In the Cut

Es ist nicht lange her, dass mit „Twisted“ und „Taking Lives“ gleich zwei Filme herauskamen, die mit Serienkillern und weiblichen Hauptcharakteren aufwarten konnten. Nun reiht sich mit „In the Cut“ der nächste Film ein, diesmal jedoch ist die zentrale weibliche Figur nicht Polizistin, sondern Zeugin und potentielles Opfer. Meg Ryan spielt die immer etwas abwesend wirkende Literaturprofessorin Frannie, ein durchaus ernstzunehmender Versuch dem Image von der ewigen Zuckerschnute mal für einen Moment zu entkommen. Dafür schreckte sie auch vor expliziten Sex- und Nacktszenen nicht zurück, die dem Film zu einem zweifelhaften Ruf als „Skandalfilm“ verhalfen.

Die neugierige, sexuell etwas orientierungslose Frannie beobachtet eingangs im dunklen Hinterzimmer einer Bar eine Fellatio-Szene, was auf sie einen starken, verwirrenden Eindruck macht. Anhand eines Tattoos erkennt sie in dem Mann dieser Szene Tage später den Polizisten Malloy (Mark Ruffalo) wieder, der sie um Auskunft in einem Mordfall bittet. Pikanterweise war das Opfer zuletzt in eben jener Bar an eben jenem Tag gesehen worden. Trotzdem lässt sich Frannie auf eine Affäre mit dem attraktiven, machohaften Detective ein. Während die Suche nach dem Mörder, der immerhin in der Nachbarschaft Frauen zerstückelt, in den Hintergrund tritt widmet sich der Film intensiv Frannies Leben zwischen ihren Studenten, ihrer kleinen Halbschwester Pauline (Jennifer Jason Leigh), ihrem Ex-Lover John (Kevin Bacon) und ihrer Beziehung zu dem geheimnisvoll-anziehenden Malloy.

Für den Plot unwichtige Szenen nehmen locker zwei Drittel des Films ein, was zu verschmerzen wäre, wenn nicht der ungeliebte Punkt kommen würde da man sich fragt: Wie wollt ihr aus der Nummer jemals wieder rauskommen? Nun, ?In the Cut? kommt nicht raus, sondern präsentiert ein lupenreines Schema-F Ende (siehe „Twisted“) und scheitert somit als Thriller auf der ganzen Linie. Trotzdem ist der Film immer dann spannend und interessant, wenn er bei seinen beiden Hauptdarstellern bleibt. Meg Ryan zeigt eine sehr gute Leistung und macht die zunehmende Verwirrung Frannies spürbar, ihre Neugier und Naivität. Mark Ruffalo gebührt großer Respekt für seine Leistung, sein Malloy ist eine „Larger Than Life“-Figur, ein komplexer Charakter hinter einer interessanten Polizisten-Fassade. Sein intensives, sehr physisches Spiel ist beeindruckend und überzeugend.

Die vielen Ideen und Komponenten des Geschehens stehen sich ein leider selbst im Wege und machen dadurch die Glaubwürdigkeit der Story kaputt. Da ist das sündige Psychodrama in einer verruchten Großstadt, das plötzlich in das Leben von Frannie tretende abgründige Verbrechen, die vielen Anspielungen auf Poesie und eine Vielzahl an Nebenfiguren. Filme wie „Blue Velvet“ und „The Big Easy“ kommen einem da in den Sinn, doch schafft es „In the Cut“ nicht, mehr zu sein als die bloße Summe seiner Teile. Aufgrund der guten Darsteller und der über weite Strecken sehr guten Inszenierung sind dem Film seine Schwächen jedoch einigermaßen zu verzeihen. In all seinem Facettenreichtum und dem starken künstlerischem Ausdruck scheitert er letztlich (nur) an seiner Überambitioniertheit.

6/10

Das Vermächtnis der Tempelritter

Seit ca. drei Jahren macht das inzwischen bestätigte Gerücht die Runde, das Steven Spielberg und Harrison Ford einen vierten Teil von „Indiana Jones“ planen. Da sich aber bis heute kein anständiges Skript finden ließ, liegt das heiß erwartete Projekt weiter auf Eis. Gut für Action-Mogul Jerry Bruckheimer, der sich nicht lumpen ließ in der Zwischenzeit einen neuzeitlichen Indy-Klon ins Rennen zu schicken. In dem von ihm produzierten „Das Vermächtnis der Tempelritter“ jagt Nicolas Cage einem legendären Schatz von unschätzbarem Wert nach, mit freundlicher Unterstützung seiner Co-Stars Jon Voight, Harvey Keitel, Sean Bean und Diane Kruger.Ben Gates (Cage) ist von dem Gedanken an den „National Treasure“ (Originaltitel) seit seiner Kindheit besessen. Über Generationen kursiert in seiner Familie das Gerücht, auf einem kleinen Zettel in der Familientruhe befinde sich der Schlüssel zum Geheimnis. Die geschichtliche Herleitung involviert die Tempelritter, später dann die Freimauerer, von denen einige zu den Gründungsvätern der USA zählten. Um dem vagen Hinweis nachgehen zu können lässt sich der gute Ben mit dem bösen Millionär Ian Howe ein. Gemeinsam entdecken sie auf einem Schiff im ewigen Eis der Arktis einen neuen Hinweis, dann trennen sich ihre Wege wegen eines Streits. Howe will die originale Unabhängigkeitserklärung stehlen, um an die sagenhaften Reichtümer zu kommen, Ben sucht eben dies auf ungewöhnliche Weise zu verhindern.

