Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Monthly Archives: Februar 2009

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Lost – Season 1

Ja, ich weiss. Ich bin ein wahrer Blitzmerker, und fange schlappe vier (oder fünf?) Jahre nach der Erstausstrahlung mit dieser Serie an. Als “Lost” in Deutschland anlief habe ich mir keine Mühe gemacht herauszufinden worum es eigentlich geht. Angesichts der Paar Fetzen Werbung, die ich gesehen hatte, habe ich die Show unter “Reality-TV/Dschungel-Soap/Unterschichtenfernsehen” abgeheftet. Jahre später las ich dann ein Interview mit dem Schöpfer der Serie, J.J.Abrams – da hörte sich das schon in den Fragen (“Wohin soll die Reise eigentlich gehen, Herr Abrams?”) viel besser an.

Nun bin ich also mittendrin in der Saga. Die Überlebenden eines Flugzeugabsturzes finden sich auf einer einsamen Südseeinsel wieder – zumindest vermuten sie das, immerhin ging ihr Flug von Sydney nach L.A., abgesehen vom Pazifik lag also nicht so sehr viel auf dem Weg… Nachdem die wichtigsten Personen vorgestellt sind widmet sich die Serie ausgiebig ihren (zuweilen miteinander verbundenen) Backgroundstories, bevor es dann auf der Insel so richtig zur Sache geht. Was die Sache aber vor allem am Leben hält (zumindest in meinen Augen, Staffel 2 ist fest eingeplant) sind die hin und wieder aufblitzenden Ungereimtheiten – etwa der ominöse Funkspruch und seine Urheberin, der Auftritt des Eisbären oder die merkwürdige Luke mitten im Dschungel, die sich einfach nicht öffnen lassen will.

Wohin soll das ganze also führen? Ick wees es nicht, bin aber sehr gespannt, ob die Serie genug zu bieten hat um mich bis zum Sommer zu fesseln – denn solange würde es wohl mindestens dauern, mir alle 5 Staffeln à 24 Folgen reinzuziehen.

The International

Banker haben ja zur Zeit nicht eben die besten Image-Werte, und Tom Tykwers Berlinale-Eröffnungsthriller “The International” wird daran sicher nichts ändern. Die Bösewichter seines Films sind die Top-Leute einer luxemburgischen Bank, die per Waffenhandel und der Kontrolle von Staatsschulden den großen Reibach machen möchten. Ihre Deals wickeln sie im Verborgenen ab, wenn unangenehme Infos an die Außenwelt gelangen machen sie mit allen Beteiligten kurzen Prozess.

Gegen diese Bank und ihre Hauptverantwortlichen (Armin Müller-Stahl und Ulrich Thomsen) stellen sich Interpol-Ermittler Louis Salinger und die New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman, gespielt von Clive Owen und Naomi Watts. Ihre Ermittlungen werden von gerissenen Anwälten, dem eisernen Gesetz des Schweigens  und der komplizierten Rechtslage erschwert.

“The International” bietet einen etwas unausgegorenen Mix aus Action, Verschwörung und klassischem Thrill. Weniger gelungen ist die Story, weil sie weder wirklich Aussagekraft besitzt, noch ein schlüssiges Ende findet (Stichwort: Luka Brasi). Mindestens ausbaufähig sind auch die Charaktere, die weitgehend ohne viel Hintergrund oder innere Entwicklung daherkommen und somit ziemlich beliebig wirken. In Watts Fall dreht das Drehbuch ihrer Rolle recht unsanft, aber konsequent den Saft ab. Insgesamt gibt es einige Szenen, die mehr um ihrer selbst willen da sind, als dass sie die Hanldung vorantreiben würden.

Gelungen wiederum sind die kühlen Bilder, die zahlreiche Städte (u.a. Berlin, Paris, Mailand, New York und Istanbul) in ein zwar künstliches, aber zur Story passendes Licht tauchen. In vielen Einstellungen öffnen sich große Räume, die so nur im Kino zu genießen sind – “The International” dürfte daher auf dem Fernseher zuhause weit weniger Spaß machen. Gelungen ist auch eine ausgiebige, fast übertriebene Shootout-Szene im New Yorker Guggenheim-Museum, in der Tykwer beweist, dass er auch im Action-Genre bestehen kann. Die zahlreichen Anspielungen auf die Verschwörungsthriller der 70er (z.B. “I…wie Ikarus”, “The Conversation”) sind ebenfalls durchaus passend, am deutlichsten schimmern diese Filme in der Attentat-Sequenz in Mailand durch.

