Kurzkritik: Deadpool 2

Fantasy/Action, 2018

Regie: David Leitch; Darsteller: Ryan Reynolds, Morena Baccarin, Josh Brolin

Worum gehts?

Deadpool muss ein persönliche Tragödie verarbeiten, und stürzt sich alsbald in die „Arbeit“. Der Plot kreist dann um einen jungen Mutanten auf Rachefeldzug, einen „Terminator“-artigen Robo-Killer aus der Zukunft und ein paar neue Kollegen des Antihelden.

Was soll das?

Wie schon im ersten Teil ist auch die Fortsetzung ein bewusster Bruch mit Superhelden-Konventionen. Es wird mit den Zuschauern geredet, über das eigene Film-Franchise sowie viele weiteren Themen philosophiert, und insgesamt eigentlich nichts sonderlich ernst genommen. Krass brutal und actionreich ist „Deadpool 2“ ebenfalls wieder.

Taugt das was?

Ganz klar ja, für alle die den ersten Teil mochten. Als (Flachwitz-)Komödie funktioniert das alles ziemlich gut, die Action ist gut gemacht. Alle anderen werden sicher ohnehin verzichten. Und die eine Konvention, dass bei Erfolg eine Fortsetzung her muss, mit der wird auch diese Reihe nicht brechen.

3/5

Kurzkritik: First Reformed

Drama, 2017

Regie: Paul Schrader; Darsteller: Ethan Hawke, Amanda Seyfried, Cedric Kyles

Worum gehts?

Ein Pastor (Hawke) hadert mit seiner Vergangenheit, seinem Glauben und der Welt. Die Begegnung mit der schwangeren Mary (Seyfried) und ihrem Ehemann verstärkt seine Zweifel, und führt ihn auf einen überraschenden und radikalen Pfad…

Was soll das?

„First Reformed“ beschäftigt sich mit großer Ernsthaftigkeit mit den Themen Glaube, Hoffnung, Verlust – und der Rolle der Menschen in Gottes Schöpfung. Man muss aber kein Christ (oder überhaupt religiös) sein, um sich von der Geschichte und ihren Figuren geistig und emotional fesseln zu lassen.

Taugt das was?

Absolut. Spartanisch inszeniert (ohne Musik, im alten 4:3 Fernsehformat) vertraut „First Reformed“ auf die Kraft der Story mit ihrem cleveren B-Movie Charme und auf seine wunderbaren Darsteller. Die Rechnung geht auf, Regisseur Schrader gelingt mit diesem eindringlichen Drama einer der besten Filme des Jahres.

5/5

 

Kurzkritik: Avengers – Infinity War

Action/Fantasy, 2018

Regie: Anthony & Joe Russo; Darsteller: Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo

Worum gehts?

Die „Avengers“ sammeln sich für die finale (na ja, nicht finale, eher vorletzte) Schlacht gegen Oberbösewicht Thanos. Der will eine Reihe magischer Steine in seinen Besitz bringen, die ihm zu unendlicher Macht verhelfen.

Was soll das?

Die „Avengers“ und die „Guardians of the Galaxy“ werden hier zusammengeführt, insgesamt tummeln sich knapp drei Dutzend Figuren aus dem Marvel-Universum in diesem Film. Das ganze wird natürlich fortgesetzt (kommenden April), inwiefern der kurz vorher erscheinende Film „Captain Marvel“ hier mit zugehört kann ich nicht sagen…

Taugt das was?

Jein. „Infinity War“ reiht eine Action-Szene an die nächste, für einen richtigen Plot ist keine Zeit. Der Humor immerhin stimmt, sehenswerte Bilder sind auch einige dabei, und viele Figuren machen weiterhin Spaß. Beim schier endlosen Finale kämpfen verschiedene Helden an drei Fronten gleichzeitig, was der Film auch parallel zeigt. Wobei mir mal wieder aufgefallen ist, wie lame ich diese Art von „Showdown“ finde, die bei Marvel allerdings leider zum Standard gehört.

Sonst noch was?

Ich habe mir den Film nur angesehen, weil es so warm war, dass ich meinem Gehirn eine Pause gönnen wollte. Das hat ziemlich gut funktioniert. Wobei ich die fürchterlich abgedroschene und einfallslose Weltbeherrschungs-Story schon ziemlich ärgerlich fand – da hatten einige Vorgängerfilme deutlich mehr zu bieten. Und die große Überraschung am Ende hatte so ein Geschmäckle…als wäre sie nur bedingt ernst gemeint.