Von nun an übernimmt endgültig die Action die Regie des Films, von der Library of Congress in Washington, DC geht es zum Staatsarchiv, weiter nach Philadelphia und auch da ist noch nicht Schluss. Auf der Seite der Guten finden sich die Bibliotheksbeamtin Abigail (Kruger) sowie Ben und sein Nerd-Partner Riley, den Bösewicht gibt Howe (Sean Bean) mit seinen finster dreinblickenden Schergen. Die endlose Hetzjagd legt ein hohes Tempo vor und folgt den klassischen Prinzipien eines Abenteuerfilms. Ohne Netz und doppelten Boden entfaltet sich die Geschichte in fast schon altmodischer Manier, die zahlreichen Logiklücken passen da viel zu gut ins Bild, um störend wirken zu können. Die pseudohistorische Story, die immer wieder auf den Gründungsprozess der Vereinigten Staaten zurückgreift, dient mal der Belustigung und mal eher der Ablenkung und darf getrost als hanebüchen bezeichnet werden.

Doch wen interessiert das schon, wenn der Ruf des Abenteuers einen Kinohelden ereilt hat. Wie ein moderner, naiverer Indiana Jones kaspert, trickst und rennt Nic Cage durch den Plot. Für die Ironie sind andere zuständig, Ben ist ein wahrer Held, ein nie wirklich erwachsen gewordenes Kind, das seinen großen Traum verfolgt. Jerry Bruckheimer hat ein Gespür für solches Material, und deshalb überrascht es nicht, dass sein „Vermächtnis der Tempelritter“ die geweckten Erwartungen mühelos erfüllt. Wenn der Hollywood-Produzent mit dem großen Ego einen Schatz ins Spiel bringt, dann gibt es auch einen zu sehen. Andererseits ist sein Film frei von wirklich bemerkenswerten Szenen oder Charakteren und löscht sich deshalb innerhalb von Sekunden nach dem Betrachten bereits fast vollständig wieder aus der Erinnerung.

Handwerklich ist alles grundsolide, angenehmerweise wurde fast vollständig auf CGI-Material verzichtet. Althergebrachte Actionelemente wie aus einem Siebziger-Jahre Bondfilm reichen aus, um die Story am Laufen und die Zuschauer bei Laune zu halten. Regisseur Jon Turteltaub hält gekonnt die Balance zwischen spannenden und amüsanten Szenen und findet auch in den etwas dramatischeren Szenen (meist) einen Weg, allzu derbe Platituden zu vermeiden. Der aufdringliche Standard-Thriller-Score fällt etwas negativ auf, gehört aber ebenso wie ganze Idiotie der Handlung quasi zum Konzept des Streifens dazu, von dem niemand mehr als stromlinienförmige Zerstreuung erwarten sollte.

6/10

Alfie

Die alten Sechziger-Jahre-Filme mit Michael Caine erfreuen sich hoher Beliebtheit in Hollywood. Ein Remake jagt das andere, nach „The Truth about Charlie“ und „The Italian Job“ ist jetzt „Alfie“ an der Reihe. Soweit ich vom Hörensagen weiß, spielte Caine darin einen aus der Arbeiterschicht stammenden, kaltherzigen Gigolo im Swinging London. Regisseur Charles Shyer („Vater der Braut“) hat die Handlung nun von England ins Manhattan der Gegenwart verlegt, doch der nun von Jude Law verkörperte Alfie ist immer noch Brite und damit auch ein wenig ein Außenseiter.Dass Jude Law gerade zum „Sexiest Man Alive“ gekürt wurde, kam den Produzenten des Films bestimmt nicht ganz ungelegen, spielt er hier doch einen Charmeur und Herzensbrecher sondergleichen. Alfie ist ein großer Freund und Verehrer der Damenwelt, lässt allerdings in seinen lakonischen, direkt ans Publikum gewandten Kommentaren sofort durchblicken, dass ihm an festen Bindungen nicht gelegen ist. „Wine & Women“ sind die Essenz seiner streunerischen Existenz. Durch seinen Job als Chauffeur eines Limousinenservices ist er ständig in Kontakt zur High Society Manhattans, und mit seinen perfektionierten Verführungskünsten gelingt es ihm mühelos, bei den wohlhabenden und schönen Damen zu landen.

