Kurzkritik: Monsieur Killerstyle

Komödie/Horror, 2019

Regie: Quentin Dupieux; Darsteller: Jean Dujardin, Adele Haenel

Worum gehts?
Georges ist besessen von seiner neu gekauften (in seinen Augen) ultra-stylishen Vintage-Wildlederjacke im Western-Look. Er nimmt sich ein Zimmer auf dem Land, und beginnt einen Amateurfilm über sich selbst zu drehen – denn die Jacke hat einen Auftrag für ihn, den Georges um jeden Preis erfüllen will. Neben einigen Laiendarstellern steht ihm die Barkeeperin und Hobby-Cutterin Denise zur Seite.

Was soll das?
Um zu verstehen, was für eine Art Film „Monsieur Killerstyle“ ist, muss man Quentin Dupieux‘ „Rubber“ (oder wenigstens einen Trailer dazu) gesehen haben. Dort war es ein alter Autoreifen, der Amok lief – hier ist es nun eine Wildlederjacke. Und sie hat – anders als der Killer-Reifen – einen menschlichen Wirt, den sie für ihre Zwecke einspannt. Die Story ist vollkommen abwegig und bemüht sich auch nicht um Erklärungen. Die Dinge sind, wie sie sind, und der Film geht seinen Weg konsequent bis zu Ende.

Taugt das was?
Ja. Allerdings ist es ein schon sehr spezieller Humor, mit dem man hier konfrontiert wird. Jean Dujardin (Oscar-Preisträger für „The Artist“) hat sichtlich Freude an der Rolle des kauzigen Wildlederjackenträgers, der von seinem eigenen Look immer wieder begeistert ist („Scheisse, ist das geil.“). Wer es grotesk und abseitig mag, der sollte sich diese knapp 80 Minuten Trashfest nicht entgehen lassen, alle anderen machen lieber eine großen Bogen um diesen Film. An „Rubber“ kommt der Film vom Spaßfaktor aber nicht heran, daher einen Punkt „Abzug“…

4/5

Nachgeholt: „The Alienist“

„The Alienist“ ist ein solider Beitrag zum beliebten Serienkiller-Genre. Brutal, spannend und gut gespielt kreist die Serie um Daniel Brühl als feinsinnig-verschrobenen Professor der Psychologie, der mit einem erlauchten Kreis von Helfern einen Mörder in New York City anno 1895 zur Strecke bringen will. Für Fans von „From Hell“ oder „The Knick“ auf jeden Fall einen Blick wert, wobei „The Alienist“ leider nicht ganz deren Klasse und Virtuosität mitbringt.

Zu sehen bei Netflix (zwei Staffeln).

Kurzkritik: Ready Or Not (Auf die Plätze, fertig, tot)

Comedy/Horror, 2019

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett ; Darsteller: Samara Weaving, Adam Brody, Andie McDowell, Henry Czerny

Worum gehts?
Alex, Spross einer immens reichen Unternehmerfamilie, und Grace heiraten auf dem herrschaftlichen Anwesen von Alex‘ Eltern. Noch in der Hochzeitsnacht erlebt Grace einen herben Schock. Ein altmodisches Initiierungsritual der Familie stellt sich als tödliche Hetzjagd heraus – und ihre Rolle ist die der Gejagten.

Was soll das?
„Ready Or Not“ ist mehr Komödie als Horrorfilm, nicht nur weil die Splatter-Elemente so grotesk überzogen sind, dass man (wenn man denn kann) einfach drüber lachen muss. Die Story ist ganz offensichtlich nur ein Mittel zum Zweck und taugt dazu einwandfrei. Das Tempo ist hoch, die Dialoge spitz, als heimlicher Hauptdarsteller dient das viktorianische Herrenhaus, in dem fast die komplette Handlung spielt.

Taugt das was?
Jep. „Ready Or Not“ erzählt seine Story mit viel Witz und optischer Opulenz, präsentiert ein halbes Dutzend absolut spleeniger Figuren und hat sichtlich Spaß an seiner überzogenen Story. Letzteres gilt auch für die Darsteller. Hauptdarstellerin Samara Weaving wiederum gelingt es, Grace als Kämpferin wider Willen zu verkörpern, ohne die Figur der Lächerlichkeit preiszugeben. Für Freunde von schwarzhumoriger Horror-Kost eine deutliche Empfehlung.

Wo kann ich das gucken?
Hier.

