Filmkritik: „Cowboys & Aliens“

Cowboys & AliensDass ein Film namens „Cowboys & Aliens“ ziemlicher Quatsch sein könnte, vielleicht sogar sein muss, ist keine Überraschung. Der Trailer und die so simple wie potentiell lustige Idee einer Mischung aus Western und Sci-Fi haben dennoch Erwartungen in Richtung spaßiger Actionfilm mit Star-Besetzung geweckt. Daniel Craig spielt Jake Lonergan, der zu Beginn des Films ohne Erinnerung an die jüngere Vergangenheit in der Wüste Arizonas aufwacht. Am Arm trägt er ein merkwürdig überdimensioniertes Armband aus Metall – was es damit auf sich hat erfahren wir in der ersten Actionszene.

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Filmkritik: „Kill the Boss“ (Spoilers)

Die Idee schien gar nicht schlecht zu sein. Drei unzufriedene Durchschnittsangestellte wollen ihren fiesen Chefs an die Gurgel – und schreiten wirklich zur Tat. Der Film, der aus dieser Idee entstanden ist, heisst „Kill the Boss“ (im Original „Horrible Bosses“) und bietet unter anderem Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farrell als unsympathische Vorgesetzte auf. Doch eine gute Komödie ist trotzdem nicht draus geworden.

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Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten

Disneys Filmreihe um den lustigen Piraten Jack Sparrow schien mit dem dritten Teil eigentlich ausgedient zu haben. Die Luft war irgendwie raus, die Figuren machten zwar noch ein bißchen Spaß, aber statt einer unterhaltsamen Geschichte gab es nur noch Effekte satt zu sehen. Der immense finanzielle Erfolg sorgte nun trotzdem dafür, dass es einen vierten Teil gibt. Regie führte Rob Marshall, der vor allem mit dem Musical „Chicago“ Erfolge feierte.

Johnny Depp hat sich auch nicht lange bitten lassen, -zig Millionen Dollar sind überzeugende Argumente. Orlando Bloom und Keira Knightley hingegen sind nicht mehr dabei, ob sie freiwillig verzichteten oder das Drehbuch ihre Rollen nicht mehr berücksichtigt hat kann ich nicht sagen. „Fremde Gezeiten“ beginnt in London, wo Gerüchte umgehen, ein gewisser Captain Jack Sparrow sei in der Stadt und suche eine neue Crew.

Ein paar Actionszenen später findet sich Sparrow auf einem Schiff wieder, allerdings nicht unter eigenem Kommando, sondern dem von Erzfeind Captain Blackbeard. An seiner Seite ist dessen schöne Tochter Angelica (Penelope Cruz), mit der Sparrow vor Jahren eine Liason hatte. Ziemlich genau in dem Moment, wenn sich Blackbeards Schiff und ein paar Konkurrenten aufmachen um einen sagenumwobenen Jungbrunnen zu finden – nach etwa zwanzig Minuten -, setzt in „Fremde Gezeiten“ die große Langeweile ein, die letztlich bis zum Schluss nicht mehr aufhört.

Ein paar nette Actionsequenzen gibt es zwar, aber egal ob Sparrows Kaspereien und Säbel-Kämpfe, ein Angriff von Meerjungfrauen oder Expeditionen durch den Dschungel – alles ist nur Selbstzweck, Spannung kommt keine auf. Selbst niedrige Erwartungen werden von der Ideenlosigkeit des Films noch untertroffen. Willenlos und überlang bewegt sich die Story auf ihr – natürlich auf eine Fortsetzung gemünztes – Ende zu. Penelope Cruz, die ich sonst immer gerne sehe, sagt ein paar freche Sachen, ist insgesamt jedoch zu eindeutig am Reißbrett als weiblicher Gegenpart von Depps Figur entstanden, um irgendwie interessant zu sein.

Die Schauwerte stimmen noch, dem Auge werden ein paar schöne Bilder, Effekte und Schauspieler geboten. Depp spielt Sparrow genau wie zuvor, das ist schon lustig, aber inzwischen schlicht ein alter Hut. Der Plot kreist nur um sich selbst, zuweilen scheint es, als würden auch die Figuren (bzw. ihre Darsteller) den ganzen Mummenschanz nur bedingt ernst nehmen. Zu empfehlen ist der Film nur beinharten Fans der „Fluch der Karibik“-Reihe, wer auf der Suche nach gefälliger Unterhaltung ist wird hier nur sehr bedingt fündig.

