Kurzkritik: Babylon Berlin (Staffel 1)

Drama/Krimi, 2017

Von Henk Handloegten, Tom Tykwer, Achim von Borries; Darsteller: Volker Bruch, Liv Lisa Fries, Peter Kurth, Lars Eidinger

Worum gehts?

Berlin in den 1920er Jahren. Ein Kölner Polizist kommt mit einem pikanten Auftrag in die Stadt. Seine Ermittlungen führen ihn bald mitten in die Unterwelt und in ein Netz von politischen Verstrickungen und tödlichen Rivalitäten..

Was soll das?

Die aufwändig produzierte Serie bietet „historical fiction“ mit dem Anspruch, sowohl zu unterhalten als auch eine politisch und kulturell äußerst spannende Ära zu portraitieren.

Taugt das was?

Ja, „Babylon Berlin“ kann sowohl visuell, produktionstechnisch als auch darstellerisch überzeugen. Die Story ist spannend, die Figurenzeichnung gelungen – letztere hätte meiner Meinung nach aber durchaus noch mehr Platz in der Serie einnehmen dürfen.

Wo kann ich das gucken?

Siehe hier.

4/5

Kurzkritik: The Death of Stalin

Komödie, 2018

Regie: Armondo Ianucci; Darsteller: Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Jeffrey Tambor

Worum gehts?

Nach dem Tod Stalins müssen die übrigen Mitglieder des Politbüro entscheiden, wie es in der Sowjetunion weitergehen soll. Es gilt ein Staatsbegräbnis zu organisieren, Stalins Kinder die schlechte Nachricht zu überbringen, und natürlich einen Nachfolger zu finden…

Was soll das?

„The Death of Stalin“ macht aus den dramatischen Tagen nach dem Tod des allmächtigen Alleinherrschers eine satirische Schmierenkomödie. Die Charaktere übertreffen sich in Sachen Bigotterie und Hinterhältigkeit, während „die Politik“ zum Spielball ihrer Machtspiele wird.

Taugt das was?

Tatsächlich ist der Film brüllend komisch, wenn man sich erstmal an das etwas ungewöhnliche ‚Format‘ gewöhnt hat. Die pointierten Dialoge und das hohe Tempo sorgen für gelungene Unterhaltung – ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen sollte man allerdings schon mitbringen.

4/5

Kurzkritik: Lucky

Drama/Comedy, 2017

Regie: John Caroll Lynch; Darsteller: Harry Dean Stanton, James Darren, David Lynch, Ron Livingston

Worum gehts?

Lucky ist 90 Jahre alt und lebt in einem kleinen Kaff am Rande der Wüste, irgendwo im Westen der USA. Sein Alltag ist eine Routine aus Zigaretten, Fernsehen, Joga-Übungen, Einkäufen und Besuchen des örtlichen Diners sowie der Bar.

Was soll das?

Dabei sein ist alles. „Lucky“ hat keinen Plot (auch wenn einige Dinge passieren in den knapp 90 Minuten Laufzeit), sondern folgt einfach seiner Hauptfigur auf Schritt und Tritt. Lucky ist alt und allein, aber nicht senil und einsam. Er hat eigentlich alles gesehen im Leben, ist aber weiter an seinem Umfeld interessiert. Und er lebt zwar gerne, kann sich aber so langsam auch eine Welt ohne sein Zutun vorstellen…

Taugt das was?

Ja. Der Film lohnt sich allein schon wegen David Lynch als kauzigem Nachbarn, der eine schlichtweg wunderbare Theorie zum Verschwinden seines Haustiers (einer Schildkröte) präsentiert. „Lucky“ ist ein kleiner Film, in dem es vordergründig um nichts geht. Auf seine knuffige, unprätentiöse Art hat der Film durchaus einiges zu sagen. Harry Dean Stanton – zum Zeitpunkt des Drehs tatsächlich 90 Jahre alt – kennt man aus -zig Filmen in Nebenrollen (seine bekannteste Hauptrolle spielte er in Wim Wenders’ “Paris, Texas”), ist hier sicher in “seiner letzten großen Rolle” zu sehen. Und was für eine coole Rolle das ist…

 

4/5

 

Kurzkritik: Molly’s Game

Drama/Thriller, 2018

Regie: Aaron Sorkin; Darsteller: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Sera

[Trailer (EN) bei IMDB.com]

Worum gehts?

