Vicky Christina Barcelona

Viel war zu lesen von „Woody Allen’s return to form“ und „Javier Bardem und Penelope Cruz sind einfach nur herrlich“, davon dass der Film lebensfroh-witzig sei und niveauvoll zu unterhalten wisse. Und all das stimmt auch. Die Schauspieler, die Dialoge, die Schauplätze, die Story – alles großes Kino. Ich habe dieses Jahr kaum was besseres gesehen. Woody Allen hat viel Mittelmaß fabriziert die letzten Jahre, aber wie schon mit „Match Point“ vor gut zwei Jahren kommt er hier mit einem Film um die Ecke gebogen, der all das verbindet, was das Publikum von einem Kinobesuch gern öfter mit nach Hause nehmen würde. Wer da keinen Spaß dran hat, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

9/10

Transsiberian

Dieser Thriller von Brad Anderson begleitet die Touristen Roy und Jessie (Woody Harrelson und Emily Mortimer) bei ihrer Reise in der transsibirischen Eisenbahn. Ohnehin schon nicht sonderlich harmonisch wird das ganze zunehmend zum herausfordernden Katz-und-Maus-Spiel für die beiden, als ein junges Paar das Abteil der beiden teilt. Abby und Carlos, soviel steht fest – haben irgendwas zu verbergen, und nach einigen Stops und Wendungen wird deutlich, dass da auch noch ein paar „Einheimische“ in den Plot involviert sind. Obwohl mit guten Schauspielern gesegnet (u.a. ist auch Ben Kingsley dabei) ist der Film nur bedingt gelungen und nimmt nie so richtig Fahrt auf. Mal sieht das ganze ein wenig nach David Lynch aus, dann wieder nach Horrofilm – aber etwas stimmiges eigenes kommt leider nicht dabei rum. „Transsiberian“ ist kein schlechter Film, leidet aber an mangelndem Fokus und fehlendem Timing – keine gute Nachricht für einen Thriller…

6/10

True Romance – The [unofficial] Tarantino Cut

Bevor er selbst als Regisseur in die Gänge kam, hat Tarantino Drehbücher verfasst. Am bekannstesten sicherlich „NAtural Born Killers“ und eben „True Romance“. Der Legende nach war er mit beiden Filmen nicht sonderlich einverstanden… Nun gibt es auf DVD einen Cut nach seinem Willen, und – man ahnt es schon – auf einmal wird die Story in Episoden und nicht chronologisch erzählt. Das hätte vielleicht Eindruck gemacht, wenn man den Film nicht kennen würde, so aber verpufft der Effekt, schließlich weiss man, was war und was sein wird. In Tarantinos Original-Drehbuch, so ist zu lesen, hätte das alles einen Sinn gehabt, da mit den Erwartungen des Zuschauers gespielt werden sollte. Aber durch den neuen Schnitt ändert sich ja nun mal nichts an Dialogen und Darstellern, so dass sich der erwünschte Effekt nur erahnen lässt.

Ein paar neue Szenen sollen auch drin sein, mir ist nur eine Szene mit Gary Oldman als Drogen-Gangster aufgefallen, und gegebenenfalls ein (noch) bißchen mehr Blut/Gewalt. Die einzig „spektakuläre“ Änderung gibt es am Ende, und die wird hier natürlich nicht verraten. Lohnen tut sich der Film trotzdem nochmal, für alle die den herrlichen Soundtrack vergessen haben, oder beim Gang in die Videothek nur frustriert um die Regale schleichen….

Zack and Miri make a porno

Von „Clerks“-Regisseur Kevin Smith kommt diese Komödie, in der zwei junge Menschen aus Geldnot einen Porno drehen. Ist ja schließlich keine große Sache, so unter Freunden, gelle? Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Seth Rogen („Knocked Up“) und Elizabeth Banks („Catch Me If You Can“) stimmt jedenfalls, und das trägt einiges zum Gelingen des Films bei. Eine Handvoll lustiger Sidekicks ist auch noch dabei und sorgt für Lacher, wobei die angesichts des Sujets und der bekannten Vorliebe des Regisseurs für vulgären Humor (Stichwort: Donkey-Show in „Clerks 2“) fast harmlos ausfallen. Wie die meisten guten Comedy-Macher weiss Smith, dass gute Dialoge den wahren Witz ausmachen, und nicht (ausschließlich) schräge Slapstick-Einlagen. Und ebenfalls typisch für Smith – bei allem Unsinn ist eine spürbare Partie Ernst des Lebens dabei, zuweilen etwas gelackt, aber immerhin erkennbar ehrlich. Fazit: für Fans von Comedy im allgemeinen und Kevin Smith im speziellen zu empfehlen, es darf aber ruhig auf die DVD gewartet werden.

7/10