Kurzkritik: I May Destroy You

Drama, 2020

Creator: Michaela Coel; Darsteller: Michaela Coel, Weruche Opia, Paapa Essiedu

Worum gehts?
Die aufstebende junge Autorin Arabella (M. Coel) lebt mit ihren zwei besten Freunden in London und schreibt an einem Roman. Als sie unter Drogen gesetzt und vergewaltigt wird entzieht das ihrer weitgehend sorglosen Existenz den Boden.

Was soll das?
„I May Destroy You“ zeigt die Welt großstädtischer Millenials, die drei Hauptfiguren stammen aus der Karibik bzw. aus Afrika. Im Zentrum steht ihr Umgang mit Sex und Beziehungen, aber es geht auch um die Rolle der Geschlechter, die sozialen Medien sowie den latenten Rassismus der Gesellschaft. Es geht also so ziemlich um alles, was die Welt aktuell bewegt (mit Ausnahme der Corona-Pandemie).

Taugt das was?
Ja, tut es. Schöpferin Michaela Coel gelingt es, die Figuren und ihre Geschichten nicht als offensichtliche Versuchsanordnung zu inszenieren. Sondern einen Alltag (wenn auch einen sehr ereignisreichen) zu porträtieren, in dem sich die Dinge aus sich selbst heraus entwickeln. Die schonungslose Offenheit der Darstellung/Inszenierung ist nicht immer leicht zu ertragen, für das Gelingen von „I May Destroy You“ aber von großer Bedeutung.

Wo kann ich das gucken?
Hier.

9/10