Kurzkritik: Jack Reacher – Never Go Back

Jack Reacher Never Go Back FilmplakatThriller, USA/China 2016

Regie: Edward Zwick; Darsteller: Tom Cruise, Cobie Smulders, Robert Knepper

Tom Cruise spielt den kompromisslosen Ex-Major Jack Reacher hier bereits zum zweiten Mal, baut sich somit quasi ein zweites Action-Franchise neben der deutlich erfolgreicheren (und besseren) „Mission:Impossible“.Reihe auf.

Die Story von „Never Go Back“ führt Reacher zurück in die Army, denn eine befreundete Ex-Kollegin steckt in Schwierigkeiten, die in einer geheimen Mission in Afghanistan ihren Ursprung zu haben scheinen. Flott erzählt und handwerklich solide ist der Film gleichzeitig eine Liebeserklärung an die Armee und ihren Ehrenkodex wie auch eine Kritik am „militärisch-industriellen Komplex“. Die Bösewichter selbst bedienen sich der Armee, kommen aber von außerhalb.

Das Ganze ist ziemlich schnell vorbeiziehende Unterhaltung ohne große Längen. Insgesamt wäre mehr Sorgfalt bei der Entfaltung der Story schön gewesen, doch Regisseur Zwick inszeniert hier routiniert und ohne irgendwelche Gimmicks. Ein schnurgerader Thriller ohne Ecken und Kanten, genießbar aber komplett unnötig.

2/5

Kurzkritik: The Accountant

The Accountant FilmplakatDrama/Thriller, USA 2016

Regie: Gavin O’Connor; Darsteller: Ben Affleck, Anna Kendrick, J.K. Simmons, Jon Bernthal

Aus dem autistischen Jungen Christian wird ein Mathegenie, das sich als Buchhalter für diverse kriminelle Organisationen verdingt. Zudem versiert in Kampfkunst und im Umgang mit Schusswaffen gerät Christian im Laufe des Films ins Fadenkreuz eines ehemaligen Auftraggebers sowie der Behörden.

Glaubwürdigkeit ist ja bekanntlich relativ. „The Accountant“ ist grundsätzlich wenig glaubwürdig, erarbeitet sich aber über die gut erzählte und gespielte Story die nötige Dosis, die es braucht, um das Publikum für seine Geschichte einnehmen zu können. Einfache, aber gekonnt inszenierte Actionsequenzen und von den guten Nebendarstellern getragene dramatische Anteile ergeben ein stimmiges Ganzes. Heraus kommt ein unterhaltsames Thriller-Märchen, das Genre-Freunden gefallen dürfte.

3/5

Filmkritik: Rogue 1 – A Star Wars Story (3D)

Filmplakat: Rogue 1 (Copyright: Disney)Fantasy/Action, USA 2016

Regie: Gareth Edwards; Darsteller: Felicity Jones, Diego Luna, Riz Ahmed, Mads Mikkelsen

Ein großer „Star Wars“-Fan bin ich nie gewesen, das wissen die meisten regelmäßigen Leser dieser Seite. „Rogue 1“ habe ich mir im Kino auch nur angesehen, weil die Gelegenheit günstig war und der klassische „Event-Film“ kurz vor Weihnachten – mit guten Freunden genossen – seit den „Herr der Ringe“-Filmen zum Fest irgendwie dazugehört.

Vom Look & Feel her ist „Rogue 1“ unverkennbar ein Teil des „Star Wars“-Universums. Zeitlich vor der Handlung der originalen Trilogie angesiedelt kreist die Story um eine Gruppe von Rebellen, die die Fertigstellung des ersten Todessterns verhindern wollen.

Im Zentrum steht Jyn Erso, die Tochter der Waffen-Ingenieurs Galen Erso, der vom bösen General Orson Krennic entführt und zum Bau der mächtigen Wunderwaffe gezwungenen wird. Ihr Weg kreuzt sich mit dem eines fahnenflüchtigen Piloten des Imperiums, einem Anführer der Rebellen, einem blinden Jedi und weiteren Gefährten.

Es entwickelt sich ein temporeiches intergalaktisches Road-Movie an zahlreichen Schauplätzen, mit Verfolgungsjagden, neuen Androiden, jeder Menge Stormtrooper und mächtig vielen Schießereien. Damit bedient der Film wohl die Erwartungshaltung der meisten Fans – es fehlen zwar die bekannten Figuren (mit Ausnahme von Darth Vader), doch fast jede Einstellung enthält einen Hinweis darauf, dass „Rogue 1“ ein „Star Wars“-Film ist.

Die Effekte sind wie zu erwarten erstklassig, einige Szenen auch richtig beeindruckend. Doch neu ist an alldem wiederum nichts, und auch mit der 3D-Technik weiss Regisseur Gareth Edwards wenig anzufangen. Ein weiteres Problem ist die sehr einfach gestrickte Story, die es gerade so schafft die vielen Sets, Figuren und Schauplätze zu verbinden – aber eben auch ganz offensichtlich genau nur dafür geschrieben wurde. Einen faden Beigeschmack hat auch das arg überstrapazierte Motiv der jungen Heldin, der das Schicksal den Ruf des Abenteuers schickt – da könnte sich die Reihe an zentraler Stelle langsam wirklich mal was anderes ausdenken.

