Kurzkritik: Father Mother Sister Brother

Drama/Komödie, 2026

Regie: Jim Jarmusch; Darsteller: Tom Waits, Adam Driver, Cate Blanchett, Charlotte Rampling, Vicky Krieps

Jim Jarmuschs neuester Film könnte auch den Untertitel „Awkward Familiy Conversations“ tragen. In drei Episoden erzählt der Regisseur („Ghost Dog“, „Night on Earth“, „Dead Man“) von Geschwistern, die sich mit entfremdeten Eltern(teilen) auseinandersetzen. Und dabei auch mit sich selbst – in allen drei Episoden ist das Verhältnis untereinander ebenfalls nicht ganz einfach…

Zusammengehalten werden die in News Jersey, Dublin und Paris spielenenden Episoden – neben der Thematik – von ein paar scheinbar willkürlichen Gemeinsamkeiten. Es kommen junge Skateboarder vor, ein englisches Sprichwort, finanzielle Un- oder Halbwahrheiten – und eine Armbanduhr.

In der ersten Episode versprüht Tom Waits beinahe Helge-Schneider-Vibes. Er spielt einen zauseligen Vater, der seinen ziemlich spießig wirkenden Kindern auf der Tasche liegt. In der zweiten ist Charlotte Rampling als erfolgreiche Schriftstellerin und Mutter zweier sehr unterschiedlicher Töchter zu sehen, in der dritten fehlt der Eltern-Part – die Zwillinge Billy und Skye können nur noch ihren Erinnerungen nachgehen.

Jarmusch erzählt in gewohnt lakonischer Art, und setzt voll auf seine Schauspieler und Dialoge. Das Unbehagen der Figuren ist teilweise beinahe körperlich zu spüren – „Father Mother Sister Brother“ ist kein liebevolles Loblied auf das Konstrukt der Familie, enthält aber auch versöhnliche Elemente. Mir haben alle Episoden gefallen, die erste jedoch mit Abstand am Besten (es gibt den schönsten kleinen Twist). Für Jarmusch-Fans der Regisseurs ist der Film also zu empfehlen, der Rest der Welt wird ihn ohnehin – und nicht ganz zu unrecht – ignorieren.

Wo kan ich das gucken?
Hier.

7/10