Filmkritik: What We Do in the Shadows (5 Zimmer, Küche, Sarg)

What We Do in the Shadows FilmplakatKomödie, Neuseeland 2014

Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi; Darsteller: Jemaine Clement, Taika Waititi, Jonathan Brugh

Auf die Idee, eine Mockumentary über eine Vampir-WG in Wellington, Neuseeland, zu drehen, muss man erst einmal kommen. Wer mit “Flight of the Conchords” vertraut ist, der ahnt vielleicht schon, dass das Ergebnis eine ziemliche Farce sein würde. Jemaine Clement, die bebrillte Hälfte der Slacker-Band aus der gleichnamigen Serie, stand hier vor und hinter der Kamera, und seine Handschrift ist klar zu erkennen.

Die Vampir-WG besteht aus vier Männern im Alter zwischen knapp 200 bis 8000 Jahren und schlägt sich zum Großteil mit alltäglichen Problemen herum. Deacon hat sein 5 Jahren keinen Abwasch mehr gemacht und fühlt sich auch nicht zuständig. Vladislav hat seit seinem legendären Kampf mit “The Beast” seine Superkräfte verloren, der herrlich bescheuert dreinblickende Viago (rechts oben auf dem Poster) ist der gute Geist im Haus. Peter, der schon das Mittelalter miterlebt hat, fristet sein Dasein in einem steinernen Sarg im Keller.

Die Runde erweitert und dezimiert sich im Laufe der Zeit, denn die Vampire sind keine ganz großen Strategen in Sachen “Geheimhaltung”. So gesellen sich einige Kandidaten zu ihnen, die selbst gern unsterblich wären. “What We Do in the Shadows” nimmt seine Helden in gewisser Hinsicht ernster, als das andere Vampirfilme tun, stellt sie aber auch auf liebevolle Art und Weise als Kinder-im-Geiste dar. Auch ein Treffen mit Werwölfen ist an einer Stelle nicht zu vermeiden, nur gut, dass Neuseeländer einfach immer so nette Charaktere sind.

“What We Do in the Shadows” lässt sich am ehesten als eine Mischung aus “Only Lovers Left Alive” und “Flight of the Conchords” beschreiben. Schrullige Typen, anarchischer und oft alberner Humor, sowie die Lust an liebevoll inszenierten, völlig dämlichen Situationen zeichnen den Film aus. Die Idee, das ganze als Fake-Dokumentation zu präsentieren, passt sehr gut zur Selbstironie der Sache. Nicht jeder wird den speziellen Humor mögen und an den ‘Kiwi-Vampiren’ seinen Spaß haben – mir hat es jedenfalls hervorragend gefallen.

4/5

Kurzkritik: The Babadook

The Babadook FilmplakatHorror, Australien/Kanada 2014

Regie: Jennifer Kent; Darsteller: Essie Davis, Noah Wiseman, Tim Purcell

In aller Kürze: Handwerklich und atmosphärisch starker Horrorfilm mit Kammerspiel-artigen Zügen.

Worum geht’s? Der Sohn der alleinerziehenden Amelia fürchtet ein mysteriöses Monster, dass zunehmend in der realen Welt Fuß zu fassen scheint.

Die gute Nachricht: Sehr gut gespielt und überzeugend inszeniert variiert der Film recht kunstvoll Motive des Genres.

Die schlechte Nachricht: Wer wie ich dem Genre nicht so zugeneigt ist, dem stehen gefühlt ziemlich lange 93 Minuten bevor.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
Niveauvolle Horrorfilme (ich könnte nur alte Kamellen aufzählen).

3/5

Kurzkritik: Kill the Messenger

Kill the Messenger FimplakatDrama, USA 2014

Regie: Michael Cuesta; Darsteller: Jeremy Renner, Rosemarie DeWitt, Oliver Platt

In aller Kürze: Überzeugendes, gesellschaftskritisches Drama mit guten Darstellern, basierend auf weitgehend unbekannten und ziemlich bitteren wahren Ereignissen.

