John From Cincinnati

Einen schweren Stand hatte die Serie „John From Cincinnati“ von vorn herein, musste sie doch auf jenem HBO-Sendeplatz das  Publikum begeistern, an dem gerade erst die „Sopranos“ ruhmreich zu Ende gegangen waren. Nach den zehn Folgen der ersten Staffel war dann auch Schluss mit dieser herrlich dialoglastigen, zwischen Surfer-Cool und David-Lynch-artigen Alpträumen pendelnden Serie. Für Freunde der Plotlosigkeit und des regierenden Irrsinns ein wahres Fest glänzt „JFC“ zudem mit Schauspielern wie Ed O’Neill (aka Al Bundy), Bruce Greenwood und vielen anderen. Ob „JFC“ in Deutschland je zu sehen sein wird, darf bezweifelt werden – lediglich ein Sendeplatz nach Mitternacht (a la „Ausgerechnet Alaska“) wäre da denkbar. Schöpfer David Milch („Deadwood“) jedenfalls sitzt Gerüchten zufolge übrigens schon an der nächsten wirren Show…

Zimmer 1408

Wie üblich habe ich länger mit mir gehadert, bis ich mir diesen Horrorthriller angesehen habe. Überzeugt hat mich nach reiflicher Überlegung der grundsolide „Motel“ mit Kate Beckinsale und Luke Wilson, ein ansehnlicher Film, der genau wie „1408“ größtenteils in einem Hotelzimmer spielt. Allerdings ist diesmal John Cusack über weite Strecken Alleinunterhalter. Als Autor von Büchern über gruselige Vorkommnisse verschlägt es ihn in besagtes Hotelzimmer eines alten New Yorker Hotels. Niemand, so heisst es, hat es jemals lebend verlassen. Spooky shit. Nur kommt der Film über ein paar Klassiker aus der Trickkiste des Horrorfilms und einen abschließenden Abstecher in thrillertypische Verwirrspiele nicht hinaus. Cusack gibt sich alle Mühe, kann den Film aber auch nicht retten. Wäre er etwas straffer erzählt und in seinem Horrorszenario etwas konsequenter, es hätte mir sogar Spaß machen können. So aber ist spätestens nach einer guten Stunde die Luft raus., und man hätte sich den Zirkus auch gleich klemmen können.
4/10

Disturbia

Die Umschreibung „Highschool-Hitchcock“ drängt sich fasst auf, angesichts der Story dieses Films mit Shooting Star Shia LaBoeuf („Transformers“). Wegen einer Schlägerei brummt die Polizei Teenager Kale (LaBoeuf ) Hausarrest auf, er darf über drei Monate sein Haus im wohlhabenden Vorort-Nirgendwo nicht verlassen. Er wird dabei umgehend zum Spanner, neben seiner heißen Nachbarin entdeckt er dabei von seinem Fenster aus einen Mord (der alte Witz), doch die Beweislage – man kennt das – gestaltet sich schwierig. Zwischen semi-ernstem Highschool-Drama und Thriller geht die Geschichte ihren Weg, dürfte aber wohl nur bei einem recht jungen Publikum auf Gegenliebe stoßen. „Disturbia“ klaut gar nicht schlecht und aus vielen verschiedenen Quellen, wenig überraschend haftet ihm das Prädikat „alles schon mal irgendwo gesehen“ an. Wer wegen des Hitchcocks im ersten Satz weiter gelesen hat dürfte kaum auf seine Kosten kommen. Verzichtbarer Spaß, deshalb immerhin…
6/10

Ocean's 13

Die erste Fortsetzung von Steven Soderberghs lässig-beschwingter Gauner-Parade war mir persönlich ja schon zu lässig. In dem ganzen hin und her quer durch Europa ging auch das rudimentärste Interesse für den Plot flöten, ohne durch etwas Nennenswertes ersetzt zu werden. In Teil drei sind die Gauner nun wieder zuhause in Las Vegas, und ihre ganze Konzentration gilt einem einzigen Coup. Der gestaltet sich dann doch weitaus komplizierter als geplant, doch das kann Clooney und seine Schergen natürlich nicht schocken. Nach dem Prinzip „Problem!….Lösung!….Problem!….Lösung!“ bereiten sie ihren Bruch vor, versprühen dabei ausreichend Charme und Wortwitz und gehen in Matt Damons Fall sogar mit einer ganz neuen Nase an den Start. Wenn alles vorüber ist (und Al Pacino als Hotel-Mogul am Ende) hat man auch genug gesehen – feine Hollywood-Unterhaltung mit großen Stars und einer geringen Halbwertzeit. Buy the ticket, take the ride!
7/10

Beim ersten Mal (Knocked Up)

