Out of Time

Matt Whitlock (Denzel Washington) ist Polizeichef in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Florida. Seit kurzen von seiner schönen Frau Alex (Eva Mendes) getrennt lebend, hat er eine Affäre mit der verheiratenen Ann (Sanaa Lathan). Doch dann der Schock ? Ann hat Krebs und nur noch wenige Monate zu leben, ihre einzige Chance ist eine Spezialbehandlung in der Schweiz. Die ist allerdings sehr teuer, doch Matt ist ein guter Kerl und besorgt das Geld.Nun fängt der richtige Ärger an, denn das konfiszierte Drogengeld, das Matt „ausborgte?, muss viel früher als geplant der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Matts Chancen, es zurückzukriegen sind eher gering, denn Ann und ihr Mann sind offenbar bei einem Brand in ihrem Haus ums Leben gekommen. Zu allem Überfluss ermittelt in dem Fall der beiden Toten Matts Ex Alex, und die hat bald spitz gekriegt, dass Ann einen Lover hatte. Nun wirds richtig eng für Matt, der seine ganze Kraft aufbieten muss, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nicht zu vergessen, dass er die Sache natürlich nebenbei noch aufklären muss.

Eröffnet vom schönsten Vorspann seit „Catch Me If You Can? beginnt „Out of Time? vielversprechend. Nach einer kurzen Einführung der Charaktere setzt schnell die Thrillerhandlung ein, wobei der Film sich selbst nicht zu ernst nimmt. Die Wendungen, die die Handlung nehmen wird, sind früh am Horizont zu erkennen. Entscheidend ist aber auch nicht, was passiert, sondern wie es passiert. Regisseur Carl Franklin präsentiert die Story ohne große Schnörkel, und verbindet viele gute Szenen mit nur sehr wenigen eher schlechten. „Out of Time? kommt mit einer sympathischen Lässigkeit daher, die auch von den Darstellern in dem unterhaltsamen und kurzweiligen Plot unterstützt wird. Die Sonne Floridas ist dabei heimlicher Hauptdarsteller, sie hat als natürliche Lichtquelle großen Anteil an der ansprechenden Optik des Films.

Getragen wird „Out of Time? eindeutig von Denzel Washington, sein Spiel ist überzeugend und stimmig. Ein bißchen wirkt es, als hätte ihm die ungewohnt „leichte? Rolle großen Spaß gemacht, so entspannt und souverän dominiert er die Story. An seiner Seite liefert Eva Mendes eine anständige Vorstellung ab. War sie bisher meist nur als Schmückwerk engagiert („Irgendwann in Mexiko?, „2 Fast 2 Furious?) kann sie hier tatsächlich beweisen, dass sie nicht frei von schauspielerischem Talent ist. Der Rest der Besetzung bietet ebenfalls keinen Grund zur Klage.

Charmant wie seine beiden Hauptdarsteller ist eigentlich der ganze Film. Man könnte kritisch einwerfen, dass er ein wenig zu stromlinienförmig daherkomme. Oder dass er wenig originell sei. Aus der Luft gegriffen wären solche Vorwürfe nicht, aber letzlich prallen sie an der Leichtigkeit von „Out of Time? ab. Der Film erreicht sein Ziel, das Publikum über die gesamte Laufzeit bei Laune zu halten. Mal recht spannend, hin und wieder komisch oder auch romantisch kommt das Geschehen daher, nicht immer fesselnd, aber auch niemals langweilig. Wer auf der Suche nach gelungener Unterhaltung ist, kann den Gang ins Kino bedenkenlos antreten.

4/5

Aktuell in der Videothek

Bruce Allmächtig

Fernseh-Reporter Bruce (Jim Carrey) hegt den ehrgeizigen Wunsch, zum Anchorman der Nachrichten seines Senders zu werden, doch ihm will einfach nichts gelingen. Seinem Frust lässt er durch einige heftige Verbal-Attacken gegen den lieben Gott aus. Der jedoch ist das Gezeter bald leid und überträgt Bruce kurzerhand seine Macht – auf dass er doch alles besser machen möge! Natürlich weiss Bruce so einiges zu seinen Gunsten anzustellen und bald hat er sein Ziel scheinbar erreicht. Doch seine Beziehung zu Grace (Jennifer Aniston) scheint unter seinen neuen Kräften eher zu leiden.

Jim Carrey schneidet eifrig Grimassen in dieser durchaus mit einigen guten Gags gesegneten Komödie, die ihre blasphemische Grundidee so harmlos wie eben möglich vor dem Zuschauer ausbreitet. Das zuckersüße und vorhersehbare Ende ist bei Produktionen dieser Kragenweite zwar obligatorisch, deswegen aber nicht weniger langweilig. Letzten Endes bestätigt der Film alle Erwartungen, die man an ihn haben kann – die guten und auch die schlechten.
5/10

Voll Frontal

Steven Soderbergh hat in seinem letzten Film eine Menge Stars (u.a. Julia Roberts, Catherine Keener und David Duvochny) untergebracht, die sich vor ihrer Teilnahme an dem Projekt mit gewissen Regeln einverstanden erklären mussten. Da gab es auf dem Set z.B. keine Trailer, auch für Klamotten und Make-Up war jeder selbst verantwortlich. Der Film erzählt zwei Geschichten, von denen eine sozusagen ein Film im Film ist. In einem Erzählstrang interviewt eine hübsche Reporterin einen Schauspieler, in einem anderen will eine für „Human Resources“ zuständige Frau ihren Mann verlassen. Dazu kommen noch einige weitere Handlungsfäden, unter anderem eine erstmals aufgeführte Theaterinszenierung mit dem Protagonisten Adolf Hitler.

