Science-Fiction/Thriller/Drama, 2026
Regie: Steven Spielberg; Darsteller: Emily Blunt, Josh O’Connor, Colman Domingo, Eve Hewson
Ich bin durchaus ein Freund von „Aliens-sind-unter-uns“-Filmen, und war daher auch frohen Mutes, dass Steven Spielberg – mit „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“, „E.T.“ und „Krieg der Welten“ ein Veteran des Genres – sich etwas spannendes ausgedacht hat.
Sein Film folgt zwei Protagonisten, deren Schicksale sich wenig überraschend irgendwann treffen. Cyber-Security-Spezialist Daniel ist mit seiner Freundin auf der Flucht vor einem Konzern namens WARDEX (und dessen von Colin Firth gespielten CEO), der irgendwie finstere Machenschaften mit außerirdischen Lebewesen auf Erden betreibt.
Margaret wiederum ist eine etwas rastlose, unzufriedene Fernseh-Wetterfrau bei einem Sender in Kansas City, die eines Tages unheimliche Fähigkeiten entwickelt. Sie spricht Russisch und Koreanisch, liest in ihren Mitmenschen wie in einem offenen Buch und ist offenkundig zu etwas Größerem bestimmt. Nur was?
„Disclosure Day“ bietet zweieinhalb Stunden reinstes Bewegungskino, bei dem viel auf dem Spiel steht. Nicht allein die Tatsache, dass Aliens auf Erden wandeln; die Welt steht kurz vor dem Dritten (und diesmal atomaren) Weltkrieg steht. Dieses Szenario ist allerdings ein bisschen unterentwickelt, zumindest haben mir die weitgehende am Rande vorgebrachten Andeutungen nicht gereicht, um es so richtig ernst nehmen zu können.
Ähnlich gilt das leider für die ganze Story, obwohl sie nicht ungeschickt Elemente verschiedenster Vorbilder vermischt: Spielbergs eigene Filme natürlich, eine Prise „Interstellar“ und vielleicht sogar „12 Monkeys“, sowie jede Menge Verschwörungsthriller von „Staatsfeind Nr. 1″ bis zu den Werken von M. Night Shyamalan (inklusive deren oft sehr einfacher Messages).
Ich habe dem Treiben die meiste Zeit gern zugesehen, aber so richtig mitfiebern konnte ich nicht. Auch wenn Spielbergs Begeisterung für seinen Stoff jederzeit spürbar ist und ihm handwerklich so schnell niemand was vormacht (großartige Kamerafahrten & Schnitte, starke Musik), hat „Disclosure Day“ die Hürde suspension of disbelief nie überspringen können – wofür auch, aber nicht nur der in meinen Augen etwas misslungenene Auftakt verantwortlich zeichnet.
Trotz des ganzen Gemeckers lässt sich aber festhalten: Der Film bietet genug Spektakel und Spannung, damit man getrost den Finger von der Stoptaste lassen kann. Und er hat eine klare Message, für die ihr Regisseur keinen Innovationspreis verdient hat, aber sicher auch keine Häme.
Wo kann ich das gucken?
Hier.
6/10

