Kurzkritik: Murder Mystery (Netflix)

Krimikomödie, 2019

Regie: Kyle Newacheck ; Darsteller: Jennifer Aniston, Adam Sandler, Luke Evans

Worum gehts?
Ein New Yorker Cop und seine Frau reisen nach Europa. Kaum im Flieger werden sie vom Enkel eines Milliardärs auf eine Jacht eingeladen – auf der dann kurz darauf ein Mord passiert…

Was soll das?
„Murder Mystery“ ist ein Krimi-Märchen, dass sich komplett auf die komödiantischen Talente seiner Hauptdarsteller und die Schauwerte der Schauplätze verlässt. Ähnlichkeiten mit „Mord im Orient-Express“ sind nicht zu übersehen und definitiv beabsichtigt.

Taugt das was?
Ja, wenn man auf der Suche nach seichter Unterhaltung und ein paar guten Gags ist macht man mit dem Film nichts falsch. Für Sandlers Verhältnisse ist recht wenig Fäkalhumor dabei, den ich auch nicht vermisst habe. Wirklich spannend oder brüllend komisch ist „Murder Mystery“ aber nicht…

3/5

Dreierlei mit D – Deadwood, Don Quixote & Domino

The Man Who Killed Don Quixote“ von Terry Gilliam hat Jahrzehnte gebraucht, um den Weg auf die Leinwand zu finden. Mir war er letztlich – trotz der guten Darsteller und der interessanten Story-Idee – einen Tick zu wild und inkohärent. Positiver ausgedrückt wäre der Film sehr fantasievoll…

Den „Deadwood„-Film mochte ich wohl, ohne ihn so feiern zu können wie viele Kritiker. David Milch hat den Fans ein tolles verspätetes Finale geschenkt, aber so ein bisschen habe ich mich doch gefragt, ob es das überhaupt noch gebraucht hat. Klasse hat der Film allemal, und wird auch seinen herrlichen Figuren erneut mehr als gerecht…

Und zu guter letzt hat Brian De Palma mit „Domino“ mal wieder einen Thriller abgeliefert, der zwar mächtig Fahrt aufnimmt und Spannung aufbaut, dabei aber leider nie so richtig glaubwürdig rüberkommt. Für Genre-Fans (wie mir) keine schlechte Wahl.

Kurzkritik: A Star Is Born

Musik-Drama, 2018

Regie: Bradley Cooper; Darsteller: Bradley Cooper, Lady Gaga, Sam Elliott

Worum geht’s?
Der depressive, dem Alkohol verfallende Country/Rockstar Jackson entdeckt das Gesangs- und Songwriter-Talent der jungen Ally. Bald landen die Beiden gemeinsam auf einer Bühne – und nicht nur da… Während Abbys Karriere einen steilen Verlauf nimmt verliert sich Jackson in seinen zahlreichen Dämonen, die ihre Beziehung vor eine Zerreißprobe stellen.

Was soll das?
Die Geschichte eines Mentors, der sich in seinen Schützling verliebt, wurde erstmals 1937 verfilmt (damals unter Schauspielern). Schauspieler Bradley Cooper hat den Stoff für sein Regiedebüt modernisiert – mit sich selbst in der Hauptrolle.

Taugt das was?
Jein. „A Star is Born“ hat seine berührenden Momente (den wohl besten und bereits berühmtesten erstaunlich früh), und liefert eine insgesamt authentisch wirkende Schilderung seines Milieus. Doch die ganz große Tiefenschärfe entwickeln die Figuren – trotz unbestreitbarer Chemie zwischen den Cooper und Lady Gaga –  leider nicht. Es bleibt größtenteils bei einer handwerklich gelungenen Nummernrevue, die wohl vor allem Fans der beiden Hauptdarsteller begeistern wird.