4/5

Kurzkritik: Joker

Drama/Thriller, 2019

Regie: Todd Phillips; Darsteller: Joaquin Phoenix, Robert de Niro, Zazie Beetz

Worum gehts?
Der einsame, an einer merkwürdigen Lach-Krankheit leidende Arthur Fleck fristet sein Dasein als Gelegenheits-Clown in Gotham City. Die Stadt erlebt schwere Zeiten, Armut, Gewalt und Klassenkampf beherrschen den Alltag. Fleck träumt von einer Karriere als Stand-up Komiker, erleidet aber allerlei herbe Rückschläge an vielen Fronten.

Was soll das?
„Joker“ ist eine – angeblich alleinstehende – ‚Origin-Story‘ aus dem Universum von DC. Wo bzw. ob sich die hier erzählte Version der Figur in den Comic-Vorlagen findet entzieht sich meiner Kenntnis… Ungewöhnlich ist dabei, dass das Warner-Studio eine seiner berühmtesten Figuren mit einem überschaubarem Budget und ohne echten Blockbuster-Appeal ins Rennen schickt. Der Mut wurde an der Kinokasse belohnt.

Taugt das was?
Ja. Hauptdarsteller Joaquin Phoenix und das Drehbuch schaffen es, der Figur ein komplett anderes Profil zu geben, als die vorigen „Joker“ der Filmgeschichte. Es gibt kaum Action und keine Spezialeffekte, dafür einige extrem verstörende Szenen. Auch der Ton ist für eine Comic-Verfilmung ungewöhnlich, liegt irgendwo zwischen Tragikomödie, Satire und Farce. So ganz stimmig finde ich das Ergebnis dieser Mixtur nicht, unter anderem weil einige Schlüsselszenen für mich nicht funktioniert haben. Trotzdem setzt „Joker“ einen sehenswerten Gegenpol zu der end- und sinnlosen Daueraction der allermeisten Comic-Adaptionen.

4/5

Kurzkritik: Parasite

Drama, 2019

Regie: Bong Joon Ho; Darsteller: Kang-ho Song, Sun-kyun Lee, Yeo-jeong Jo

Worum gehts?
Die Wege der in Armut lebenden Familie Kim und der reichen Familie Park kreuzen sich auf bemerkenswerte Art und Weise. Nach und nach erschleichen sich die Kims alle Positionen als Haushaltshelfer, die die Parks zu vergeben haben. Dabei ahnen die vornehmen Parks nicht, dass ihre neuen Angestellten tatsächlich eine Familie sind – und für ihre Positionen zum Teil in keiner Weise ausgebildet sind…

Was soll das?
„Parasite“ beginnt als Gesellschaftsdrama mit komödiantischen Zügen, biegt dann aber scharf in Richtung Satire und Horror ab. Die Kritik an den sozialen Verhältnissen in Südkorea ist dabei auch für Europäer zumindest zum Teil verständlich – auch wenn sicher viele Nuancen und Details verloren gehen.

Taugt das was?
Sehr wohl. „Parasite“ ist spannend, witzig und voller Überraschungen. Über weite Strecken übernimmt in dem Kammerspiel-artigen Szenario das ultra-moderne und luxuriöse Haus der Parks die heimliche Hauptrolle. Das Drehbuch schafft es dabei, die Intensität der herrlich subversiven Handlung sowie der Konflikte kontinuierlich zu steigern, so dass trotz 130 Minuten Laufzeit niemals Langeweile aufkommt.

5/5

Kurzkritik: The Beach Bum

Comedy/Drama, 2019

Regie: Harmony Korine; Darsteller: Matthew McConaughey, Isla Fisher, Snoop Dogg

Worum geht’s?
Moondog (McConaughey) ist ein Freigeist und Poet, mit einer Vorliebe für Frauenklamotten. In wilder Ehe, ohne jegliche Verpflichtungen und finanziell (über seine Ehe) bestens versorgt, genießt er in Key West, Florida ein Leben aus Drogen, Sex und Strandpartys.

Was soll das?
An einem Plot ist „The Beach Bum“ ganz offensichtlich nicht interessiert, der Film setzt auf Stimmungen, Dialoge, traumhafte Bilder und ausgefallene Charaktere. Eine innere Heldenreise gibt es trotzdem, die allerdings nicht weniger chaotisch ausfällt als die Lebensweise der Hauptfigur.

