Filmkritik: Contagion

ContagionEs geht mit einem Husten los. Dann kommen Kopfschmerzen dazu, man fühlt sich schlapp und kann sich kaum auf den Beinen halten. Schließlich macht das Herz schlapp – die Erkrankten sterben. So etwa ist der übliche Krankheitsverlauf bei den Menschen, die sich in Steven Soderberghs „Contagion“ mit dem fiktiven Virus MEV-1 anstecken. Der Film erzählt verstörend nüchtern vom Ausbruch einer globalen Seuche und dem Kampf von Medizinern und hohen Beamten, die Situation in den Griff zu bekommen.

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Die besten Filme des Jahres 2011

Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier die 10 Filme des Jahres, die mir am besten gefallen haben. Platz eins dürfte niemanden verwundern. Ich finde meine Wahl selbst ein wenig langweilig, zumal der Film gefühlt vor zwei Jahren anlief. Aber er war ganz hervorragend und soll auch entsprechend gewürdigt werden.

Die Überraschung des Jahres war für mich „Planet der Affen – Prevolution“, weil er es geschafft hat der totgeglaubten Reihe neues Leben einzuhauchen und eine stimmige Idee zu entwickeln – damit war nicht wirklich zu rechnen nach Tim Burtons miesem Remake von 2001. Den Sprung in diese Liste hat der Film nur knapp nicht geschafft.

UPDATE: Nachdem ich „Planet der Affen – Prevolution“ noch einmal gesehen habe bin ich überzeugt, dass er ganz gewiss in diese Liste gehört und habe sie entsprechend angepasst.

Neu ist in diesem Jahr eine kleine Auflistung meiner liebsten Performances von Schauspielern, jeweils Haupt- und Nebenrolle männlich/weiblich. Das sind aber ganz sicher NICHT meine Tipps für die Oscar-Verleihung!

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Die schlechtesten Filme des Jahres 2011

Der Überraschungshit „The Hangover“ gehörte zu den besten Filmen 2009, auch die Fortsetzung hat ordentlich Spaß gemacht. Weil die Filme so immens viel Geld eingespielten, haben sich viele Studios dazu hinreissen lassen, ebenfalls politisch unkorrekte (Buddy-)Komödien zu drehen. Leider haben sie nicht verstanden, dass es nicht nur der ziemlich derbe Humor war, der die „Hangover“-Streifen auszeichnet.

Und so ist diese Liste voll von Komödien, die jämmerlich daran scheitern, denselben Funken zu entzünden, der „Hangover“ zum Riesen-Hit gemacht hat. Zwischendrin sind aber – Abwechslung muss sein – auch noch ein paar grottige Action-Schinken dabei. Viel Spaß – mit der Liste, nicht mit den Filmen!

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Filmkritik: Sherlock Holmes – Spiel im Schatten

Sherlock Holmes - Spiel im SchattenVor zwei Jahren erfand Regisseur Guy Ritchie die populäre Detektiv-Figur Sherlock Holmes neu – als Helden eines Actionfilms. Gespielt von Robert Downey Jr. wandelte sich die Spürnase vom brillanten, spleenigen Denker zum extravaganten Alpha-Tier mit exzellenten Nahkampf-Techniken. Die Rechnung ging auf, der Film war bei Kritik und Publikum ein Erfolg, auch wenn Puristen mit dem „neuen“ Holmes sicher so ihre Probleme hatten. Ganz ähnlich lässt sich das auch für den zweiten Teil sagen, der die Action-Schraube noch ein wenig fester anzieht und vor allem als Spektakel mit viel Klamauk überzeugt.

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Filmkritik: The Ides of March – Tage des Verrats

The Ides of March - Tage des VerratsFür seine vierte Regie-Arbeit hat sich George Clooney der Politik gewidmet. Genauer gesagt einer fiktiven Episode im Vorwahlkampf der Demokratischen Partei. Da tritt der charismatische Gouverneur Mike Morris (Clooney) gegen den Senator Pullman (Michael Mantell) an. Das Wahlkampf-Team von Morris wird an geführt von Polit-Veteran Paul Zara (Philip Seymour Hoffman) und dem jungen Strippenzieher Stephen Meyers (Ryan Gosling). Auf der Gegenseite kämpft Tom Duffy (Paul Giamatti) mit allen Mitteln darum, den in Umfragen vorne liegenden Morris irgendwie wieder einzuholen.

