Das Streben nach Glück

Will Smith gehört nun schon ein paar Jahre zu den absoluten Topstars Hollywoods, und in diesem erlesenen Kreis schwerreicher Idole gehört es beinahe zum guten Ton, pro Jahr nur einen Film zu drehen. Der muss dafür aber natürlich den Status als Kassenmagnet für eine Weile zementieren. Bei Tom Cruise ist das zuletzt mit „Mission: Impossible 3“ etwas schief gelaufen, und auch Mel Gibson liefert nicht mehr garantierte Blockbuster als Schauspieler, sondern kontroverse Filme als Regisseur. Will Smith hingegen sollte es mit „The Pursuit of Happyness“ (Originaltitel) gelingen, bis zum nächsten Film seinen Thron im Hollywood-Olymp zu genießen.Smith spielt Chris Gardener, einen Mann, den anno Domini 1981 das sprichwörtliche Glück verlassen hat. Seine gesamten Ersparnisse hat er in eine Wagenladung medizinischer Geräte investiert, die sich als katastrophale Ladenhüter erweisen. Seine Frau Linda (Thandie Newton) schiebt in einer Wäscherei schon seit Monaten Doppelschichten und beginnt zu verzweifeln. Die Mietrückstände werden zum Problem, von einer Steuernachzahlung ganz zu schweigen. Sohn Christopher (gespielt von Smith eigenem Sohn) ist tagsüber in einer schäbigen Tagesbetreuung untergebracht, statt Bildung gibt es dort „Bonanza“ und „Love Boat“ zu sehen. Erst die vage Möglichkeit, durch ein Praktikum zum Börsenmakler umschulen zu können und endlich finanziell ins Reine zu kommen verheisst ein wenig Hoffnung auf ein Happy-End.

Nun ist „Das Streben nach Glück“ quasi der Inbegriff eines Hollywoodfilms, und es fällt nicht allzu schwer die Sache mit dem Happy-End zu Ende zu denken. Der Film ist ein modernes Märchen, er vereinfacht seine Story, um seinen Punkt zu machen: Wer hart an sich arbeitet, der kann erreichen was immer er will. Soweit, so gut. Wie dieses Motto in den Ohren der Millionen Amerikaner klingt, die sich zu den Working Poor zählen, weil sie selbst mit einem oder zwei Jobs der Armut nicht entkommen, kann ich nicht sagen. Fakt ist, daß der Film ganz eindeutig Hoffnung machen soll, ob ihm das auch gelingt, muss jeder Zuschauer für sich entscheiden.

Zwei große Pluspunkte kann „Das Streben nach Glück“ dazu für sich verbuchen. Der Film ist immer unterhaltsam, bietet eine Menge lustiger Szenen und gibt sich nur gegen Ende kurz ein wenig zu sehr dem Kitsch hin. Außerdem beweist Hauptdarsteller Smith (der in fast jeder Szene zu sehen ist), daß er die Wandlung vom Spaßvogel zum ernsthaften Schauspieler endgültig vollzogen hat. Charmant, witzig und auch in traurigeren Momenten immer überzeugend trägt er den Film auf seinen Schultern. Sein Sohn feiert gleichzeitig ein gelungenes Leinwanddebut und erspielt sich locker den Ruf eines der unstressigsten, am wenigsten nervigen Kinder der Filmgeschichte.

Will Smith bietet mit seinem neuen Film für ein großes Publikum unterhaltsame Zerstreuung, ohne sich dabei den Vorwurf der Niveaulosigkeit anhören zu müssen. Zumindest nicht von mir. Wer nicht immer noch mit der Mao-Bibel unterm Kopfkissen schläft dürfte an diesem Film Freude haben, ob man deswegen gleich ins Kino gehen muss sei der Einfachheit halber mal dahingestellt.

7/10

Flags of Our Fathers

Dieser erste von zwei Filmen, in denen sich Clint Eastwood mit der Schlacht um die winzige Pazifikinsel Iwo Jima beschäftigt, zeigt uns die die amerikanische Perspektive des Geschehens. Für die USA war die Insel das Einfallstor zum japanischen Festland, das man von dort aus mit Bombern erreichen und angreifen konnte. So sehen wir auf der Leinwand zunächst die gigantische Flotte von Kriegs- und Versorgungsschiffen, sowie – „Saving Private Ryan“ lässt grüßen – amphibischen Landungsbooten. Unter den mehreren zehntausend Mann starken Streitkräften befinden sich auch die drei Hauptfiguren des Films, Bradley (Ryan Phillippe), Hayes (Adam Beach) und Gagnon (Jesse Bradford).

Warum ihr Werdegang ein ganz besonderer ist zeigt Eastwood schon in den ersten Minuten. Die drei gehörten zu den Männern, die auf dem berühmt gewordenen Foto nach dem Erstürmen des Gipfels die US-Flagge aufziehen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Weil ein hoher Militär nach wenigen Minuten befiehlt, ihm die Flagge zu bringen und eine neue aufzuziehen macht sich – nach kurzen Gefechten auf dem Hügel – erneut eine Gruppe ans Werk, und erst zu dieser zweiten Gruppe gehören nun auch Bradley, Hayes und Gagnon. Weil für solche Feinheiten in der Führungsriege der Armee keine Zeit ist werden die drei kurz darauf als Kriegshelden an die Heimatfront geschickt.Dort müssen sie in jeder Großstadt von ihrer Heldentat erzählen und sie sogar vor tausenden von Leuten nachspielen. Die Wahrheit darüber, wer auf dem Bild wirklich zu sehen ist gerät vollends in den Hintergrund. Bradley und seine Kameraden werben für dringend benötigte Kriegsanleihen, damit der Kiregsmaschinerie nicht im Endspurt die Puste ausgeht. Ein jämmerliches Schauspiel ist das, womit die drei Männer ganz unterschiedlich umgehen. Der Indianer Hayes leidet am meisten an der Farce und kann sie nur im Vollrausch durchstehen. Sanitäter Bradley ist ebenfalls nicht wohl in seiner Haut, Gagnon hingegen genießt die Verehrung der Bevölkerung.

Diese Propaganda-Reise wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, die den weiteren Verlauf der Gefechte zeigen. Durch eine zusätzliche Rahmenhandlung, in der in einigen quasi-dokumentarischen Szenen der Autor der Buchvorlage auftritt, betonen den auf wahren Begebenheiten ruhenden Charakter der Geschichte. Bei der Darstellung der Gewalt ist Eastwood nicht zimperlich. Nicht nur bei dem eindrucksvollen Angriff zu Beginn, auch in späteren Szenen erspart er dem Publikum den Anblick grausam zugerichteter Gefallener nicht. In einer gelungenen Szene, in der das Publikum bereits weiss, dass die Soldaten in einen Hinterhalt laufen, wird überdeutlich, wie sehr das Überleben im Krieg einem Glücksspiel gleicht.

