haut zeigen, sehr viel mehr als üblich in Hollywood. Das hat seinen Reiz, schließlich sind die beiden äußerst fotogen. Doch die Story wird dadurch nicht besser oder realistischer, und in einigen Momenten ist das Gepose schon wieder störend – was vor allem für Gyllenhaal gilt, dessen Figur ungleich aggressiver auftritt.

Die erste Stunde des Films ist eindeutig die bessere, es darf gelacht und geschmunzelt werden, sowohl über die Figuren wie auch über das Metier, in dem sie sich bewegen. Auch ein paar gute Nebenrollen sorgen für Unterhaltung, unter anderem Josh Gad als Jamies Bruder. Nach hinten raus begibt sich der “Love and Other Drugs” dann in allzu vorhersehbare Gewässer und landet damit insgesamt und trotz der großen Ambitionen eher im Mittelfeld, sowohl im komödiantischen wie auch im dramatischen Fach.

3/5

Kino-Highlights 2011 – Januar bis März

Aus der Drama-Ecke habe ich folgende Streifen rausgepickt, die einen Gang ins Kino lohnen sollten. Es sieht ein wenig nach Matt-Damon-Festspielen aus, denn der spielt gleich in dreien davon mit.

Den Anfang macht “Black Swan” am 20.1.. Darren Aronofskys neuester Streich spielt zwar im Ballett-Milieu (nicht so ganz mein Fall), aber Kritik und Publikum in den USA haben einstimmig alle Daumen gehoben. Und es macht ja keinen Spaß, die Oscarverleihung zu gucken, wenn man die nominierten Filme nicht kennt. Wie man hört wird mindestens Natalie Portman für ihre Rolle nominiert werden.

Eine Woche später startet “Hereafter”, der neue Film von Clint Eastwood. In drei Erzählsträngen geht es um Verlust, Tod und Nahtod-Erfahrungen, in Hauptrollen sind Matt Damon und Cecile De France zu sehen. An sich bin ich kein so großer Film von solchem Stoff, aber ich könnte wetten, dass Eastwood der alte Fuchs wie immer eine gute Geschichte zu erzählen hat.

Auch “Slumdog Millionaire”-Regisseur Danny Boyle hat einen neuen Film am Start. “127 Hours” läuft bei uns am 17.2. an, ähnlich wie “Black Swan” wurde er in den USA in den höchsten Tönen gelobt und macht sich Oscar-Hoffnungen. Der Film erzählt die auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte eines Bergsteigers, der in arge Not gerät. James Franco spielt die Hauptrolle in dem Abenteuer-Drama, der Trailer sieht interessant aus, im positiven Sinn.

Die Coen-Brüder, das dürfte inzwischen den meisten Filmfreunden bekannt sein, drehen ihre Filme im Woody-Allen-Rhythmus – also jedes Jahr einen. Dieses Jahr ist es das Remake des John-Wayne-Western “True Grit”, der am 24.2. bei uns startet. Jeff Bridges, Matt Damon und Josh Brolin spielen die Hauptrollen, und auch ansonsten passt soweit alles. Pflichtprogramm.

Mit den verschachtelt erzählten Dramen “Amores Perros” und “Babel” hat sich Regisseur Alejandro González Inárritu als Top-Regisseur etabliert. Sein neuer Film “Biutiful” (Kinostart 10.3.) spielt in Barcelona und kreist um einen todkranken Mann (Javier Bardem), der sich bemüht, vor seinem Ableben alle irdischen Angelegenheiten für seine Kinder zu regeln. Das ganze scheint dem Trailer nach ein ziemlich wilder Ritt zu werden, ich bin gespannt.

Ein weiteres frühes Highlight ist (hoffentlich) “The Adjustment Bureau”, der am 10.3. startet. In der Verfilmung einer Story von Philip K. Dick spielt Matt Damon einen Politiker, der sich in eine junge Frau verliebt – doch unsichtbare Kräfte sabotieren die Beziehung von Anfang an. Gute Sci-Fi-Filme sind ja leider selten, ich hoffe aber ehrlich und inständig, das “The Adjustment Bureau” einer ist.

