And what else!?

Der Remake-Wahnsinn geht weiter, dieses Jahr kommt eine Neufassung des Sci-Fi-Klassikers „The Day the Earth Stood Still“ in die Kinos. Keanu Reeves und Jennifer Connelly spielen die Hauptrollen, über den Inhalt vermag ich wenig zu sagen bis ich meine Hausaufgaben gemacht und mir das Original angesehen habe. Bekannte Keywords: Aliens; Zukunft der Menschheit…klingt doch gut!

Die Wachowski-Brüder haben die doch ziemlich eindeutige Ablehnung der „Matrix“-Sequels durch Publikum und Kritik überwunden und führen mal wieder Regie. „Speed Racer“ scheint ein Film für die Teenie-Zielgruppe zu sein, in Anlehnung an japanische Mangas der 60er Jahre erzählt der Film von den Ambitionen eines jungen Mannes, der mächtig Gas zu geben gedenkt. Wird mich sicher nicht ins Kino locken, sofern nicht ein Wunder passiert..

Will Smith dreht ja nun schon länger nur einen Film pro Jahr – da „I am Legend“ hierzulande jedoch einen Januar-Starttermin hatte sind es dieses Jahr doch glatt zwei. In „Hancock“ spielt Smith einen Superhelden, der bei der Bevölkerung in Ungnade gefallen ist, viel mehr ließ sich spontan nicht über den Film in Erfahrung bringen. Charlize Theron wird ebenfalls mit von der Partie sein, geplant ist ein Start im Herbst.

Unglaublich, aber wahr: „Akte X – Der Film“ wird fortgesetzt, Arbeitstitel ist „Untitled X-Files Sequel„. Wenig verwunderlich sind Scully und Mulder, also David Duchovny und Gilian Anderson, wieder dabei. Was die Produzenten nach so langer Zeit bewogen hat es noch einmal zu versuchen ist mir ein Rätsel, aber ehrlich gesagt habe ich auf die gute alte „The Truth is out there“-Nummer durchaus nochmal Bock.

Filme, die die Welt nicht braucht: An einem dritten Teil von „Die Mumie“ („The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor„) kommt die Welt wohl auch nicht vorbei, geplanter Deutschland-Start ist im August. Brendan Fraser wird es noch einmal als Abenteurer mit altägyptischen Pixelwesen zu tun bekommen, seine Gefährtin aus den ersten beiden Filmen (Rachel Weisz) ist offenbar nicht mehr dabei. Klingt nach einer weisen Entscheidung. Stattdessen sind Maria Bello („A History of Violence“) und Jet Li dabei. Ich werde wohl die „Rush Hour 3“-Option ziehen und den Film komplett unter den Tisch fallen lassen.

Tom Tykwer backt offenbar ganz große Brötchen. In seinem nächsten Film „The International“ will ein Interpol-Agent (Clive Owen) Licht ins Dunkel einer zwiespältigen Verbindung zwischen Hochfinanz und internationalem Waffenhandel bringen. Noami Watts und Armin Müller-Stahl sind ebenso an Bord, geplant ist ein Start im September. Klingt soweit interessant…

Den nächsten Bond-Film werden wir dieses Jahr auch noch erleben dürfen: „James Bond – Quantum of Solace“ (auf die deutsche Übersetzung bin ich gespannt, „Menge von Trost“ dürfte aussscheiden) entsteht zurzeit unter der Regie von Marc Forster („Monsters Ball“, „Finding Neverland“). Al Pacino wir eine kleine Rolle haben, neues Bond-Girl ist Olga Kurylenko, den Bösewicht wir Mathieu Amalric geben, den abgesehen vom französischen Publikum nur diejenigen kennen werden, die sich an einen gewissen Louis in Spielbergs „München“ erinnern können. Mal sehen, ob Daniel Craigs zweiter Film als 007 wieder Rekorde brechen kann, und was viel wichtiger ist: die zahlreichen Bond-Fans bei der Stange halten kann. I sure hope so…

