Kurzkritik: Kill Me Three Times

Kill Me Three Times FilmplakatComedy/Crime, USA/Australien 2014

Regie: Kriv Stenders; Darsteller: Simon Pegg, Teresa Palmer, Alice Braga, Luke Hemsworth, Sullivan Stapleton

In aller Kürze: Belangloser Möchtergern-Tarantino ohne zündende Ideen, der nie wirklich Fahrt aufnimmt.

Worum geht’s? Ein halbes Dutzend Provinz-Australier in einer Posse um Geld, Gier, Verrat und Sex.

Die gute Nachricht: Nicht schlecht gespielt, schöne Locations.

Die schlechte Nachricht: Weder wirklich witzig noch spannend, weil die Figurenzeichnung zu oberflächlich ist. In zwei, drei Szenen zudem mit unnötig grottigen CGI-Effekten (die einem besseren Film aber nichts angetan hätten).

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
„2 Days in the Valley“, „Thursday“

2/5

Kurzkritik: A Most Violent Year

A Most Violent Year FilmplakatDrama, USA 2014

Regie: J.C. Chandor; Darsteller: Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oleyowo

In aller Kürze: Stilvolles & ambitioniertes Drama vom Regisseur von „Margin Call„, das leider nie in Fahrt kommt und insgesamt (auch wegen hoher Erwartungen) enttäuscht.

Worum gehts? Anno 1981 versucht in NYC ein Ölhändler mit ‚Migrationshintergrund‘ sich gegen zahlreiche Feinde zu behaupten.

Die gute Nachricht: Gut gespielt und handwerklich top feiert und zitiert der Film das Kino der 70er Jahre.

Die schlechte Nachricht: „A Most Violent Year“ kann das Publikum nicht ernsthaft für die Figuren interessieren, die Story zieht vorbei, während man emotional distanziert zusieht.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
„The Yards“, „The Drop“

2/5

Filmkritik: Exodus – Götter & Könige

Exodus - Gods & Kings FilmplakatDrama/Abenteuer, USA/UK/SP 2014

Regie: Ridley Scott; Darsteller: Christian Bale, Joel Edgerton, Ben Kingsley, Sigourney Weaver

Es ist nicht so, dass ich sehnsüchtig auf Ridley Scotts Moses-Film gewartet hätte. Aber auch nicht so, dass ich nicht grundsätzlich interessiert gewesen wäre. Nach eher mauen Kritiken habe ich den Gang ins Kino sein gelassen und mir „Exodus – Gods & Kings“ nun zuhause angesehen. Zum Glück, wie ich leider sagen muss. Denn der Film macht irgendwie alles falsch, was man falsch machen kann.

Das geht mit der Besetzung los. John Turturro ist ein genialer Schauspieler, aber einen Pharao im alten Ägypten nehme ich ihm nicht ab – ich verbinde ihn viel zu sehr mit Stoffen der Gegenwart. Zudem meist mit komischen Stoffen (dieser Film hingegen ist so bierernst, dass man es fast wieder komisch finden muss). Ähnliches gilt für Sigourney Weaver und Aaron „Jesse Pinkman“ Paul (als Joshua), Ben Kingsley (als Nun) und Ewen Bremner, dessen 15 Minuten Ruhm aus „Trainspotting“ stammen und sich in keiner Weise mit seiner Rolle als Berater im Palast vertragen. Joel Edgerton als leicht transiger Ramses gefällt mir da noch am besten, überzeugt aber auch nicht.

Christian Bale als Moses wiederum macht langsam ernsthaft Daniel Day-Lewis Konkurrenz in Sachen erzwungener Intensität und maximalem Körpereinsatz. Solche „larger than life“-Rollen verlangen schon fast nach dieser „Over-acting“-Methode, trotzdem scheitert seine Darstellung in meinen Augen. Für einen altmodischen Mose im Stil alter Bibelschinken ist das zu modern, doch eine glaubwürdige „echte“ Figur wird hier auch nicht draus. Dafür sieht das alles (anders als etwa Aronofskys „Noah“) zu sehr nach Hollywood-Sandalenfilm-Spektakel aus.