Dieses feine Indie-Drama habe ich bereits als DVD-Import vor der Flinte gehabt, am 31.3. bekommt “Winter’s Bone” aber tatsächlich noch einen Kinostart. Hier geht es zur ausführlichen Rezension, der Film lohnt sich auf jeden Fall – das Buch, auf dem er basiert sicherlich ebenfalls.

Eine weitere Literaturverfilmung läuft in der selben Woche an. “Alles was wir geben mussten” erzählt die Geschichte dreier junger Menschen, die in einem englischen Internat aufwachsen. Doch das ist nicht alles, denn hinter der vermeintlich herkömmlichen Coming-of-Age-Geschichte hat die Geschichte noch eine völlig andere Dimension. Mit Keira Knightley, Andrew Garfield und Carey Mulligan spielen drei junge Stars die Hauptrollen, doch mit dem eher besinnlichen Drama dürfte sich der kommerzielle Erfolg wohl in Grenzen halten.

Die Zeit für Action und Spektakel im Kino ist traditionell eher im Frühjahr und Sommer, doch auch im Winter wird es mindestens drei mal ordentlich krachen.

Am 13.1. gibt sich die Comic-Verfilmung “The Green Hornet” die Ehre. Der nicht gerade auf Superhelden abonnierte Seth Rogen spielt die Titelrolle, Regie führt der nicht gerade auf Actionfilme abonnierte Michel Gondry (“The Science of Sleep”) – vielleicht hebt sich der Film also aus der Masse des Genres ab. Sollte insgesamt einen Blick wert sein.

Fans des Originals freuen sich schon lange drauf: mit “Tron – Legacy” läuft die Fortsetzung am 27.1. auch bei uns an. Die Cyberspace-Welten haben ein zeitgemäßes Update bekommen, Jeff Bridges spielt auch wieder mit, die Story habe ich nicht so ganz geschnallt – was wohl auch meiner Unkenntnis des Originals geschuldet ist. Wie man so hört ist der Film rein visuell ein großer Wurf, als Effekt-Spektakel nehme ich ihn sicher auch im Kino mit.

Richtig wild wird es dann bei “Sucker Punch” ab dem 31.3.. “300″-Regisseur Zack Snyder hat einen extrem effektlastigen Actionstreifen um ein Mädchen in einer psychatrischen Anstalt gedreht. Ob “Sucker Punch” in ganzer Länge Spaß macht und nicht nur als zweiminütiger Trailer muss allerdings bis auf weiteres zumindest leise angezweifelt werden…

The Tourist

Nach seinem Oscar für “Das Leben der Anderen” hat es eine Weile gedauert, bis Regisseur Florian Henkel von Donnersmarck seinen nächsten Film gedreht hat. Mit “The Tourist” hat er nun eine hochkarätige Hollywood-Produktion übernommen, dazu noch die erste Zusammenarbeit der beiden Superstars Johnny Depp und Angelina Jolie. Die Story basiert auf dem französischen Film “Anthony Zimmer” von 2005, einem feinen Thriller mit deutlichem Hitchcock-Touch.

Jolie spielt die mysteriöse Schönheit Elise Clifton-Ward, die zu Beginn des Films in Paris einen Brief von ihrem Lover Alexander Pearce bekommt. Pearce hat Gangsterboss Reginald Shaw (Steven Berkoff) um einen großen Haufen Geld betrogen und ist seitdem abgetaucht. Nun hat er einen perfiden Plan ausgetüftelt, um Elise wiedersehen zu können. Sie soll im Zug nach Venedig mit einem fremden Mann anbandeln, um seine Jäger auf die falsche Fährte zu führen – denn wie Pearce aussieht ist unbekannt, er hat sich angeblich per kosmetischer Chirurgie ein neues Gesicht machen lassen. Elise auf den Fersen sind sowohl die britischen Behörden in Person von Inspector John Acheson (Paul Bettany) als auch Shaw mit seinen russischen Schergen.

