The Tuxedo

Jackie-Chan-Filme gibt es zu Hunderten in Deutschlands Videotheken. Der Mann dreht, so scheint es, alle drei Wochen einen neuen Film. Ich bin mit seinen Filmen nie so richtig warm geworden, was mich aber nicht daran hinderte, mir „The Tuxedo“ anzusehen, der in Deutschland den Zusatz „Gefahr im Anzug“ trägt. Tuxedo bezeichnet jene Klamotte, die man im Deutschen als Smoking kennt. Und um so einen gehts hier.

Jimmy Tong (Jackie Chan) arbeitet als Chauffeur für den Superagenten Clark Devlin, dem sein Maßanzug herausragende Fähigkeiten beschert. Ausgestattet mit perfekter Kampftechnik und allerlei Gimmicks ist Devlin undercover unterwegs, um irgendeinen Fal zu lösen. Um ehrlich zu sein, ich hab die Story schlicht vergessen. Ist aber egal, Devlin ist bald weg vom Fenster und Tong schlüpft in den Smoking, der ihm dann auch hervorragend passt. Von nun an gibt er sich als Devlin aus, unter anderem vor der hübschen Del Blaine (Jennifer Love Hewitt), die im Auftrag irgendeines Geheimdienstes mit ihm zusammen diesen Fall lösen soll, der mir leider entfallen ist.

Jimmy und Del geraten in eine Reihe von Situationen, in denen Chan seine Trickkiste auspacken kann. Natürlich kommen sich die beiden auch emotional langsam, aber sicher näher. Das alles ist unterhaltsam, wenn auch wenig spektakulär. Ein großer Wurf ist denn „The Tuxedo“ so auch nicht, aber der Film ist einigermaßen komisch, actionreich und kurzweilig. Verglichen mit Nullnummern wie „The Transporter“ waren hier wohl wahre Meister der locker-flockigen Actionkomödie am Werk. So bleibt als Fazit ein durchaus wohlwollendes „Ja, ach!“

5/10

The Body

Ein interessanter Gedanke, daß in Israel die Leiche von Jesus Christus gefunden wird. Für Christen undenkbar, aber für Ungläubige und Anhänger anderer Religionen immerhin nicht ausgeschlossen. Antonio Banderas spielt in „The Body“ Pater Gutierrez, den der Vatikan ob seines unerschütterlichen Glaubens nach Jerusalem schickt, weil dort das ungewöhnliche Grab eines gekreuzigten Mannes entdeckt wurde.Ist es tatsächlich das Grab Jesu? Die israelische Archäologin Sharon und Gutierrez wollen dies herausfinden. Doch die beiden sind ein ungleiches Paar. Während Sharon schnell einen Artikel über das Grab und den Leichnam veröffentlichen will, möchte Gutierrez erst ganz sicher gehen, wer der Tote ist. Während sich die Anzeichen verdichten, das Christus selbst die Leiche in dem Grab ist, sorgt das Geschehen auch für politische Verwicklungen. Die Israelis wollen kooperieren – wenn der Vatikan sie im Kampf gegen eine Teilung Jerusalems unterstützt. Doch die Palästinenser wissen dies und versuchen ihrerseits, die Gebeine des Toten in ihren Besitz zu bringen. Gutierrez lassen diese Entwicklungen zunächst kalt, denn für ihn handelt es sich um eine Sache des Glaubens. Und den droht er über immer neue Fakten zu verlieren. Diese Idee zu verfilmen ist ein äußerst schwieriges Unterfangen.

