Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond

Wie man an Titel und Poster unschwer erkennen kann beruht „Red Riding Hood“ auf dem Märchen ‚Rotkäppchen‘. Dessen Geschichte reicht aber natürlich nicht für einen ganzen Spielfilm und gibt daher hier nur den Rahmen und ein paar Motive vor. Die Story spielt in einem namenlosen mittelalterlichen Dorf. Die schöne Valerie (Amanda Seyfried) ist in den schmucken Holzfäller Peter (Shiloh Fernandez) verliebt, doch ihre Eltern haben bereits eine Hochzeit mit dem wohlhabenden Schmied Henry (Max Irons) arrangiert. Bevor Valerie und Peter zusammen wegrennen können wird das Dorf von einem Werwolf heimgesucht – und eine Flucht durch den Wald scheint zu riskant zu sein…

Um das Biest zu fangen erscheint bald mit pompösem Auftritt der Werwolf-Jäger Salomon (Gary Oldman) mit seinen Helfern. Weil der glaubt, dass einer der Bewohner den Dämon in sich trägt, ist plötzlich jeder verdächtig. Im Dorf geht angesichts wiederkehrender „Besuche“ des Werwolfs die Angst um, das Drama um Valeries Zukunft spitzt sich zu. Vom Setting ähnelt das ganze „The Village“, ein Schuss „Hexenjagd“ und „Underworld“ ist auch dabei, und natürlich die Rotkäppchen-Story. Diese Mischung ergibt einen unterhaltsamen und recht flott erzählten Film, mit schönen Bildern und anständigen Spezial-Effekten. Die Darsteller können ebenfalls überzeugen, auch wenn die meisten Figuren nicht sonderlich interessant sind. Sie alle erfüllen im Rahmen der Geschichte ihren Zweck, mehr ist auch nicht wirklich nötig.

Die Story ist solide und hält das Publikum bei Laune, auch wenn die erzählerische Substanz überschaubar ist. Realismus ist bei so einem Stoff nicht gefragt, auch kein authentischer Look. Die Dorfbewohner aus „Red Riding Hood“ sehen eher nach Hochglanz-Modemagazin aus als nach Mittelalter, sie sind immer 1A-frisiert, tragen dezentes, elegantes Makeup und haben schneeweiße, gerade Zähne. Stören tut das nicht wirklich, ein wenig schmunzeln musste ich trotzdem hin und wieder.

Der Film ist für Teenager gedacht, denen man eine bekannte Story auf moderne und actionreiche Weise neu serviert. Die Dreiecks-Geschichte ähnelt sicher nicht ganz zufällig der „Twilight“-Saga, immerhin hat Regisseurin Catherine Hardwicke den ersten Teil der Reihe inszeniert. Im Vergleich zu den „Twilight“-Filmen ist er sogar weniger albern und beknackt. Die Atmosphäre passt, einigermaßen spannend  geht es auch zu – aber ansehen muss man sich „Red Riding Hood“ deshalb aber noch lange nicht.

2/5

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