Zwischen der üblichen „Star Wars“-Folklore von heroischen Außenseitern, fiesen Imperialisten, witzig-exotischen Aliens und beeindruckend animierten Raumschiffen entwickelt der Film keine eigenen Ideen, auch keine eigene Handschrift. Die Figuren sind durchaus gelungen, die Dialoge jedoch eher hölzern und die meisten Jokes zünden nicht sonderlich gut – da ist die Marvel-Konkurrenz aus dem eigenen Hause sehr weit enteilt.

Es reicht im Kino unter dem Strich zwar für gut zwei Stunden anständiges Entertainment, doch die Enttäuschung (selbst bei niedriger Erwartungshaltung) überwiegt deutlich. Wenn Disney mit dem weiteren Ausschlachten der Reihe dauerhaft Erfolg haben will bracht es ein bißchen mehr als handwerklich solide verpackte Ideenlosigkeit in „Star Wars“-Optik.

2/5

VORSICHT – SPOILER
Dass sich der Film traut, quasi die gesamte Riege von Hauptdarstellern am Ende den Heldentod sterben zu lassen, finde ich einerseits erfrischend und mutig. Die Story wird sicher an der Stelle fortgesetzt, aber es müssen neue Figuren her. Andererseits nimmt man sich die Chance aus den Figuren im Laufe der nächsten Filme mehr herauszuholen – womit man freilich hier schon hätte anfangen müssen…

Filmkritik: Die Glorreichen Sieben

The Magnificent Seven 2016Western, USA 2016 (Originaltitel: The Magnificent Seven)

Regie: Antoine Fuqua; Darsteller: Denzel Washington, Chris Pratt, Ethan Hawke, Haley Bennett, Peter Sarsgaard

Fangen wir mal mit den positiven Aspekten dieses ‚zweifachen‘ Remakes (John Sturges Original war seinerseits ein Western-Remake von Kurosawas „Sieben Samurai“) an. „Die Glorreichen Sieben“ sieht stylisch aus, bietet ein beachtliches Darsteller-Ensemble auf und hat trotz gut zwei Stunden Laufzeit keine echten Längen.

Es ist auch schön zu sehen, dass in der ethnischen Zusammensetzung der Hauptfiguren ein Fortschritt zu erkennen ist. Nicht nur führt ein Schwarzer die Truppe an, es kämpfen gar ein Comanche und ein Asiate an seiner Seite. Auch ein Mexikaner ist dabei, was allerdings auch für das Original us dem Jahr 1960 gilt (damals gespielt von Horst Buchholz – diesmal wird die Rolle auch von einem echten Mexikaner gespielt).

Meine Erinnerung an die genaue Handlung der Vorlage ist recht dünn, der Rahmen ist allerding gleich geblieben. Eine von raffgierigen Gewalttätern bedrohte Gemeinde ersucht einen einsamen Revolver-Helden um Hilfe. Dieser formiert eine Truppe von mehr oder minder professionellen Abenteurern, die das Problem mit Waffengewalt lösen sollen.

Auch wenn meine Erinnerung dünn ist, es darf doch als sicher gelten – so ein Gemetzel wie in Antoine Fuquas Film hat es in der Vorlage nicht gegeben. Nicht nur im letzten Akt – einem halbstündigen Mega-Shootout – wird geballert, was das Zeug hält. Der Bodycount ist locker auf einem Level mit den Schwarzenegger- oder Stallone-Filmen der 80er.

Grundsätzlich funktioniert die einfache Story aber sehr gut, die Formel hat sich schließlich nicht umsonst über Jahre bewährt. Der Kampf der tapferen Außenseiter gegen die zahlenmäßig krass überlegenen Bösewichter, die aufrichtige Dankbarkeit der „kleinen Leute“, die ‚Bromance‘ zwischen den Figuren, und nicht zuletzt hier auch der Humor sorgen für einen anständigen Unterhaltungsfaktor.

Was den neuen „Glorreichen Sieben“ fehlt ist letztlich eine echte Daseinsberechtigung. Der Film ist keineswegs schlecht geworden, hat aber keine Qualitäten jenseits des Prädikats „zeitgemäßer Neuverfilmung“ zu bieten. Die Darsteller schlagen sich wacker, doch werden die Figuren hier nicht den Status der von Steve McQueen, Yul Brunner oder Charles Bronson gespielten Vorbilder erreichen. Aber das hat wohl auch keiner im Vorfeld erwartet – weder auf Seiten der Filmschaffenden noch das Publikum.

3/5

Kurzkritik: Suicide Squad (2D)

Suicide Squad FilmplakatFantasy/Action, USA 2016

Regie: David Ayer; Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Viola Davis, Jared Leto

Im Kino habe ich mir „Suicide Squad“ geschenkt, weil ich erstens die Nase weitgehend voll von Superhelden-Gedöns habe und zweitens der Trailer ziemlich mies war. Immerhin passt der Trailer zum kompletten Film, der ist auch ziemlich mies.

