So Finster die Nacht (DVD)

Nun habe ich es sogar während der WM noch geschafft mir diesen schwedischen Film aus dem Jahr 2008 anzusehen. Und er hat sich glatt gelohnt, wenngleich ich nicht ganz so begeistert bin wie andere – vielleicht waren es einfach zu viele Vorschusslorbeeren. „So Finster die Nacht“ erzählt die Geschichte von Oskar, einem einsamen 12-jährigen Jungen, und seiner gleichaltrigen neuen Nachbarin Eli.

Habe ich „gleichaltrig“ geschrieben? Nun ja, Eli ist auch 12 – aber wie sie selbst sagt: „das bin ich schon sehr lange“. Eli ist nämlich eine Vampirin, und ihr Blutdurst dezimiert langsam aber sicher die Bevölkerung in dem betulichen Vorort Stockholms, in dem die Geschichte spielt. Oskar hat ganz andere Probleme, er wird von Mitschülern übel drangsaliert, schöpft aber aus der Freundschaft mit Eli die Kraft, sich zur Wehr zu setzen.

Der Film inszeniert seine Story in ruhigen, fast hypnotischen Bildern. Einige Szenen sind blutrünstig und brutal, aber es geht nicht um den schnellen Thrill oder „Twilight“-mäßigen Vampir-Kitsch. Der Ton ist ernsthaft und verleiht der ungewöhnlichen Story damit Glaubwürdigkeit, erlaubt sich aber hin und wieder eine Portion Humor. Ein bisschen übertreibt er es allerdings mit der Unaufgeregtheit, ein paar Längen sind schon drin in den knapp zwei Stunden Spielzeit. Von den ungewöhnlichen Vampirstreifen der letzten Jahre bleibt damit „Durst“ mein Favorit, aber „So Finster die Nacht“ ist auf jeden Fall einen Blick wert.

4/5

PS: Auf das Remake bin ich nun tatsächlich gespannt. Mit ein bisschen Glück wird „Let Me In“ die Qualitäten des Films bewahren und gleichzeitig eine etwas flottere Inszenierung bieten…

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