Nach langen feucht-fröhlichen Abenden kehrt er dann gerne noch bei Julie (Marisa Tomei) ein, einer sympathischen allein erziehenden Mutter, die sich dem attraktiven Luftikus ebenso wenig entziehen kann wie die meisten ihrer Geschlechtsgenossinnen. Zu allem Überfluss, aber mit sichtlichem Vergnügen lässt sich Alfie dann auch noch mit der reifen Lebefrau Liz, wunderbar gespielt von Susan Sarandon ein. Alfies bester Freund und Kollege Marlon (Omar Epps) hingegen trauert der Kellnerin Lonette (Nia Long) nach, die ihm nach einer Affäre den Laufpaß gab. Und so bewegt sich der stets schick gekleidete, wie aus dem Ei gepellte Oberhedonist durch eine Gesellschaft, die sich ihm als vermeintlicher Selbstbedienungsladen zu Füßen legt. Doch dann kommen die Dinge ein wenig ins Rutschen, eine Affäre mit Lonette bringt selbst Schlitzohr Alfie in Erklärungsnöte, ein weitere wächst (welch ein Horrorszenario) zur ernsthaften Beziehung heran und recht bald muss der Schönling einigen schmerzhaften Erkenntnissen ins Auge sehen.

Regisseur Charles Shyer inszeniert einen wahren Tanz der Oberflächlichkeiten, einen Film voller schöner Bilder, schöner Frauen, sein Manhattan zeigt sich von seiner besten und gleichzeitig düstersten Seite. In all der Makellosigkeit fehlt seinen Charakteren stets die endgültige Bodenhaftung, der Wille zum Sesshaftwerden. Alfies „Kumpanei“ mit dem Publikum, dem er seine (bescheidene) Weltsicht veranschaulicht ist auf bittersüsse Weise witzig, trägt den Film aber nicht über seine gesamte Laufzeit. Dabei schwebt das Geschehen zwischen Ernst und Satire, leiser Ironie und offener Kritik, was unter dem Strich jedoch einen etwas unkonsequenten Eindruck hinterlässt. Dass Alfie die Weisheit nicht eben mit Löffeln gegessen hat stellt auch den Film mit zunehmender Dauer vor Probleme.

Wirklich weh tut das „Alfie“ jedoch nicht, denn die durchweg fähigen Schauspieler verleihen ihren Figuren ein Mindestmaß an geistiger Schwere und verhindern so die totale Luftnummer. Sie alle erscheinen als kaum mehr als Stereotypen, und doch ist es gerade die leise Ahnung, dass dem nicht so ist, die einen beschäftigt. Jude Law glänzt in einer schwierigen Rolle, er erweckt mit „Alfie“ ein kleines Monster mit zutiefst menschlichem Kern zum Leben, dessen Entwicklung – über das Ende dieses Films hinaus – mich durchaus interessieren könnte. Denn bei aller demonstrativen Oberflächlichkeit birgt der Stoff doch einige sehr interessante Ideen und Ansätze, die einfach zu gut zum heutigen (Vorsicht: Unwort!) Zeitgeist passen wollen.

Für alle, die die Wahl haben, sei noch folgendes erwähnt: „Alfie“ ist in englischer Sprache eindeutig besser, denn der Synchronfassung kommt mit Jude Laws britischem Akzent auch ein großer Teil des Charmes seiner Hauptfigur abhanden. Das ist doppelt tragisch, denn die im Original ?besseren? Witze gehen ebenso verloren wie ein Teil des Interesses für das selbst gewählte Außenseiterdasein des großen Blenders Alfie.

7/10

Sideways

„Sideways“, der neue Film von „About Schmidt“-Regisseur Alexander Payne, hat alle Vorrausetzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwei kurze Kinowochen hinter sich zu bringen und dann in der Versenkung zu verschwinden. Der Hauptdarsteller ist beim besten Willen kein Adonis, es gibt keinen Plot, keine Action und keine Stars. Glücklicherweise gibt es so etwas wie Mund-zu-Mund-Propaganda, weshalb der Film trotzdem ein Erfolg geworden ist, und das völlig zu recht.Der erfolglose Schriftsteller Miles (Paul Giamatti) knabbert nach zwei Jahren immer noch an seiner Scheidung, schlägt sich als Lehrer durch und widmet sich hingebungsvoll dem Genuss edler Weine. Jack (Thomas Haden Chruch), ein alter Freund aus College-Zeiten, ist vom Fernsehschauspieler zum Werbesprecher abgestiegen. Anläßlich Jacks bevorstehender Hochzeit begeben sich die zwei ungleichen Männer auf eine Tour durch die Weinanbaugebiete Kaliforniens. In Miles altem Saab-Cabrio fahren sie durch die idyllische grüne Landschaft, von einer Weinprobe zur nächsten.