2/5

Kurzkritik: Tully

Drama/Comedy, 2018

Regie: Jason Reitman; Darsteller: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass

Worum gehts?

Die dreifache Mutter Marlo (C. Theron) ist in ihrem Alltag heillos überfordert, ihr Mann keine große Hilfe. Da kommt das Angebot ihres Bruders, eine „Night-Nanny“ zu ihrer Entlastung zu sponsern, eigentlich gerade recht – auch wenn Marlo erstmal äußerst skeptisch ist…

Was soll das?

„Tully“ zeigt schonungslos offen und humorvoll, wie anstrengend die Erziehung von kleinen Kindern (in diesem Falle zweier Grundschüler und eines Neugeborenen) für die Mutter ist. Und präsentiert mit der hilfreichen, geduldigen und stets gut gelaunten Nanny Tully (M. Davis) eine Lösung, die fast zu schön ist um wahr zu sein.

Taugt das was?

Ja, der Film kann sowohl in seinen dramatischen als auch in seinen humorvollen Szenen (die nicht selten zusammen fallen) überzeugen. Ob er als weiterführende Beschäftigung mit einem wichtigen Thema unserer Zeit („Wie kann und soll eine moderne Familie aussehen?“) gelten kann, muss jeder Zuschauer für sich entscheiden. Meine Meinung dazu kann ich ohne Spoiler hier nicht kundtun.

4/5

 

Kurzkritik: Siberia

Drama/Thriller, 2018

Regie: Matthew Ross; Darsteller: Keanu Reeves, Ana Ularu, Pascha D. Lychnikoff

Worum gehts?

Der US-Diamantenhändler Lucas (K. Reeves) will in St. Petersburg einen großen Deal abwickeln. Doch sein Verkäufer verschwindet, während seine Käufer ihm Druck machen. Bald findet sich Lucas auf der Suche nach den Edelsteinen in Sibirien wieder, wo er sich in die Besitzerin einer Bar verliebt…

Was soll das?

Formal eher ein Thriller konzentriert sich „Siberia“ sehr auf die ungewöhnliche zentrale Romanze. Die wiederum ist zwar nicht uncharmant anzusehen, leider aber nicht sonderlich glaubwürdig (unter anderem weil Reeves nicht der richtige Leading Man für die Rolle ist).

Taugt das was?

Ja und nein. Der Film macht viel richtig, traut sich etwa an entscheidenden Stellen Konventionen zu umgehen. Auch für Spannung ist gesorgt, weil nie so recht klar ist, wie die Dinge eigentlich genau liegen. Weil sich die Handlung aber nur selten aus sich selbst heraus entwickelt, und Reeves im „John Wick“-Modus hier leider nicht reinpasst, kommt „Siberia“ über den Status einer anständig inszenierten Stilübung nicht hinaus.

3/5

 

Kurzkritik: A Quiet Place

Horror/Drama, 2018

Regie: John Krasinski ; Darsteller: Emily Blunt, John Krasinski

Worum gehts?

Eine außerirdische Spezies hat die Erde heimgesucht. Eine Familie mit drei Kindern kämpft ums überleben, indem sie in der Einsamkeit und Stille ihr Heil sucht – denn die Aliens finden ihre Opfer über Geräusche…

Was soll das?

Post-apokalyptische Horrorstory, in der Schweigen Gold ist, und jedes lautere Geräusch das sichere Ende bedeuten kann. Mit so überschaubaren wie überzeugenden Special-Effects umgesetzt.

Taugt das was?

Ja, wenn man dem Genre und der Formel dahinter etwas abgewinnen kann. „A Quiet Place“ ist atmosphärisch, stark gespielt und spannend. Die „Auflösung“ allerdings scheint mir eher eine Logik-Lücke zu sein (… da geht die Welt erst vor die Hunde bis da einer drauf kommt!?), was das Vergnügen etwas schmälert – an anderen Stellen ist der Film da deutlich cleverer. Trotzdem waren es an einem Sonntagabend 90 gern gesehene und unterhaltsamen Minuten.