Elise sucht sich im Zug den allein reisenden Mathe-Lehrer Frank Tupelo (Johnny Depp) aus Wisconsin als Lockvogel aus. Der etwas schüchterne Kerl kann sein “Glück” kaum fassen, bemüht sich aber nach Kräften seiner neuen Bekanntschaft ein angenehmer Begleiter zu sein. In Venedig angekommen beziehen die zwei ein luxuriöses Hotelzimmer, und schon am nächsten Morgen geht das Verwirrspiel richtig los. Die Gangster jagen Frank quer durch Venedig, immerhin stellt der sich für einen Mathe-Lehrer recht geschickt dabei an, ihnen zu entkommen. Elise hat parallel den richtigen Alexander Pearce auf dem Zettel und außerdem eine (anfangs noch) geheime Agenda in dem Spiel.

“The Tourist” ist ein unterhaltsamer Film geworden, doch das ist schon das beste, was man über ihn sagen kann. Das größte Problem ist, das die Geschichte nie wirklich fesseln kann, die Gründe hierfür sind vielfältig, unter anderem muss die Besetzung der Hauptrollen genannt werden. Johnny Depp hat seit Jahren keinen ‘normalen’ Menschen mehr gespielt, ihm plötzlich einen schusseligen Mathelehrer abzunehmen ist quasi unmöglich. Stattdessen sieht man den Star Johnny Depp, der einen Mathe-Lehrer spielt – im Vordergrund steht aber die öffentliche Star-Person, nicht die Figur.

Angelina Jolie wiederum passt schon besser in ihre Rolle der verführerischen Schönheit, doch hinter dem pfundweise aufgetragenen Make-up, den üppigen Frisuren und den als Hitchcock-Hommage gewählten klassischen Kostümen kommt ebenfalls keine interessante Figur zum Vorschein, mit der sich das Publikum identifizieren könnte. Es bleibt Oberfläche und Projektion, ein Spiel mit dem Image und popkulturellen Referenzen.

Die Chemie zwischen Depp und Jolie ist nicht ‘echt’, aber auch nicht ohne Reiz, vor allem zu Beginn ist ihre “Liason” vergnügliches Kino. Depp mogelt in sein Spiel Anleihen von seinem “Fear & Loathing”-Charakter Raoul Duke und auch hin und wieder einen Tick Jack Sparrow. Er hat offensichtlich nicht vorgehabt, das ganze ernsthaft anzugehen. Ob er noch echte Typen spielen kann wird sich nächstes Jahr zeigen, wenn er in “The Rum Diary” noch mal als Hunter S. Thompsons alter ego zu sehen sein wird.

“The Tourist” ist also eher eine Komödie als ein Thriller geworden. Von Donnersmarcks Inszenierung der Geschichte ist flott und elegant, er holt aus dem Schauplatz Venedig alles raus und führt die Handlung zu ihrem so konsequenten wie vorhersehbaren Ende. Der Weg dahin macht Spaß, doch der Stoff wird derart leicht und locker vorgetragen, dass die Story ein Hintergrundrauschen bleibt, das viele kurzweilige Szenen miteinander verbindet. Wenn es so gewollt war, hat von Donnersmarck nicht viel falsch gemacht – aber trotzdem keinen großen Film gedreht. Von ihm und dem Duo Jolie/Depp haben sicher viele mehr erwartet als ein gefälliges Remake eines ungleich spannenderen französischen Thrillers.

3/5

Wall Street: Money Never Sleeps

Regisseur Oliver Stone hat die Finanzkrise 2008/2009 zum Anlass genommen ein Sequel seines 80er-Jahre Hits “Wall Street” zu drehen. Wieder mit dabei ist Michael Douglas als Finanzhai Gordon Gekko, der zu Beginn des Films aus dem Gefängnis entlassen wird. Die eigentliche Handlung aber setzt acht Jahre später ein, im Jahre 2008. Und es steht zunächst nicht Gekko im Vordergrund, sondern der junge Jake Moore (Shia LaBeouf), ein junger Banker von der Wall Street. Jake ist mit Gekkos Tochter Winnie (Carey Mulligan) liiert und arbeitet für die Investmentbank ‘Keller Zabel’. Deren Chef Louis Zabel ist eine Art Ziehvater für Jake, den es umso mehr mitnimmt als die Firma urplötzlich kurz vor der Pleite steht. Die Parallelen zum Untergang von ‘Lehman Brothers’ sind kein Zufall, auch die weitere Handlung basiert lose auf den Ereignissen der Krise von Ende 2008.