Soderbergh gelingen einige starke Momente in seinem Film, die Stories bleiben aber überwiegend eher blass. Die Schauspieler geben sich durchweg Mühe, doch da das Drehbuch ihnen eine klassische Entwicklung ihrer Rollen zumeist versagt, wird man die meisten Charaktere schon bald wieder vergessen. Insgesamt durchaus einen Versuch wert, aber kein großes Experimentalkino.
6/10

Serving Sara

Komödie mit „Friends“-Star Matthew Perry und Liz Hurley in den Hauptrollen. Der schwarze US-Starkomiker Cedric the Entertainer spielt den Chef einer Agentur, die sich auf das Zustellen von Scheidungspapieren spezialisiert hat. Die beiden Top-Zusteller sind Joe (Perry) und Tony, die beiden können sich jedoch nicht besonders gut leiden. Als Joe den wichtigen Auftrag bekommt, Sara Moore (Hurley) die Scheidungspapiere zuzustellen gibt Kollege Tony der ahnungslosen Sara einen Tip. Doch Joe schafft es schließlich noch, erhält aber ein Angebot, das er nicht ablehnen will: 1 Million Dollar verspricht ihm die Noch-Gattin des Millionärs Moore, wenn dieser die Papiere zuerst bekommt. So würde der Scheidungsprozess nicht im konservativen Texas geführt. „Serving Sara“ enthält lediglich eine Handvoll guter Jokes, ansonsten gibts Geschmacklosigkeiten und lahme Running-Gags. Die Love-Story zwischen Joe und Sara ist wenig originell, die Story vorhersehbar und voller Logik-Fehler. Der Film steht in den Videotheken warm und trocken und dort sollte er auch bleiben.
3/10

Donnie Darko
Es passieren seltsame Dinge im Leben des jungen Sonderlings Donnie (Jake Gyllenhaal). Sein neuer imaginärer Freund Frank ist ein merkwürdiges Etwas mit einer hässlichen Hasenfratze und eröffnet ihm, dass in wenigen Wochen das Ende der Welt gekommen ist. Dann schlägt eine Flugzeugturbine in Donnies Zimmer ein – doch zum Glück ist der Schlafwandler nicht zuhause. Und auch ansonsten ist im Oktober 1988 einiges los in der Kleinstadt. Donnies junge Lehrerin (Drew Barrymore) wird bezichtigt, unpassende Lehrstoffe zu behandeln, und seine Klasse muss das hirnrissige Therapie-Video eines Psycho-Quacksalbers (Patrick Swayze) ansehen, der auch noch persönlich zum Vortag in die Schule kommt. Thematisch bewegt sich der Film irgendwo zwischen realistischem (Teenager-)Drama und Science-Fiction, ist dabei überraschend frei von lästigen Klischees und baut in seiner dunklen Atmosphäre auch echte Spannung auf. Mit dem Budget von nur 4,5 Mio. Dollar konnten gar einige gelungene Spezial-Effekte finanziert werden. Regisseur Richard Kelly hat einen stimmigen Independent-Streifen inszeniert, gut besetzt und mit eigentümlichem Charme. Wegen der thematischen Vielschichtigkeit und mehreren Interpretationsmöglichkeiten auch ein zweites Mal zu genießen.
9/10

Das Leben des David Gale
Regisseur Alan Parker hat bereits mit „Mississippi Burning“ bewiesen, dass er starke Thriller drehen kann. Auch „Das Leben des David Gale“ funktioniert phasenweise sehr gut. Im Mittelpunkt steht eben jener Gale (Kevin Spacey), der in einem Gefängnis in Texas auf seine baldige Hinrichtung wartet. Angeklagt wegen Mordes und Vergewaltigung bietet der ehemalige College-Professor der jungen Journalistin Bitsy Bloom (Kate Winslet) ein exklusives Interview an. In Rückblenden erzählt der Film dann von Gales früherem Leben, und langsam gelangt Bitsy zu dem Entschluss, selbst noch ein paar Nachforschungen anzustellen, um den Tathergang von damals zu klären. Die handwerklich und schauspielerisch solide inszenierte Story hört sich sehr bekannt an, ist aber soweit ich weiss noch nie mit der finalen Wendung dieses Dramas versehen worden. Allerdings aus gutem Grund, denn obwohl das Ende auf eine gewisse Art Sinn ergibt hinterließ es bei mir einen äußerst faden Nachgeschmack.
6/10

3 Engel für Charlie: Volle Power
Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu bekämpfen in aufreizenden Posen einen Verbrecherring, der US-Agenten enttarnen will. Weil die Story erstens nichts hergibt und sie zweitens auch keiner sehen will hat Regisseur McG ein Actionfeuerwerk inszeniert, das sich keine Pause könnt. Mal durchaus komisch, mal ein wenig zu albern und ohne jeden Tiefsinn prügeln, schießen und becircen sich die drei Hauptdarstellerinnen durch den Film, der nebenbei Demi Moore ein Comeback als runderneuerter Ex-Engel auf Abwegen beschert. Kurzweilig, unnötig und hirnlos kommt der Streifen daher, und bevor man es gemerkt hat ist er schon wieder vorbei. Weder langweilig noch spannend bereitet „Volle Power“ all denen Vergnügen, die von den genannten Mankos nicht abzuschrecken sind und die bunten Bilder grinsend über sich ergehen lassen können. Prädikat: „Wenn alle anderen Neuheiten weg sind.“
4/10

I Spy
Reine Formsache: Der Film ist mies. Mäßige Jokes, durchschnittliche Action und eine Story, die beides zusammenhalten soll. Eddie Murphy und Owen Wilson (Hansel aus „Zoolander“) haben beide großes komödiantisches Potential, aber in diesem Mainstream-Langweiler nützt das ebensowenig wie die Präsenz von Schönheit Famke Janssen (Xena Onatopp aus „Goldeneye“). „I Spy“ ist in den Staaten und, wie ich glaube auch hier, derbe gefloppt – bleibt zu hoffen, dass nun bald Schluss ist mit bekackten „2 ungleiche Partner“-Streifen wie „Bad Company“, „National Security“ oder eben diesem.