Taucht das was?
Auch wenn es durchaus Spaß macht McConaughey dabei zuzuschauen, wie er sich mit spürbarem Enthusiasmus in der Rolle des Moondog verliert, ist „The Beach Bum“ nur bedingt zu empfehlen. Gerade im Vergleich mit Korines großartigem Generationsporträt-meets-Gangstermärchen „Springbreakers“ fällt auf, dass es dem Film an erzählerischen Ideen mangelt. Jenseits der (absolut sehenswerten) schillernden Oberflächen gibt es nicht sonderlich viel zu entdecken – und so hat man nach 90 Minuten Laufzeit auch längst genug gesehen…

3/5

Kurzkritik: Us

Horror, 2019

Regie: Jordan Peele ; Darsteller: Lupita Nyong’o, Winston Duke, Elisabeth Moss

Worum gehts?
Die vierköpfige Familie Wilson urlaubt in ihrem kalifornischen Sommerhaus. Die Urlaubslaune wird bald getrübt – die Wilson treffen auf unheimliche Doppelgänger von sich, deren Mission zunächste ein Rätsel bleibt…

Was soll das?
„Get Out“-Regisseur Jordan Peele hat mit „Us“ einen temporeichen Horrorfilm geliefert, der über zwei (offensichtlich mit einander verbundene) Zeitstränge eine etwas wirre Story erzählt..

Taugt das was?
Ja, schon wegen der Darsteller (insbesondere Lupita Nyong’o) sowie dem bemerkenswerten Gespür des Regisseurs für gruseligen Situationen und Figuren. Allerdings ist bei „Us“ die Punchline am Ende kein Vergleich zu „Get Out“, weswegen viele Zuschauer ein wenig enttäuscht sein dürften. Immerhin, ich als nicht-Horrorfan wähnte mich gut unterhalten…

3/5

Kurzkritik: Glass

Fantasy, 2019

Regie: M. Night Shyamalan; Darsteller: James McAvoy, Bruce Willis, Sarah Paulson, Samuel L. Jackson

Worum gehts?
Der unkaputtbare David (B. Willis) ist dem schizophrenen „Beast“ Kevin (J. McAvoy) auf der Spur, der vier Teenies entführt hat. Bevor es zum Showdown kommt tritt allerdings in Person der Psychiaterin Dr. Staple (S. Paulson) eine neue Kraft auf den Plan. Und auch Davids Gegenspieler Elijah (S. Jackson) will noch ein Wörtchen mitreden..

Was soll das?
Regisseur M. Night Shyamalan hat nach im Überraschungserfolg „Split“ (2016) eine Verbindung zum ‚Universum‘ seines Erfolgsfilms „Unbreakable“ (2000) hergestellt. In „Glass“ treffen die vermeintlichen Superhelden nun aufeinander…

Taugt das was?
Nicht so richtig. Der Film ist – wie fast immer bei Shyamalan – handwerklich absolut top, atmospärisch dicht und baut in oft sehenswerten Bildern Spannung auf. Plot und Figurenentwicklung können da aber nicht im Ansatz mithalten, und so geht dem Film vor allem nach hinten raus arg die Luft aus. Schade.

2/5

Kurzkritik: BlacKkKlansman

Drama/Comedy, 2018

Regie: Spike Lee; Darsteller: John David Washington, Adam Driver, Topher Grace, Laura Harrier

Worum gehts?

Colorado, Mitte der Siebziger. Der junge schwarze Cop Ron Stallworth (Washington) infiltriert den örtlichen Ku Klux Klan – per Telefon. Um wirklich in die Organisation einzusteigen muss sein weisser Kollege Flip Zimmerman (Driver) ran, der sich als Stallworth ausgibt. Die Klanmitglieder erweisen sich als recht chaotischer Haufen, der allerdings vielleicht einen Anschlag auf die ‚Black Power‘-Bewegung plant…

Was soll das?

Basierend auf wahren (wenn auch kaum zu glaubenden) Begebenheiten entwickelt Spike Lee den Stoff als dramatische Farce, die immer wieder den Bogen in die Gegenwart schlägt.

Taugt das was?

Total. „BlacKkKlansman“ ist ein spannendes Stück Zeitgeschichte mit starken Darstellern, die Mischung aus Drama und Humor gelingt bemerkenswert gut. Einige der längeren Sequenzen (wie der Auftritt des Aktivisten Kwame Toure, oder die Parallelmontage von Klan-Meeting und dem Treffen der ‚Black Students Union‘) sorgen für echte Höhepunkte. Selbiges gilt für Vor- und Abspann, die dem Zuschauer im Gedächtnis bleiben. Insgesamt ist der Film trotzdem einen Tick zu lang geraten.