3/5 (für Horror-Fans sicher locker eine 4/5)

Kurzkritik: Thoroughbreds (Vollblüter)

Drama, 2017

Regie: Cory Finley; Darsteller: Olivia Cooke, Anya Taylor-Joy, Anton Yelchin

Worum gehts?

Zwei ehemalige Schulfreundinnen aus wohlhabenden Familien treffen sich im College-Alter unter ungewöhnlichen Umständen wieder. Aus den beiden wird langsam ein Team, das sein Schicksal selbst in die Hand nimmt…

Was soll das?

„Thoroughbreds“ ist ein Coming-of-Age Film mit recht speziellen Hauptfiguren. Der Film setzt auf Atmosphäre und Spannung, und entwickelt seine kammerspielartige Handlung geschickt so, dass man sich lange fragt, in welche Richtung sich die Story bewegen wird.

Taugt das was?

Ja, absolut. Die beiden Hauptdarstellerinnen überzeugen, und die immer mitschwingender Ambivalenz bezüglich ihrer Motivationen und Ziele macht den Film spannend. Ich bin nicht sicher, ob der Film eine „Message“ hat – und falls ja, ob ich damit einverstanden bin. Aber  die knapp 90 Minuten haben mich niveauvoll unterhalten.

4/5

Kurzkritik: Gringo

Comedy/Krimi, 2018

Regie: Nash Edgerton; Darsteller: David Oyelowo, Joel Edgerton, Charlize Theron, Amanda Seyfried, Thandie Newton

Worum gehts?

Ein angestellter Geschäftsmann (David Oyelowo) verliert innerhalb weniger Stunden und mit tatkräftiger Unterstützung seiner Vorgesetzten (Theron und Edgerton) komplett die Kontrolle über sein Leben – in dem plötzlich falsche Kidnapper, echte Drogenbosse und einige Zufallsbekanntschaften die Hauptrollen spielen.

Was soll das?

„Gringo“ ist als „Road Comedy“ angelegt, in dem die liebenswerte, glücklose Hauptperson schwere Prüfungen zu bestehen hat. Das äußerst prominente (aber weitgehend verschenkte) Ensemble verspricht dem Film ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit.

Taugt das was?

Nein. „Gringo“ hat so seine Momente und Stärken, doch insgesamt fehlt es dem Geschehen einfach an Substanz und Klasse. Weder die Comedy- noch die Krimi/Thriller-Anteile laufen richtig rund. Aus den vielen Teilen und Ideen wird keine Geschichte aus einem Guss, sondern eine leidlich unterhaltsame Nummernrevue, die man sich ganz wunderbar einfach sparen kann.

2/5

Kurzkritik: Fahrenheit 451

Science-Fiction, 2018

Regie: Ramin Bahrani; Darsteller: Michael B. Jordan, Michael Shannon, Sofia Boutella

Worum gehts?

Die HBO-Verfilmung des berühmten Romans von Ray Bradbury aus dem Jahr 1953 spielt in einer aus heutiger Sicht nicht allzu fernen Zukunft. Da ich das Buch nicht gelesen habe kann ich nicht beurteilen, ob sich der Film darüber hinaus weit von der Vorlage entfernt…

Was soll das?

Die großen Themen des Romans sind aktuell schwer angesagt, die Idee war hier sicher, das ganze in eine zeitgemäße Form zu bringen.

Taugt das was?

Leider nein. Das Szenario erscheint zwar immerhin einigermaßen stimmig. Doch die Handlung und die Figuren in „Fahrenheit 451“ können nicht überzeugen. Vor allem die Wandlung der Hauptfigur vom bücherverbrennenden „Feuerwehrmann“ zum Widerstandskämpfer ist absolut unglaubwürdig. Es bleibt ein gut gemeintes Lehrstück, das weitgehend spannungsfrei und mit holprigen Dialogen seinen Gang geht.

2/5

 

Kurzkritik: Game Night

Comedy/Thriller, 2018

Regie: John Francis Daley, Jonathan Goldstein; Darsteller: Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler

Worum gehts?

Das Ehepaar Max und Annie zelebriert mit ihren Freunden regelmäßige ausschweifende Spieleabende. Als eines Tages Max‘ großer Bruder mit einsteigt und ein „Gesellschaftsspiel“ der besonderen Art organisiert, laufen die Dinge zunehmend aus dem Ruder – was ist noch Spiel, und was ist tödlicher Ernst?