Im DC-Universum nach Supermans ‚Tod‘ suchen die Behörden nach Möglichkeiten, zukünftigen Bedrohungen durch „besondere Spezies“ etwas entgegen setzen zu können. Ihre Wahl fällt auf eine Horde einander bis dahin unbekannter Super-Verbrecher (Serienkiller, Brandschätzer, Bankräuber, Verrückte, Mutanten), die bis dahin in getrennten Hochsicherheitszellen verwahrt wurde.

Unter der Führung von der US-Agentin Waller (V. Davis) und dem Vorzeige-Major Flag (Joel Kinnaman) soll der wilde und widerspenstige Haufen eine tausende Jahre alte Hexe und ihren Bruder unschädlich machen. Klingt nicht nur bescheuert, ist es auch. Selbst für das Superhelden-Genre. Und dazu wird das alles recht ungeschickt und verwirrend erzählt.

„Suicide Squad“ ist der mißratene Versuch, aus den gigantischen Erfolgen von „Guardians of the Galaxy“ (und mit Abstrichen auch „Deadpool“) Kapital zu schlagen. Finanziell scheint das sogar zu klappen. Doch für das Publikum ist es eine recht zähe Veranstaltung geworden. Weder zünden die Witze (Ausnahmen bestätigen die Regel), noch beeindrucken die Effekte oder der immerhin etwas mutige trashige Neon-Style.

Die ‚Rückkehr‘ des Jokers (J. Leto) ist auch eher enttäuschend, die Figur hätte – nach Heath Ledgers großartiger Darstellung – noch ein paar Jahre Schonzeit vertragen. Und sie ist hier auch letztlich überflüssig. Die Mitglieder des „Suicide Squad“ sind nicht alle gänzlich daneben, Hailey Quinn (Margot Robbie) etwa macht durchaus Laune, Diablo, Captain Boomerang und Slipknot könnten taugen, wenn man ihren Figuren Platz gegeben hätte. Den bekommt allerdings stattdessen Will Smiths „Deadshot“, der als konventionellste Figur wiederum wenig spannend ist. Zudem spielt Smith hier in erster Linie eine klassische Will-Smith-Figur.

Zum davonlaufen ist der Film nun auch nicht, Schauwerte und Tempo reichen aus, um die zwei Stunden Laufzeit schnell vergehen zu lassen. Unter dem Strich aber ist „Suicide Squad“ ein gutes Beispiel, in welche Richtung dieses millardenschwere Genre besser nicht gehen sollte, wenn die Studios ihre “’Cash Cow“ noch ein paar Jahre länger auszuschlachten gedenken. Und davon gab es dieses Jahr bereits mehr als genug…

2/5

Kurzkritik: Doctor Strange (3D)

Filmplakat Doctor StrangeAction/Fantasy, USA 2016

Regie: Scott Derrickson; Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Tilda Swinton, Rachel McAdams, Mads Mikkelsen

Am Beispiel von „Doctor Strange“, dem neuesten Film aus dem Hause Marvel, kann man sehr gut ablesen, was die Faszination des Superhero-Genres ausmacht. Und auch – ich wette sobald der gute Dr. seinen nächsten Auftritt hat – wo dessen Probleme liegen.

Benedict „Sherlock“ Cumberbatch ist die Rolle des arroganten Chirurgen Stephen Strange geradezu auf den Leib geschrieben, die Besetzung ist eindeutig ein Glücksfall. Nach einem Unfall, der ihn die Feinmotorik seiner Finger kostet, macht sich Strange auf die Suche nach Hilfe – jenseits der von ihm vertretenen Schulmedizin. Die Reise führt ihn nach Kathmandu, wo er bald am eigenen Leib sagenhafte Kräfte und Mächte erlebt.

Die Story ist – trotz der starken metaphysischen Note – im Grunde eine bekannte Heldenreise. Initiierung, Lernphase, Läuterung und schließlich die Geburt des Helden. „Doctor Strange“ macht einiges richtig. Die insgesamt hervorragende Besetzung macht Laune, die Konzentration auf wenige Figuren, welche weitgehend glaubhaft miteinander interagieren, hilft bei der ‚Glaubwürdigkeit‘. Und auch beim Humor trifft der Film den richtigen Ton (die besten Szenen gehen hier auf das Konto des Umhangs sowie der Kollegin am OP-Tisch…).

Die gekonnte Inszenierung des mysteriösen „Geheimbunds“ kokettiert mit dem Image der fernöstlichen Binsenweisheiten. Und nicht zuletzt schafft es der Film, Spezial-Effekte zu produzieren, die wirklich sehenswert sind. Dass sie wie eine Mischung aus „Inception“ und „Transformers“ daherkommen stört dabei nicht. Sie bieten großartige Schauwerte und sind sauber in die Story integriert. Die Story des Films hat dabei sicher genau so viele Lücken wie andere Comic-Verfilmungen auch, aber nach denen schaut ja niemand, wenn man so gut unterhalten wird. Die 3D-Effekte sind ebenfalls gut, wichtiger ist allerdings der Gang ins Kino im Vergleich zum – für diese Bilder so oder so zu kleinen – Heimkino.

