Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Monthly Archives: Februar 2006

You are browsing the site archives by month.

Kurze Dienstreise

BEVOR sich jemand wundert, warum hier in den nächsten Tagen nicht sehr viel passiert: ich bin bis zum Wochenende in Tübingen. Jetzt ist es raus! Einen (leider sehr kurzen) Filmtipp habe ich auch noch abzugeben. Seit dem 02.02. läuft “Wahre Lügen” im Kino. Die Geschichte einer jungen Reporterin, die in der Vergangenheit eines berühmten US-Showduos (große Kunst von Kevin Bacon und Colin Firth) nach einer zweifellos vorhandenen Skandal-Story sucht. Die Story spielt in den späten Fünfziger und frühen Siebziger Jahren. Schöne Bilder, eine verschachtelte Erzählweise a la “Wonderland” und keine größeren Schwächen stehen auf der Habenseite. Störend fällt eigentlich nur auf, dass man trotzdem schon bessere Filme gesehen hat. Regisseur Atom Egoyan hat übrigens mit “The Sweet Hereafter” aka “Das Süße Jenseits” selbst schon einen der besseren gedreht. Wer Glück hat, erwischt ihn mal im Fernsehapparat.

Stay (DVD)

Seit einigen Jahren haben Filmfans und Kritiker ein neues Genre entdeckt, es hört auf den Namen “Mindfuck”. Typisch für diese Art Film ist, daß ein oder mehrere Charaktere gar nicht wirklich existieren, oder aber aus anderen Realititätsebenen kommen. Siehe etwa “Fight Club”, “The 6th Sense” oder auch “Die üblichen Verdächtigen”. Brad Pitt ist eine Erscheinung in Edward Nortons müdem Gehirn, Bruce Willis ist längst tot. Bei den “Verdächtigen” liegt der Fall schwieriger, denn das Ende offenbart vor allem, daß nichts von dem, was der Film zeigt (alles ja basierend auf Verbal Kints Aussagen) überhaupt passiert sein muss. Marc Forster, bekannt geworden durch die Dramen “Monster’s Ball” und “Finding Neverland”, hat mit “Stay” nun seinen eigenen Beitrag vorgelegt. Der Psychologe Sam Foster (Ewan McGregor) übernimmt von einer Kollegin den Fall eines jungen Patienten. Henry (Ryan Gosling) ist Kunststudent, der für den nächsten Samstag seinen Selbstmord plant. Sam versucht in mehreren Gesprächen dahinter zu kommen, was den Jungen dazu treiben könnte. Aber anstelle logischer Antworten bekommt er Widersprüchliches zu hören und verliert zunehmend den Überblick. Welche Rolle spielt der Unfall auf der Brooklyn Bridge? Sind Henrys Eltern nun tot? Wenn ja, welche verwirrte, einsame Hausfrau wohnt dann im Haus der Familie? Nach einigen zunehmend mysteriöser werdenden Erlebnissen hat Sam nur noch eines im Kopf. Er will das Rätsel lösen, doch dazu muss er zunächst Henry ausfindig machen, dessen Freitod immer näher rückt.

Um seine verwirrende Handlung an den Mann zu bringen, bedient sich “Stay” einiger Tricks. Schiefe Kameraeinstellungen erzeugen Unwohlsein, kurze Zeitsprünge und die kühlen Bilder sorgen zudem für Beklemmung. Moderne, beinahe futuristische Architektur dient als Hintergrund, vor allem zu Beginn der Geschichte. Der Film ist dabei durchgängig sehr ansehnlich, doch grundsätzlich steht und fällt der Film mit der Bereitschaft des Publikums, sich auf den “Mindfuck” einzulassen oder nicht. Nur wenige Zuschauer werden gleich nach Ende des Films alles begreifen (sofern man davon sprechen kann), es erfordert Nachdenken und Nerven, das Rätsel zu entwirren. Vergleiche mit David Lynchs “Mulholland Drive” drängen sich auf, doch sind hier die Charaktere weit weniger interessant, auch erreicht “Stay” nicht die gleiche Intensität.

Wenn man das Ende des Films ein wenig hat auf sich wirken lassen, bleibt – wie ich finde – nicht sonderlich viel übrig. Das Drehbuch ist clever, die Schauspieler geben ihr Bestes, doch richtig überspringen wollte der Funke weder während des Films noch danach. Denn ein wenig erinnert “Stay” an den ungleich unterhaltsameren “Die üblichen Verdächtigen”. Wenn die Katze erstmal aus dem Sack ist, verflüchtigt sich das vorige Geschehen fast wie von selbst. Tragisch ist das aber nicht. Wer komplexe Psychothriller (so kann man den Film wohl auch bezeichnen) mag, der kommt auf seine Kosten. Wer schon mit den oben genannten Filmen Probleme hatte, der kann es auch einfach sein lassen.

6/10

Red Eye (DVD)

Es war bereits in “Nicht Auflegen!” und zuletzt in “Final Call” zu beobachten, dass auch Filme mit völlig beknackten Geschichten funktionieren können, wenn man mit der Story nur schnell genug voran kommt. Hier reiht sich der kleine B-Film “Red Eye” wunderbar ein, mit einer unlogischen, aber vergnüglichen Geschichte, die keine 90 Minuten in Anspruch nimmt. Los geht es mit der hübschen Lisa (Rachel McAdams), die nach der Beerdigung ihrer Großmutter den Heimflug nach Miami antreten will. Lisa arbeitet an der Rezeption eines Hotels, und telefoniert noch im Taxi zum Flughafen mit ihrer etwas überforderten Kollegin und Vertretung. In der Schlange am Schalter trifft sie einen charmanten Unbekannten, der sich als Jackson Rippner (Cillian Murphy) vorstellt. Mehr… 7/10

Schon wieder die Oscars!

