Kurzkritik: Mother!

Mother! FilmplakatDrama/Mystery, 2017

Regie: Darren Aronofsky; Darsteller: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeiffer

Worum gehts?

Das einsame Leben eines Ehepaars in einem abgelegenen Haus gerät aus den Fugen, als eines Abends ein mysteriöser Fremder an der Tür klingelt. Bald sind mehrere Gäste im Hause, die der Hausherrin äußerst suspekt sind…

Was soll das?

„Mother!“ erzählt eine ungewöhnliche Geschichte, die es dem Publikum nicht leicht macht. Von Anfang an ist klar, dass alles und jeder im Film eine Metapher oder eine Anspielung ist. Zu erraten, was das Ganze eigentlich bedeuten soll, ist dabei die dem Zuschauer zugewiesene Rolle (ein Brudermord sei als Hinweis auf die Stoßrichtung hier genannt).

Taugt das was?

Es geht so. Zwar überzeugen die Darsteller, und auch die Ideen (wenn man sie denn langsam aber sicher erkennt, oder sich hinterher ein bißchen was anliest) sind nicht ohne Reiz. Doch „Mother!“ bleibt insgesamt ein verkopftes Vergnügen, die wirr anmutende Story mit ihren Rätseln und Bildern entfaltet keine hypnotische Sogwirkung, wie man sie etwa aus David Lynchs besten Filmen kennt (oder auch von Aronofskys „The Fountain“). Ein interessantes Experiment, aber keines was richtig Spaß macht.

3/5

Kurzkritik: 4 Blocks (Serie, TNT)

4 Blocks PosterEine Gangsterserie, die direkt vor meiner Haustür spielt – da musste ich natürlich zugreifen. Und es hat sich durchaus gelohnt, „4Blocks“ ist spannende Fernseh-Unterhaltung, wenn auch nicht ohne Schwächen.

Im Zentrum der Handlung steht der libanesische Clan der Hamadis, der das Drogengeschäft in Neukölln und Kreuzberg beherrscht. Als ein alter Bekannter wieder auftaucht und es Ärger mit der Konkurrenz aus dem Wedding gibt, spitzen sich die Dinge für Ali „Tony“ Hamadi und seinen jähzornigen Bruder Abbas zu…

Ich kann nicht beurteilen, wie glaubwürdig die Darstellung der Berliner Unterwelt ist, aber darum geht es auch nicht. „4 Blocks“ variiert recht gekonnt die Konventionen des Genres (etwa den Konflikt zwischen den „zwei Familien“ eines echten Gangsters), lässt es auch mal krachen und setzt vor allem auf Spannung. Die Darsteller haben mir gefallen, auch wenn man vielen anhören konnte, dass sie nicht aus dem gezeigten Milieu stammen (sie geben sich aber alle Mühe, und das zählt…).

Für meinen Geschmack ist die Handlung einen Tick zu krass auf Krawall gebürstet, während einige Figuren (und ihre Beziehungen untereinander) etwas am Reißbrett entworfen wurden. Unter dem Strich aber absolut lohnenswert für alle, die deutsche Krimi-Stories außerhalb des Tatort-Formats zu schätzen wissen. Vielleicht schafft es ja die bereits beschlossene zweite Staffel Handlung und Figuren noch etwas feiner auszugestalten…

 

 

 

Kurzkritik: The Sinner (Serie, Netflix)

The Sinner PlakatDie junge Ehefrau und Mutter Cora (Jessica Biel) begeht aus heiterem Himmel einen grausamen Mord. Niemand kann sich erklären, was sie dazu gebracht haben könnte. Der Schlüssel scheint in einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit zu liegen. Detective Ambrose (Bill Pullman) ist – im Gegensatz zum Rest der Strafbehörden – fest entschlossen, das Rätsel zu lösen, hat dabei aber auch mit eigenen Dämonen zu kämpfen.

„The Sinner“ kombiniert viele bekannte Motive von Krimis und Gerichtsdramen zu einem sehr spannenden, temporeichen TV-Thriller. Die innere Logik der mit vielen falschen Fährten gespickten Handlung (oft in Rückblenden von unzuverlässigen Erzählern geschildert) hält auch dank der guten Darsteller kritischer Betrachtung stand. Einzelne Ungereimtheiten fallen nur selten auf, weil die Wendungen und Überraschungen überzeugen können. Die richtige Wahl für alle Krimi- und Thriller-Fans.