Wie üblich bei Marvel gibt es nach dem gelungenen, wenn auch nicht großartigen Finale und dem Abspann einen Ausblick wohin die Reise weitergeht. Und damit sind wir beim Problem des Marvel-Universums: nur die ersten Filme der einzelnen Helden besitzen die Fähigkeit, das Publikum für die neue Figur wirklich zu begeistern. Es braucht einen ungestörten Alleinunterhalter (mit Sidekick, ok, aber nicht mit echter Konkurrenz) dafür.

Nun wird Dr. Strange – kaum ein echter Spoiler – also Teil der kommenden „Avengers“-Dauerberieselung. In dieser aber tummeln sich sowieso schon arg viele Helden.  Und der darin mehr oder weniger fortlaufend erzählte Plot ist mittlerweile nur noch für Hardcore-Fans im Ansatz ernst zu nehmen. So ergänzt Marvel hier das Universum um eine weitere wirklich gut gemachte Figur, von der wir den spannendsten Teil bereits gesehen haben – wie sie entstanden ist.

4/5

Kurzkritik: Jason Bourne

Jason Bourne FilmplakatAction/Thriller, USA/UK/CHN 2016

Regie: Paul Greengrass; Darsteller: Matt Damon, Tommy Lee Jones, Vincent Cassel, Alicia Vikander

Die „Bourne“-Trilogie gehört zum Besten, was das Agententhriller-Genre in den letzten Jahren zu bieten hatte. Wie ich finde hat auch das „offene“ Ende ganz gut gepasst – weniger weil es Raum für Fortsetzungen ließ, als weil es inhaltlich gepasst hat.

Quasi unweigerlich kommt nun – nach dem anständigen Spin-off „The Bourne Legacy“ – doch noch ein vierter Teil der Reihe in die Kinos. Da fragt man sich natürlich, ob es neben den finanziellen Anreizen für alle Beteiligten, auch einen guten erzählerischen Grund gibt, die das „Reboot“ rechtfertigt. Grob gesagt würde ich das verneinen.

Der Plot kreist um die bekannten Motive. Bourne ist abgetaucht, will aber weiterhin seine Vergangenheit aufklären. Die CIA-Bosse haben da weiterhin etwas gegen. Ein neuer Erzählfaden um den fiktiven jungen CEO eines ebenso fiktiven Facebook-ähnlichen Social-Media-Giganten soll offenkundig die Nähe zum Zeitgeist „erneuern“, was allerdings etwas bemüht wirkt.

Rein handwerklich kann sich „Jason Bourne“ sehen lassen. Das Tempo ist hoch, die Schauplätze sind zahlreich und die Actionszenen machen Laune. Mit Tommy Lee Jones, Alicia Vikander und Vincent Cassel sind starke Schauspieler hinzugekommen.

Es ist letztlich nicht so, dass die Story es nicht wert wäre, erzählt zu werden. Der Eindruck, dass man das alles so ähnlich schon mal gesehen hat (und auch ein Ende der Geschichte), ist allerdings einen Tick zu stark, als man man sich dem Geschehen freudig und ohne diese Hintergedanken hingeben könnte.

3/5

Kurzkritik: Star Trek – Beyond

star trek beyond filmplakatAction/Sci-Fi, USA 2016

Der neueste Beitrag der Reihe „X-ter Film eines Franchise, der den Faden weiter spinnt ohne dabei irgendwas von Belang zu erzählen“ kommt aus dem „Star Trek“-Universum. Mit Pfiff und Ideen vor knapp 10 Jahren neu gestartet steht die Reihe inzwischen ziemlich ziellos im Raum.

Man bleibt der bewährten Erzählstrategie treu (Neuer Auftrag für die Enterprise, Jokes, Aliens, Action, Showdown, alle wieder auf der Enterprise), kann aber trotz guter Besetzung und starken Effekten nicht verhehlen, dass der aktuelle Film eben eine von undenkbar vielen möglichen „Star Trek“-Stories erzählt – nicht mehr und nicht weniger. Für Fans reicht das sicherlich, für den Rest ist das allen Schauwerten zum Trotz einfach zu wenig.

2/5

Kurzkritik: „X-Men – Apocalypse“

X-Men Apocalypse FilmplakatAction/Sci-Fi, USA 2016

Regie: Bryan Singer; Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbinder, Jennifer Lawrence, Olivia Munn, Rose Byrne, Oscar Isaac, …

Mit dem ich-weiss-nicht-wievielten „X-Men“-Film verhält es sich sehr ähnlich wie jüngst mit „Captain America – Civil War“. Alles schön anzusehen und gut gemacht, aber letztlich kein richtiger Film, sondern ein weiteres Kapitel in einer Reihe, die aus kommerziellen Gesichtspunkten gar kein Ende finden darf. Die „X-Men“-Filme waren immer dann am besten, wenn sie die inneren Konflikte der Mutanten und das schwierige Verhältnis zu den Menschen ernsthaft in den Focus gerückt haben.