Worum geht’s? Die Geschichte eines Journalisten, der 10 Jahre später eine Verwicklung der CIA in den Crack-Handel der späten 80er aufdeckt. Womit er sich natürlich einige mächtige Feinde macht.

Die gute Nachricht: Ohne Sensationsgier und zu große Lust an künstlicher Dramatisierung erzählt “Kill the Messenger” seine Story mit einer ‘No Bullshit’-Attitüde.

Die schlechte Nachricht: Inszenatorisch und erzählerisch kann er den Meisterwerken dieses Genres nicht das Wasser reichen, insgesamt vielleicht sogar eine Spur zu unspektakulär geraten.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
“The Insider”, “All the President’s Men”

4/5

Serien-Vorschau 2015

Mad Men, Final Season PlakatWas es in den nächsten Monaten so im Kino geben wird, hatte ich hier neulich schon einmal nach bestem Wissen zusammengetragen. Nicht weniger interessant ist natürlich, mit welchen Serien es wann los oder weiter geht. Ich orientiere mich hier am US-Zeitplan, da ich keine Lust habe zu prüfen, welcher Sender was wann in der Übersetzung zeigen wird. Das bitte bei Bedarf einfach selber googlen!

12 Monkeys” hatte letzte Woche einen anständigen Start. Aber die Messlatte liegt angesichts der Genialität von Terry Gilliams Film 1995 sehr hoch, daher bin ich noch nicht sicher, ob ich die erste Staffel zu ende gucken werden (und also mindestens halbherzig empfehlen kann.
[1. Staffel seit 16.1., 13 Folgen]

Erst spät habe ich mit “Justified” angefangen, der Show um einen schießwütig-charmanten US-Marshall in Kentucky. Hier ist allerdings langsam ein echter und finaler Showdown nötig. Die Serie hat großen Spaß gemacht und darf gern noch ein letztes mal Raylan Givens und seinen Erzfeind aus Kindertagen Boyd Crowder zum Duell antreten lassen – dann ist es meines Erachtens aber auch mal gut…
[6. Staffel seit 20.1., 13 Folgen]

Mit dem Prequel und Spin-Off “Better Call Saul” kehrt das Universum von “Breaking Bad” zurück ins Fernsehen. Die Besetzung vor und hinter der Kamera besteht weitgehend aus der alten Crew und die ersten Kritiken (die Previews sind vor ein paar Tagen gelaufen) sind überwiegend positiv. Ich nehme die Show erstmal vorbehaltlos in meinen ‘Stundenplan’ mit auf.
[1. Staffel ab 8.2.,10 Folgen]

Wie üblich an einem Tag veröffentlichen wird Showtime die dritte Staffel von “House of Cards“. Man kann bezüglich des Realitätsgehalts der Show sicher einige Einwände haben, was den Plot, die Dialoge und Figuren angeht ist die Serie aber ganz sicher weit vorne dabei – ich habe den März dafür ‘freigeräumt’.
[3. Staffel am 27.2., 13 Folgen]

Zu “Game of Thrones” ist eigentlich alles und noch mehr schon geschrieben worden. Ich gehöre zur Fraktion derer, die nicht die Bücher lesen, und habe daher keinen Plan, was mich in der kommenden Staffel erwartet. Obwohl: der Spitzname ‘Tits & Horses’ ist ja nicht aus der Luft gegriffen…
[5. Staffel ab 12.4., 10 Folgen]

Eine Ära geht zu ende, wenn “Mad Men” sich im Frühjahr mit den finalen Folgen für immer aus dem Sendeplan verabschiedet. Ich bin sehr gespannt, wie es für die vielen herrlichen Figuren enden wird. Möge Serien-Mastermind Matthew Weiner uns und seiner Crew ein (denk-)würdiges Finale bescheren.
[Zweite Hälfte der 7. Staffel ab 5.4., 7 Folgen]