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Filmkritik: Mission: Impossible – Phantom Protokoll

Mission Impossible - Phantom ProtokollWarum wir hier in Deutschland den inzwischen vierten „Mission: Impossible“-Teil nicht unter dem Originaltitel „Ghost Protocol“ serviert bekommen, sondern als „Phantom Protokoll“, weiss ich nicht so recht. Sei es drum, viel wichtiger ist, dass der Film locker der beste aus der Reihe ist seit Brian De Palma anno 1996 den ersten Teil inszenierte. Obwohl „Ghost Protocol“ nicht ohne Schwächen ist gehört er zu den besten Action- und Agentenfilmen der letzten Jahre und ist gleichzeitig (neben „Hangover 2“) der beste Blockbuster des laufenden Jahres.

Der Film beginnt rasant mit einer Agenten-Operation in Budapest, gefolgt von einem spektakulären Gefängnis-Ausbruch in Moskau, einem nicht minder spektakulären Einbruch im Kreml, der verheerende Folgen hat – und damit geht es für Top-Spion Ethan Hunt (Tom Cruise) erst richtig los. Sein Team besteht aus dem Computer-Spezialisten Benji (Simon Pegg, der für eine Menge Lacher sorgt), Agentin Jane (Paula Patton) und Brandt (Jeremy Renner), einem Geheimdienst-Analysten. Ihre Mission ist keine geringere als das Verhindern eines globalen Atomkriegs, den Terroristen mithilfe gestohlener russischer Abschuss-Codes auslösen wollen.

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Filmkritik: Der große Crash (Margin Call)

Der Große Crash - Margin CallDass ein globales Ereignis wie die Finanzkrise (auch Subprime-Krise genannt) auch in Filmen thematisiert wird ist keine Überraschung. Oliver Stone hat „Wall Street 2“ gedreht und sich mit dem Großen und Ganzen auseinandergesetzt, während „The Company Men“ eher von den Folgen für die Bürger erzählte. „Der Große Crash“ (Originaltitel: „Margin Call“) wagt sich ins Zentrum des Geschehens, wählt allerdings im Vergleich zu Stone eine etwas bescheidenere Perspektive.

J.C. Chandor ist Drehbuchautor und Regisseur des Films, der von einer Investment-Bank (angelehnt an die Pleitebank Lehman Brothers) handelt, die in der Krise steckt. Ein Drittel der Angestellten muss gehen, die, die übrig bleiben, gucken sparsam. Nach Feierabend guckt sich der junge Analyst Peter Sullivan (Zachary Quinto) ein unfertiges Konzeptmodell an, das ihm sein soeben gefeuerter Boss als Abschiedsgeschenk hinterlassen hat. Was er da herausfindet versetzt ihn glatt in Panik – gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Will Emerson (Paul Bettany) überlegt er nun, wie mit den brisanten Erkenntnissen über den Zustand der Firma umzugehen ist.

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Neues Projekt: Filmklassiker nachholen

The Kid - Charlie ChaplinUm meinen Film-Horizont mal ein wenig zu erweitern werde ich mir demnächst in schöner Regelmäßigkeit ältere Filme ansehen. Der Plan sieht vor ALLE Filme aus den Top-250 der InternetMovieDatabase zu gucken, angefangen mit dem ältesten („The Kid“ von 1921).

Es geht also los mit (Stumm-)Filmen von Charlie Chaplin, Buster Keaton und Murnau, von denen ich eher mal was gehört habe, als dass ich sie mir (bisher) mal am Stück angeguckt hätte. Zu jedem Film werde ich auch ein paar Sätze schreiben, allerdings keine ’normalen‘ Kritiken mit abschließender Punktbewertung – das würde nicht passen. Für die Beiträge zum Thema richte ich eine neue Kategorie ein, ich werde dann zu gegebener Zeit drauf hinweisen. Vor Weihnachten wird es wohl nicht mehr losgehen…

 

Filmkritik: Drive

DriveDer Däne Nicolas Winding Refn ist durch die Filme „Bronson“ und „Valhalla Rising“ bekannt geworden, die ich jedoch beide nicht gesehen habe. Wenn sie allerdings an die Virtuosität von Refns neuem Film „Drive“ herankommen, dann hole ich das sicher noch nach. Ryan Gosling spielt hier einen wortkargen Stunt-Fahrer und Kfz-Mechaniker, der seine Fahrkünste gegen entsprechendes Kleingeld auch Gaunern zur Verfügung stellt. Parallel will Werkstattbesitzer Shannon (Bryan Cranston) ihn als Fahrer in einem Stockcar-Team einsetzen. Doch dafür muss er sich erstmal von seinem zwielichtigen Partner Bernie (Albert Brooks) eine Stange Geld leihen…