„Apocalypse“ geht eher in die Richtung eines Spektakels, in dem diese Motive noch anklingen, aber eine untergeordnete Rolle spielen – schließlich muss ein wiedererweckter alt-ägyptischer Weltenknechter (unter massig CGI kaum zu erkennen: Oscar Isaac) besiegt werden. Und damit – GÄHN – ist zur Story auch schon alles gesagt. Das prominente Ensemble macht Spaß, auch das energische Tempo, welches knapp zweieinhalb Stunden sehr schnell verfliegen lässt. Das andauernde „Magnet ist gut, Magneto ist böse“-Spielchen ging mir dabei allerdings mächtig auf den Zünder…

3/5

Kurzkritik: Captain America – Civil War

Captain America Civil War FilmplakatAction, USA 2016

Regie: Anthony & Joe Russo; Darsteller: Chris Evans, Robert Downey Jr., Daniel Brühl, Scarlett Johansson, …

Von Comic-Verfilmungen mit großen Budgets – oder wie in diesem Fall IMMENSEN Budgets von 250 Mio. $ – kann man nicht mehr erwarten, als dass sie einigermaßen niveauvoll unterhalten. Alles andere, sprich allzu viele Experimente oder Abweichungen vom Mainstream, wäre ein zu großes Risiko für das ‚Franchise‘. So gesehen ist „Civil War“ ein guter Film geworden.

Die Action macht Laune und kommt ohne einen weiteren „showdown to end all showdowns“ (wie bei „Avengers 2“) aus, die Figurenentwicklung folgt einem relativ nachvollziehbaren Weg, der Plot beleidigt nur selten die Intelligenz des Publikums. Auch die Integration des – mittlerweile dritten – Peter Parker aka Spiderman ist gelungen.

Die Handlung zeigt die Gruppe der „Avengers“ tief gespalten in der Frage, ob sie als nur sich selbst Rechenschaft schuldige Welt-Soldaten weitermachen können, oder sich unter die Aufsicht der UN zu stellen. Ausgerechnet Iron Man ist Anführer der „Pro UN“-Fraktion, Captain America steht der anderen Seite vor. Das ist alles soweit schlüssig und gut erzählt, reisst aber niemanden vom Hocker – schon weil sehr absehbar ist, wie das Ganze ausgehen wird.

Der Ton des Films ist etwas weniger albern als sonst, was dem Geschehen gut tut. Thor und Hulk glänzen mit Abwesenheit, ersterer ist glaube ich in fernen Galaxien unterwegs (war da nicht was am Ende eines vorigen Films?), letzterer hat vielleicht was auf dem Herd stehen oder dreht sein erstes „stand alone“-Feature (man muss ja bei der Reihe alles aus dem Blickwinkel des globalen Marketings sehen).

So weit, so gut also. Als kurzweilige, sehr ansehnliche Zerstreuung taugt „Captain America – Civil War“. Stören tun mich immer die gleichen Dinge. Das vergebliche Warten auf ein echtes Ende bedeutet letztlich die komplette Abwesenheit von Spannung, der große Pool neuer Superhelden hat langsam etwas arg beliebiges, die Actionszenen können bei aller technischen Brillanz keinen „Wow-Effekt“ erzeugen – man hat es alles schon so ähnlich gesehen, und man wird es noch ziemlich oft so sehen.

3/5

P.S.: Die Reihe der Superhelden-Filme aus dem Hause Marvel geht derweil munter weiter. Ende des Jahres gibt sich Benedict Cumberbatch als „Doctor Strange“ die Ehre. 2017 stehen neue Filme von „Spiderman“, „Thor“ sowie „Guardians of the Galaxy 2“ an, 2018 folgt „Black Panther“ (hat hier sein Debüt gegeben), dann „Avengers – Infinity War Pt. 1“ und schließlich ein neuer „Ant-Man“. Sofern die Produzenten, Regisseure und Darsteller ihr derzeitiges Niveau halten ist mir das als Heimkino-Unterhaltung alles genehm. Nur ins Kino bringen mich ausgerechnet diese „Tentpole“-Produktionen, die einen immer größeren Teil der gesamten Kino-Einspielergebnisse Hollywoods liefern (sollen), ziemlich sicher nicht mehr…

Kurzkritik: Bastille Day

Bastille Day FilmplakatThriller, UK/USA/FR 2016

Regie: James Watkins; Darsteller: Idris Elba, Richard Madden, Kelly Reilly

Es war nur eine Frage der Zeit bis ‚Everybody’s Darling‘ Idris Elba als Hauptfigur in einem Actionfilm mitspielen würde. Nun ist es soweit, in „Bastille Day“ kämpft er in Paris am französischen Unabhängigkeitstag als One-Man-Army gegen undurchsichtige Terroristen.

Der Film folgt dem US-Taschendieb Michael (Richard „Robb Stark“ Madden) auf seinem Weg durch die Hauptstadt, wo er einer Terroristin ihre Tasche klaut – inkl. Bombe. Die geht kurz danach hoch, tötet vier Menschen, verletzt dabei Michael nur leicht. Eine Kamera identifiziert ihn als vermeintlichen Attentäter

Neben der französischen Polizei kommen auch US-Geheimdienstler schnell auf Michaels Spuren, wobei der mit allen Wassern gewaschene Sean Briar (Elba) ihn als erster erwischt und zur Rede stellt. Der Plot um einen weiteren geplanten Terroranschlag und die Erpressung der Regierung ist nicht sonderlich glaubwürdig, aber durchaus angemessen.