2/5

PS: Die Kritik bezieht sich auf die 2D-Version.

Wir sind die Nacht (DVD)

Vampir-Filme haben seit einigen Jahren Hochsaison im Kino. Die „Twilight“-Reihe bricht regelmäßig Rekorde, aber auch anspruchsvolle Filme wie „Let the Right One In“ und „Durst“ beschäftigen sich mit den Blutsaugern. Nun gibt es mit „Wir sind die Nacht“ auch einen (neuen) deutschen Beitrag zum Thema, der sich zwischen die Stühle setzt. Er zielt weder so gnadenlos auf pubertierende Teens und Tweens wie „Twilight“ noch bringt er den dramatischen Anspruch der beiden anderen Streifen mit.

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Fremd Fischen (Something Borrowed)

Wie es so meine Art ist habe ich mir mal wieder einen Film angesehen, von dem ich mir hätte denken können, dass er nichts für mich ist. Aber „Something Borrowed“ ist nicht nur nichts für mich, ich kann mir nicht vorstellen für wen der Film überhaupt was sein soll. Er versagt in allen entscheidenden Kategorien. Er ist weder romantisch oder lustig, noch sind die Figuren interessant oder überzeugend. Er schafft sich einen dramaturgischen Versuchsaufbau und weiss dann nicht viel damit anzufangen.

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Priest

Ich gehe mal davon aus, dass die meisten meiner regelmäßigen Leser ohnehin nie auf die Idee gekommen wären, sich diesen Film anzugucken. Und ich kann sagen, das ist auch die einzig richtige Haltung. Ich weiss nicht, welcher noch so schmalen Zielgruppe ich „Priest“ überhaupt empfehlen könnte. Vielleicht den Fans der Graphic Novel-Vorlage von Min-Woo Hyung, aber ich könnte fast wetten, dass die auch enttäuscht wären.

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Take Me Home Tonight (DVD-Import)

„Take Me Home Tonight“ ist der misslungene Versuch, einen „neuen“ 80er-Jahre Kultfilm zu schaffen. „Der Volltreffer“, „Ferris macht Blau“ und wie sie alle heißen, bei diesen Vorbildern bedient sich der Film, vor allem in seiner Mixtur aus Drama und Partyfilm – und natürlich durch das 80er-Jahre-Setting. College-Absolvent Matt (Topher Grace) lebt wieder bei seinen Eltern, jobbt ziellos in einer Mall und trauert der verpassten Chance nach, seine Flamme aus Highschool-Zeiten zu einem Date einzuladen.

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Arthur

Vielleicht muss man das Original gesehen haben, um zu verstehen, was für ein Film „Arthur“ werden sollte. Der Film von 1981 mit Dudley Moore in der Titelrolle gilt als Komödienklassiker – diesen Status wird die Neuauflage mit Russell Brand, Helen Mirren und Jennifer Garner wohl eher nicht erreichen. Von der ersten Szene an fragt man sich, was das Geschehen eigentlich soll, sieht leicht ungläubig mit an, wie es einfach immer weiter geht, ohne dass sich der Film noch fangen könnte.

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Dickste Freunde (The Dilemma)

Zugegeben, ich war mir von Anfang an nicht sicher, ob der Film was taugen würde. Wenn einem zwei bekannte Comedy-Gesichter (Vince Vaughn und Kevin James) vom Poster ins Gesicht blicken und das ganze in Richtung Buddy-Komödien-Drama geht, muss man schon davon ausgehen, dass es sich nicht um große Filmkunst handeln wird. Aber „The Dilemma“ ist ein gewaltiger Griff ins Klo, völlig unnötigerweise.