Im Grunde besteht der Film aus zwei verschiedenen Erzählsträngen, die Oliver Stone bzw. seine Autoren zwangsverheiraten. Der eine erzählt von den finsteren Machenschaften der Finanzindustrie und der Hilflosigkeit von Politik und Gesellschaft. Der andere thematisiert das persönliche Drama von Vater und Tochter Gekko und eben Jake, der Winnie einen Heiratsantrag macht, sie aber gleichzeitig hintergeht und ohne Rücksprache mit ihrem Vater Kontakt aufnimmt. Beide Erzählstränge haben so ihre Schwächen, wobei insgesamt die ausgeschmückte Nacherzählung der Finanzkrise besser abschneidet.

Die besten Szenen von “Wall Street – Money Never Sleeps” sind in den ersten zwei Dritteln zu finden. Die Exposition ist gelungen und durchaus glaubwürdig, die Hinterzimmer-Politik und die perfide Logik der Krise sind überzeugend inszeniert. Das menschliche Drama beginnt ebenfalls stark, Michael Douglas überzeugt ein zweites Mal als egomanischer, nun (angeblich) geläuterter Turbokapitalist. Die Figur von Winnie allerdings ist recht simpel angelegt, und bleibt blass. LaBeouf dagegen (bisher eher aus Blockbustern für Teenies bekannt) hat mich durchaus überzeugen können, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Heimlicher – oder auch unheimlicher – Star des Films ist Josh Brolin, der den skrupellosen, intriganten Boss einer weiteren Investmentbank spielt.

Oliver Stone hat sich mächtig Mühe gegeben, einen modernen Eindruck zu machen, es gibt Splitscreens, atemberaubende Kamerafahrten durch Manhattan, kunstvolle Einstellungen und Schnitte zu sehen. All diese Stilmittel sind weitestgehend auch zweckmäßig eingesetzt, rein visuell ist der Film ein Vergnügen. Die Story schafft den Spagat zwischen den erwähnten Themen über weite Strecken, doch gegen Ende geht dem Drama an fast allen Fronten die Luft aus. Die Überraschungen sind nicht mehr überraschend, und der Film erliegt – zumindest oberflächlich – seiner Faszination mit den Unsummen von Dollars, denen seine Hauptdarsteller nachjagen. Die Botschaft, dass es (auch) die Gier des gemeinen Volks ist, die für die Zustände verantwortlich ist, wird zwar süffisant von Gekko unter die Leute gebracht, ist aber gegen Ende schon vergessen.

So richtig übel mag man das “Wall Street: Money Never Sleeps” aber nicht nehmen. Der Film ist ein Drama und Finanzkrimi, er behandelt ein gesellschaftlich relevantes Thema – aber eben mit den Mitteln eines Hollywood-Films. Er möchte sein Publikum unterhalten, was ihm auch gelingt, trotz einiger Szenen, die den Bogen etwas überspannen. Ein kompliziertes Ereignis wie eine globale Finanzkrise lässt sich nicht ‘en detail’ in die Form eines Spielfilms gießen. Wer trotzdem derartiges erwartet wird enttäuscht werden. Sicher kann der Film es nicht ganz mit der zeitgeschichtlichen Relevanz des ersten “Wall Street” aufnehmen, aber einen Blick wert ist er trotzdem allemal.

3/5

[Bei amazon.de kaufen]

Wes Anderson mit neuem Film

Regisseur Wes Anderson wird nach dem hervorragenden Animationsstreifen “The Fantastic Mr. Fox” wieder einen realen Spielfilm drehen, wie Deadline.com berichtet. Ich hoffe ja auf eine Rückkehr zur großen Form von “The Royal Tenenbaums” nach dem recht enttäuschenden “The Darjeeling Limited” von 2007. Angeblich sind Bill Murray, Edward Norton, Tilda Swinton und Frances McDormand in Gesprächen, was die Hauptrollen angeht. Die Story spielt in den 60er Jahren und kreist um zwei Teenies, die von zuhause und weglaufen – einige der oben genannten Darsteller dürften diesen zwei also im Laufe der Handlung auf den Fersen sein. Wann die Dreharbeiten beginnen ist unklar, eine Prognose zu einem möglichen Kinostart daher unmöglich…

The Social Network

Keine andere Website der letzten 10 Jahre hat die Art und Weise, wie Menschen online kommunizieren mehr beeinflusst als Facebook. 500 000 000 User sprechen eine deutliche Sprache. Dass sich Hollywood des Themas annehmen würde war nur eine Frage der Zeit, auch wenn Filme, die sich irgendwie mit dem Netz und dem IT-Business beschäftigt haben (“The Net” oder “Antitrust”) bisher wenig Erfolg hatten. Die große Frage bei “The Social Network” ist also: wie macht man einen interessanten Film über eine Firma, von der jeder weiss, was aus ihr geworden ist?