Man kann sich auch fragen, warum Ridley Scott den Film überhaupt gedreht hat. Zumindest ist mir nicht klar, welchen Dreh oder welche persönliche Note/Interpretation er der Geschichte hier geben wollte. Das ganze ist im Hochglanz-Look gedreht und bemüht sich nicht wirklich um Authentizität (nicht das dies unbedingt ein Gewinn gewesen wäre). Die Spezial-Effekte sind überzeugend, in 3D vielleicht sogar überwältigend.

Wenn man sich das alles als interessierter Ungläubiger ansieht, kommt „Exodus – Gods & Kings“ recht blutleer daher. Ich nehme an, dass alle wesentlichen Elemente der zugrunde liegenden Geschichte zu finden sind, kann das aber im Detail nicht beurteilen. Der Erzählung fehlt Dynamik, die meisten Szenen laufen recht episodenhaft nacheinander ab, die Übergänge sowie die Dramaturgie ingesamt können nicht überzeugen. Man kann sich das alles schon gut angucken, nur eben überwiegend teilnahmslos.

Es bleibt die Erkenntnis, dass mir ein mit (wenngleich zweifelhafter) Leidenschaft gemachter Film wie „Die Passion Christi“ – gedreht vom erzkonservativen Katholiken Mel Gibson – sehr viel besser gefallen hat. Den haben die Zuschauer entweder geliebt oder gehasst. Dieser Film wird dagegen fast allen ganz einfach egal sein.

2/5

Kurzkritik: The Judge (Der Richter – Recht oder Ehre)

The Judge PosterDrama, USA 2014

Regie: David Dobkin; Darsteller: Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Fermiga, Billy Bob Thornton

In aller Kürze: Gerichts- und Familiendrama, das sich ausschließlich auf seine Hauptdarsteller verlässt und letztlich zur Moralpredigt wird.

Worum gehts? Ein Staranwalt kehrt in seine Kleinstadt-Heimat zurück, wo er seinen störrischen Vater (selbst Richter von Beruf) verteidigt, der mutwillig einen Ex-Häftling totgefahren haben soll.

Die gute Nachricht: Die Darsteller sind gut, die Inszenierung ist solide, inklusive schöner Bilder aus dem „corn belt“ der USA.

Die schlechte Nachricht: Der Film ist zu lang, die Story zu oft vorhersehbar – es fehlt an echter Spannung.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
Letztlich alle John Grisham-Verfilmungen oder auch einfach „Matlock“

2/5

Kurzkritik: Automata

Automata PosterSci-Fi, Spanien/Bulgarien 2014

Regie: Gabe Ibanez; Darsteller: Antonio Banderas, Robert Forster, Dylan McDermott

So gut ich es finde, dass man sich auch in Europa mal an das Sci-Fi-Genre herantraut, kann ich doch über „Automata“ nicht viel positives vermelden. Der Film bedient sich kräftig bei bekannten Stoffen (vor allem bei „Blade Runner“) und hat durchaus eigene Ideen – aber trotz einiger ganz ordentlicher Teile ist das entstandene Ganze äußerst unrund geraten.

Dass die Effekte kein Blockbuster-Niveau erreichen ist dabei noch das kleinste Problem. Vor allem mangelt es an einer guten Story, die man sich innerhalb der nicht uninteressanten Welt von „Automata“ durchaus hätte vorstellen können. Düster und trostlos geht es lange daher, aber ohne überzeugenden roten Faden. Der erzählerische Funke springt einfach nie über. Dass es dann am Ende gar noch etwas kitschig wird ist geradezu ärgerlich.