Die Prämisse des Films ist simpel. Ronny (Vaughn) und Nick (James) sind seit dem gemeinsamen Studium beste Freunde und haben eine gemeinsame Firma. Eines Tages erwischt Ronny Nicks Frau Geneva (Winona Ryder) bei einem Seitensprung – und weiss nicht so recht damit umzugehen. Soll er es seinem Freund sofort erzählen? Oder Geneva zur Rede stellen? Mit seiner Freundin Beth (Jennifer Connelly) drüber reden? Man kann schon drüber streiten, was das richtige wäre, aber das lohnt nicht. Denn Ronny handelt exakt so, wie es das Drehbuch vorschreibt, mit einer intelligenten Annäherung an das heikle Thema hat „The Dilemma“ nichts am Hut.

Stattdessen schleppt sich das Geschehen zwischen Komödie und Drama so dahin, es wird mal rumgealbert und dann wieder ernst diskutiert. Überzeugen können weder die Jokes noch die übrigen Dialoge, was auch an der langweiligen Figurenzeichnung liegt. Um das Geschehen etwas aufzuhübschen gibt es noch zwei prominente Nebendarsteller – beide in völlig mißratenen Rollen. Queen Latifah ist als unkonventionelle Business-Frau mit losem Mundwerk dabei, Channing Tatum spielt Genevas Lover als grenzdebilen Jüngling, der irgendwie im falschen Film gelandet ist.

Als Sahnehäubchen veredelt der Film seine miese Story noch mit fürchterlich biederen und – entschuldigung – typisch US-amerikanischen Vorstellungen von Freundschaft und dämlichen Klischees vom „richtigen“ Lebensentwurf. Ich konnte mir die Leier gerade so bis zum Ende angucken (mein „Dilemma“ war nach wenigen Minuten die Frage: Ausmachen oder nicht?), würde aber allen anderen dringend davon abraten überhaupt anzufangen.

1/5

 

 

Stichtag (DVD)

Gute Komödien zu drehen ist bekanntlich gar nicht so einfach. Regisseur Todd Philips hat es mit „The Hangover“ geschafft und versucht das Kunststück nun mit „Stichtag“ zu wiederholen. Gelingen tut ihm das leider nicht. Der Film hat zwar ein paar Lacher zu bieten, aber weder die Story noch die Figuren funktionieren so richtig. Mit Robert Downey Jr. und Zach Galifianakis sind zwei Könner des Fachs in den Hauptrollen zu sehen, doch auch sie können das Drehbuch nicht retten.

Downey Jr. spielt einen Architekten namens Peter, der von Atlanta nach Los Angeles fliegen will, wo seine Frau Sarah kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes steht. Am Flughafen trifft er auf den angehenden Schauspieler Ethan (gewohnt zauselig: Galifianakis), der das Talent besitzt seinen Mitmenschen ganz fürchterlich auf den Sack zu gehen. Das stellt er gleich im Flieger unter Beweis, und bevor er sich versieht findet sich Peter in der Obhut der Flughafenpolizei wieder – inklusive Flugverbot.

Ohne Brieftasche und Ausweis ist guter Rat teuer. Ausgerechnet Ethan ist Peters letzter Ausweg, denn der läd ihn ein gemeinsam im Mietwagen gen Westen aufzubrechen. Natürlich geht auf dem Weg noch einiges schief, Besuche bei einer Drogendealerin, eine versehentliche Einreise nach Mexiko und akuter Geldmangel machen dem unfreiwilligen Duo zu schaffen. Immer wieder schafft es Ethan, seinen Begleiter mit seiner trotteligen, unbekümmerten Art in Rage zu versetzen. Und der geplante Geburtstermin rückt immer näher…

Für sich genommen sind einige Szenen recht witzig, ein paar echte Lacher sind in den Dialogen und im Slapstick des Films schon drin. Das ganze Szenario, das Rückrat der Story, wirkt allerdings unglaubwürdig und schwankt zwischen chaotischen Übertreibungen, ein paar ernsten Zwischentönen und klassischer Komödie. Die Chemie zwischen den Figuren stimmt zwar, aber es finden sich zuviele Ungereimtheiten in ihrer Entwicklung, die auf ein äußerst vorhersehbares Ende zusteuert.

Das erhoffte Gag-Feuerwerk ist „Due Date“ (Originaltitel) nicht geworden. Immer wieder sucht das Drehbuch neue Ausfahrten, weil dem Geschehen die Luft auszugehen droht. Insgesamt kommt der Film auf ein halbes Dutzend bis Dutzend gelungener Szenen. Das reicht knapp aus, um das Publikum notdürftig mit Unterhaltung zu versorgen. Im Vergleich zu „The Hangover“ schmiert er deutlich ab.