The Missing

Ron Howards „The Missing“ beginnt gleich in zweierlei Hinsicht untypisch für einen Western. Mit Cate Blanchett steht eine Frau im Mittelpunkt der Story, und die wird dazu eingangs noch auf dem S*****haus sitzend gezeigt. Blanchett spielt die robuste, selbstständige Ärztin Maggie Gilkeson, die mit ihren zwei Töchtern und ihrem Liebhaber Blake irgendwo im weiten Westen der USA lebt. Ihr Vater Samuel, gespielt von Tommy Lee Jones, verließ seine Familie, um eine Indianerin zu heiraten und mit ihr bei ihrem Stamm zu leben. So ist Maggie über sein plötzliches Auftauchen auf ihrem Farmhaus auch alles andere als erfreut.Den alten Mann treibt es schon bald weiter, aber trotzdem kehrt im Hause Gilkeson keine Normalität ein. Ein Ausflug in die nächste Stadt endet mit einer Tragödie, Indianer ermorden Brake (Aaron Eckhart) und kidnappen Lily (Evan Rachel Wood), die ältere der beiden Töchter. Verzweifelt bittet Maggie die Autoritäten um Unterstützung, doch die machen ihr nicht viel Hoffnung. Es bleibt der gottesfürchtigen Frau nichts anderes übrig als sich mit ihrem Vater zusammen zu tun. Bald machen sich Sam, Maggie und die kleine Dot auf den Weg. Sie müssen verhindern, dass die Kidnapper Mexiko erreichen, wo sie ihre menschliche Beute verhökern wollen.

Sam, der sich von Zivilisation und Glauben abgewandt und ganz zum Indianer geworden ist, führt sie bald auf die Spur von Lily. Bevor es aber zum Showdown kommen kann, gibt es für die drei viele Hindernisse zu überwinden, sie müssen mit Krankheiten, Sturzfluten und Voodoo-mäßigem Zauber kämpfen. Natürlich rückt auch die Vater/Tochter-Beziehung hin und wieder in den Vordergrund. Parallel dazu bekommt der Zuschauer auch die Bande von Indianern zu sehen, einem wilden und brutalen Haufen, der früher für die US-Armee gedient hat.

„The Missing? beginnt recht vielversprechend, führt geschickt seine Charaktere ein und entwickelt seine Story in starken Bildern und unterlegt von einem prägnanten Score. Leider geht dem ganzen ziemlich bald die Luft aus. Der Film kann die aufgebaute Spannung nicht halten, er verliert sich in vorhersehbaren kleinen Krisen und wenig originellen Szenen mit Pferd und Schießeisen. Cate Blanchett und Tommy Lee Jones sind dabei nicht das Problem, Blanchett spielt ihre Rolle überzeugend und Jones die seine angenehm zurückhaltend. Doch weder das Drama der Familie noch die Rahmenhandlung sind in der Lage, den Zuschauer zu fesseln.

So saß ich die letzte Stunde des Films doch recht teilnahmslos da, weder arg gelangweilt noch wirklich interessiert. Der große Showdown ist gar nicht verkehrt, zieht sich aber wie der Rest des Films ein wenig in die Länge. Am Ende ist „The Missing? ein sehr viel konventionellerer Western als der Anfang einen glauben machen will. Der Film ist nicht ganz verkehrt, aber empfohlen sei er nur ausgemachten Freunden des Genres.
6/10

Tricks

Vorbei sind sind offenbar die Zeiten, in denen uns Nicolas Cage mit ätzenden Action-Streifen „verwöhnt“ hat, denn in letzter Zeit ist der Mann wieder häufiger in anspruchsvolleren Filmen zu sehen. Für seine Doppelrolle in „Adaption“ heimste er völlig zurecht eine Oscar-Nominierung ein, und auch der Film als Ganzes wusste sehr zu überzeugen. Nun spielt Cage unter der Regie des eher für High-Budget-Filme bekannten Ridley Scott („Gladiator“, „Hannibal“).Roy Waller (Cage) ist ein von zahlreichen Neurosen und Spleens geplagter Mensch. Jede Tür öffnet er drei Mal, bevor er hindurch geht, seine Wohnung ist klinisch sauber und der Anblick von Schmutz auf seinem Teppich fügt ihm körperliche Schmerzen zu. Zusammen mit seinem Partner Frank (Sam Rockwell) geht Roy seinem Geschäft nach, der Trickbetrügerei. Auf intelligente Weise nehmen die Beiden ihre Opfer aus, indem sie ihnen Gewinne versprechen oder Steuerfreiheit, geben sich als Steuerfahnder oder Banker aus und machen dabei einen ordentlichen Schnitt.

Die Szenerie ändert sich, als Roy seine Medizin verliert und einen neuen Arzt aufsuchen muß. Dieser kommt schnell dahinter, daß Roy eine Tochter aus seiner geschiedenen Ehe haben könnte und hält es für eine gute Idee, die beiden zusammen zu bringen. Roy muß sich mit Angela (Alison Lohman) auseinandersetzen und über seinen Schatten springen, was ihm auch einigermaßen gelingt. Trotz seiner unzähligen Macken schafft er es, sowas wie ein Vater für die Kleine zu sein. Die hat allerdings schnell gemerkt, daß ihr „neuer“ Daddy keineswegs Antiquitätenhändler ist, wie er zunächst erzählt hat, und möchte unbedingt ein paar „Tricks“ von ihm lernen.