Angesichts der vielen Terroranschläge in Frankreich in der letzten Zeit kommt „Bastille Day“ jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt (lief einen Tag vor dem Attentat von Nizza an) und trifft auch nicht eben den Zeitgeist.

Als geradliniger Actionthriller kann er über weite Strecken überzeugen, ohne dabei jedoch bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Elba taugt definitiv zum Actionhelden, hat hier aber eine sehr grob geschnitzte Figur zu spielen, die nicht wirklich spannend ist. Auch der Rest der Besetzung hält sich wacker, die Actionszenen sind erholsam frei von CGI und machen Laune. Insgesamt ein anständiger, etwas arg gefälliger Beitrag zum Genre.

3/5

Filmkritik: Batman v Superman – Dawn of Justice (3D)

Batman v Superman - Dawn of Justice FilmplakatFantasy/Action, USA 2016

Regie: Zack Snyder; Darsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Gal Gadot, Jeremy Irons

Nichts geringeres als DCs Antwort auf Marvels „Avengers“ drängt mit „Batman v Superman“ auf die Leinwand, die finale Zusammenführung zweier (oder genauer mindestens dreier) Helden aus demselben Comic-Universum. Eine Riesenspektakel also mindestens, dazu die Einführung eines neuen Batman-Darstellers. Mit Ben Affleck traf das Studio da eine äußerst umstrittene Wahl. Seit Monaten bläst das Marketing Trailer und Bilder in die Welt, die ich weitgehend gemieden habe – ich hatte Lust, mir den Film ohne zu viel Vorgeschmack anzusehen.

Geholfen hat das leider wenig, denn „Batman v Superman – Dawn of Justice“ ist ein ziemlich freudloses Spektakel geworden. Was keinesfalls am düsteren Ton des Films liegt. Denn dass man sich hier vom Gekasper der „Avengers“ absetzen wollte ergibt (auch angesichts der nicht eben für ihren Humor bekannten Helden) durchaus Sinn.

Die Probleme beginnen mit dem wenig glaubwürdigen Szenario, in dem sich Batman und Superman in die Haare kriegen wie zwei achtjährige Bengel, die darum streiten wer das derbste Spielzeug hat. Auch ist total offensichtlich, dass dieser Showdown kein echter ist – DC bzw. das Studio Warner wird ja hier nicht seine beiden Cashcows in ein Celebrity Death Match schicken. Zumal mit Lex Luthor (den Jesse Eisenberg als clownesken Nerd spielt) der echte Bösewicht immer präsent ist.

Die Story verdient ohnehin diesen Namen nicht, was nicht anders zu erwarten war. Stören tut es trotzdem, weil sie auch in einer anderen Disziplin scheitert: das Geschehen wie geölt von Action-Highlight zu Action-Highlight zu geleiten, und dabei gerne auch noch für ein paar gelungene Sets und Szenen zu sorgen.

Überhaupt ist die Action eine Enttäuschung. Nicht der Effekte wegen, die hat man sich was kosten lassen. Aber Ideen sind Mangelware, es stellt sich kein „Wow“-Gefühl ein. Stattdessen wird am Ende ein Riesenmonster serviert, wie man es in den letzten 15 Jahren allzu oft so oder ähnlich gesehen hat. Der Plan war wohl, die ganze Chose durch den Dauer-Bombast so mit Bedeutung aufzuladen, dass es trotzdem irgendwie durchgeht. Fail.

Immerhin, es ist nicht alles schlecht am Film. Der mächtige Soundtrack von Junkie XL und Hans Zimmer hat mir gut gefallen. Das Set Design, die Kostüme und die Optik insgesamt können sich sehen lassen. Ben Affleck ist kein schlechter Batman, hat aber einige der miesesten Szenen abbekommen (etwa die kurze „Bruce Wayne-trainiert-wieder“-„Rocky-Balboa-Gedächtnis“-Szene). Der Rest der Besetzung ist solide bis gut ausgewählt (Gal Gadot als Wonder Woman, Jeremy Irons als Butler Alfred, Holly Hunter als aufrichtige Senatorin), wobei mir der schon erwähnte Jesse Eisenberg als junger über-nerdiger, beinahe Richtung Joker grimassierende Lex Luthor, eher auf den Geist ging.

Es überwiegt letztlich deutlich die Enttäuschung, in den gut zweieinhalb Stunden Laufzeit nur wenige starke Momente erlebt zu haben. An so unfassbar teure Großproduktionen braucht man in vielerlei Hinsicht ohnehin keine großen Ansprüche stellen, das ist (leider) klar. Es fehlt an guten Ideen, die das Publikum über das Spektakel hinaus für die Figuren einnehmen könnten. Die Inszenierung eines Showdowns zwischen dunklem Rächer und gottgleichem Erlöser bleibt oberflächlich und unglaubwürdig. Und schlussendlich ist der Entertainment-Faktor einfach zu gering.