Durch die nebeneinander gestellten Bilder von militärischer Front und dem Leben in der Heimat verdeutlicht Clint Eastwood, dass die innere Natur des Krieges nur diejenigen kennen, die selber gekämpft haben. Der Kontrast zwischen den beiden gezeigten Welten erinnert an eine Szene in Wolfgang Petersens „Das Boot“, in der die ausgezehrte U-Boot-Besatzung bei einem militärischen Sekt-Empfang grotesk fehl am Platze scheint.

Über die strategischen Hintergründe der Schlacht erfährt man im Film nur das Nötigste. Im Vordergrund stehen die Gefechte auf Iwo Jima und der Kampf um die unbedingte Unterstützung der Bevölkerung, in dem das berühmte Foto die tragende Rolle spielt. Die von einigen vieleicht befürchtete Überdosis amerikanischen Patriotismus sucht man weitgehend vergebens. Die Darstellung der Japaner hat mit stereotypen Bösewichtern wenig zu tun. Sie sind schlichtweg die Gegner in einem von beiden Seiten mit grausamen Methoden geführten Kampf.

Gegen Ende gerät „Flags of Our Fathers“ ein wenig zu sehr ins Sinnieren darüber, welche Wirkung der Krieg auf die Soldaten und ihre Schicksale gehabt hat und zieht sich etwas hin. Zudem wäre dies auch nicht wirklich nötig gewesen, da der Film in vielen ausgezeichneten Szenen genau das bereits treffend transportiert. Der Gesamteindruck bleibt davon jedoch recht unberührt, der Film überzeugt als genaues, kritisches und exzellent gespieltes Kriegsdrama. Man darf nun gespannt sein, was Eastwood mit seinem im Februar startenden Film „Letters from Iwo Jima“, der die Geschichte aus japanischer Sicht erzählt, diesem Eindruck noch hinzuzufügen hat.

8/10

Couchgeflüster

Allein dem Trailer nach zu Urteilen wäre „Couchgeflüster“ eine recht alberne romantische Komödie. So richtig gelungen sah das alles nicht aus, und das Gefühl, die besten Jokes bereits gesehen zu haben, ist ja auch nicht so der Hit. Der ganze Film jedoch ist nicht nur anders als erwartet, sondern zum Glück auch sehr viel besser.Dreh- und Angelpunkt des Geschehens sind die Sitzungen der frisch geschiedenen Rafi (Uma Thurman) bei ihrer Therapeutin Lisa (Meryl Streep). Nach neun Jahren frustrierender Ehe ist Rafi reif für ein paar neue Erfahrungen, da kommen ihr die Avancen des deutlich jüngeren David sehr gelegen. Die beiden beginnen sich ernsthaft zu treffen, was Lisa ausdrücklich gutheißt. Nun aber eröffnet ihr der eigene Sohn, dass er sich seit kurzem mit einer älteren Frau trifft. Auch New York kann so klein sein, denn natürlich ist Rafi diese Frau, worüber die jüdisch-konservative Lisa jedoch überhaupt nicht lachen kann.

Auf dem Weg zu dieser Enthüllung gibt es bereits einige richtig komische Szenen zu sehen. Die meisten Lacher kann dabei locker Meryl Streep für sich verbuchen, die sich mitunter dem reinen Klamauk hingibt. „Couchgeflüster“ variiert zwischen heiterer Beschwingtheit der zwei Verliebten und etwas ernsteren Tönen, wenn die Probleme der beiden in den Vordergrund rücken. Immerhin ist er gerade 23, sie bereits 37. Die beiden harmonieren scheinbar prächtig, können aber Themen wie Familienplanung nicht auf alle Zeit ausklammern. Hinzu kommt noch, dass Davids werte Mutter Lisa von einer ernsthaften Beziehung ihres Sohnes zu einer älteren, geschiedenen Frau unterschiedlicher Religion genau gar nichts wissen will.

In welche Richtung sich die Story weiter entwickelt mag mancher bereits erahnen. Trotzdem bleibt das Geschehen weiter interessant und bietet solide Unterhaltung. Uma Thurmans Rollenauswahl in den letzten Jahren war mit Ausnahme von „Kill Bill“ bestenfalls ausbaufähig, in diese Rolle passt sie jedoch wunderbar rein. Zwischen frischer Lebensfreude und leisen Zweifeln an der Zukunftsfähigkeit ihrer Beziehung pendelnd bringt sie die Gefühlslage von Rafi glaubwürdig zum Ausdruck. Dass sie als äußerst attraktive Mitdreißigerin durchgeht versteht sich quasi von selbst. Ihr zur Seite steht mit Bryan Greenberg ein Newcomer, der sich als attraktiven, netten Kerl mit kleinen Macken verkauft. Zum Charaktermimen wird er wahrscheinlich nicht mehr, aber ähnliches wurde bestimmt auch über Johnny Depp geschrieben, als der noch in der Highschool ermittelte. Vorsicht ist also geboten.

Ein wenig vertan haben sich die Produzenten beim Casting dennoch. Greenberg ist ein unverbrauchter Typ, sieht allerdings ziemlich genau nach den 27 Jahren aus, die er alt ist. Warum er unbedingt noch vier Jahre jünger werden musste für den Film ist ein Rätsel. Es gibt noch weitere Schwächen des Films zu entdecken, die den positiven Eindruck aber nicht weiter beeinträchtigen. Letztlich fehlt ein wenig der Focus, denn bei allen guten Szenen, die zu sehen sind, bleibt doch immer irgendwie ein Fragezeichen. Will uns Regisseur Ben Younger die Geschichte nun als harmlose Komödie verkaufen? Oder ist es ihm doch ernst mit der (Un)Möglichkeit einer Liebe zwischen zwei Menschen mit deutlichem Altersunterschied? Wenn man es auch am Ende nicht genau sagen kann, der Weg zur Ratlosigkeit ist flott und mit Herz inszeniert. Und dabei nicht im Ansatz so platt wie der miese Trailer oder der wenig passende deutsche Titel.

7/10

Krass

Man schreibt das Jahr 1972. Augusten Burroughs (Joseph Cross) hat es nicht leicht. Seine Mutter Deirdre (Annette Bening) ist eine neurotische Frau, die erfolglos an einer Karriere als gefeierte Dichterin arbeitet, sein Vater Norman (Alec Baldwin) ist ein stoischer Trinker, der zwar Geld nach Hause bringt, aber emotional kaum anwesend ist. Die Rettung soll Dr. Finch bringen, gespielt von Brian Cox als exzentrischer Psychologe mit merkwürdigen Methoden. Die Dinge entwickeln sich aber eher zum Schlechten, und bald findet sich Augusten als unfreiwilliges Mitglied der Finch-Familie wieder, während Mutter Deirdre auf einen Selbsterkenntnistrip geht und Norman sich gleich ganz aus dem Staub macht. Im chaotischen Hause Finch ist nichts unmöglich wie Augusten bald feststellen muss. Die Familie, bestehend aus den Töchter Hope (Gwyneth Paltrow) und Natalie (Evan Rachel Wood), sowie deren Mutter Agnes, fristet in ihrem vollgemüllten Haus eine beeindruckend verstörende Existenz. Als wäre seine biologische Familie nicht schon Strafe genug gewesen muss Augusten sich der schwierigen Aufgabe des Erwachsenwerdens in dieser ungewohnten Umgebung stellen, in der die Konventionen der „normalen“ Welt keine Gültigkeit besitzen. Agnes nascht gern Hundefutter, Hope ist eine unzugängliche Träumerin, der Doktor selbst entdeckt schon mal einen Wink des Schicksals in einem Haufen Scheisse.

