Tödliche Entscheidung (Before the Devil Knows You're Dead)

Schon mal einen Film gesehen, in dem ein von Laien geplanter Überfall mächtig schief geht? Oder eher hundert? Der mittlerweile über 80-jährige Regisseur Sidney Lumet hat das Genre mit „Dog Day Afternoon“ quasi erfunden, womit er ein gewisses Recht besitzt, es noch einmal zu versuchen. Der von zwei Brüdern (Ethan Hawke und Philip Seymour Hofman) geplante Überfall auf ein kleines Juweliergeschäft endet hier in der Tragödie. Der Ton von „Before the Devil Knows You’re Dead“ ist dabei durchweg ernst, und die Story geht einige unbequeme Wege, um die Hintergründe und Konsequenzen der Tat komplett auszuloten. Dazu gehören einige gekonnt eingesetze Zeitsprünge, die neue Perspektiven aufs Geschehen vermitteln. Alles in allem ein überzeugendes und hervorragend (u. a. mit Albert Finney und Marisa Tomei) besetztes Thriller-Drama.
8/10

Cloverfield

Alle Jahre wieder probiert Hollywood mal was aus, und auch „Cloverfield“ darf für Mainstream-Verhältnisse als Experiment gewertet werden. Mit bescheidenen Mitteln, dem unermüdlichen Einsatz einer wackeligen Handkamera, ohne Stars und mit einer modernen Internet-Marketingkampagne sollte die jugendliche Zielgruppe ins Kino gelockt werden (muss irgendwer da an „Blair Witch“ denken? Nee, ne?). Hippes New Yorker Jungvolk bevölkert die Szenerie, eine Surprise-Party ist im Gange, visuell begleitet von der Digi-Cam eines der Besucher. Kurz darauf fliegt allerdings sprichwörtlich halb New York in die Luft und käfer-artige Aliens (oder so) fallen über die Überlebenden her. Das ganze ist ausschliesslich in den „selbstgefilmten“ dunklen, verwackelten Bildern zu sehen und mit anständigen Effekten umgesetzt, sorgt so für kurzweiliges Vergnügen ohne viel Tiefgang. Als marketing-technisches Gesamtkunstwerk macht „Cloverfield“ also Sinn, (80 Mille Kino-Einspiel in den USA gegenber 30 Mille Kosten) und deshalb wird die von den Raubkopierern so fies gebeutelte Filmindustrie sicher demnächst noch einmal mit einem ähnlichen Konzept um die Ecke biegen. Und es gibt schlimmeres als das.
7/10

Neue Trailers

Zwei Filmschaffende, von denen ich mir immer viel verspreche, sind Regisseur David Mamet („Spartan“) und Schauspieler Chiwetel Ejiofor („Inside Man“). Die kreuzen demnächst in „Redbelt“ die Klingen, in einem Thriller mit einer irgendwo im Kampfsport angesiedelten Geschichte. Den Trailer gibts hier…

Nicolas Cage spielt demnächst die beliebte Rolle des einsamen Serienkillers mit Gewissensbissen, in „Bangkok Dangerous„. Sieht vom Trailer her nicht eben sensationell aus, aber vielleicht täuscht ja der Schein und Cage lifert mal wieder großes Kino ab.

Außerdem wird der Trash-Streifen „Zombie Strippers“ die Leinwände heimsuchen (zumindest in den USA), mit „Elm Street“Freddy Englund und Porno-Ikone Jenna Jameson, die sich mit ihrer Rolle als Stripperin offenbar nicht zu weit aus ihrem Gehege entfernen will. Das ganze sieht bewusst müllig aus und könnte Spaß machen, vorrausgesetzt es gibt neben der „Planet Terror“-mäßigen Story noch weitere gute Einfälle.

Hugh Jackman, Ewan McGregor und Michelle Williams sind in „Deception“ zu sehen, einem Thriller mit folgender Plotline: „An accountant is introduced to a mysterious sex club known as The List by his lawyer friend. But in this new world, he soon becomes the prime suspect in a woman’s disappearance and a multi-million dollar heist.“ Könnte großes B-Kino sein, oder auch ganz erbärmlicher Schrott. Im Herbst werden wir dann schlauer sein.

Mehr fällt mir erstmal nicht ein, ich hoffe demnächst mal wieder ein paar aktuelle Kritiken raushauen kann. (:ab)