Beowulf

Altenglische Heldengeschichten sind nicht so ganz meine Sache. Und so kam ein Gang ins Kino bei „Beowulf“ nicht in Frage, zumal diese moderne Verbindung der Animation/Nachbearbeitung von echten Schauspielern in Verbindung mit Bluescreen-Hintergründen (siehe „Polar Experess“) nicht so mein Fall ist. Nun habe ich mir den Film eben zuhause reingezogen und war schon nach wenigen Szenen erstaunt über die Brutalität des Geschehens, wenn das häßliche Urmonster Grendel in bester Splatter-Manier die Leute auseinander reißt und zu Schaschlik verarbeitet. Die Heldengeschichte wartet zudem mit prominenten (unterschiedlich stark nachbearbeiteten) Schauspielern auf, u. a. Angelina Jolie, Anthony Hopkins, John Malkovich und Ray Winstone. Für Fantasyfreunde, denen der neue „Hobbit“ nicht schnell genug gedreht werden kann (bad news here: Mutterkonzern TimeWarner quatscht New Line ins Konzept und Budget wie man hört…) ist „Beowulf“ aber sicher eine Reise wert. (Männliche) Fans von Angelina Jolie dürfen sich (zumindest im Directors Cut) auf einige äußerst hüllenlose Szenen freuen, die ohne die nachträgliche Verpixelung sicher nicht gedreht worden wären. Insgesamt unterhaltsam, wenn man seine Erwartung etwas runterschraubt (oder an Fantasy-Stoffe generell keine sonderlich hohen knüpft), wobei die 3-D Version im Kino sicherlich mehr Spaß macht.
6/10

De Niro/Pacino

In „Heat“ waren sie beide großartig, hatten aber als Gegenspieler nur eine gemeinsame Szene (und waren nie zusammen im Bild).  Nach zehn Jahren, in denen beiden keine großen Würfe mehr gelangen (von offenkundigem Mist wie „Gigli“ oder „Godsend“ ganz zu schweigen) finden sie nun unter der Regie von Jon Avnet („Grüne Tomaten“, „Red Corner“) noch einmal gemeinsam den Weg auf die Leinwand. Als langjährige Partner bei der Mordkommission bekommen sie es in „Rightous Kill“ mit einem dicken Brocken zu tun. Kinostart ist nicht vor Herbst diesen Jahres (in den USA im September), aber den Trailer kann man bereits bestaunen, wie üblich bei Apple.com…

Grün und stocksauer.

Ang Lees „Hulk“ wollte vor ein paar Jahren niemandem so recht gefallen. Vor allem die mäßigen Special-Effects und die am Ende arg geraffte Story fielen bei Kritik und Publikum durch – trotz einiger netter Ideen und guter Schauspieler auf der Haben-Seite. Offenbar ist der Ehrgeiz Hollywoods mit dem grünen Viech Geld zu schaffeln aber stark ausgeprägt, denn diesen Sommer kommt unter dem Titel „The Incredible Hulk“ dieselbe Story (also keine Fortsetzung, Prequel, etc.) noch einmal ins Kino. Und wiederum spart die Besetzung nicht mit Prominenz, Edward Norton ist als Hulk dabei, dazu Liv Tyler, Tim Roth und William Hurt. Ob der Film (Regie Louis Leterrier, „Transporter „) der Geschichte mehr sehenswerte Szenen und ein stimmiges Finale abringen kann ist fraglich – erste Hinweise liefert der Trailer bei Apple.com….

Southland Tales (DVD Import)

Ich kenne eigentlich niemanden, dem „Donnie Darko“ nicht gefallen hätte. Dementsprechend waren die Erwartungen an Richard Kellys (Drehbuch und Regie) nächsten Film recht hoch. „Southland Tales“ wurde unter anderem 2006 in Cannes gezeigt, und erntete sowohl unter Kritikern wie auch unter Kinogängern seitdem mehrheitlich ungläubiges Kopfschütteln. Die Story involviert das Ende der Welt, einen desaströsen Atomschlag innerhalb der USA, einige Untergrundgruppen sowie ein korruptes politisches Establishment samt Überwachungsstaat. Außerdem eine Pornoqueen mit Ambitionen, einen bekannten Schauspieler auf Abwegen und ein paar Zwillinge die irgendwie im Plot gefangen sind. So wild wie sich das hier liest ist der Film dann auch geworden, irgendwie ohne Linie, zwischen Anspruch, Gesellschaftskritik und Selbstironie. Die Besetzung kann man getrost trash-lastig nennen, es geben sich Dwayne „The Rock“ Johnson, Seann William Scott und Sarah Michelle Gellar die Ehre. Allesamt sind angesichts des Stoffes fast zu bemitleiden. Man kann nur hoffen, dass Regisseur Kelly, der mit dem nuancenreichen „Donnie Darko“ sicher viele Türen aufgestoßen hat, sich beim nächsten Film ein wenig zurücknimmt. Und es ist auch locker zu verschmerzen, dass der Film in Deutschland bisher nur als Import zu haben ist. Von selbigem ist dringend abzuraten…
3/10