Obwohl „Running with Scissors“ (Originaltitel)viele sehr gute Leistungen seiner Darsteller zu bieten hat und einige bemerkenswerte Szenen parat hat, ist er doch leider kein guter Film geworden. Regisseur Ryan Murphy zeigt uns gleich mehrere hochinteressante Figuren, die allesamt der Autobiographie des realen Augusten Burroughs entstammen. Und doch ist zu wenig Leben in seinem Film, die Handlung gleicht einer Versuchsanordnung mit bereits bekannten Ausgang. So geht dem Geschehen echte Spannung oder Dramatik ab, auch weil der Erzählton zwischen tragischem Ernst und absurdem Humor hin und her wechselt. Der erklärende Off-Kommentar kann diesem Eindruck nicht entscheidend entgegen wirken.

Ein bißchen erinnert der Film an Wes Andersons „The Royal Tenenbaums“, allerdings ohne dessen einzigartigen Witz und die bei aller Verschrobenheit liebenswürdigen Charaktere. „Krass“ ist näher an der Realität, immerhin basiert er auf realen Erlebnissen. Die Geschichte ist insgesamt aber zu zäh, zerfahren und anstrengend, um überzeugen zu können. Einige starke Szenen und Dialoge (etwa zwischen Deirdre und Augusten) können nicht verhindern, dass man sich schon nach gut der Hälfte des Films sein Ende herbeiwünscht. Wer an Arthouse-Dramen grundsätzlich Gefallen findet, der mag hier fündig werden und sich von den Darstellern begeistern lassen. Für alle anderen empfiehlt es sich, einen Blick ins Programmheft zu werfen. Irgendwas anderes wird ja schließlich auch noch laufen.

4/10

The Queen

Regisseur Stephen Frears („High Fidelity“) hat mit „The Queen“ eine fiktive Nacherzählung der Tage nach dem Tod Prinzessin Dianas 1997 gedreht, die sich mit dem Leben der Royals sowie deren Verhältnis zum frischgebackenen Premierminister Tony Blair (Michael Sheen) beschäftigt. Eindeutiger Höhepunkt des Film ist Hauptdarstellerin Helen Mirren, die es schafft, die scheinbar angeborene Würde von Elizabeth II. darzustellen, ihre ruhige, fast stoische Art und ihren stets wachen Intellekt. Auch Sheens Portrait des jungen, ehrgeizig-eloquenten Politikers Blair ist äußerst überzeugend.Nach dem Unfalltod der Princess of Wales trauert ganz England um die verlorene Tochter. Die Menschen legen abertausende Blumen nieder, die Zeitungen drucken wochenlang nichts anderes. Der clevere Kommunikator Blair geht so schnell wie möglich an die Öffentlichkeit, hält eine Rede, die Diana zur „People’s Princess“ erklärt und nutzt so quasi nebenbei Dianas Tod dazu, seine Popularität zu steigern. Die Queen jedoch verweist auf die Tatsache, dass die geschiedene Ex-Frau von Charles (gleichwohl weiterhin Mutter zweier königlicher Sprösslinge) streng genommen kein Mitglied der Königlichen Familie sei und harrt ohne Kommentar auf ihrem Landsitz aus.

Zeitgeschichtlich ist der Film interessant, weil er dem Zuschauer den Alltag einer Königin im späten 20. Jahrhundert näherbringt, und das Verhältnis einer Erbmonarchie zu den ihnen unterstellten demokratisch gewählten Politiker erklärt. Gerade die Figur von Tony Blair ist dabei interessant, ebenso wie die Queen kommt er im Film recht gut weg. Er wird zum Vermittler zwischen der fast heiligen Tradition der Monarchie und den alltäglichen Bedürfnissen eines Volkes nach Rückmeldung „von oben“. Der Darsteller von Charles hingegen sieht seinem Vorbild wenig ähnlich und bleibt weitgehend blass, was zu dem immer etwas ungelenk wirkenden Prinzen durchaus passt. Wie nah der Film an den tatsächlichen Ereignissen dran ist steht derweil auf einem anderen Blatt. Als Quellen für die Story dienen Daten und Fakten ebenso sehr wie Berichte der Medien.

Frears Film ist sehr ausgeglichen, weil er seine Figuren niemals ihrer Würde beraubt und auf SchwarzWeiss-Malerei zugunsten von erklärenden Dialogen verzichtet. „The Queen“ ist gewissermaßen spektakulär unspektakulär Wer sich für das Thema des Films interessieren kann, der sollte sich diese Leinwandversion des königlichen Stoffes nicht entgehen lassen. Wer hingegen an noch immer bestehenden europäischen Königshäusern partout nichts Interessantes finden kann, kann sich das Eintrittsgeld locker sparen

7/10

Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Als ich vor über einem halben Jahr in den Nachrichten las, daß Helge Schneider in einer Komödie Adolf Hitler spielen wird, konnte ich mein Glück kaum fassen. Der alberne Helge, so die Hoffnung, würde jede Lächerlichkeit des Gröfaz auf die Leinwand bringen können, für zahllose politisch unkorrekte Witze sorgen und dem tragisch-ernsten Hitler-Bild des traditionellen Kinos etwas entgegensetzen. Gestern nun war es soweit, Dani Levys Film lief endlich an. Doch sein Film ist keineswegs die erhoffte Hitler-Farce geworden, sondern ein zähes, unausgegorenes Nazi-Potpourri zwischen Satire und Tragikomödie.Geschildert werden die (fiktiven) Ereignisse kurz vor der Jahreswende 44/45, aus der Sicht des jüdischen Schauspiellehrers Adolf Grünberg (Ulrich Mühe). Er wird eigens von Goebbels aus Sachsenhausen zum Führer geholt, denn Hitler ist nur noch ein desillusionierter Schatten seiner selbst – ein unhaltbarer Zustand. Mit seinem jüdischen Namensvetter soll Hitler eine Rede an die Deutsche Nation entwerfen, deren Vortrag die Massen noch einmal begeistern und vom nahenden Sieg überzeugen soll. Unterdessen ist der Krieg allerdings längst verloren, Berlin und der Rest des Landes liegt in Schutt und Asche.

In einigen wenigen Szenen blitzt der Mut der Filmemacher auf, eine beißende Satire zu drehen. Da entschuldigt sich Goebbels bei Grünbaum, dieser „dürfe das mit der Endlösung nicht persönlich nehmen“ und erklärt das „Lagerleben“ für „besser als sein Ruf“. Hitler macht sich über Goebbels berühmte „Wollt ihr den totalen Krieg“-Rede lustig, oder liegt mit einem Modell der „Bismarck“ in der Badewanne. Doch zumeist ist der Ton weniger scharf, und verfolgt den ärgerlichen Ansatz, seine Version von Hitler mit einfachster Küchenpsychologie verstehen zu wollen. Er ist ein Bettnässer, der von seinem Vater jahrelang mißhandelt wurde. Wofür er sich nun an der Welt rächt. So einfach ist das.

