Mein Serien-Fahrplan für 2018

Ein so derber Serien-Nerd, dass ich mir tatsächlich einen detaillierten Plan für das Jahr mache, bin ich dann doch nicht. Aber genug Interesse für das, was dieses Jahr so kommen wird, ist doch vorhanden, um einen hier kleinen Beitrag zu schreiben. Wer wissen möchte, welche Show wo aktuell läuft, dem sei die Seite werstreamt.es empfohlen.

Hier und jetzt

Aktuell hole ich „American Crime Story“ Staffel 1 nach, eine großartige Serie – spannend, witzig, stark gespielt und thematisch (O.J. Simpsons Prozess und die Spaltung der US-Gesellschaft) hochinteressant. Vielleicht mache ich direkt mit Staffel 2 (Mord an Gianni Versace) weiter.

Dazu gibt es „The End of the Fucking World“ und „Altered Carbon„, zu beiden Serien kann ich aktuell nur sagen dass ich sie wohl bis zu Ende schauen werde.

Und auch „The Marvelous Mrs. Maisel“ steht gerade auf dem Programm. Die Show macht definitiv Laune, sollte aber (so etwa nach der Hälfte) nun auch langsam Fahrt aufnehmen.

Das Pflichtprogramm

Die dritte Staffel von „Hap & Leonard“ beginnt am 7. März. Angesichts der wunderbaren zweiten Staffel sind die Erwartungen natürlich gestiegen, aber ich habe hier Hoffnung, dass sie nicht enttäuscht werden.

HBO’s neue Prestige-Serie „Westworld“ hat sich über ein Jahr Zeit genommen für Staffel 2, die am 22. April anlaufen wird. Ich will mal glauben, dass das Jahr ‚Pause‘ dafür genutzt wurde, sich genau zu überlegen wohin die Reise gehen soll, und freue mich drauf…

Von den aktuellen Superhelden-Serien verfolge ich nur „Legion„. Staffel 2 läuft am 3. April an, und wird seinen erfrischend anderen Weg hoffentlich weitergehen.

Better Call Saul“ ist bekannt dafür, dass es in gemächlichem Tempo voran geht. Meintwegen kann Staffel 4 (läuft wohl im Frühjahr an) jetzt tatsächlich mal einen Zahn zulegen, ein Vorstoß ins (zeitliche) Territorium von „Breaking Bad“ wäre langsam angebracht.

Mit „Mr. Robot“ hatte ich ja fast schon abgeschlossen, doch die großartige letzte Staffel hat Überzeugungsarbeit geleistet. Auch hier geht es weiter, Staffel 4 wird wohl wie üblich im Herbst anlaufen.

Großes Fernsehen lieferte David Fincher mit dem Serienkiller-Stoff „Mindhunter„, es wird also nicht leicht das Niveau zu halten. Im Herbst werden wir sehen ob es gelingt.

Mit „The Deuce“ verfolgt David Simon („The Wire“, „Treme“) den für ihn typischen Erzählansatz, und entwirft ein ausschweifendes Gesellschaftsporträt der entstehenden New Yorker Hardcore-Szene in den frühen Siebzigern. Staffel 1 hat viele interessante Entwicklungen skizziert, auf deren weitere Ausgestaltung in der kommenden Staffel ich mich sehr freue. Weiter geht es wohl im Spätsommer/Herbst.

Schaun‘ mer mal..

13 Reasons Why“ war absolut sehenswert, aber aus meiner Sicht auch in sich geschlossen – und also vorbei. Nun sind erfolgreiche Serien nur vorbei, wenn die Produzenten das so wollen, Netflix lässt hier Staffel 2 folgen. Wenn ich Gutes höre bin ich vielleicht gewillt reinzuschauen, sicher ist das aber nicht.

Viel Lob bekam letztes Jahr „The Handmaids Tale„, und das durchaus zurecht. So begeistert wie viele Kritiker war ich allerdings nicht. Ob Staffel 2, die am 25. April beginnt, sich lohnen wird, hängt auch davon ab, ob die Autoren in der Lage sind, die Story (deren Romanvorlage auserzählt ist) einen interessanten neuen Dreh zu verleihen…

PS: „Game of Thrones“ werden viele hier erwartet haben, aber die finale Staffel wird erst 2019 ausgestrahlt. Selbiges gilt für die dritte Staffel von „Stranger Things„, bei der ich aber nicht sicher bin ob ich noch mal dabei bin…

Kurzkritik: The Shape of Water

Drama/Fantasy, 2017

Regie: Guillermo del Toro; Darsteller: Sally Hawkins, Michael Shannon, Octavia Spencer, Michael Stuhlbarg, Richard Jenkins

Worum gehts?

