Filmkritik: Moneyball

MoneyballUm es gleich vorweg zu sagen: wer mit Mannschaftssport im weiteren Sinne nichts am Hut hat, der kann sich „Moneyball“ getrost sparen. Der Film kreist nur um ein Thema, und das ist Baseball – hierzulande nicht gerade ein Volkssport. Er erzählt based on a true story die Geschichte eines Team-Managers, der mithilfe eines unbekannten Statistik-Genies den Sport für immer verändern will. Als charismatischer Chef der Oakland Athletics ist Brad Pitt zu sehen, Philip Seymour Hoffman spielt den Trainer (mit eindrucksvoller Killer-Plautze) und Jonah Hill den Yale-Absolventen, dessen Theorien und Formeln das Spiel revolutionieren.

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Filmklassiker: „Nosferatu“ (1922)

Nosferatu (Filmplakat des Films Nosferatu der Produktionsgesellschaft Prana Film GmbH)Der erste deutsche Stummfilm der IMDB Top 250 ist F.W. Murnaus „Nosferatu“. Der Film basiert auf Bram Stokers „Dracula“, doch weil die Produzenten die Rechte am Buch nicht hatten tragen die Charaktere andere Namen. Die Grundzüge der Story sind gleich geblieben, wobei in „Nosferatu“ der Vampir noch die Pest im Gepäck hat – soweit ich weiss ist das nicht Teil des ‚Originals“.

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Sherlock (BBC – Season 2)

Sherlock (BBC - Season 2)Nun ist auch die zweite Staffel von BBCs „Sherlock“ bereits komplett gelaufen – sind eben auch wieder nur drei Folgen gewesen. In der ersten Folge „A Scandal in Belgravia“ geht es recht wild zu, die moderne Machart der Serie wird mit vielen visuellen Spielereien und Ideen auf die Spitze getrieben. Bestimmt wird die Folge von Sherlocks Beziehung zu Irene Adler, die im Besitz pikanter Fotos von Mitgliedern der königlichen Familie ist und – in bester Moriarty-Tradition – ein perfides Spiel mit dem Detektiv zu spielen scheint. Insgesamt eine etwas zerfahrene Angelegenheit, die aber dennoch gut unterhält.

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Filmklassiker: „The Kid“ (1921)

Charlie Chaplin in der Rolle des Tramp (1917)Der älteste Film in der Imdb-Liste der 250 besten Filme aller Zeiten ist Charlie Chaplins „The Kid“. Darin spielt Chaplin den bekannten namenlosen Tramp, mit dem lustigen Hut auf dem Kopf, dem zerrissenen Frack und den viel zu großen Schuhen. Zu Beginn des Films entledigt sich eine junge Mutter ihres Neugeborenen, weil sie sich nicht in der Lage wähnt sich um das Kind zu kümmern. Über einige lustige Umwege landet das Kind in den Armen von Chaplins Tramp – und weil gerade ein Polizist in der Nähe ist, wird er es auch nicht mehr los.

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Deutscher Kinostart von „The Rum Diary“ steht fest…

The Rum Diary„The Rum Diary“ wird am 2. August 2012 in Deutschland anlaufen. Damit wird der Film (in dem Johnny Depp zum zweiten Mal in einer Hunter S. Thompson-Verfilmung zu sehen ist) hierzulande fast ein Jahr später laufen als etwa in den USA oder Großbritannien, wo er letzten Herbst startete. Man könnte Verleiher Wild Bunch fast dankbar sein, dass er überhaupt noch anläuft – offenbar wurden für die Rechte Mondpreise aufgerufen, obwohl „The Rum Diary“ in den USA nicht sonderlich gut lief. Trotzdem bleibt nun die Frage, ob man wirklich bis August warten will, oder sich einfach fünf Monate vorher (am. 5. März) bei Amazon.co.uk die BluRay bestellt. So oder so – als Fan des Buches kennt man nun seine Optionen…

PS: Wer nicht weiss, wovon eigentlich die Rede ist: Hier geht es zum Trailer von „The Rum Diary“, hier geht es zur Filmkritik von „The Rum Diary“.