Kurzkritik: Ingrid Goes West

Ingrid Goes West FilmplakatDrama/Comedy, 2017

Regie: Matt Spicer; Darsteller: Aubrey Plaza, Elizabeth Olsen, O’Shea Jackson, Jr., Wyatt Russell

Worum gehts?

Die unsichere, komplett auf ihren Instagram-Account fixierte Ingrid (Plaza) zieht nach L.A., um dort Taylor (Olsen), einem Star des Netzwerks, auf die Pelle zu rücken. Es entwickelt sich eine ungesunde „Freundschaft“, die bald auf eine ernste Probe gestellt wird.

Was soll das?

„Ingrid Goes West“ verknüpft klassisches Indie-Drama mit dem Zeitgeist-Thema Social Media. In der Sehnsucht nach einem Leben voller perfekt inszenierter, sofort für die Nachwelt auf Handybildern festgehaltener Glücksmomente offenbart sich mehr als nur eine persönliche kleine Existenzkrise…

Taugt das was?

Ja, durchaus. Die Darsteller meistern den schwierigen Spagat zwischen Drama und Komödie, den hohen Fremdschäm-Faktor des Films muss das Publikum aushalten. Gegen Ende war mir das Geschehen dann allerdings deutlich zu Lehrstück-artig – was natürlich auch in der Natur der Sache liegt.

3/5

Kurzkritik: Mindhunter (Serie, Netflix)

Mindhunter PosterQuantico, Mitte der Siebziger Jahre. Der junge FBI-Agent Holden bezweifelt, dass man Serienmördern mit den selben psychologischen Kniffen auf die Schliche kommt wie anderen Verbrechern. Bald reist er mit seinem älteren Kollegen Bill durch die USA um seine Kollegen zu schulen, und nebenbei Interviews mit inhaftierten Serienkillern zu führen – um die Erkenntnisse direkt in aktuelle Ermittlungen einbringen zu können.

Die Serie von David Fincher (Produzent und Regisseur von 4 Folge) und Joe Penhall (Drehbuch) ist stylisch, düster und spannend. Die großartigen, weitgehend unbekannten Darsteller sorgen für einen unverstellten Blick auf die interessant gezeichneten Figuren. Die verschiedenen Handlungsstränge entwickeln schnell einen hohen Suchtfaktor – keine andere Serienstaffel habe ich dieses Jahr so schnell durchgeguckt wie diese. David Fincher hat bereits mit „Se7en“ und „Zodiac“ gezeigt, dass er sich auf dieses Sub-Genre versteht, „Mindhunter“ braucht sich vor diesen nicht zu verstecken.

Kurzkritik: Good Time

Good Time FilmplakatThriller/Drama, 2017

Regie: Benny & Josh Safdie; Darsteller: Robert Pattinson, Benny Safdie, Taliah Webster

Worum gehts?

Connie (Pattinson) und sein psychisch behinderter Bruder Nick (B. Safdie) begehen einen Banküberfall, der mächtig in die Hose geht. Nick wird gefasst, Connie ist verzweifelt bemüht ihn aus dem Gewahrsam der Polizei zu befreien, bevor er in ein echtes Gefängnis überstellt wird.

Was soll das?

„Good Time“ schmeisst das Publikum ebenso wie die Figuren fast von der ersten Minute an ins kalte Wasser. Das Geschehen wird beinahe in Echtzeit gezeigt, insgesamt umspannt die Handlung nur wenige Stunden. In denen ist allerdings so einiges los – denn Connie rennt die Zeit davon, während er auf immer neue Hindernisse stösst..

Taugt das was?

Ja, „Good Time“ ist ein gekonnt inszenierter, temporeicher und spannender Thriller geworden. Die extreme Verdichtung des Geschehens geht selten auf Kosten der Glaubwürdigkeit (zum Teil liegt das ohnehin in der Thriller-Natur der Sache), schafft es aber das Publikum direkt für die Figuren und ihr Schicksal zu interessieren. Die weitgehend unbekannten Darsteller überzeugen, wie auch der Star des Films, Robert Pattinson.

4/5

Kurzkritik: The Deuce (TV-Serie)

The Deuce PosterGute Nachrichten für alle Fans von „The Wire“: David Simons neue Serie „The Deuce“, in Deutschland zu sehen bei Sky.