Als ihre Sportler-Karriere wegen einer schweren Verletzung ein jähes Ende findet, geniesst Molly Bloom (J. Chastain) erstmal das Leben in Los Angeles. Dort arbeitet sie bald für den Veranstalter einer hochkarätigen Pokerrunde mit berühmten Schauspielern – ihr Einstieg in eine Welt, in der sie entschieden ihren Aufstieg zum Reichtum beginnt.

Was soll das?

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten. Gleich zu Beginn sucht Molly einen Anwalt (I. Elba) auf, weil das FBI ihre Verbindungen zu Figuren der Unterwelt untersucht. So erzählt „Molly’s Game“ dann in großen Teilen per Rückblenden Mollys Werdegang, während in der Gegenwart der Prozess in vollem Gange ist.

Taugt das was?

Erfreulicherweise ja. Der Film ist unterhaltsam, witzig, spannend und hervorragend gespielt. Neben Hauptdarstellerin Jessica Chastain kann vor allem das Drehbuch mit dem richtigen Gespür für die Figuren und starken Dialogen punkten. Eine nicht unerhebliche Portion Hollywood-Pathos ist vorhanden, aber wohl dosiert. Und auch dass „Molly’s Game“ einen Tick zu lang geraten ist lässt sich locker verschmerzen.

4/5

Kurzkritik: Hap & Leonard (Staffel 3)

Krimi/Drama, 2018

Showrunners: Nick Damici, Jim Mickle ; Darsteller: Michael Kenneth Williams, James Purefoy, Tiffany Mack

Worum gehts?

Die aus der vorigen Staffel bekannte schöne Anwältin Florida verschwindet, ausgerechnet in der Kleinstadt Grovetown, die einen Ruf als KKK-Hochburg hat. Hap & Leonard machen sich auf die Suche, die Spur führt von einer verschollen geglaubten Blues-Aufnahme zum lokalen Radio-DJ…und dann immer tiefer in die Abgründe von Grovetown.

Was soll das?

Die dritte Staffel ähnelt der zweiten deutlich mehr als der ersten. Derr Ton ist ernst, aber nicht gänzlich hoffnungslos – die zwei namensgebenden Haudegen lassen sich ja bekanntlich sowieso von nichts und niemandem unterkriegen, und sind nie um einen guten Spruch verlegen.

Taugt das was?

Ja, die Serie hält ihr Niveau und kann erneut überzeugen. Ich bin allerdings mal gespannt, ob die Show – sofern es weitergeht – noch einmal frische Impulse setzen kann. Sonst läuft sie Gefahr es sich in ihrer (absoluten bemerkenswerten) Nische allzu bequem zu machen.

Wo kann ich das gucken?

Aktuell nur bei Amazon Prime Video.

4/5

Kurzkritik: Altered Carbon (Serie)

Science Fiction, 2018

Creator: Laeta Kalogridis; Darsteller: Joel Kinnaman, James Purefoy, Martha Higareda, Dichen Lachman

Worum gehts?

In der Zukunft von „Altered Carbon“ sind die Menschen unsterblich geworden. Allerdings nur die reichsten unter ihnen, die munter von einer menschlichen „Hülle“ in die nächste steigen. Als einer der reichsten der Reichen beinahe ermordet wird heuert dieser einen besonderen Ermittler an – den ehemaligen Elite-Cop und aktuellen Gefängnis-Insassen Kovacs, der dafür aus dem Dämmerschlaf geweckt und in einen neuen Körper transferiert wird.

Was soll das?

Das ist mal wieder eine gute Frage. Die Serie hat eine Menge Themen und Motive, in erster Linie den „Fluch“ der Unsterblichkeit und die grundsätzliche Frage, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Der Krimi-Plot ist nur ein Aufhänger, der das Publikum immer tiefer in die Dystopie der Serie und die geschichtlichen Hintergründe ihrer Entstehung führt.

Taugt das was?

Mein Geschmack war es nicht wirklich. „Altered Carbon“ schafft es, gleichzeitig zu viel und zu wenig anzubieten. Der Plot bewegt sich sprunghaft, auch die Figurenentwicklung kann nicht überzeugen. In der Hauptrolle schien mir Joel Kinnaman (der in „The Killing“ absolut großartig war) eher eine Fehlbesetzung zu sein. Ohne echtes Interesse für die Charaktere wird das Ganze dann zu einer temporeichen und stylischen, aber auch ermüdenden Angelegenheit.

Wo kann ich das gucken?

Aktuell nur bei Netflix.

3/5

Kurzkritik: American Crime Story – The Assassination of Gianni Versace (Serie)

Drama, 2018

Showrunner: Tom Rob Smith; Darsteller: Darren Criss, Edgar Ramirez, Ricky Martin, Penelope Cruz

Worum gehts?