Nachdem mir die erste Staffel von “Hannibal” nicht so sehr zugesagt hat, habe ich mich nur wegen einer ‘Lücke im Spieplan’ auf die zweite Staffel eingelassen. Das wiederum hat sich sehr gelohnt. Extrem düster, brutal, blutig und krank ist diese Serie, dabei doch stets faszinierend und nie vulgär. Mads Mikkelsen spielt die berühmte Figur mit Intensität und Selbstverständlichkeit – weshalb die Show tatsächlich funktioniert, ohne das Original zu kopieren oder zu beleidigen.
[3. Staffel ab Juni 2015, 13 Folgen]

Weitgehend unbekannt (lief glaube ich bei Sky) ist hierzulande “Rectify“, die Geschichte eines Mannes, der nach Verfahrensfehlern über 10 Jahre nach seiner Verurteilung zum Tode aus dem Gefängnis entlassen wird. Das großartige Drama geht in die dritte Runde, es ist noch Zeit genug, sich vorher die 16 Folgen der ersten beiden Seasons anzusehen.
[3. Staffel ab Sommer 2015, 6 Folgen]

P.S.: Wer hier vergeblich auf einen Termin für “The Walking Dead” gesucht hat: diese Show habe ich abgeschenkt. Immer wieder die gleichen Splatterszenen und viel zu wenig Drive in der Story, das ist mir nix.

Kurzkritik: Dear White People

Dear White People FilmplakatComedy/Drama, USA 2014

Regie: Justin Simien; Darsteller: Tyler James Williams, Tessa Thompson, Kyle Gallner

In aller Kürze: Pointierte, clevere und amüsante Auseinandersetzung mit dem alltäglichen Rassismus in den USA.

Worum gehts? Die Geschichte von 4 schwarzen Studenten an einem fiktiven Elite-College. Interne Macht- und Grabenkämpfe unter Studenten und der Administration laufen langsam aber sicher aus dem Ruder – wobei die Fronten nie so richtig klar sind…

Die gute Nachricht: Starke Darsteller und Dialoge, sowie ein gutes Drehbuch, das sich seinem Thema von vielen Seiten nähert und geschickt Anspruch mit Humor mischt.

Die schlechte Nachricht: Für ein deutsches Publikum sind die verhandelten Probleme und Befindlichkeiten nicht leicht zu durchschauen – man sollte sich mit dem Thema zumindest schon einmal befasst haben.

Wer diese Filme mochte sollte einen Blick riskieren:
“Higher Learning”, “The Rules of Attraction”

4/5

Filmkritik: The Riot Club

The Riot Club PosterDrama, UK 2014

Regie: Lone Scherfig; Darsteller: Sam Claflin, Max Irons, Douglas Booth

Mir persönlich war der “Riot Club” der Universität Oxford – oder besser gesagt dessen reale Vorlage, eine elitäre, ca. 1780 gegründete Studentenverbindung namens Bullingdon Club – vor diesem Film kein Begriff. Und ich kann auch nicht beurteilen, wie hoch der ‘Realitätsgehalt’ der Darstellung ist. Fakt ist laut Wikipedia, dass dieser Club existiert und ihm unter anderem Premierminister Cameron und Londons Bürgermeister Johnson angehörten.

Der hochgradig elitäre Kreis nimmt zum beginnenden Semester zwei neue Mitglieder auf. Miles kommt aus reichem Hause, fühlt sich jedoch zu linken Ideen hingezogen und hat ein ‘bürgerliche’ Freundin. Alistair wiederum ist überzeugter Konservativer und jüngerer Bruder eines legendären Präsidenten der Verbindung. Beim jährlichen Festessen geraten die jungen Snobs außer Rand und Band, der schwelende Konflikt zwischen den beiden Neuen eskaliert – eine Katastrophe ist unausweichlich.