2/5

PS: Wie ich höre hat Regisseur Zack Snyder für Comic-fans jede Menge Anspielungen auf die Vorlagen eingebaut – die konnten mir nicht auffallen, und machen den Film für Nicht-Comicleser auch leider nicht besser…

 

Filmkritik: The Hateful Eight

The Hateful Eight FilmplakatWestern, USA 2015

Regie: Quentin Tarantino; Darsteller: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins

Die Zeit: Das 19. Jahrhundert. Die Location: die Rocky Mountains im Nordwesten der USA. Hmm, da klingelt doch was? Kurz nach „The Revenant“ kommt dieses eigentlich ungewöhnliche Setting erneut ins Kino (auch wenn die Stories zeitlich locker 50 Jahre auseinander liegen). Es ist offenbar einfach Zufall, aber trotzdem bemerkenswert, dass sich gleich zwei große Regisseure quasi zeitgleich mit dem Wilden (Nord-)Westen beschäftigen. Soviel Eiseskälte in Verbindung mit extremer Brutalität war selten im Kino.

Die Unterschiede zwischen den beiden Filmen überwiegen dann allerdings insgesamt deutlich. Tarantino erzählt in „The Hateful Eight“ von einem Kopfgeldjäger (Russell), der in einer Kutsche eine Gefangene (Leigh) in die Kleinstadt Red Rock bringen will. Auf dem Weg gesellen sich zwei weitere Gestalten dazu, schließlich treibt ein Schneesturm die vier in ‚Minnies Haberdashery‘ – wo sich von da an fast die komplette Handlung abspielt.

Eine Stärke des Films ist, dass man lange rätselt, was Tarantino hier eigentlich im Schilde führt. Der Film nimmt sich viel Zeit die Figuren einzuführen und in langen (wie üblich extrem pointierten) Dialogen die Spannungen zwischen ihnen ans Licht zu bringen. Da ist der schwarze Ex-Major der Nordstaaten (Jackson), ein alter Veteran der Südstaaten (Bruce Dern), ein fadenscheiniger Fremder (Michael Madsen), der örtliche Henker (Tim Roth) und ein Mexikaner, der die ‚Haberdashery‘ in Vertretung für dessen Besitzerin führt. Der achte im Bunde wird gespielt von Walton Goggins, der sich als ’nächster Sheriff von Red Rock‘ vorstellt.

Mit knapp 3 Stunden Spielzeit (in der Kurzversion, die 70mm-Version ist sechs Minuten länger plus 12-minütige Intermisson) ist „The Hateful Eight“ eindeutig einen Tick zu lang geraten. Nicht, dass es am Ende kein großes Finale mit einigen Überraschungen gäbe, welches von dem ausführlichen Setup profitiert. Das gibt es in der Tat – man kann aber ohne Spoiler nicht drüber schreiben. Aber zwischendurch ergeben sich Längen, bei denen die Dialoge – wenn auch nur scheinbar – zum Selbstzweck werden und die Geduld des Publikums etwas überstrapazieren.

Auf einige Dinge ist bei Tarantino immer Verlass, das ist bei seinem neuesten Streich nicht anders. Der Regisseur zementiert seinen Ruf als Casting-Genie, der Soundtrack von Ennio Morricone ist ein Volltreffer. Es gibt explosive Gewalt, die hier nicht nur schwarzhumorig, sondern auch verstörend rüberkommt, und eine Vielzahl von Details und Anspielungen, die sich sicher erst beim x-ten Durchlauf vollständig erschließen lassen. Auch überraschen kann Tarantino sein Publikum, wenngleich hier Anleihen bei seinem eigenen Schaffen zu erkennen sind (vor allem „Reservoir Dogs“).

Ich denke „The Hateful Eight“ wird nicht zu meinen Lieblingsfilmen von Tarantino gehören, wenn ich mir nach dem zweiten oder dritten mal ansehen ein ‚endgültiges‘ Urteil anmaße. Ganz ausschließen will ich es aber auch nicht – denn angesichts der Story-Drehs ergibt sich für einen Zuschauer, der das Finale kennt, ganz sicher ein neuer und interessanter Blick auf die ersten zwei Stunden der Handlung. In ein paar Monaten werde ich das gespannt ausprobieren…

4/5

 

 

 

Filmkritik: The Revenant – Der Rückkehrer

The Revenant - Der Rückkehrer FilmplakatDrama/Abenteuer, USA 2015

Regie: Alejandro González Iñárritu; Darsteller: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson

Leonardo DiCaprio will den Oscar. Dringend. Das ist eine Erkenntnis, die man aus „The Revenant“ mitnimmt, dem neuen Film des letztjährigen ‚Best Director‘ Alejandro González Iñárritu (für „Birdman“). Und tatsächlich hätte er den Preis verdient – nicht unbedingt, aber durchaus auch für diesen Film, letztlich für sein Schaffen insgesamt.

Die Story spielt in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts in den nördlichen Rocky Mountains. Hugh Glass (DiCaprio) ist gemeinsam mit seinem Sohn Teil einer Jagd-Expedition, die in der Wildnis Felle erbeuten will. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber den meisten wird es aus dem Trailer ohnehin bekannt sein –  Glass findet sich bald darauf alleine und übel zugerichtet in der Wildnis wieder.