Der Name sagt es eigentlich. Wobei mir nicht wirklich klar war, wer Gianni Versace anno 1997 in Miami Beach umgebracht hat, und welche Story sich hinter der Aufklärung des Falles verbirgt.

Was soll das?

Die zweite Staffel „American Crime Story“ ist weniger Gesellschaftsporträt als die erste, und insgesamt mehr das Psychogramm eines Killers als ein Krimi. Geschickt hebt sich der Film die Backstory seiner Hauptfiguren für den Mittelteil auf, und baut so Spannung auf zwischen dem Beginn (der Ermordung Versaces) und dem Finale (der Jagd der Behörden auf den Täter, Andrew Cunanan).

Taugt das was?

Die größte Qualität der Serie (bzw. dieser Staffel) sind die großartigen Darsteller, allen voran Darren Criss als langsam vom Sonderbaren ins Psychopathische verwandelnde Andrew Cunanan. Aber auch visuell und erzählerisch überzeugt „American Crime Story“.

Wo kann ich das gucken?

Kann man z. B. hier prüfen.

4/5

Kurzkritik: You Were Never Really Here

Drama/Thriller, 2018

Regie: Lynne Ramsay; Darsteller: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, John Doman

Worum gehts?

Der traumatisierte ehemaliger Soldat und FBI-Agent Joe (J. Phoenix) verdient sein Geld mit dem Aufspüren verschwundener Kids/Teenager – und dem „Bestrafen“ ihrer Peiniger. Sein aktueller Auftrag hat Verbindungen ins politische Milieu und läuft bald übel aus dem Ruder…

Was soll das?

„You Were Never Really Here“ ist eher Psychogramm als klassischer Krimi. Das in meditativem Tempo voranschreitende Erzähltempo wird von zahlreichen Rückblenden (die Joes Vergangheit zeigen, ohne sie je wirklich aufzuklären) unterbrochen, sowie von einzelnen Szenen sehr drastischer Brutalität.

Taugt das was?

Jep. Man muss alerdings schon ein Faible für das Independent-Kino mitbringen, denn der Film gibt sich nicht im Ansatz Mühe ein breites Publikum zufrieden zu stellen. Auch Vergleiche mit „Drive“ sind daher nur bedingt zutreffend, denn dessen Coolness fehlt hier (abgesehen vom Soundtrack).

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Taxi Driver“ meets „Spartan“ meets „The Indian Runner“

4/5

 

Kurzkritik: Wonder Wheel

Drama, 2017

Regie: Woody Allen; Darsteller: Kate Winslet, Juno Temple, Justin Timberlake

Worum gehts?

In den 50er Jahren am Strand und Vergnügungspark von Coney Island, New York City, kreuzen sich die Wege der unglücklichen Ehefrau eines Karussellbetreibers, eines jungen Bademeisters und einer abtrünnigen Gangsterbraut.

Was soll das?

Eine tragikomische Dreiecks-Geschichte, die ganz auf die prominenten Darsteller, das pittoreske Setting und Woody Allens Dialoge setzt.

Taugt das was?

Nope. Zwar ist „Wonder Wheel“ gut gespielt und bietet schicke Bilder, doch Figuren, Handlung und Erzählweise sind alles andere als aufregend. Weder dramatisch noch komödiantisch erreicht Allen hier auch nur sein Durchschnittsniveau.

2/5

Kurzkritik: Mute

Drama/Sci-Fi, 2018

Regie: Duncan Jones ; Darsteller: Alexander Skarsgard, Paul Rudd, Justin Theroux

Worum gehts?

Wenn ich das wüsste. Szenario und Story bei „Mute“ sind recht verworren und schwer zu erklären. Irgendwann in naher Zukunft sucht ein stummer Barkeeper namens Leo (Skarsgard) nach seiner verschwundenen Freundin und Kollegin. Ihr Verschwinden hängt scheinbar mit einigen krummen Geschäften zusammen, die in dem Club, in dem beide arbeiten, getätigt werden. Außerdem sind da noch zwei amerikanische Ärzte (Rudd und Theroux), deren Spuren der Film quasi parallel verfolgt.

Was soll das?

Irgendwo in dem Setting und der Handlung von „Mute“ waren sicher mal ein paar gute Ideen drin, aus denen man einen stimmigen, spannenden Sci-Fi-Neo-Noir hätte machen können. Warum genau die Hauptfigur hier aus einer Amish-Familie stammt (und warum diese Religion auf einmal in Berlin zur Normalität gehört, aber eigentlich fast alle Englisch sprechen), was genau es mit der Mischung aus Retro und Futuristik auf sich hat, und warum überhaupt die Welt so ist, wie sie gezeigt wird, das hat sich mir nicht erschlossen…

Taugt das was?