2/5

Filmkritik: Transcendence

Transcendence PosterSci-Fi/Thriller, USA 2014

Regie: Wally Pfister; Darsteller: Johnny Depp, Morgan Freeman, Rebecca Hall

Technologie- und fortschrittskritische „Aktivisten“ verüben ein Attentat auf Internet-Guru Dr. Will Caster (Depp). Caster, der an einer Verschmelzung von künstlicher und menschlicher Intelligenz arbeitet, wird daraufhin kurz vor seinem sich anbahnenden Tod von seiner Frau Evelyn (Hall) ins Netz hochgeladen – nicht nur sein Wissen, auch sein Geist versteht sich. Dort, als leicht pixeliger Avatar und uneingeschränkter Herrscher über die digitale Welt, fühlt sich das Genie sichtlich wohl und erschafft im Handumdrehen neue Software und Technologien.

„Transcendence“ ist nach „Her“ der zweite Film des Jahres, in dem die Menschwerdung von Maschinen (oder besser Programmen) thematisiert wird. Doch während „Her“ sich mit den Auswirkungen der Technik auf den Alltag von Individuen auseinander setzte, geht es hier nun um das große Ganze. Hat die Menschheit die Kontrolle verloren? Führt uns der Fortschritt geradewegs in die Verdammnis? Ist das Machbare und Mögliche immer auch das Richtige?

Keine schlechten Fragen. Um sich aber adäquat damit beschäftigen zu können, hätte es ein schlüssiges Drehbuch, eine gute Geschichte geben müssen. Die fehlt in „Transcendence“ leider komplett. Entwicklungen und Ideen gibt es zuhauf, doch die Ausgestaltung ist ungenügend und zuweilen gar albern. Von Casters visionären Plänen, seiner Darstellung als „Ghost in the Machine“, bis zu den fadenscheinigen Leuten, die ihm auf der Spur sind und die wenig glaubwürdige Beziehung zwischen Caster und seiner Frau – nichts davon überzeugt, weder darstellerisch noch inszenatorisch, und schon gar nicht inhaltlich.

„Transcendence“ zerreisst es förmlich, weil der Spagat zwischen anspruchvollem Film-Essay und Mainstream-Entertainment misslingt. Man kann dem Film zu Gute halten, dass er es wenigstens ernst meint (ohne dabei auf plumpe Vereinfachungen von Zusammenhängen zu verzichten) und sich recht aufrichtig an seinen Themen abarbeitet. Helfen tut das aber kaum, weil die Handlung viel zu konstruiert daher kommt, als dass sie eine eigene Dynamik oder gar Spannung entwickeln könnte.

2/5

 

Filmkritik: Only God Forgives

Only God ForgivesDrama/Thriller, 2013

Regie: Nicolas Winding Refn; Darsteller: Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Vithaya Pansringarm

Ich befürchte, dass es eine Menge Menschen gibt und geben wird, die von „Only God Forgives“ ziemlich enttäuscht sind. Die Erwartungen an den zweiten Film von Regisseur Nicolas Winding Refn Ryan Gosling in Hauptrolle sind nach dem famosen „Drive“ natürlich hoch – erfüllt werden sie nicht.

Gosling spielt Julian, der mit seinem Bruder Billy in Bangkok eine Kampfsportschule betreibt. Die dient allerdings nur als Fassade für Drogengeschäfte, in die auch ihre Mutter Crystal (Scott Thomas) involviert ist. Als Billy in einer Nacht voller (scheinbar) sinnloser Gewalt erst zum Täter und dann zum Opfer wird, erwartet Crystal vom widerwilligen Julian, dass er dessen Tod rächt.

Als Julians Gegenspieler präsentiert „Only God Forgives“ den sadistischen Polizisten Chang, der bei der Jagd auf Bösewichter keine Gefangenen macht. Eine schöne Thailänderin hat der Film mit der Prostituierten Mai ebenfalls im Gepäck, wobei nie wirklich klar wird, wozu ihre Rolle eigentlich da ist.

Insgesamt gefällt sich „Only God Forgives“ weitgehend in stylischer, pseudo-nachdenklicher Ultrabrutalität und einer von Brüchen geprägten Erzählweise, die bald ermüdet. Ich bin ja durchaus für Filme ohne sympathische Hauptfiguren zu haben, aber diesen drei kaputten Existenzen bei ihrem von Komplexen und Zwängen getriebenen Taten zuzusehen ist kein Vergnügen. Von einigen sehenswerten Szenen (mit großartigem Soundtrack) abgesehen plätschert der Film vor sich hin. Sicher war auch „Drive“ war kühl, künstlich und stylisch – aber eben auch faszinierend. Und genau das fehlt „Only God Forgives“. Er lässt das Publikum kalt.

