Kurzkritik: Gringo

Comedy/Krimi, 2018

Regie: Nash Edgerton; Darsteller: David Oyelowo, Joel Edgerton, Charlize Theron, Amanda Seyfried, Thandie Newton

Worum gehts?

Ein angestellter Geschäftsmann (David Oyelowo) verliert innerhalb weniger Stunden und mit tatkräftiger Unterstützung seiner Vorgesetzten (Theron und Edgerton) komplett die Kontrolle über sein Leben – in dem plötzlich falsche Kidnapper, echte Drogenbosse und einige Zufallsbekanntschaften die Hauptrollen spielen.

Was soll das?

„Gringo“ ist als „Road Comedy“ angelegt, in dem die liebenswerte, glücklose Hauptperson schwere Prüfungen zu bestehen hat. Das äußerst prominente (aber weitgehend verschenkte) Ensemble verspricht dem Film ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit.

Taugt das was?

Nein. „Gringo“ hat so seine Momente und Stärken, doch insgesamt fehlt es dem Geschehen einfach an Substanz und Klasse. Weder die Comedy- noch die Krimi/Thriller-Anteile laufen richtig rund. Aus den vielen Teilen und Ideen wird keine Geschichte aus einem Guss, sondern eine leidlich unterhaltsame Nummernrevue, die man sich ganz wunderbar einfach sparen kann.

2/5

Kurzkritik: Fahrenheit 451

Science-Fiction, 2018

Regie: Ramin Bahrani; Darsteller: Michael B. Jordan, Michael Shannon, Sofia Boutella

Worum gehts?

Die HBO-Verfilmung des berühmten Romans von Ray Bradbury aus dem Jahr 1953 spielt in einer aus heutiger Sicht nicht allzu fernen Zukunft. Da ich das Buch nicht gelesen habe kann ich nicht beurteilen, ob sich der Film darüber hinaus weit von der Vorlage entfernt…

Was soll das?

Die großen Themen des Romans sind aktuell schwer angesagt, die Idee war hier sicher, das ganze in eine zeitgemäße Form zu bringen.

Taugt das was?

Leider nein. Das Szenario erscheint zwar immerhin einigermaßen stimmig. Doch die Handlung und die Figuren in „Fahrenheit 451“ können nicht überzeugen. Vor allem die Wandlung der Hauptfigur vom bücherverbrennenden „Feuerwehrmann“ zum Widerstandskämpfer ist absolut unglaubwürdig. Es bleibt ein gut gemeintes Lehrstück, das weitgehend spannungsfrei und mit holprigen Dialogen seinen Gang geht.

2/5

 

Kurzkritik: Game Night

Comedy/Thriller, 2018

Regie: John Francis Daley, Jonathan Goldstein; Darsteller: Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler

Worum gehts?

Das Ehepaar Max und Annie zelebriert mit ihren Freunden regelmäßige ausschweifende Spieleabende. Als eines Tages Max‘ großer Bruder mit einsteigt und ein „Gesellschaftsspiel“ der besonderen Art organisiert, laufen die Dinge zunehmend aus dem Ruder – was ist noch Spiel, und was ist tödlicher Ernst?

Was soll das?

„Game Night“ schickt seine dem gediegenen Vorstadtleben entstammenden Figuren auf einen Höllenritt durch innerliche und äußerliche Abgründe. Das Publikum ist eingeladen mitzuraten, welche Entwicklungen zum ‚Spiel‘ gehören und welche nicht…

Taugt das was?

Ja, das ganze ist kurzweilig und nicht unwitzig, allerdings auch recht vorhersehbar und formelhaft, insbesondere bezüglich der Figurenzeichnung und -entwicklung. Mehr als Zerstreuung sollte man hier nicht erwarten, echte Spiele-Freunde tun sich vielleicht eher einen Gefallen, wenn sie ihrem Hobby treu bleiben, statt sich die Hollywood-Version davon anzuschauen.

3/5

 

Kurzkritik: Ataris Reise (Isle of Dogs)

Animation/Abenteuer/Comedy, 2018

Regie: Wes Anderson ; Darsteller (Stimmen): Bryan Cranston, Edward Norton, Scarlett Johannson, Bill Murray

Worum gehts?