Leider nein. Von der ersten Szene an und bis zum Ende durch ruckelt „Mute“ ungeschickt voran, von den Figuren über die Schauplätze bis zum Plot und der Erzählweise läuft nichts richtig rund. Zwar laufen am Ende einige Fäden zusammen, da stellt sich aber höchstens Erleichterung ein, dass der (überlange) Film endlich vorbei ist. Insgesamt ist das größte Rätsel an der Sache, wie Regisseur Duncan Jones („Moon“, „Source Code“) sich so verzetteln konnte…

2/5

Kurzkritik: Annihilation

Sci-Fi/Drama, 2018

Regie: Alex Garland; Darsteller: Natalie Portman, Oscar Isaac, Tessa Thompson, Jennifer Jason Leigh

Worum gehts?

In einem entlegenen Winkel der USA breitet sich ein mysteriöser und bedrohlicher „Schimmer“ aus. Mehrere Missionen des Militärs in das Gebiet, in dem die Naturgesetze nicht zu gelten scheinen, endeten ergebnislos, bis eines Tages ein Soldat es zurück auf die andere Seite schafft – doch was ist mit ihm passiert?

Was soll das?

„Annihilation“ variiert viele bekannte Motive aus Science-Fiction und Abenteuer (siehe unten), geht dabei mit der Story (in der vier Wissenschaftlerlinnen eine weitere Mission ins Unbekannte starten) einen Weg, der nicht von Maschinengewehren und Testosteron geprägt ist.

Taugt das was?

Ja, der Film ist spannend, stimmungsvoll und visuell sehenswert. Die Handlung hat eine sehr gelungene psychologische Komponente in den Taten und Motiven seiner Hauptfigur(en). Das Ende wird sicher nicht jedem gefallen (und genau so sicher nicht jeden überraschen), aber die Kombination aus Rückblenden, „found footage“ und linearer Handlung bietet immer mindestens niveauvolle Unterhaltung.

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Predator“ meets „Arrival“ meets „Ex Machina“ meets „Jurassic Park“

4/5

Kurzkritik: Downsizing

Sci-Fi/Drama/Komödie, 2018

Regie: Alexander Payne; Darsteller: Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz

Worum gehts?

In einer Welt von „Downsizing“ können sich Menschen schrumpfen lassen (auf ca. 12 cm Körpergröße), um dann in speziellen Miniaturwelten luxuriöse und dabei sehr günstige Existenzen zu führen. Ein zunehmend von finanziellen Problemen geplagtes Ehepaar (Damon & Wiig) entschließt sich zur unumkehrbaren Verwandlung in Mini-Menschen…

Was soll das?

„Downsizing“ ist in erster Linie eine Satire, schon wegen des Szenarios. Die Menschheit als konsumversessene, Unmengen von Müll und Abgasen produzierende Masse, die den Klimawandel nicht aufhalten kann und kein (anderes) Mittel gegen Überbevölkerung findet – das birgt zweifellos Potential…

Taugt das was?

Zwar sind viele interessante Ideen drin, und das Szenario wird einigermaßen plausibel eingeführt. Doch mich hat weder das Setting noch die enttäuschende Story wirklich gefesselt. Zwischen den komischen und tragikomischen Aspekten klafft eine große Lücke, die weder Inszenierung noch Darsteller überzeugend schließen können. Auch die ‚Message‘ des Films überzeugt nicht. Einzelne Teile sind sehenswert (sowohl Sci-Fi-Anteile als auch dramatische und komische), insgesamt aber enttäuscht „Downsizing“ leider.

3/5

Kurzkritik: Lady Bird

Komödie/Drama, 2017

Regie: Greta Gerwig; Darsteller: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts

Worum gehts?

Eine Schülerin mit künstlerischen Ambitionen kämpft sich durch das letzte Jahr in der High School. Mit den Erwartungen ihrer Eltern kämpft sie genau so wie mit ihren Liebes- und Freundschaftsbeziehungen – und nicht zuletzt mit sich selbst..

Was soll das?

Klassisches ‚Coming of Age‘-Drama, das zumindest in Teilen auf den Erlebnissen von Regisseurin und Drehbuchautorin Greta Gerwig („Frances Ha“) basiert.

Taugt das was?