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Kinovorschau Januar bis März 2012

Das Kinojahr 2011 ist beinahe vorbei, Zeit einen Blick nach vorn zu werfen. In den ersten drei Monaten von 2012 laufen eine Menge Filme an, auf die ich mich sehr freue. Schon im Januar geht es mit Finchers Version von „The Girl with the Dragon Tattoo“ los, außerdem laufen Filme von Steven Soderbergh, Martin Scorsese, Alexander Payne und Clint Eastwood an. Im folgenden also mal ein kleiner und unvollständiger Blick auf den Spielplan der nächsten Monate…

Übrigens: Die Hunter S. Thompson-Verfilmung „The Rum Diary“ mit Johnny Depp hat weiterhin keinen deutschen Starttermin…

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Filmkritik: Catch .44

Catch .44Die Produzenten von „Catch .44“ müssen gewusst haben, wie deutlich man dem Film seine Vorbilder ansieht. Die Vorbilder wiederum haben eines gemeinsam – sie stammen alle von Quentin Tarantino. Die Zeitsprünge kommen aus „Pulp Fiction“, das zentrale Blutbad aus „Reservoir Dogs“, die dauerquatschende und streitende Runde junger Frauen aus „Death Proof“. Die Frage ist, ob niemand sehen wollte, dass „Catch .44“ diese Filme mehr schlecht als recht kopiert. Oder ob man sich darauf verlassen hat, dass diese Stilelemente eine junge Zielgruppe auch dann ansprechen, wenn sie so gänzlich ohne Eigenleistung dargeboten werden.

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Filmkritik: Colombiana

ColombianaDie US-Schauspielerin Zoe Saldana wurde als Neytiri in „Avatar“ bekannt, war da allerdings hinter Animation und Makeup (sie spielt ja eine Na’vi) versteckt. In „Colombiana“ braucht sie keine solche Verkleidung, der Film positioniert sie als weltliche Action-Heldin in einem Szenario, dass für gewöhnlich Männern vorbehalten ist. Als kleines Mädchen muss Cataleya in Bogota mit ansehen, wie ihre Eltern im Auftrag von Drogenbaron Don Luis erschossen werden. Mit zarten acht Jahren schwört sie den Killern blutige Rache.

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Filmkritik: Hanna

HannaIrgendwo in der Nähe des Polarkreises, in einem klirrend kalten weißen Nadelwald, lernt man in „Hanna“ die Titelfigur kennen. Ein blondes, schlankes Mädchen, das gerade mit Pfeil und Bogen einen Elch erlegt hat. Hanna (Saoirse Ronan, bekannt aus „Atonement“) lebt dort allein mit ihrem Vater Erik (Eric Bana), und das offenbar schon sehr lange. Musik kennt sie nur vom Namen her, der Anblick eines Flugzeugs versetzt sie in helle Aufregung – Hanna ist offensichtlich keine gewöhnliche 16-Jährige.

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Filmkritik: In Time – Deine Zeit läuft ab

In Time - Deine Zeit läuft abDer neue Film von „Gattaca“-Regisseur Andrew Niccol ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch misslungene Filme Spaß machen können. „In Time“ hat einige gute Ideen – und die sind bei Science-Fiction-Filmen ja besonders wichtig. Nur dass er es leider nicht schafft, diese Ideen stilsicher und stimmig zu entwickeln. Trotzdem macht er Spaß und bietet flotte Unterhaltung; man muss nur die weniger überzeugenden Szenen mit viel gutem Willen einfach gleich wieder vergessen.

Im Szenario von „In Time“ hat Lebenszeit das Geld als Währung abgelöst. Jeder Mensch wird 25 Jahre alt, dann stoppt die biologische Uhr – es gibt also auch keine alten Menschen in dieser Welt. Aber nur wer sich durch Arbeit (oder Diebstahl) genug neue Zeit verdient, kann auch weiterleben. Wer kein neues Guthaben bekommt, für den läuft die Zeit sprichwörtlich ab. So passiert es gleich zu Beginn des Films, um dem Publikum diese unschöne Logik zu verdeutlichen.

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