Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Monthly Archives: Juni 2009

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"Terminator: Salvation" – so kann man das auch sehen…

Der gute Harry Knowles von Aintitcoolnews ist ein großer Filmenthusiast. Und großer Terminator-Fan. Auf seiner Website hat er hier einen wütenden Verriss geschrieben, dem ich eigentlich nur zustimmen kann. Allerdings hat der gute Harry auch sehr hochgesteckte Erwartungen, die man realistisch betrachtet schon nach dem ersten “Terminator” ohne Beteiligung von James Cameron getrost in den Müll hauen musste. Erst recht jetzt, wo McG sich der Reihe angenommen hat. Und so schlecht fand ich die einzelnen Szenen dann auch wirklich nicht.

So habe ich einen anständigen Actionfilm gesehen, während Knowles einfach nur maßlos enttäuscht ist. Der Verriss lohnt sich aber, schon weil es offenbar noch Leute gibt, die daran glauben, dass in Hollywood mal wieder jemand kapiert, was große Filme groß gemacht hat. Und sich daran orientieren könnte. Vielleicht liest ja vom Studio jemand mit und bekommt eine Ahnung davon, warum “Terminator 2″ in den Geschichtsbüchern steht und “Salvation” nur als Bilanz in den Büchern der Produzenten.

Terminator Salvation

Mit der Tagline “The End Begins” macht der vierte Teil der “Terminator”-Reihe gleich deutlich, dass ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Der Kampf um die Zukunft der Menschheit wird nicht mehr im Hier und Jetzt ausgefochten, sondern in der Zukunft. Genauer gesagt im Jahr 2018. Die Maschinen von Cyberdyne haben weitgehend die Kontrolle über die zerstörte Erde übernommen, die Widerstandskämpfer haben einen schweren Stand. Mittendrin findet sich John Connor (Christian Bale), der den Glauben an einen Sieg gegen die Maschinen nicht aufgegeben hat.

Die Story von “Terminator Salvation” ist sicherlich nicht die Hauptattraktion des Films, und auch nicht als solche gedacht. Die Zeitreisen-Logik ergibt nur bedingt Sinn und wird auch nicht weiter ausgeführt, die Übergänge zwischen Action und Drama sind zuweilen äußerst holprig. An die inszenatorische Klasse von “T2″ kommt Regisseur McG (“Charlie’s Angels”) nie heran, was nicht wirklich verwundert. Es ist trotzdem ein wenig traurig zu sehen, wie weit man vom Niveau her in allen Belangen (außer der Action vielleicht) von James Camerons Meisterwerk entfernt ist.

Ein paar Terminator-Markenzeichen haben es in den Film geschafft, u. a. etwa die verlassene Tankstelle in der Wüste und der Kampf in einer Fabrikhalle. Von der Optik her geht “Salvation” eher in Richtung Kriegsfilm, mit ausgeblichenen Farben und jeder Menge militärischem Gerät und Gerede. Das Grundgerüst jedoch ist wie schon bei den Vorgängern ein Action-Roadmovie. Sowohl Connor als auch der einzig nennenswerte Neuzugang unter den Figuren, die Mensch-Maschine Marcus Wright, sind ständig unterwegs.

Die Actionszenen sind eindeutig das Herz des Films, wobei eine Sequenz in der Mitte des Films herausragt. Special-Effects, Sets und Soundeffekte lassen nichts zu wünschen übrig, nur ganz selten ist zu merken, dass vieles am Computer entstanden ist. Es macht Spaß sich dem Inferno auszusetzen (in meinem Fall in der vierten Reihe des größten Saales im Cinestar), da hat sich der Eintritt schon gelohnt.

Weniger gelungen ist wie bereits erwähnt die Story. Obwohl ein paar richtig gute Szenen dabei abfallen ist sie offensichtlich durch zwei bis drei “rewrites” gegangen. Um den Film am Laufen zu halten ist sie ausreichend, um aber ein mitreißendes neues Kapitel der Reihe aufzuschlagen doch etwas dünne. Was eine (sicherlich geplante) Fortsetzung der Reihe storytechnisch bringen soll ist unklar. Und zu allem Überfluss erinnert das Setting im Nachhinein auch sehr an die zwei letzten “Matrix”-Teile, denen ja im ewigen Gequatsche der Rebellen vom “entscheidenden Kampf” ganz erbärmlich die Luft ausging.