“The Riot Club” stellt dessen Mitglieder mehrheitlich als gefühllosen Haufen von sich selbst (und einer großen Menge Alkohol & Koks) berauschten Schnöseln dar. Der Film zeichnet ein extrem negatives und durchaus überzeugendes Bild des Nachwuchses der britischen Eliten; Wahrheitsgehalt und Aussagekraft bleiben jedoch fragwürdig.

Elemente aus “Gossip Girl” (schicke, stinkreiche, unsichere junge Menschen, die nichts mit sich anzufangen wissen) treffen auf solche aus “Dead Poets Society” (zweifelnde, romantische junge Männer auf der suche nach ihrem Platz in der Welt) und den vermeintlichen Nihilismus von “The Rules of Attraction”. Im Zentrum steht jedoch die Kritik an einem System, das sich seinen durch Reichtum, Herkunft und Tradition definierten Eliten unterwirft – was freilich eher behauptet als erklärt wird (jedoch angesichts oben genannten Mitglieder sicher nicht weit hergeholt ist).

Eine Stärke des Films sind die Darsteller, die fast allesamt eine Nominierung für den “Upper Class Twit of the Year” verdient hätten, wenn das kein Monty Python-Sketch wäre. Obwohl “The Riot Club” seine Natur als Lehrstück nicht verhehlt sind die Figuren überzeugend genug, um im Zusammenspiel mit der gelungenen Inszenierung ein intensives und zuweilen mitreißendes Drama auf die Leinwand zu bringen. Ganz gleich, ob man den Thesen (oder ‘Fakten’) des Films wohl gesonnen ist oder nicht, wird “The Riot Club” nur wenige Zuschauer langweilen. Zum Nachdenken regt er gleichwohl eher nicht an, dafür ist das ganze deutlich zu plakativ.

3/5

Kurzkritik: Hector and the Search For Happiness

Hector and the Search For Happiness FilmplakatComedy/Drama, Deutschland/GB/Kanada/Südafrika 2014

Regie: Peter Chelsom; Darsteller: Simon Pegg, Rosamund Pike, Jean Reno, Veronica Ferres, Toni Colette

In aller Kürze: Gut gemeinter und in Teilen auch gut gemachter Versuch, ein witziges, aber nicht anspruchsloses Road Movie über die Suche nach Glück zu drehen.

Worum gehts? Ein von Job, Beziehung und Umfeld gelangweilter Psychiater aus London geht auf Weltreise, um herauszufinden, was Menschen im Allgemeinen und ihn selbst im Speziellen glücklich macht.

Die gute Nachricht: “Hector…” ist beschwingt inszeniert, bietet gut aufgelegte Darsteller und erzählt seine Geschichte in einem sympathischen Tonfall.

Die schlechte Nachricht: Gegen Ende wird es vorhersehbar und sentimental, weil der Film (wie sollte er auch?) keine rechte Antwort auf seine zentrale Fragestellung findet.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
“The Secret Life of Walter Mitty“, “Forrest Gump”

3/5

Kurzkritik: John Wick

Joch Wick FilmplakatAction/Drama, USA 2014

Regie: Chad Stahelski, David Leitch; Darsteller: Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Willem Dafoe, Alfie Allen

In aller Kürze: Stylische und humorlose Kopfschuss-Orgie mit starken Darstellern und gutem Soundtrack.

Worum gehts? Ein ehemaliger Profi-Killer gerät mit seinem Ex-Boss aneinander: die New Yorker Unterwelt ist schnell um ein paar Dutzend Leichen reicher.

Die gute Nachricht: Die bekannte Rachefilm-Formel wird mit guten Action-Choreografien, einer stimmigen, zum Teil extrem temporeichen Inszenierung und überzeugender Besetzung gekonnt variiert.

Die schlechte Nachricht: “John Wick” ist weder spannend noch originell.