Nicolas Cage bringt mit Roy einen lustigen und überzeugenden Neurotiker auf die Leinwand. Es ist große Unterhaltung, ihm dabei zuzusehen, wie er aus seiner spießigen Routine gerissen wird, wie er mit sich kämpfen muss, sich langsam verändert. Auch Youngster Alison Lohmann spielt sehr ordentlich, ihre Angela ist liebenswert und intelligent, aber nicht eben eine Musterschülerin. Sam Rockwells Rolle des Frank ist als krasses Gegenteil von Roy angelegt, Frank ist spontan und ohne Tischmanieren, und stärker als Roy an mehr Profit interessiert.

„Tricks“ vermischt mehrere Genres (Krimi/Drama/Komödie/Morality Play), und tut dies äußerst geschickt. Allerdings wirkt der Film aufgrund dieser Tatsache manchmal nicht ganz stimmig, was jedoch nur unwesentlich stört. Wie bei fast jedem Film heutzutage bewegt sich der Plot auf eine große Wendung zu, die man vielleicht gar frühzeitig erraten könnte. Ich gestehe, die ersten 80 Minuten etwas mehr genossen zu haben als den Rest. Trotzdem wird „Matchstick Men“(Originaltitel) als Verleih-DVD noch einmal den Weg in meinen Player antreten, nicht auszuschließen, dass es beim zweiten Ansehen Neues zu entdecken gibt. Und wenn nicht, ist immer noch ein guter und zuweilen äußerst komischer Film zu sehen.
8/10

A Man Apart

Zwei Namen, ein üble Vorahnung. Unter der Regie von F. Gary Gray, der für „Set it Off“ und „Verhandlungssache“ verantwortlich zeichnet, spielt Vin Diesel („xXx“, „The Fast and the Furious“) hier den Action-Helden. Sowohl Regisseur als auch Hauptdarsteller stehen in meinem schwarzen Buch der Filmschaffenden, will sagen, ich habe für keinen der genannten Filme irgendwas über. Obwohl bereits vor „xXx“ fertiggestellt, haben sich die Produzenten entschieden ihn erst jetzt in die Kinos zu bringen, wohl in der Hoffnung, daß Diesels wachsende Star-Power zusätzliches Geld in die Kassen spülen wird.Aber zur Sache. Sean Vetter (Diesel) ist Mitglied einer Spezialeinheit zur Drogenbekämpfung. Gemeinsam mit Kumpel Hicks (Laranz Tate, besser bekannt als „O-Dog“ aus „Menace II Society“) ist er von der Straße weg rekrutiert worden, inzwischen sind die beiden perfekt ausgebildete Cops. Zu Beginn des Films nimmt Vetter mit seinen Kollegen den kolumbianischen Kartell-Boss Memo fest, was in den USA als bedeutender Schlag gegen den Kokainschmuggel gefeiert wird. Als ob es sowas überhaupt gäbe…

Doch wie von Memo prophezeit geht der Ärger für Vetter erst los. Zwei auf ihn angesetzte Killer verfehlen ihr Ziel nur knapp. Vetter wird nur verwundet, seine Frau hingegen überlebt den Anschlag nicht. Außer sich vor Wut macht er sich nun daran herauszufinden, wer hinter dem Anschlag steckt und trifft dabei auch den bereits inhaftierten Memo wieder.

„A Man Apart“ ist kein besonders gelungener Film, zu simpel ist die Rache-Story, und zu unspektakulär die Action. Trotzdem ziehe ich den Streifen locker den beiden oben genannten Diesel-Outings vor. Der Film bietet nichts Außergewöhliches, variiert aber die Stilelemente des harten Polizeifilms (inklusive Buddy-Movie-Zutaten) einigermaßen gekonnt und läßt selten Langeweile aufkommen. Visuell wirkt der Film ein wenig wie eine Mischung aus „Traffic“ und „Collateral Damage“, ohne jedoch ähnlich ambitioniert zu sein wie „Traffic“.

Stattdessen setzt „A Man Apart“ auf seinen Star, der sich wie gewohnt mit tiefer Stimme und immenser „street credibility“ durch die Handlung murmelt, ohne dabei aber eine allzu schlechte oder lächerliche Figur zu machen. Den harten Cop nimmt man ihm locker ab, viel mehr allerdings nicht. Was bleibt, ist ein anständiger Action-Thriller, der in der Lage ist, dem geneigten Zuschauer die Zeit zu vertreiben. Wer mehr erwartet liegt falsch. Falsch? Völlig falsch!

4/10

X-Men 2

Schon der erste Teil der „X-Men“ gefiel mir besser als die meisten anderen Comic-Verfilmungen. Da war ein ganzer Haufen von Helden und Bösewichtern mit den verschiedensten interessanten Fähigkeiten angetreten, es in einer anständigen Story ordentlich krachen zu lassen. Zudem waren und sind die Rollen sehr gut besetzt, von den beiden Masterminds Magneto und Professor Xavier (Ian McKellen und Patrick Stewart) bis zum Neuling Nightcrawler (Alan Cumming). Nicht zuvergessen Famke Janssen, Hugh Jackman, Halle Berry und Rebecca Romijn-Stamos, deren Mystique eine der schönsten Figuren im Mutanten-Ensemble ist.„X-Men2“ führt relativ früh einen neuen Bösewicht ein, General Stryker, dessen Ziel (selbstredend) die Vernichtung aller Mutanten ist. Stryker ist es gelungen, dem in einem Kunststoffgefängnis weggesperrten Magneto Informationen über Xaviers „Sonderschule“ zu entlocken. Schon bald rücken die Spezialkommandos vor, und es kostet Wolverine (Jackman) einige Mühe, die meisten der Bewohner durch einen geheimen Ausgang zu retten. Zusammen mit drei Schülern macht er sich auf den Weg nach Boston. Parallel erzählt der Film von Storms und Jeans (Berry u. Janssen) Suche nach dem Beinahe-Attentäter auf den US-Präsidenten, Nightcrawler, dessen zu Beginn des Films gezeigter Anschlag General Stryker äußerst gelegen kam, um ganz offiziell den Krieg gegen die Mutanten beginnen zu können.