Die stumme Putzfrau Elisa trifft in einem Forschungszentrum auf ein vom Militär gefangenes Amphibien-Wesen. Während die Militärs und Wissenschaftler darüber streiten, wie das Forschungsobjekt am besten ausgewertet werden kann, beginnt Elisa dem Geschöpf langsam näher zu kommen.

Was soll das?

„The Shape of Water“ ist ein Märchen für Erwachsene, das Elemente von Liebesdrama, Fantasy und Spionage (das ganze spielt in den USA Anfang der 60er Jahre, mitten im Kalten Krieg) zu einem ungewöhnlichen, aber stimmigen Film verbindet.

Taugt das was?

Ja, „The Shape of Water“ ist handwerklich nahezu perfekt, grandios gespielt (neben Hauptdarstellerin Sally Hawkins hat mir Michael Stuhlbarg am besten gefallen) und mit einigem Mut zur Groteske inszeniert. Zwar ist das definitiv nicht mein Lieblingsgenre, und ich würde dem Film auch nicht unzählige Oscars hinterherschmeissen – aber ansehen wird sich das so ziemlich jeder Filmfreund sicher gerne.

4/5

Kurzkritik: Call Me By Your Name

Drama, 2017

Regie: Luca Guadagnino; Darsteller: Timothee Chalamet, Armie Hammer, Michael Stuhlbarg

Worum gehts?

Irgendwo in Norditalien, Anfang der 80er. Ein Professor und seine Familie nehmen für den Sommer einen Gast-Studenten aus den USA auf.

Was soll das?

„Call Be My Your Name“ ist ein ‚Coming-of-Age‘-Drama mit wunderschönen Bildern.

Taugt das was?

Geht so. Der Film ist deutlich zu lang, das Geschehen ist nicht wirklich mitreißend. Einige starke Szenen am Ende können am fahrigen Gesamteindruck nichts ändern.

3/5

Kurzkritik: Roman J. Israel, Esq

Drama, 2017

Regie: Dan Gilroy; Darsteller: Denzel Washington, Colin Ferrell, Carmen Ejogo

Worum gehts?

Der eigenwillige, idealistische Anwalt Roman J. Israel (Washington) muss sich beruflich neu aufstellen. Ein neuer Arbeitgeber ist bald gefunden, doch Israel tut sich schwer im neuen Umfeld einer Großkanzlei – und begeht einen schweren Fehler…

Was soll das?

„Roman J. Israel, Esq“ ist ein klassische Außenseiter-Story, jedoch mit einigen Brüchen und Besonderheiten. Neben dem persönlichen Drama der Hauptfigur nimmt der Film die im Justizapparat der USA zur Plage gewordenen „Plea Deals“ ins Visier.

Taugt das was?

Gute Frage. Denzel Washington ist großartig, auch Colin Ferrell überzeugt, und der Film hat einige starke Szenen zu bieten. Doch die einzelnen Teile und Motive des Films wollen nicht so recht zueinander passen. Es bleibt ein im positiven Sinne interessanter Film, dem man ein fokussierteres Drehbuch gewünscht hätte.

3/5

 

Kurzkritik: McMafia (Serie)

Thriller/Drama, 2018

Regie: James Watkins ; Darsteller: James Norton, Juliet Rylance, David Strathairn

Worum gehts?

Alex Godman, Sohn russischer Emigranten in London, betreibt einen Investmentfonds. Als dieser in Schieflage gerät holt er sich Rat von seinem Onkel Boris – und hat bald nicht nur Kontakte in die Unterwelt, sondern auch einige neue Verpflichtungen…

Was soll das?

„McMafia“ ist ein Familiendrama, dass im „Milieu“ der multinationalen Verbrechersyndikate spielt. Eine interessante Mischung, der auch die vielen verschiedenen Schauplätze (London, Tel Aviv, Mumbai, Moskau, Prag) geschuldet sind.

Taugt das was?

Auch wenn der Titel krass bescheuert ist: ja. „McMafia“ ist temporeich und mit starken Darstellern inszeniert. Die Story (insbesondere die Entwicklung der Hauptfigur) ist arg überspitzt, dabei aber pointiert und fast immer spannend.

Wo kann ich das sehen?