Regisseur David Fincher (“Fight Club”) und sein Drehbuchautor Aaron Sorkin haben sich entschieden, die Geschichte als dramatische Aufsteigerstory zu erzählen – mit einer Menge Humor und gar Selbstironie garniert. Basierend auf Ben Mezrichs Buch “The Accidental Billionaires” haben sie sich die Freiheit genommen, ihren Hauptfiguren echtes Leben einzuhauchen, auch wenn darunter der Wahrheitsgehalt ein wenig gelitten haben dürfte. Der Film kommt keineswegs wie eine Dokumentation und reine Erfolgsgeschichte daher, er nutzt alle filmischen Finessen, um die Story spannend und unterhaltsam aufzubereiten.

Zentrale Figur ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, gespielt von Jesse Eisenberg (“Zombieland”). In der ersten Szene wird er dem Publikum als ambitionierter und talentierter Nerd mit fragwürdigem Sozialverhalten vorgestellt. Man nimmt es seiner Freundin in dieser Szene nicht übel, dass sie mit ihm Schluss macht. Zuckerbergs Reaktion übersetzt seinen verletzten Stolz in einen bösartigen Blog-Beitrag und eine auf die Schnelle hingeklatschte Webseite, auf der die User wählen können, welche von zwei angezeigten Studentinnen besser aussieht. Der Campus von Harvard – zumindest der männliche Teil – ist begeistert, die Seite ein Erfolg, der den Server der Uni in die Knie zwingt.

Gemeinsam mit seinem Mitbewohner Eduardo Saverin (Andrew Garfield, “The Imaginarium of Dr. Parnassus”), der die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, startet er wenig später “thefacebook.com”, eine frühe Version des heutigen Netzwerks, zunächst nur für Harvard-Studenten zugängig. Die Idee ist ein Riesenerfolg, die Erfolgsgeschichte beginnt. Doch “The Social Network” erzählt diese Geschichte in Rückblenden, in der Gegenwart sitzt Zuckerberg Saverin und zwei weiteren Klägern in einem Meeting gegenüber, in der Anwälte den Ton angeben. Aus den Freunden sind Feinde geworden, es geht um die Frage, wer Facebook erfunden hat – und wem welcher Anteil am Erfolg des Unternehmens zusteht…

Erstaunlich an einer Hollywood-Produktion dieser Kragenweite ist, dass man den Mut hatte, die Geschichte ohne einen echten Helden zu erzählen, einen reinen Sympathieträger. Zuckerberg ist noch am ehesten nah dran, aber der Film räumt nicht alle Zweifel aus, das er zu seiner Idee “inspiriert” worden ist. Zudem ist er zwar ein offensichtlich genialer Programmierer, aber eben auch immer wieder ein Elefant im emotionalen Porzellanladen des Lebens. Saverin ist ein netter Kerl, aber in den entscheidenden Momenten trifft er falsche Entscheidungen, die zu seiner Trennung von Facebook führen.

Außerdem ist da noch Sean Parker, der legendäre Gründer von Napster, Feindbild der Musikindustrie und in der Story Saverins Gegenspieler. Justin Timberlake spielt ihn als eine Art Mephisto, der Zuckerbergs Ego schmeichelt und das Unternehmen Facebook in ganz neue Sphären führen will. Die Rolle ist für Timberlake wie geschaffen, es ist das erste Mal, dass er als Schauspieler wirklich überzeugen kann. Aber von allen drei Hauptfiguren ist keine frei von Schwächen, und es sind die daraus resultierenden Konflikte, die das Rückrat des Films bilden.