Wer diese Filme mochte sollte einen Blick riskieren:
The Equalizer“, “Shoot ‘Em Up“, “Payback”

3/5

Filmkritik: Whiplash

Whiplash FilmposterDrama, USA 2014

Regie: Damien Chazelle; Darsteller: Miles Teller, J.K. Simmons

Der 19-jährige Andrew (Teller) ist besessen von seinem großen Traum – er will ein berühmter Jazz-Schlagzeuger werden. Er studiert an einer Elite-Hochschule für Musik und gerät dort auch schnell ins Blickfeld von Fletcher (Simmons), dem berüchtigten Dirigenten der renommierten “Studio Band”. Fletcher ist ein charismatischer, strenger Über-Vater, der seine Schüler bis an die Grenzen fordert, sie quält und öffentlich lächerlich macht.

Andrews ist fasziniert und entwickelt den manischen Ehrgeiz, den manipulativen Fletcher von sich zu überzeugen. Es entwickelt sich ein – von beiden Hauptdarstellern fantastisch gespielter – Schlagabtausch, der zunehmend ins Extreme abgleitet.

Eine sehr simple Prämisse, wenige Darsteller und eine überschaubare Anzahl von Schauplätzen: “Whiplash” ist sicher nicht das, was man ein cineastisches Spektakel nennt. Der Film verlangt seinem Publikum ab, dass es sich auf die – für viele sicher eher wenig vertraute – Materie einlässt. Dazu gehören auch die vielen sich wiederholenden Szenen der Orchesterproben.

“Whiplash” mischt geschickt Elemente von Coming-of-Age-Filmen, Comedy, Musikfilm (artverwandt mit dem Sportfilm) und klassischem Drama. Dem jungen Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle gelingt eine intensive Inszenierung, die in einem fulminanten Finale ihren Höhepunkt findet. Mir persönlich blieben Zweifel, ob ich die Aussage des Films unterstützen kann (oder sie richtig verstanden habe). Unter dem Strich kein sonderlich zugänglicher Film, der sein Publikum jedoch belohnt und den zumindest Musik-Fans so schnell nicht vergessen werden.

4/5

Update 15.1.15: Mehr Publikum ist nun garantiert. Der Film wurde in den Kategorien “Bester Film” und “Bester Nebendarsteller” für den Oscar nominiert. Dass J.K. Simmons nicht wirklich eine Nebenrolle spielt dürfte den Machern zurecht egal sein…

Kino-Vorschau 2015 – Erstes Halbjahr

Inherent Vice PosterEin kleiner Ausblick auf die ersten Monate des kommenden Kinojahres. Erwähnung finden hier ausschließlich Filme, die ich sehr wahrscheinlich oder ganz sicher im Kino sehen will. Ich bin froher Hoffnung, dass es letztlich noch deutlich mehr Filme sein werden, deren Starttermine schlicht noch nicht feststehen.

Muss sein!

Inherent Vice” ist die Adaption eines Romans von Thomas Pynchon, in dem ein Hippie-Detektiv durch einen labyrinthischen Plot in Los Angeles anno 1970 irrt. War ein herrliches Buch mit einzigartigen Figuren, dem Trailer nach zu urteilen hat Paul Thomas Anderson (“Boogie Nights”, “The Master”) bei der Verfilmung gute Arbeit geleistet – ich freu mich drauf! Kinostart: 12. Februar [zum Trailer]

Das Ewige Leben” ist die vierte Verfilmung von Wolf Haas’ Romanreihe um den Ex-Polizisten Brenner. Soweit ich mich entsinne ist die Vorlage eines der stärksten Bücher, es sollte also auch ein sehenswerter Film dabei rauskommen, zumal mit Regisseur Wolfgang Murnberger und Hauptdarsteller Joseph Hader die bekannte kongeniale Crew verantwortlich zeichnet. Kinostart: 19. März [zum Teaser]

