Trailer: The Goldfinch

Eine Verfilmung von Donna Tartts „The Secret History“ (am liebsten als HBO-Serie) scheint es wohl eher nicht mehr zu geben. Schade. Immerhin ist nun eine Kino-Adaption von Tartt’s „The Goldfinch“ im Anflug – auch diesen Roman habe ich sehr gern gelesen

Der Trailer für den Film kommt arg pathetisch daher, aber das muss ja nichts heissen (und passt streng genommen durchaus zur Vorlage). Ob im Kino oder zuhause, ansehen werde ich mir den. Zumal mir „Boy A“ von Regisseur John Crowley sehr gut gefallen hat…

Dreierlei mit D – Deadwood, Don Quixote & Domino

The Man Who Killed Don Quixote“ von Terry Gilliam hat Jahrzehnte gebraucht, um den Weg auf die Leinwand zu finden. Mir war er letztlich – trotz der guten Darsteller und der interessanten Story-Idee – einen Tick zu wild und inkohärent. Positiver ausgedrückt wäre der Film sehr fantasievoll…

Den „Deadwood„-Film mochte ich wohl, ohne ihn so feiern zu können wie viele Kritiker. David Milch hat den Fans ein tolles verspätetes Finale geschenkt, aber so ein bisschen habe ich mich doch gefragt, ob es das überhaupt noch gebraucht hat. Klasse hat der Film allemal, und wird auch seinen herrlichen Figuren erneut mehr als gerecht…

Und zu guter letzt hat Brian De Palma mit „Domino“ mal wieder einen Thriller abgeliefert, der zwar mächtig Fahrt aufnimmt und Spannung aufbaut, dabei aber leider nie so richtig glaubwürdig rüberkommt. Für Genre-Fans (wie mir) keine schlechte Wahl.

Kurzkritik: Us

Horror, 2019

Regie: Jordan Peele ; Darsteller: Lupita Nyong’o, Winston Duke, Elisabeth Moss

Worum gehts?
Die vierköpfige Familie Wilson urlaubt in ihrem kalifornischen Sommerhaus. Die Urlaubslaune wird bald getrübt – die Wilson treffen auf unheimliche Doppelgänger von sich, deren Mission zunächste ein Rätsel bleibt…

Was soll das?
„Get Out“-Regisseur Jordan Peele hat mit „Us“ einen temporeichen Horrorfilm geliefert, der über zwei (offensichtlich mit einander verbundene) Zeitstränge eine etwas wirre Story erzählt..

Taugt das was?
Ja, schon wegen der Darsteller (insbesondere Lupita Nyong’o) sowie dem bemerkenswerten Gespür des Regisseurs für gruseligen Situationen und Figuren. Allerdings ist bei „Us“ die Punchline am Ende kein Vergleich zu „Get Out“, weswegen viele Zuschauer ein wenig enttäuscht sein dürften. Immerhin, ich als nicht-Horrorfan wähnte mich gut unterhalten…

3/5

Kurzkritik: Captain Marvel

Fantasy/Action, 2019

Regie: Anna Boden, Ryan Fleck ; Darsteller: Brie Larson, Samuel L. Jackson, Jude Law, Annette Bening

Worum gehts?
Das Marvel-Universum hat noch ein Ass im Ärmel, dass nun kurz vor dem großen Finale („Endgame“, läuft bereits) gespielt wird. Wie üblich habe ich keine Ahnung, was genau in den Comic-Vorlagen los ist…

Was soll das?
Mit „Captain Marvel“ bringen die Produzenten eine weibliche Superheldin ins Spiel, nach über 20 Filmen wird das wohl auch Zeit. Oder hat Marvel-Schöpfer Stan Lee so wenige Frauen im Portfolio…?

Taugt das was?
Durchaus, auch wenn die Story die Genre-üblichen Schwächen mitbringt. Brie Larson überzeugt darstellerisch, ansonsten ist der Film ein buntes Potpourri aus „Star Wars“ (Laser-Kämpfe und durch Schluchten fliegen), „Terminator 2“ (Zeitreise-Story mit tougher Heldin), „Star Trek“ (Menschen mit Gummimasken) und ähnlichen Elementen. Die Jokes über die 90er (in denen größere Teile der Handlung spielen) sind ziemlich gut. Die vielen Kämpfe mit Energiestrählen fand ich schon vor 10 Jahren lame, aber ohne geht es offenbar nicht…

3/5

Kurzkritik: Cold Pursuit

Thriller/Drama, 2019

Regie: Hans Petter Moland; Darsteller: Liam Neeson, Laura Dern, Tom Bateman

Worum gehts?
Der Sohn eines Schneepflug-Fahrers wird von einem Freund in einen Drogendeal verwickelt, und kommt dabei ums Leben. Doch sein Vater ist nicht einfach ein Schneepflug-Fahrer … sondern Liam Neeson! Und so beginnen sich die Reihen der Schuldigen (ein Drogenboss aus Denver und seine Schergen, dazu die Konkurrenz vom nächsten Indianer-Reservat) sehr bald zu lichten…

Was soll das?
“Cold Pursuit” ist offensichtlich ein Rache-Film. Allerdings einer, der zumindest im Vergleich zu anderen “Liam Neeson hat einen Hals”-Filmen relativ viel Zeit auf die Einführung (und in den meisten Fällen das Ableben) von Nebenfiguren verwendet.

