Kurzkritik: The Trial of the Chicago 7

Drama, 2020

Regie: Aaron Sorkin; Darsteller: Mark Rylance, Eddie Redmayne, Sacha Baron Cohen, Jeremy Strong

Worum gehts?
Beim Parteitag der Demokratischen Partei 1968 in Chicago eskalieren die Proteste. Unter der Regierung von Richard Nixon werden kurz darauf verschiedene Anführer der Protestbewegungen vor Gericht gestellt. Es beginnt ein langer und kurioser Prozess, der von Anfang an unter dem Verdacht steht, politisch motiviert zu sein.

Was soll das?
„The Trial of the Chicago 7“ blickt auf einen spannenden Abschnitt amerikanischer Geschichte. Dabei gibt sich der Film keine Mühe, „unparteiisch“ zu sein. Die Angeklagten sind hier die Guten, die Polizisten und Strafverfolger samt dem politischen Apparat dahinter die Bösen. Mir scheint das durchaus „korrekt“ zu sein, wenn man sich die Fakten dazu anschaut (auch wenn der „Kulturkampf“ dahinter längst nicht vorbei ist, wie ein kurzer Blick in die Nachrichten zeigt). Trotzdem fehlt den Protagonisten so ein überzeugender Gegenpol.

Taugt das was?
Jep. Der Film ist von Anfang an fesselnd und unterhaltsam inszeniert. Die Besetzung ist erstklassig, vom Ensemble haben mir Mark Rylance (als Anwalt der Angeklagten), Jeremy Strong und Sacha Baron Cohen (als Chefs der ‚Youth International Party‘) am besten gefallen. Die Dialoge sind messerscharf und witzig. Die Wucht und Intensität der Erzählung, die auch 50 Jahre nach den Ereignissen noch einen beängstigend gegenwärtigen Charakter hat, ist der größte Pluspunkt des Films. „The Trial of the Chicago 7“ vermittelt allerdings nur ein Minimum an historischem Kontext – je mehr Vorwissen man mitbringt, umso mehr Spaß macht der Film…

Wo kann ich das gucken?
Bei Netflix.

4/5

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