Während Miles zunächst vor allem die kulinarische Komponente des Trips abzufeiern gedenkt, macht Jack ziemlich schnell deutlich, dass für ihn zu einem echten Junggesellenabschied auch Frauenabenteuer dazugehören. Dabei erweist sich der optimistische, eher simpel gestrickte Jack als fähiger Aufreißer, der den beiden aus dem Stand eine Verabredung mit Winzerin Stephanie (Sandra Oh) und Kellnerin Maya (Virginia Madsen) besorgt. Miles kennt und schätzt die attraktive Maya bereits von seinen früheren Besuchen in ihrem Lokal, hat aber von weiteren Avancen unter immer neuen, mitunter recht fadenscheinigen Ausflüchten Abstand genommen. Beim Dinner – verbunden natürlich mit reichlich Wein – entdeckt man einige gemeinsame Interessen, doch auch das kann Miles nicht daran hindern, in nicht mehr ganz nüchternem Zustand bei seiner Ex-Frau anzurufen. Jack hingegen gelangt bei Stephanie sofort an sein Ziel, was den eher zart besaiteten Miles ein wenig mitnimmt. Immerhin steht doch dessen Hochzeit kurz bevor, zu der zu allem Überfluss auch noch seine ehemalige Gattin samt neuem Partner erwartet wird.

Die durchweg entspannte Stimmung des Films erzeugt Alexander Payne durch die gelungene Mischung aus komischen und ernsthaften Momenten, die sich zeitweise recht kurios überlagern. Begleitet von einem jazzigen, lockeren Score folgt die Kamera dem Treiben der Charaktere, beobachtet dabei sehr genau, ohne jedoch die Figuren (in letzter Konsequenz) bloßzustellen. Die Hauptdarsteller, allen voran Paul Giamatti, sind durchweg exzellent und spielen fernab jeder klischeehaften Darstellung vier gewöhnliche Menschen bei ihrem alltäglichen Kampf, das Leben zu meistern. Das markante, viereckige Gesicht von Thomas Haden Church wirkt hier wie ein bewusster Antipol zum unverwechselbaren Neurotiker-Antlitz des durch einfache Gesten und Blicke bestechenden Giamatti, dem seine depressiven Tendenzen in nahezu jeder Einstellung anzusehen ist, ebenso wie sein moderater, als Hobby getarnter Alkoholismus. Ähnlich wie Paynes vorigen Film „About Schmidt“ kann man „Sideways“ als Tragikomödie bezeichnen, allerdings setzt der Regisseur hier auf gänzlich anders gestrickte Charaktere als den verbiesterten Parade-Spießer auf Abwegen, dem Jack Nicholson seine Züge lieh. War der noch im Mittleren Westen der USA unterwegs sind diese Menschen fest mit ihrem Heimatstaat Kalifornien verbunden, und so wird die Tristesse von Nebraska durch ungleich schönere Aussichten abgelöst, die Weinberge und Landstrassen werden dabei beinahe zu Handlungsträgern.

Es ist eine ereignis- und aufschlussreiche Woche, die Miles und Jack auf Golfplätzen, ihrem Hotelzimmer, in Bars, Restaurants und in der Natur verleben. Trotzdem wirkt die Handlung niemals forciert, das Gefühl von Spontanität und Authentizität geht nicht verloren, auch nicht wenn gegen Ende noch einige fast schon Slapstick-artige Szenen geboten werden. Obwohl alle Charaktere gewisse Veränderungen durchmachen, bleiben sie sich selbst treu, hier sind keine fremden Mächte am Werk, die für Läuterungen und Wandlungen sorgen könnten. So werden große Themen wie Liebe, Midlife-Crisis und allgemeine Sinnsuche immer auch mit Humor und fast wie nebenbei abgehandelt. Es ist genau diese Unbekümmertheit, das vermeintlich Zufällige in diesem Film, was im Gedächtnis bleibt, wenn Jack und Miles ihren Ausflug beendet haben.