3/5

Diverse News – Serie „Ratched“, 007, ein „Deadwood“ und ein „Sopranos-Film

Die berühmte Krankschwester Nurse Ratched aus „Einer Flog übers Kuckucksnest“ (darin Ocar-gekrönt verkörpert von Louise Fletcher) bekommt auf Netflix eine eigene Serie. Die Titelrolle spielt Sarah Paulson, insgesamt ist die Besetzung nicht arm an bekannten Namen.. Mehr dazu bei Variety

Den umgekehrten Weg gehen die „Sopranos“. Hier steht mit „The Many Saints of Newark“ ein Film-Prequel an, ebenfalls mit prominenter Besetzung. Das ganze spielt während der Unruhen von Newark in den 60er Jahren, mehr dazu hier.

Neuigkeiten bezüglich der Besetzung gibt es auch beim nächsten Bond-Film, der den seltsamen Titel „Shatterhand“ tragen wird (was darauf hindeutet das Christoph Waltz wieder als Blofeld dabei sein wird). Ob der frischgebackene Oscar-Gewinner Rami Malek als Bösewicht auftreten wird ist offenbar unklar – ich mag Malek, bin aber skeptisch ob er der Richtige wäre. Hängt aber natürlich in erster Linie vom Drehbuch ab… Mehr lesen

Und während ich endlich mal die Serie „Deadwood“ nachhole (absolut großartig!) habe ich hier gelesen, dass es demnächst einen „Deadwood“-Film geben wird. Anders als bei den „Sopranos“ wird das kein Prequel sein, die Originalbesetzung scheint weitgehend wieder dabei zu sein…


Kurzkritik: Green Book

Drama, 2018

Regie: Peter Farelly; Darsteller: Mahershala Ali, Viggo Mortensen, Linda Cardellini

Worum geht’s?
Der italienisch-stämmige Familienvater Tony Vallelonga (V. Mortensen) aus der Bronx wird anno 1962 engagiert, den farbigen Jazzpianisten Don Shirley (M. Ali) auf seine Konzertreise durch den Mittleren Westen und den Süden der USA zu begleiten. Zwischen den beiden unterschiedlichen Männern entwickelt sich dabei ein ungewöhnliche Freundschaft.  

Was soll das?
„Green Book“ ist ein feelgood Road Movie mit 60’s Soundtrack, basierend auf einer „wahren“ Geschichte. Thematisch geht es um den tief in der Gesellschaft verwurzelten Rassismus, dem sich der Film aber auf vergleichsweise zahme Art annimmt.  „Green Book“ präsentiert eine versöhnliche Botschaft, für die er durchaus zu Recht einige Kritik einstecken musste. Es gibt aber auch einige starke Szenen, welche die vermeintliche „Logik“ von Rassenhass und Vorurteilen messerscharf auf den Punkt bringen.

Taucht das was?
Durchaus. Die beiden Hauptdarsteller tragen den Film weitgehend allein, Mortensens Darstellung erinnert oft sprachlich an einen gewissen Tony Soprano (irgendwie passend, weil der echte Tony Vallelonga in dieser Serie den Gangsterboss Carmine gespielt hat). Dramaturgisch ist „Green Book“ ebenfalls stark, wenn auch arm an Überraschungen. Das Ende war mir dann deutlich zu kitschig,. Dass dies der „Beste Film“ des Jahres 2018 gewesen sein soll (zumindest gab es den entsprechenden Oscar) wird man in wenigen Jahren – wenn nicht schon jetzt – eher kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen.

4/5

Kurzkritik: Widows

Thriller, 2018

Regie: Steve McQueen; Darsteller: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Colin Farrell, Daniel Kaluuya

Worum geht’s?
Bei einem Raubüberfall kommen vier Männer ums Leben, ihre Beute fliegt mit ihnen in die Luft. Während ihre Frauen noch trauern melden sich die beklauten Gangster – und fordern das Geld von ihnen zurück. Veronica (V. Davis) schmiedet einen riskanten Plan, mit dem das gelingen könnte.

Was soll das?
„Widows“ beginnt als Drama und Milieustudie (in Chicagos Southside), konzentriert sich zunächst darauf, die Figuren einzuführen. Ein windiger Lokalpolitiker, der den Sitz seines Vaters „verteidigen“ möchte, ist ebenso dabei wie ein Haufen skrupelloser Gangster, die es ebenfalls auf diesen Sitz abgesehen haben. Gegen  Ende macht der Film mit einigen Actionszenen und überraschenden Wendungen deutlich Zugeständnisse an ein Mainstream-Publikum.

