Für die beliebten „Recaps“ von Serien, die ich gerade schaue, fehlt mir leider die Zeit. Daher schreibe ich nur sehr unregelmäßig kurze Beiträge über meinen aktuellen Serienspeiseplan, und ob es mir gerade mal wieder geschmeckt hat oder nicht…

Serien-Vorschau 2015

Mad Men, Final Season PlakatWas es in den nächsten Monaten so im Kino geben wird, hatte ich hier neulich schon einmal nach bestem Wissen zusammengetragen. Nicht weniger interessant ist natürlich, mit welchen Serien es wann los oder weiter geht. Ich orientiere mich hier am US-Zeitplan, da ich keine Lust habe zu prüfen, welcher Sender was wann in der Übersetzung zeigen wird. Das bitte bei Bedarf einfach selber googlen!

12 Monkeys“ hatte letzte Woche einen anständigen Start. Aber die Messlatte liegt angesichts der Genialität von Terry Gilliams Film 1995 sehr hoch, daher bin ich noch nicht sicher, ob ich die erste Staffel zu ende gucken werden (und also mindestens halbherzig empfehlen kann.
[1. Staffel seit 16.1., 13 Folgen]

Erst spät habe ich mit „Justified“ angefangen, der Show um einen schießwütig-charmanten US-Marshall in Kentucky. Hier ist allerdings langsam ein echter und finaler Showdown nötig. Die Serie hat großen Spaß gemacht und darf gern noch ein letztes mal Raylan Givens und seinen Erzfeind aus Kindertagen Boyd Crowder zum Duell antreten lassen – dann ist es meines Erachtens aber auch mal gut…
[6. Staffel seit 20.1., 13 Folgen]

Mit dem Prequel und Spin-Off „Better Call Saul“ kehrt das Universum von „Breaking Bad“ zurück ins Fernsehen. Die Besetzung vor und hinter der Kamera besteht weitgehend aus der alten Crew und die ersten Kritiken (die Previews sind vor ein paar Tagen gelaufen) sind überwiegend positiv. Ich nehme die Show erstmal vorbehaltlos in meinen ‚Stundenplan‘ mit auf.
[1. Staffel ab 8.2.,10 Folgen]

Wie üblich an einem Tag veröffentlichen wird Showtime die dritte Staffel von „House of Cards„. Man kann bezüglich des Realitätsgehalts der Show sicher einige Einwände haben, was den Plot, die Dialoge und Figuren angeht ist die Serie aber ganz sicher weit vorne dabei – ich habe den März dafür ‚freigeräumt‘.
[3. Staffel am 27.2., 13 Folgen]

Zu „Game of Thrones“ ist eigentlich alles und noch mehr schon geschrieben worden. Ich gehöre zur Fraktion derer, die nicht die Bücher lesen, und habe daher keinen Plan, was mich in der kommenden Staffel erwartet. Obwohl: der Spitzname ‚Tits & Horses‘ ist ja nicht aus der Luft gegriffen…
[5. Staffel ab 12.4., 10 Folgen]

Eine Ära geht zu ende, wenn „Mad Men“ sich im Frühjahr mit den finalen Folgen für immer aus dem Sendeplan verabschiedet. Ich bin sehr gespannt, wie es für die vielen herrlichen Figuren enden wird. Möge Serien-Mastermind Matthew Weiner uns und seiner Crew ein (denk-)würdiges Finale bescheren.
[Zweite Hälfte der 7. Staffel ab 5.4., 7 Folgen]

Nachdem mir die erste Staffel von „Hannibal“ nicht so sehr zugesagt hat, habe ich mich nur wegen einer ‚Lücke im Spieplan‘ auf die zweite Staffel eingelassen. Das wiederum hat sich sehr gelohnt. Extrem düster, brutal, blutig und krank ist diese Serie, dabei doch stets faszinierend und nie vulgär. Mads Mikkelsen spielt die berühmte Figur mit Intensität und Selbstverständlichkeit – weshalb die Show tatsächlich funktioniert, ohne das Original zu kopieren oder zu beleidigen.
[3. Staffel ab Juni 2015, 13 Folgen]

