Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Monthly Archives: September 2010

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Solitary Man (DVD)

Ben Kalmen ist kein sympathischer Mensch. Der ehemalige “Gebrauchtwagen-König” von New York betrügt seine Lebensgefährtin, hat sein Unternehmen mit Betrügereien um die Existenz und sich selber fast in den Knast gebracht, und ist sich auch nicht zu schade, sein Glück bei 19-jährigen Mädchen zu versuchen. Zum Glück wird Ben von Michael Douglas gespielt, der diese Figur mit seiner Präsenz und den leuchtenden Augen nicht wie einen schmierigen Verlierer wirken lässt, sondern (ähnlich wie in “Wonder Boys”) eher wie ein zu großes Kind, dass einfach nicht auf seine Eltern hören mag.

Zu Beginn des Films ist Ben bemüht, wieder Fuß zu fassen in der Geschäftswelt. Doch ein Autoverkäufer mit ramponiertem Ruf hat keine sonderlich gute Ausgangsbasis dafür. Seine reiche Lebensgefährtin Jordan (Mary-Louise “Weeds” Parker) bittet ihn, mit ihrer schönen Tochter Allyson einen Wochenendbesuch in einem prestigeträchtigen Ivy-League-Collage zu machen – immerhin kennt Ben den Dekan persönlich und hat selbst dort studiert. Kaum dort angekommen fängt Ben eine Schlägerei an, macht sich an College-Mädels ran und erteilt dem Studenten Daniel (Jesse Eisenberg) große Ratschläge fürs Leben. Das Ganze endet mehr oder weniger in einer Katastrophe.

Zurück in New York läuft es nicht viel besser, Stück für Stück löst sich Bens Leben vor seinen Augen in Luft auf. Sein letzter Zufluchtsort ist bald das rustikale Lokal eines ehemaligen Studienfreundes (Danny DeVito), doch auch dort ist noch nicht Endstation. Dass “Solitary Man” die Geschichte einer Läuterung erzählt ist nach wenigen Minuten bereits klar. Wie er das jedoch tut ist durchaus sehenswert, denn die bekannten Abkürzungen zu einem Happy-End lässt der Film links liegen und geht seinen eigenen Weg.

Es ist vor allem Michael Douglas zu verdanken, dass man sich auf Ben und seine in Trümmern liegende Welt als Zuschauer gerne einlässt. Sein Spiel hat Energie und Intensität, seine fast ansteckende Rastlosigkeit lässt den Film vergehen wie im Flug. Die Nebenfiguren sind ebenfalls stimmig entwickelt, auch wenn sie (natürlich) nicht dieselbe Tiefe haben. Susan Sarandon spielt einmal mehr eine lebensfrohe Frau im reiferen Alter (Bens Ex-Frau in diesem Falle), deren Blick auf ihren einstigen Gatten eine entscheidende Rolle zukommt. Das Schauspieler-Ensemble ist insgesamt glänzend aufgelegt, ohne es mit der Spiel-Laune gleich zu übertreiben.

“Solitary Man” variiert zwar letztlich “nur” bekannte Versatzstücke, schafft es aber die Glaubwürdigkeit zu wahren und punktet mit guten Dialogen und einigen außergewöhnlichen Szenen. Auf dem schmalen Grad zwischen Comedy und Drama wandelt der Film von Brian Koppelman und Daniel Levien (“Kockaround Guys”) sehr stilsicher und ohne gröbere Fehltritte. Ein paar lakonische Weisheiten fürs Leben sind bei dem Stoff unvermeidlich, eine Überdosis gibt es davon aber zum Glück nicht.

4/5

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Scorsese, De Niro, Pesci und Pacino mit neuem Mafia-Film?!

Es ist bisher nur ein Gerücht, aber vielleicht kommt es zustande: Martin Scorsese, Robert De Niro, Joe Pesci und Al Pacino haben offenbar alle Interesse am Mafia-Drama “The Irishman”. Das berichtet zumindest Deadline.com, und zwar hier

Ein Prophet (DVD)

Im Kino ist mir “Un Prophete” Anfang des Jahres entgangen, unter anderem deshalb, weil ich bei überlangen Filmen irgendwie immer (zu) vorsichtig bin. Doch dieses französische Gangster- und Gefängnisdrama ist mit gut zweieinhalb Stunden zwar lang, aber keineswegs zu lang. Nominiert für den Oscar, ausgezeichnet in Cannes und überhäuft mit neun Cesars (dem französischen Filmpreis) kommt der Film also mit einigen Empfehlungen daher. Und kann trotzdem auch hohe Erwartungen locker erfüllen – es würde mich sehr wundern, wenn er nicht auf meiner Top-10 Liste dieses Jahres auftauchen sollte…