Jumper

Regisseur Doug Liman hat mit „Swingers“ und „The Bourne Identity“ eindeutig bewiesen, dass er niveauvolle Unterhaltung in verschiedenen Genres inszenieren kann. Was ihn bewogen hat an „Jumper“ mit zu wirken ist mir daher völlig unklar, denn der Film stinkt wahrlich zum Himmel. Ein junger Mann, gespielt von Hayden „Blue Steel“ Christensen, entdeckt die Fähigkeit sich von einem Platz zum nächsten zu beamen. Bald hat er die ganze Welt gesehen und sich mit reichlich Geldkoffern versorgt, doch gerade als er das Herz seiner großen Liebe erobern will kommt ihm eine ominöse Organisation auf die Schliche (in Person des in miesen Actionfilmen omnipräsenten Samuel L. Jackson) und jagt ihn mit allerlei High-Tech-Gebimsel quer über den Globus. Dabei lernt er den Co-„Jumper“ Griffin kennen, mit dessen Hilfe er seinen Häschern endgültig entkommen will. Effekte, Story, Schauspieler, Inszenierung – leider alles Griffe ins Klo, und so nervt der Film mit dem ewigen Hin- und Herspringen, schwachsinnigen Geräten und miesen Dialogen bald über alle Maßen. Aus dem Stoff wäre vielleicht ein netter Film rauszuholen gewesen, „Jumper“ jedoch unterbietet einfach die Mindestgrenzen für hirnlosen Spaß und gesellt sich zu Fehlzündungen wie „Ghost Rider“ oder „Catwoman“.
2/10

Dan – Mitten im Leben

Seine Kolumne über die Schwierigkeiten des Alltags sichern dem Witwer Dan (Steve Carell) ein sicheres Einkommen und eine treue Leserschaft. Mit seinen drei Töchtern besucht er das traditionelle Familientreffen mit seinen Eltern, Geschwistern und deren Anhang. Eigentlich moralisch unfehlbar stellt Dan sehr schnell fest, dass er unsterblich in die neue Freundin seines Bruders (Juliette Binoche) verschossen ist – eine unhaltbare Situation, zumal das ganze auf Gegenseitigkeit beruht und sich zwangsläufig vor versammelter Mannschaft abspielt. Obwohl sich „Dan in real Life“ (Originaltitel) realistisch gibt, ein paar herrliche Szenen einstreut und von seinen starken Darstellern profitiert bedient sich der Film letztlich klebriger Hollywood-Drehbuchwendungen und braucht einige unglaubwürdige Momente, bis ein versöhnliches Ende ermöglicht ist. Das macht meist durchaus Spaß, führt aber auch zu der ernüchternden Erkenntnis, dass der Mainstream den Independent-Film als Marketing-Masche entdeckt hat.
6/10

Love and other Disasters

Man nehme eine Prise verzweifelt in Liebesnöten steckender Endzwanziger bis Mitdreißiger, die viele Woody-Allen-Filme kennen und sich ein schönes Leben in London leisten können, dazu ein wenig „Breakfast at Tiffany’s“, eine kulleräugige Hauptdarstellerin (Brittany Murphy) und ein paar In-Jokes auf dem Niveau von Filmschool-Anfängern und heraus kommt eine vordergründig hippe und postmoderne, letztlich aber vorhersehbare und altkluge Beziehungskomödie ohne größeren Mehrwert als einem Mindestmaß an Unterhaltsamkeit, drei großen Lachern und 2-5 wahrlich misslungenen Szenen.
5/10

Trailershow 03/08

Eine zugegeben etwas wahllos zusammengeschusterte Liste von Filmen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit örtliche Kinos aufsuchen werden:

Get Smart
Agent NullNullNix reicht wohl nicht – in „Get Smart“ macht jetzt auch Steve Carell einen auf verblödeter Superagent. Mit dabei Anne Hathaway („The DEvil Wears Prada“) und die Befürchtung, dass den Film kein Mensch braucht. Trailer…

The Bank Job
Da geht dann wohl mal wieder ein Raubüberfall schief in diesem Film mit Jason Statham, dessen Trailer – trotz Einblendung „based on a true story“ – durchaus ein unterhaltsames Filmchen aus Merry Old Engand verspricht. Trailer…

Diary of the Dead
Mit seinen Zombiefilmen ist George A. Romero vor Jahrzehnten bekannt geworden, nach dem wenig weiterführenden, aber lustigen „Land of the Dead“ kehrt er nun mit „Diary of the Dead“ auf die Leinwand zurück. Trailer…

Leatherheads
Schorse Clooney und Renee Zellwegger und geben sich die Ehre in diesem Film, der sich mit den Anfängen des American Footballs beschäftigt. Ich bin ja nich so für Sportfilme, aber vielleicht funzt ja der komödiantische Ansatz. Trailer…

The Life before Her Eyes
Der Regisseur des feinen „Haus aus Sand und Nebel“, Vadim Perelman, hat dieses Drama mit Uma Thurman gedreht, im dem eine Jahre zurückliegende Tragödie plötzlich wieder zur Gegenwart wird. Große Dramen sind ja bekanntlich schwierig, mal schauen ob dem gutem Mann gleich zwei hintereinander gelungen sind. Trailer…