9/10

Wicker Park

Weniger wohlmeinende Menschen ordnen „Wicker Park“, dieses Zwitterwesen aus rätselhaftem Thriller und Romanze, vermutlich unter der Rubrik „Filme, die die Welt nicht braucht“ ein. Und sie liegen damit nicht einmal ganz falsch, wie ich eingestehen will. Doch hat mir der Film Spaß gemacht, trotz seiner Vorhersehbarkeit und der Tatsache, dass die Geschichte bei näherer Betrachtung auseinander fällt. Zunächst also, ohne zuviel zu verraten, ein paar Fakten zur Handlung.Bei einem Geschäftsessen glaubt der junge Werbefachmann Matthew (Josh Hartnett) seine große Liebe Lisa (Diane Kruger) wieder gesehen zu haben. Lisa hat ihn vor einiger Zeit ohne ein Wort des Abschieds verlassen, was dem inzwischen mit der schönen Rebecca verlobten Matthew immer noch sehr nahe geht. Anstatt die geplante Dienstreise nach China anzutreten entschließt er sich, noch einmal nach seiner Verflossenen zu suchen. In Rückblenden erfährt der Zuschauer nun nebenbei, wie sich die beiden im Schuhladen von Matthews bestem Kumpel Luke kennen lernten. Eben jener Luke, der selber gerade bis über die Ohren in eine gewisse Alex (Rose Byrne) verliebt ist, muss Matthew bei seiner Suche behilflich sein. Obwohl er einige Spuren finden kann, die auf Lisa hinweisen, hat Matthew kein Glück bei seiner Suche und findet sich bald „nicht ganz zufällig“ im Bett mit einer anderen jungen Frau wieder.

Zwischen der Suche nach Lisa in der Gegenwart und dem Auseinanderbrechen der Beziehung in der Vergangenheit springt „Wicker Park“ hin und her, enthüllt dabei langsam seine Rätsel, stellt Fallen, und jagt seine Figuren dabei durch einige äußerst unterhaltsame, wenn auch zuweilen arg gestellte Szenen. Wer hier ernsthafte Figurenentwicklung erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Allerdings weckt das Geschehen auch keine großen Erwartungen in diese Richtung. Die Vorzüge des Films liegen eher in seiner naiven Direktheit, mit der er beginnt seine, vorsichtig ausgedrückt, unglaubwürdige Geschichte zu erzählen. Mit hohem Tempo geht es hinein ins mysteriöse Treiben, und Regisseur Paul McGuigan legt ein gutes Gespür dafür an den Tag, seine jungen Mimen ohne größere Schiffbrüche durch eine Geschichte zu manövrieren, wie sie nur im Kino funktionieren kann. So fällt „Wicker Park“, ähnlich wie z.B. „Gothika“, durchaus in die oben genannte, wenig schmeichelhafte Kategorie. Die Frage ist letztlich, ob man gewillt ist, auch trashige Geschichten zu genießen, so sie denn gut gemacht sind. Meine Antwort, zumindest im Hinblick auf diese beiden Streifen, lautet „ja“.

4/5

The Cooler

Das „Shangri-La“ in Las Vegas ist eines der letzten Casinos der alten Schule, ohne Vergnügungspark und anderem Zirkus. Betrieben wird es von Shelly Kaplow, einem etwas altmodischen Gangster, gespielt von Alec Baldwin. Um seine Gewinne zu sichern setzt der, neben den üblichen Mafia-Mätzchen, auf den Einsatz des Coolers Bernie (William H. Macy). Der arme Kerl ist schon immer ein Verlierer gewesen, und seine bloße Anwesenheit am Tisch beendet auch die hartnäckigste Glückssträhne der Spieler. Dabei geht Bernie seinem Job keinesfalls freiwillig nach, er begleicht auf diese Weise alte Schulden bei seinem Boss.William H. Macy ist in Filmen wie „Fargo“ und „Boogie Nights“ zu dem Hollywood-Loser schlechthin geworden, und „The Cooler“ ist ganz eindeutig sein Film. Bernies Gesicht strahlt eine unglaubliche Hoffnungslosigkeit aus, er humpelt langsam und gebückt durchs Casino. Immer wenn er einen Kaffee bestellt, ist die Sahne alle, doch das wundert ihn schon lange nicht mehr, er kennt es nicht anders. Immerhin hat er wage Zukunftspläne, denn seine Schulden bei Shelly sind bald bezahlt, und dann möchte er weg aus Las Vegas und ein neues Leben beginnen.

Während Shelly ob seines angeblich überholten Führungsstils von Seiten seiner Partner unter Druck gerät, geschieht das Unfassbare. Die hübsche Kellnerin Natalie (Maria Bello) findet Gefallen an Jerry, und die beiden werden ein Paar. Jerry kann kaum glauben, dass ihm solches Glück wiederfahren kann, aber die Strafe dafür folgt auf dem Fuße – er verliert seine Qualitäten als Cooler und somit für Shelly seine Daseinsberechtigung. Als dann auch noch sein Sohn mit seiner hochschwangeren Freundin auftaucht, steht Bernies Leben völlig auf dem Kopf. Gerne möchte er mit Natalie aus der Stadt verschwinden, aber ganz so einfach ist das in der Branche eben nicht.

Regisseur Wayne Kramer hat mit „The Cooler“ einen gelungenen Film abgeliefert. Zwischen Komödie und ernstem Drama pendelnd lebt der Film in erster Linie von seinen hervorragenden Darstellern. Einen anderen Schauspieler als Macy in der Rolle des Coolers ist kaum vorstellbar, so perfekt verkörpert er den einsamen, desillusionierten Loser, der unerwartet sein spätes Glück findet. An seiner Seite überzeugt Maria Bello, deren Figur dem Geschehen eine ordentliche Portion Menschlichkeit aufdrückt. Alec Baldwin ist ebenfalls in Bestform und spielt Shelly als einen brutalen, aber meist fairen Mann der alten Schule. Dafür gabs immerhin eine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle.