“Ein Prophet” erzählt die Geschichte des jungen Arabers Malik, der ins Gefängnis muss. Er hat keine Freunde innerhalb oder ausserhalb der Gefängnismauern, warum er verurteilt wurde ist nebensächlich, seine neue Realität heisst Knast. Die Fronten drinnen sind klar. Die Korsen-Mafia hat die Macht, weil sie die Wärter in der Tasche haben, die Araber sind zwar zahlreicher, aber ohne große Lobby. Malik wird schnell von Cesar, dem Chef des korsischen Clans, rekrutiert – nicht dass er da eine Wahl hätte. Weil er seinen ersten Auftrag – eine grausame und zugleich brillante Szene – zufriedenstellend erfüllt hat er sich den Schutz des Clans verdient.

Damit geht es für Malik aber erst richtig los. Aus dem stillen jungen Mann wird allmählich ein skrupelloser Krimineller, der geschickt seine Machtposition Stück für Stück verbessert. Nach drei Jahren hinter Gittern wird sein Antrag auf Freigänge bewilligt, und Malik kann somit auch außerhalb des Gefängnis seine Geschäfte aufziehen. Offiziell ist er immer noch Handlanger des Korsen Cesar, aber das hindert ihn nicht daran, seine eigenen Interessen mit aller Macht zu vertreten – koste es, was es wolle.

Das Genre des Gefängnis- und Gangsterfilms ist eigentlich recht ausgereizt. Um so überraschender ist es, dass “Ein Prophet” es schafft, interessante, neue Wege zu gehen. Wer hier vom Drehbuch die klassische “Scarface”-Formel erwartet, der liegt falsch. Zudem ist das Setting mit den Arabern und Korsen eine willkommene Abwechslung zum bekannten “Schwarz gegen Weiss gegen Latino”. Eine weitere große Stärke des Films sind die Dialoge und das Spiel mit der Vielsprachigkeit (französisch, arabisch, korsisch), das auch für die Handlung von zentraler Bedeutung ist.

Hauptdarsteller Tahar Rahim, ein Newcomer auch in Frankreich, spielt äußerst überzeugend und ungekünstelt. Seine Figur Malik ist kein innerlich abgestumpfter Über-Gangster, sondern ein pragmatischer und intelligenter junger Mann, der sich seiner Umgebung so gut wie möglich anpasst. Natürlich ist das auch ein Statement des (ansonsten nicht offen politischen) Films: ein unsicherer, kleinkrimineller junger Araber wandert in den Bau, nur um als perfekt ausgebildeter Verbrecher wieder heraus zu kommen. Resozialisierung ist was anderes.

“Ein Prophet” verbindet glaubwürdiges Drama und eine präzise Milieustudie mit spannenden Thriller-Elementen und einer ergreifenden Story. Einige Szenen sind so intensiv und brutal, dass man kaum hinsehen mag. Der Film zeigt keine übertriebene, parodierte Form der Gewalt (wie sie in Hollywood gerade in Mode ist), sondern bleibt bewusst realistisch. Für zarte Gemüter ist das sicherlich nichts, doch es verleiht der Geschichte einen Teil ihrer nicht unbeträchtlichen Wucht.

5/5

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Greenberg (DVD)

Dass sich einer der großen Hollywood-Komödianten in einem Independent-Drama sehen lässt ist nichts wirklich Neues. Bei Adam Sandler war es 2002 “Punch-Drunk Love”, Jim Carrey überzeugte zwei Jahre später in “Eternal Sunshine of the Spotless Mind”. Jetzt ist es also in “Greenberg” an Ben Stiller, der zuletzt eine Menge Comedy-Hits hatte, aber seit den “Royal Tenenbaums” keine nennenswerte Rolle im ernsthaften Fach gespielt hat.

Er spielt die Hauptfigur Roger Greenberg, einen Ex-Musiker und Tischler, der in Los Angeles für ein paar Wochen die Villa seines Bruders hütet. Nach einem jüngst erlittenen Nervenzusammenbruch hat Roger nicht viel mehr vor, als eine Hundehütte zu bauen und sich mit ein paar alten Freunden aus College-Zeiten wiederzutreffen. Doch sein Aufenthalt in LA ist geprägt von seiner Bekanntschaft mit der jungen Florence (Greta Gerwig), die sich als Haushälterin um die Familie seines Bruders kümmert.

