Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Monthly Archives: März 2009

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Punisher – War Zone (DVD Import)

Einer der weniger erfolgreichen Versuche, eine erfolgreiche Comicfilm-Reihe zu starten war “The Punisher” von 2004. Der brutale, einfallslose Film mit Thomas Jane als “Punisher” ging mehr oder weniger unter, auch weil er aus seinem Antihelden keine greifbare, irgendwie interessante Figur machen konnte. Düstere Rachestories sind auch ohne Comicvorlage schon xmal verfilmt worden, es fehlte also etwas Besonderes. Die damalige Crew ist nun von Bord gegangen, und “Punisher – War Zone” nimmt auf den ersten Teil auch keinen Bezug.

In der Hauptrolle ist Ray Stevenson dabei, einigen vielleicht bekannt als römischer Soldat aus der TV-Reihe “Rome”. Als ich den Film gesehen habe schrieb ich folgendes dazu in meine Notizen: “Der neue Punisher hat eine ziemliche Rübennase, die Ausstrahlung eines vollen Aschenbechers und ‘schauspielert’ auf Augenhöhe mit Steven Seagal.” Das gilt auch am Ende noch. Ansonsten ist die herausragendste Eigenschaft der blutrünstigen Story, dass sie es an Brutalität locker mit “Rambo” aufnehmen kann. Der “Punisher” schlägt mit seiner Faust gleich durch ganze Gesichter durch und zermatscht so neben der Nase auch treffsicher das Gehirn. Ein Bösewicht landet im Flaschenhäcksler, die anderen werden sonstwie umgebracht. Kurze, zweiflerische Zwischentöne (die sowieso albern rüberkommen) werden schnell wieder fallen gelassen, und noch in der letzten Einstellung muss der “Punisher” mit einem Kopfschuss beweisen, das die Welt ihn einfach braucht.

In Deutschland verzögert sich der Start des Films, wohl auch weil die Jungs von der FSK bei der Altersfreigabe rot sehen. Sollte er dann doch noch (definitiv nur geschnitten) erscheinen ist vom Genuss trotzdem abzuraten, es gibt schlichtweg nichts zu sehen, dass sich lohnen würde.

1/5

Gran Torino

Clint Eastwood kam in den letzten 20 Jahren als Regisseur erst so richtig in Schwung. Mittlerweile ist der gute Mann 79 Jahre alt, und feiert mit “Gran Torino” in den USA den größten Publikumserfolg seiner Karriere hinter der Kamera. Mit bescheidenem Budget und ohne große Stars (ihn selbst in der Hauptrolle mal ausgenommen) erzählt der Film die Geschichte des griesgrämigen Rentners Walt (Eastwood), der sich mit seinen neuen Nachbarn aus Ost-Asien nicht so recht anfreunden kann. Nicht nur dass er eines Tages eine Jugend-Gang von seinem Rasen vertreiben muss, auch auf seinen 72er Ford Gran Torino hat es offenbar jemand abgesehen…

Was im Trailer noch ein bißchen nach einem Film über Rache und Jugendkriminalität aussieht entpuppt sich dabei weitgehend als leises, unspektakuläres Drama um einen alten Mann, dem seine Umgebung fremd geworden ist – oder vielleicht schon lange fremd war. Eastwood spielt den “grumpy old man” routiniert, aber mit großer Eindringlichkeit, bisweilen tut ein Blick in sein Gesicht schon fast körperlich weh. Der schonungslose Blick des Films auf die US-amerikanische Realität verarmter Vorstädte bietet wohltuende Abwechslung von all den Wohlstandsdramen der letzten Jahre. Wie schon so oft zuvor beweist der Regisseur hier, dass niemand überzeugende Dramen über die einfachen Leute Amerikas besser und treffsicherer zu inszenieren vermag.

Nun ist “Gran Torino” kein perfekter Film, seine Ausgangssituation wirkt genauso konstruiert wie sie auch ist. Die Stärke des Drehbuchs ist es jedoch, dass es die drei wichtigsten Figuren realistisch entfaltet und das Publikum für sie zu interessieren vermag, ebenso wie für einige gute Nebenrollen (vor allem den jungen Priester). Ganz altmodisches Storytelling ohne Netz und doppelten Boden führt die Geschichte zu ihrem Ende, und lässt in der letzten Einstellung auch ihren heimlichen Hauptdarsteller, den alten Gran Torino, in aller Pracht glänzen.