Japan in naher Zukunft. Der Bürgermeister der Großstadt ‚Megasaki‘ hat alle Hunde wegen grassierender Tierkrankheiten auf eine Insel verbannt, wo sie ein trost- und herrenloses Dasein fristen. Bis ausgerechnet der kleine Neffe des Bürgermeisters verzweifelt versucht seinen geliebten Vierbeiner zu finden – und einige bisher unbekannte Fakten über das ganze Szenario ans Tageslicht kommen.

Was soll das?

Wes Anderson arbeitet hier zum zweiten Mal (nach „The Fantastic Mister Fox“) mit sprechenden Tieren im Stop-Motion-Format. „Ataris Reise“ setzt liebevoll animierte und brüllend komische Tiere in einem dystopischen Setting mit klarer Gesellschaftskritik in Szene. Wie ernst die nun wiederum gemeint ist kann sicher lang und breit debattiert werden.

Taugt das was?

Ja. In hohem Tempo liefert Andersons Film Comedy mit vielen Facetten. Das hohe Tempo mit den vielen Zeitsprüngen wird nicht jedem gefallen, passt jedoch inhaltlich und stilistisch wunderbar. Auf dem Weg zum großen Finale haben sich beim Autor dieser Zeilen durchaus kleinere Ermüdungserscheinungen eingestellt, die das Vergnügen aber nur sehr leicht geschmälert haben.

4/5

 

Kurzkritik: Red Sparrow

Agentendrama, 2018

Regie: Francis Lawrence; Darsteller: Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts

Worum gehts?

Ein Unfall beendet die Ballerina-Karriere der jungen Dominika (J. Lawrence). Auf Betreiben ihres einflussreichen, für den Geheimdienst arbeitenden Onkels Vanya (M. Schoenearts) landet sie im knallharten Agenten-Ausbildungscamp des „Sparrow“-Programms. Ihr erster Auftrag ist die Enttarnung eines hochrangigen russischen Maulwurfs, der von dem US-Agenten Nash (J. Edgerton) geführt wird.

Was soll das?

„Red Sparrow“ ist in weiten Teilen ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel in der Welt der Spionage, der Plot führt von Moskau nach Budapest und London. Im Zentrum des Films steht die Frage nach den wahren Motiven und Loyalitäten der Hauptfiguren. Doch auch die Themen (Geschlechter-)Freiheit und Kontrolle spielen eine entscheidende Rolle – schließlich ist Dominika nicht freiwillig zum „Sparrow“ geworden…

Taugt das was?

Durchaus, vor allem für Freunde des gepflegten Agentenfilms. „Red Sparrow“ ist spannend, meist auf niveauvolle Art unterhaltsam (etwa die starke Parallelmontage gleich zu Beginn), dabei allerdings etwas zu lang geraten. Die Story greift oft auf klassische „Küchenpsychologie“ zurück (insbesondere in den Boot Camp-Szenen), was zuweilen schon in Richtung unfreiwillige Komik geht. Dass in der englischen Originalfassung des Films alle russischen Figuren untereinander Englisch sprechen (mit russischem Akzent) ist eine schlechte Entscheidung der Produzenten, man kommt aber drüber hinweg. Für zarte Gemüter ist das Ganze sicher nichts, neben viel nackter Haut gibt es auch jede Menge brutaler Folterszenen zu sehen.

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Hunger Games“ meets „Mission: Impossible“ meets „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“

4/5

Kurzkritik: Anon

Sci-Fi/Krimi, 2018

Regie: Andrew Niccol; Darsteller: Clive Owen, Amanda Seyfried, Colm Feore

Worum gehts?

In der Welt von „Anon“ findet die Überwachung der Menschen nicht mehr von außen statt, sondern von innen. Jede Sekunde audiovisueller Wahrnehmung (sowohl „live“ als auch Erinnerungen) wird digital aufgezeichnet und steht den Behörden zur Verfügung. Verbrechen sind so gut wie ausgerottet – die Chance, ungestraft davon zu kommen ist zu gering. Doch jemand schafft es, das System zu hacken, ein Mordfall bleibt unaufgeklärt. So muss Polizist Sal (Owen) neue Wege betreten, um das Rätsel zu lösen…

Was soll das?

„Anon“ ist ein Sci-Fi-Drama mit einer sehr eindeutigen Botschaft. Das Szenario ist ganz auf diese abgestimmt, visuell trägt trägt der Film eindeutig die Handschrift von Regisseur Andrew Niccol („Gattaca“, „In Time“).