2/5

Filmkritik: Upside Down

Upside DownFantasy/Drama, Kanada 2012

Regie: Juan Solanas; Darsteller: Jim Sturgess, Kirsten Dunst

Bei Fantasy- und Science-Fiction-Filmen, so rief mir neulich eine Buchrezension zu William Gibsons „Pattern Recognition“ ins Gedächtnis, ist das Szenario immer auch ein wichtiger Teil der Story. Was im Falle von „Upside Down“ keine gute Nachricht ist. Dessen Szenario um zwei sehr eng benachbarte Planeten, deren Einwohner jeweils nur von der Schwerkraft des Heimatplaneten angezogen werden, ist zwar irgendwie kreativ und spannend. Doch es ist auch überkompliziert, unstimmig und scheinbar vor allem dazu da, die zentrale Lovestory sowie deren Komplikationen zu ermöglichen.

Der Film erzählt von der unmöglichen Liebe zwischen Adam (Jim Sturgess) und Eden (Kirsten Dunst). Adam stammt vom armen der beiden Planeten, Eden vom reichen; als Teenager trotzen sie dem Schicksal an einem wundersamen Ort zwischen ihren Welten trotzdem ein paar romantische Treffen ab, bevor die Sache von den Sicherheitsbehörden abrupt beendet wird. Jahre später geht dann die eigentliche Story los, als Adam einen Job in dem beide Welten verbindenden Wolkenkratzer annimmt, in dem auch Eden arbeitet.

Es folgen eine Menge visuell interessanter Szenen, in denen viel mit Spiegelungen und 180°-Drehungen gearbeitet wird. Nur kommt die Story nie so richtig in Fahrt, „Upside Down“ erschöpft sich in den immergleichen Bildern vom schmachtenden Adam und der (wegen einer Amnesie) ahnungslosen, engelsgleichen Eden. Die beiden Hauptfiguren sind absolut eindimensional, von einer Chemie zwischen ihnen kann auch keine Rede sein. Die Effekte und ein paar gute Ideen können nicht verhehlen, dass der Film sich in Oberflächlichkeiten erschöpft, die zumindest ein erwachsenes Publikum nicht wirklich bei der Stange halten.

Ein großer Fehler des Films ist, dass er seine beiden Hauptfiguren quasi ausschließlich mit der Schwerkraft und anderen, vom Szenario vorgegebenen, Kräften ringen lässt. Es gibt keine (erst recht keine überzeugenden) Bösewichter, und auch sonst keine Nebenfiguren, die das Geschehen bereichern. Jim Sturgess, der in fast allen Szenen des Films ist, langweilt bald mit seinen immer gleichen frech-überraschten Blicken, Kirsten Dunst schlafwandelt mit makellosem Teint durch den Plot. Nach gut 90 Minuten ist der Spuk vorbei, bis dahin hat man sich an den schönen Effekten längst satt gesehen. Als modernes Märchen mag der Film Fantasy-Fans vielleicht sogar zusagen, wer aber auf Science-Fiction und/oder eine originelle Story gewartet hat ist hier so richtig fehl am Platz.

2/5

Filmkritik: Iron Sky

Iron SkyDie Idee klingt trashig, aber nicht uninteressant. „Iron Sky“ erzählt die Geschichte einer Enklave von Nazis, die sich 1945 auf der dunklen Seite des Mondes niedergelassen haben und ihre kriegerische Rückkehr auf die Erde vorbereiten. In einem riesigen Hauptquartier, stilecht gebaut in Form eines Hakenkreuzes, haben sie unter dem Oberbefehl des Mondführers Kortzfleisch (Udo Kier) ein gigantisches Raumschiff namens „Götterdämmerung“ gebaut. Nur fliegen will das gute Stück noch nicht so recht. Da kommt der Besuch zweier US-Astronauten gerade recht, denn in deren Ausrüstung befinden sich extrem leistungsfähige kleine Computer (uns als Smartphones bekannt), die in der Lage sind die „Götterdämmerung“ startklar zu machen.