Juno

DER Überraschungserfolg des Jahres in den USA ist die Geschichte einer Teenagerin, die ungewollt schwanger wird. Was in Europa häufiger zum Stoff für Sozialkritik taugt entwickelt Regisseur Jason Reitman souverän zu einer feinfühligen, immens witzigen und glänzend gespielten Komödie. Juno (Ellen Page) hat für ihre prekäre Lage schnell eine Lösung parat: sie sucht kurzerhand das junge Vorzeige-Ehepaar Loring (Jason Bateman und Jennifer Garner) auf, die per Annonce nach einem Adoptivkind suchen.

Schnell ist die Sache geklärt, Juno ist ihr Kind los – nur bekommen muss sie es natürlich noch, und so gibt es für sie in dieser und auch in anderen Richtungen einige Prüfungen zu bestehen. Neben der wahrlich Oscar-würdigen Darstellung von Ellen Page spielen auch die anderen Schauspieler groß auf und erwecken jene herrlichen Charaktere zum Leben, die das Drehbuch zu bieten hat. Von Anfang bis Ende stimmig und überzeugend ist „Juno“ ein wunderbarer Film, der völlig zu Recht in allen Top-10 Listen der US-Kritiker ganz weit oben steht. Großes Kino.
9/10

 

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (DVD)

Der große Western-Fan bin ich nie gewesen, obwohl mir eigentlich alle Neo- oder Spätwestern der letzten Zeit gut gefallen haben. Dem Genre hat es definitiv gut getan, dass schon Ende der Sechziger Regisseure wie Sam Peckinpah oder Robert Altman die moralischen Grauzonen der Revolderhelden etwas genauer ausgelotet haben. Ein Ende dieser langen Reise ist nun Brad Pitts Verkörperung des legendären Outlaws Jesse James als ruheloser, an seiner eigenen Legende leidender Antiheld, der vom Leben nur noch den Tod erwartet. Der Film von Andrew Dominik setzt spät in der Geschichte ein, nicht die Geburt des Helden steht hier im Fokus sondern sein Ende. Der kleine Bruder eines langjährigen Gefährten will der Gang beitreten, die bereits zerfressen und müde ist, aber doch nicht einfach aufhören kann. Bald kommt noch der Arm des Gesetzes ins Spiel, eine klassische Sheriff-Rolle hat „Jesse James“ dennoch nicht zu bieten. Ganze 160 Minuten dauert das Vergnügen, in denen die Schauspieler in aller Ruhe ihre Charaktere anlegen dürfen, was Casey Affleck (Ford) und Brad Pitt (Jesse James) sehr gut gelingt. Besonders interessant ist der Epilog, in dem der Film seine Geschichte bis zum logischen Ende verfolgt und seiner Botschaft deutlich Nachdruck verleiht. Insgesamt ein gelungener Film, der sich aber angesichts seiner Länge und des beinahe meditativen Tons sicher nur für einige wenige Filmfreunde anbietet.
7/10     

In the Valley of Elah

Hollywood hat sich nun schon häufiger mit den Themen 9/11, Afghanistan- und Irakkrieg auseinandergesetzt. Ein richtig großer Wurf war leider noch nicht dabei, und ein richtig großer Wurf ist auch der neue Film von „LA Crash“-Regisseur Paul Haggis nicht geworden. Vietnam-Veteran Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) bekommt einen Anruf vom Militär – sein Sohn Michael ist aus dem Irak zurück, hat sich aber unerlaubt von der Truppe entfernt. Deerfield macht sich auf dem Weg zum Stützpunkt, wo sein Sohn zuletzt gesehen wurde und versucht gemeinsam mit einer Polizistin (Charlize Theron) herauszufinden, was mit ihm passiert ist. „In the Valley of Elah“ ist ein hochgradig mit brisanter Tagespolitik aufgeladener Kriminalfilm, der sich souverän der Stilmittel eines die Vergangenheit sezierenden Thrillers bedient. Tommy Lee Jones liefert eine weitere große Leistung ab und stößt langsam in Eastwoodsche Dimensionen des zurückhaltenden Spiels vor. Mit der politischen Großwetterlage wagt sich der Film indes nicht auseinanderzusetzen (was auch definitiv den Rahmen gesprengt hätte), er bleibt den Soldaten und deren Angehörigen verbunden. Einzig am Ende gerät der Film („inspired by true events“) in die Schieflage, wenn für die wichtigen Schlussmomente Kitsch und Pathos der eigentlich gelungenen Aufklärung die Show stehlen.
7/10