4/5

Kurzkritik: Mandy

Horror/Thriller, 2018

Regie: Panos Cosmatos; Darsteller: Nicolas Cage, Andrea Riseborough

Worum gehts?

Eine irre Sekte tötet die Frau eines Mannes – der sofort einen blutigen Rachefeldzug startet. Setting des Geschehens sind die Wälder im Westen der USA im Jahre 1983.

Was soll das?

Gute Frage. „Mandy“ ist ein irres, wirres und blutiges Spektakel. Die Mischung aus Mad Max, Filmen von David Cronenberg oder David Lynch, sowie dem „Texas Chainsaw Massacre“ kommt wie ein filmgewordenes Metal-Album der 80er Jahre daher.

Taugt das was?

Durchaus. Wenn Nic Cage eines kann, dann in so einem „over the top“-Szenario glänzen, und das tut er auch. Allerdings muss man schon eine Menge Gefallen an total schrägen Szenen mitbringen, um an „Mandy“ Freude haben zu können. Ich bin etwas unsicher, ob ich in Sachen Hintergrund-Story einiges verpasst habe (es wird viel genuschelt und gezischt im Original), oder ob man sich da selbst seinen Teil denken soll.

Insgesamt sicher eher was für Freunde kruder Horrorfilme oder Fans des unzerstörbaren Nicolas Cage. Mir stand der Sinn nach Kino außerhalb des Mainstreams, und in dieser Hinsicht kann „Mandy“ definitiv ‚überzeugen‘..

3/5

Kurzkritik: You Were Never Really Here

Drama/Thriller, 2018

Regie: Lynne Ramsay; Darsteller: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, John Doman

Worum gehts?

Der traumatisierte ehemaliger Soldat und FBI-Agent Joe (J. Phoenix) verdient sein Geld mit dem Aufspüren verschwundener Kids/Teenager – und dem „Bestrafen“ ihrer Peiniger. Sein aktueller Auftrag hat Verbindungen ins politische Milieu und läuft bald übel aus dem Ruder…

Was soll das?

„You Were Never Really Here“ ist eher Psychogramm als klassischer Krimi. Das in meditativem Tempo voranschreitende Erzähltempo wird von zahlreichen Rückblenden (die Joes Vergangheit zeigen, ohne sie je wirklich aufzuklären) unterbrochen, sowie von einzelnen Szenen sehr drastischer Brutalität.

Taugt das was?

Jep. Man muss alerdings schon ein Faible für das Independent-Kino mitbringen, denn der Film gibt sich nicht im Ansatz Mühe ein breites Publikum zufrieden zu stellen. Auch Vergleiche mit „Drive“ sind daher nur bedingt zutreffend, denn dessen Coolness fehlt hier (abgesehen vom Soundtrack).

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Taxi Driver“ meets „Spartan“ meets „The Indian Runner“

4/5

 

Kurzkritik: Annihilation

Sci-Fi/Drama, 2018

Regie: Alex Garland; Darsteller: Natalie Portman, Oscar Isaac, Tessa Thompson, Jennifer Jason Leigh

Worum gehts?

In einem entlegenen Winkel der USA breitet sich ein mysteriöser und bedrohlicher „Schimmer“ aus. Mehrere Missionen des Militärs in das Gebiet, in dem die Naturgesetze nicht zu gelten scheinen, endeten ergebnislos, bis eines Tages ein Soldat es zurück auf die andere Seite schafft – doch was ist mit ihm passiert?

Was soll das?

„Annihilation“ variiert viele bekannte Motive aus Science-Fiction und Abenteuer (siehe unten), geht dabei mit der Story (in der vier Wissenschaftlerlinnen eine weitere Mission ins Unbekannte starten) einen Weg, der nicht von Maschinengewehren und Testosteron geprägt ist.

Taugt das was?

Ja, der Film ist spannend, stimmungsvoll und visuell sehenswert. Die Handlung hat eine sehr gelungene psychologische Komponente in den Taten und Motiven seiner Hauptfigur(en). Das Ende wird sicher nicht jedem gefallen (und genau so sicher nicht jeden überraschen), aber die Kombination aus Rückblenden, „found footage“ und linearer Handlung bietet immer mindestens niveauvolle Unterhaltung.

