Kurzkritik: Wonder Woman 1984

Fantasy/Action, 2020

Regie: Patty Jenkins; Darsteller: Gal Gadot, Kristen Wiig, Chris Pine, Pedro Pascal

Worum gehts?
Diana Prince AKA Wonder Woman arbeitet anno 1984 in einem Museum in Washington DC. Dort landet ein mysteriöser Stein, bei dessen Berührung jeder Wunsch in Erfüllung geht. Dianas schüchterne Kollegin Barbara (Wiig) überlässt den Stein dummerweise dem Hochstapler Max Lord (Pascal), der sich direkt daran macht, die Weltherrschaft an sich zu reissen…

Was soll das?
„Wonder Woman 1984“ ist ein ’standalone‘-Film im Comic-Universum von DC. Weder kommen Wonder Womans Kollegen vor (Batman. Aquaman, usw.), noch wird die gemeinsame Story aus „Justice League“ vorangetrieben. Die Hauptfigur und ihre Darstellerin Gal Gadot bekommen also ausgiebig Gelegenheit, ihr Superheldinnen-Profil zu schärfen. Los geht es mit einer Rückblende, in der Diana als junges Mädchen an einem spektakulären Amazonen-Fünfkampf (der teils stark an Takeshis Castle erinnert) teilnimmt.

Taugt das was?
Nicht wirklich. Der Film erzählt eine mächtig bekloppte Geschichte, die zwar für ordentlich Bewegung sorgt, aber ansonsten ziemlich nervt. Wonder Woman selbst muss vor allem mit sich selbst kämpfen, denn auch sie hat sich vom Zauberstein was gewünscht – etwas, oder besser jemanden, den sie eigentlich nicht wieder hergeben will. Das Setting mitten in den 80ern sorgt für den ein oder anderen Lacher, insgesamt zünden aber recht wenige Gags. Die Action ist standesgemäß inszeniert, hat mich aber auch nicht vom Hocker gehauen. Das Finale ist deutlich zu lang, fürchterlich pathetisch und so komplett vorhersehbar, dass es ein bisschen wehtut.

Nachdem man in 2020 quasi komplett auf hirnlose Blockbuster wie diesen verzichten musste, bin ich vielleicht ein bisschen harsch mit meiner Kritik. Bleibt zu hoffen, dass das Superhelden-Genre dieses Jahr in Filmen wie „Black Widow“, „Venom – Let there be Carnage“ oder „The Eternals“ deutlich mehr anbieten kann als „Wonder Woman 1984“.

Wo kann ich das gucken?
In Deutschland ist ein Kinostart geplant, aber aufgrund der Pandemie noch nicht terminiert. In den USA ist er sowohl über Warners Streaming-Angebot HBO Max als auch im Kino zu sehen.

2/5

Kurzkritik: Tenet

Sci-Fi/Action, 2020

Regie: Christopher Nolan; Darsteller: John David Washington, Kenneth Branagh, Robert Pattinson, Elizabeth Debicki

Worum gehts?
Im Fall von „Tenet“ eine klare Fangfrage. In ein paar Sätzen lässt sich das nicht beschreiben, was mich aber nicht davon abhält, es wenigstens zu probieren – ohne massiv zu spoilern Ein Agent bekommt den Auftrag, die Welt zu retten. Vor einer Bedrohung, die sagen wir mal „metaphysischer Natur“ ist. Oder pseudo-physikalischer. Es ist ein bisschen so, als käme ihm die Zukunft entgegen. Codename: „Tenet“. Egal. Jedenfalls muss dieser Agent die Bedrohung erst verstehen lernen, um ihr auf die Schliche kommen zu können. Konkret muss er mit einer indischen Waffenhändlerin und einigen Unterhändlern & (hoffentlich) Verbündeten einen Plan ersinnen, wie der ukrainische Trillionär Sator daran gehindert werden kann, die Welt zu zerstören.

Der Weg dorthin führt über London, die Amalfi-Küste, Oslo, Vietnam, Talinn und Siberien, wo der Gute auf einer Luxusjacht, einem Katamaran, auf halsbrecherischen Autoverfolgungsjagden, in einem vorgetäuschten Terroranschlag auf einen Flughafen und beim Angriff auf eine unterirdische sowjetische Geisterstadt beweisen muss, dass er es drauf hat. Zwischendurch fordert Michael Caine ihn auf, sich einen besseren Schneider zu suchen.