Nightcrawler, ein dunkler, ständig aus der Bibel zitierender Geselle, gleicht in seinen Fähigkeiten verblüffend den bösen Zwillingen aus „Matrix:Reloaded“. Wer auch immer zuerst auf den Trick kam, er sieht gut aus. Professor Xavier, der mit Cyclops zu Magneto gereist ist, wurde von Stryker ausser Gefecht gesetzt und sieht sich einer grundlegenden Gehirnwäsche unterzogen, die in letzter Konsequenz den Tod aller Mutanten zufolge hätte. Magneto, dem mit Mystiques Hilfe die Flucht aus dem Knast gelungen ist, tut sich derweil mit den anderen X-Men zusammen, um dies zu verhindern. Dabei tun sich eine ganze Menge von Problemen auf, aber wer wäre besser geignet mit diesen fertig zu werden, als die multitalentierten „Übermenschen“.

Es bleibt ein großer Pluspunkt der „X-Men“-Reihe, dass sie ein solide Story erzählt. Es geht wie schon im ersten Teil um das Problem des Miteinanders von Menschen und Mutanten, und obwohl hier natürlich vereinfacht und übertrieben wird, bleibt die Geschichte doch immer glaubwürdig. Dabei gilt es keineswegs, besonders realistisch zu sein, sondern einfach weiter nach den selbst gemachten Regeln zu spielen. Unterhaltsam ist der Film allemal, die muntere Bilderflut bietet Action, Spannung und gar ein wenig Romantik. Und obwohl jeder Held/Bösewicht mit seiner übernatürlichen Fähigkeit mindestens einmal auf der Leinwand abgefeiert wird, entsteht nie der unangenehme Eindruck der Action als Selbstzweck.

Um eine Freigabe ab 16 (in den USA „R“) zu vermeiden, kommt „X-Men2“ ohne viel Blut aus, und dass, obwohl der gute Wolverine nicht wenige Polizisten aufschlitzt. Ob 12-Jährige sowas sehen müssen habe ich zum Glück nicht zu beurteilen. Fakt ist, dass die Freigabe ab zwölf Jahren den Film glücklicherweise nicht in einen kitschigen Kinderfilm verwandelt hat. Nicht zu vergessen auch, dass es sich hierbei um die gelungene Fortsetzung einer Comicverfilmung handelt. In Hollywood scheinen also auch Kräfte zu wirken, die nicht zwangsläufig unsinnigen Mist a la „Blade2“ produzieren. Bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten, von Regisseur Bryan Singer über die Schauspieler bis zu den Produzenten, beim dritten Teil wieder an einem Strang ziehen. Den wird es ohne Frage geben, und ich denke, es wird dann auch für mich mal an der Zeit an, den Mutanten bereits im Kino bei der Arbeit zuzusehen.


7/10

Die Wutprobe

Dave Buznik, gespielt von Adam Sandler, ist Angestellter einer Firma für Haustier-Accessoires. Eines Tages steigt der eher schüchterne und stets höfliche Dave in ein Flugzeug, wo er sich neben dem kauzigen und taktlosen Buddy Rydell (Jack Nicholson) wiederfindet. Genervt von seinem anstrengenden Sitznachbarn bittet er die Stewardess, ihm einen Kopfhörer zu bringen um sich den Spielfilm ansehen zu können. Die Stewadess braucht ein bisschen sehr lange, weswegen Dave sie noch zweimal darauf anspricht. Nach kurzer Zeit taucht ein Security-Heini auf, der Dave auffordert, zur Ruhe zu kommen. Der ist zwar völlig ruhig, aber das sieht die Crew ganz anders.

Dave findet sich tatsächlich vor Gericht wieder, wo er zu 20 Stunden „Anger Management“ (Originaltitel) verdonnert wird. Sein Therapeut ist niemand geringeres als der kauzige Sitznachbar Buddy Rydell, ein Psychiater mit eben dem namensgebenden Spezialgebiet. In einer Gruppe voller Semi-Psychopathen soll Dave lernen seine – nicht vorhandenen – Wutattacken in den Griff zu bekommen. Rydell bestimmt den cholerischen Chuck (John Turturro) zu seinem Partner für den Alltag. Der zerstört mit einem Ausraster dann auch gleich den gemütlichen Abend von Dave und seiner Freundin Linda. Als Chuck völlig grundlos eine Schlägerei anzettelt, schlägt Dave versehentlich eine Kellnerin nieder – und landet wieder vor Gericht. Sein einzige Alternative zu einem Jahr Haft ist eine persönliche 30-Tage-Therapie in den Händen Dr. Rydells, der flugs bei ihm einzieht. Von nun an verschwimmt im Leben des harmlosen Mannes alles im Chaos, denn sein „Therapeut“ entpuppt sich als gestörter und aggressiver Psychopath.

Er zwingt Dave dazu auf der Broklyn Brigde Boradwaystücke zu singen, während ihn die anderen Autofahrer beschimpfen, schmeißt in Daves Wohnung Teller an die Wand und schrickt auch vor offenen Feindseligkeiten gegen Daves Chef Mr. Head nicht zurück. Es sind einige sehr komische Szenen und Dialoge zu finden, die bei dieser Schauspieler-Konstellation fast unausweichlich sind. Adam Sandler spielt – wie so oft – einen Durchschnittstypen, der in eine Ausnahmesituation gerät, er ist ein ganz netter Kerl, wenn auch ein bißchen langweilig. Nicholson spielt Dr. Rydell als bärtiges Monster, eine menschliche Katastrophe, die den armen Dave um den Verstand bringt mit seinen äußerst fragwürdigen Therapie-Methoden. Und dann scheint der Doc seinem Patienten auch noch seine Freundin auspannen zu wollen… So weit, so gut. An der Besetzung liegt es nicht, dass „Die Wutprobe“ nicht über das Mittelmaß hinauskommt.

