Love Vegas (What Happens in Vegas)

Rom-Coms funktionieren ja eigentlch immer nach demselben Schema – der einzige Unterschied besteht zumeist in der Hürde, die es für das zentrale Paar zu überwinden gilt, um zueinander zu finden. In „Love Vegas“ gehen Camaron Diaz und Ashton Kutcher aufeinander los, weil sie sich besoffen das Ja-Wort gegeben haben und gleich darauf einen Jackpot knackten – alles in Vegas natürlich. Den Rest des Films gehen sie dann solange mit allen erdenklichen Tricks aufeinander los, bis laut Drehbuch der Moment einsetzt, in dem sie beide was fürs Leben gelernt haben und sich doch noch total dufte finden. Laaangweilig! Retten können eine solch platte Story nur richtig gute Gags und überzeugende Hauptdarsteller, doch beide sind hier bestenfalls medioker und lassen keine rechte Freude am vermeintlichen Krieg der Geschlechter aufkommen. Ein bis vier gute Gags gibt es schon, der Rest ist bestenfalls tolerabel und auf unterem Sitcom-Niveau.
3/10

21 – Blackjack

Filme rund ums Pokern gab es in den letzten Jahren zuhauf – nun bekommt auch Blackjack (manchen auch als „17 + 4“ bekannt) seinen eigenen Film. Mathe-Genie Ben (Jim Sturgess) möchte gerne in Harvard Medizin studieren, leider fehlt ihm dazu das nötige Kleingeld. Dieses wiederum verspricht ihm eine Gruppen von Kommilitonen (u. a. Kate Bosworth, die unter Anleitung eines Professors (Kevin Spacey) die Wahrscheinlichkeiten beim Blackjack soweit berechnen können, dass es sich lohnt. Zu diesem Zweck fahren sie wochenends nach Vegas und räumen kräftig ab – bis es zu Verwerfungen unter den jungen  Zockern kommt.

Als spaßiger Coming-of-Age-Film, in dem nichts zu ernst zu nehmen ist, geht „21“ wohl durch, vor allem dank des relativ flotten Erzähltempos. Das bunte Hin und Her wirkt dabei storymäßich recht schwerelos, selbst wenn der ganze Budenzauber wohl auf wahren Begebenheiten fußt. Keiner der Charaktere ist interessant und lebendig genug um aufrechtes Interesse am Geschehen zu wecken, viele Story-Kniffe sind sowohl voraussehbar wie auch altbekannt. Zum Vertreiben von Zeit ist „21“ geeignet,  wer hier große Erwartungen hegt sollte sich das ganze lieber schenken.
5/10

Demnächst: Hancock

Irgendwie bin ich Superhelden-Filmchen ja auch schon eher leid, wenngleich ich zumindest „Iron Man“ immer noch auf der Liste habe. Zum ersten Mal wagt sich nun auch Will Smith in die Rolle eines Superheros, allerdings entstammt „Hancock“ soweit mir bekannt ist nicht den „DC“ oder „Marvel“-Universen. Und „Hancock“ ist ein wenig eigenwillig – physisch unschlagbar, aber chronisch schlecht gelaunt und mit grundsolidem Alkohol- und Imageproblem ausgestattet. Für einen unterhaltsamen Sommer-Blockbuster der KEINE x-te Fortsetzung ist klingt das soweit überzeugend. Trailer gibts hier…

All-Time-Favorite Movies

Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, mal eine Liste meiner absoluten Lieblingsfilme hier zu posten – nur ist das angesichts der großen Zahl von Filmen irgendwie ein schwieriges Unterfangen. Allein die Fragen, ob nach Genre geordnet wird oder nicht, ob es 50 Filme werden sollen oder 100, sind schwer zu beantworten. Letztlich ist das alles aber auch egal, denn was sich auf einer All-Time-Favs-Liste findet sollte schon Qualität (oder besser persönliche Wertschätzung meinerseits) aufweisen können, egal ob auf Platz 2 oder 62. Soweit die Theorie. Eine Liste ist also in Arbeit, und ich bin selbst gespannt wie das Ergebnis aussehen wird, ob mehr alte als neue Filme dabei sind (schätze eher ausgewogen), mehr bekannte als unbekannte Filme (schätze mehr bekannte).

Wahrscheinlich ist, dass es demnächst in Zehner-Schritten losgeht, mehr als ein paar Sätze zu den einzelnen Filmen wird es nicht geben – hin und wieder eine kurze Einordnung in meiner persönlichen Filmfan-Historie, den ich als Kind der „Pulp Fiction“-Generation gegangen bin. Die Liste wird sicherlich meine Vorliebe für Thriller/Dramen im Gegensatz zu Horror oder Rom-Coms wiederspiegeln, regelmäßige Leser dieser Seite wissen dass ein mittelmäßiger Neo-Noir eher mein Interesse weckt als z.B. hochgelobtes deutsches Kino oder Animationsfilme. Immerhin habe ich grade „Rambo“ geglotzt, während Fatih Akins „Auf der anderen Seite“ immer noch ungesehen im Regal steht.

Neben den klassischen Selbstgängern („Apocalypse Now“, läuft gerade mal wieder nebenbei) sind vielleicht ein paar Kandidaten dabei, die der ein oder andere Leser nicht so auf dem Schirm hat. Anspruch auf Vollständigkeit oder ultimative Wahrheit schließe ich vorübergehend aus, es gibt ja die theoretische Möglichkeit, dass mich mein Geschmackssinn trügt…

Ich lege dann jetzt mal los, erste Ergebnisse gibts hoffentlich Ende der Woche hier zu lesen.