Taugt das was?

Ja und nein. Weil „Anon“ so eindeutig eine Message verbreiten will und alles darauf ausrichtet, fühlen sich Szenario und Plot eben wie Mittel zum Zweck an – nicht wie eine Geschichte mit innerer Logik. Weil das Ganze aber gut gespielt, optisch sehenswert und kurzweilig inszeniert ist, hat es mir aber trotzdem ausreichend Spaß gemacht, um nicht als Fehlgriff gelten zu müssen.

3/5

Kurzkritik: Babylon Berlin (Staffel 1)

Drama/Krimi, 2017

Von Henk Handloegten, Tom Tykwer, Achim von Borries; Darsteller: Volker Bruch, Liv Lisa Fries, Peter Kurth, Lars Eidinger

Worum gehts?

Berlin in den 1920er Jahren. Ein Kölner Polizist kommt mit einem pikanten Auftrag in die Stadt. Seine Ermittlungen führen ihn bald mitten in die Unterwelt und in ein Netz von politischen Verstrickungen und tödlichen Rivalitäten..

Was soll das?

Die aufwändig produzierte Serie bietet „historical fiction“ mit dem Anspruch, sowohl zu unterhalten als auch eine politisch und kulturell äußerst spannende Ära zu portraitieren.

Taugt das was?

Ja, „Babylon Berlin“ kann sowohl visuell, produktionstechnisch als auch darstellerisch überzeugen. Die Story ist spannend, die Figurenzeichnung gelungen – letztere hätte meiner Meinung nach aber durchaus noch mehr Platz in der Serie einnehmen dürfen.

Wo kann ich das gucken?

Siehe hier.

4/5

Kurzkritik: The Death of Stalin

Komödie, 2018

Regie: Armondo Ianucci; Darsteller: Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Jeffrey Tambor

Worum gehts?

Nach dem Tod Stalins müssen die übrigen Mitglieder des Politbüro entscheiden, wie es in der Sowjetunion weitergehen soll. Es gilt ein Staatsbegräbnis zu organisieren, Stalins Kinder die schlechte Nachricht zu überbringen, und natürlich einen Nachfolger zu finden…

Was soll das?

„The Death of Stalin“ macht aus den dramatischen Tagen nach dem Tod des allmächtigen Alleinherrschers eine satirische Schmierenkomödie. Die Charaktere übertreffen sich in Sachen Bigotterie und Hinterhältigkeit, während „die Politik“ zum Spielball ihrer Machtspiele wird.

Taugt das was?

Tatsächlich ist der Film brüllend komisch, wenn man sich erstmal an das etwas ungewöhnliche ‚Format‘ gewöhnt hat. Die pointierten Dialoge und das hohe Tempo sorgen für gelungene Unterhaltung – ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen sollte man allerdings schon mitbringen.

4/5

Kurzkritik: Lucky

Drama/Comedy, 2017

Regie: John Caroll Lynch; Darsteller: Harry Dean Stanton, James Darren, David Lynch, Ron Livingston

Worum gehts?

Lucky ist 90 Jahre alt und lebt in einem kleinen Kaff am Rande der Wüste, irgendwo im Westen der USA. Sein Alltag ist eine Routine aus Zigaretten, Fernsehen, Joga-Übungen, Einkäufen und Besuchen des örtlichen Diners sowie der Bar.

Was soll das?

Dabei sein ist alles. „Lucky“ hat keinen Plot (auch wenn einige Dinge passieren in den knapp 90 Minuten Laufzeit), sondern folgt einfach seiner Hauptfigur auf Schritt und Tritt. Lucky ist alt und allein, aber nicht senil und einsam. Er hat eigentlich alles gesehen im Leben, ist aber weiter an seinem Umfeld interessiert. Und er lebt zwar gerne, kann sich aber so langsam auch eine Welt ohne sein Zutun vorstellen…

Taugt das was?

