Filmkritik: Gone

GoneIch kenne Schauspielerin Amanda Seyfried seit ihrem ersten Auftritt in der Serie „Veronica Mars“, was schon eine ganze Weile her ist. Seitdem hat sie in vielen Kinofilmen mitgewirkt, aber so richtig glücklich war ihre Rollenwahl dabei eher nicht. Sie war Megan Fox‘ Sidekick in dem schrägen Teenie-Quatsch „Jennifer’s Body„, spielte die Hauptrolle in dem langweiligen Horror-Märchen „Red Riding Hood“ und war bei „In Time“ an der Seite von Justin Timberlake einem unstimmigen Drehbuch ausgesetzt. Die große Ausnahme war der Welterfolg des Abba-Musicals „Mamma Mia“ und das gelungene Remake „Chloe„. „Gone“ gehört leider nicht zu den Ausnahmen, der Film ist ein blödsinniger Thriller auf B-Movie-Niveau.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Jill (Seyfried), die vor zwei Jahren Opfer einer Entführung wurde. Am Ende konnte sie vor ihrem Peiniger fliehen, doch die Sache hat einen Haken. Weil sie der Polizei nur vage Angaben zu ihrem Entführer und dem Versteck irgendwo im Wald machen konnte kann die Sache nie aufgeklärt werden. Nicht wenige Menschen glauben, dass Jill sich alles nur ausgedacht hat – immerhin war sie früher mal in psychiatrischer Behandlung. Eines Tages kommt Jill nach Hause und ihre Schwester ist verschwunden. Sofort sieht sie das Werk ihres damaligen Entführers in dem Verschwinden, doch die Polizei ist nicht überzeugt und Jill macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihrer Schwester.

Während die Polizei ihrerseits hinter Jill her ist geht die Hinweisen nach, das zum Zeitpunkt der vermeintlichen Entführung ein Transporter vor ihrem Haus stand. Das ganze wird immer wirrer und gipfelt in einem selten dämlichen Finale, bei dem ein Großteil der Schauspieler (zu Recht) ziemlich bedröppelt dreinblickt. Seyfried, die in fast jeder Einstellung zu sehen ist, gibt sich redlich Mühe, ihrer Figur Glaubwürdigkeit zu verleihen. Doch Rehäugigkeit und Körpereinsatz nützen nichts, wenn der Plot so plump und bekloppt ist. In Rückblenden ist manchmal Jills eigene Entführung zu sehen, wohl um ihren unbedingten Willen zu erklären, ihre Schwester zu retten – als müsse das erklärt werden.

Spannung ist bei „Gone“ Mangelware, weil der Film die Chance auslässt, die psychische Verfassung seiner Hauptfigur ernsthaft in Frage zu stellen. Wes Bentley und Daniel Sunjata spielen Polizeibeamte, deren Rollen so belanglos sind, dass man sie auch direkt streichen könnte. Jennifer Carpenter („Dexter“) ist als Jills Kollegin Sharon zu sehen, auch sie bekommt nicht eine bemerkenswerte Szene. Von der wenig plausiblen Ausgangssituation bis zum Schluss kommt der Film auf eine Handvoll unterhaltsamer Szenen und baut ebenso oft mal einen echten Spannungsmoment ein. Unter dem Strich ist das definitiv zu wenig um wenigstens kurzweilig zu unterhalten. Man muss Amanda Seyfried schon sehr, sehr gern haben, um an diesem Murks Spaß zu haben.

2/5

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