Allerdings brauchen sie mehr als nur eines dieser wertvollen Geräte, und so macht sich eine Delegation zur Erde auf, um mehr davon zu erbeuten. „Iron Sky“ kann am Anfang mit einigen guten Jokes punkten, wenn die Nazi-Gesellschaft kräftig durch den Kakao gezogen wird. Weniger gelungen sind leider die zahlreichen Szenen auf der Erde, wo in den USA eine Sarah Palin nachempfundene Präsidentin verzweifelt um ihre Wiederwahl kämpft und dabei unerwartete Unterstützung der naiven Nazi-Lehrerin Renate (Julia Dietze) erhält. Was als bizarr-fantastische Idee beginnt entwickelt sich schnell zu willenlosem Trash, bei dem weder die Schauspieler, die Dialoge oder der irrwitzige Plot überzeugen können.

Für das schmale Budget von € 7,5 Mio. (zum Teilen durch Crowdfunding finanziert) fährt „Iron Sky“ gelungene Effekte auf, wenngleich die Actionszenen am Ende schnell langweilig werden, wenn man sich am Design der Riesenzeppeline erstmal satt gesehen hat. Die Satire um die US-Präsidentin und ihre Beraterin Vivian Wagner (Peta Sergeant in der schlechtesten Rolle des Films, knapp hinter dem gebleichten Astronauten Washington) ist zu klamaukig geraten. Vor allem die Szenen am Schluss, in denen in einem war room der Vereinten Nationen per Zuruf über die Kriegsstrategie entschieden wird sind albern und unpassend – vor allem aber nicht sonderlich witzig. Die anderen Figuren erfüllen soweit ihren Zweck, neben Udo Kier gibt Götz Otto den überzeugten Nazi-Anführer Claus Richter.

Sicher sollte „Iron Sky“ nicht mehr sein als ein grenzwertiger Scherz, ein lustiges, politisch nicht ganz korrektes Spektakel in bester B- oder C-Film-Tradition. Für die erste halbe Stunde erfüllt er diesen Anspruch auch, doch danach wird es leider (bis auf ein paar wenige Ausnahmen) schlichtweg langweilig. Schwarzer Humor und Satire verblassen bald, übrig bleibt eine Science-Fiction-Farce, die gerade so gut unterhält, dass man nicht vorzeitig den Stecker zieht.

2/5

Filmkritik: Underworld – Awakening (gesehen in 2D)

Underworld – AwakeningNachdem Kate Beckinsale in Teil drei der Reihe („Rise of the Lycans“) ausgesetzt hat, ist sie nun als Selene im vierten Teil wieder dabei. Wohlwissend, dass sich kaum jemand an die Handlung (wenn man sie so nennen will) der ersten beiden Filme erinnern würde, fasst „Awakening“ sie zu Beginn noch einmal kurz zusammen. Aber ganz ehrlich: wen hat schon jemals die Story für die Vampire-gegen-Werwölfe-Saga begeistert? Ebenso beliebig wie bei den Vorgängern ist sie auch hier wieder. Selene wird von ihrem geliebten Michael getrennt als die Menschheit von der Existenz von Werwölfen und Vampiren erfährt – und ein Blutbad anzettelt. Sie verbringt offenbar 12 Jahre im Vampir-Eisfach eines geheimen Labors der Regierung. Als sie daraus flüchten kann hat die Menschheit den Kampf gegen die Lykaner und Vampire offenbar gewonnen.