Ja. Der Film lohnt sich allein schon wegen David Lynch als kauzigem Nachbarn, der eine schlichtweg wunderbare Theorie zum Verschwinden seines Haustiers (einer Schildkröte) präsentiert. „Lucky“ ist ein kleiner Film, in dem es vordergründig um nichts geht. Auf seine knuffige, unprätentiöse Art hat der Film durchaus einiges zu sagen. Harry Dean Stanton – zum Zeitpunkt des Drehs tatsächlich 90 Jahre alt – kennt man aus -zig Filmen in Nebenrollen (seine bekannteste Hauptrolle spielte er in Wim Wenders’ “Paris, Texas”), ist hier sicher in “seiner letzten großen Rolle” zu sehen. Und was für eine coole Rolle das ist…

 

4/5

 

Kurzkritik: Molly’s Game

Drama/Thriller, 2018

Regie: Aaron Sorkin; Darsteller: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Sera

[Trailer (EN) bei IMDB.com]

Worum gehts?

Als ihre Sportler-Karriere wegen einer schweren Verletzung ein jähes Ende findet, geniesst Molly Bloom (J. Chastain) erstmal das Leben in Los Angeles. Dort arbeitet sie bald für den Veranstalter einer hochkarätigen Pokerrunde mit berühmten Schauspielern – ihr Einstieg in eine Welt, in der sie entschieden ihren Aufstieg zum Reichtum beginnt.

Was soll das?

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten. Gleich zu Beginn sucht Molly einen Anwalt (I. Elba) auf, weil das FBI ihre Verbindungen zu Figuren der Unterwelt untersucht. So erzählt „Molly’s Game“ dann in großen Teilen per Rückblenden Mollys Werdegang, während in der Gegenwart der Prozess in vollem Gange ist.

Taugt das was?

Erfreulicherweise ja. Der Film ist unterhaltsam, witzig, spannend und hervorragend gespielt. Neben Hauptdarstellerin Jessica Chastain kann vor allem das Drehbuch mit dem richtigen Gespür für die Figuren und starken Dialogen punkten. Eine nicht unerhebliche Portion Hollywood-Pathos ist vorhanden, aber wohl dosiert. Und auch dass „Molly’s Game“ einen Tick zu lang geraten ist lässt sich locker verschmerzen.

4/5

Kurzkritik: Hap & Leonard (Staffel 3)

Krimi/Drama, 2018

Showrunners: Nick Damici, Jim Mickle ; Darsteller: Michael Kenneth Williams, James Purefoy, Tiffany Mack

Worum gehts?

Die aus der vorigen Staffel bekannte schöne Anwältin Florida verschwindet, ausgerechnet in der Kleinstadt Grovetown, die einen Ruf als KKK-Hochburg hat. Hap & Leonard machen sich auf die Suche, die Spur führt von einer verschollen geglaubten Blues-Aufnahme zum lokalen Radio-DJ…und dann immer tiefer in die Abgründe von Grovetown.

Was soll das?

Die dritte Staffel ähnelt der zweiten deutlich mehr als der ersten. Derr Ton ist ernst, aber nicht gänzlich hoffnungslos – die zwei namensgebenden Haudegen lassen sich ja bekanntlich sowieso von nichts und niemandem unterkriegen, und sind nie um einen guten Spruch verlegen.

Taugt das was?

Ja, die Serie hält ihr Niveau und kann erneut überzeugen. Ich bin allerdings mal gespannt, ob die Show – sofern es weitergeht – noch einmal frische Impulse setzen kann. Sonst läuft sie Gefahr es sich in ihrer (absoluten bemerkenswerten) Nische allzu bequem zu machen.

Wo kann ich das gucken?

Aktuell nur bei Amazon Prime Video.

4/5

Kurzkritik: Altered Carbon (Serie)

Science Fiction, 2018

Creator: Laeta Kalogridis; Darsteller: Joel Kinnaman, James Purefoy, Martha Higareda, Dichen Lachman

Worum gehts?

In der Zukunft von „Altered Carbon“ sind die Menschen unsterblich geworden. Allerdings nur die reichsten unter ihnen, die munter von einer menschlichen „Hülle“ in die nächste steigen. Als einer der reichsten der Reichen beinahe ermordet wird heuert dieser einen besonderen Ermittler an – den ehemaligen Elite-Cop und aktuellen Gefängnis-Insassen Kovacs, der dafür aus dem Dämmerschlaf geweckt und in einen neuen Körper transferiert wird.

Was soll das?

Das ist mal wieder eine gute Frage. Die Serie hat eine Menge Themen und Motive, in erster Linie den „Fluch“ der Unsterblichkeit und die grundsätzliche Frage, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Der Krimi-Plot ist nur ein Aufhänger, der das Publikum immer tiefer in die Dystopie der Serie und die geschichtlichen Hintergründe ihrer Entstehung führt.