Roger Greenberg ist kein wirklicher Sympathieträger, er ist egomanisch, missmutig und uneinsichtig (oder doch nicht?). Und doch mag man ihn menschlich nicht abschreiben – er ist einer von diesen Typen, die Potential haben, sich aber immer selbst im Weg stehen. Stiller spielt ihn zurückgenommen und ohne in die Nähe des “overacting” zu geraten. Einen wirklichen Plot hat der Film nicht zu bieten, “Greenberg” setzt eher auf die behutsame Entwicklung der Charaktere. Böse Zungen mögen das Tempo schleppend nennen, zum Ende nimmt das Geschehen aber noch einmal Fahrt auf.

Die Inszenierung ist dabei zurückhaltend, wie man es von Independent-Dramen und auch vom Regisseur Noah Baumbach (“Der Tintenfisch und der Wal“) gewohnt ist. So richtig vom Hocker hauen wird der Film wohl trotzdem niemanden, dafür fehlen die ganz großen Szenen. Angenehm fällt dagegen auf, dass in “Greenberg” vergleichsweise ‘echte’ Menschen mit ‘echten’ Problemen zu sehen sind. Was Ben Stiller betrifft, so kann man sich schon wünschen er würde demnächst ein paar alberne Komödien weniger und ein paar ernste Filme mehr drehen. Was nicht heißen soll, dass ich zu “Zoolander 2″ nein sagen würde.

3/5

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Duell der Magier (The Sorcerer’s Apprentice)

Manche Filme sieht man eher zufällig im Kino, weil die Zeit drängt, oder die Anfangszeiten blöd liegen – oder sonst auch nichts läuft. So in der Art bin ich also – zum Glück in bestmöglicher Begleitung – im “Duell der Magier” gelandet. Was ich vorher wusste war folgendes: das Team Jerry Bruckheimer (Produzent), Regisseur Jon Turteltaub und Nicolas Cage in der Hauptrolle (siehe auch “National Treasure”) hat einen Film über Zauberer gedreht, in der Cage einem Lehrling das Handwerk beibringt – und natürlich auch die Welt rettet. Klingt nicht nur nach Mainstream-Entertainment für 12-jährige, ist es auch.

Im Vorspann wird die Story vorgestellt, man kann sie so zusammenfassen: Cage ist der über 1000 Jahre alte Magier Balthasar, der in einer Art Babuschka (kein Scheiss!) zwei fiese und eine weniger fiese Magier(in) gefangen hält – die mit aller Gewalt aus dem Ding rauswollen. Den Kampf gegen sie kann er nur gewinnen, wenn er des Zauberers Merlins legitimen Nachfolger findet. Schnell ist klar, dass Nerd Dave (Jay Baruchel, “She’s Out Of My League”) dieser Nachfolger ist, der wiederum gerade seine “große Liebe” aus Grundschulzeiten wieder gefunden hat und dem ganzen nicht so recht gewachsen scheint…

Alfred Molina gibt dabei den Bösewicht, Gestaltwandlung und klassische Zauber-Gimmicks bestimmen die Szenerie. Die Action bestimmt meist das Geschehen, was gut und schlecht zugleich ist. Gut, weil die quasi-dramatischen Momente wirklich nur für 6-11-jährige ihren Zweck erfüllen (FSK-Freigabe: ab 12), und schlecht, weil die Action zwar solide, aber keineswegs großartig gemacht ist.

Immerhin kracht es gewaltig und manchmal durchaus imposant, das Erzähltempo ist fix. Leider nicht fix genug, um die zugrunde liegende Stumpfsinnigkeit der Story zu überspielen (und warum wollen die bösen Magier eigentlich die Menschheit auslöschen, just for fun?). Einen Film wie “Duell der Magier” sollte man nicht wegen einer innovativen Story aufsuchen, aber hier reihen Bruckheimer und Konsorten wirklich nur bekannte Klischees und alte Hüte aneinander. Man zielt auf die Fans von Harry Potter, gibt sich aber nicht genug Mühe mit den Details.