Was soll das?

„Game Night“ schickt seine dem gediegenen Vorstadtleben entstammenden Figuren auf einen Höllenritt durch innerliche und äußerliche Abgründe. Das Publikum ist eingeladen mitzuraten, welche Entwicklungen zum ‚Spiel‘ gehören und welche nicht…

Taugt das was?

Ja, das ganze ist kurzweilig und nicht unwitzig, allerdings auch recht vorhersehbar und formelhaft, insbesondere bezüglich der Figurenzeichnung und -entwicklung. Mehr als Zerstreuung sollte man hier nicht erwarten, echte Spiele-Freunde tun sich vielleicht eher einen Gefallen, wenn sie ihrem Hobby treu bleiben, statt sich die Hollywood-Version davon anzuschauen.

3/5

 

Kurzkritik: Ataris Reise (Isle of Dogs)

Animation/Abenteuer/Comedy, 2018

Regie: Wes Anderson ; Darsteller (Stimmen): Bryan Cranston, Edward Norton, Scarlett Johannson, Bill Murray

Worum gehts?

Japan in naher Zukunft. Der Bürgermeister der Großstadt ‚Megasaki‘ hat alle Hunde wegen grassierender Tierkrankheiten auf eine Insel verbannt, wo sie ein trost- und herrenloses Dasein fristen. Bis ausgerechnet der kleine Neffe des Bürgermeisters verzweifelt versucht seinen geliebten Vierbeiner zu finden – und einige bisher unbekannte Fakten über das ganze Szenario ans Tageslicht kommen.

Was soll das?

Wes Anderson arbeitet hier zum zweiten Mal (nach „The Fantastic Mister Fox“) mit sprechenden Tieren im Stop-Motion-Format. „Ataris Reise“ setzt liebevoll animierte und brüllend komische Tiere in einem dystopischen Setting mit klarer Gesellschaftskritik in Szene. Wie ernst die nun wiederum gemeint ist kann sicher lang und breit debattiert werden.

Taugt das was?

Ja. In hohem Tempo liefert Andersons Film Comedy mit vielen Facetten. Das hohe Tempo mit den vielen Zeitsprüngen wird nicht jedem gefallen, passt jedoch inhaltlich und stilistisch wunderbar. Auf dem Weg zum großen Finale haben sich beim Autor dieser Zeilen durchaus kleinere Ermüdungserscheinungen eingestellt, die das Vergnügen aber nur sehr leicht geschmälert haben.

4/5

 

Kurzkritik: Red Sparrow

Agentendrama, 2018

Regie: Francis Lawrence; Darsteller: Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts

Worum gehts?

Ein Unfall beendet die Ballerina-Karriere der jungen Dominika (J. Lawrence). Auf Betreiben ihres einflussreichen, für den Geheimdienst arbeitenden Onkels Vanya (M. Schoenearts) landet sie im knallharten Agenten-Ausbildungscamp des „Sparrow“-Programms. Ihr erster Auftrag ist die Enttarnung eines hochrangigen russischen Maulwurfs, der von dem US-Agenten Nash (J. Edgerton) geführt wird.

Was soll das?

„Red Sparrow“ ist in weiten Teilen ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel in der Welt der Spionage, der Plot führt von Moskau nach Budapest und London. Im Zentrum des Films steht die Frage nach den wahren Motiven und Loyalitäten der Hauptfiguren. Doch auch die Themen (Geschlechter-)Freiheit und Kontrolle spielen eine entscheidende Rolle – schließlich ist Dominika nicht freiwillig zum „Sparrow“ geworden…

Taugt das was?

Durchaus, vor allem für Freunde des gepflegten Agentenfilms. „Red Sparrow“ ist spannend, meist auf niveauvolle Art unterhaltsam (etwa die starke Parallelmontage gleich zu Beginn), dabei allerdings etwas zu lang geraten. Die Story greift oft auf klassische „Küchenpsychologie“ zurück (insbesondere in den Boot Camp-Szenen), was zuweilen schon in Richtung unfreiwillige Komik geht. Dass in der englischen Originalfassung des Films alle russischen Figuren untereinander Englisch sprechen (mit russischem Akzent) ist eine schlechte Entscheidung der Produzenten, man kommt aber drüber hinweg. Für zarte Gemüter ist das Ganze sicher nichts, neben viel nackter Haut gibt es auch jede Menge brutaler Folterszenen zu sehen.