Nur greift das viel zu kurz, und ist darüber hinaus weder unterhaltsam noch witzig. Ein paar Gags über die übrigen Nazis und ihre Macken gibt es zwar zu sehen, insgesamt aber ist im ganzen Kino gestern das Gelächter verhalten ausgefallen und war auf einige wenige Szenen beschränkt. Helge Schneider hat als Hitler leider zu wenige gute Szenen, in denen er als albernster und beklopptester „Führer“ aller Zeiten so richtig Dampf ablassen kann. Ulrich Mühe ist ein guter Schauspieler („Das Leben der Anderen“), kann aber die Schwächen des Drehbuchs beim Entwerfen seiner Figur nicht gänzlich überspielen.

So ist die erste deutsche Hitler-Komödie leider eine Enttäuschung geworden. Für den äußerst gewagten Versuch gebührt Dani Levy und seinem Team ganz sicher Respekt. Ihren Film jedoch kann ich abgesehen von beinharten Helge-Fans (und auch denen nur unter Vorbehalt) niemandem empfehlen.

4/10

Wer die Diskussion in den Zeitungen über den Neuschnitt des Films verfolgt hat und sich weitergehend informieren möchte, der findet hier Helge Schneiders Aussagen zum Thema im Interview mit dem Schweizer Magazin „Blick“. Ein Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ mit dem Regisseur gibts hier.

Lucky Number Slevin

Der schottische Regisseur Paul McGuigan hat sich in den letzten Jahren mit den Filmen „Acid House“ und „Gangster No. 1“ einen Namen in Europa gemacht. In seinem ersten Hollywood-Film „Wicker Park“, bei uns unter dem Titel „Sehnsüchtig“ erhältlich, mischte er dann 2003 gekonnt Elemente von Thriller und Romanze zu einem unterhaltsamen Verwirrspiel. Warum der Film relativ erfolglos blieb ist mir persönlich ein Rätsel, aber sei es drum. „Lucky Number Slevin“ ist nun McGuigans zweiter Versuch, die globale Filmwelt zu erobern. Prominent besetzt mit Josh Hartnett, Bruce Willis, Morgan Freeman und Ben Kingsley sind die Chancen auf Erfolg sicher nicht ganz schlecht. Doch in Deutschland schaffte es der (teils mit deutschem Geld produzierte) Film nicht mal in die Kinos, sondern geht als Videopremiere an den Start. Im Mittelpunkt steht der smarte Drifter Slevin (Josh Hartnett), der vorübergehend in der Wohnung eines Bekannten Quartier bezogen hat. Unglücklicherweise hat der einen Haufen Wettschulden gemacht, und so stehen bald die Schergen zweier rivalisierender Verbrecherkönige auf der Matte. Die nehmen dem überraschten Slevin schlichtweg nicht ab, dass sie den Falschen erwischt haben. So findet sich der arme Kerl bald zwischen zwei Fronten wieder. Gangsterboss „The Rabbi“ (Ben Kingsley) stellt ebenso Forderungen wie sein Konkurrent „The Boss“, gespielt von Morgan Freeman. Auch die Polizei, in Gestalt von Detective Brikowski (Stanley Tucci) möchte ein Wörtchen mitreden. Neben der undurchsichtigen Lage in der Gegenwart sorgen einige – zunächst schwer einzuordnende – Rückblenden für Verwirrung. Womit wir beim Thema wären, denn „Lucky Number Slevin“ ist ein Verwirrspiel, als dessen Vorbilder Streifen wie „Die Üblichen Verdächtigen“ oder auch „Miller’s Crossing“ in Frage kommen.

Obwohl McGuigans Film über eine ansprechende Optik und ein paar lustige Dialoge verfügt kann er aber unterm Strich nicht überzeugen. Schon nach wenigen Minuten beschleicht den Zuschauer das Gefühl, daß er nur die halbe Wahrheit über die Figuren erfährt und beginnt zu grübeln, was der Kniff sein könnte. Ich selbst bin in dieser Disziplin bestenfalls übersichtlich begabt und war trotzdem weniger überrascht als enttäuscht von der vermeintlich überraschenden Auflösung des Ganzen. Man muss „Lucky Number Slevin“ dabei dennoch zu Gute halten, daß er fast immer unterhaltsam ist und sich an Billy Wilders goldene Regel des Filmemachens hält: „Du sollst nicht langweilen.“.

Für viel mehr reicht es aber einfach nicht, die Charaktere bleiben zu blass, die Story ist zu offensichtlich konstruiert. Die durchaus komischen Dialoge halten das Publikum bei Laune, trotzdem wird man den Film sehr schnell wieder vergessen. „Lucky Number Slevin“ geht in der großen Menge von selbst ernannten cleveren Thrillern unter, ohne dabei bleibenden Eindruck oder größere Schäden zu hinterlassen. Und deshalb weise ich an dieser Stelle lieber nochmal auf den weitaus vergnüglicheren „Wicker Park“ hin, der in der Videothek unter dem Tiel „Sehnsüchtig“ firmiert und nicht mehr als ein paar Schritte entfernt steht.

5/10

Preview 2007

Das Jahr ist gerade erst vorbei, da kann ein kleiner Blick auf den Kino-Kalender 2007 sicherlich nicht schaden. Auffällig viele dritte Teile sind dabei, ich zähle mindestens fünf Stück. Die Starttermine stehen zumeist noch nicht genau fest, aber die wird man zu gegebener Zeit schon rausfinden. Sag ich mal so. Der besseren Übersichtlichkeit halber ist das ganze dreigeteilt in:

Preview 2007 I: Die nächsten Wochen und Monate
Preview 2007 II: Blockbuster und Gedöns
Preview 2007 III: Work in Progress

Preview 2007 Teil I: Die nächsten Wochen und Monate

Stranger than Fiction
„Finding Neverland“-Regisseur Marc Forster präsentiert eine relativ wilde Geschichte. In der Hauptrolle ist Komiker Will Ferrell zu sehen, der bald anfängt Stimmen zu hören, die sein Leben beeinflussen. Fast scheint es, als wäre er die Hauptfigur eines Romans. Klingt etwas wirr, könnte aber sicher Spaß machen und wurde zumindest in den USA gut aufgenommenHollywoodland
Ben Affleck, Adrien Brody und Diane Lane spielen in diesem Noir-Drama von Allen Coulter die Hauptrollen. Der Plot kreist um den mysteriösen Tod des TV-Superman-Darstellers George Reeves, den es tatsächlich gegeben hat. Ob „Hollywoodland“ wirklich ein großer Neo-Noir ist oder bloss eine gutgemeinte Ausstattungsorgie lässt sich nur durch einen Gang ins Kino klären. Aber daran soll es nicht scheitern…

Letters from Iwo Jima / Flags of our fathers
Clint Eastwood hat gleich zwei Filme im Gepäck. Beide behandeln die Schlacht um Iwo Jima im Zweiten Weltkrieg, zunächst gibt es in „Flags of our Fathers“ die amerikanische Sicht der Dinge. Im gleich im Anschluss entstandenen „Letters from Iwo Jima“ wechselt die Perspektive zur japanischen Seite. Ein spannendes Projekt, das der alte Clint sich da ausgedacht hat. Bleibt zu hoffen, dass die Filme auch wirklich was taugen.

