Science-Fiction, 2026
Regie: Phil Lord, Christopher Miller; Darsteller: Ryan Gosling, Sandra Hüller, Ken Leung
Basierend auf dem mir unbekannten Bestseller von „The Martian“-Autor Andy Weir erzählt „Project Mail Mary“ vom sich abzeichnenden Ende der Welt. Die Sonne droht zu erlöschen, und damit die Grundlage des Lebens auf der Erde. Die Menschheit entwickelt einen so riskanten wie ambitionierten Plan: eine Mission zu einem Stern, der gegen die Krankeit, die im Universum umgeht, immun zu sein scheint. Das Problem: für die Rückfahrt wird das Raumschiff (die „Hail Mary“) keine Energie mehr haben. Das Ganze ist also eine Selbstmord-Mission…
Wie genau der von Ryan Gosling gespielte Highschool-Physiklehrer (und Molekular-Biologe) da ins Bild passt, und warum er als einziger Teilnehmer der Mission irgendwo im Universum aufwacht und sich fragt, was in Gottes Namen ihn in diese Situation gebracht hat, verrate ich hier einfach mal nicht (auch wenn der Trailer das vermutlich tut).
Der Film ist im Kern die Geschichte des schicksalshaften Aufeinandertreffens von zwei Zivilisationen – oder besser jeweils eines einsamen Vertreters. Weite Teile spielen an Bord ihrer Raumschiffe und verfolgen ihre Bemühungen, sich zu verständigen, um gemeinsam ein Mittel gegen den schleichenden Tod ihrer Sonnen zu finden.
„Project Hail Mary“ ist ein meisterhaft inszeniertes Sci-Fi-Rührstück, dass mit Bravour auf der emotionalen Klaviatur des Publikum spielt. Mein einziger Kritikpunkt ist die unnötige Übertreibung im letzten Drittel, wenn einfach zuviele dramatische Höhepunkte sich gegenseitig an Pathos überbieten. Da wäre weniger einfach mehr gewesen.
Wo kann ich das gucken?
Hier.
SPOILER ALERT
Ob man „Project Hail Mary“ am Ende mag oder nicht, hängt ganz entscheidend davon ab, ob man das Alien akzeptieren kann. Der große Erfolg des Films lässt darauf schließen, dass das überwiegend funktioniert. Und ich kann mich da nur anschließen. Aber machen wir uns nichts vor: „Rocky“ ist optisch eine Mischung aus gigantischer Tarantel und versteinertem Brathühnchen. Ein Gesicht hat er auch nicht. Der Film erweckt ihn durch die feinfühlig inzenierte Interaktion mit Goslings Figur zum Leben – und mit einem passenden Score, der zu jeder Zeit mehr als genug Emotionen transportiert, um den Zuschauern Rockys Innenleben zu verdeutlichen.
Ryan Gosling trägt den Film fast komplett auf eigenen Schultern, und schafft das beinahe mühelos – obwohl ich die psychologische Entwicklung seiner Figur etwas lückenhaft fand. Wie ich höre ist das im Buch ein bisschen besser herausgearbeitet.
Der Film setzt – sicher nicht ganz zufällig – in Zeit globaler Krisen und schlechter Stimmung auf das Prinzip Hoffnung und die Möglichkeit einer besseren Welt. Das ist nicht sonderlich innovativ, aber ging mir trotz der genannten Tendenz zur Übertreibung runter wie Öl.