Taucht das was?
Ja. Für Spannung und Unterhaltung ist insgesamt gesorgt. Dank der sorgfältigen Figurenzeichnung und dem offensichtlichen Anspruch, die Welt, in der sich die Handlung abspielt, zu durchleuchten, ist „Widows“ mehr als ein handwerklich solider Thriller. Die Art und Weise, wie die Erzählungen des Films am Ende zusammenlaufen hat mich allerdings nicht sonderlich überzeugt.

4/5

Kurzkritik: Bird Box – Schließe Deine Augen

Horror, 2018

Regie: Susanne Bier; Darsteller: Sandra Bullock, John Malkovich, Trevante Rhodes

Worum gehts?

Ein urplötzliches Phänomen dezimiert große Teile der Weltbevölkerung, indem es die Menschen in den Selbstmord treibt. Nur wer sich die Augen verbindet und das mysteriösen Grauen nicht ansieht kann überleben. Die schwangere Malorie (S. Bullock) findet vorübergehend Unterschlupf in einem abgedunkelten Haus und einigen ihr unbekannten Bewohnern.

Was soll das?

„Bird Box“ ist ein recht klassischer „Das Ende der Welt ist gekommen“-Horrorfilm.  Die Story entfaltet sich auf zwei Zeitebenen, einerseits die Tage im Haus unmittelbar nach Ausbruch der „Seuche“, anderseits einige Jahre später. Da ist Malorie mit zwei Kindern (alle drei mit verbundenen Augen) mit einem kleinen Boot unterwegs auf einem Fluss durch die Wälder, der letzten Hoffnung auf Rettung folgend…

Taugt das was?

Ja. „Bird Box“ ist unterhaltsam und spannend, das Szenario nicht unbedingt neu, aber stimmig entwickelt (und fällt nicht so übel in sich zusammen wie der recht vergleichbare „The Happening“ von 2008). Die zweigeteilte Erzählung funktioniert ebenfalls recht gut, und lenkt von einigen Ungereimheiten ab. Mehr als kurzweilige Horrorunterhaltung sollte man allerdings nicht erwarten; der ‚Hype‘ um den Film ist nicht gerechtfertigt.

3/5

Die besten Serien 2018

 

Die besten neu angelaufenen Serien des Jahres

Hier habe ich nicht sonderlich viel Auswahl, die noch laufenden, fortgesetzten Shows fressen ja eine ganze Menge Zeit.

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Ebenfalls gut waren: Mosaic, Patrick Melrose, American Crime Story – The Assassination of Gianni Versace, The Little Drummer Girl

Die besten fortgesetzten Serien des Jahres

Westworld hat mir in seiner zweiten Staffel besser gefallen als in der ersten. Einzelne Folgen waren für sich stehend absolut hervorragend. Wäre da nicht das etwas zu überraschende Ende gewesen. Da haben die Macher ein wenig zu viel Spaß an der Überraschung gehabt und dieser die Erzählung einer stringenten Story geopfert. Naja. Immerhin ist die Aussicht auf eine sehr spannende dritte Staffel da.

Von The Affair habe ich mir in der mittlerweilen vierten Staffel gar nicht allzu sehr versprochen. Und bin extrem positiv überrascht worden. Die wechselnden Perspektiven ergeben hier in Verbindung mit den Entwicklungen der Figuren als Gesamtbild plötzlich wieder deutlich mehr Sinn als zuletzt. Und neben den ohnehin immer großartigen Darstellern stimmt auch das Drehbuch wieder.