Wie schon bei „The Wire“ erzählt die Serie in aller Ruhe von einem gesellschaftlichen Mikrokosmos. Am heruntergekommenen Times Square in Manhattan anno 1971 bestimmen Prostitution, Bars, Drogen und Porno-Kinos die Szenerie, die Mafia hat ihre Finger fast überall drin.

Die Serie folgt einer Reihe von Figuren, unter ihnen Maggie Gyllenhaal als desillusionierte, ambitionierte Prostituierte, und James Franco in einer Doppelrolle als Barbesitzer und Kleinganove.

Das Geschehen entwickelt sich langsam, und nimmt sein Milieu ganz genau unter die Lupe – mit genau dem Ansatz, der schon bei „The Wire“ überzeugen konnte. Für ungeduldige Serien-Fans ist „The Deuce“ daher definitiv nicht geeignet. Mir hat es sehr gut gefallen, Staffel 2 steht fest auf dem Plan für 2018.

Kurzkritik: Marjorie Prime

Marjorie Prime FilmplakatDrama/Sci-Fi, 2017

Regie: Michael Almereyda; Darsteller: Lois Smith, Geena Davis, Jon Hamm, Tim Robbins

Worum gehts?

Ein lebensechtes Hologramm ihres verstorbenen Mannes leistet der 86-jährigen Marjorie im Alter Gesellschaft. Während ihre Tochter Tess der künstlichen Erscheinung (die ihren Vater in einer ‚jungen Version‘ darstellt) mit Skepsis begegnet, ist ihr Ehemann Jon von der Technik äußerst angetan

Was soll das?

Die Verfilmung eines Theaterstücks ist zwar technisch gesehen eine Zukunftsvision, beschäftigt sich jedoch vor allem mit unserem Verhältnis zur Vergangenheit. Die Glaubwürdigkeit der eigenen Erinnerungen steht genau so in Frage wie der Nutzen einer lernfähigen K.I. als Kommunikations-Ersatz für echte Menschen.

Taugt das was?

Ja, der Film wird mit zunehmender Laufzeit interessanter und fesselnder. Allerdings kann man ohne Spoiler nicht wirklich erklären, warum das so ist. „Marjorie Prime“ ist ein ruhiges, glänzend gespieltes Kammerspiel, und ein hervorragendes Beispiel dafür, dass ein guter Science-Fiction-Film weder Aliens, Raumschiffe noch ein großes Budget braucht. Sondern vor allem gute Ideen.

4/5

Kurzkritik: Atomic Blonde

Atomic Blonde FilmplakatThriller/Action, 2017

Regie: David Leitch; Darsteller: Charlize Theron, James McAvoy, John Goodman, Sofia Boutella

Worum gehts?

Einige Tage vor dem Mauerfall spitzt sich in Berlin der Kampf der Geheimdienste um eine Liste mit den Namen von Agenten (ganz was neues) zu. Unklare Loyalitäten und Identitäten sowie der immer näher rückender Mauerfall bestimmen das Geschehen, Hauptfigur ist die toughe britische Agentin Lorraine (Theron).

Was soll das?

Der Film steht in der Tradition moderner Verwirrspiele wie „Lucky Number Slevin“ oder auch „The Usual Suspects“, allerdings im Gewand eines Agentenfilms, mit Anleihen bei den späteren „Bourne“-Filmen (allerdings weniger bierernst). Der offensive (NDW-lastige) 80’s-Soundtrack unterstreicht die gewollt übertriebene Inszenierung.

Taugt das was?

Na ja. Visuell, in Sachen Tempo und Action, sowie bei den Darstellern, kann „Atomic Blonde“ punkten. Die verschachtelte Erzählweise (von Anfang an wird viel mit Rückblenden gearbeitet) ist als Stilmittel passend, verschleiert aber zuweilen auch nur mangelnde Substanz. Eine Figurenentwicklung findet nicht statt, bzw. wird komplett vom (an Logik-Löchern nicht armen) Plot bestimmt. Insgesamt noch eine souveräne Variation des Genres, aber kein großer Wurf.