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Hunger Games“ meets „Mission: Impossible“ meets „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“

4/5

Kurzkritik: Anon

Sci-Fi/Krimi, 2018

Regie: Andrew Niccol; Darsteller: Clive Owen, Amanda Seyfried, Colm Feore

Worum gehts?

In der Welt von „Anon“ findet die Überwachung der Menschen nicht mehr von außen statt, sondern von innen. Jede Sekunde audiovisueller Wahrnehmung (sowohl „live“ als auch Erinnerungen) wird digital aufgezeichnet und steht den Behörden zur Verfügung. Verbrechen sind so gut wie ausgerottet – die Chance, ungestraft davon zu kommen ist zu gering. Doch jemand schafft es, das System zu hacken, ein Mordfall bleibt unaufgeklärt. So muss Polizist Sal (Owen) neue Wege betreten, um das Rätsel zu lösen…

Was soll das?

„Anon“ ist ein Sci-Fi-Drama mit einer sehr eindeutigen Botschaft. Das Szenario ist ganz auf diese abgestimmt, visuell trägt trägt der Film eindeutig die Handschrift von Regisseur Andrew Niccol („Gattaca“, „In Time“).

Taugt das was?

Ja und nein. Weil „Anon“ so eindeutig eine Message verbreiten will und alles darauf ausrichtet, fühlen sich Szenario und Plot eben wie Mittel zum Zweck an – nicht wie eine Geschichte mit innerer Logik. Weil das Ganze aber gut gespielt, optisch sehenswert und kurzweilig inszeniert ist, hat es mir aber trotzdem ausreichend Spaß gemacht, um nicht als Fehlgriff gelten zu müssen.

3/5

Kurzkritik: Babylon Berlin (Staffel 1)

Drama/Krimi, 2017

Von Henk Handloegten, Tom Tykwer, Achim von Borries; Darsteller: Volker Bruch, Liv Lisa Fries, Peter Kurth, Lars Eidinger

Worum gehts?

Berlin in den 1920er Jahren. Ein Kölner Polizist kommt mit einem pikanten Auftrag in die Stadt. Seine Ermittlungen führen ihn bald mitten in die Unterwelt und in ein Netz von politischen Verstrickungen und tödlichen Rivalitäten..

Was soll das?

Die aufwändig produzierte Serie bietet „historical fiction“ mit dem Anspruch, sowohl zu unterhalten als auch eine politisch und kulturell äußerst spannende Ära zu portraitieren.

Taugt das was?

Ja, „Babylon Berlin“ kann sowohl visuell, produktionstechnisch als auch darstellerisch überzeugen. Die Story ist spannend, die Figurenzeichnung gelungen – letztere hätte meiner Meinung nach aber durchaus noch mehr Platz in der Serie einnehmen dürfen.

Wo kann ich das gucken?

Siehe hier.

4/5

Kurzkritik: The Death of Stalin

Komödie, 2018

Regie: Armondo Ianucci; Darsteller: Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Jeffrey Tambor

Worum gehts?

Nach dem Tod Stalins müssen die übrigen Mitglieder des Politbüro entscheiden, wie es in der Sowjetunion weitergehen soll. Es gilt ein Staatsbegräbnis zu organisieren, Stalins Kinder die schlechte Nachricht zu überbringen, und natürlich einen Nachfolger zu finden…

Was soll das?

„The Death of Stalin“ macht aus den dramatischen Tagen nach dem Tod des allmächtigen Alleinherrschers eine satirische Schmierenkomödie. Die Charaktere übertreffen sich in Sachen Bigotterie und Hinterhältigkeit, während „die Politik“ zum Spielball ihrer Machtspiele wird.

Taugt das was?

Tatsächlich ist der Film brüllend komisch, wenn man sich erstmal an das etwas ungewöhnliche ‚Format‘ gewöhnt hat. Die pointierten Dialoge und das hohe Tempo sorgen für gelungene Unterhaltung – ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen sollte man allerdings schon mitbringen.

4/5

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