The Good German
Bevor Steven Soderbergh mit „Ocean’s 13“ richtig Kasse machen will kommt zunächst mal dieser Film mit George Clooney und Cate Blanchett in die Kinos. Während der Potsdamer Konferenz zum Kriegsende gerät ein US-Militärjournalist in eine Intrige, die weite Kreise zu ziehen scheint. Auf Bilder des Nachkriegs-Berlin durch die Soderberghsche Brille bin ich sehr gespannt…

Der letzte König von Schottland
Forest Whitaker spielt den ehemaligen Diktator Ugandas, Idi Amin, dessen grausame Herrschaft ihm traurige Berühmtheit einbrachte. Durch die Augen von Amins Leibarzt erzählt der Film die Geschichte des Gewaltherrschers, Hauptdarsteller Whitaker gilt bereits als heisser Oscar-Anwärter. Angesichts des finsteren Themas wird der Film sicher einige grausame Bilder zu bieten haben, trotzdem bin ich überzeugt, dass sich ein Publikum findet, das dieses Kapitel Geschichte gerne mal im Kino aufbereitet sehen möchte.

Preview 2007 Teil II: Blockbuster und Gedöns

Fluch der Karibik 3
Trotz seiner 150 Minuten Laufzeit hat „Dead Man’s Chest“ seine Geschichte nicht im Ansatz fertig erzählt, diese Ehre ist nun also „At World’s End“ vorbehalten. Die Aussicht auf gediegene Popcorn-Unterhaltung ist gut, wobei ich auch nichts dagegen habe, wenn danach Schluss ist mit Captain Sparrow und Konsorten. Man muss den Bogen ja nicht unnötig überspannen. Zudem fürchte ich ein Comeback der glibberigen untoten Sabber-Piraten, wäre aber froh mich da zu irren…Shrek 3
Sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt, vom Film selber weiss ich nichts. Angesichts der Tatsache, dass ich mich schon zu „Shrek 2“ nicht durchringen konnte, werde ich wohl auch diesen skippen, aber das hindert ja niemanden daran, aus der animierten Reihe einen der erfolgreichsten Filme des Jahres zu machen.

Rocky 6
Ja, richtig gelesen! Sly Stallone steigt noch einmal als „Rocky Balboa“ (so auch der Titel) in den Ring. Als ehemaligem Weltmeister juckt es ihn in den Fingern, einem jungen Champion die Rübe weich zu klopfen. Ob das gelingt oder ob unser ‚Italian Stallion‘ wie schon im Original nach „Adriaaaaaan“ rufend als Verlierer den Saal verlässt ist noch unklar. Der Film könnte ganz problemlos zu den miesesten des Jahres gehören, aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass dem nicht so ist.

The Bourne Ultimatum
Jason Bourne hat nach seinem Gedächtnis auch noch seine Freundin verloren, wie im letzten Teil der Agentenreihe zu sehen war. Nun wird er vorraussichtlich endgültig klären wollen, was für eine Rolle er vor seiner Amnesie bei der CIA genau gespielt hat. Und es darf als unwahrscheinlich gelten, dass seine ehemaligen Vorgesetzten ihm das locker-flockig bei einem Tässchen Kaffee erzählen werden. Wenn Regisseur Greengrass die Handkamera-Exzesse etwas runterfährt und das Drehbuch taugt, könnte der Film wie schon die Vorgänger die Wartezeit bis zum nächsten Bondfilm zufriedenstellend verkürzen.

Spider Man 3
Sam Raimis Filme über den Spinnenmann gehören zu den feinsten Comicverfilmungen, was sich idealerweise mit Teil drei nicht ändert. Der Trailer sieht schon sehr gut aus, gerüchteweise musste Raimi aber zum Nachdreh bitten – das Testpublikum vermisste Actionszenen. So brachte man das Budget des Films auf die Kleinigkeit von 300 Millionen Dollar. Mißerfolg ist bei so einer Summe eindeutig keine Option, gelle?

Oceans 13
Na, da schau her! Steven Soderbergh hat einen Weg gefunden Al Pacino für sein Star-Ensemble zu gewinnen. Worum es genau geht ist unklar, aber auf den einen oder anderen Einbruch sollte man sich besser gefasst machen. Bei „Ocean’s 12“ hatten ja wohl die Schauspieler mehr Spaß als das Publikum, so jedenfalls meine Meinung. Anyways, man wird sich das schon angucken können, die ganz großen Erwartungen kann man sich aber besser klemmen.

Ghost Rider
Es gibt in den USA eine Preisverleihung nur für Kinotrailer, und das hier sollte ein sicherer Gewinner sein. Nic Cage sitzt des nachts brennend (!) auf einem brennenden (!) Feuerstuhl, und ist dabei von irgendwelchen bösen Geistern besessen. Ist natürlich fürchterlicher Mumpitz, aber was zu Hölle?! Das sieht nach Spaß aus, zudem der „Ghost Rider“ offenbar einer von der eher düsteren Sorte Comic-Helden ist. Bock drauf!

Zodiac
Basierend auf einer realen Mordserie in den 70er Jahren widmet sich David Fincher nach „Sieben“ zum zweiten Mal einem Serienkiller. Der Mann ist ohne Frage vom Fach, die Erwartungen an den Streifen sind entsprechend äußert hoch. Die Besetzung ist mit Robert Downey, Jr., Jake Gyllenhaal und Mark Ruffalo ebenso vielversprechend, so dass der Film eigentlich nur eine Enttäuschung werden kann. Muss ja aber nicht, deshalb siehe oben – Bock drauf!

Fantastic Four 2
Ich persönlich könnte ganz gut auch ohne „Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer“ leben. Heimsuchen wird er uns diesen Sommer trotzdem, und vielleicht ist er etwas besser als Teil 1 und sorgt für anständige Unterhaltung. Liegt vielleicht ja auch an mir, aber irgendwie finde ich die „Fantastic Four“ ziemlich piefig und langweilig. Doch wer weiß, am Ende taugt der Bösewicht was, wäre ja mal was neues!

Live Free or Die Hard
Bruce Willis gibt noch einmal den Cop John McClane in diesem vierten Teil der „Stirb Langsam“-Reihe. Müsste irgendwie auch nicht sein, aber viel verkehrt machen kann man da eigentlich auch nicht. Außer vielleicht, Gott bewahre!, das weiße Feinripp-Unterhemd zu vergessen. Willis ist zwar nicht jünger geworden, aber auch noch längst kein alter Sack. Der Plot handelt laut InternetMovieDataBase von Internet-Hackern, die in ganz großem Stil ihr Unwesen treiben, was tendenziell ziemlich erbärmlich enden kann, siehe etwa (oder besser nicht) „FearDotCom“ oder „Antitrust“. Ne Chance kann man dem Film aber sicher geben.