In einem an starken Beiträgen in den letzten Jahren nicht armen Genre muss sich „Lady Bird“ keineswegs verstecken. Der Film überzeugt vor allem durch die glaubwürdige Entwicklung und Darstellung der Hauptfiguren, sowie die angenehm unaufgeregte Inszenierung.

4/5

Kurzkritik: American Crime Story – The People vs O.J. Simpson

Drama, 2016

Darsteller: Sarah Paulson, Courtney B. Vance, Sterling K. Brown, John Travolta, Cuba Gooding, Jr.

Worum gehts?

Um den (ersten) Gerichtsprozess gegen den schwarzen Ex-Footballstar O.J. Simpson wegen Mordes an seiner Ex-Frau und ihrem Partner, der Mitte der 90er zur Mediensensation in den USA wurde.

Was soll das?

„The People vs O.J. Simpson“ befasst sich nicht ernsthaft mit der Schuldfrage, sondern zeichnet die Besonderheiten und den Einfluss des Falls nach. Gleichzeitig gelingt es den Darstellern und dem Drehbuch, die beteiligten Anwälte und Betroffenen als interessante dreidimensionale Charakter zu entwickeln, deren Persönlichkeiten und Motive die Verhandlung geprägt haben.

Taugt das was?

Aber sowas von. Obwohl der Ausgang der Story gemeinhin bekannt ist (oder leicht nachgelesen werden kann) fesselt die Serie durch ihre Haltung zum Geschehen, die vielen faszinierenden Nuancen und erstklassige Darsteller. Ich hoffe, dass auch die zweite Staffel der Reihe (die sich mit der mir deutlich weniger geläufigen Ermordung von Gianni Versace im Jahr 1997 beschäftigt) dieses Niveau halten kann…

Wo kann ich das gucken?

Gute Frage. Hier prüfen.

4/5

Kurzkritik: Black Panther (3D)

Fantasy/Action, 2018

Regie: Ryan Coogler; Darsteller: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong’o, Angela Bassett, Daniel Kaluuya, Martin Freeman

Worum gehts?

Das fiktive Königreich Wakanda ist im Besitz des einzigartigen Metalls Vibranium, das Superkräfte verleiht. Die Stämme des Königreiches leben in einer ‚versteckten Welt‘ im Herzen Afrikas, ihr Anführer ist der König „Black Panther“ – und die Interaktionen von Wakanda mit der Außenwelt beschränken sich auf das nötigste. Bis der frisch gekrönte König (den Marvel-Fans im letzten „Captain America“ schon kennengelernt haben) sich gezwungen sieht, den Verkauf eines gestohlenen Exponats aus Vibranium auf dem Schwarzmarkt zu verhindern und dabei auf Gefahren aus unbekannten Richtungen stösst…

Was soll das?

‚Just another‘ Superhelden-Film aus Marvels „Avengers“-Universum. Allerdings mit der Besonderheit, dass hier Afrika (sowie fast durchweg dunkelhäutige Darsteller, die weissen Helden der Reihe haben Sendepause) im Zentrum der Handlung steht. Was längst normal sein sollte ist de facto nie dagewesen. So kommt „Black Panther“ eine politische Rolle als Statement zu Rassendiskriminierung, Afrika-Bashing und der generellen Unterrepräsentation von nicht-weissen Minderheiten im Actionkino der Gegenwart zu. Gleichzeitig ist die Story unverkennbar ein Kommentar zur Lage und Geschichte Schwarzafrikas.

Taugt das was?

Absolut. Mir haben die ersten knapp 90 Minuten sehr gut gefallen, da stimmen Tempo, Witz und auch die Darstellung Wakandas irgendwo zwischen Utopie, Fantasy und Ethno-Klisches ist gelungen. Während die Story insgesamt stimmig bleibt (wenn auch im Rahmen des üblichen Superhelden-Szenarios) geht das Finale einen allzu vorhersehbaren Weg und reiht deutlich zu lange Actionszene an Actionszene, ohne dass echte Spannung aufkäme. Die Darsteller sind hervorragend, auch visuell kann „Black Panther“ viele Punkte sammeln. Die 3D-Aspekte des Films wiederum sind eher guter Durchschnitt, und damit wie die Technik insgesamt letztlich vernachlässigenswert.

Sonst noch was?

Geht es nur mir so, oder waren in den letzten 10 Jahren die besten Actionszenen immer die zu Beginn oder in der Mitte eines Films? Diese parallel montierten Multi-Showdown von Marvel jedenfalls finde ich immer fürchterlicher…

4/5

 

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