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Predator“ meets „Arrival“ meets „Ex Machina“ meets „Jurassic Park“

4/5

Kurzkritik: Downsizing

Sci-Fi/Drama/Komödie, 2018

Regie: Alexander Payne; Darsteller: Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz

Worum gehts?

In einer Welt von „Downsizing“ können sich Menschen schrumpfen lassen (auf ca. 12 cm Körpergröße), um dann in speziellen Miniaturwelten luxuriöse und dabei sehr günstige Existenzen zu führen. Ein zunehmend von finanziellen Problemen geplagtes Ehepaar (Damon & Wiig) entschließt sich zur unumkehrbaren Verwandlung in Mini-Menschen…

Was soll das?

„Downsizing“ ist in erster Linie eine Satire, schon wegen des Szenarios. Die Menschheit als konsumversessene, Unmengen von Müll und Abgasen produzierende Masse, die den Klimawandel nicht aufhalten kann und kein (anderes) Mittel gegen Überbevölkerung findet – das birgt zweifellos Potential…

Taugt das was?

Zwar sind viele interessante Ideen drin, und das Szenario wird einigermaßen plausibel eingeführt. Doch mich hat weder das Setting noch die enttäuschende Story wirklich gefesselt. Zwischen den komischen und tragikomischen Aspekten klafft eine große Lücke, die weder Inszenierung noch Darsteller überzeugend schließen können. Auch die ‚Message‘ des Films überzeugt nicht. Einzelne Teile sind sehenswert (sowohl Sci-Fi-Anteile als auch dramatische und komische), insgesamt aber enttäuscht „Downsizing“ leider.

3/5

Kurzkritik: The Shape of Water

Drama/Fantasy, 2017

Regie: Guillermo del Toro; Darsteller: Sally Hawkins, Michael Shannon, Octavia Spencer, Michael Stuhlbarg, Richard Jenkins

Worum gehts?

Die stumme Putzfrau Elisa trifft in einem Forschungszentrum auf ein vom Militär gefangenes Amphibien-Wesen. Während die Militärs und Wissenschaftler darüber streiten, wie das Forschungsobjekt am besten ausgewertet werden kann, beginnt Elisa dem Geschöpf langsam näher zu kommen.

Was soll das?

„The Shape of Water“ ist ein Märchen für Erwachsene, das Elemente von Liebesdrama, Fantasy und Spionage (das ganze spielt in den USA Anfang der 60er Jahre, mitten im Kalten Krieg) zu einem ungewöhnlichen, aber stimmigen Film verbindet.

Taugt das was?

Ja, „The Shape of Water“ ist handwerklich nahezu perfekt, grandios gespielt (neben Hauptdarstellerin Sally Hawkins hat mir Michael Stuhlbarg am besten gefallen) und mit einigem Mut zur Groteske inszeniert. Zwar ist das definitiv nicht mein Lieblingsgenre, und ich würde dem Film auch nicht unzählige Oscars hinterherschmeissen – aber ansehen wird sich das so ziemlich jeder Filmfreund sicher gerne.

4/5

Kurzkritik: The Killing of a Sacred Deer

Drama/Mystery/Thriller, 2017

Regie: Yorgos Lanthimos; Darsteller: Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan

Worum gehts?

Herzchirurg Steven stellt seiner Frau und den beiden Kindern den ominösen Teenager Martin vor. Was harmlos beginnt nimmt bald eine überraschende Wendung, die mit Stevens Vergangenheit zusammenhängt…

Was soll das?

Je weniger man über „The Killing of a Sacred Deer“ weiss, desto besser. Zwischen Drama, Thriller und Horror entfaltet sich eine faszinierende Geschichte, bei der man hinterher fast zwangsläufig mal nach den zugrunde liegenden Mythen und Geschichten googelt.

Taugt das was?

Der Film lebt – neben den großartigen Darstellern – von seiner Spannung, die zunächst durch Atmosphäre, Stimmung und Setting erzeugt wird, bevor die (hier absichtlich verschwiegenen) Überraschungen der Story dem ganzen einen sehr speziellen Drive geben. Wer als Zuschauer nicht gern während des Films (und auch danach) über die Handlung rätselt, sollte hier lieber Verzicht üben. Alle anderen bekommen stark inszenierte, ungewöhnliche Kost geboten. Durchaus vergleichbar in dieser Hinsicht war zuletzt „Mother!“ (der noch etwas extremer ist), wobei mir dieser Film insgesamt mehr Spass gemacht hat.

4/5

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