Nur für wahre Cineasten…

Roland Emmerich ist nicht bekannt für feingeistiges Kinos, sondern für unterhaltsamen Special-Effects-Unsinn, der im Idealfall – wie bei „The Day After Tomorrow“ – sogar noch ein bisschen konsensfähige Politik einstreut. Mit „10 000 B.C.“ lotet er dann aber auch im Vergleich mit seinen früheren Werken neue Untiefen aus. Ein paar Urmenschen im Kampf mit Mammuts, anderen Biestern und bösen Häschern hat er sich einfallen lassen, doch schon die Special-Effects sind enttäuschend schwach, ganz schweigen von der beliebigen Abenteur-Story und dem historisch wenig schlüssigen „Hintergrund“. Fakt ist, dass ich das Ende des Films nicht mehr erlebt habe und auch sicher keinen erneuten Versuch starten werde, es doch noch bis zu den Credits zu schaffen.
2/10

Nach seinem gelungenen Comeback als „Rocky Balboa“ hat sich Sly Stallone nun auch noch mal als „Rambo“ versucht, ebenfalls unter eigener Regie. Wie schon in den anderen Fortsetzungen lebt John Rambo anfangs stoisch und einigermaßen friedlich vor sich hin, um dann doch vom Ruf des Abenteuers reaktiviert zu werden. Die gute Nachricht: „Rambo“ bietet keine ideologisch verbrämte Geschichtsverzerrung oder Propaganda wie die Teile zwei und drei. Die schlechte Nachricht: er bietet auch sonst nicht viel. Nachdem einige zivile Helfer in die Fänge der burmesischen Junta gelangen sieht sich Rambo gezwungen sie mithilfe eines Söldner-Trupps zu befreien. Den Rest kann man sich dann schon denken. Bemerkenswert ist allein die unsagbare Brutalität der martialischen Bilder. Körperteile zerfetzen, Blut spritzt durch die Gegend, jede Art der körperlichen Gewalt gegen Schuldige und Unschuldige wird ausgiebig zelebriert. Zuweilen ist sehr deutlich sichtbar, dass die Blutfontänen und Körperteile am Rechner entstanden, einen Unterschied macht das aber nicht. Die Bösewichter sind eindimensional sadistische Killer, politische oder kulturelle Erklärungen zur Situation bleiben aus, und Rambo selbst hat für die Naivität der Helfer bloss Verachtung übrig, ringt sich aber trotzdem dazu durch noch einmal den Killer in sich zu entfesseln. So ist der Film letztlich nichts weiter als eine blutrünstige Ballerorgie, die sich einen quasi-politischen Anstrich gibt. Aus der im ersten Teil mal als gebrochener Charakter erfundenen Figur Rambo wird nichts weiter rausgeholt als ein paar scheele Flashbacks – und die Erkenntnis, dass der Mann ohne sein Messer doch nicht leben kann.
4/10

Death Sentence

Es ist noch nicht lange her, da gingen mit Jodie Foster die Pferde durch, weil eine geliebte Person sinnlos-brutal ermordet wurde. „The Brave One“ entpuppte sich trotz des altbekannten Thema als unterhaltsamer Film des gehobenen Mainstream-Durchschnitts. Nun erwischt es auch Kevin Bacon, genauer seinen Film-Sohn, der an einer Tankstelle ein er brutalen Gang zum Opfer fällt. Vor die Wahl gestellt den Täter für nur ein paar Jahre in den Knast zu bringen oder selbst tätig zu werden entscheidet sich der Familienvater und Versicherungsmanager – logisch – für die große Rachenummer. Die nimmt dann allerdings bald Formen an, die so nicht eingeplant waren, denn die Gangster lassen sich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen.

Mangelnde Glaubwürdigkeit von Story und Charakteren fallen bei „Death Sentence“ sofort ins Auge, auch wenn mindestens Kevin Bacon einen sehr guten Job macht. Letztlich wird der Film zum Zwitter aus blutrünstig-fataler Ballerorgie und quasi-anspruchsvollem Rache-Drama, das den Spagat aber nur mit einigen Zugeständnissen an Logik, Charaktertiefe und Konsequenz eben gerade so hinbekommt. Wem man den Streifen dann eigentlich verkaufen will, oder auch was der ganze Budenzauber eigentlich bedeuten soll bleibt unklar.
5/10

National Treasure 2: Book of Secrets

Filme, die die Welt nicht braucht: War „National Treasure“ schon eine lausige Entschuldigung für ein „Indiana Jones“-Ripoff kommt Teil 2 des sinnlosen Spektakels nun in eben jenem Jahr, in dem das Original tatsächlich nochmal fortgesetzt wird. Produziert von Disney und Mainstream-Trash-König Jerry Bruckheimer bietet „Book of Secrets“ eine wahrlich willenlose und bekloppte Story, die man sich auf keinen Fall genauer durch den Kopf gehen lassen sollte. Wie üblich ist eine Menge Bewegung drin, diemal dürfen sogar die Landesgrenzen der USA überschritten werden – am Ende jedoch, wenn es um die legendäre „Stadt aus Gold“ geht, ist man natürlich wieder auf ur-amerikanischem Boden. Die Besetzung aus Teil eins hat komplett rübergemacht, wobei Harvey Keitels Rolle tüchtig eingedampft wurde und Ed Harris nun den Part des Bösewichts übernommen hat. Das hohe Tempo ist Grundvorraussetzung dafür, dass sich der Film aushalten lässt, wenn man gegen schlecht geschriebene Actionstories mit scheelen Jokes nichts einzuwenden hat. Eine Mogelpackung ist „Book of Secrets“ nicht, großes Kino ebensowenig.
4/10