2/5

Kiss & Kill (DVD)

Katherine Heigl und Ashton Kutcher sind beide nicht unbedingt bekannt als große Charakter-Darsteller. Die braucht es auch gar nicht für „Killers“ (Originaltitel), für den die beiden gemeinsam vor der Kamera standen. Der Film soll eine Actionkomödie sein, scheitert aber leider kläglich in beiden Disziplinen. Das größte Problem ist dabei eindeutig das Drehbuch, die Handlung ist komplett bekloppt, die Dialoge sind schlecht geschrieben und ohne zündende Gags. Die Hauptdarsteller machen, was sie immer machen – Heigl spielt die knuddelige Blondine, Kutcher den charmanten Dressman. Was heiter, beschwingt und temporeich daherkommen sollte zieht sich so ganz schön in die Länge – obwohl der Film nach gut 90 Minuten auch schon wieder vorbei ist.

Kutcher gibt den CIA-Auftragskiller Spencer, der sich bei einem Job in Frankreich in die hübsche Jen Kornfeldt (Heigl) verliebt. Seine ‚Karriere‘ hängt er Knall auf Fall an den Nagel, die beiden heiraten und beziehen ein nettes Häuschen in der Vorstadt. Jens Eltern (Tom Selleck und Catherine O’Hara) sind für Spencers Geschmack einen Tick zu häufig in der Nähe, er gibt sich aber Mühe, das nicht immer durchblicken zu lassen. Es dauert nicht lange, bis einige Killer bei Spencer auf der Matte stehen – seine Vergangenheit hat ihn eingeholt, das beschauliche Leben in Suburbia ist abrupt vorbei.

Die Flucht der beiden vor immer neuen Jägern bestimmt nun das Geschehen, unterbrochen nur von Schwangerschaftstests und Zänkereien. Das ganze ist so vorhersehbar, dass man meint „Kill & Kill“ tatsächlich schon zu kennen. Versatzstücke anderer Komödien und Actionfilme („Meet the Parents“, „Mr & Mrs Smith) sind nicht zu übersehen, eine eigene Handschrift ist nicht in Sicht. Um eine Altersfreigabe ab 18 zu vermeiden kommt man bei dem ganzen Geballer ohne Blut und Schimpfworte aus, was nicht so recht ins Szenario passen will. Letztlich bleibt Unterhaltung auf B-Movie-Niveau, die man sich auch ganz grundsolide einfach sparen kann. Egal ob im Kino oder auf DVD.

2/5

Prince of Persia – Der Sand der Zeit (DVD)

Hier haben wir einen klassischen Blockbuster, von dem ich mich im Kino fern halte. Die Eckdaten: Jerry Bruckheimer produziert ein Spektakel, das auf einem alten Computerspiel basiert, im Trailer fliegen einem stark CGI-lastige Bilder um die Ohren, die Story kreist um einen jungen Prinzen, eine schöne Prinzessin und einen magischen Dolch. Jake Gyllenhaal („Donnie Darko“, „Brokeback Mountain“) bekommt seine erste große Action-Hauptrolle, Bond-Girl Gemma Arterton steht ihm zur Seite, außerdem wurden mit Ben Kingsley und Alfred Molina noch zwei verdiente Charakterdarsteller verpflichtet.

Das Ergebnis entspricht dann ziemlich genau dem, was man angesichts dieser Faktenlage erwarten kann. Der Film ist bunt, actionreich und ganz auf Teens und Tweens zugeschnitten. Es geht weniger brutal zu als in vielen anderen Popcorn-Filmen, die zentrale Romanze ist eine Variation des „was sich liebt das neckt sich“-Schemas, der Plot hat ein paar durchschaubare „Kniffe“ im Gepäck. Das ist alles nicht schlecht gemacht, und sogar weniger Pixel-lastig als es im Trailer aussah. Das Niveau allerdings ist insgesamt recht bescheiden, und es fehlt ein belebendes Element – wie etwa Johnny Depps Captain Sparrow aus den „Pirates“-Filmen.