Was soll das?
Christopher Nolan hat einen ultra-coolen und ultra-stylishen Agententhriller gedreht – und den dann quasi als Zeitreisen-Drama direkt geremixed. In der Welt von „Tenet“ ist der Lauf der Welt auf den Kopf gestellt, und im Ergebnis sitzt man oft kopfkratzend da und probiert, sich einen Reim drauf zu machen. Zeitlich gegeneinander laufende Bildelemente (und Figuren) erschweren die Orientierung in den Actionszenen. Das ist Teil des Plans und technisch brilliant gelöst, ermüdet aber auch mächtig. Der maßlos brachiale Soundtrack erlaubt es nur selten, die Dialoge ungestört zu verfolgen, und zwischendurch gibt es immer wieder „Erklärungen“ für die aberwitzigen Phänomene, die es dabei zu bestaunen gibt.

Taugt das was?
Für jeden, der wie ich in Zeiten von Corona das ganz große Kino vermisst hat, ist „Tenet“ einen Blick wert. Nolans Talent für die virtuose Inszenierung von Action springt einem förmlich ins Gesicht (mein Favorit ist gleich die erste Szene in der Oper, die wie ein Bunker aussieht). „Tenet“ reiht sich ein in die allzu kurze Liste teurer Blockbuster, die etwas neues probieren, schon dafür muss man dankbar sein.

Gleichzeitg nervt vieles an dem Film. Der Soundmix ist so bekloppt, dass man alle fünf Sekunden zur Fernbedienung greifen muss und zudem Untertitel braucht, um die Dialoge verfolgen zu können. Das ist einfach nur unnötig. Die Story mit all ihren Kniffen ist mindestens genau so bescheuert wie sie clever ist. Und größere Teile der Handlung bzw. des Szenarios zerbröseln bei genauerem Hinsehen/Nachdenken zu erzählerischer Asche. Oder ergeben erst ganz am Ende einen Sinn, was den angestauten Frust der vorangegangenen zwei Stunden nur bedingt auffangen kann.

Nicht falsch verstehen: der Plot ist sehr akribisch konstruiert, und einige Kniffe machen richtig Spaß. Aber genau das ist eben auch der stärkste Eindruck – nicht die Charaktere treiben den Plot voran, sondern andersrum. Zwar passt das zum insgesamt klinischen und distanzierten Look & Feel von „Tenet“, aber es verhindert auch, dass die Figuren der Handlung ein emotionales Zentrum geben. John David Washington, Kenneth Branagh und Robert Pattinson können trotz dieser Tatsache durchaus überzeugen, einzig Elizabeth Debickis Figur ist so eindimensional, dass es beinahe weh tut.

3/5

Kurzkritik: Bad Boys for Life

Action/Comedy, 2020

Regie: Adil El Arbi, Bilall Falah; Darsteller: Will Smith, Martin Lawrence, Paola Nunez, Vanessa Hudgens

Was soll das?
Späte Fortsetzung der der erfolgreichen Reihe mit Will Smith und Martina Lawrence als ungleiche Cops in Miami. Michael Bay hat auf dem Regiestuhl dem jungen belgischen Regie-Duo Billal und Arbi Platz gemacht.

Worum gehts?
Die Cops Marcus und Mike sind in die Jahre gekommen. Während Mike weiter den harten Kerl mimt, liebäugelt Marcus mit dem vorzeitigen Ruhestand. Doch dann kommt alles anders – Mike wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Ein unbekannter Killer begleicht alte Rechnungen mit Cops, Richtern und Staatsanwälten. Die Spur führt nach Mexiko…

Taugt das was?
Die beiden Stars geben sich hier alle Mühe, und die Chemie zwischen ihnen stimmt noch. „Bad Boys for Life“ wendet sich an die Fans der Vorgängerfilme, bietet den gewohnten Mix aus „hartem“ Copfilm, stylisher Action, und lustigen Sticheleien zwischen Smith und Lawrence. Mehr sollte man hier nicht erwarten. Mir hat es durchaus Spaß gemacht, auch wenn sich die Reihe etwas zu oft in übertriebener (und leicht peinlicher Weise) selbst abfeiert.