Amazon Prime

4/5

Kurzkritik: Mosaic (Serie)

Krimi/Drama, 2018

Regie: Steven Soderbergh; Darsteller: Garrett Hedlund, Sharon Stone, Frederick Weller, Jennifer Ferrin

Worum gehts?

Eine bekannte Kinderbuch-Autorin wird in ihrem luxuriösen Anwesen in den Bergen von Utah tot aufgefunden. An Verdächtigen mangelt es nicht, einer von ihne wird schnell verurteilt. Doch dann beginnen zwei Beteiligte, den Fall noch einmal neu aufzurollen…

Was soll das?

Regisseur Soderbergh hat „Mosaic“ als Smartphone-App konzipiert, in der die Nutzer selbst steuern können, welchen Hinweisen und Storylines sie folgen können. Fürs Fernsehen haben Soderbergh und sein Drehbuchautor eine lineare Fassung geschaffen, in der die Reihenfolge vorbestimmt ist.

Taugt das was?

Jawohl. Großartig gespielt, messerscharf beobachtet und geschrieben ist „Mosaic“ eine spannende und unterhaltsame Angelegenheit, den vielen Fährten, Personen und Motiven der Serie zu folgen. Wie bei Soderbergh üblich ist das Ganze eine kühle, analytische Angelegenheit geworden, aber sicherlich keine herzlose.

4/5

Kurzkritik: Justice League

Fantasy/Action, 2017

Regie: Zack Snyder; Darsteller: Gal Gagot, Ben Affleck, Jason Momoa

Worum gehts?

Erster gemeinsamer Weltrettungsauftrag von Batman, Wonder Woman, Aquaman, Flash & Konsorten. Die Story kreis um drei mystische Boxen, die ihrem gemeinsamen Besitzer zur Herrschaft über das Universum verhelfen (oder so ähnlich…).

Was soll das?

Nach Wonder Woman in „Batman vs Superman“ tauchen hier nun auch Aquaman, The Flash (der schon einen Auftritt in „Suicide Squad“ hatte) und weitere Gestalten aus dem DC-Universum auf. Die Show muss weitergehen und der Rubel rollen…

Taugt das was?

Als Popcorn-Spektakel funktioniert „Justice League“ einigermaßen. Der bombastische Pathos von „Batman vs Superman“ ist dem etwas beschwingterem Erzählton von „Wonder Woman“ gewichen. Die Effekte sind state-of-the-art, jedoch ohne größere Wow!-Momente. Von der „großen Überraschung“ des Films mal ganz zu schweigen ist der Film Fließband-Blockbuster-Kino zum vergessen.

2/5

PS: Ich bleibe bei meinee Meinung, dass zuletzt nur noch die ‚ersten‘ Filme von ’neuen‘ Superhelden („Dr. Strange“, „Ant-Man“) irgendwie überzeugen konnten, und hoffe dass „Black Panther“ diese Reihe fortsetzen kann…

Kurzkritik: Suburbicon

Drama/Komödie, 2017

Regie: George Clooney; Darsteller: Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac

Worum gehts?

In der fiktiven 50er-Jahre Kleinstadt „Suburbicon“ erschüttern zwei Ereignisse die heile Welt der Bewohner. Während das erste die Gemeinschaft als Ganzes auf die Probe stellt, sucht das zweite eine (vermeintlich) harmonische Familie

Was soll das?

„Suburbicon“ erzählt eine recht klassische schwarze Komödie der Coen-Brüder (die das Drehbuch geschrieben haben), in der sich ’normale Bürger‘ in der Welt des Verbrechens wiederfinden, vor dem Hintergrund einer sozialkritischen Satire.

Taugt das was?

Leider nur bedingt. Der eine Handlungsstrang erinnert an „Fargo“, jedoch ohne dessen liebevolle Figurenzeichnung. Der andere ist eher ein Szenario als eine Story, kann jedoch weder für sich stehen, noch dem anderen Teil mehr Tiefe oder Witz verleihen. „Suburbicon“ landet einige Treffer in Sachen Gesellschaftskritik, aber so richtig rund ist das Ganze nur im ersten Drittel.

3/5

Kurzkritik: Last Flag Flying

Drama/Komödie, 2017

Regie: Richard Linklater; Darsteller: Bryan Cranston, Steve Carell, Laurence Fishburne

Worum gehts?

Die drei Vietnam-Veteranen Sal (Cranston), Richard (Fishburne) und Larry (Carell), die sich 30 Jahre lang nicht gesehen haben, finden im Jahr 2003 wieder zusammen, um Larrys im Irak gefallen Sohn zu beerdigen.