Vom Regisseur und Drehbuchschreiber des wahrlich nicht unlustigen „The 40 Year Old Virgin“ stammt dieser Streifen um eine gänzlich ungeplante Schwangerschaft. Der gemütliche Kiffer Ben und die schicke Fernsehfrau Alison landen nach einer feuchtfröhlichen Party-Nacht im Bett, nur um schon am nächsten Morgen festzustellen, daß sie doch ein ZU ungewöhnliches Paar abgeben würden. Als Alison kurz darauf ihre Schwangerschaft bemerkt, probieren die beiden trotzdem zueinander zu finden. So unglaubwürdig die ganze Prämisse ist, so gelungen ist die Umsetzung. Die Figuren machen Laune und reißen haufenweise gelungene Sprüche, die Story verläuft zwar absehbar, bietet aber mit zahlreichen Nebendarstellern genug Stoff für einige wirklich gute Szenen (daran nicht ganz unschuldig sind Bens WG-Kollegen, die an einer Website mit erfolgversprechender Grundidee basteln). Hin und wieder klingt dann auch der Ernst des Lebens an, und so ist „Knocked Up“ auch keine subversive Arthouse-Produktion, sondern eine der wenigen gelungenen Hollywood-Komödien abseits fader Romantic Comedies und alberner Buddy-Movies. Wie geschaffen der Film, für meine neue Kategorie: „Läuft“. (Übrigens auch noch in Kino..) 7/10

Wat nu noch?!

Moin!

Ich habe mir sagen lassen, dass bei WordPress – im Vergleich zu Blogger – alles besser ist und probiere das mal aus. Die Archiv-Funktion links (ich meine natürlich die rechts) mit den Posts geordnet nach den letzten Monaten gefällt mir schon ganz gut. Weiterer Firlefanz wird bestimmt folgen. Also bitte brav das Lesezeichen erneuern und die Kommentarfunktion nutzen, sonst musss ich ja davon ausgehen, dass mir niemand widerspricht. Dabei habe ich doch nachweislich überhaupt keine Ahnung!

The Bourne Ultimatum

Ex-Geheimagent Jason Bourne (Matt Damon) gibt sich bereits zum dritten Mal die Ehre, und ist dabei immer noch damit beschäftigt herauszufinden, wie er wurde, was er ist. Wie schon in Teil zwei hat das Ganze optisch mit Mainstream-Action nicht viel am Hut, extreme Close-Ups, extrem schnelle Schnitte und die wacklige Handkamera prägen den Stil. Die Erzählweise ist – beinahe schon traditionell – „24“ näher als etwa den Bond-Filmen. Dabei ist die Action im Vergleich zum Vorgänger jedoch noch rasanter und cleverer ausgefallen, die Verfolgungsjagden von Waterloo Station, Madrid, Tangiers und New York sind die reinste Achterbahnfahrt, bei der einem wegen der unzähligen Schnitte und schrägen Kamerapositionen durchaus schlecht werden kann.

Die Story findet in diesem dritten Teil ihr wohl endgültiges Ende, in einem Showdown der dem Film gut zu Gesicht steht. Es wäre zu verschmerzen, wenn wir Jason Bourne damit ein letztes Mal gesehen haben – nicht etwa, weil er inzwischen nervt, sondern weil seine Mission erfüllt ist und in dieser Trilogie so deutlich wie selten zuvor der Weg das eigentliche Ziel war.

8/10

Die Regeln der Gewalt (The Lookout)

Von einem selbst verschuldeten Autounfall hat Chris Pratt (Joseph Gordon-Levitt aus „Brick“) schwere Kopfverletzungen davon getragen. Aus dem ehemaligen Star seiner Highschool ist ein traumatisierter Einzelgänger geworden, der seine Abende damit verbringt, in einer Provinz-Bank den Boden zu wischen. Schon zum Kassierer wird er es wohl nicht bringen können, das Errechnen von Wechselgeld ist eine zu hohe Hürde. Von seiner wohlhabenden Familie entfremdet ist sein blinder WG-Genosse Lewis (Jeff Daniels) sein einziger Gefährte. Da platzt ohne Vorwarnung und in Begleitung schöner Frauen der freundliche und verständnisvolle Gary Spargo (Matthew Goode aus „Match Point“) in Chris‘ Leben. Ohne es richtig zu bemerken wird er so Teil eines Bankraubplans. „The Lookout“ hat neben diesem Thrillerplot vor allem gute Darsteller und ein feines Gespür für die Figuren zu bieten. Zwischen Anspruch und klassischen Genre-Elementen trifft der Film immer den richtigen Ton und bereitet solides Vergnügen. Ein wirklich schlagendes Argument, warum man nicht auf die DVD warten sollte, gibt es allerdings auch nicht.
7/10