Taugt das was?
Visuell überzeugt das weitgehend, und auch die vielen guten Nebendarsteller sind eine positive Überraschung. Allerdings läuft es schlussendlich auf die bekannte Formel hinaus. Relativ schnell wird klar, dass “Cold Pursuit” nicht wirklich an den psychologischen Aspekten der Story interessiert ist, sondern – trotz des erzählerisch anständigen Niveaus – einen “Liam Neeson hat einen Hals”-Plot für Fans dieses Genres ausgestaltet. Das ist unterhaltsam und wird Fans nicht enttäuschen.

3/5

PS: Keine Ahnung, ob das norwegische Original (vom selben Regisseur) andere Qualitäten hat. Weiss das jemand?

Kurzkritik: Arctic

Abenteuer/Drama, 2018

Regie: Joe Penna ; Darsteller: Mads Mikkelsen, Maria Thelma Smaradottir

Worum gehts?
Nach einem Flugzeug-Unglück wartet ein Mann vergeblich auf seine Rettung aus der arktischen Wildnis. Nach einem erneuten Schicksalsschlag beginnt er eine schier aussichtslose Odyssee in Richtung einer weit entfernten Forschungsstation.

Was soll das?
„Arctic“ ist ein auf das absolute Minimum reduziertes Drama „Mensch gegen Natur“. Die Story ist auf das Wesentliche beschränkt, die Bilder sind nichts für zart besaitete Zuschauer.

Taugt das was?
Ja. Mads Mikkelsen brilliert in der Hauptrolle, vermeidet trotz Dauer-Leiden unnötigen Pathos. Regisseur Penna gelingt es die Schönheit der arktischen Landschaft ohne jeden Kitsch einzufangen. Gegen Ende dreht „Arctic“ die Schraube vielleicht einen Tick zu fest – den fesselnden Gesamteindruck schmälert das aber kaum.

4/5

Kurzkritik: Blaze

Musikdrama, 2018

Regie: Ethan Hawke ; Darsteller: Ben Dickey, Alia Shawkat, Charlie Sexton

Worum gehts?
Um das Leben des texanischen Singer-Songerwriters Blaze Foley, von seinen Anfängen als umherziehender Musiker, über die Höhen und Tiefen seiner Karriere bis zu seinem frühen gewaltsamen Tod.

Was soll das?
Der eher als Schaupieler bekannte Regisseur Ethan Hawke erzählt die Story seines Antihelden auf drei parallelen Zeitebenen, die sowohl Details seines Lebens als auch posthume Einflüsse und Legenden thematisieren.

Taugt das was?
Absolut, wenn man mit „Texas Outlaw Musik“ (was man sich wie „Alternative Country/Folk/Blues“ vorstellen kann) etwas anzufangen vermag. In der Hauptrolle stark gespielt, wird „Blaze“ insgesamt vom Ensemble und einer Atmosphäre verkaterter Melancholie getragen – für die nicht zuletzt die starke Musik verantwortlich ist.

4/5


Kurzkritik: Vox Lux

Musikdrama, 2018

Regie: Brady Corbet; Darsteller: Natalie Portman, Jude Law, Raffey Cassidy

Worum geht’s?
In der Folge eines Highschool-Massakers wird die Teenagerin Celeste zum Popstar der Stunde. 15 Jahre später ist Celeste (nun gespielt von N. Portman) immer noch berühmt, doch das Leben im Showgeschäft hat für sie und ihre Familie so seine Schattenseiten gehabt..

Was soll das?
„Vox Lux“ ist kein Hochglanz-Kino, zeichnet den Weg von Celeste und ihrer Schwester Ellie in grimmigen, realistischen Bildern nach, lässt sich Zeit, verwendet hektische Montagen und schwindelig machende Kamerafahrten. Musikalisch verfolgt „Vox Lux“ einen anderen Plan als etwa „A Star Is Born“; hier geht es nicht um parallel vermarktbare Hits, sondern um den ambivalenten Charakter von Popmusik in unserer Gesellschaft.

Taucht das was?
Ja, wenn man sich an der etwas sperrigen Machart und dem großen Sprung in der Handlung nicht stört. Schauspielerisch gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Natalie Portmans Gesang in „Vox Lux“ ist sicher keine Offenbarung – aber eine einzigartige Stimme ist eben auch nicht das, was Celeste als Popstar ausmacht..

4/5

Kurzkritik: A Star Is Born

Musik-Drama, 2018

Regie: Bradley Cooper; Darsteller: Bradley Cooper, Lady Gaga, Sam Elliott

Worum geht’s?
Der depressive, dem Alkohol verfallende Country/Rockstar Jackson entdeckt das Gesangs- und Songwriter-Talent der jungen Ally. Bald landen die Beiden gemeinsam auf einer Bühne – und nicht nur da… Während Abbys Karriere einen steilen Verlauf nimmt verliert sich Jackson in seinen zahlreichen Dämonen, die ihre Beziehung vor eine Zerreißprobe stellen.

Was soll das?
Die Geschichte eines Mentors, der sich in seinen Schützling verliebt, wurde erstmals 1937 verfilmt (damals unter Schauspielern). Schauspieler Bradley Cooper hat den Stoff für sein Regiedebüt modernisiert – mit sich selbst in der Hauptrolle.

Taugt das was?
Jein. „A Star is Born“ hat seine berührenden Momente (den wohl besten und bereits berühmtesten erstaunlich früh), und liefert eine insgesamt authentisch wirkende Schilderung seines Milieus. Doch die ganz große Tiefenschärfe entwickeln die Figuren – trotz unbestreitbarer Chemie zwischen den Cooper und Lady Gaga –  leider nicht. Es bleibt größtenteils bei einer handwerklich gelungenen Nummernrevue, die wohl vor allem Fans der beiden Hauptdarsteller begeistern wird.

3/5

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