3/5

Kurzkritik: 1917

Kriegsdrama, 2019

Regie: Sam Mendes; Darsteller: Dean-Charles Chapman, George MacKay, Benedict Cumberbatch, Colin Firth

Worum gehts?
Zwei Soldaten werden an der Westfront des Ersten Weltkriegs auf eine dringende Mission geschickt. Sie sollen ein Bataillon davor warnen, einen Angriff zu starten, der laut Armeeführung in eine Falle des Feindes und damit in den sicheren Tod führt.

Was soll das?
„1917“ entwirft ein realistisches (und entsprechend grausames) Bild vom Stellungskrieg an der Westfront, und erzählt vor diesem Hintergrund eine Geschichte um den verzweifelten Heldenmut zweier junger Soldaten.

Taugt das was?
Ja. „1917“ ist eine visuell beeindruckende Tour-de-Force, die das Publikum von der ersten Minute an in seinen Bann schlägt. Inszenierung und Darsteller sind absolut überzeugend. Wirklich zu empfehlen ist der Film nur für Freunde des Genres – etwas Neues hat er (und das ist nur bedingt als Kritik zu verstehen) letztlich nicht zu erzählen.

4/5

Kurzkritik: Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers

Sci-Fi/Fantasy, 2019

Regie: J. J. Abrams; Darsteller: Daisy Ridley, Oscar Isaac, John Boyega, Adam Driver

Worum gehts?
Rey, Finn, Poe Demeron und die übrigen Rebellen finden eine letzte Chance, den Aufstieg der Ersten Ordnung zu verhindern. Kylo Ren verfolgt seine eigenen Pläne, in denen Rey eine Schlüsselrolle spielt…

Was soll das?
Mit dem neunten Teil findet die „Star Wars“-Reihe ihren Abschluss, ebenso wie die dritte Trilogie, die Disney 2015 mit „Das Erwachen der Macht“ gestartet hat. Die Produktion des Films war schwierig, Drehbuch und Regisseur wurden ausgetauscht.

Taugt das was?
Nein. Ich bin nie ein großer Fan der Reihe gewesen, aber „Der Aufstieg Skywalkers“ ist insgesamt eine Enttäuschung. Die Dialoge sind so platt, dass sie oft unfreiwillig komisch sind, mit Ausnahme von Rey und Kylo Ren findet keine Figurenentwicklung statt. Die Story ist austauschbar, die Spezialeffekte zwar überzeugend, aber ohne „Wow!“-Faktor. Das Finale selbst darf man wohlwollend als unglücklich oder wenig beeindruckend bezeichnen.

2/5

Sonst noch was [SPOILERS]?
Der größte Fehler, den man bei Walt Disney mit der finalen Trilogie gemacht hat, war sicher, die Filme einzeln anzugehen. Es fehlt eine kohärente Vision. Zwischen dem Fan-Service (durch das Reaktivieren alter Helden) sowie neuen Gimmicks und Figuren ging es munter hin und her. Dem Finale fehlt nun der Mut, sich für eine Richtung zu entscheiden. Die große Feier am Ende von „Der Aufstieg Skywalkers“ zeigt das ganze Ausmaß des Elends. Sie sollte sich nach etwas Großem, kaum mehr für möglich gehaltenen anfühlen – erinnert in ihrer hohlen Fröhlichkeit aber eher an eine Fanta-Werbung, als an die finalen Momente einer der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten.

Kurzkritik: John Wick 3 – Parabellum

Action, 2019

Regie: Chad Stahelski; Darsteller: Keanu Reeves, Halle Berry, Ian McShane, Asia Kate Dillon

Worum gehts?
John Wick steht ohne Verbündete da und ist auf der Flucht. Dass diese ausnahmslos aus blutigen Zweikämpfen besteht überrascht nicht wirklich. Allerdings wird dabei deutlich häufiger als im den Vorgängern mit anderen Waffen aufeinander losgegangen. Die Ereignisse des zweiten Teils haben derweil auch für andere Figuren Konsequenzen, von denen der Film parallel erzählt.

Was soll das?
Erfolg erzwingt Fortsetzung. Und so kommen wir in den Genuss einer Trilogie. Die Formel bleibt dabei gleich – wer an stylischer Gewalt, massig Kopfschüssen und digitalem Blut keine Freude hat, ist hier falsch.