„The Cooler“ liefert ein schönes Portrait des alten Las Vegas, einer reinen Spielhölle für Erwachsene, in der es trotzdem noch ein wenig Platz für Menschlichkeit gibt. Ob diese Bilder der Wahrheit entsprechen vermag ich nicht zu sagen. Als Rahmen für diese Geschichte taugen sie allemal, ihnen schuldet der Film eine seiner besten Szenen, in der sich Shelly um den alternden Entertainer Buddy (Paul Sorvino, der Gangster-Boss aus „Goodfellas“) kümmert. Der soll bald ersetzt werden, statt ihm soll zukünftig Johnny Capella (N`Sync`s Joey Fatone) das Publikum begeistern. Aber noch hat Shelly ja ein Wörtchen mitzureden.

8/10

Out of Time

Matt Whitlock (Denzel Washington) ist Polizeichef in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Florida. Seit kurzen von seiner schönen Frau Alex (Eva Mendes) getrennt lebend, hat er eine Affäre mit der verheiratenen Ann (Sanaa Lathan). Doch dann der Schock ? Ann hat Krebs und nur noch wenige Monate zu leben, ihre einzige Chance ist eine Spezialbehandlung in der Schweiz. Die ist allerdings sehr teuer, doch Matt ist ein guter Kerl und besorgt das Geld.Nun fängt der richtige Ärger an, denn das konfiszierte Drogengeld, das Matt „ausborgte?, muss viel früher als geplant der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Matts Chancen, es zurückzukriegen sind eher gering, denn Ann und ihr Mann sind offenbar bei einem Brand in ihrem Haus ums Leben gekommen. Zu allem Überfluss ermittelt in dem Fall der beiden Toten Matts Ex Alex, und die hat bald spitz gekriegt, dass Ann einen Lover hatte. Nun wirds richtig eng für Matt, der seine ganze Kraft aufbieten muss, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nicht zu vergessen, dass er die Sache natürlich nebenbei noch aufklären muss.

Eröffnet vom schönsten Vorspann seit „Catch Me If You Can? beginnt „Out of Time? vielversprechend. Nach einer kurzen Einführung der Charaktere setzt schnell die Thrillerhandlung ein, wobei der Film sich selbst nicht zu ernst nimmt. Die Wendungen, die die Handlung nehmen wird, sind früh am Horizont zu erkennen. Entscheidend ist aber auch nicht, was passiert, sondern wie es passiert. Regisseur Carl Franklin präsentiert die Story ohne große Schnörkel, und verbindet viele gute Szenen mit nur sehr wenigen eher schlechten. „Out of Time? kommt mit einer sympathischen Lässigkeit daher, die auch von den Darstellern in dem unterhaltsamen und kurzweiligen Plot unterstützt wird. Die Sonne Floridas ist dabei heimlicher Hauptdarsteller, sie hat als natürliche Lichtquelle großen Anteil an der ansprechenden Optik des Films.

Getragen wird „Out of Time? eindeutig von Denzel Washington, sein Spiel ist überzeugend und stimmig. Ein bißchen wirkt es, als hätte ihm die ungewohnt „leichte? Rolle großen Spaß gemacht, so entspannt und souverän dominiert er die Story. An seiner Seite liefert Eva Mendes eine anständige Vorstellung ab. War sie bisher meist nur als Schmückwerk engagiert („Irgendwann in Mexiko?, „2 Fast 2 Furious?) kann sie hier tatsächlich beweisen, dass sie nicht frei von schauspielerischem Talent ist. Der Rest der Besetzung bietet ebenfalls keinen Grund zur Klage.

Charmant wie seine beiden Hauptdarsteller ist eigentlich der ganze Film. Man könnte kritisch einwerfen, dass er ein wenig zu stromlinienförmig daherkomme. Oder dass er wenig originell sei. Aus der Luft gegriffen wären solche Vorwürfe nicht, aber letzlich prallen sie an der Leichtigkeit von „Out of Time? ab. Der Film erreicht sein Ziel, das Publikum über die gesamte Laufzeit bei Laune zu halten. Mal recht spannend, hin und wieder komisch oder auch romantisch kommt das Geschehen daher, nicht immer fesselnd, aber auch niemals langweilig. Wer auf der Suche nach gelungener Unterhaltung ist, kann den Gang ins Kino bedenkenlos antreten.