Harry Potter 5
Auch der Herr Zauberlehrling gibt sich wieder die Ehre, diesmal unter der Regie des Briten David Yates. Sollte ich irgendwann mal anfangen, in die Reihe einzusteigen, werde ich das hier auf der Seite publik machen. Für dieses Jahr ist da jedoch nix geplant.

Perfect Stranger
Neben seiner Rückkehr als John McClane wird Bruce Willis auch in diesem Film von James Foley („Die Kammer“) zu sehen sein. Darin will Halle Berry den Tod ihrer Freundin aufklären, die Spur führt sie dabei in die Welt der Internet-Dating-Dienste. Hört sich ziemlich beknackt an, aber vergessen wir nicht, daß beknackt nicht gleich schlecht bedeuten muss. Siehe etwa „Gothika“. Vor dem Gang ins Kino sollte man sich aber wohl besser noch mal umhören.

Simpsons – The Movie
Ein großer Simpsons-Fan bin ich nie gewesen, aber den gelben Gestalten mal auf der Kinoleinwand zu begegnen könnte mir Spaß machen. Ein Großteil des Gelingens hängt davon ab, ob eine 90-minütige Simpsons-Story für genug Kurzweil sorgen wird, aber da bin ich recht guten Mutes. Immerhin hat es bis jetzt für mehrere hundert TV-Episoden gereicht. Und solange Monty Burns und Smithers dabei sind ist eh alles in bester Ordnung!

No Country for Old Men
Seit über zwei Jahren haben die Coen-Brüder Ethan und Joel keinen Film mehr rausgebracht, nun könnte es 2007 soweit sein. In ihrem Abenteuerfilm um ein paar Männer, die unverhofft zu einem Haufen Geld und Drogen kommen, spielen Tommy Lee Jones, Woody Harrelson und Javier Bardem mit, erste unbestätigte Starttermine für europäische Länder tendieren zum Jahresende. Nach den etwas enttäuschenden „Ladykillers“ und „Ein (Un)Möglicher Härtefall“ wäre es an der Zeit für die Jungs, mal wieder einen echten Kracher anzubieten. Es muß ja nicht gleich ein zweiter „Lebowski“ sein. Aber mal ganz unter uns, wie geil wäre das denn!?!

Robert Altman’s Radio Show
Der letzte Film des jüngst verstorbenen Robert Altman wird vorraussichtlich im April anlaufen. Es geht, wie immer, gleich um einen ganzen Haufen von Menschen, in diesem Fall um die Künstler einer Live-Radio-Show, unter ihnen Woody Harrelson und John C. Reilly als singende Cowboys. Dazu geben sich Meryl Streep, Kevin Kline und Lindsay Lohan die Ehre. Zu schade, daß es danach mit neuen Filmen des alten Herren vorbei ist.

Preview III: Work in Progress

Preview 2007 Teil III: Work in Progress

(Alle Angaben ohne Gewähr, doppelt Käse und Mindestbestellwert!)

Youth Without Youth
Apropos Gerüchteküche: Da wäre zum Beispiel Francis Ford Coppalas erster Film seit „The Rainmaker“ von 1997. Bekannt ist bis jetzt sehr wenig, die IMDB gibt als Plot Outline immerhin folgendes an: „A pre-WWII drama where a life-changing incident turns a professor into a fugitive.“. Mit dabei in der Hauptrolle Tim Roth und angeblich auch die der Schweizer Bruno Ganz und die deutsche Schauspielerin Alexandra Maria Lara. Nix genaues weiß man nicht, alles weitere entnehmen Sie bitte der Tagespresse. Dankeschön.

Cassandra’s Dream
Noch etwas weniger Informationen gefällig? Woody Allens nächster Film heisst möglicherweise „Cassandra’s Dream“, oder aber ganz anders. Mitspielen werden Colin Farrell, Tom Wilkinson und Ewan McGregor, wie sich der Meister vernehmen ließ. Über die Handlung und Starttermine ist nichts bekannt. Im Netz ist zu lesen, dass der Film in Cannes (also im Mai 2007) Premiere haben wird, was für Allen nicht ungewöhnlich wäre. Für einen deutschen Kinostart bedeutet das aber genau nichts. Schade eigentlich.

Tideland
Terry Gilliams‘ („Fear & Loathing in Las Vegas“) neuer Film ist längst fertig, über eine Kinoauswertung (was für ein häßliches Wort! Yuck!) ist aber noch nichts bekannt. Gilliam hat den Film über ein junges Mädchen, das auf dem Land den Drogentod ihrer Mutter verarbeiten muss, parallel zu den „Brothers Grimm“ in Kanada gedreht. Mit dabei ist auch Jeff Bridges, was aber auch nicht heißen muss, daß wir uns den Streifen demnächst irgendwie irgendwo angucken können. Außer natürlich im Internet innen drin, wo er längst illegal zu finden ist…

In Bloom
Vadim Perelmans „Haus aus Sand und Nebel“ von 2004 war ganz großes Kino. In seinem nächsten Film spielt Uma Thurman die Hauptrolle, es geht um ein lange zurückliegendes Highschool-Massaker, dessen Konsequenzen bis weit in die Gegenwart reichen. So weit, so vage, denn als Release Date ist doch eher pauschal 2007 angegeben. Macht ja nix, das Jahr ist lang und für einen (möglicherweise) guten Film ist es nie zu spät.

Lions for Lambs
Robert Redfords nächster Film als Regisseur und Schauspieler soll eine Auseinandersetzung mit dem Thema Afghanistan sein. Mit dabei sind angeblich Tom Cruise und Meryl Streep, die Story spielt sowohl an der Heimatfront als auch in Afghanistan. Hört sich interessant an, immerhin dreht Redford meist gute Filme, mit einem Erscheinen des Streifens ist aber – zumindest im nächsten Jahr – nur bedingt zu rechnen. Drehbeginn ist für Anfang Januar angedacht, aber das kann sich auch schnell wieder ändern.

I am Legend
„Constantine“-Regisseur Francis Lawrence wird Regie führen bei Will Smiths nächsten Film. Der „Fresh Prince“ spielt keinen geringeren als den letzten Menschen auf Erden, der nicht von einem ominösen Virus befallen ist. Sogar von Zombies ist da die Rede, das Ganze basiert auf dem gleichnamigen Horrorroman von Richard Matheson. Wahrscheinlich ist jedoch ein Kinostart Anfang 2008, da der Film selbst in den USA frühestens Weihnachten nächsten Jahres anlaufen wird.

Killshot
„Shakespeare in Love“-Regisseur John Madden lässt in seinem nächsten Film Mickey Rourke als Auftragskiller auf Diane Lane und Thomas Jane los. Die beiden sind in einem Zeugenschutzprogramm untergetaucht, was den fiesen Killer aber sicher nicht schocken kann. Klingt wahrlich nicht verkehrt, schaumermal wann der Film hierzulande zu sehen ist.