Abseits der Blockbuster: Kinovorschau 2012

Die Blockbuster-Vorschau 2012 habe ich vor ein paar Tagen schon rausgehauen, widmen wir uns nun den weniger teuren, aber nicht weniger viel versprechenden Produktionen. Nicht alle werden noch in diesem Jahr in Deutschland anlaufen, einige wird dasselbe Schicksal erwischen wie jüngst „The Rum Diary“ mit Johnny Depp: Es findet sich kein Verleih, der die aufgerufenen Preise bezahlt und der Film bleibt erstmal ohne Release. Oft ist der Film dann schon in den USA oder Großbritannien auf BluRay erschienen (siehe auch „The Road“ oder „London Boulevard“) bevor er dann verspätet auch hier veröffentlicht wird.

Bei einigen Streifen darf man sich aber recht sicher sein, dass sie ohne zu große Verzögerung in die hiesigen Kinos kommen, denn Filme von Oliver Stone etwa, auch von David Cronenberg oder Woody Allen werden ihren Weg schon finden.

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Filmkritik: Verblendung (Remake)

Verblendung (Remake)Mit den schwedischen Verfilmungen von Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie habe ich wie hier berichtet  so meine Probleme gehabt. Jetzt ist die US-Version des ersten Teils erschienen, Regie führte dabei David Fincher („Sieben“, „The Social Network“). Tatsächlich gefällt mir dessen Version von „Verblendung“ besser – aber das bedeutet keineswegs, dass nicht auch sein Film Schwächen hätte. Die wie ich glaube größte Schwäche ist die, dass es für nicht-Kenner des Stoffes schwer sein dürfte, die Handlung komplett zu verstehen.

„The Girl With The Dragon Tattoo“ (Originaltitel) konzentriert sich in der ersten von zweieinhalb Stunden Laufzeit fast komplett auf die Exposition. Der vor Gericht wegen Verleumdung verurteilte Journalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) bricht seine Zelte in Stockholm ab und verlässt die Zeitschrift „Millenium“. Er nimmt den Auftrag des alternden Großindustriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) an, das Verschwinden von dessen Nichte im Jahre 1966 aufzuklären. Dazu zieht er (vorübergehend) auf das ländliche Anwesen der Vanger-Familie.

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Blockbuster Vorschau 2012

The Dark Knight Rises PosterJedes Jahr beschwere ich mich darüber, dass fast jede Großproduktion in Hollywood ein Sequel, Prequel oder Remake ist. Nicht, dass ich mich auf „The Dark Knight Rises“ nicht freuen würde, doch den ‚guten‘ Filmreihen stehen eindeutig zu viele mittelmäßige bis schwache entgegen. Aber konzentrieren wir uns erstmal auf diese Minderheit.

2012 wird ein neuer Bondfilm anlaufen. Hooray! „Skyfall“ soll er heißen, und alle Beteiligten (Regie führt Sam Mendes) sind sich jetzt schon einig, dass er deutlich besser wird als „Quantum of Solace“. Das ist aber auch dringend nötig, denn als trockene Actionreihe funktioniert 007 auf Dauer nicht – auch wenn die Einspielergebnisse des letzten Films noch stimmten.

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Filmkritik: Real Steel

Real SteelDie USA in naher Zukunft. Boxkämpfe zwischen Robotern begeistern die Massen. Mittendrin in der Branche steckt Ex-Boxer Charlie (Hugh Jackman), den das Glück allerdings schon lange verlassen hat. Und als hätte er nicht schon genug Sorgen steht plötzlich auch noch sein 11-jähriger Sohn Max auf der Matte.

Das Szenario von „Real Steel“ ist gelinde gesagt ziemlicher Quatsch. Die Roboter werden gefeiert wie Rockstars, obwohl sie anders als in „Transformers“ keine eigenen Persönlichkeiten sind, sondern ’nur‘ von Menschen gesteuerte Blechhaufen. Ihnen beim Boxen zuzusehen ist keine sonderlich aufregende Sache (auch wenn die Effekte sehr gut gemacht sind), deshalb ist „Real Steel“ als Action-Film ein Reinfall. Wenn überhaupt funktioniert er als Kinderfilm, denn die Vater-Sohn-Beziehung ist so ziemlich die einzige, die der Film ernsthaft entwickelt.

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Filmkritik: Beginners

BeginnersLetztes Jahr verpasst habe ich „Beginners“, obwohl ich ein großer Fan von „Thumbsucker“ bin, dem vorigen Film von Mike Mills. Wie es scheint war dessen Stärke nicht ganz zufällig das große Einfühlungsvermögen in die Charaktere, denn auch „Beginners“ besticht vor allem durch die gelungenen Figuren und ihre starken Darsteller. Der Film beginnt damit, dass Oliver (Ewan McGregor) dem Publikum im Off-Kommentar erzählt, wie sich sein Vater Hal nach dem Tod seiner Frau im Alter von 75 Jahren als schwul geoutet hat. Nicht viel später hat Hal für seinen Sohn noch eine wichtige Nachricht: er leidet an unheilbarem Krebs.