Taugt das was?
Ja. Wer die ersten Teile kennt und mochte, der wird auch den letzten mögen. Insgesamt schafft es „Parabellum“, der Reihe ein würdiges Finale zu bereiten. Auch Keanu Reeves scheint noch Spass dran zu haben, auch wenn seine Figur mehr leiden muss als je zuvor. Es fällt allerdings nach drei Filmen auch ziemlich auf, dass die Gangster-Schattenwelt von “John Wick” schon einen immensen Trash-Faktor besitzt. Mir reicht es dann jetzt auch, weiter muss man diesen Faden wahrlich nicht spinnen…

3/5

Kurzkritik: Shaft

Krimikomödie, 2019

Regie: Tim Story; Darsteller: Samuel L. Jackson, Jesse T. Usher, Richard Roundtree, Alexandra Shipp

Worum gehts?
Der Freund eines schüchternen FBI-Datenanalysten J.J. (Usher) stirbt angeblich an einer Überdosis. Gemeinsam mit Sasha, seiner Flamme aus Kindheitstagen nimmt er die Ermittlungen auf. Und muss bald – weil die Spur ins raue Milieu von Drogendealern in Harlem führt – seinen Vater, Ex-Cop John Shaft, um Hilfe bitten…

Was soll das?
„Shaft“ anno 2019 ist eine Fortsetzung des im Jahre 2000 erschienen Remakes, in dem Sam Jackson die von Richard Roundtree berühmt gemachte Figur des John Shaft verkörperte. Hier sind die beiden nun als Großvater/Vater dabei, als Sohn John Shaft Junior ist Jesse T. Usher neu mit von der Partie.

Taugt das was?

Ja, „Shaft“ ist eine gefällige und kurzwelige Krimikomödie. Die Dialoge sind lustig bis albern, die Story ist bekloppt, aber angemessen. Die Macher sind sichtlich bemüht, den Zeitgeist von #MeToo und politischer Korrektheit mit Humor auf ihre etwas aus der Zeit gefallenen Helden prallen zu lassen. Insgesamt ist das aber alles zu handzahm, um eine echte Message zu haben.

3/5

Kurzkritik: Captain Marvel

Fantasy/Action, 2019

Regie: Anna Boden, Ryan Fleck ; Darsteller: Brie Larson, Samuel L. Jackson, Jude Law, Annette Bening

Worum gehts?
Das Marvel-Universum hat noch ein Ass im Ärmel, dass nun kurz vor dem großen Finale („Endgame“, läuft bereits) gespielt wird. Wie üblich habe ich keine Ahnung, was genau in den Comic-Vorlagen los ist…

Was soll das?
Mit „Captain Marvel“ bringen die Produzenten eine weibliche Superheldin ins Spiel, nach über 20 Filmen wird das wohl auch Zeit. Oder hat Marvel-Schöpfer Stan Lee so wenige Frauen im Portfolio…?

Taugt das was?
Durchaus, auch wenn die Story die Genre-üblichen Schwächen mitbringt. Brie Larson überzeugt darstellerisch, ansonsten ist der Film ein buntes Potpourri aus „Star Wars“ (Laser-Kämpfe und durch Schluchten fliegen), „Terminator 2“ (Zeitreise-Story mit tougher Heldin), „Star Trek“ (Menschen mit Gummimasken) und ähnlichen Elementen. Die Jokes über die 90er (in denen größere Teile der Handlung spielen) sind ziemlich gut. Die vielen Kämpfe mit Energiestrählen fand ich schon vor 10 Jahren lame, aber ohne geht es offenbar nicht…

3/5

Kurzkritik: Cold Pursuit

Thriller/Drama, 2019

Regie: Hans Petter Moland; Darsteller: Liam Neeson, Laura Dern, Tom Bateman

Worum gehts?
Der Sohn eines Schneepflug-Fahrers wird von einem Freund in einen Drogendeal verwickelt, und kommt dabei ums Leben. Doch sein Vater ist nicht einfach ein Schneepflug-Fahrer … sondern Liam Neeson! Und so beginnen sich die Reihen der Schuldigen (ein Drogenboss aus Denver und seine Schergen, dazu die Konkurrenz vom nächsten Indianer-Reservat) sehr bald zu lichten…

Was soll das?
“Cold Pursuit” ist offensichtlich ein Rache-Film. Allerdings einer, der zumindest im Vergleich zu anderen “Liam Neeson hat einen Hals”-Filmen relativ viel Zeit auf die Einführung (und in den meisten Fällen das Ableben) von Nebenfiguren verwendet.