Für sich genommen ist “Terminator Salvation” ein guter Actionfilm ohne jeden Firlefanz. Hier werden keine “lustigen” Sprüche geklopft oder idiotische Sidekicks eingeführt. Marcus Wright (Sam Worthington) ist eine stimmige Figur (solange man nicht genau über die Hintergründe nachdenkt), Anton Yelchin als John Connors Vater in jungen Jahren macht seine Sache ebenfalls gut. Christian Bale ist eine gute Besetzung für John Connor, wenngleich seine Performance nicht sonderlich bemerkenswert ist – dafür fehlen aber auch die großen dramatischen Momente. Von den Actionblockbustern des Frühjahrs ist mir dieser der liebste, was eine gute und eine schlechte Nachricht ist.

3/5

The Limits of Control

Über seinen neuen Film “The Limits of Control” sagte Jim Jarmusch höchstselbst: “I always wanted to make an action film with no action..”. Und damit hat er nicht ganz unrecht, wobei noch ein paar andere Zutaten von klassischen Actionfilmen fehlen als nur die Action selbst. Der Film beginnt mit seinem namenlosen, wortkargen ‘Held”, gespielt von Isaach den Bankolé (Jarmusch-Fans kennen ihn als Eisverkäufer Raymond in “Ghost Dog”), der an einem Flughafen einen mysteriösen Auftrag erhält. Die Reise führt ihn nach Spanien, wo er auf verschiedenen Stationen weitere Instruktionen erhält. Die wiederum werden in Strichholzschachteln verpackt und ausgetauscht, bis das Ziel der Reise erreicht ist.

Der Film hat durchaus hypnotische Qualitäten, schon wegen seiner monotonen Art, beständig in langen Einstellungen dieselben Rituale zu zeigen. Morgendliches Yoga, der Gang ins Cafe, zwei Espresso, Austausch der Informationen. Hin und wieder taucht eine “Kollegin” auf, immer nackt und gespielt von Paz de la Huerta. Jede namenlose Kontaktperson, die der namenlose Killer(?) trifft, spricht ein bestimmtes Thema an – Kino, Drogen, Wissenschaft oder Kunst – und am Ende begegnen ihm diese Themen auf unerwartete Weise noch einmal wieder. Die für Jarmusch untypischen Bilder eines sonnigen Spanien (muss hier jemand an Woody Allens “Vicky Christina Barcelona” denken?) verlieren als Kunstgriff häufig noch ihre Schärfe und lullen das Publikum dadurch noch weiter in die einsame Reise des Helden ein.

Nach den auch im Mainstream erfolgreichen Filmen “Ghost Dog” und “Broken Flowers” verweigert sich Jarmusch bei “The Limits of Control” vehement allen Rezepten für “erfolgreiches” Kino. Der Film ist konsequent wortkarg und gefällt sich in Anspielungen und Wiederholungen. Die Frage nach dem “Warum?” verliert zunehmend an Bedeutung, je weiter die Handlung (wenn man sie denn so nennen will) fortschreitet. Der Film läuft nicht gänzlich ins Leere, ist aber spürbar mehr am Fluss des Geschehens interessiert als an Motiven oder Figuren.

Was uns Jim Jarmusch mit dem Film eigentlich sagen will? Ich weiss es nicht. So losgelöst von Konventionen und Stereotypen kann es eigentlich nur um das Geschichtenerzählen selbst gehen. Einige sich wiederholende Zitate des Films gewähren Einblick in das Innenleben der Handlung, doch eine klare Antwort geben sie nicht. Spuren, Hinweise, Andeutungen und Film- bzw. Literaturzitate gibt es genug, um dem Film eine Doktorarbeit zu widmen. Und so ein bißchen scheint das auch Jarmuschs Plan gewesen zu sein – einfach mal knapp zwei Stunden in wohlüberlegten Rätseln zu sprechen. Wer den Regisseur vorher geschätzt hat, wird den “Limits of Control” sicher etwas abgewinnen können (und sei es nur die Tiefenentspannung, die den Autor dieser Zeilen beinahe in den Schlaf befördert hat), alle anderen sollten es einfach gleich sein lassen.

4/5

Immer wieder gerne: Memorable Quotes…

Bei der IMDB ist es schon lange eines der besten Gimmicks: die “memorable quotes” von Filmen. Bei Premiere.com (hat nix mit dem lahmen Pay-TV-Sender aus Deutschland zu tun) haben sie 100 unvergessliche Filmzitate in 200 Sekunden zusammengestellt. Napalm am Morgen ist ebenso vertreten wie der Dude, Adrian und Rosebud. Im Ergebnis eine sehr angenehme Zerstreuung, hier gehts zum Clip…

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