So wundert es auch nicht, daß „The Body“ letztlich scheitert. Denn auch im Kino geht es um Glauben. Ist es glaubhaft, daß sich die Dinge so abspielen oder entwickeln könnten wie sie auf der Leinwand präsentiert werden? Das frage ich mich als Zuschauer eines Thrillers, der realistisch sein will – und hier die Antwort ist ganz klar nein. Ich glaube nicht, dass das mögliche Grab Jesu abwechselnd bewacht und nicht bewacht werden würde. Ich glaube auch nicht, daß Archäologen jene Knochen in eine Sporttasche einpacken als wären sie Feuerholz. Ich glaube nicht an die Existenz einer Archäologin, die die Evangelien auswendig kennt, aber nicht weiß, was denn für Christen so schlimm daran wäre, wenn der Leichnam Jesu Christi gefunden würde. Und auch die politischen Verwicklungen sind fadenscheinig. Böse Palästinenser entführen Kinder, ein böser Israeli erpreßt den Vatikan – ohne dass man sich dort wundert, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Das Ganze wird zudem auf erstaunlich kleiner Flamme gekocht. Nicht der Papst oder Israels Ministerpräsident greifen ein (oder erfahren wenigstens den Sachverhalt), sondern untere Ebenen – offensichtlich wollte man niemand Wichtigen mit der Darstellung beleidigen.

Banderas spielt seine Rolle gut, ohne daß seine Rolle gut wäre. Denn Gutierrez begreift lediglich die religiösen Folgen, erahnt aber nicht mal im Ansatz die politischen – obwohl ihm ein Palästinenser diese deutlich macht. „Gott hat in der Politik nichts verloren.“ sagt der Pater zu diesem, und das an einem Ort, wo man diese Vorstellung schon ein paar Tage länger über Bord geworfen hat. Es gibt noch mehr zu kritisieren an „The Body“, aber es sei nur noch erwähnt, daß sich die Frage nach der Identität des Toten auf eine sehr voraussehbare Weise klärt. Der Film schafft es, nicht völlig lächerlich zu wirken. Viel mehr aber auch nicht.

2/5

Passwort: Swordfish

Bei uns mit Verspätung ins Kino gekommen, lief „Swordfish“, so der Originaltitel, in den USA bereits vor dem 11. September 2001. John Travolta spielt darin Gabriel Shear, eine schillernde Figur der Unterwelt mit Verbindung zum Geheimdienst, dessen Monolog zu Beginn mit schlechten Hollywood-Filmen abrechnet. Shear plant einen gigantischen Coup, für den er noch einen Top-Hacker braucht. Seine Wahl fällt auf Stanley Jobson (Hugh Jackman), und so schickt er seine sexy Komplizin Ginger (Halle Berry), um diesen zu engagieren.

Aussteiger Jobson weigert sich zunächst, steigt dann aber doch in den undurchsichtigen Multi-Millionen-Raub ein. Nach Travoltas Monolog beginnt der Film mit dem zentralen Raubüberfall und überwältigender Action, um dann seine Geschichte chronologisch bis zu diesem Punkt zu erzählen. Dabei geht es vor allem um die Planung des Coups, aber auch über die Rolle von Ginger bei dem Ganzen und um Jobsons Wunsch, nach dem Raub seine Tochter von deren Mutter (einer Pornodarstellerin) zurück zu gewinnen. Gabriels Intentionen und seine wahren Pläne für den Überfall kommen ans Tageslicht, doch Jobson – der inzwischen realisiert hat, dass es sich nicht um einen reinen Diebstahl handelt – kann nicht mehr zurück.

Nach dem Überfall treten die Mitglieder der Bande eine wahrlich spektakuläre Flucht an, in der ein Bus sich auf eine etwas ungewöhnliche Weise von seinen Verfolgern zu befreien versucht. Als unterhaltsamer Actionfilm funktioniert „Passwort:Swordfish“ durchaus, auch wenn der einzige Held (Hacker Jobson) nur mäßig überzeugend und als Travoltas Gegenspieler ein wenig blass bleibt. Die große Schwäche ist jedoch die künstlich aufgebauschte Story. Zwar ist das Ganze einigermaßen spannend, doch kommt am Ende nicht so richtig raus, was genau sich eigentlich abgespielt hat – war es ein raffinierter Zug von Gabriel, um sich Feinde vom Hals zu schaffen und Geld zu erbeuten? Oder die reine Ausführung eines Regierungs- oder Geheimdienstauftrags? Und Gingers Verhalten macht auch wenig bis keinen Sinn, obwohl sie am Ende eindeutig auf einer Seite steht.In der Deutung der Geschehnisse ist durchaus Diskussionswürdiges zu entdecken, aber all das geht in einem oberflächlichen Actionfilm wie diesem unter.