Der harmlose Spaß ist nach knapp zwei Stunde wieder vorbei, die Schauspieler halten sich dabei weitgehend schadlos. Jake Gyllenhaal – mit Extra-Portion Muskelmasse – spielt Prinz Dastan als einen mutigen und loyalen Krieger, der abseits des Schlachtfeldes jedoch eher wie ein Highschool-Nerd daher kommt. Gemma Arterton („Quantum of Solace“) ist wohl nicht zuletzt wegen ihres britischen Akzents angeheuert worden, würde ich angesichts der vielen „very british“ klingenden verbalen Giftpfeile annehmen, die sie im Film verschießen darf. Ben Kingsley als mächtiger Onkel im Hintergrund schlafwandelt durch seine Rolle, Alfred Molina trägt zwar eine Menge Make-Up, storytechnisch aber nicht viel Gewicht. „Prince of Persia – The Sands of Time“ lässt sich mit einer Tasse labbrigen Kaffees vergleichen – besser als nichts, aber auch nicht ganz das wahre…

2/5

Zweiohrküken (DVD)

Ich kann mich erinnern, dass ich mir an einem ähnlichen Tag wie heute (mäßige Laune, mieses Wetter) den Vorgänger „Keinohrhasen“ angeguckt habe. Und dass ich zwar nicht begeistert war, aber auch nicht sonderlich genervt. Letzteres gilt für „Zweiohrküken“ nicht, der Film nervt richtig und sollte – egal bei welchen äußeren Umständen – dringend gemieden werden. Warum? Hier mal ein paar Stichpunkte:

  • Schweiger ist als Märchenonkel im Kindergarten nicht witzig, sondern peinlich
  • viele Szenen sind wie nachgestellte Mario-Barth-Witzchen
  • es gibt (noch mehr) derben Humor unterhalb der Gürtellinie, allerdings selten komisch
  • wenn man nur ein Adjektiv benutzen darf: der Film ist plump (knapp dahinter: niveaulos)
  • Tschirners Figur ist noch unsympathischer als im ersten Teil, und die beiden passen auch wieder kein bißchen zusammen
  • viele Dialoge auf folgendem Niveau: „Sie hat in Dein Handy geguckt? Das ist ja doof.“
  • Die immergleiche „Elefant-im-Porzellanladen“-Nummer von Schweigers dümmlicher Proll-Figur zieht nicht mehr
  • Der Nebenplot mit Matthias Schweighöfer ist konkret willenlos hingeklatscht, und verdient sich nicht mal ein Ende…
  • Wenn kurz vor dem Ende dann alles traurig ist, sind es dann wieder die Kids, die Flunsch ziehen – und dann haben sich alle wieder lieb
  • Die Figuren sind weit über das genretypische Maß hinaus nicht nur unglaubwürdig, sondern geradezu schizophren.

Nee, das ist nix, ist das nicht!

1/5

Duell der Magier (The Sorcerer’s Apprentice)

Manche Filme sieht man eher zufällig im Kino, weil die Zeit drängt, oder die Anfangszeiten blöd liegen – oder sonst auch nichts läuft. So in der Art bin ich also – zum Glück in bestmöglicher Begleitung – im „Duell der Magier“ gelandet. Was ich vorher wusste war folgendes: das Team Jerry Bruckheimer (Produzent), Regisseur Jon Turteltaub und Nicolas Cage in der Hauptrolle (siehe auch „National Treasure“) hat einen Film über Zauberer gedreht, in der Cage einem Lehrling das Handwerk beibringt – und natürlich auch die Welt rettet. Klingt nicht nur nach Mainstream-Entertainment für 12-jährige, ist es auch.