4/5

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Dumm gelaufen…

“SpiegelOnline” ist nicht gerade bekannt für interessante Artikel zum Thema Film. Das “Schaulaufen der Rohrkrepierer” in der Rubrik “einestages” ist da mal eine Ausnahme und errinnert an cineastische Grausamkeiten wie “Glitter”, “Postman” oder den Scientology-Werbefilm “Battlefield Earth”. Schönes Ding.

Stephen Kings "Es" wird (nochmal) verfilmt..

Stephen Kings Horrorbestseller “Es” (“It”) habe ich wie Millionen andere Teenager gelesen und war angemessen beängstigt. Die Nummer mit dem tödlichen Clown war und ist einfach gut. Nachdem es bereits als TV-Film mal adaptiert wurde (1990) produziert laut NY Times Warner Brothers nun einen Kinofilm daraus. Ich könnte fast wetten, das Paul Giamatti als fieser Clown engagiert wird. Würde auch passen…

Für den geneigten Filmfan…

Bücher über Filme gibt es bekanntlich wie Sand am Meer. Für Fortgeschrittene Leser und/oder Fans werden die Werke von Regisseuren wie Tarantino, Kubrick oder Scoreses in Dutzend Büchern und Biografien beschrieben, analysiert und verglichen. Wer an einer Einführung in das komplexe Thema Film (über die Rolle des Zuschauers hinaus) interessiert ist kann seit Jahrzehnten zu James Monacos Standardwerk “Film Verstehen” greifen.

Dabei sind vor allem die Kapitel zu Filmtechnik (Bild, Ton, Schnitt), Filmsprache (Montage, Szenen- und Bildkomposition) und eine 100-seitige  Geschichte des Spielfilms interessant und äußerst lesenswert. Zahlreiche Beispiele und Illustrationen machen hier auch komplizierte Themen anschaulich, zudem bekommt der Leser quasi nebenbei eine Lehrstunde zum richtigen Fachvokabular.

Auch in den Kapiteln “Film als Kunst” und “Filmtheorie” finden sich interessante Essays. Weniger zu empfehlen (zumindest in meiner Auflage von 2001) sind die Teile zu “Film im Kontext” und “Multimedia”, in diesen Bereichen hat sich in den letzten Jahren schlicht zuviel bewegt, als dass sie in “Film verstehen”  up-to-date beschrieben wären.

Steven Soderbergh zurück im Indie-Geschäft

Steven Soderbergh macht seit einigen Jahren immer mal wieder einen kleinen Film zwischendurch. Los ging es 2002 nach “Ocean’s Eleven” mit “Full Frontal”, der prominent besetzt aber ansonsten nicht sehr überzeugend war. Komplett mit Laiendarstellern hat er dann anno 2005 “Bubble” gedreht und in den USA parallel im Kino, auf DVD und per Pay-per-view gestartet. Ein interessantes Experiment (vom Film her wie auch von der Vermarktung), das leider bis heute in Deutschland nicht angekommen ist.

Nun – nach dem 4-Stunden-Epos über Che Guervara, bei uns ab Juni bzw. Juli in zwei Teilen im Kino – hat Soderbergh wieder einen kleinen Film inszeneniert. “The Girlfriend Experience” spielt im Milieu von Luxus-Callgirls, in der Hauptrolle gespielt von Sasha Grey (deren Filme ansonsten ein XXX-Label tragen). Der Film wird außer Konkurrenz auf dem TriBeCa-Festival laufen, das am 22. April in New York startet. Ein Starttermin für Deutschland steht nicht fest – sofern es überhaupt einen geben wird…

I know what I'll do this summer…

Wie jedes Jahr platziert Hollywood die großen Action-Blockbuster vornehmlich im späten Frühjahr und im Sommer. Ausnahmen wie der gerade angelaufene “Watchmen” bestätigen die Regel, deshalb hier mal ein kurzer Überblick, was da so kommt und welche Filme vielversprechend klingen…

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The Limits of Control (Coming Soon)

Jim Jarmusch hat sich ordentlich Zeit gelassen, ganze vier Jahre ist es her, dass er Bill Murray mit “Broken Flowers” zu einem herrlichen Comeback verhalf. Nun hat der eigentümliche Independent-Regisseur einen neuen Film in der Pipeline. “The Limits of Control” läuft bei uns Ende Mai an, einen Trailer gibt es bereits hier zu sehen. Offenbar ist nach Woody Allen auch Jarmusch auf den Trichter gekommen, doch mal in Europa zu drehen. Auf das Ergebnis bin ich – trotz Trailer- schon auch gespannt.