Die Cameos von Heather Graham, John C. Reilly und John McEnroe sind ebenfalls nicht verkehrt. Das wirklich störende ist die obligatorische „Wendung“ des Films am Ende, die zwei Meilen geht den Wind zu riechen ist und so das Vergnügen am Geschehen doch arg schmälert. Die Tatsache, dass bereits die Gerichtsverhandlung zu Beginn völlig unsinnig ist und es in diesem Stile weitergeht wäre besser zu verschmerzen gewesen, wenn der Film nicht arg formelhaft daherkommen würde. Leider nimmt sich der Film die Freiheit „unrealistisch“ zu sein nur zu dem Zweck, ein kitschiges Großstadt-Märchen zu erzählen. Einigermaßen lustig und auch unterhaltsam bietet sich dem Zuschauer hier ein zwar solides, aber auch ärgerliches Filmvergnügen, das getrost schnell wieder vergessen werden darf.

3/5

The Core

Erdbeben, Großfeuer, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Meteoriteneinstürze, alle diese Katastrophen haben schon herhalten müssen für die unzähligen Katastrophenfilme, die Hollywood allein in den letzten 15 Jahre produziert hat. Nun kommt ein weiteres Desaster hinzu: In „The Core“ stockt die Rotation des inneren Erdkerns, was diverse Katastrophen auf der Oberfläche zufolge hat. Um es gleich vorweg zu nehmen: Jon Amiels („Verlockende Falle“) Film ist nicht ganz so kitschig und platt geraten wie etwa „Armageddon“, und das war ja durchaus zu befürchten.Nachdem die Tauben am Trafalgar Square Amok geflogen sind und in San Francisco einige Dutzend Träger von Herzschrittmachern ins Gras beißen, kommt Wissenschaftler Josh (Aaron Eckhart, „Erin Brockovich“) zu dem Ergebnis, dass die Rotation des Erdkerns im Begriff ist, zu stoppen, was verheerende Folgen für den Planeten hat. Nobelpreisträger Zimsky (Stanley Tucci), ein unsymphatischer und arroganter Superhirn-Schnösel, ist nach kurzer Zeit von Joshs These überzeugt. Das Problem, so scheint es, ist, dass man an den Erdkern schlicht nicht herankommt, um ihn mit Hilfe von einigen Atombomben wieder „anzuwerfen“.

Doch Zimskys Ex-Kollege Brazzelton hat seit einger Zeit an einem Gefährt gearbeitet, was dem Druck im Innern der Erde standhält, und mit vielen Milliarden Dollar Militär-Unterstützung ist das Gerät schon bald einsatzbereit. Die Crew besteht neben den drei Wissenschaftlern noch aus Serge, einem Bombenspezialist und den beiden Astronauten Iverson und Beck (Hilary Swank). Und los geht es ins Innere der Erde.

Von nun an übernehmen die Effekte mehr oder weniger den Part der Handlung. Optisch recht gelungen bohrt sich das Ungetüm aus Titan (oder so) in die Erde, bis in den äußeren Erdkern, wo eine nicht unbeträchtliche Hitze herrscht. Das größte Probleme an der Sache ist, dass keine Sekunde lang Spannung aufkommt, schließlich sind die Helden ja unterwegs, die Menschheit zu retten. Zwar muss die Crew einige Opfer bringen, doch das Gelingen der Mission steht für den Zuschauer nie in Frage, auch wenn einige Figuren hin und wieder Zweifel hegen, und auf der Erde „Plan B“ schon beinahe angelaufen ist.

Keine Sekunde wird in „The Core“ ein Zweifel daran gelassen, daß die Rettung unseres Planeten die Sache von Amerikanern und ihrem Militär ist. Abgesehen von ein paar Katastrophen, die als eine Art „Abfallprodukt“ z.B. in Rom ihren Lauf nehmen, gibt es keinen Hinweis darauf, dass sonst noch irgendwer einen Versuch unternimmt, die Lage in den Griff zu bekommen. Immerhin wird das Militär der USA nicht nur gefeiert, denn die Jungs in Uniform sind nicht ganz unschuldig an der Katastrophe, wie sich im Laufe des Films herausstellt.

Die Schauspieler spielen auf ordentlichem Niveau, wenn auch fast ausschließlich stereotypisch angelegte Figuren. Lediglich Josh und Beck sind einigermaßen interessant. So bleibt dann unterm Strich nicht viel über, was den Zuschauer begeistern könnte. Einzig nennenswert sind die Special-Effects, die allerdings bei weitem nicht in die Kategorie „Muss man gesehen haben“ fallen. „The Core“ empfiehlt sich nur für jene, die Zeit und Lust für zwei durchaus kurzweilige Stunden Mainstream-Action aufbringen können.

4/10

Daredevil

Unzählige Comic-Verfilmungen hat uns Hollywood in den letzten Jahren bereits beschert, doch nach dem immensen Erfolg von „Spider-Man“ legen die Studios noch eine Schippe drauf, was die Anzahl der Filme angeht. „Daredevil“ wurde bereits im Frühjahr in die Kinos gebracht, und ist nun bereits auf DVD erhältlich. Ich habe in meinem Leben nicht ein einziges Comicheft gelesen, dessen Protagonist es zu auf die Kinoleinwand gebracht hat. Will sagen: ich habe keine Ahnung, inwiefern „Daredevil“ und andere Verfilmungen ihrem „Original“ entsprechen, was geändert wurde, und so weiter. Deshalb bitte keine erbosten Zuschriften der Marke „Daß war doch im Comic alles anders!“, die nicht der Aufklärung dienen, wenn ich bitten darf. Darf ich? Doch nun zum Film. Matt Murdock ist 14 Jahre alt, als er durch einen Unfall sein Augenlicht verliert. Sein Vater, ein Ex-Boxer, ist nicht ganz unschuldig an dem Unfall gewesen, und so schwören sich Vater und Sohn, niemals mehr aufzugeben und sich gegenseitig immer zu unterstützen. Während Jack Murdock seine Karriere wieder aufnimmt, stellt Matt fest, daß seine übrigen vier Sinne so extrem geschärft sind, daß er seine Umgebung genauer wahrnehmen kann, als je zuvor. Sein Hörvermögen ermöglicht es ihm, die Welt vor seinem geistigen Auge wieder sichtbar zu machen. Kurzum: Matt ist nun ein „Superhero“.