Regisseur David Fincher ist handwerklich einer der besten seiner Zunft, was auch “The Social Network” zugute kommt. In einer Schlüsselszene, die in einem Nachtclub spielt, lässt er die Bässe mit extremer Lautstärke gegen die Dialoge anwummern, ein Ruderwettkampf wird zum ironischem Kommentar zur Handlung, und das Hin- und Herspringen zwischen Gegenwart und Vergangenheit gelingt wie geschmiert. Ein weiteres ‘Trademark’ von Fincher, die emotionale Distanz zu den Figuren, ist ebenfalls wiederzuerkennen, ebenso wie der starke Soundtrack. Doch eines ist neu – soviel Humor und klassische One-Liner wie hier gab es noch in keinem Film des Regisseurs.

Zur aktuellen Debatte über Privatsphäre im Internet und Facebooks Rolle darin hat “The Social Network” nichts zu sagen. Der Film konzentriert sich auf die ersten Jahre des Unternehmens, er erzählt mit mal süffisanten, mal beißenden Witz von der Gründung einer der einflussreichsten Websites überhaupt. Es macht Spaß, sich diese Story anzusehen, auch wenn sie keine neuen Erkenntnisse liefert. Es ist quasi der Kniff des Films, die Dimension der Veränderung heutiger online-Nutzung (Facebook hat mehr Hits als Google) auszublenden und stattdessen eine allzumenschliche Geschichte zu erzählen, in der Macht, Sex und Popularität über (fast) alles gehen. Der Film ist kein besorgtes Statement zum Stand der Dinge sondern reine, sehr gut gemachte Unterhaltung. Das kann man gut finden oder auch enttäuschend, schlecht gemacht ist es ganz sicher nicht.

4/5

[Film bei amazon.de kaufen]

Links, Links, Links – Die Oscars, Woody Allen und der Facebook-Film

Das Filmfestival von Toronto ist zunehmend ein Schaulaufen für die Oscars geworden. Von den letzten drei Gewinnern für den “Besten Film” liefen zwei auf dem Festival (“No Country For Old Men” und “Slumdog Millionaire”), und auch dieses Jahr werden einige Filme schon wieder hoch gehandelt. Bei IndieWire kann man nun nachlesen, was für Filme dabei sind, und welche Schauspieler sich (vielleicht) Hoffnung auf einen Oscar machen dürfen…

Den Trailer kennt man wohl schon aus dem Kino, und von der Firma, um die es geht, haben auch schon alle gehört. Die Rede ist von David Finchers Facebook-Film “The Social Network”, zu dem bei Wired.com ein interessanter Artikel zu finden ist.

Zu guter letzt hat die Los Angeles Times mit Woody Allen über seinen neuen Film “You Will Meet a Tall Dark Stranger” gesprochen, der ebenfalls in Toronto lief. Der Erkenntnisgewinn ist überschaubar, aber obwohl der Film hier erst im Dezember anläuft kann ein Blick darauf ja nicht schaden…

Neue Starttermine für den Herbst – Kinofahrplan II

Neben den hier bereits erwähnten interessanten Filmstarts haben nun ein paar weitere Filme feste Starttermine.

Regisseur Neil Jordans (“Interview mit einem Vampir”) neuer Film “Ondine” handelt von einer unbekannten schönen Frau, die eines Tages vor der Küste Irlands auftaucht. Colin Farrell spielt einen Fischer, der sie für eine Meerjungfrau hält, der Film soll eine Mischung aus Märchen und Mystery-Krimi sein. Ich werde mir das im Kino wohl sparen, sofern ich nicht aus verlässlicher Quelle großes Lob hören sollte… Start: 21.10

In “Buried” spielt Ryan Reynolds einen US-Amerikaner, der sich im Irak nach einem Angriff aus dem Hinterhalt in einem Sarg unter der Erde wieder findet. Lebendig begraben, aber noch mit Taschenlampe und Handy ausgestattet versucht er alles, um zu überleben. Der Low-Budget-Film ist gemischt aufgenommen worden von der Kritik, könnte aber – zumal im Kino – zumindest formal sehenswert sein. Für Klaustrophobiker allerdings gänzlich ungeeignet, wurde ich mal tippen. Start: 4.11.