Was soll das?

„Last Flag Flying“ ist ein Roadmovie, das sich ganz auf seine drei Hauptfiguren konzentriert. Obwohl er ohne eine einzige Kampfszene auskommt ist es doch ein Film über den Krieg, die Rolle und Erfahrungen der Soldaten sowie ihr Verhältnis zum Staat und den Politikern, die für ihre Einsätze verantwortlich sind.

Taugt das was?

Richard Linklaters beste Filme („Boyhood“, „Dazed and Confused“, „Everbody Wants Some!!“) zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Authentizität aus. Leider ist das bei „Last Flag Flying“ nicht der Fall. Trotz der hochkarätigen Besetzung hat man hier nie das Gefühl, echte Figuren miteinander agieren zu sehen.

Sonst noch was?

Bis zu einem gewissen Punkt ist „Last Flag Flying“ ein ‚Antikriegsfilm‘, in dem (durch die Figuren) viel Wut auf die Mächtigen zu spüren ist. Doch so einfach ist die Message des Films dann doch nicht. Auf mich hat die Story (auf die Linklater normalerweise weitgehend verzichtet) insgesamt einen unfokussierten Eindruck gemacht.

3/5

TV-Serie: Ozark (Netflix)

Letzten Sommer ist „Ozark“ an mir vorbei gegangen, nun aber war Platz auf dem Serien-Speiseplan. Die Show dreht sich um einen „Finanzberater“ aus Chicago, der bei der Mafia (deren Geld er wäscht) in Ungnade fällt und mit seiner Familie im Hinterland der ‚Ozark Mountains‘ einen Neuanfang startet.

Einige Vorbilder bzw. Inspirationen sind „Ozark“ auf den ersten Blick anzusehen. Ein bisschen „Breaking Bad“ und „Sopranos“, dazu eine Prise „Weeds“ – doch zum Glück kann die Serie gut auf eigenen Beinen stehen. Das Szenario ist zwar wenig glaubwürdig, doch Handlung und Figuren sind stimmig entwickelt.

Zwischen Drama, Krimi und schwarzer Komödie angesiedelt ist „Ozark“ nicht nur unterhaltsam, sondern bietet auch einige bissige Kommentare zur generellen Lage der Dinge in den USA (und somit der westlichen Welt). In erster Linie aber ist den Machern gelungen, was für Netflix wohl das allerwichtigste ist – die Serie ist spannend und nimmt das Publikum schnell für sich ein.

Kurzkritik: Small Town Crime

Krimi, 2017

Regie: Eshom & Ian Nelms; Darsteller: John Hawkes, Octavia Spencer, Robert Forster

Worum gehts?

Ein Ex-Cop mit Alkoholproblem startet auf eigene Faust Ermittlungen, nachdem er die Leiche einer jungen Frau gefunden hat. Bald ist klar, dass es nicht nur ein Verbrechen aufzuklären gilt…

Was soll das?

Klassisches Independent-Kino zwischen Kleinstadt-Portrait, Außenseiter-Drama und Krimi.

Taugt das was?

„Small Town Crime“ verlässt sich komplett auf seinen Hauptdarsteller John Hawkes, der hier in der Tat groß aufspielt. Auch in den übrigen Rollen gut gespielt, sowie in sehenswerten Bildern inszeniert (gedreht wurde in Utah), bietet der Film eine gut gemachte, allerdings nicht sonderlich aufregende Story.

4/5

Kurzkritik: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Drama/Komödie, 2017

Regie: Martin McDonagh; Darsteller: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell

Worum gehts?

Die Mutter einer ermordeten Teenagerin (Frances McDormand) legt sich mit der örtlichen Polizei (u. a. Woody Harrelson & Sam Rockwell) an, weil die Ermittlungen seit Monaten keine Fortschritte machen. Die Behörde wiederum hat weitgehend mit sich selbst zu kämpfen, und scheint zudem von dem grausamen Mordfall schlicht überfordert.

Was soll das?

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist kein klassisches „Whodunnit“, konzentriert sich statt dessen auf die Handvoll von Figuren, die mit den Folgen des Verbrechens leben müssen. Der Ton ist scharf, in Sachen Humor ebenso wie durch einige dramaturgische Schläge in die Magenkuhle. Virtuos wandelt der Film auf dem schmalen Grat zwischen ernstem Drama und bitterböser Farce über das Hinterland in der Mitte der USA.

Taugt das was?