Bald trifft Selene auf den Vampir David (Theo James), gemeinsam finden die beiden ein Mädchen namens Eve. Und wie kann es anders sein, irgendwas ist besonders an Eve, vielleicht ist sie gar der Schlüssel um das Blatt zu wenden. Letztlich war mir die Handlung von vorn herein egal, aber „Awakening“ bietet wirklich so wenig an, dass ich dem Film fast nur bei Actionszenen meine volle Aufmerksamkeit geschenkt habe. Wer die Stimmung der „Underworld“-Filme immer mochte und Kate Beckinsale gerne im hautengen Kostüm Menschen und Werwölfe niedermetzeln sieht, der wird dem Film noch irgendwas abgewinnen können. Für alle anderen ist die Akte wahrscheinlich ohnehin längst geschlossen, und das völlig zurecht. Handwerklich ist das alles solide, die Tricks sind gut, aber das ewige Geballer in irgendwelchen Katakomben hat schon was nervtötendes und mit den Figuren weiss die Reihe ohnehin nichts anzufangen.

2/5

Filmkritik: The Grey – Unter Wölfen

The Grey – Unter WölfenEr spielte schon in „Star Wars“ und „Batman Begins“, aber erst mit „Taken“ von 2008 hat Liam Neeson eine etwas wunderliche Wandlung zum Actionhelden begonnen – im zarten Alter von damals 56 Jahren. Jüngstes Ergebnis dieser Tatsache ist „The Grey“, ein Abenteuer-Thriller, der komplett in Alaska spielt. Neeson spielt den Witwer und Jäger Ottway, der auf einer entlegenen Ölfördereinrichtung Wölfe erlegt, die das Team dort bedrohen könnten. Auf dem Flug zum Heimatbesuch stürzt die Maschine ab, Ottway und eine Handvoll Kollegen überleben den Sturz. Mitten in der Wildnis Alaskas finden sie sich umgeben von einem Rudel aggressiver Wölfe, die den ‚Eindringlingen‘ sofort auf die Pelle rücken.

Wie gut, dass mit Ottway ein Expert dabei ist, der sich mit der wilden Spezies auskennt. Doch die Schutzmaßnahmen am Flugzeug erweisen sich bald als nicht ausreichend, und die Männer sind gezwungen mit ihren letzten Habseligkeiten in die eisigen Wälder zu flüchten. „The Grey“ erzählt vom Kampf der Gruppe ums Überleben in der feindlichen Umgebung, die einzige ‚Nebenhandlung‘ besteht aus Rückblenden, in denen Ottway von seiner Frau träumt. Weil auf abgelegenen Ölfördereinrichtungen nun mal nur harte Kerle arbeiten ergibt sich ein recht rauer Umgangston, der aber bald einer überlebenswichtigen Gruppendynamik weicht.

Im Grunde ist es mit „The Grey“ ganz simpel, what you see is what you get. Wer Spaß dran hat, einer versprengten Gruppe von Männern auf der Flucht vor einem Rudel Wölfe zuzusehen, der bekommt genau das geboten. Der Film ist blutig und brutal, bietet einige spannende Sequenzen, atemberaubende Landschaftsaufnahmen und gute Schauspieler. Der Sound des Films hat mich persönlich etwas fertig gemacht, mir waren die Effekte – gerade im Vergleich zu den Stimmen – viel zu laut. Andere Leute freuen sich aber sicher darüber, in ihrem heimischen Wohnzimmer (oder im Kino) echtes Alaska-Feeling auf die Ohren zu bekommen. Ein handwerklicher solider Überlebenskampf, doch gerade im Vergleich mit dem ähnlichen, aber vielschichtigeren „Essential Killing“ einfach sehr eintönig.

2/5

Filmkritik: Happy New Year (New Year’s Eve)

Happy New Year (New Year's Eve)Nach derselben kommerziellen Logik, die zum Valentinstag eine romantische Komödie namens „Valentine’s Day“ in die Kinos brachte gab es zu Sylvester letzten Jahres „Happy New Year“. Das Konzept sieht vor, zwei Dutzend Top-Stars zu verpflichten, die dann als Ensemble in vielen kleinen Love-Stories irgendwie zusammen finden. In dem Kessel Buntes, so das Kalkül, findet schon jeder was, das gefällt. Tatsächlich klingt die Besetzung recht eindrucksvoll, aber was helfen große Namen, wenn das Drehbuch nur blutleere, langweilige Rollen vorsieht?