Die Komödie “Cyrus – Meine Frau, ihr Sohn und ich” mit Marisa Tomei, Jonah Hill, John C. Reilly und Catherine Keener soll gut sein, wie man hört und liest. Den beknackten Untertitel kann man sich ja weg denken, der Verleih möchte wohl einfach von der Popularität der “Meine Frau, … und ich”-Reihe mit Ben Stiller profitieren. Start: 25.11.

The Tourist” mit Angelina Jolie und Johnny Depp wird zu Weihnachten laufen (23.12.), worum es geht kann hier nachgelesen werden.

Friendship! (DVD)

Wie ich gerade im Archiv nachgeschaut habe ist “Friendship!” die erste Rezension eines deutschen Filmes in diesem Jahr. Mehr muss man über mein Verhältnis zum deutschen Kino eigentlich nicht wissen. Immerhin ist der Film kein Griff ins Klo gewesen, sondern hat durchaus Spaß gemacht. Tom (Matthias Schweighöfer) und Veit (Friedrich Mücke) sind zwei junge Burschen, die nach dem Ende der DDR in die USA fliegen, um ihre neu gewonnene Reisefreiheit zu genießen. Ohne gefüllte Reisekasse, aber mit selbst gedrehten Super8-Trashfilmen machen sie sich auf nach New York – für ihr eigentliches Ziel San Francisco hat das Geld nicht gereicht.

“Friendship” entwickelt sich zu einem gut gelaunten Road-Movie-Märchen, in dem die Unbedarftheit (oder Unbekümmertheit) seiner Helden im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu allerlei lustigen Situationen führt. Das Prinzip ist bekannt, nicht erst seit es mit “Borat” auf die Spitze getriebenen wurde. Die Hauptdarsteller spielen locker auf, das Drehbuch legt den Fokus nicht auf Realismus, sondern auf Humor – eine gute Entscheidung. Und schöne Bilder aus diversen Ecken der USA gibt es natürlich auch. Gegen Ende wird es dann – leider – doch noch mal ernst. Eine Frau gerät zwischen die beiden Jungs (der Klassiker), und das eigentliche Ziel der Reise findet kein Happy-End.

Die Stärken des Films liegen eindeutig im Zusammenspiel der Hauptfiguren, in den Dialogen und dem flotten Tempo. Nicht jeder Witz zündet, ein paar Klischees hätte man weglassen dürfen. Die Story ist ein gutes Gerüst für das muntere Treiben, sollte aber nicht zu genau hinterfragt werden. Das Drehbuch mischt die “Ossis auf Achse”-Thematik mit Untertönen a la “Das Leben der Anderen”, was sicher keinen Innovationspreis verdient (genau so wenig wie die Tagline “Die ersten Ossis in Amerika”…). Für ein paar Lacher ist “Friendship!” schon gut, darf dann aber getrost auch wieder vergessen werden.

3/5

[Film bei Amazon.de bestellen]

Der Nebel – The Mist (DVD)

Normalerweise verfahre ich mit Horrorfilmen wie folgt: ich leihe sie nicht aus, kaufe keine, gucke sie nicht im Kino und erst recht nicht im Fernsehen. Weil Ausnahmen die Regel bestätigen und das Wetter in Berlin dieser Tage zu wünschen übrig lässt habe ich mir doch mal wieder einen angesehen, und zwar die Stephen-King-Verflimung “The Mist”. Inszeniert hat die Geschichte Frank Darabont, der seit “The Green Mile” und “Die Verurteilten” quasi als Spezialist für King-Adaptionen gelten darf. Die Story spielt in einer kleinen Stadt im Nordosten der USA (wie eigentlich alle Stories des Autors), die über Nacht von einem unheimlichen Nebel heimgesucht wird.

Eine Gruppe von Bewohnern der Stadt ist gerade im Supermarkt, als klar wird, dass der Nebel nicht einfach nur die Sicht behindert – Menschen fallen ihm zum Opfer, mysteriöse Kreaturen bewegen sich darin, Telefone und Radios geben den Geist auf. Die Menschen im Supermarkt versuchen mit der schwierigen Situation umzugehen, werden jedoch bald auf eine harte Probe gestellt, denn der Nebel drängt mit aller Macht in ihren Rückzugsort. Es kommt bald zur Spaltung der Gruppe. Die einen folgen einer religiösen Spinnerin (Marcia Gay Harden), die vom Ende der Welt schwafelt, die anderen scharen sich um David Drayton (Thomas Jane) und versuchen irgendwie zu entkommen.