Taugt das was?
Visuell überzeugt das weitgehend, und auch die vielen guten Nebendarsteller sind eine positive Überraschung. Allerdings läuft es schlussendlich auf die bekannte Formel hinaus. Relativ schnell wird klar, dass “Cold Pursuit” nicht wirklich an den psychologischen Aspekten der Story interessiert ist, sondern – trotz des erzählerisch anständigen Niveaus – einen “Liam Neeson hat einen Hals”-Plot für Fans dieses Genres ausgestaltet. Das ist unterhaltsam und wird Fans nicht enttäuschen.

3/5

PS: Keine Ahnung, ob das norwegische Original (vom selben Regisseur) andere Qualitäten hat. Weiss das jemand?

Kurzkritik: Arctic

Abenteuer/Drama, 2018

Regie: Joe Penna ; Darsteller: Mads Mikkelsen, Maria Thelma Smaradottir

Worum gehts?
Nach einem Flugzeug-Unglück wartet ein Mann vergeblich auf seine Rettung aus der arktischen Wildnis. Nach einem erneuten Schicksalsschlag beginnt er eine schier aussichtslose Odyssee in Richtung einer weit entfernten Forschungsstation.

Was soll das?
„Arctic“ ist ein auf das absolute Minimum reduziertes Drama „Mensch gegen Natur“. Die Story ist auf das Wesentliche beschränkt, die Bilder sind nichts für zart besaitete Zuschauer.

Taugt das was?
Ja. Mads Mikkelsen brilliert in der Hauptrolle, vermeidet trotz Dauer-Leiden unnötigen Pathos. Regisseur Penna gelingt es die Schönheit der arktischen Landschaft ohne jeden Kitsch einzufangen. Gegen Ende dreht „Arctic“ die Schraube vielleicht einen Tick zu fest – den fesselnden Gesamteindruck schmälert das aber kaum.

4/5

Kurzkritik: Triple Frontier (Netflix)

Action/Thriller, 2019

Regie: J. C. Chandor; Darsteller: Oscar Isaac, Ben Affleck, Charlie Hunnam, Garett Hedlund, Pedro Pascal

Worum geht’s?
Der frustrierte Garcia, Agent der US-Anti-Drogen-Behörde DEA, erfährt im Einsatz den geheimen Aufenthaltsort eines kolumbianischen Drogenbarons. Zurück in den USA stellt er ein Team aus Ex-Kollegen der Special Forces zusammen. Die Mission wird schnell zur äußerst heiklen Angelegenheit, denn Garcias Plan überrascht nicht nur die Drogengangster…

Was soll das?
„Triple Frontier“ beginnt als Drogenkrimi und wird dann zunehmend zum Abenteuer-Spektakel. Dramatisch konzentriert sich der Film weitgehend auf die Gruppendynamik zwischen den fünf Hauptfiguren.

Taucht das was?
Als Entertainment funktioniert der Film sehr gut. Darsteller, Szenerie, gelungene Schauwerte und jede Menge Bewegung sorgen für Kurzweil. Leider traut sich „Triple Frontier“ an die zugrunde liegenden Motive und Themen (Drogenbekämpfung, Re-Integration von Kriegsveteranen in die Gesellschaft) nur vordergründig heran, und auch auf der dramatischen Ebene sollte man nicht zuviel Tiefgang erwarten.

3/5

Kurzkritik: Aquaman

Action/Fantasy, 2018

Regie: James Wan; Darsteller: Jason Momoa, Amber Heard, Willem Dafoe, Nicole Kidman, Patrick Wilson

Worum gehts?
Der Sohn einer Königin von Atlantis und eines Leuchtturmwächters muss den totalen Krieg zwischen der Menschheit und den Bewohnern von Atlantis verhindern. Nur widerwillig begibt er sich auf die Suche nach dem mächtigen Dreizack, der für seine Mission unerlässlich ist.

Was soll das?
Nach ersten Auftritten in „Justice League“ und „Batman vs Superman“ reicht DC Comics (bzw. Warner als Studio) hier eine Art ‚Origins‘-Story der Figur des Aquaman nach.