Public Enemies – erster Trailer online

Der neue Film von Michael Mann (“Heat”, “Collateral”) wird von vielen mit Spannung erwartet. Die Gangsterstory basiert auf der realen Geschichte von einigen der bekanntesten Gangster der USA (John Dillinger, Baby Face Nelson und Pretty Boy Floyd). Dafür hat der Regisseur ein beeindruckendes Star-Ensemble zusammen getrommelt, unter anderem sind Johnny Depp, Christian Bale und Marion Cotillard mit von der Partie. Einen ersten Trailer gibt es hier zu sehen…

Der Vorleser (The Reader)

Neues aus der Reihe: Literaturverfilmungen, bei denen ich die Vorlage nicht kenne. Heute: Kate Winslet in der Rolle, die ihr den lange verdienten Oscar als beste Schauspielerin eingebracht hat. Winslet spielt Hanna Schmitz, die als Straßenbahnschaffnerin anno 1958 in einer westdeutschen Kleinstadt arbeitet. Sie beginnt ein Affäre mit dem Teenager Michael, den sie in den vielen gemeinsamen Schäferstündchen immer wieder aus Büchern der Weltliteratur vorlesen lässt. Die ohnehin nicht sehr zukunftsfähige Beziehung endet nach einigen Wochen.

Jahre später, Michael studiert inzwischen in Heidelberg Jura, steht Hanna vor Gericht. Als Wärterin imn Konzentrationslager soll sie für den Tod hunderter Menschen verantwortlich sein. Michael verfolgt den Prozess als Zuschauer, mit einer Mischung aus Mitgefühl und Zuneigung für die ehemalige Geliebte auf der einen und Betroffenheit über fehlendes Schuldbewusstsein auf der anderen Seite. In einem wichtigen Anklagepunkt könnte er den Ausgang des Verfahrens sogar beeinflussen, entscheidet sich dann aber dagegen.

“The Reader” erzählt seine Geschichte konsequent aus der Sicht von Michael, in dessen Leben die Rahmenhandlung immer wieder zurückkehrt. Der Schwerpunkt des Films liegt ganz auf der außergewöhnlichen Beziehung seiner Hauptfiguren, und diese wird von den drei beteiligten Schauspielern (zunächst David Kross, später Ralph Fiennes als Michael und natürlich Kate Winslet) sehenswert auf die Leinwand gebracht. Winslet zeigt neben viel nackter Haut einen für Hollywood (nicht aber für sie selbst) ungewöhnlichen Mut zur Häßlichkeit und ist in den Schlüsselszenen brillant und glaubwürdig – lediglich am Ende als alte Frau wird die Makeup-Kunst etwas überdeutlich.

Was mich letztlich an “Der Vorleser” trotz allem gestört hat, kann ich schwer in Worte packen. Etwas an der Art und Weise, wie über die Gruppe von Jura-Studenten eine rechtliche und moralische Einordnung des Geschehens zu erfolgen scheint, die dann aber doch ausbleibt; oder wie Michaels Dasein als Erwachsener keine Tiefe, kein Eigenleben hat. Auch die zu wenigen Worte, die Michael über seine Empfindungen während des Prozesses verliert sind verstörend. Auch wenn Michael ein verschlossener Charakter ist, und es also zu seiner Figur passt, ist dem Film damit nicht geholfen, weil nicht mitgefühlt werden kann, wo die Gefühle der Figur unklar bleiben.

[Spoiler]

Mit meiner Kritik stand ich gestern nach dem Kinobesuch übrigens ziemlich alleine da. Vielleicht habe ich auch einfach etwas anderes/falsches von “Der Vorleser” erwartet. Die Konzentration auf den menschlichen, allzu menschlichen Makel des Analphabetismus und die Beziehung zwischen “Vorleser” und Zuhörerin jedenfalls konnte mich nicht wirklich fesseln. Nimmt man die etwas vorhersehbaren und ebenfalls wenig aussagekräftigen Enden hinzu schrammt der Film doch recht deutlich an dem von mir so gerne verliehenen Prädikat “Großes Kino” vorbei.

Bei allem Gemecker hier soll aber eins auch klar sein: “The Reader” ist ein Film, der bewegt und zum Diskutieren anregt, ist großartig gespielt und wagt sich an eine heikle Geschichte. Das können viel zu wenige Filme von sich behaupten.