American Gangster
Ridley Scott und Russell Crowe haben dieses Jahr in „A Good Year“ gemeinsame Sache gemacht, was aber an mir vorbeigegangen ist. Im nächsten Jahr wird Crowe wieder mit Scott drehen, und auch Denzel Washington ist fest eingeplant in „American Gangster“. In der um 1970 spielenden Story schmuggelt ein Dealer in den Särgen gefallener Soldaten aus dem Vietnamkrieg (gehts noch?) massenweise Drogen in die USA, mit einem Release ist in Deutschland gegen Ende 2007 oder aber Anfang 2008 zu rechnen. Hört sich potentiell sehr gut an, soviel steht fest, und abgedreht ist der Streifen wohl auch schon.

My Blueberry Nights
Hongkong-Regisseur Wong Kar Wai hat mit „2046“ einen der schönsten Filme der letzten Jahre abgeliefert. Nun wird er erstmals einen Film in den USA drehen, mit von der Partie sind Jude Law, Sängerin Norah Jones, David Strathairn und Natalie Portman. Die Story kreist um eine junge Frau (Jones), die sich auf einen Roadtrip quer durch Nordamerika aufmacht, wahrscheinlich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, mindestens aber Abbildung ähnlich. Angesichts der turbulenten Postproduktionsphase von „2046“ könnte die mutig für den Spätsommer geplante Veröffentlichung gut und gerne etwas in Verzug geraten. Danach plant Kar Wai angeblich ein Remake der „Lady from Shanghai“, aber das nur nebenbei…

Das Spiel der Macht

Louisiana, tief im Süden der USA, in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die weißen Eliten haben seit jeher alle Schlüsselpositionen der Macht inne, die Vorstandsposten der Ölkonzerne ebenso wie die Posten als Richter oder Staatsanwälte, und sie bestimmen auch, wer als Gouverneuer dem Staate offiziell vorsteht. Um ihrem Kandidaten für das höchste Amt zu helfen, bringen sie den kleinen Vertreter Willie Stark (Sean Penn) dazu ebenfalls anzutreten – um dessen Gegner ein paar wichtige Stimmen zu klauen. Stark ist zunächst ahnungslos, daß er nur benutzt wird. Doch als davon erfährt, schwingt er sich auf, die Bürger seines Staates von derlei Intrigen zu befreien, verspricht ihnen Strassen, Schulen und Job. Und tatsächlich wird Willie Stark zum Gouverneur seines Heimatstaates.

„All the King’s Men“, basierend auf dem Roman von Robert Penn Warren, erzählt parallel zu Starks Geschichte noch die eines anderen Mannes. Jack Burden (Jude Law) besitzt seit frühester Kindheit Verbindungen in die höheren Gesellschaftsschichten, fristet sein Dasein jedoch freiwillig als Reporter einer Lokalzeitung. Er sympathisiert mit dem Populisten Stark, was ihn zwar seinen Job kostet, aber auch gleich einen neuen bringt. Burden gehört nun zum Team des Gouverneurs, seine Cleverness und Wortgewandtheit kann Stark vorzüglich gebrauchen. Schon bald droht dem im Volk äußerst beliebten Politiker ein Amtsenthebungsverfahren, angestrengt von seinen alten Widersachern. Ausgerechnet Burdens Taufpate, Richer Irwin (Anthony Hopkins) kommt dabei eine entscheidene Rolle zu. Burden sieht sich gezwungen, sich seiner Kindheit und Jugend zu erinnern. Dabei spielen in Vergangenheit und Gegenwart vor allem Irwins Kinder Adam (Mark Ruffalo) und Anne (Kate Winslet) eine entscheidende Rolle. Von Anfang an dominieren in Stevne Zaillians Film dunkle Farben, das Braun nicht asphaltierter Strassen, grün-blaue Sumpflandschaften und pechschwarze Autos. In diesen dunklen Bildern spiegelt sich die sich langsam entfaltene Tragik des Geschehens, die von den Schwächen und Stärken der Hauptfiguren bestimmt wird. Stark ist keineswegs ein moderner Robin Hood im Gewand eines Politikers, und Burdens Auseinandersetzung mit seiner Herkunft ist geprägt von (zu) späten Einsichten mit weitreichenden Folgen.

Etwas überraschend finden sich leider auch bei den prominenten Schauspielern einge schwächere Leistungen. Sean Penn etwa tendiert zuweilen arg zum „Overacting“, James „Tony Soprano“ Gandolfinis Popularität als TV-Mafiaboss steht der Glaubwürdigkeit seiner Figur hier sichtlich im Weg. Jude Law hingegen hat zwar hin und wieder Probleme mit dem Südstaaten-Dialekt, füllt seine Rolle aber ansonsten überzeugend aus. Mark Ruffalo hat schlicht zu wenige Szenen, um einen glaubwürdigen Charakter aus Adam zu machen. Kate Winslet, mit vollem blonden Haar auf den ersten Blick kaum wiederzuerkennen, spielt eine gelungene Version der „Southern Belle“.

Trotz einer Spielzeit von über zwei Stunden wirkt die Handlung des Films reichlich komprimiert und verlangt von seinen Zuschauern einige Aufmerksamkeit. Einige wichtige Entwicklungen kommen bis zuletzt nur in Andeutungen an die Oberfläche. Sowohl der Anfang wie auch das Ende finden geradezu im Zeitraffer statt, während einige scheinbar unwichtigere Szenen sich doch etwas hinziehen. In den USA ist der Film bei der Kritik weitgehend baden gegangen, zumeist mit dem Verweis auf das ungleich bessere Buch. Ohne die Vorlage zu kennen fällt jedoch lediglich das etwas zerfahrene Drehbuch auf. „All the King’s Men“ hat zweifellos große Ambitionen, die er leider nicht alle erfüllen kann. Trotz seiner Schwächen ist der Film sehenswert und bietet niveauvolle, durchaus spannende Unterhaltung. Wer sich für gehobene Hollywood-Dramen wie etwa „Capote“ begeistern konnte, der sollte ruhig zugreifen.

7/10

Top 10 2006


Babel

Von Regisseur Alejandro Inarritu ist man von „Amores Perros“ und „21 Gramm“ bereits gewöhnt, daß er pro Film gerne mehrere Geschichten miteinander verwebt. So auch in „Babel“, der sich in vier Geschichten mit den globalen Problemen zwischenmenschlicher Kommunikation befasst. Meine Befürchtung, die verschachtelte Erzählweise könnte zur langweiligen Masche werden erwies sich als unbegründet. Alle Geschichten sind glaubwürdig entwickelt, gut gespielt und finden ein passendes Ende. Kleinere Längen sind angesichts des zuweilen äußerst packenden Stoffes problemlos zu verzeihen. Nahtlos verdichten sich die in Marokko, Japan und Mexiko spielenden Geschichten zu einem anspruchsvollen, nicht ganz leicht verdaulichen Stück Kino.