So richtig Freude kommt leider zu selten auf in diesem Film, gleichzeitig kann von Langeweile oder ernsthaft schlechten Szenen auch (fast) keine Rede sein. “The International” zieht sein Publikum anfangs durchaus in seinen Bann, kann aber seine eigenen Versprechen nicht einlösen und wartet an entscheidenden Stellen mit dramaturgischer Mittelmäßigkeit und einfallslosen Dialogen auf. Während einem das auffällt ist man allerdings gut unterhalten und bekommt einiges an Schauwerten zu sehen. Ob dieses Glas nun halb voll oder halb leer ist entscheidet daher bitte jeder schön für sich selbst…

4/5

Glaubensfrage (Doubt)

Im Brooklyn der 60er Jahre nimmt eine katholische Schule zum ersten mal einen schwarzen Schüler auf. Unter der Obhut von Priester Flynn  (Philip Seymour Hoffman) wird der Junge sogar zum Messdiener, zum Missfallen von Schwester Beauvier (Meryl Streep). Einige wenige Indizien reichen bald aus, um die stets strenge, pflichtbewusste Nonne zu überzeugen, dass sich Flynn an seinem Schüler vergangen hat. Beweise oder auch nur Anschuldigungen des Jungen gibt es allerdings nicht.

Nun beginnt ein Psychoduell zwischen Priester und Nonne, gefangen in der Mitte ist die junge Schwester James (Amy Adams). Sie glaubt dem rhetorisch begabten und gemütlichen Flynn, kann ihre “Kollegin” aber nie von dessen Unschuld überzeugen. “Doubt”, von Regisseur John Patrick Shanley nach dem eigenen Theaterstück inszeniert, konzentriert sich ausschließlich auf diesen zentralen Konflikt und gibt den Schauspielern viel Raum, ihre Rollen zu entwickeln. Mit Streep und Hoffman sind zwei wahre Könner dabei, und doch schafft es der Film nicht, daraus Kapital zu schlagen.

Meryl Streeps eigene Persönlichkeit/Berühmheit lässt keinen realisitischen Blick auf die von ihr gespielte Nonne zu, Hoffmans Figur kommt zunächst besser weg, fällt aber schließlich dem unbefriedigenden und äußert konventionellen Ende zum Opfer. Anstelle von Reflexionen über die Grenzen von Glauben, Recht und Unrecht gibt es in “Doubt” letztlich nur eine (immer noch gut gespielte) unterhaltsame, aber recht eindimensionale Geschichte um den “wahren” Glauben eines “guten” Menschen. Von der Ausgangslage her hat der Film sehr viel Potential, de Fakto aber wird er schon bald dem kollektiven Vergessen anheim fallen.

3/5

Oscars 2009: The outguessing game…

Da ich dieses Jahr mal wieder plane mir die Oscar-Verleihung live reinzuziehen bin ich auch tatsächlich interessiert daran, was die Favoriten sind. Sonst fallen mir die Überraschungen ja gar nicht auf! Und so schiele ich deshalb mal auf Rogert Ebert, der wie üblich seine Sicht der Dinge und seine Tipps veröffentlicht hat (hier)…

Das Comeback des Jahrtausends…

Ich weiß, dass das hier eigentlich nicht hingehört – aber hinter diesem Link verstecken sich gleich zwei Idole meiner Jugend, die sich demnächst nochmal auf eine Bühne stellen werden. Be there, or be square!

Berlinale

Wer vor dem kafkaesquen Kartenverkaufssystem der Berlinale kapituliert hat und trotzdem an den Filmen im Wettbewerb Interesse hat, der findet hier eine Aufstellung der FAZ-Filmredaktion zu den bereits gezeigten Werken.

Frost/Nixon

Die Watergate-Affäre, die US-Präsident Nixon 1974 zum Rücktritt zwang, ist wohl den meisten Deutschen bekannt – sofern sie sich ein bißchen für die Geschichte der Welt da draußen interessieren. Weniger bekannt ist hierzulande die Story eines Fernsehinterviews, welches das negative Bild Nixons in der Öffentlichkeit endgültig zementierte. Um dieses Interview kreist das Oscar-nominierte Drama “Frost/Nixon”, und bietet eine äußerst spannende und lehrreiche Geschichtsstunde.

Martin Sheen (“Underworld”, “The Queen”) spielt den scheinbar oberflächlichen, gewitzten britischen Talk-Show-Moderator David Frost. Der recht unbekannte Frank Langella spielt den grummeligen Ex-Präsidenten Richard Milhouse Nixon. Dass Langella kein so bekanntes Gesicht ist kommt dem Film durchaus zugute, denn die Ähnlichkeiten zum “Original” sind recht groß, und (im Gegensatz zu Anthony Hopkins in Oliver Stones “Nixon”) man sieht in seiner Figut nicht ständig andere, bekanntere Rollen. Beide Schauspieler sind restlos überzeugend, und auch die Nebenrollen hervorragend besetzt.