3/5

Für den geneigten Filmfan…

… gibt es im Netz ja einiges zu finden. Richtig gut ist z.B. “ws-avantgarde.de“, wo man sich interessante Filmbeiträge über David Lynch, Takeshi Kitano und andere Off-Mainstream-Regisseure anschauen kann. Und wenn einer durch ist, gleich den nächsten anschmeissen.

Neuer Woody Allen-Film

Ich hör ja immer gerne, dass Woody einen Film im Kasten hat. Und so sieht es wohl wieder aus, “Whatever Works” wird am 22. April das Tribeca Film Festival eröffnen. Ein deutscher Starttermin steht noch in den Sternen, leider sind ja gerade Filme des kleinen Spaßvogels meist mit einiger Verzögerung hier zu sehen…

Vorbilder?! (Role Models)

An sich würde ich ja von diesem Film die Finger lassen. Das Poster zumindest ist nicht eben vielversprechend, und Schauspieler Seann William Scott (aka Stifler aus “American Pie”) ist auch nicht unbedingt ein Indikator für großes Kino. Bei den von mir hoch geschätzten Usern der IMDB kommt der Streifen aber immerhin auf eine durchnittliche Bewertung von 7,6/10 – der ganz große Mist kann “Role Models” also eigentlich auch nicht sein…

Und letztlich ist der Film auch kein Mist, sondern eine gelungene Komödie, die ihre – nicht sehr originelle – Story unterhaltsam zu erzählen vermag. Die beiden Energy-Drink-Vertreter Wheeler (Scott) und Danny (Paul Rudd) kommen nach einer Promo-Aktion an einer Schule mit dem Gesetz in Konflikt. Ihre Strafe lautet Teilnahme an einem Programm, in dem Erwachsene Problemkindern helfen sollen. Schnell stellt sich raus, dass die zwei Kids zwar stressig sind, ihre zugeteilten Helfer aber auch eher “Problemerwachsene” sind. Und am Ende, man ahnt es schon, haben alle was fürs Leben gelernt…

Spaß macht der Film trotzdem, weil er sich nicht sehr ernst nimmt und keine unkorrekten Witze scheut. Seinen bescheuerten Job fast Danny passend als “selling nuclear horse piss to kids” zusammen, die Titten-Obsession seines ungewollten Patenkindes kriegt Wheeler souverän in den Griff, und auch die Leidenschaft des anderen Patenkindes für lahme Live-Rollenspiele mit einem Haufen Spacken wird – nach Anlaufschwierigkeiten – mitfühlend zelebriert.

Für einen Film mit der Zielgruppe “Teenager” hat das Geschehen trotz einiger Tiefschläge ein ungewöhnliches Niveau, was aber nicht heisst, dass “Role Models” für ein erwachsenes Publikum unbedingt zu empfehlen ist. Aber: würde der Film im Flieger laufen, bliebe man vielleicht mit leichtem Grinsen einfach mal dabei. Und das nicht zu unrecht…

3/5

Stören tun die ganzen Oscars jedenfalls nicht…

Die Box-Office-Ergebnisse in den USA von diesem Wochenendes sind wie üblich bei der InterMovieDatabase veröffentlicht worden – “Slumdog Millionaire” springt mit 12 Millionen gleich mal auf Platz 3. Insgesamt sind es bereits über 100 Mio., was den Produzenten gut passen dürfte. Schade ist an der Sache eigentlich nur, dass es pro Jahr offenbar immer nur ein oder zwei Indie-Filme schaffen, sich ein großes Publikum im Kino zu erobern. Aber Unsummen für Marketing wie die gr0ßen Studios auszugeben ist halt keine Option.

Der Rest der Top-10 ist bis auf den 3-D-Konzertfilm einer Teenieband nicht weiter spannend. In den USA sind Feburar und März – was die Neustarts anbelangt – sowieso verschrien als die Zeit, in der Hollywood seine faulen Eier unters Volk bringt. Ausnahme dieses Jahr ist sicherlich “Watchmen” (Trailer hier), ansonsten ist immerhin ein neuer Film mit Harrison Ford in Sicht (“Crossing Over”), der Gerüchten zufolge sogar etwas taugen soll…

Ganz anders in Deutschland – hier warten die Verleihe ja die Oscars meist erstmal ab, bevor sie ihre Favoriten in die Kinos bringen. So wie etwa bei “The Reader” und “The Wrestler” (diese Woche), oder bei “Slumdog Millionaire”, auf den noch bis zum 19. März gewartet werden muss.

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