Die Stärke des Films liegt eher in der Beobachtung der Gruppendynamik, die Horror-Sequenzen sind zwar guter Durchschnitt, aber auch schon zig mal da gewesen. Nicht alles stimmt, was Dramaturgie und innere Logik angeht, es reicht aber, um das interessante Szenario unterhaltsam auszuloten. Zum Ende geht dem Film dann deutlich die Luft aus, da hilft auch das durchaus überraschende Finale nicht. Insgesamt ein gelungener Film, der weitgehend Spaß macht. Das gewisse Etwas fehlt allerdings, weshalb man sich “The Mist” auch problemlos sparen kann.

3/5

Die Top-100: The Gospel According to Edzehard

So, es hat dann doch eine Weile gedauert, aber hier sind sie wieder: meine persönlichen 100 Lieblingsfilme. Dieses mal mit Bild und kurzem Text zu jedem Film, auf einer Seite zusammengefasst. Die Liste hat ihren festen Platz auf diesem Blog und wird dauerhaft oben unterm Header und im “Überblick” rechts oben zu finden sein.

Eigentlich würde ich mich nach dem erfolgreichen Zusammenfrickeln der Liste ja gerne zurücklehnen, aber Fakt ist, dass die Liste schon wieder überarbeitet werden müsste. Ich habe jedenfalls länger keine kritische Prüfung mehr vorgenommen, ob nicht ein paar neuere Filme sich einen Platz darin verdient haben. Sollte es Änderungen geben werde ich das kurz berichten.

Fahrplan August 2010

Kaum ist mit “Inception” das Highlight des Sommers angelaufen stellt sich die Frage: Was kommt denn danach noch? Nicht so sonderlich viel, wie ein Blick auf Filmstarts.de ergibt.

An diesem Donnerstag laufen keine Filme an, die mich ins Kino locken. “Kiss & Kill” mit Ashton Kutcher und Katherine Heigl ist eine Killer-Farce, die ich mir für zuhause “aufspare”. “Freche Mädchen 2″ ist auch nicht meine Baustelle, die neueste Adam-Sandler-Klamotte “Kindsköpfe” wird bestenfalls einen Versuch auf DVD erleben. Am interessantesten klingt noch das südkoreanische Drama “Mother”, was aber nicht in meinem Lieblingskino läuft und irgendwie auch warten kann.

Die Woche drauf gibt sich das “A-Team” die Ehre – den ich bereits gesehen, gewogen und für zu leicht befunden habe, Kritik kommt dann pünktlich zum Film. Ein neuer Teil der “Cats & Dogs”-Reihe löst auch keine Begeisterung aus, die restlichen Titel sagen mir auf den ersten Blick nicht viel.

Am 19. August könnte “Salt” einen Blick wert sein. Angelina Jolie spielt eine (Doppel-)Agentin, die vor ihren eigenen Leuten fliehen muss. Der Trailer verspricht eine Menge Action, bleibt zu hoffen, dass die Story nicht zu dünn ist um sie tragen.

“Die Legende von Aang” läuft ebenfalls am 19. an, das Machwerk von M Night Shyamalan bietet einen grottigen Trailer und ganz miese Kritiken. In den USA lief er trotzdem ganz gut… Eine Woche später kommt dann Sly Stallones Söldner-Spektakel “The Expendables” in die Kinos. Irgendwie habe ich fast Lust mir den Streifen mal anzusehen. Ob es aber viel gutes drüber zu berichten gäbe ist bestenfalls (noch) unklar.

Und dann ist er auch schon wieder vorbei, der Kinosommer. Wenn es nach Plan läuft werde ich wohl gerade mal vier Filme im Kino gesehen haben – eine traurige Bilanz. Nächstes Jahr dürfte es kaum besser werden, mir fallen grad nur “Transformers 3″ und “Pirates of the Carribean 4″ als feste Starts ein. Und die werde ich mir beide ganz sicher nicht ansehen…