Taugt das was?

Mein Geschmack war es nicht wirklich. „Altered Carbon“ schafft es, gleichzeitig zu viel und zu wenig anzubieten. Der Plot bewegt sich sprunghaft, auch die Figurenentwicklung kann nicht überzeugen. In der Hauptrolle schien mir Joel Kinnaman (der in „The Killing“ absolut großartig war) eher eine Fehlbesetzung zu sein. Ohne echtes Interesse für die Charaktere wird das Ganze dann zu einer temporeichen und stylischen, aber auch ermüdenden Angelegenheit.

Wo kann ich das gucken?

Aktuell nur bei Netflix.

3/5

Kurzkritik: American Crime Story – The Assassination of Gianni Versace (Serie)

Drama, 2018

Showrunner: Tom Rob Smith; Darsteller: Darren Criss, Edgar Ramirez, Ricky Martin, Penelope Cruz

Worum gehts?

Der Name sagt es eigentlich. Wobei mir nicht wirklich klar war, wer Gianni Versace anno 1997 in Miami Beach umgebracht hat, und welche Story sich hinter der Aufklärung des Falles verbirgt.

Was soll das?

Die zweite Staffel „American Crime Story“ ist weniger Gesellschaftsporträt als die erste, und insgesamt mehr das Psychogramm eines Killers als ein Krimi. Geschickt hebt sich der Film die Backstory seiner Hauptfiguren für den Mittelteil auf, und baut so Spannung auf zwischen dem Beginn (der Ermordung Versaces) und dem Finale (der Jagd der Behörden auf den Täter, Andrew Cunanan).

Taugt das was?

Die größte Qualität der Serie (bzw. dieser Staffel) sind die großartigen Darsteller, allen voran Darren Criss als langsam vom Sonderbaren ins Psychopathische verwandelnde Andrew Cunanan. Aber auch visuell und erzählerisch überzeugt „American Crime Story“.

Wo kann ich das gucken?

Kann man z. B. hier prüfen.

4/5

Kurzkritik: You Were Never Really Here

Drama/Thriller, 2018

Regie: Lynne Ramsay; Darsteller: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, John Doman

Worum gehts?

Der traumatisierte ehemaliger Soldat und FBI-Agent Joe (J. Phoenix) verdient sein Geld mit dem Aufspüren verschwundener Kids/Teenager – und dem „Bestrafen“ ihrer Peiniger. Sein aktueller Auftrag hat Verbindungen ins politische Milieu und läuft bald übel aus dem Ruder…

Was soll das?

„You Were Never Really Here“ ist eher Psychogramm als klassischer Krimi. Das in meditativem Tempo voranschreitende Erzähltempo wird von zahlreichen Rückblenden (die Joes Vergangheit zeigen, ohne sie je wirklich aufzuklären) unterbrochen, sowie von einzelnen Szenen sehr drastischer Brutalität.

Taugt das was?

Jep. Man muss alerdings schon ein Faible für das Independent-Kino mitbringen, denn der Film gibt sich nicht im Ansatz Mühe ein breites Publikum zufrieden zu stellen. Auch Vergleiche mit „Drive“ sind daher nur bedingt zutreffend, denn dessen Coolness fehlt hier (abgesehen vom Soundtrack).

Wie muss ich mir das vorstellen?

„Taxi Driver“ meets „Spartan“ meets „The Indian Runner“

4/5

 

Kurzkritik: Wonder Wheel

Drama, 2017

Regie: Woody Allen; Darsteller: Kate Winslet, Juno Temple, Justin Timberlake

Worum gehts?

In den 50er Jahren am Strand und Vergnügungspark von Coney Island, New York City, kreuzen sich die Wege der unglücklichen Ehefrau eines Karussellbetreibers, eines jungen Bademeisters und einer abtrünnigen Gangsterbraut.

Was soll das?

Eine tragikomische Dreiecks-Geschichte, die ganz auf die prominenten Darsteller, das pittoreske Setting und Woody Allens Dialoge setzt.

Taugt das was?

Nope. Zwar ist „Wonder Wheel“ gut gespielt und bietet schicke Bilder, doch Figuren, Handlung und Erzählweise sind alles andere als aufregend. Weder dramatisch noch komödiantisch erreicht Allen hier auch nur sein Durchschnittsniveau.

2/5

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