Der Funke springt einfach nicht über, was auch an der Hauptfigur liegt. Jay Baruchel ist wie gemacht für den nerdigen Freak, den Part des Helden nimmt man ihm nicht ab – selbst im Rahmen dieser nicht so sehr ernsten Story. Cage – mit Mantel und langen Haaren – ist ungewohnt albern, doch in seinen Augen funkelt es nicht. Vielleicht brauchte er die Kohle, um seine in den Medien oft zitierte Privat-Insolvenz aufzufangen. Monica Belluci hat zu wenige Szenen und ist völlig verschenkt, Alfred Molina macht nichts falsch, ohne seine Figur damit interessant zu machen. “Duell der Magier” ist echtes Fast-Food-Sommerkino: sieht nett aus, geht problemlos runter. Nur satt macht es beim besten Willen nicht..

2/5

My Son, My Son, What Have Ye Done? (DVD-Import)

So gerne ich mir Hollywoodfilme auch ansehe, manchmal ist es einfach nur eine Freude, mal etwas Abwechslung zu bekommen. Der deutsche Regisseur Werner Herzog bietet meist genau das, zuletzt mit dem bemerkenswerten “Bad Lieutenant – Port of Call New Orleans”. Nun hat sich Herzog mit David Lynch (als Produzenten) zusammen getan, und heraus gekommen ist ein Film, der sich ebenfalls nicht um Konventionen kümmert. Michael Shannon (der irre Nachbarssohn aus “Revolutionary Road”) spielt Brad McCullum, einen Mann von Mitte 30, der mit einem Schwert seine Mutter umbringt. Anschließend verschanzt er sich mit zwei Geiseln in seinem Haus in San Diego.

Draußen versucht Detective Hank Havenhurst (Willem Dafoe) mit stoischer Ruhe, die ungewöhnliche Situation in den Griff zu bekommen. Er spricht mit Brads Verlobter Ingrid (Chloe Sevigny), einem irgendwie labilen Mauerblümchen, und mit Lee Meyers (Udo Kier), seinem Schauspiellehrer, um mehr über den scheinbar wahnsinnigen Mann zu erfahren. In Rückblenden zeigt der Film einige Erfahrungen Brads aus der Vergangenheit, eine Reise nach Peru, seinenAusbrüchen in der Schauspielgruppe, wie er sich von seinem Onkel ein Schwert besorgt – und das angespannte, nicht ganz normale Verhältnis zu seiner Mutter.

Herzog inszeniert das alles weniger als Puzzle, bei dem sich langsam alles zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügt. Eher kreist er um die mysteriöse geistige Verfassung seiner Hauptfigur, ohne ihr aber mit herkömmlicher (Film-)Psychologie auf die Schliche kommen zu wollen. Ein Schlüssel zum Geschehen liegt in den Parallelen zwischen Brads Tat und der altgriechischen Tragödie um Orestes – doch eine wirkliche Erklärung bleibt aus. Hauptdarsteller Michael Shannon spielt seine Figur mit großer Intensität, und bringt glaubwürdig dessen Verstörung und innerliche Zerrissenheit zum Vorschein.

Die Story basiert auf einem wahren Fall, wurde aber von Herzog und Co-Autor Herbert Golder mit künstlerischer Freiheit umgeschrieben. Die Faszination mit dem Stoff, genauer mit der Frage, warum ein Mann – wie aus dem Nichts heraus – seine Mutter mit einem Schwert umbringt, verleiht “My Son, My Son, What Have Ye Done” einen verstörenden, fiebrigen Grundton. Der Flow des Films ist oft assoziativ, Worte und Bilder verschmelzen zu einer spannenden und hervorragend gespielten Reise ins Unbekannte. Der Einfluss von Produzent David Lynch ist über die gesamte Laufzeit spürbar, die Verbindung von Herzogs Guerilla-Dokumentar-Stil mit diesem Lynch-esken Szenario ergibt einen sehenswerten Film – in dem auch schon mal die Zeit (beinahe) still stehen kann.

4/5

PS: In UK und den USA ist der Film bereits erschienen, in Deutschland seit Herbst erhältlich.