Die Dinge spitzen sich zu in der vierten Staffel von „Better Call Saul„. Nach dem dramatischen Finale der letzten Staffel geht es zwar im gewohnt gemächlichen Tempo weiter, doch die Welt von „Breaking Bad“ guckt langsam um die Ecke. In Sachen Figurenentwicklung und Stil bleibt die Serie absolut top. Einzig die Beziehung zwischen Kim und Jimmy überzeugt mich nicht so ganz, auch wenn beide Schauspieler erneut großartig aufspielen…

The Deuce ist sich treu geblieben, erzählt schonungslos und ohne Eile von der zwielichtigen Szenerie rund um den Times Square Ende der Siebziger. Die Story hat inzwischen Fahrt aufgenommen, was bei David Simon („The Wire“, „Treme“) wie üblich heisst, dass die Figurenentwicklung in vollem Gang ist.

Die große Veränderung bei der mittlerweile sechsten Staffel von“Ray Donovan“ ist der neue Schauplatz. Große Teile des Donovan-Clans sind nach New York gezogen. Natürlich ist Ray bald wieder in allerlei Schelmereien verwickelt, doch die Serie konzentriert sich zunehmend auf die dramatischen Aspekte – und nimmt seine Figuren ernst.

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Nicht der Wahnsinn, trotzdem gern gesehen: Ozark, The Handmaids Tale, Hap & Leonard, The Man in the High Castle, The Sinner

Nicht mehr zu empfehlen: „13 Reasons to Die“, „4 Blocks“, „Legion“

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PS: „Fortitude“ macht mir viel Spass (aktuell die erste Staffel), gehört aber nicht ins Jahr 2018.

Kurzkritik: Mid90s

Drama, 2018

Regie: Jonah Hill; Darsteller: Sunny Suljic, Katherine Waterston, Na-Kel Smith, Lucas Hedges

Worum geht’s?
Los Angeles, Mitte der 90er. Der 13-jährige Stevie freundet im Verlauf eines Sommers durch die Freundschaft zu einer Gruppe älterer Skater von seiner Familie. Mit seinem großen Bruder Ian gibt es meist Streit, seine alleinerziehende Mutter

Was soll das?
Das Regiedebut von Schauspieler Jonah Hill ist sowohl eine relativ zeitlose Geschichte über das Erwachsenwerden (in Bezug auf die generellen Themen und Motive) als auch das Portrait einer Zeit und Szene von jemanden, der darin aufgewachsen ist (90er Jahre HipHop, Skater, Zeitgeist). Letzteres wird aber wohl nur zu schätzen wissen, wer diese Zeit ebenfalls erlebt hat.

Taucht das was?
Ja, der Film überzeugt und steht auf eigenen Beinen, auch wenn er stark von Filmen wie „Kids“ beeinflusst ist. Dazu tragen sowohl die gelungene Zeitreise (Ausstattung, Soundtrack) als auch die starken unbekannten Darsteller, die dem Film Glaubwürdigkeit verleihen. Nicht zuletzt versteht es „Mid90s“ nicht auf einen klassischen Plot zu setzen, sondern schlicht die Entwicklungen und Ereignisse einer überschaubaren Zeitraums – die nur hin und wieder mit ‚erhobenem Zeigefinger‘ präsentiert werden…

4/5

Die Top 10 Filme von 2018 [Update 07. Januar]

Selten habe ich soviele Filme verpasst wie dieses Jahr. Kein Wunder, wenn man nur dreimal im Kino war und (zu)viele Serien glotzt. Daher hier nun erstmal acht Filme, die ich empfehlen kann, in den kommenden Wochen wird sich hier sicher noch was tun (der Beitrag wird nach jeder Änderung mit dem Hinweis „Update“ wieder oben stehen…).

  1. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
  2. First Reformed
  3. BlacKkKlansmen
  4. Annihilation
  5. Mission: Impossible – Fallout
  6. Leave No Trace
  7. The Death of Stalin
  8. Black Panther
  9. Ataris Reise (Isle of Dogs)

Kurzkritik: Bad Times at the El Royale

Krimi/Komödie, 2018

Regie: Drew Goddard; Darsteller: Jon Hamm, Jeff Bridges, Cynthia Erivo, Dakota Johnson

Worum geht’s?