Im Vorspann wird die Story vorgestellt, man kann sie so zusammenfassen: Cage ist der über 1000 Jahre alte Magier Balthasar, der in einer Art Babuschka (kein Scheiss!) zwei fiese und eine weniger fiese Magier(in) gefangen hält – die mit aller Gewalt aus dem Ding rauswollen. Den Kampf gegen sie kann er nur gewinnen, wenn er des Zauberers Merlins legitimen Nachfolger findet. Schnell ist klar, dass Nerd Dave (Jay Baruchel, „She’s Out Of My League“) dieser Nachfolger ist, der wiederum gerade seine „große Liebe“ aus Grundschulzeiten wieder gefunden hat und dem ganzen nicht so recht gewachsen scheint…

Alfred Molina gibt dabei den Bösewicht, Gestaltwandlung und klassische Zauber-Gimmicks bestimmen die Szenerie. Die Action bestimmt meist das Geschehen, was gut und schlecht zugleich ist. Gut, weil die quasi-dramatischen Momente wirklich nur für 6-11-jährige ihren Zweck erfüllen (FSK-Freigabe: ab 12), und schlecht, weil die Action zwar solide, aber keineswegs großartig gemacht ist.

Immerhin kracht es gewaltig und manchmal durchaus imposant, das Erzähltempo ist fix. Leider nicht fix genug, um die zugrunde liegende Stumpfsinnigkeit der Story zu überspielen (und warum wollen die bösen Magier eigentlich die Menschheit auslöschen, just for fun?). Einen Film wie „Duell der Magier“ sollte man nicht wegen einer innovativen Story aufsuchen, aber hier reihen Bruckheimer und Konsorten wirklich nur bekannte Klischees und alte Hüte aneinander. Man zielt auf die Fans von Harry Potter, gibt sich aber nicht genug Mühe mit den Details.

Der Funke springt einfach nicht über, was auch an der Hauptfigur liegt. Jay Baruchel ist wie gemacht für den nerdigen Freak, den Part des Helden nimmt man ihm nicht ab – selbst im Rahmen dieser nicht so sehr ernsten Story. Cage – mit Mantel und langen Haaren – ist ungewohnt albern, doch in seinen Augen funkelt es nicht. Vielleicht brauchte er die Kohle, um seine in den Medien oft zitierte Privat-Insolvenz aufzufangen. Monica Belluci hat zu wenige Szenen und ist völlig verschenkt, Alfred Molina macht nichts falsch, ohne seine Figur damit interessant zu machen. „Duell der Magier“ ist echtes Fast-Food-Sommerkino: sieht nett aus, geht problemlos runter. Nur satt macht es beim besten Willen nicht..

2/5

Cop Out – Geladen und Entsichert (DVD)

Die 80er-Jahre Polizei-Komödien „Beverly Hills Cop“ und „Nur 48 Stunden“ standen ganz offensichtlich Pate für diesen schief gelaufenen Versuch, dem Genre neues Leben einzuhauchen. Bruce Willis spielt sich quasi selbst (also einen mit allen Wassern gewaschenen Bullen, hier Jimmy genannt), Tracy Morgan ist Jimmys Partner Paul – ein sehr emotionaler, etwas trotteliger, aber liebevoller Kerl.

Die beiden versauen eine Untersuchung – natürlich ohne selbst schuld zu sein – und werden suspendiert. Weil Jimmys Tochter heiraten wird will der seinen wertvollsten Besitz zu Geld machen: eine Baseball-Trading-Card. Leider wird der Laden just in dem Moment überfallen, in dem das gute Stück auf dem Tresen liegt. Der Schlamassel geht nun richtig los, vermischt sich mit dem Drogendeal vom Anfang und bietet den beiden die Möglichkeit sich als Cops zu beweisen. Weitere Figuren gibt es dabei natürlich auch, aber keine erwähnenswerten…

Die Story ist also nicht der Rede wert. Der Humor des Films zündet auch nicht, zu oft hat man ähnliche Filme gesehen, zu schlecht sind die Pointen, zu bemüht die Versuche politisch unkorrekte Jokes zu reißen. Der Soundtrack bietet eine weitere Überdosis 80er, was wohl halb ironisch gemeint war, aber letztlich genau ins schäbige Gesamtbild passt. Regisseur Kevin Smith („Clerks“, „Dogma“) verfilmt hier erstmalig ein Drehbuch, das nicht von ihm selbst stammt, bleibt zu hoffen, dass er sich das zukünftig spart.

Schon die erste Szene, in der Paul einen Zeugen verhört, funktioniert in keiner Weise. Die Witze sind unkomisch und/oder peinlich, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern funzt nicht, man möchte glatt gleich wieder ausmachen. Und genau das würde ich auch jedem raten. Besser früh als spät.

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