Vielleicht auch gut…

Seit dem Festival in Toronto wird “The Imitation Game” als Oscar-Kandidat gehandelt. Benedict Cumberbatch spielt Alan Turing, einen britischen Mathematiker, der im Zweiten Weltkrieg den Enigma-Code der Nazis knacken will. Ob der Film tatsächlich auch im Kino geguckt werden solte, darüber verhandle ich noch mit mir… Kinostart: 22. Januar [zum Trailer]

Gefühlt habe ich Michael Keaton seit “Out of Sight” nicht mehr im Kino gesehen. Nun bekommt hat er einen – wie man so hört – grandiosen Auftritt in “Birdman“. Er spielt darin einen Ex-Filmstar, der durch die Rolle eines Superhelden berühmt wurde. Ein Schelm, wer da Parallelen zur Realität sieht. Außerdem mit dabei sind Emma Stone, Edward Norton und Zack Galifianakis, Regie führt Alejandro Gonnzalez Innaritu (“21 Grams”, “Amores Perros”). Kinostart: 29. Januar  [zum Trailer]

Blackhat” ist der neue Film von Michael Mann (“Heat”, “The Insider”) und wagt sich auf schwieriges Terrain. Nach einer Cyber-Attacke auf ein Atomkraftwerk rekrutieren die Geheimdienste einen inhaftierten Hacker, um den Terror zu beenden. Da kann viel schief gehenn, aber vielleicht wird es auch großes und bedrückend aktuelles Kino. Kinostart: 5. Februar [Zum Trailer]

Locker ebenso großes Trash-Potential hat “Jupiter Ascending“, der neue Film der seit “Matrix” nicht mehr sonderlich erfolgreichen Wakowskis. Darin begegnet die Menschheit ihren echten Vorvätern und fernen Planeten/Zivilisationen. Wenn ich so drüber nachdenke ist das mir das sehr sicher nix – aber nun steht der Streifen ja schon hier. Was soll’s. Kinostart: 5. Februar [zum Trailer]

Ebenfalls für die Oscars im Gespräch ist “A Most Violent Year” mit Oscar Isaac und Jessica Chastain. Der Film erzählt von aufstrebenden Immigranten in New York Anfang der 80er Jahre. Sieht mir nach einem potentiell wirklich überzeugenden Drama aus, ob die große Leinwand hierfür Pflicht ist wird sich zeigen. Kinostart: 19. März [zum Trailer]

Ziemlich sicher im Kino werde ich “Avengers 2 – Age of Ultron” sehen, schließlich wird es sich mindestens wegen der Effekte lohnen. Tatsächlich macht der Trailer allerdings den Eindruck, dass es auch insgesamt ein guter Film werden könnte. Schön wär’s! Kinostart: 30. April [zum Trailer]

 

Kurzkritik: The Judge (Der Richter – Recht oder Ehre)

The Judge PosterDrama, USA 2014

Regie: David Dobkin; Darsteller: Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Fermiga, Billy Bob Thornton

In aller Kürze: Gerichts- und Familiendrama, das sich ausschließlich auf seine Hauptdarsteller verlässt und letztlich zur Moralpredigt wird.

Worum gehts? Ein Staranwalt kehrt in seine Kleinstadt-Heimat zurück, wo er seinen störrischen Vater (selbst Richter von Beruf) verteidigt, der mutwillig einen Ex-Häftling totgefahren haben soll.

Die gute Nachricht: Die Darsteller sind gut, die Inszenierung ist solide, inklusive schöner Bilder aus dem “corn belt” der USA.

Die schlechte Nachricht: Der Film ist zu lang, die Story zu oft vorhersehbar – es fehlt an echter Spannung.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
Letztlich alle John Grisham-Verfilmungen oder auch einfach “Matlock”

2/5

Kurzkritik: The Interview

The Interview FilmposterComedy, USA 2014

Regie: Seth Rogen & Evan Goldberg; Darsteller: James Franco, Seth Rogen, Lizzy Caplan

In aller Kürze: Der Hacker-Angriff auf Sony Pictures kam angeblich aus Nordkorea – weil Diktator Kim sich in dieser Klamotte (völlig zu Recht) übelst veräppelt sieht.