In einem Hotel auf der Grenze von Kalifornien und Nevada, anno 1969. Das El Royale hat seine besten Tage hinter sich, ein einsamer junger Man schmeisst den Laden. Eines Tages kommen vier Gäste an, wobei nicht so ganz klar ist, was sie eigentlich dahin verschlagen hat: Ein redseliger Staubsaugervertreter (J. Hamm), eine Soulsängerin (Cynthia Erivo), ein alter Priester (J. Bridges) und eine junge Frau mit ‘Fuck You’-Attitude (D. Johnson).

Was soll das?

Spannung und Comedy halten sich in diesem Verwirrspiel mit zahlreichen popkulturellen Anspielungen (insbesondere bei cineastischen Vorbildern, aber auch in Sachen Musik) in etwa die Waage. Für Filmfans gibt es viel zu entdecken, und rein visuell sowie hinsichtlich der Besetzung kann Regisseur Drew Goddard aus dem Vollen schöpfen.

Taucht das was?

Nach dem starken Beginn geht “Bad Times at the El Royale” leider bald die Puste aus. Zwar sind die Backstories der Hauptfiguren insgesamt gelungen, doch mit zu vielen seiner vielversprechenden Ansätzen fängt der Film deutlich zu wenig an. Zum Finale serviert er dann eine wenig überzeugende Wendung, die sich dazu noch kräftig in die Länge zieht. Schade eigentlich.

2/5

Kurzkritik: First Man

Drama, 2018

Regie: Damien Chazelle; Darsteller: Ryan Gosling, Claire Foy, Kyle Chandler

Worum geht’s?

Die Biographie des ‘First Man on the Moon’ schildert nicht nur die Karriere des Astronauten Neil Armstrong, sondern auch seinen persönlichen Werdegang. Und natürlich das ’Space Race” zwischen den USA und der Sowjetunion, in dem die Amerikaner lange wie die Verlierer aussahen…

Was soll das?

“First Man” will ein Stück jüngere Geschichte erlebbar machen, und dabei auch über weniger bekannte (bzw. inzwischen in Vergessenheit geratene) Tatsachen aufklären. Dazu gehören die schwierigen Stationen der Mond-Mission ebenso wie die Proteste der Studenten und Bürgerrechtler gegen die ‘Geldverschwendung im All’. Am Ende wird es dann auch noch mal spektakulär, die Nachstellung der Mondlandung bietet trotz des bekannten Ausgangs ordentlich Suspense.

Taucht das was?

Wer Interesse am Thema hat macht hier sicher nichts falsch. Handwerklich gibt es wenig auszusetzen, auch das Timing stimmt. Die Person Neil Armstrong allerdings bleibt, trotz guter Leistung von Ryan Gosling, wie ich finde eher unscharf.

3/5

Kurzkritik: The Ballad of Buster Scruggs

Western, 2018

Regie: Joel & Ethan Coen; Darsteller: Tim Blake Nelson, Tom Waits, James Franco, Liam Neeson

Worum gehts?

„Buster Scruggs“ ist ein Western und Episodenfilm der Coen-Brüder, eine Mischung aus Drama, Komödie und Musical. Der Film läuft nicht im Kino sondern bei Netflix.

Was soll das?

Die einzelnen Episoden zeigen viele verschiedene Facetten bekannter Western-Motive, vom Revolverhelden über den Goldschürfer, Bankräuber, Marshall, angreifende Indianerhorden, ‚Wagon Trails“ nach Westen und Schausteller auf Wanderschaft. Es entsteht ein Western-Panorama mit vielen Anspielungen und Zitaten, oft geprägt durch die von Coen-typischem Humor durchdrungenen Dialoge.

Taugt das was?

Jein. Die Episoden sind recht wechselhaft in Sachen Thematik und Tempo. Der Anfang setzt einen Ton (ein possenhaftes Musical), von dem der Film immer weiter abweicht. Alle Geschichten haben ihren Reiz, einzelne sind gar großes Kino. Als ganzes aber ist der Film etwas enttäuschend. Ironischerweise ist daran auch Netflix schuld, denn kein Großbildfernseher der Welt kann die beeindruckenden Bilder von „Buster Scruggs“ so eindrucksvoll darstellen, wie eine Kinoleinwand es vermocht hätte…

3/5

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