Machete

Der kommerzielle Erfolg des „Grindhouse“-Projekts von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez war anno 2007 recht bescheiden. Hierzulande wollten immerhin 600 000 Besucher Tarantinos „Death Proof“ sehen, Rodriguez‘ „Planet Terror“ hingegen nur 150 000. Doch offenbar hat der Regisseur aus Texas noch Spaß am B-Movie-Genre, denn „Machete“ ist feinstes Trash-Kino geworden. Der gewöhnlich eher als Bösewicht besetzte Danny Trejo („From Dusk Till Dawn“) spielt den Titelhelden, einen mexikanischen Bundespolizisten im Kampf gegen die Drogenkartelle.

Gleich zu Beginn wird Machete von Drogenboss Torrez (Steven Seagal!) übel zugerichtet, bevor er dann auch noch mitansehen muss, wie seine Frau einen Kopf kürzer gemacht wird. Womit auch schon die Tatsache etabliert wäre, dass „Machete“ nichts für Menschen ist, denen graphische Gewalt im Kino unangenehm ist. Es wird verdammt blutig gemetzelt in dem Streifen, Kopfschüsse, Hinrichtungen, abbgetrennte Gliedmaßen und sogar eine Kreuzigung sind Teil des Programms.

Der Plot, der sich nach der Exposition entfaltet, kreist um die Thematik illegale Einwanderer an der grenze von Texas. Ein korrupter Senator (Robert De Niro) und seine fiesen Schergen wollen einen Zaun errichten, mit dem sie die Grenze kontrollieren wollen. Mitmischen tun in dem gewalttätigen Treiben außerdem Michelle Rodriguez als Käpferin für die Rechte der Illegalen, Jessica Alba vertritt die US-Einwanderungsbehörde im Außendienst, Cheech Marin ist als Priester dabei, Don Johnston als Anführer einer schießwütigen Bürgerwehr und Lindsay Lohan gibt die aufmüpfige Tochter von Torrez‘ rechter Hand Booth.

Mit viel schwarzem Humor, sehr gutem Timing und ganz den ungeschriebenen Regeln des Genres folgend ist „Machete“ ein äußerst vergnüglicher, temporeicher Trash-Film geworden. Die prominente Besetzung spielt durch die Bank groß auf, wobei ironischerweise hier der ewige Nebendarsteller Trejo endlich mal die erste Geige spielen darf. Inzwischen 66 Jahre alt und mit einem Gesicht, das man getrost als „vom Leben gezeichnet“ umschreiben darf, spielt Trejo als „Machete“ groß auf. Er ist ein Mann der Tat, nicht der großen Worte, oder wie er selbst sagt: „Machete don’t text.“

Natürlich nimmt der Film sich nicht sonderlich ernst, die Neigung zur Übertreibungen zieht sich durch den die gesamte Handlung. Die politischen „Untertöne“ sind ebenfalls überspitzt, auch wenn Robert Rodriguez keine Zweifel aufkommen lässt, auf wessen Seite seine Sympathien liegen. Wie schon bei „Planet Terror“ hat er seinem Film einen gebrauchten Look gegeben, es findet sich Schmutz auf der Leinwand als wäre er mindestens 30 Jahre alt, und auch der Sound ist zuweilen gewollt mies abgemischt. Als Gesamtpaket funktioniert „Machete“ sehr gut, es gibt einiges zu lachen und großes Actionkino der ganz alten Schule. Man muss nur ein Faible für B-Movie-Reißer haben, um das auch genießen zu können.

4/5

PS: Das B-Movie-Duell mit Stallones „Expendables“ gewinnt „Machete“ deutlich, schon weil es kaum langweilige oder unnötige Szenen gibt.

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