Casino Royale
Neben vielen positiven Kritiken meldeten sich angesichts der härteren Gangart im neuen Bondfilm auch Kritiker, die die Leichtigkeit und den Witz früherer Tage vermissten. Nicht ganz verkehrt, aber dahin muss unsere frisch gebackene Doppel-Null vielleicht erst einmal kommen. Solange hat Daniel Craig noch zu kämpfen, macht dabei jedoch seine Sache beeindruckend gut. Das Drehbuch verzichtet auf völlig überzeichnete Bösewichte ebenso wie auf die zuletzt arg computerlastigen Tricks und bietet stattdessen einen recht altmodischen Thrill, der dem Film sehr gut zu Gesicht steht. Der Anfang ist gemacht, und er weckt berechtigte Hoffnungen auf eine konsequente Weiterführung des neu erfundenen blonden Bonds.

Children of Men
Science-Fiction ohne Aliens fand ich ja schon immer gut, und in genau diese Kerbe schlägt dieser düstere Film von Alfonso Cuaron. Eine gänzlich impotente Menschheit lebt im Großbritannien der nahen Zukunft unter einer Diktatur, die ihren Bürgern kaum Luft zum Atmen lässt. Clive Owen wird vom gemütlichen Trinker zum Held und macht dabei eine sehr gute Figur. Cuaron hat Actionsequenzen parat, die ohne Zweifel zu den packendsten des Jahres gehören, und die zum Glück auch noch eingebettet sind in eine gelungene, stimmig erzählte Geschichte.

Departed – Unter Feinden
Scorsese taucht immer gerne in Top-10-Listen von mir auf, das gebe ich gerne zu. Sein jüngster Film „The Departed“ ist eine wahre Augenweide, ein großartig besetzter, unglaublich spannender Thriller. Es mag viele Gründe gegen Hollywood-Remakes von europäischen und asiatischen Filmen geben, Scorsese liefert den Beweis, daß man es auch richtig machen kann.

Das Leben der Anderen
Auch wenn ich diesen Film von Florian Henckel von Donnersmarck erst vor zwei Tagen gesehen habe, stelle ich „Das Leben der Anderen“ ohne zu Zögern neu in diese Liste. „München“ fällt daher raus, landet aber sicher in der Kategorie „Knapp daneben ist auch vorbei“, siehe unten. Donnersmarcks Film ist ein großartig gespieltes Drama, auf das Nötigste reduziert und dabeiso spannend, dass Alfred Hitchcock sicher seine Freude dran gehabt hätte. Es ist immer schön einen deutschen Film generell loben zu können, nicht unter der Prämisse „für einen deutschen Film nicht schlecht…“. Und so ist das mit „Das Leben der Anderen“, man kann ihn getrost jedem empfehlen, der Filme mag.

The New World
Terrence Malick ist vom schöpferischen Output noch fauler als Kollege Tarantino. Über zehn Jahre ist „Der schmale Grad“ alt geworden, bevor der Meister uns einen Nachfolger schenkte. Seine Version der Geschichte der schönen Indianertochter Pocahontas wirft einen zutiefst unschuldigen Blick auf die Besiedlung Amerikas zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen schildert er feinfühlig, aber frei von Kitsch. Grandiose Landschaftsaufnahmen und das zurückgezogene Spiel der Schauspieler sorgen für eine wunderbar authentische, natürliche Stimmung und machen „The New World“ zu einem Fest für die Sinne.

Syriana
Gleich zu Beginn des Jahres brachte „Syriana“ die Tagespolitik ins Kino und ging in verschiedenen Handlungsfäden der Frage nach, wie das internationale Ölgeschäft so funktioniert. Nach diesem Film von Stephen Gagham wissen wir Bescheid: es ist in erster Linie sehr kompliziert. Geheimdienste, Lobbyisten, Regierungen und Schattenmänner ziehen die Fäden, was „Syriana“ durch einige (fiktive) Einzelschicksale deutlich macht. Ohne plakativ zu sein ist der Film doch gewagt genug, um einigen Mächtigen auf die Füße zu treten, vermeidet dabei aber allzu simple Schuldzuweisungen. Im besten Sinne interessant ist „Syriana“ gewissermaßen der „Traffic“ des Ölgeschäfts.

Thank You For Smoking
Aaron Eckhart spielt hier die Rolle seines Lebens: Als Sprecher der Tabakindustrie kämpft er ganz sicher auf der Seite der Bösen, ist dabei aber so umwerfend charmant und gut, dass es dem Publikum bald völlig egal ist. Mit viel schwarzem Humor erklärt „Thank You for Smoking“ der Political Correctness den Krieg, und wird dabei zu einem der besten Komödien des Jahres. Angereichert mit einem unterhaltsamen Vater-Sohn-Drama umschifft der Film von Jason Reitman alle seifigen und schwülstigen Gewässer und endet auf einer äußerst treffenden Note.

Eine unbequeme Wahrheit
Ein Dokumentarfilm ist immer dann besonders gut, wenn er glaubwürdig und gezielt seine Argumente ausbreitet, dabei aktuell ist und das Publikum trotzdem bei Laune hält. Insofern hat Davis Guggenheim mit „An Inconvenient Truth“ alles richtig gemacht. Ex-Vizepräsident Al Gore doziert mit Herz, Witz und Verstand, warum die Welt (und vor allem die USA) in Sachen Klimawandel und Umweltschutz endlich zu handeln anfangen muss. Ohne sich übermäßig als Messias zu feiern feuert Gore seine treffenden Argumente ins Publikum und nutzt dafür geschickt seine Popularität. Sollte man gesehen haben, ganz ehrlich.

Die Zeit die bleibt
Francois Ozon hat sich im europäischen Kino einen festen Platz erobert. Er war mit dem Krimi-Musical „8Frauen“ erfolgreich, schenkte dem Publikum danach den cleveren „Swimming Pool“ sowie das nachdenkliche Portrait einer Ehe, „5×2“. Dieses Jahr drehte er einen ernsthaften Film über den Tod, wobei er es schaffte Tragik, Humor und viele leise Zwischentöne zu einem berührenden Ganzen zu verweben. In der Hauptrolle glänzend gespielt von Melvil Poupaud ist „Die Zeit die bleibt“ auch ansonsten nahezu makellos und jedem Freund des zeitgenössischen europäischen Film besonders zu empfehlen.

Beinahe in den Top 10:
Good Night, and Good Luck

Wahre Lügen
München
The Science of Sleep
Apocalypto

Das Spiel der Macht

Louisiana, tief im Süden der USA, in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die weißen Eliten haben seit jeher alle Schlüsselpositionen der Macht inne, die Vorstandsposten der Ölkonzerne ebenso wie die Posten als Richter oder Staatsanwälte, und sie bestimmen auch, wer als Gouverneuer dem Staate offiziell vorsteht. Um ihrem Kandidaten für das höchste Amt zu helfen, bringen sie den kleinen Vertreter Willie Stark (Sean Penn) dazu ebenfalls anzutreten – um dessen Gegner ein paar wichtige Stimmen zu klauen. Stark ist zunächst ahnungslos, daß er nur benutzt wird. Doch als davon erfährt, schwingt er sich auf, die Bürger seines Staates von derlei Intrigen zu befreien, verspricht ihnen Strassen, Schulen und Job. Und tatsächlich wird Willie Stark zum Gouverneur seines Heimatstaates. Mehr…
7/10