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“I’m Still Here” – Trailer zu Joaquin-Phoenix-Doku online

Ich habe es in den Medien ehrlich gesagt nur bedingt mitbekommen, aber Joaquin Phoenix hat sich in den letzten Jahren offenbar vom seriösen Schauspieler zum vollbärtigen, vollschlanken Zausel mit Hip-Hop-Ambitionen entwickelt. Sein Schauspiel-Kollege Casey Affleck hat einen Film aus dieser Metamorphose gemacht, hier geht es zum Trailer dazu. Sieht, wie sagt man, interessant aus…

Superhelden und kein Ende – was in den nächsten Jahren noch so kommt…

Seit knapp 10 Jahren liefern sich die Studios ein Wettrennen, wer mehr Comic-Verfilmungen in die Kinos bringt. Die altbekannten Helden “Batman” und “Superman” sind neu angelaufen, “Spiderman” hat die Leinwand erobert, ebenso die “X-Men” und die “Fantastic Four”. Mit “Sin City” oder “Watchmen” waren auch weniger bekannte Stoffe schon an der Reihe.

Wer nun geglaubt hat, der Zenit sei überschritten, liegt falsch, wie ein Blick in diese Liste von blastr.com beweist. Gleich 19 (neunzehn!) neue Produktionen sind geplant. “Spiderman” geht mit neuen Darstellern quasi von vorne los, in “The Avengers” treffen Hulk, Iron Man und Captain America aufeinander, Ryan Reynolds wird sowohl “The Green Lantern” als auch “Deadpool” spielen, Christopher Nolan einen neuen “Batman”-Film drehen, “Iron Man 3″ kommt auch unweigerlich, es gibt einen neuen “Conan”-Film und sogar der beim ersten mal völlig mißratene “Ghost Rider” dreht noch eine Runde.

Hollywood ist also noch längst nicht am Ende, sondern feuert aus allen Rohren. Mal sehen ob die Lust des Publikums an diesen Stoffen ungebrochen bleibt – und ob genug Filme dabei sind, die dafür sorgen könnten. Die geplanten Reboots von “Spiderman” und “Fantastic Four” locken mich jedenfalls nicht vom Sofa…

The neverending story: Terry Gilliams “Don Quichote”

Es gibt mal wieder Neuigkeiten von Terry Gilliams Bemühungen, seinen “Don Quichote”-Film nach jahrelangen Querelen tatsächlich zu drehen. Allerdings keine guten: die Finanzierung ist “kollabiert”, es wird erstmal keinen Drehbeginn geben. Die Hauptdarsteller Ewan McGregor und Robert Duvall sind (noch) nicht abgesprungen, immerhin. Ob sich aber noch ein Studio oder sonst ein Geldgeber findet ist offen, mit dem Film ist als nicht sonderlich zeitnah – wenn überhaupt – zu rechnen…

The Disappearance of Alice Creed (Fantasy Filmfest)

Ganze drei Figuren sind in diesem Kino-Kammerspiel von J. Blakeson dabei. Das Opfer Alice Creed (Gemma Arterton), das zu Beginn des Films gekidnapped wird, und ihre beiden Kidnapper. Der ältere von beiden ist Vic (Eddie Marsan), der jüngere ist Danny (Martin Compston). Sie haben sich im Knast kennen gelernt und den Plan ausgeheckt, den schwerreichen Vater von Alice zu erpressen. Es läuft alles nach Plan zunächst, die Entführte ist in einem leerem Apartment ans Bett gefesselt, die Verhandlungen über das Lösegeld laufen. Vic und Danny scheinen alles im Griff zu haben.

Die Handlung spielt zunächst ausschließlich in der kleinen Wohnung, in der die Entführer und ihr Opfer dem Ende der ganzen Aktion entgegen fiebern. Doch die Konstellation ist nicht so einfach wie man denken könnte, zwischen den Figuren existieren andere Beziehungen als man zunächst annimmt. Der Film macht dabei keine Rolle rückwärts, gibt aber einige Informationen erst spät ans Publikum weiter. Es bleibt nicht bei einer Überraschung, mehr möchte ich hier nicht verraten.

Tatsächlich funktioniert “The Disappearance of Alice Creed” besser als die meisten anderen Kammerspiele der jüngsten Kinogeschichte, etwa “Interview” oder “1 Mord für 2“. Das liegt neben den guten Schauspielern vor allem am guten Drehbuch, das sich fast keine unglaubwürdige Szene leistet. Die Handlungen und Motive der Figuren sind weitgehend stimmig – eine Seltenheit für das Genre. Das Tempo der Inszenierung steigert sich langsam und sehr effektvoll bis zum Finale. Dabei ist der Film nicht ohne Schwächen oder Mängel, und erfindet auch nicht das Rad des Thrillers neu. Für die bescheidenen Mittel, mit denen er realisiert wurde holt er jedoch ein Maximum an Spannung und Unterhaltung raus.