3/5

Kurzkritik: Legion (Serie)

Legion PosterEine der besten neuen Serien der letzten Zeit ist definitiv „Legion“, in Deutschland auf dem  Fox Channel zu sehen. Die Serie ist ein Ableger aus dem „X-Men“-Universum, und erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens David, der an Schizophrenie leidet. Zumindest denkt er das, bis sich in der geschlossenen Psychatrie einige mehr als nur merkwürdige Dinge abspielen. Plötzlich findet sich David im Kreise einer Gruppe von Mutanten wieder, die ihn als einen der ihren erkannt haben.

„Legion“ erzählt von Parallel-Universen, persönlichen Dämonen, fährt ‚Mindfucks‘ aller Art auf, sowie eine Task Force der Menschheit, die sich verzweifelt bemüht die Mutanten im Zaum zu halten. Es ist nicht ganz leicht, dabei den Überblick zu behalten – aber es ist anders als a  „Twin Peaks“ möglich. Man muss ohnehin nicht jede Szene verstehen, um die Stärken der Serie würdigen zu können.

Optisch im Stile der 70er Jahre gehalten, mit starken Effekten, die im Dienste der Story stehen, und dazu hervorragend gespielt überzeugt „Legion“ vor allem durch den Mut, das Publikum herauszufordern, mit phantasievollen Bildern und überraschenden Entwicklungen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, darf aber durchaus ’speziell‘ genannt werden. Mit verantwortlich für diesen Humor ist eine von Jermaine Clement („Flight of the Conchords“) gespielte und für die Kreativität der Serie exemplarische Figur, die dem Geschehen spät, aber nachhaltig ihren Stempel aufdrückt.

Wer angesichts der vielen neue Serien nicht so recht weiss, wo er anfangen soll – „Legion“ ist mehr als nur einen Blick wert, und gehört zu den wenigen neuen Shows, auf deren Fortsetzung ich mich tatsächlich freue.

Kurzkritik: The Meyerowitz Stories (New & Selected)

Meyerowitz Stories FilmplakatDrama/Comedy, 2017

Regie: Noah Baumbach; Darsteller: Adam Sandler, Dustin Hoffman, Ben Stiller, Elizabeth Marvel

Worum gehts?

Ein grantiger, alternder Künstler (Hoffman) mit erwachsenen Kindern (Sandler, Stiller, Marvel) aus verschiedenen Ehen möchte sein Werk gewürdigt wissen und seinen Nachlass klären. Bei einem Zusammentreffen kommen Jahrzehnte alte Spannungen und Konflikte zutage, und schließlich auch noch ein paar neue dazu…

Was soll das?

Das Ensemble-Drama über eine Familie von völlig unterschiedlichen, aber durch die Bank spleenigen Charakteren macht keinerlei Anstalten, dass Rad des Genres neu zu erfinden. „The Meyerowitz Stories“ konzentriert sich ganz auf die Figuren und ihre Beziehungen zueinander, bei einem Minimum (wenig überraschender) Story-Entwicklung.

Taugt das was?

Durchaus. Der Film verlässt sich weitgehend auf seine Dialoge und Darsteller, gibt den Figuren genug Raum, sich zu entfalten und bietet viele starke Szenen. Zum ersten Mal seit langem ist Adam Sandler in einer ernsthaften Rolle zu sehen, der hier erneut zeigt dass er diese kann – wenn er will. So richtig übergesprungen ist der Funke bei mir dennoch nicht, „The Meyerowitz Stories“ ist ein guter und niveauvoller Film, an dem eigentlich nichts verkehrt ist. Ich meine es nicht böse, aber ich werde ihn trotzdem wohl bald vergessen haben.

3/5

American Gods – Season 1

American Gods PosterWorum gehts?

Um alte und neue Götter, Fabelwesen, ihr Verhältnis zur Menschheit, um ihre Geschichte … und Gegenwart. Aber auch um einen Ex-Häftling und seine (un)tote Frau, die sich plötzlich mitten unter diesen ominösen Gestalten wiederfinden und durch einen recht wirren, mit vielen Rückblenden ausgestatteten Plot jagen.

Taucht das was?

Stylisch ist „American Gods“, produziert vom US-Sender Starz und hierzulande bei Amazon Video zu sehen, allemal. Den künstlichen Hochglanz-Look (irgendwo zwischen „300“ und „Thor“) voller Sex und Gewalt muss man allerdings mögen. Mir hat es durchaus gefallen, aber ob ich da noch eine Staffel von sehen will (es wird eine geben) wage ich zu bezweifeln…

Kurzkritik: El Clan

El Clan FilmplakatThriller/Drama, 2015

Regie: Pablo Trapero; Darsteller: Guillermo Francella, Peter Lanzani, Lili Popovich

Worum gehts?