Wenn in der Nacht zum 6.März in Los Angeles die Oscars vergeben werden, sind immerhin drei der Filme, die für den besten Film nominiert sind, in Deutschland bereits angelaufen. “L.A. Crash” gibt es sogar schon auf DVD, während “München” gerade anlief und “Capote” immerhin am Donnerstag vor der großen Zeremonie in die Kinos kommt. Der große Favorit, Ang Lees “Brokeback Mountain”wird sich dann pünktlich am 9. März die Ehre geben. Ein Zufall ist das… Noch ein wenig länger muss auf George Clooneys zweite Regiearbeit “Good Night, and Good Luck” gewartet werden, im Raum steht der 6. April. Mehr zum Thema und eine Einladung zum “Outguess Edzard”-Daddel gibt es hier…

Schon wieder die Oscars!

Wenn in der Nacht zum 6.März in Los Angeles die Oscars vergeben werden, sind immerhin drei der Filme, die für den besten Film nominiert sind, in Deutschland bereits angelaufen. “L.A. Crash” gibt es sogar schon auf DVD, während “München” gerade anlief und “Capote” immerhin am Donnerstag vor der großen Zeremonie in die Kinos kommt. Der große Favorit, Ang Lees “Brokeback Mountain” wird sich dann pünktlich am 9. März die Ehre geben. Ein Zufall ist das… Noch ein wenig länger muss auf George Clooneys zweite Regiearbeit “Good Night, and Good Luck” gewartet werden, im Raum steht der 6. April.Wie immer bei den Oscars bekommen nicht die besten Filme die Preise, sondern jene, die Interesse zu entfachen wussten, die eine Lobby haben oder wahlweise, siehe “Titanic” und “Rückkehr des Königs”, einen so großen Haufen Asche einfahren, dass selbst die Produzenten rot werden. Irgendwie ist das schade, andererseits hat man sich längst daran gewöhnt und denkt mit einem Schmunzeln daran, dass Sir Alfred Hitchcocks Erbe zwar massig großes Kino, aber keinen einzigen Oscar beinhaltet. Es geht hier in erster Linie um Show und Entertainment, um elegante Gewänder und Zillionen-Dollar teure, geliehene Klunker an den zarten Hälsen bildhübscher Frauen. Als künstlerische Auszeichnung sind die Oscars trotzdem ernst zu nehmen, immerhin gehören der Academy größtenteils Filmschaffende jeglicher Couleur bei.

Nachdem 2004 der “Herr der Ringe” mächtig abgesahnt hatte, konnte ein Jahr später “Million Dollar Baby” die Preise für den besten Film und die beste Regie gewinnen. Und der findet sich (wegen des späteren Kinostarts in Deutschland) sogar in meiner Top-10 Liste des vergangenen Jahres. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich von den oben genannten Filmen erst einen einzigen gesehen, und zwar “L.A. Crash“. Mit sechs von zehn Punkten abgewatscht muss ich nicht erwähnen, dass ich ihn für überschätzt halte. Nichtsdestotrotz, es sind Filme wie dieser, die es mit einem kleinen Budget und viel Herzblut aufnehmen gegen Supertanker der Kragenweite von “Star Wars” und “War of the Worlds”, und zumeist sind dies mir persönlich die liebsten Filme. In meinen Top-10 des letzten Jahres steht mit “Batman Begins” genau ein Film, der wirklich teuer war. Und ich mag Actionfilme!

Soweit, so gut. Große Prognosen sind von mir nicht zu erwarten, was verstehe ich schon von Filmen? Zudem hilft es natürlich, ein bißchen was von dem Stoff gesehen zu haben, so wie es früher geholfen hat, ein Buch, über das man referieren soll, wirklich gelesen zu haben. Oder es wenigstens versucht zu haben. Aber: Dieser Blog wird interaktiver werden, und in diesem Zuge bitte ich alle um ihre volle Aufmerksamkeit. Wer möchte, kann dieses Jahr zum ALLERERSTEN Mal dabei sein, beim schamlos bei RogerEbert.com abgekuckten “Outguess Edzard”-Spiel! Einfach eine Email an edzardo@web.de senden, und es gibt eine OpenOffice-Datei (Microsoft Wort-kompatibel), in der alle Nominierungen aufgelistet sind. Einfach alle löschen, von denen ihr annehmt, dass sie nicht gewinnen, und zurück schicken. Damit das Outguessen (was soviel bedeutet wie “Besser tippen als wie Edzehard”) leichter fällt, werde ich in Bälde meine Tipps hier zur Einsicht bereitstellen. Der Gewinner, und das ist ja nun wirklich die Krönung, hat GEWONNEN!!!!!!

Als Preise stehen dann zur Wahl ein Furzkissen, ein langweiliges Buch oder ein leckeres Speiseeis. Bombe, oder?! Wenn ich gewinne, behalte ich den Plunder. Is klar.

Und jetzt kommt Ihr!

Ab sofort steht unter den Veröffentlichungen ein kleiner Comment-Link bereit. So kann nun jeder mächtig viel Eigensenf dazugeben. Beachtet werden sollte, was den Inhalt angeht, das Deutsche Reinheitsgebot und wenn möglich die Genfer Konventionen. Ach so, und wer ne Antwort erwartet sollte sich in irgend einer Form zu erkennen geben. Hingehen, machen! Der alte Witz…

Die Oscars

Schon bald, vielleicht schon morgen, werde ich ein paar mehr Worte zur 78. Verleihung der Academy Awards verlieren. Einstimmen kann man sich über diesen Link, er führt zu allen nominierten Filmen in geschätzten 4000 Kategorien. Right On!

Post Navigation