4/5

“Judge Dredd” kommt wieder – aber ohne Stallone

Die Comic-Verfilmung “Judge Dredd” gehörte zu den recht miesen Filmen, die Sylvester Stallones Karriere Mitte bis Ende der 90er Jahre beinahe beendet hätten. Ohne Stallones zutun wird demnächst eine weitere Verfilmung des Stoffes anlaufen. Wie EmpireOnline berichtet sitzt Alex Garland (“The Beach”, “28 Days Later”) an einem Drehbuch, die ersten Besetzungen stehen auch schon fest. Unter der Regie von Pete Travis wird u.a. Olivia Thirlby mitspielen, bekannt als beste Freundin aus “Juno”. Mit einem Budget von 45 Mio. $ bewegt sich die Produktion im Mittelfeld, gedreht werden soll in Südafrika.

Noch eine Liste: Zehn “last job”-Filme bei cinematical.com

Das Prinzip ist bekannt. Einen letzten Job/Auftrag muss der Held noch erledigen, dann ist ein für alle mal Schluss. Meistens klappt das so nicht, aber das ist eine andere Frage. Anläßlich des letzten “last job”-Films “Inception” und dem bald anlaufenden “The American” (in dem George Clooney seinem letzten Auftrag als Killer nachgeht) hat cinematical.com eine Liste mit 10 Filmen erstellt, in denen dieser letzte Job den Rahmen der Story bildet. Ist mir vorher gar nicht aufgefallen, dass etwa “Heat” und “The Wild Bunch” durchaus deckungsgleiche Stories haben…

Die besten Filme für den gepflegten Sonntagabend

Es gibt eine da eine Art inoffizielles Genre von Filmen, wie ich finde. Und zwar jene Streifen, die bevorzugt mehrmals pro Jahr um 20:15 Uhr am Sonntagabend bei Pro7 oder RTL laufen – man kennt sie schon, bleibt aber trotzdem gerne noch mal hängen. Es sind nicht gerade die besten Filme aller Zeiten (deshalb sind auch keine Filme aus meinen Top-100 dabei), aber unterhaltsame Evergreens der letzten 20 Jahre, die einfach bestens geeignet sind, einem die Zeit zu vertreiben. Hier meine persönliche Top-10:

1. Enemy of the State
Will Smith gerät in diesem Thriller von Tony Scott in den Besitz eines lupenreinen McGuffins, und los geht die heitere Hetzjagd. Trotz ein paar eklantanter Lücken im Plot – und von den Zooms durch die Wolken durch auch mal abgesehen – geht es in “Enemy of the State” Schlag auf Schlag, das Drehbuch macht eine Menge Dinge richtig, die mittelmäßige Thriller falsch machen. Die Story kreist um den um die Ecke guckenden Überwachungsstaat (hätte gut in die George W. Bush-Ära gepasst) , mittendrin Will Smith als Anwalt, der in die Sache hineingerät und bald sein Leben nicht mehr wieder erkennt. Das macht Spaß, findet ein gutes Ende und ist durchgehend gut gespielt. Die Besetzung ist 1 A, neben Smith sind Barry Pepper, Jon Voight, Lisa Bonet, Jack Black und weitere bekannte und gute Leute dabei. Wenn ich so drüber nachdenke habe ich den Film bisher glaube ich NUR an Sonntagabenden gesehen..

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2. Ocean’s Eleven
Das Original von 1960 – inklusive der als “Rat Pack” bekannten Besetzung mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis, Jr – war einfach zu cool, um nicht neu verfilmt zu werden. Zum Glück nahm sich nicht irgend jemand, sondern Steven Soderbergh dieser Sache an. Mit George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und einigen weiteren männlichen Stars und der durch ein schmunzelndes “introducing” vorgestellten Julia Roberts und einem guten bis sehr guten Drehbuch ist “Ocean’s Eleven” der Inbegriff gut gemachter Hollywood-Unterhaltung. Der Stoff ist leicht und locker, die Dialoge witzig, die Story irgendwie bekannt aber keineswegs langweilig und schlicht und einfach hervorragend inszeniert. Wegschalten sehr unwahrscheinlich…