“Frost/Nixon” erzählt seine Geschichte gerade heraus, ohne Netz und doppelten Boden. Der Fokus liegt, nach einer äußerst nützlichen kurzen Einführung in die damalige Situation, auf der Vorbereitung des Interview-Teams und der dann über 5 Drehtage stattfindenden TV-Aufzeichnung.  Die Verbindung von Anspruch und Unterhaltung ist Regisseur Ron Howard (zuletzt mit dem “The Da Vinci Code” noch mitten im Mainstream unterwegs) glänzend gelungen, und einige Momente des Interviews werden sicherlich auch noch am Ende des Jahres zu den eindringlichsten Filmszenen von 2009 gehören.

4/5

Fortsetzung aus dem Nichts….

Ich persönlich hatte ja eher nicht mit einer Fortsetzung des spaßigen Hochgeschwindigkeits-Schwachsinns “Crank” gerechnet, aber was verstehe ich schon davon? Unter diesem Link gibt es den Trailer von “Crank 2″ zu sehen, begleitet von der herrlichen Tagline “He was dead…but he got better.” Wie es scheint lassen die Produzenten nichts anbrennen und halten sich an die simple Erfolgsformel des Vorgängers… Geplanter Kinostart ist der 16. April.

Die Oscars und das liebe Geld

Filmproduzenten haben sicher nie etwas dagegen, wenn ihre Filme für den Oscar nominiert werden. Am meisten Prestige hat natürlich eine Nominierung für den “Besten Film” – aber lohnt sich diese eigentlich, wenn man die Aufwände mit reinrechnet, die damit fast immer verbunden sind? Einen Artikel zum Thema von Newsweek jibbet hier…

Der fremde Sohn (Changeling)

Irgendwie kann Clint Eastwood ja seit ein paar Jahren einfach nichts mehr falsch machen. “Mystic River”, “Million Dollar Baby”, “Letters from Iwo Jima” – es hagelt gute Kritiken, anständige Einspielergebnisse und mindestens Oscarnominierungen. Mit “Changeling” hat Eastwood einen Kriminalfall aus den 20er Jahren auf die Leinwand gebracht. Christine Collins’ (Angelina Jolie) Sohn Walter verschwindet eines Tages im Jahre 1928 spurlos. Monatelang wartet sie auf ein Lebenszeichen, bis die – für Korruption und Vetternwirtschaft berüchtigte – Polizei ihr die frohe Botschaft überbringt: Walter wurde gefunden, ist gesund und unverletzt.

Für die alleinerziehende Mutter Christine (und auch das Publikum) ist schnell klar – der gefundene Junge ist nicht ihr Sohn. Doch was immer sie gegenüber dem LAPD an Argumenten vorbringt, die Beamten wollen es weder hören noch ernsthaft in Erwägung ziehen, dass sie recht haben könnte. Die Rückkehr ist als PR-Erfolg bereits gefeiert worden, und den Behörden ist jedes Mittel recht, um Christine zum Schweigen zu bringen. An dieser Stelle setzt in “Changeling” eine Parallelhandlung ein, deren Verbindung zu Walters Verschwinden recht schnell deutlich wird.

Eastwood, der das Projekt von Ron Howard übernahm, erzählt diese emotionale Geschichte in schnörkellosen Bildern, untermalt vom zurückhaltenden selbstgeschriebenen Score. Der 20er Jahre-Look ist perfekt gelungen, und auch die Besetzung kann sich sehen lassen. Neben Jolie (die ihre großen Auftritte ohne ein Übermaß an Theatralik absolviert) überzeugen vor allem John Malkovich als Geistlicher auf dem Kreuzzug gegen die Polizei, sowie die recht unbekannten Jeffrey Donovan und Jason Butler Harner.

Trotz der gewohnt souveränen Inszenierung gibt es aber auch Schwachpunkte zu nennen. Der Film ist mit 140 Minuten “a little on the long side”, und die innere Logik der Charaktere bleibt in zwei, drei wichtigen Szenen etwas auf der Strecke. Zudem findet das Drehbuch am Ende keinen wirklich stimmigen Abschluss, sondern reiht das Geschehen etwas lieblos und quasi-dokumentarisch nurmehr auf. Trotzdem kann ich den Film durchaus empfehlen, denn auch wenn “Changeling” nicht zu Eastwoods späten Meisterwerken zählt muss er sich auch sicher nicht für ihn entschuldigen.

4/5

Link nachm Wrestler hin…

“The Wrestler” kommt in Deitschland ja erst nach potentiellen Oscar-Ehren ins Kino – hier gibts ein Interview mit Regisseur Darren Aronofsky zum Thema “Wrestling im Kino…”

Und bitte nicht vergessen: Mickey Rourke hat vor 20 Jahren Filme wie diesen gedreht – “unterschätzt” ist gar kein Ausdruck.

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