Denn der Film will keine moralischen Fragen aufwerfen, sondern mit schillernder Action unterhalten und überzeugen. Nun ja, unterhalten tut er. Überzeugen nicht. Bleibt die Frage, was Regisseur und Drehbuchautor über das Geschehen zu sagen haben. Sollte ich was finden, wird es an dieser Stelle nachgereicht.

2/5

Start-Up

„Start-Up“ erzählt die Geschichte von Milo (Ryan Phillipe), einem Informatikstudenten aus Kalifornien, der nach dem Abschluss seines Studiums die Entscheidung trifft, beim Software-Giganten NURV zu arbeiten, anstatt mit seinen Freunden ein „Start-Up“-Unternehmen zu gründen.

NURV-Chef Gary Winston, dessen Figur mehr als nur Ähnlichkeiten mit Bill Gates hat, überzeugt Milo persönlich von den Vorteilen einer Zusammenarbeit. Erstes Ziel ist die Fertigstellung von SYNAPSE, einem System zur globalen Datenübertragung. Im Laufe der Zeit fallen Milo höchst seltsame Dinge an seinem neuen Arbeitgeber auf. NURV ist in kriminelle Machenschaften verwickelt und verschafft sich so entscheidende Wettbewerbsvorteile. Und auch seine Freundin Alice scheint etwas zu verbergen. Menschen sterben, Milo wird überwacht, Absichten bleiben im Dunklen – und so geht es bis zum erbärmlichen Finale des Films.

Die wirre und völlig unglaubhafte Story von „Start-Up“ ist nicht in der Lage, einen ernsthaft für die Charaktere zu interessieren, gleiches gilt für die Schauspieler. Trotz einiger spannender Szenen wirkt das Geschehen gekünstelt und konstruiert. Und dass sich einige Figuren erst am Ende als gut/böse zu erkennen geben, ist so klar, dass man sich wünscht, zur Überraschung gäbe es mal keine Wendungen!Das ganze Gerede von SYNAPSE läßt die Frage offen, wie das eigentlich funktionieren soll. So wie ich das sehe hat Gates, äh Winston, etwas ähnliches wie UMTS am Start, ohne allerdings auf kompatible und verbreitete Hardware angewiesen zu sein. Seine Satelliten senden automatisch auf jeden Fernseher – sehr interessant! Dabei verschenkt der Film die Möglichkeit, aus dem interessanten Thema eine schlüssige Story herauszuholen.

Unfairer Wettbewerb unter Softwarefirmen, Monopole und Mitarbeiter, die der Sache auf die Schliche kommen – das hätte doch für ein anständiges Drehbuch genügen können. Aber „Start-Up“ teilt so naiv in Gut und Böse, das es schnell langweilig wird. Natürlich werden Milo und die anderen Nerds den Software-Riesen besiegen. Dabei quatschen sie ununterbrochen von „open source“, ganz als wäre das die Lösung für alle Probleme.

Das große Finale ist sich dann nicht mal mehr für folgendes zu schade: Milo und Winston sitzen vor ihren Laptops, Winston versucht Satelliten abzuschalten, Milo will sie einschalten. Beide haben eine Liste mit 12 Codes, die sie zunächst beide von oben nach unten durchgehen. Milo probiert es dann mal andersherum. Winston auch, denn, wie er stolz ausruft: „Ich weiß genau wie er denkt!“. Na, herzlichen Glückwunsch!

1/5

Final destination

Teenie-Horrorfilme gibts wie Sand am Meer, nicht erst seit Wes Craven mit „Scream? zeigte, dass man trotz 26 „ElmStreet?-Teilen damit noch Geld verdienen kann. In den späten Neunzigern kamen Langweiler a la „Düstere Legenden? und Konsorten heraus, allesamt mit Fortsetzung versteht sich.Auch „Final Destination? schwimmt auf dieser Welle mit, und so müssen auch hier vorzugsweise Teenager dran glauben. Richtig viele davon geben gleich zu Beginn des Films den Löffel ab. Eine Schulklasse besteigt ein Flugzeug nach Paris, doch weil Alex (Devon Sawa) eine Schreckenvision vom Absturz dieses Fliegers hat und ausrastet, müssen er und fünf andere Schüler zusammen mit einer der Lehrkräfte vor dem Start aussteigen. Während sie sich noch beschimpfen und fragen, wer denn nun Schuld am Rauswurf sei, fliegt das Flugzeug tatsächlich in die Luft.