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3. John-Grisham-Verfilmungen aus den 90ern (Die Firma, Die Akte, Der Klient, Die Jury, Die Kammer, Gingerbread Man, Der Regenmacher)
John Grisham war wohl DER Bestseller-Autor im Thrillergenre der 90er Jahre, und Hollywood hat sich nicht lumpen lassen seine Romane mit großen Stars ins Kino zu bringen. Sandra Bullock, Tom Cruise, Julia Roberts, Denzel Washington, Sam L. Jackson oder Gene Hackman, sie alle haben mal mitgespielt. Sogar Francis Ford Coppola und Robert Altman haben je einen Film gedreht. Man kann oder sollte sie nicht alle so über einen Kamm scheeren, aber Fakt ist, dass ich sie alle schon x-mal gesehen habe – und wohl wieder hängen bleiben würde, wenn ich sie am Sonntagabend erwische. Sie sind weitestgehend flott und spannend inszeniert (Altman und Coppola sind etwas andere Wege gegangen), und haben jeweils eine gute Story parat – Grishams Stories sind zwar nicht IMMER logisch, aber locker stringenter als das, was die meisten Drehbuchschreiber abliefern.

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4. Vanilla Sky
Zugegeben, das spanische Original “Abre los Ojos” ist fast noch besser als das Remake. Aber das läuft nun mal nicht Sonntags zur Primetime. Der Film mischt Drama, Romanze, Thriller und Science-Fiction mit einer verschachtelten Erzählweise und mehreren Deutungsmöglichkeiten. Das darf einem zuweilen etwas überkonstruiert erscheinen, nett anzusehen und unterhaltsam ist es aber immer. Penelope Cruz, Tom Cruise, Cameron Diaz und Jason Scott sind eine gute Besetzung für die “menage a quatre”, die im Zentrum der Story steht – und sogar für Kurt Russell ist noch eine gute Rolle dabei. Ich kenne viele Leute, die den Film gar nicht mögen, für mich ist er ein guter Beweis, dass Hollywood noch gutes Starkino machen kann. Auch wenn es dafür Filme aus anderen Ländern recyclen muss…

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5. Gefährliche Brandung
Keanu Reeves und Patrick Swayze sind beide nicht wirklcih als Charakterdarsteller bekannt (gewesen). In Kathryn Bigelows “Point Break” aka “Gefährliche Brandung” sind die beiden in ihren vielleicht besten Rollen zu sehen. Reeves als ehrgeiziger FBI-Agent Johnny Utah, Swayze als Surfer/Bankräuber Bodhi, der mit letzter Konsequenz die perfekte Welle sucht. Der Stoff könnte leicht auf B-Movie-Niveau sinken, tatsächlich aber ist Bigelow ein spannender Thriller mit interessanten Subtexten gelungen. Der Kampf des FBI gegen eine anarchische Surfer-Truppe, die in Robin Hood-Manier und mit Masken von US-Präsidenten verkleidet Banken ausräumt macht mächtig Spaß. Reeves überzeugt als überehrgeiziger Schüler zweier Lehrer (Bodhi und Gary Busey als FBI-Haudegen), Swayze ist sympathisch, nachdenklich, albern und böse zugleich. Eine krude Mischung, die einen immer wieder sehenswerten Film ergibt.

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6. From Hell
Die Geschichte von Jack the Ripper, basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel, schenkt uns Johnny Depp als Opium-süchtigen Ermittler von Scotland Yard. Die Spur führt bis ins Königshaus, was die Suche jedoch nicht wirklich einfacher macht. Heather Graham spielt Depps ‘Love Interest’, eine schöne Dirne, die der Ripper allen Anzeichen nach bald auf dem Kieker haben wird. Die Stars des Films sind eindeutig die wunderbare Atmossphäre und die großartige Inszenierung durch die Gebrüder Hughes (“The Book of Eli”), wobei Depp und die restliche Besetzung ebenfalls groß aufspielen. Selten bis nie hat mich die Location London in einem Film so überzeugt, und selten bis sehr selten traut sich ein Film ein so schönes Ende zu finden – die Studiobosse werden sich nicht begeistert gewesen sein. Wie schön für uns…

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7. Auf der Flucht
Harrison Ford ist Richard Kimble, ein Arzt der zu Unrecht des Mordes an seiner Frau bezichtig wird. Kimble muss nicht nur flüchten, sondern auch noch den echten Möder finden. Dabei ist ihm ein mit allen Wassern gewaschener US-Marshall (gespielt von Tommy Lee Jones) auf den Fersen. Von Anfang an schafft es “Auf der Flucht” seiner rastlosen Hetzjagd genug Glaubwürdigkeit und den Charakteren genügend Tiefe zu verleihen. So wird aus der Flucht nicht ein langweiliges Wegrennen, sondern eine richtig spannende Angelegenheit, die das Publikum fesselt und bestens unterhält. Eine Paraderolle für Harrison Ford, und auch für Tommy Lee Jones als sein Wiedersacher. Eine im Kern sehr simple Idee, die handwerklich und dramaturgisch fehlerlos und sorgfältig einen kurzweiligen, fesselnden Film ergibt, den mal locker alle ein, zwei Jahre noch mal ‘mitnehmen’ kann.