„The Revenant“ ist ein extremer Film in vielerlei Hinsicht. Was es an Blut und Gewalt zu sehen gibt wird vielen Zuschauern zu heftig sein (Stichwort: Anatomie eines Pferdes). Etwa die Hälfte des Films sieht man der Hauptfigur dabei zu, wie sie bei klirrender Kälte unfassbare Leiden durchmacht. Konsequent ohne jedes künstliche Licht gedreht zeigt der Film zugleich eindrucksvolle Bilder bergiger Schneelandschaften (gedreht wurde in Kanada und Argentinien).

Die Inszenierung beeindruckt, u. a. gleich am Anfang (in einer großartigen, ohne einen einzigen Schnitt ablaufenden kriegsähnlichen Szene). Die im Kern einfache Rache-Geschichte erzählt an ihren Rändern einige interessante Randnotizen. Die selten im Kino portraitierte Zeit und Umgebung sorgt für zusätzlichen Reiz. Eine zentrale ‚Action‘-Szene zeigt zudem, wie überzeugend man wohl dosierte CGI-Effekte einsetzen kann.

Doch im Vordergrund steht ein Überlebenskampf, ein Triumph des Willens, den DiCaprio absolut glaubhaft und ohne ‚Overacting‘ meistert. Ihm gegenüber schlägt sich Tom Hardy als Bösewicht ebenfalls sehr gut, besonders gefallen hat mir auch Domhnall Gleeson als Captain Henry.

An einigen Stellen wandelt „The Revenant“ angesichts der grotesken Grausamkeiten trotzdem am Rande des unfreiwilligen Humors. Es erfordert vom Publikum die Bereitschaft, sich auf diesen Trip einzulassen – man könnte sonst (etwa beim finalen Zweikampf) auch anfangen zu johlen.

4/5

Filmkritik: Star Wars – The Force Awakens (3D)

The Force Awakens FilmplakatFantasy/Action, USA 2015

Regie: J. J. Abrams; Darsteller: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Harrison Ford, Carrie Fisher

Ich war nie ein Fan von „Star Wars“, bin aber ausreichend fasziniert von dem Hype und zudem ein Freund von Action-Spektakeln, so dass ich mir „The Force Awakens“ nun auch mal angesehen habe. Ich komme hier einfach mal mit ein paar Punkten rein, die mir besonders aufgefallen sind, einen Absatz zu „worum gehts?“ kann ich mir glaube ich sparen…

Positiv:

  • Der neue kleine Robot BB8 ist sehr gut gelungen, mit ihm gelingt die Mischung aus Neu-Erfindung und Nostalgie.
  • Saubere Effekte, die sich nur ganz selten als CGI-Pixel-Spektakel verraten.
  • Ein weniger künstlicher Look als die zweite Trilogie, in der wirklich ALLES am Green Screen entstand.
  • Ein ausgesprochen rasanter Beginn, pures Bewegungskino mit hohem „Wow“-Faktor.
  • Einige gelungene neue Figuren, die Potential haben für die kommenden Filme.

Negativ:

  • Ein letztlich sehr dünner und altbekannter Plot (neuer, größerer Todesstern, gähn!)
  • Schwache 3D-Effekte, zumindest in „Real 3D“ im Cinestar. Den Aufpreis kann man sich sparen, da hätte ich von „Star Wars“ deutlich mehr erwartet.
  • Einige Szenen und Dialoge sind offenbar direkt für Computerspiele und andere Ableger der Reihe geschrieben worden (etwa wenn Poe und Finn anfangs auf der Flucht sind und „so viele Kanonen wie möglich abschießen müssen“, nur am das dann nicht mal zu probieren)

Es fiel selbst mir auf, dass es eigentlich jede Szene des Films in einem der vorigen Filme (vor allem in „Episode IV“) so ähnlich schon mal gegeben hat. Besser informierte Kino-Gefährten wussten das zu bestätigen. Man kann das natürlich als Verneigung verstehen, es stellt sich aber auch die Frage, ob den Produzenten für die nächsten Teile irgendwas neues einfällt.

Hinter all dem Hype und den vielen Rekorden findet sich bei „The Force Awakens“ wenig, dass die große Aufmerksamkeit rechtfertigen würde. Weder setzen die Tricks neue Maßstäbe noch werden spannende, neuartige Wege des Erzählens betreten. Die größte Attraktion für Fans scheint die Integration von Teilen der „alten Crew“ zu sein. Die ist tatsächlich ganz gut gelungen (die letzte Einstellung – obwohl auch unfreiwillig komisch – hat mir sehr gut gefallen), setzt u. a. auf Humor und macht wirklich Spaß. Vor allem auf Harrison Ford und Chewbacca ist Verlass.

Nun denn, der Spuk geht weiter, und ich werde mir auch die kommenden Filme ansehen – weiterhin mit etwas Verspätung, wenn die ersten Wochen schon Monate im Voraus ausverkauft werden. Der Gang ins Kino lohnt sich bei „The Force Awakens“ definitiv auch für Nicht-Fans, sofern man gesunden Appetit auf temporeiche Fantasy-Zerstreuung mitbringt.

4/5

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