Meine erfundene Frau (Just Go With It)

Die meisten romantischen Komödien aus Hollywood gucke ich mir gar nicht erst an. Irgendwann hat man Katherine Heigl, Jennifer Aniston oder Drew Berrymore und ihre männlichen Kollegen einfach oft genug in Liebesnöten gesehen. Ohne große Erwartungen stand nun aber mal wieder eine Rom-Com auf dem Heimkino-Programm, und immerhin lässt sich sagen: Ich habe schon schlechtere Filme als „Just Go With It“ gesehen.

Adam Sandler spielt den erfolgreichen Schönheitschirurgen Danny, der seit Jahren mit einem falschen Ehering unterwegs ist. Mit fadenscheinigen Stories über seine böse Ehefrau kriegt er eine Menge Frauen ins Bett, und muss sich nicht mal entschuldigen, wenn er sich dann nie wieder meldet – immerhin ist er ja verheiratet. Eine ähnliche Lügengeschichte tischt Danny auch seiner Traumfrau Palmer (Brooklyn Decker) auf, die er auf einer Party kennenlernt. Der Ehering – so seine Erklärung – sei hinfällig, seine Ehefrau ein garstiges Biest und die Scheidung schon fast abgewickelt.

Dumm nur, dass Palmer sich von Dannys Ex-Frau-in-spe persönlich versichern lassen will, dass der noch-Ehemann wieder zu haben ist. Letztlich muss seine langjährige Assistentin Katherine (Jennifer Aniston) diese Rolle übernehmen, womit das Lügengebäude noch längst nicht fertig gebaut ist – denn Kinder kommen auch noch ins Spiel…

In welche Richtung das ganze geht dürfte jedem klar sein, Spannung im klassischen Sinne kann und soll gar nicht aufkommen. Eher schon Spannung und Stimmung zwischen den Figuren, und tatsächlich funktioniert das zwischen dem charmanten Großmaul Danny und Kumpel-Typ Katherine ganz gut – da sind ein paar richtig witzige und gute Dialoge bei. Etwas dünn ist das Gerüst der Story, vor allem weil die Rolle von Traumfrau Palmer sich quasi minütlich wandeln muss, damit die Dinge ihren Lauf nehmen können. Erst ist sie sexy und clever, dann oberflächlich und naiv, am Ende ist es eine völlig unstimmige Mischung.

Ein paar ordentliche Lacher sind immerhin an Bord, so dass „Just Go With it“ nur selten langweilig wird. Für einen Hingucker sorgt in der zweiten Hälfte dann noch Nicole Kidman mit einem – wohl selbstironisch gemeinten – Gastauftritt als miese egozentrische Zicke, die sich mit Anistons Figur ein paar Scharmützel liefert. Da wusste ich nicht so genau ob das im Rahmen der Story noch komisch ist, oder wegen Kidmans realem Botox-Gesicht eher traurig. Es ist auch letztlich egal, am Ende werden natürlich alle Konflikte gelöst und alle Figuren haben sich wieder lieb. In der äußerst dünn besetzten oberen Liga der romantischen Komödien spielt der Film nicht mit, aber wenigstens im fast genau so dünn besetzten Mittelfeld.

3/5

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