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8. Grosse Point Black
Auftragskiller haben es nicht leicht im Leben. Diese Weisheit haben schon viele Kinofilme mitzuteilen gehabt (etwa “The Matador” mit Pierce Brosnan), aber “Grosse Point Blank” geht die Sache am besten an. Killer Martin bekommt einen Auftrag, pikanterweise in jener Kleinstadt in der er groß geworden ist. Und nicht nur das: die “20 Jahre später”-Highschool-Party findet statt. Grund genug, den armen Kerl in eine Midlife-Crisis zu stürzen, eine alte Flamme zu treffen und dabei den Auftrag (fast) aus den Augen zu verlieren. Dan Akroyd spielt Cusacks Widersacher, Minnie Driver die einstige Liebe. Der Film nimmt sich selbst ebenso wenig ernst wie er politisch korrekt ist. Nicht jedermans Sache sicher, so eine muntere Killer-Farce. Aber wer beim ersten mal Spaß hatte dürfte einer sonntäglichen Wiederholung nicht abgeneigt sein.

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9. Im Auftrag des Teufels
Und noch ein Film mit Keanu Reeves, hier an der Seite von Al Pacino und Charlize Theron. Die Grenze zum Trash wird zuweilen überschritten, trotzdem hält der Film sein Publikum bestens bei Laune. Reeves spielt einen Anwalt (jung und ehrgeizig, siehe “Gefährliche Brandung”), der vom charismatischen Chef einer großen Kanzlei in einen komplizierten Fall verwickelt wird. Während er den Kontakt zu seiner Frau (Theron) verliert trifft er Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen – bis er doch noch versucht, sich aus dem Katz-und-Maus-Spiel seines Chefs zu befreien. Man könnte “Im Auftrag des Teufels” einen übernatürlichen Thriller nennen, oder auch wahlweise einfach feinste, leicht bekloppte Unterhaltung für den gepflegten Sonntagabend…

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10. Das Mercury-Puzzle
Bruce Willis hat eine Menge Filme gemacht, die auf dieser Liste landen könnten. Ich finde aber, dass dieser hier am besten passt, er hat die Qualitäten, die ein Sonntagabend-Film braucht. Die Story ist recht einfach, bietet aber einen Haufen guter Szenen, es gibt genug Action, aber kein stumpfes Testosteron-Gebolze, und das Timing ist bestens. Ein kleiner autistischer Junge entschlüsselt quasi versehentlich einen streng geheimen Code eines US-Geheimdienstes (ich glaube die NSA ist es), zwischen dem Kind und einem Haufen ballernder Regierungs-Schergen steht bald nur noch einer: Bruce Willis! Gut für den Kleinen, schließlich ist Willis für solche Rollen geboren und ist mit Lust bei der Sache. Seine Gegenspieler werden von Alecc Baldwin und Peter Stormare gespielt, was passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Sicher kein großartiger Film (nach welchen Maßstäben auch immer), aber wie gemacht für Beine hoch und einen entspannten ‘Endspurt’ richtig Montagmorgen.

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Welche Stars ernsthaft noch Geld bringen…

Hier war eine Weile Sendepause – ich vergaß zu erwähnen, dass ich sowohl im Kurzurlaub war als auch in letzter Zeit keine irgendwie relevanten Filme gesehen habe. Vielleicht werde ich “The Expendables” noch im Kino sehen, ansonsten ist glaube ich “The American” der nächste Pflichttermin.

Um die Zeit zu vertreiben hier ein Artikel vom ‘Forbes Magazine’. Darin geht es um jene Stars, deren Filme an der Kinokasse richtig Geld bringen, und sich also für die Studios noch “lohnen”. Es sind sicherlich nicht die Namen vorne dabei, an die ich so spontan gedacht hätte..

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