Argentinien, Anfang der 80er Jahre. Die gutbürgerliche Familie Puccio betreibt ein knallhartes Geschäft mit Entführungen reicher Landsleute, bei dem auch die älteren Kinder unter der Fuchtel der eiskalten Eltern zu Mittätern werden. Als die Spannungen innerhalb des Clans zu groß werden spitzt sich die Situation bedrohlich zu.

Taugt das was?

Das taugt, ist allerdings keine leichte Kost, da „El Clan“ auf klassische Sympathieträger komplett verzichtet und dem Zuschauer für die Identifikation nur die Familienmitglieder selbst anbietet. Hier machen die Darsteller einen sehr guten Job, weil sie die perfide Gruppendynamik innerhalb der Familie glaubwürdig rüberbringen.

Sonst noch was?

Ein wenig Kenntnis der argentinischen Geschichte der 70er und 80er ist glaube ich ganz hilfreich beim Verständnis des Geschehens, welches (so habe ich es mit Grausen den Einblendungen im Abspann entnommen) auf einer wahren Geschichte basiert…

4/5

Kurzkritik: Wind River

Wind River FilmplakatThriller/Drama, 2017

Regie: Taylor Sheridan; Darsteller: Jeremy Renner, Elizabeth Olsen, Kelsey Asbille, Graham Greene

Worum gehts?

Die Ermittlungen zum Tod einer jungen Frau in einem Indianer-Reservat in Wyoming führen eine FBI-Agentin, einen lokalen Jäger und die Stammespolizei zusammen. Schlechtes Wetter und unklare Zuständigkeiten erschweren die Ermittlungen erheblich…

Taugt das was?

Jawohl. Neben den guten Darstellern und den wunderbaren (Natur-)Bildern überzeugt „Wind River“ vor allem formal. Der Film hat seine Story jederzeit souverän im Griff und löst in einer großartigen Rückblende, die den eigentlichen Showdown meisterhaft unterbricht, das zentrale Rätsel der Story auf, ohne dass es dadurch mit der Spannung vorbei wäre.

Sonst noch was?

Einziger Kritikpunkt ist die einfache, alttestamentarische Moral, in dieser Hinsicht hätte „Wind River“ ein wenig mehr Ambivalenz ganz gut gestanden.

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Winter’s Bone“ meets „Thunderheart“

4/5

Kurzkritik: The Dark Tower

The Dark Tower FilmplakatFantasy, 2017

Regie: Nikolaj Arcel; Darsteller: Idris Elba, Matthew McConaughey, Tom Taylor

Worum gehts?

In mehreren Parallelwelten, deren Überleben von einem ominösen „Dark Tower“ garantiert wird, kämpfen das Gute (in Person des ‚Gunslingers‘ Roland) und das Böse (‚Man in Black‘ Walter) um die Vorherrschaft.

Was soll das?

„The Dark Tower“ erzählt soweit ich das verstanden habe erste Bruchstücke, vor allem das grundsätzliche Szenario, von Stephen Kings achtbändiger Fantasy-Saga. Der Film soll einen Einstieg in den Stoff geben, eine Serie und weitere Filme sollten folgen.

Taugt das was?

Nein. „The Dark Tower“ wirkt eher wie die Verfilmung einer Kurzgeschichte, in den knapp 90 Minuten lässt sich nur ganz selten erahnen, worin die Faszination der Vorlage bestehen könnte. McConaugheys Bösewicht kommt besonders ansatzlos (und dabei auch nicht im Ansatz überzeugend) daher, bei Elbas ‚Gunslinger‘ ist es nur etwas besser.

Sonst noch was?

Ob aus der Serie und den weiteren Kinofilmen was wird ist wohl eher unklar, weil der Film die kommerziellen Erwartungen nicht erfüllen konnte. Als Nicht-Fan der Reihe ist mir das relativ egal (ich hab mir den Film angesichts der miesen Kritiken eher aus mitleidigem Interesse angesehen), und ich könnte wetten dass sich die Fans der Bücher insgesamt auch eher über einen komplett neuen Anlauf in ein paar Jahren freuen würden..

2/5

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