Eine Ende mit Schrecken? Nicht ganz, denn wie Alex bald herausfindet, hat der Sensenmann alle noch auf seinem Zettel stehen, die damals das Flugzeug verließen. Nachdem die ersten über den Jordan gegangen sind, beginnen Clear, Billy und Carter (allesamt Klassenkameraden von Alex) langsam, an den „großen Plan? zu glauben, der laut Alex dabei ist, sie nach und nach ihrer sterblichen Hülle zu berauben. Und es kristallisiert sich auch eine Reihenfolge heraus, in der dies geschehen soll…

Obwohl auch „Final Destination? genre-typisch voller Klischees ist, muss ich doch gestehen, dass der Film seine Geschichte ganz gut und mit einigen netten Schockeffekten erzählt. Vielleicht liegt auch ein großer Vorteil darin, dass kein maskierter Killer mit Umhang und langem Messer den Teenies ans Leder will. Der Tod tritt hier als eine Art „Was-passiert-dann?-Maschine mit Todesfolge auf, und ist teils sehr nett anzuzsehen. Das Urteil „wenig nervtötend? ist für einen Teenie-Horror-Streifen wohl eine Art Ritterschlag, den sich der Film in seinen kurzweiligen und blutigen 94 Minuten aber durchaus verdient. Die Story nimmt am Ende ziemlich plötzlich den Notausgang, wahrscheinlich weil ein zweiter Teil längst geplant war. Inzwischen ist „Final Destination2“ bereits gedreht,aber ob der auch noch sein muss, dass entscheide ich ein andermal.

3/5

Go

„Go“ ist Doug Limans zweiter Film nach dem Überraschungserfolg „Swingers“. Der Regisseur beschäftigt sich wieder mit jungen Leuten, diesmal jedoch mit einem noch höheren Erzähltempo, einer „Pulp Fiction“-artigen Struktur und ohne den melancholischen Ernst des Vorgängers. Im Mittelpunkt seines Filmes stehen drei Gruppen, die alle auf die ein oder andere Art in einen kleinen Drogendeal verwickelt sind. Verkäuferin Ronnas Weg kreuzt den der beiden Soap-Stars Adam und Zack. Aus einem kleineren Ecstasy-Deal entwickelt sich eine mittelschwere Katastrophe. Ganz nebenbei ist eine dritte Gruppe unterwegs nach Las Vegas, anscheinend ein wiederkehrendes Liman-Motiv.Dieser inszeniert seine Geschichten mit sicherer Hand und einem guten Gespür dafür, welche Richtung der Film nehmen muß, um nicht inmitten von verschiedenen Erwartungen an die Story zu implodieren. So wie er seine Charaktere zunächst auf eine haarsträubende Reise schickt, so holt er sie am Ende wieder in die Normalität zurück, ohne dem Geschehen damit in den Rücken zu fallen.

Die Handlungsstränge, die sich alle an einigen Punkten wiedertreffen, sind allesamt so unterhaltsam wie überzogen. Der Film geht sein hohes Tempo bis zum Schluß, und er bezahlt das natürlich in Teilen mit seiner Glaubwürdigkeit – was allerdings nicht wirklich stört. Ich sehe den Film als reine Komödie mit Anleihen bei der Realität, nicht anders herum. Die hierzulande weitgehend unbekannten Schauspieler machen einen guten Job, und so ergibt sich ein kurzweiliges Vergnügen, ein Film, der sich verpflichtet fühlt seine zumeist jungen Zuschauer zu unterhalten. Und das tut er auch ? mit der Konsequenz, daß nicht so junge Zuschauer möglicherweise wenig Gefallen am Geschehen finden könnten.

4/5

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