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Trailer online: Moonrise Kingdom

Moonrise KingdomUS-Regisseur Wes Anderson hat ein paar herrliche Filme gedreht, darunter „Rushmore“, „The Royal Tenenbaums“ und zuletzt den animierten „Fantastic Mr. Fox“. Dieses Jahr bringt er „Moonrise Kingdom“ in die Kinos, der anno 1965 spielt und die Geschichte zweier von Zuhause geflohener Kinder erzählt – und die verzweifelten Versuche der Erwachsenenwelt, die beiden zu finden. Dem Trailer nach zu urteilen erzählt Anderson die Story in der für ihn typischen lakonischen, etwas abseitigen Art und Weise.

Einige Schauspieler gehören schon zur Stamm-Besetzung eines Anderson-Films, in diesem Fall sind Jason Schwartzman und Bill Murray dabei, aber auch Frances McDormand, Edward Norton und Bruce Willis geben sich die Ehre. Einen deutschen Starttermin konnte ich nicht herausfinden, ich hoffe mal dass er von dem US-Start Ende Mai nicht zu weit nach hinten abweicht…

Filmkritik: 50/50

50/50Regisseur Jonathan Levine hat 2008 das überzeugende Coming-of-Age-Drama „The Wackness“ gedreht, ein Film, der den Ernst des Teenie-Lebens sehr gut mit einer ordentlichen Portion Humor verband. Mit „50/50“ hat er sich nun eine ungleich anspruchsvollere Aufgabe gesucht – die Mischung von Krebs-Drama und Buddy-Komödie. Joseph Gordon-Levitt („Inception“) spielt Adam, einen Produzenten bei einem Radiosender in Seattle. Adam ist noch keine 30 und leidet unter merkwürdigen Rückenschmerzen; völlig unvermittelt bekommt er nach Untersuchungen im Krankenhaus dann die Diagnose. Er leidet an einer seltenen Form von Krebs, hat einen Tumor an der Wirbelsäule. Seine Aussichten: „50/50“.

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Millenium-Trilogie (Stieg Larsson)

Verblendung - Millenium-TrilogieBevor am Donnerstag David Finchers US-Version von „Verblendung“ anläuft habe ich mir mal die schwedischen Verfilmungen der Millenium-Trilogie angesehen. Mein Fazit fällt recht bescheiden aus, ehrlich gesagt. „Verblendung“ erzählt ohne größere Abweichungen oder Überraschungen die (äußerst spannende) Geschichte des Romans nach. Die beiden Hauptrollen sind treffend besetzt, allerdings hat man sich im Falle von Michael Blomkvist (gespielt von Michael Nyqvist) für eine fürchterlich unpassende Synchron-Stimme entschieden…

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Filmklassiker: Panzerkreuzer Potemkin

Panzerkreuzer PotemkinDer erste Film in der Reihe der Filmklassiker, die ich im Sinne einer breiteren Filmbildung mal nachholen möchte, ist Segej Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ von 1925. Stummfilme, in denen Charlie Chaplin NICHT mitspielt, habe ich in meinem Leben nicht viele (erst recht nicht in voller Länge) gesehen, gut möglich, dass dieser sogar der erste war. Für heutige Sehgewohnheiten ist das durchaus eine Herausforderung, schon weil durchgehend äußerst ausdrucksstarke (zuweilen nervige) Musik läuft, die Emotionen und Dramatik transportieren soll.

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Filmkritik: The Ledge – Am Abgrund (DVD Premiere)

The Ledge – Am AbgrundKurz gefasst ist „The Ledge – Am Abgrund“ ein überkonstruiertes, aber gut gespieltes Psychodrama. Zu Beginn des Films kletter ein junger Mann auf das Dach eines Hochhauses, offensichtlich mit der Absicht, seinem Leben ein Ende zu setzen. Für solche Fälle ist Polizist Hollis Lucetti (Terrence Howard) zuständig, der an diesem Tag aber selbst eine ziemlich bittere Pille schlucken muss: eine Ärztin teilt ihm mit, dass er keine Kinder zeugen kann. Doch Hollis hat schon zwei Kinder…

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