Die besten Serien des Jahres 2021

Keine neuen Staffeln von „Ozark“,“Barry“, „Teheran“ oder „Better Call Saul“. Und auch einige heiss erwartete neue Serien wie „The Peripheral“ oder „Slow Horses“ haben sich nach hinten verschoben. Danke, Corona! Auf so einige Serien, die ich fest eingeplant hatte, muss leider noch gewartet werden – und ich hoffe, dass die genannten Titel dann nächstes Jahr an dieser Stelle stehen werden….

Fortgesetzt

Succession (Staffel 3)
Nach zwei bärenstarken Staffeln können die Macher der Show das Niveau halten und verzücken das Publikum erneut. Am Ende könnte man sogar zu erkennen glauben, dass „Succession“ (bzw. einige Hauptfiguren) einen kleinen Schritt aus der vorherrschenden, extrem misanthropischen fressen-oder-gefressen-werden-Mentalität ausbricht.

Ted Lasso (Staffel 2)
„Ted Lasso“ ist quasi das Gegenstück zu „Succession“. Der stets gut gelaunte Ted ist ein Anti-Roy Logan, der seine Mitmenschen achtet und ihnen so gut er kann weiterhelfen will – statt sie zur eigenen Belustigung und zum Machterhalt gegeneinander auszuspielen. Zwar schießt die Show hier und da mal über das Ziel hinaus, aber insgesamt bin ich immer noch verdammt dankbar, dass „Ted Lasso“ in düsteren Zeiten so ungetrübt gute Laune verbreitet.

For All Mankind (Staffel 2)
Irgendwie aus dem Off kam letztes Jahr (oder war das schon vorletztes Jahr?) diese ‚alternate history‘-Serie, in der es nach der ersten Mondlandung zwischen den USA und der Sowjetunion so richtig zur Sache geht. Nicht mehr ganz so überraschend kam es also, dass auch die zweite Staffel richtig stark geworden ist. Gut gespielt, spannend und vor allem hervorragend geschrieben – das Paralleluniversum von „For All Mankind“ könnte glatt das unsere sein…

Eine kleine Sonderbehandlung in dieser Rubrik gebührt dieses Jahr „Dexter – New Blood„. Von Showtime als „Miniserie“ vermarktet handelt es sich letztlich natürlich um eine Fortsetzung (es wäre in dieser Zählung die neunte Staffel). Die Idee dahinter ist einfach und nachvollziehbar: das Ende der Show wurde 2013 dermaßen in den Sand gesetzt, dass man nun ein zweites Ende in Form einer weiteren Staffel hinterher gedreht hat. „New Blood“ ist noch nicht ganz vorbei, aber es lässt sich schon sagen – es wird im zweiten Versuch wohl ein würdevollerer Abgang werden…

Weitere solide Fortsetzungen in diesem Jahr waren: „Goliath„, „The Morning Show„, „Truth Be Told“, „What We Do In The Shadows“

Neue Serien

Dieser Abschnitt ist eindeutig der enttäuschendste der Liste. Ich habe generell nicht sehr viele neue Shows überhaupt angefangen, und die wenigsten haben mich wirklich überzeugt.

The Mosquito Coast
Eine spannende Show, die nach dem Finale der ersten Staffel alle Möglichkeiten hat, sich zu entwickeln. Ob das mit Blick auf die Romanvorlage zu erwarten ist, kann ich leider nicht sagen…

„The Flight Attendant“
Diese Serie wiederum ist bei mir – acht Monate nach der Ausstrahlung der letzten Folge – im Ansehen gestiegen. Denn im Verhältnis zu den anderen neuen Serien werden die Stärken deutlich klarer: Nach jeder Folge von „The Flight Attendant“ hatte ich mächtig Bock auf die nächste. Das ist viel Wert, wenn die Konkurrenz eher einem Durchhaltewettbewerb gleicht.

„Loki“
Die erste Folge von „Loki“ ist vielleicht die witzigste Serienfolge des Jahrzehnts. Weil die zugrunde liegende Idee zündet und die Figuren damit (und mit den arschwitzigen Dialogen) ihren Spaß haben, scheint sich hier ein Meisterwerk der Superhelden-Unterhaltung anzukündigen. Doch als ich dann in der letzten Folge mal wieder nur enttäuscht und gelangweilt auf die unausweichlichen Marvel’schen Energiesträhle geglotzt habe, hat die Serie leider ihren Kredit fast gänzlich wieder verspielt. Es wäre natürlich denkbar, dass das nur ein Ausrutscher war – aber storytechnisch ist eine Entwicklung hin zur gewohnten Kost deutlich wahrscheinlicher, als dass Staffel 2 erneut mit überraschendem Witz punkten kann…
erwähnen – bis zum Finale wäre die hier gesetzt gewesen, aber so werde ich eher nicht weiterschauen…

Der Vollständigkeit halber erwähnt: „The Foundation“ hat mich enttäuscht, „Hacks“ fand ich gut, hatte aber so seine Längen, und „Squid Game“ sowie „Y The Last Man“ werde ich möglicherweise noch nachholen…

Miniserien

Mare of Easttown
Ein absoluter Volltreffer, in Sachen Spannung & Krimihandlung ebenso wie als gesellschaftskritisches Drama, dazu hervorragend besetzt und storytechnisch ohne Netz und doppelten Boden zuende gebracht.

The Underground Railroad
Die Adaption des gleichnamigen Romans von Colson Whitehead ist visuell beeindruckend, in erster Linie jedoch ein mächtiger Tritt in den Magen. Die ‚alternate history‘ der Südstaaten kurz vor dem Bürgerkrieg ist voller menschlicher Abgründe, seelischer sowie körperlicher Gewalt. Dennoch gelingt es, das Publikum durch die intensive, abwechslungsreiche Story zu fesseln.

The White Lotus
Ein Todesfall in einem Fünf-Sterne-Resort auf Hawaii ist der Aufhänger für ein Ensemble-Drama, in dem die satirischen Anteile von Folge zu Folge zunehmen. Die gleichermaßen skurrile wie unausweichliche Dynamik der Handlung ist der große Star dieser Show, die offenbar – an neuem Schauplatz und mit weitgehend neuen Figuren – eine Fortsetzung erfahren wird…

Gut, aber nicht großartig: „Your Honor„, „The North Water„, „WandaVision„, „Der Kastanienmann„, „American Crime Story 3 (Impeachment)

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