Oh ja. Timing, Dialoge, Figuren und Schauspieler sind absolut brillant, ebenso das Drehbuch, auch die handwerklichen Qualitäten überzeugen auf ganzer Linie. Über die Auflösung und die ‚Moral von der Geschichte‘ kann man sicher lange debattieren, und einige Story-Details von „Three Billboards…“ (u. a. die Zeichnung und Entwicklung von „Bad Cop“ Dixon, aber auch die ‚falsche Fährte‘ im Mordfall selbst) lassen sich durchaus als Schwächen bezeichnen. Eine fesselnde, witzige und eindringliche Erfahrung, wie sie das Kino viel zu selten bietet, ist er aber trotzdem.

Sonst noch was?

In den USA, wo „Three Billboards…“ gerade für 7 Oscars nominiert wurde, ist eine Debatte (vor allem) über die Darstellung der schwarzen Figuren entbrannt – hier scheint mir aber der Anspruch an den Film, in seiner Darstellung zu 100 Prozent politisch korrekt zu sein, doch arg überzogen…

5/5

Kurzkritik: Mudbound

Drama, 2017

Regie: Dee Rees; Darsteller: Jason Clarke, Garett Hedlund, Mary J. Blige, Carey Mulligan

Worum gehts?

Der Film erzählt die eng miteinander verbundenen Geschichten einer weissen und einer schwarzen Familie im ländlichen Mississippi zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Was soll das?

Das Familiendrama blickt auf Ungleichheit und Rassismus im Süden der USA, wobei besonders der Blick zweier aus dem Krieg zurückgekehrter Soldaten im Fokus steht.

Taugt das was?

Ja, der Film funktioniert als packendes Familiendrama ebenso wie als Gesellschaftskritik und Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte. Mit über zwei Stunden Laufzeit und angesichts der ernsten Thematik ist „Mudbound“ dabei natürlich keine leichte Kost, dafür visuell herausragend und sehr gut gespielt.

4/5

Kurzkritik: Thor – Ragnarok

Fantasy/Action, 2017

Regie: Taika Waititi; Darsteller: Chris Hemsworth, Tom Hiddleston, Cate Blanchett

Worum gehts?

Die „Avengers“ und kein Ende – der dritter „Alleingang“ von Thor tritt an, um an den Kinokassen abzuräumen. Die Story: böse Mächte wollen Asgard (und die ganze Welt) vernichten, Thor und Loki nehmen den Kampf auf.

Was soll das?

„Thor – Ragnarok“ ist ein Superhelden-Spektakel mit starkem Road Movie-Feeling. Aber noch viel mehr ist es eine Komödie. Das ist durchaus logisch, der Spaß-Faktor des Ganzen lässt sich am ehesten hoch halten, zu erzählen hat der Film ohnehin nichts. Und mit Taika Waititi („What We Do in the Shadows„) wurde auch sicher nicht zufällig ein Regisseur verpflichtet, der aus dem Comedy-Genre stammt.

Taugt das was?

Im Rahmen dessen, was man erwarten kann, ist „Thor – Ragnarok“ durchaus ein gelungener Film. Für viele wird aber die Tatsache, dass man außer Blödsinn und Effekten nichts zu erwarten hat, deutlich schwerer wiegen. Aber eine Neuigkeit ist das ja nun auch schon lange nicht mehr.

3/5

Kurzkritik: Hangman

Krimi, 2017

Regie: Johnny Martin; Darsteller: Al Pacino, Brittany Snow, Karl Urban

Worum gehts?

Zwei Cops und eine Reporterin jagen einen Serienkiller, der mit ihnen mit seinen Morden scheinbar irgendwas sagen will…

Was soll das?

Die Macher von „Hangman“ haben alle Zutaten für einen Serienkiller-Film, insbesondere eine fähige Besetzung – aber kein Rezept.

Taugt das was?

Leider gar nicht. Figuren, Setting und Story sind schwach, auch handwerklich (z. B. beim Schnitt/Anschluss) hat der Film Schwächen. Die in diesem Genre ohnehin immer arg strapazierte Glaubwürdigkeit des Geschehens ist hier ein Totalausfall, selbiges gilt auch für die ‚Aufklärung‘ des Falles und das noch zusätzlich hinten dran geklatschte zweite Ende.

Sonst noch was?

Warum Al Pacino hier mitspielt bleibt ein Rätsel. Natürlich werden ihm sicher nicht mehr allzu viele großartige Projekte angeboten…aber ist das ein Grund bei so einem Mist mitzumachen?

1/5

1 2 3 4 5 100