Als sich sein Vater eines Tages weigert, einen manipulierten Kampf zu verlieren, wird er von den Hintermännern kurzerhand ermordet. Matt schwört Rache, und geistert von nun an des nachts durch New York City, um das Unrecht zu bekämpfen. „Daredevil“, als Erwachsener nun dargestellt von Ben Affleck, ist ein düsterer Held, ein „Loner“, der sich, um schlafen zu können, in einen schalldichten Wassertank zurückziehen muss. Tagsüber arbeitet er als Anwalt, der laut seinem Partner Foggy zuviele unschuldige und arme Klienten vertritt.

Wie die meisten Comicverfilmungen ist „Daredevil“ ein optisch beeindruckender Film, mit schönen Kamerafahrten, großartigen Kulissen, schöner Farbgebung und anständiger Action. Doch leider funktioniert die Story nicht besonders gut. Ein Grund hierfür ist, daß der der Film schlicht zu kurz ist. Nur eine knappe Stunde dauert die eigentliche Handlung, zuvor werden lediglich die Handelnden Person eingeführt. Zu diesen gehören Gangsterboss „Kingpin“ (Michael Clarke Duncan), dessen Hitman „Bullseye“ (Colin Farrell) und die schöne Elektra (Jennifer Garner), Tochter eines Milliardärs. Mit Ausnahme einer zwar lustigen, aber völlig deplatzierten Kampfszene zwischen Matt und Elektra scheint „Daredevil“ zunächst den richtigen Erzählton zu treffen, doch geht es dann mit großer Geschwindigkeit in die Richtung eines allzu simplen Standard-Comic-Plots, der wirklich keinen Zuschauer überraschen dürfte.

Was eigentlich sehr schade ist, denn die Figur des Daredevils ist weitaus interessanter, als viele seiner Comic-Kollegen, und so steckt in dem Material das Potential für einen richtig guten Film. An einigen Stellen, etwa wenn unser Superheld zur Beichte eine Kirche besucht, ist dies dem Film anzumerken, doch das ist leider zu selten. Die Tatsache, dass das Ende nach einer Fortsetzung geradezu schreit, kann ich bei einem solchen Film locker verschmerzen, was aber nicht heißt, daß der Weg zu diesem Ende der richtige war.

Kurz bevor „Daredevil“ in den USA anlief, war irgendwo zu lesen, daß wegen des „Spider-Man“-Erfolges noch einmal einige Millionen Dollar ausgegeben wurden, um die Special-Effects ein wenig aufzumöbeln. Eigentlich, so hieß es, sollte der Film billiger und länger sein, wirklich düster dazu, und mit einer „R“-Freigabe versehen. Schaut man sich den fertigen Film an, kann man dies durchaus glauben. Wenn es stimmt, dann ist es schade um das verlorene Material, aber vielleicht setzen sich die Beteiligten ja demnächst mal daran, an einen ausführlichen Director`s Cut zu schneiden. Ich wäre dabei.

4/10

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Quelle: anwalt-seiten.de

The Tuxedo

Jackie-Chan-Filme gibt es zu Hunderten in Deutschlands Videotheken. Der Mann dreht, so scheint es, alle drei Wochen einen neuen Film. Ich bin mit seinen Filmen nie so richtig warm geworden, was mich aber nicht daran hinderte, mir „The Tuxedo“ anzusehen, der in Deutschland den Zusatz „Gefahr im Anzug“ trägt. Tuxedo bezeichnet jene Klamotte, die man im Deutschen als Smoking kennt. Und um so einen gehts hier.

Jimmy Tong (Jackie Chan) arbeitet als Chauffeur für den Superagenten Clark Devlin, dem sein Maßanzug herausragende Fähigkeiten beschert. Ausgestattet mit perfekter Kampftechnik und allerlei Gimmicks ist Devlin undercover unterwegs, um irgendeinen Fal zu lösen. Um ehrlich zu sein, ich hab die Story schlicht vergessen. Ist aber egal, Devlin ist bald weg vom Fenster und Tong schlüpft in den Smoking, der ihm dann auch hervorragend passt. Von nun an gibt er sich als Devlin aus, unter anderem vor der hübschen Del Blaine (Jennifer Love Hewitt), die im Auftrag irgendeines Geheimdienstes mit ihm zusammen diesen Fall lösen soll, der mir leider entfallen ist.

Jimmy und Del geraten in eine Reihe von Situationen, in denen Chan seine Trickkiste auspacken kann. Natürlich kommen sich die beiden auch emotional langsam, aber sicher näher. Das alles ist unterhaltsam, wenn auch wenig spektakulär. Ein großer Wurf ist denn „The Tuxedo“ so auch nicht, aber der Film ist einigermaßen komisch, actionreich und kurzweilig. Verglichen mit Nullnummern wie „The Transporter“ waren hier wohl wahre Meister der locker-flockigen Actionkomödie am Werk. So bleibt als Fazit ein durchaus wohlwollendes „Ja, ach!“