4/5

Gothika

Es gibt in der englischen Sprache einen Ausdruck, der auf „Gothika“ besser passt als jeder (mir bekannte) Begriff der deutschen Sprache: guilty pleasure. Ein mit leichten Schuldgefühlen verbundenes Vergnügen, im Falle von „Gothika“ hervorgerufen durch einen guten schlechten Film. Regie führt bei diesem Matthieu Kassovitz, der neben „Hass“ auch den definitiv schlechten schlechten Film „Die purpurnen Flüsse“ gedreht hat. Als Schauspieler kennt man ihn ebenfalls, am bekantesten wohl seine Rolle in „Amelie“ als deren Liebster.In der Hauptrolle ist Halle Berry als Psychologin Miranda Grey zu sehen, frisch verheiratet mit dem Chef jener Klapsmühle, in der sie arbeitet. Eines Abends ist Miranda gezwungen einen Umweg nach Hause zu nehmen und trifft dabei auf ein junges Mädchen, das nackt im Regen steht. Als Miranda sie ansprechen will, scheint sie Feuer zu fangen – Schnitt. In der nächsten Szene ist die Ärztin schon zur Patientin geworden. In einer Zelle ihres ehemaligen Arbeitsplatzes erfährt die verstörte Frau von ihrem Ex-Kollegen Pete (Robert Downey Jr.), dass ihr Mann auf brutale Art und Weise ermordet wurde. Hauptverdächtige ist sie selbst, da sie definitv am Tatort gewesen ist.

„Du kannst niemandem vertrauen, der dich für verrückt hält“, etwa in dieser Form bringt gleich am Anfang des Films Mirandas Patientin Chloe (Penelope Cruz) eine Wahrheit zum Ausdruck, die für die Handlung entscheidend ist. Während ihr Umfeld bemüht ist, ihre „Geisteskrankheit“ zu verstehen, muss Miranda alleine Licht ins mysteriöse Dunkel bringen. Das ist als Insassin einer geschlossenen Anstalt natürlich nicht ganz einfach. Überzeugt von ihrer eigenen Unschuld und heimgesucht von einigen wegweisenden Erscheinungen kommt sie der schrecklichen Wahrheit langsam auf die Schliche.

Entscheidend für eine solche doch sehr trashige Story ist die Art und Weise, auf die sie vermittelt wird. Kassovitz` düstere Bilder sorgen für eine angemessen gruselige Atmosphäre, in der Halle Berry eine gute, wenn auch nur bedingt anspruchsvolle Leistung zeigt. Im Gegensatz zu ambitionierten Irrenhaus-Filmen wie „Einer flog übers Kuckucksnest“ oder auch „Girl, Interrupted“ macht „Gothika“ keinen Hehl daraus, dass die Anstalt hier einfach der passende Schauplatz für eine anständige Psychothriller-Story ist. An erster Stelle steht die Unterhaltsamkeit des Geschehens, für die bekannte und gute Nebendarsteller ebenso sorgen wie das straffe Erzähltempo. Vorhandene Lücken der Story werden dadurch zwar nicht überdeckt, fallen aber weniger ins Gewicht, dasselbe gilt für die zwar durchaus zufriedenenstellende, aber etwas rätselhaft bleibende Auflösung. Wer genau was und warum getan hat ist mir jedenfalls nicht ganz klar geworden, gestört hat mich das aber wenig.

Man kann „Gothika“ nicht wirklich ernst nehmen, der konstruierte Plot und die rätselhaften Erscheinungen sind kein Material für ein seriöses Drama. Gut für den Film, dass dies alle Beteiligten offensichtlich verstanden haben. Das große Geheimnis, hinter das der Zuschauer natürlich ebenso kommen will wie die Figuren im Film, hinterläßt keinen zu faden Nachgeschmack, es trifft denselben Ton wie der Rest des Films. So vermeidet man einen sinnlosen und nervigen Schluss wie z. B. das „Planet der Affen“-Remake oder jüngst „Basic“. Deshalb gilt für Kassovitz‘ jüngste Arbeit, was ich über die beiden anderen Streifen nicht zu sagen wage: That`s entertainment.

7/10

Gegen die Wand

Fatih Akin hat sich in Deutschland mit Filmen wie „Kurz und Schmerzlos“, „Im Juli“ und zuletzt „Solino“ einen guten Ruf als Regisseur erworben. Wie das nun mal mit mir und heimischen Produktionen so ist, habe ich bis zu seinem neuesten Streifen und Berlinale-Gewinner „Gegen die Wand“ keinen dieser Filme gesehen. Doch Akins neuestes Werk macht nicht schlecht lust, sich mit seinem bisherigen Schaffen auseinanderzusetzen.Cahit (Birol Ünel) ist ein in Hamburg lebender Türke von ca. 40 Jahren. Seine Arbeit in einer alternativen Musik-Spelunke bringt ihm das nötige Geld ein, um sich ohne Rücksicht auf Verluste seinem auf der Grenze zum Pennertum balancierenden Leben hingeben zu können. Grenzenloser Bierdurst und schwelender Selbsthass veranlassen ihn bald dazu, mit seinem Wagen frontal „Gegen die Wand“ zu fahren. Nach dem großen Knall findet er sich im Krankenhaus wieder, Abteilung für Suizid-Gefährdete. Dort trifft er die junge Sibel (Sibel Kekilli), die sich per Freitod aus den engen Fesseln ihrer traditionsbewussten Familie befreien wollte. Die durchweg chronologisch präsentierte Handlung ist eingebettet in eine immer wiederkehrende Szenerie vor der Kulisse Istanbuls, in der eine mehrköpfige Band mit Sängerin das Geschehen musikalisch-poetisch kommentiert.