Um mal ein paar Beispiele zu geben, was in „Happy New Year“ so passiert: Die Rahmenhandlung ist das traditionelle „Ball Drop“-Fest am Times Square, bei dem um Mitternacht ein leuchtender Ball vom Dach gelassen wird. Einige Figuren haben direkt damit zu tun, etwa Hilary Swank, die den ganzen Zirkus drumherum erstmalig leitet. Oder auch Katherine Heigl als Küchenchefin, deren Ex-Freund ein von Jon Bon Jovi gespielter Schmuserocker ist, der seine Ex unbedingt wiedergewinnen will und dessen Auftritt zum Jahreswechsel das Highlight der Veranstaltung sein soll.

Weiterlesen »

Filmkritik: Dark Tide

Dark TideMan muss Halle Berry nicht mögen um sich die Frage  zu stellen, warum sie bei einem grottigen B-Movie wie „Dark Tide“ mitspielt. Der mit bescheidenem Budget gedreht Thriller um eine Crew von Hai-Freaks in Kapstadt scheint ihr eine willkommene Möglichkeit zu sein um der Welt zu zeigen, dass sie mit 46 noch im Bikini vor der Kamera rumspringen kann. Und dabei gut aussieht, versteht sich. Das Poster zum Film scheint (nur) auf diese Tatsache als Verkaufsargument zu setzen.

„Dark Tide“ hat nicht viel mehr als seine prominente Hauptdarstellerin zu bieten. Die Story läuft vorhersehbar nach Schema F ab, die Figuren sind bestenfalls langweilig (Berry als Chefin einer Taucher-Crew) und schlimmstenfalls reine Erfindungen des Drehbuchs (der reiche und unsympathische Engländer, der die gewagte Ausfahrt initiiert). Die Unterwasser-Aufnahmen sehen gut aus, aber erzählerisch fehlt jede Substanz; der Film hat einfach keine Idee, was aus dem bekannten Szenario noch herauszuholen wäre. Schauspielerisch machen Berry und ihr Co-Star und Verlobter Olivier Martinez nichts verkehrt, echtes Leben können sie der lahmen Story aber nicht einhauchen – schon wegen einigen einfältigen Dialogen.

2/5

 

Filmkritik: Extrem laut & unglaublich nah

Extrem laut und unglaublich nahWenn ich von einem Film weiss, dass mit Sandra Bullock und Tom Hanks gleich zwei Schauspieler mitwirken, die ich nicht sonderlich gerne sehe, dann bin ich natürlich skeptisch. Und dazu hat man im Falle von „Extrem Laut & Unglaublich Nah“ auch allen Grund, denn der Film ist ein ziemlich unstimmige und dröge Angelegenheit geworden. Ich bin mir sogar recht sicher, das Fans von Hanks oder Bullock das auch nicht anders sehen werden. Die beiden spielen die Eltern des 11-jährigen Oscar, einem Jungen mit gestörtem Sozialverhalten auf der Grenze zum Asberger-Syndrom. In den ersten Minuten zeigt der Film, wie wunderbar hingebungsvoll sich Vater Thomas (Hanks) um seinen wissensdurstigen, von vielen Ängsten geplagten Sohn kümmert.

 

Weiterlesen »

Filmkritik: Catch .44

Catch .44Die Produzenten von „Catch .44“ müssen gewusst haben, wie deutlich man dem Film seine Vorbilder ansieht. Die Vorbilder wiederum haben eines gemeinsam – sie stammen alle von Quentin Tarantino. Die Zeitsprünge kommen aus „Pulp Fiction“, das zentrale Blutbad aus „Reservoir Dogs“, die dauerquatschende und streitende Runde junger Frauen aus „Death Proof“. Die Frage ist, ob niemand sehen wollte, dass „Catch .44“ diese Filme mehr schlecht als recht kopiert. Oder ob man sich darauf verlassen hat, dass diese Stilelemente eine junge Zielgruppe auch dann ansprechen, wenn sie so gänzlich ohne Eigenleistung dargeboten werden.

Weiterlesen »

1 2 3 4 6