5/10

The Body

Ein interessanter Gedanke, daß in Israel die Leiche von Jesus Christus gefunden wird. Für Christen undenkbar, aber für Ungläubige und Anhänger anderer Religionen immerhin nicht ausgeschlossen. Antonio Banderas spielt in „The Body“ Pater Gutierrez, den der Vatikan ob seines unerschütterlichen Glaubens nach Jerusalem schickt, weil dort das ungewöhnliche Grab eines gekreuzigten Mannes entdeckt wurde.Ist es tatsächlich das Grab Jesu? Die israelische Archäologin Sharon und Gutierrez wollen dies herausfinden. Doch die beiden sind ein ungleiches Paar. Während Sharon schnell einen Artikel über das Grab und den Leichnam veröffentlichen will, möchte Gutierrez erst ganz sicher gehen, wer der Tote ist. Während sich die Anzeichen verdichten, das Christus selbst die Leiche in dem Grab ist, sorgt das Geschehen auch für politische Verwicklungen. Die Israelis wollen kooperieren – wenn der Vatikan sie im Kampf gegen eine Teilung Jerusalems unterstützt. Doch die Palästinenser wissen dies und versuchen ihrerseits, die Gebeine des Toten in ihren Besitz zu bringen. Gutierrez lassen diese Entwicklungen zunächst kalt, denn für ihn handelt es sich um eine Sache des Glaubens. Und den droht er über immer neue Fakten zu verlieren. Diese Idee zu verfilmen ist ein äußerst schwieriges Unterfangen.

So wundert es auch nicht, daß „The Body“ letztlich scheitert. Denn auch im Kino geht es um Glauben. Ist es glaubhaft, daß sich die Dinge so abspielen oder entwickeln könnten wie sie auf der Leinwand präsentiert werden? Das frage ich mich als Zuschauer eines Thrillers, der realistisch sein will – und hier die Antwort ist ganz klar nein. Ich glaube nicht, dass das mögliche Grab Jesu abwechselnd bewacht und nicht bewacht werden würde. Ich glaube auch nicht, daß Archäologen jene Knochen in eine Sporttasche einpacken als wären sie Feuerholz. Ich glaube nicht an die Existenz einer Archäologin, die die Evangelien auswendig kennt, aber nicht weiß, was denn für Christen so schlimm daran wäre, wenn der Leichnam Jesu Christi gefunden würde. Und auch die politischen Verwicklungen sind fadenscheinig. Böse Palästinenser entführen Kinder, ein böser Israeli erpreßt den Vatikan – ohne dass man sich dort wundert, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Das Ganze wird zudem auf erstaunlich kleiner Flamme gekocht. Nicht der Papst oder Israels Ministerpräsident greifen ein (oder erfahren wenigstens den Sachverhalt), sondern untere Ebenen – offensichtlich wollte man niemand Wichtigen mit der Darstellung beleidigen.

Banderas spielt seine Rolle gut, ohne daß seine Rolle gut wäre. Denn Gutierrez begreift lediglich die religiösen Folgen, erahnt aber nicht mal im Ansatz die politischen – obwohl ihm ein Palästinenser diese deutlich macht. „Gott hat in der Politik nichts verloren.“ sagt der Pater zu diesem, und das an einem Ort, wo man diese Vorstellung schon ein paar Tage länger über Bord geworfen hat. Es gibt noch mehr zu kritisieren an „The Body“, aber es sei nur noch erwähnt, daß sich die Frage nach der Identität des Toten auf eine sehr voraussehbare Weise klärt. Der Film schafft es, nicht völlig lächerlich zu wirken. Viel mehr aber auch nicht.

2/5

Final destination

Teenie-Horrorfilme gibts wie Sand am Meer, nicht erst seit Wes Craven mit „Scream? zeigte, dass man trotz 26 „ElmStreet?-Teilen damit noch Geld verdienen kann. In den späten Neunzigern kamen Langweiler a la „Düstere Legenden? und Konsorten heraus, allesamt mit Fortsetzung versteht sich.Auch „Final Destination? schwimmt auf dieser Welle mit, und so müssen auch hier vorzugsweise Teenager dran glauben. Richtig viele davon geben gleich zu Beginn des Films den Löffel ab. Eine Schulklasse besteigt ein Flugzeug nach Paris, doch weil Alex (Devon Sawa) eine Schreckenvision vom Absturz dieses Fliegers hat und ausrastet, müssen er und fünf andere Schüler zusammen mit einer der Lehrkräfte vor dem Start aussteigen. Während sie sich noch beschimpfen und fragen, wer denn nun Schuld am Rauswurf sei, fliegt das Flugzeug tatsächlich in die Luft.

Eine Ende mit Schrecken? Nicht ganz, denn wie Alex bald herausfindet, hat der Sensenmann alle noch auf seinem Zettel stehen, die damals das Flugzeug verließen. Nachdem die ersten über den Jordan gegangen sind, beginnen Clear, Billy und Carter (allesamt Klassenkameraden von Alex) langsam, an den „großen Plan? zu glauben, der laut Alex dabei ist, sie nach und nach ihrer sterblichen Hülle zu berauben. Und es kristallisiert sich auch eine Reihenfolge heraus, in der dies geschehen soll…

Obwohl auch „Final Destination? genre-typisch voller Klischees ist, muss ich doch gestehen, dass der Film seine Geschichte ganz gut und mit einigen netten Schockeffekten erzählt. Vielleicht liegt auch ein großer Vorteil darin, dass kein maskierter Killer mit Umhang und langem Messer den Teenies ans Leder will. Der Tod tritt hier als eine Art „Was-passiert-dann?-Maschine mit Todesfolge auf, und ist teils sehr nett anzuzsehen. Das Urteil „wenig nervtötend? ist für einen Teenie-Horror-Streifen wohl eine Art Ritterschlag, den sich der Film in seinen kurzweiligen und blutigen 94 Minuten aber durchaus verdient. Die Story nimmt am Ende ziemlich plötzlich den Notausgang, wahrscheinlich weil ein zweiter Teil längst geplant war. Inzwischen ist „Final Destination2“ bereits gedreht,aber ob der auch noch sein muss, dass entscheide ich ein andermal.

3/5

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