Bald präsentiert Sibel dem verblüfften Cahit eine Lösung für beider Probleme – in erster Linie jedoch für ihr eigenes: Cahit muss Sibel heiraten. Ihre Eltern würden ihn als Ehemann akzeptieren, schließlich ist er Türke. Es wäre ja nur zum Schein, sie würde ihm keinen Ärger bereiten. Als der das ablehnt, greift Sibel zu drastischen Maßnahmen. Sie meint es bitter ernst mit ihrem Wunsch nach Freiheit, und so sagt Cahit doch noch zu. Erst muss natürlich noch hochoffiziell um ihre Hand angehalten werden, bevor die beiden ihr eigenwilliges Eheleben voller Partys und Drogen verwirklichen können.

Die erste Stunde des Films bietet neben der packenden Geschichte auch jede Menge Lacher. Mit sicherer Hand führt Akin sein (deutsches) Publikum in eine Welt, die es meist nur von Aussen kennt. Aus der Sicht von Cahit, der seine türkischen Wurzeln bis zur Grenze der Selbstverleugnung aufgegeben hat, ergibt sich ein buntes Bild von türkischer (Groß)Familie, Tradition und Lebensweise. Da ist Sibels großer Bruder, der seine Schwester in guten Händen wissen will und die Ehre der Familie im Auge hat, der strenge Vater und die pragmatische Mutter. Mittendrin ist Cahit ein Fremdling, weder religiös noch traditionsbewußt, dafür mit Hang zum Drogenkonsum und Alkohol-Exzessen.

Die wilde Ehe der beiden läuft bald aus dem Ruder. Sibel nutzt ihre neue Freiheit durch einige One-Night-Stands, während Cahit sich langsam in seine Angetraute verliebt. Es kommt zu einer Katastrophe, die die beiden für Jahre trennen wird.. Nach der intensiven, von lauter Musik, Sex und Gewalt geprägten ersten Stunde nimmt Akin ein wenig das Tempo raus. Die Handlung verlässt Hamburg mit einem Paukenschlag und konzentriert sich auf Sibels Leben in Istanbul, wo sie dem geregelten Dasein als Zimmermädchen bald überdrüssig ist und sich in alter Manier ins Nachtleben stürzt. Erst nach einigen Jahren trifft sie in der „fremden“ Heimat ihren Ehemann wieder und sie stellen sich den Dämonen ihrer Beziehung.

Cahits Besuch in Istanbul führt die Geschichte zu einem Ende, das nicht wirklich eines ist, ohne aber dabei einen faden Nachgeschmack zu hinterlassen. Glaubwürdig geht das Drama dieser sonderbaren und heftigen Beziehung in die letzte Runde. Wäre der Film hier nur ein paar Minuten länger wäre die Grenze zur Behäbigkeit vielleicht überschritten. „Gegen die Wand“ vermeidet es geschickt, angestrengt oder aufgesetzt zu wirken. Großen Anteil daran haben die Hauptdarsteller. Ünel, der teils aussieht wie eine rauhe Straßenversion von Jürgen Drews, ist eine großartige Besetzung für den wilden, vom Leben enttäuschten Cahit. Eindringlich kehrt er das Innerste seiner Figur nach aussen, ohne sich dabei der Lächerlichkeit preiszugeben. Seine Partnerin Kekilli, hier in ihrer ersten ernsthaften Rolle, haucht dem Film durch ihre ungekünstelte Art jede Menge Authenzität ein. Dass ihre eigene Lebensgeschichte der ihrer Figur nicht ganz unähnlich ist, war ihrer Darstellung sicher nicht abträglich.

Fatih Akin hat ein sehenswertes Stück Kino geschaffen und zurecht viele Lorbeeren dafür kassiert. Sein Film ist frisch, voller Energie und Ideen, ohne dabei seine Charaktere zu vergessen. Mit einem starken Gespür für große Szenen, einem scharfen Blick auf das Milieu und der richtigen Portion Humor erzählt er eine Geschichte, die leicht in einer Überportion Sozialkritik hätte ertrinken können. Sein kritischer Blick auf bestehende Verhältnisse regt trotzdem zum nachdenken an, was „Gegen die Wand? nur um so wertvoller macht.

9/10