Weitgehend unbekannt (lief glaube ich bei Sky) ist hierzulande „Rectify„, die Geschichte eines Mannes, der nach Verfahrensfehlern über 10 Jahre nach seiner Verurteilung zum Tode aus dem Gefängnis entlassen wird. Das großartige Drama geht in die dritte Runde, es ist noch Zeit genug, sich vorher die 16 Folgen der ersten beiden Seasons anzusehen.
[3. Staffel ab Sommer 2015, 6 Folgen]

P.S.: Wer hier vergeblich auf einen Termin für „The Walking Dead“ gesucht hat: diese Show habe ich abgeschenkt. Immer wieder die gleichen Splatterszenen und viel zu wenig Drive in der Story, das ist mir nix.

Sherlock Season 3 – es geht auf höchstem Niveau weiter…

Nachdem die zweite Staffel mit einem Cliffhanger zuende ging nimmt die aktuelle Staffel den Faden geschickt wieder auf. Die drei Folgen sind allesamt keine klassischen, in sich geschlossenen Kriminalfälle, die Serie beschäftigt sich eingehend mit ihren Figuren. Was „Sherlock“ sehr gut tut, denn die Autoren haben eine Menge Ideen, die das Publikum zuweilen gar richtig schockieren können. Hut ab und bitte unbedingt weiter machen!

Serie: Top of the Lake

Top of the Lake PosterKrimi/Drama/Mystery, Neuseeland 2013 (ca. 360 Minuten)

Regie: Jane Campion, Garth Davis

Nach all den Lobhudeleien, die Anfang November durch die hiesigen Feuilletons rauschten, habe ich mir die Miniserie der „Das Piano“-Regisseurin Jane Campion nun auch mal angesehen. Die vielen Vergleiche mit David Lynchs „Twin Peaks“ hinken meiner Ansicht schon gewaltig, aber zumindest eines lässt sich über „Top of the Lake“ sagen: es ist die visuell beeindruckendste, schönste Serie, die ich bisher gesehen habe.

Der Süden Neuseelands ist der faszinierende Schauplatz des Geschehens. Polizistin Robin (Elizabeth Moss aus „Mad Men“) kehrt in ihre Heimat zurück, wo sie es mit einem bitteren Fall zu tun bekommt. Die 12-jährige Tui hat versucht sich das Leben zu nehmen. Sie ist schwanger, doch niemand weiß, von wem.

Das Szenario ist von merkwürdigen Gestalten bevölkert. Da ist Tuis Vater Matt, ein gefährlicher Drogendealer, der die Gegend scheinbar fest im Griff hat, eine Enklave von Frauen in einem abgelegenen Container-Dorf am See, deren Anführerin die charismatisch-schroffe CG (Holly Hunter) ist. Während Robin bei den Ermittlungen nur schwer voran kommt, muss sie sich zunehmend den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen, die an vielen Ecken (und verkörpert durch eine Vielzahl von Figuren) auf sie lauern.

In den besten Momenten ist „Top of the Lake“ stark gespieltes, spannendes und in großartigen, cineastischen Bildern gefilmtes Drama. Dramaturgisch allerdings übertreibt man es mit dem „Understatement“. Dass die Story erst sich nach und nach ihre wahre Seele offenbart finde ich passend – dass die Serie aber an vielen Höhepunkten holprig erzählt ist störend. Ebenso wie die (zu) kurzen Rückblenden, die es nicht schaffen, Vergangenheit und Gegenwart ausreichend in Einklang zu bringen. Man kann sich natürlich an vielen Stellen seinen Teil einfach denken, aber ein bißchen mehr Erklärung, mehr richtige Aufklärung hätte dem Ganzen schon gut getan.

Fazit: Bildgewaltige, stark gespielte Serie, leider mit Mängeln in der dramaturgischen Bauausführung. Für geduldige Zuschauer auf jeden Fall einen genauen Blick wert, weniger geduldige werden sich frustriert abwenden.

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