Taugt das was?
Nicht wirklich. Zwar bietet der Film einige Schauwerte, und Jason Mamoa ist weiterhin eine gute Besetzung für den schnell etwas albern wirkenden „Aquaman“. Doch mir persönlich war der extrem künstliche Look nichts, der vor allem die Unterwasser-Szenen auszeichnet. Die Story ist ebenfalls eher dämlich (selbst innerhalb des an dämlichen Stories nicht armen Genres), und sorgt auch mal für unfreiwillige Lacher. Das gilt auch für die beiden Haupt-Bösewichte.

2/5

Kurzkritik: Polar

Regie: Jonas Akerlund ; Darsteller: Mads Mikkelsen, Vanessa Hudgens, Katheryn Winnick

Action, 2019

Worum gehts?
Ein amtsmüder Auftragskiller steht kurz vor der Rente. Seine Auftraggeber wollen ihn lieber tot sehen als ihm seine verdiente „Rente“ auszubezahlen.

Was soll das?
Der Versuch von Netflix, auf den Erfolgszug von „John Wick“ und „The Equalizer“ aufzuspringen. Mit Mads Mikkelsen hat man auch einen passenden Hauptdarsteller gefunden.

Taugt das was?
Nein, nix. Die bekloppte Story, die übertriebene Gewalt und auch die Hauptfigur – alles nur ein mieser Abklatsch. Dass „Polar“ schwachsinniger Mist ist war zu erwarten. Leider macht der Film aber auch einfach keinen Spass, weil es schlicht an Ideen fehlt. Und zu lang ist er auch. Negativ-Highlight war für mich der „Bösewicht“ und sein großartiger „Plan“…

2/5

Kurzkritik: Venom

Fantasy, 2018

Regie: Ruben Fleischer; Darsteller: Tom Hardy, Riz Ahmed, Michelle Williams

Worum gehts?

Enthüllungsjournalist Eddie Brock (Hardy) verliert seinen Job, weil er dem schwerreichen Wunderkind & Unternehmer Drake (Ahmed) die falschen Fragen zu seinen Pharma-Experimenten stellt. Kurz darauf kommt Brock in den Laboren von Drake mit der Alien-Kreatur „Venom“ in Berührung– und hat ab sofort Superkräfte. Doch „Venom“ hat seine eigene Agenda, und Brock hat große Mühe, nicht zum reinen menschlichen Wirt zu mutieren…

Was soll das?

„Venom“ stammt aus dem Marvel-Universum, und hatte seinen ersten Auftritt in „Spider Man 3“ aus dem Jahr 2007. Nun bekommt die Figur ihren eigenen Film, der sich (soweit ich das beurteilen kann) noch nicht wirklich tiefer ins Film-Universum der „Avengers“ einsortiert, sondern für sich steht.

Taucht das was?

Nicht wirklich. Gelungene Effekte und anständige Schauspieler sind zwar ein solides Fundament. Doch storytechnisch ist „Venom“ eher unterdurchschnittlich (vorhersehbar und formelhaft), und bezüglich der Atmosphäre ebenso ein Reinfall (seelenloser Hochglanz) wie in Sachen Nebendarsteller (die arme Michelle Williams…). Die ersten Auftritte von Superhelden haben meist ihren ganz eigenen Charme ­– bei „Venom“ habe ich den vergeblich gesucht.

2/5

Kurzkritik: The Meg

Action/Horror, 2018

Regie: Jon Turteltaub; Darsteller: Jason Statham, Bingbing Li, Rainn Wilson

Worum gehts?

Das Team einer Forschungsstation wagt sich in die Tiefen des Ozeans – und trifft dort prompt auf den eigentlich längst ausgestorbenen Riesenhai ‚Megaladon‘. Man holt schnell Jonas Taylor (Statham) zur Hilfe, dem bisher niemand glauben wollte, dass er es auch schon einmal mit dem gefährlichen Ur-Viech zu tun hatte…

Was soll das?

Stoffe wie dieser sind eher was für C-Movies, doch bei „The Meg“ hat man versucht, das Ganze etwas weniger trashig hinzubekommen. Schließlich ist die Story von „Jurassic Park“ ja auch nicht gerade Shakespeare.

Taugt das was?

Ja, der Film beginnt als solider Taucher-Action-Film, bevor es dann langsam in Richtung Horror und gegen Ende auch in den Bereich der Komödie geht. Das funktioniert wegen der passenden Besetzung, aber auch weil die Macher jederzeit wissen, was sie da machen – und was ihr Publikum erwartet.

Sonst noch was?

Hervorragend geeignet für einen verkaterten Samstagabend im Herbst.

3/5

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