Worum gehts? Ein dümmlicher Showmaster und sein Produzent wollen durch ein Interview mit Kim Jong Un Geschichte schreiben; die CIA will die beiden zu Killern umfunktionieren.

Die gute Nachricht: “The Interview” ist politisch vollkommen unkorrekt und bietet einige wirklich witzige Momente (obwohl Kim Jong Un natürlich schwer zu persiflieren ist).

Die schlechte Nachricht: Der Film erreicht nie die Klasse von “Zoolander” und ist auch keine sonderlich treffende Medien-Satire (weil zu platt).

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
“Zoolander”, “Das ist das Ende”

3/5

Meine Top-10 Filme 2014

Copyright: Indigo Films
Copyright: Indigo Films

Alle Jahre wieder ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit hier meine Top-10 für 2014. Wenn ich mir die Liste so ansehe sieht es nach einem großartigen Kinojahr aus – kam mir allerdings überhaupt nicht so vor. Liegt aber sicher auch daran, dass ich mehr denn je auf Serien ausgewichen bin.

  1. La Grande Bellezza – Die große Schönheit
  2. Gone Girl
  3. The Wolf of Wall Street
  4. The Grand Budapest Hotel
  5. Her
  6. Interstellar
  7. Boyhood
  8. Edge of Tomorrow
  9. Under the Skin
  10. Calvary

Auch gut: Predestination, The Two Faces of January, Nymphomaniac

 

Kurzkritik: I Origins

I Origins - Im Auge der Wahrheit PosterDrama/Fantasy, USA 2014

Regie: Mike Cahill; Darsteller: Michael Pitt, Brit Marling, Astrid Berges-Frisbey

In aller Kürze: Der ewige Kampf zwischen Wissenschaft und Spiritualität/Religion am ‘Beispiel’ von tragisch-mysteriösen Erfahrungen eines jungen Naturwissenschaftlers.

Worum gehts? (Beziehungs-)Drama, in dessen Zentrum ein junger mit der Erforschung des menschlichen Auges befasster “Homo Faber” steht, der auf ein wissenschaftlich unerklärliches Phänomen stößt.

Die gute Nachricht: Solide inszeniert und gut gespielt schafft es “I Origins – Im Auge des Ursprungs” die recht konstruierte Handlung zu echtem Leben zu erwecken.

Die schlechte Nachricht: Die großen AHA-Momente bleiben aus, dem bekannten Thema wird keine wirklich neue Seite abgewonnen. Die unten genannten Filme sind interessantere Abhandlungen sehr ähnlicher Motive.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
Perfect Sense“, “Hereafter

3/5

Kurzkritik: The Equalizer

The Equalizer Movie PosterThriller, USA 2014

Regie: Antoine Fuqua; Darsteller: Denzel Washington, Marton Czokas, Chloe Grace Moretz

In aller Kürze: Brutaler Thriller mit Denzel Washington als gnadenlosem Racheengel.

Worum geht’s? Als eine junge Prostituierte (Moretz) von ihren Zuhältern übel zusammengeschlagen wird sinnt ihr platonischer Freund (Washington als Ex-CIA oder Special Forces oder so) auf Rache. Damit beginnt eine Spirale der Gewalt zwischen russischen Gangster, dreckigen Cops und dem allmächtigen Antihelden.

Die gute Nachricht: Das Ganze ist schick inszeniert, Denzel Washington ist wie gemacht für die Hauptrolle (die er so ähnlich schon häufiger gespielt hat), und der große Showdown im Baumarkt fetzt ziemlich.

Die schlechte Nachricht: “The Equalizer” läuft ziemlich spannungsarm nach Schema F ab, Überraschungen sind Mangelware.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
“Man on Fire”, “Colombiana“, “The November Man

3/5