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Quelle: anwalt-seiten.de

Jackass: The Movie

Johnny Knoxville und seine Schergen haben es mit ihren Anarcho-Scherzen bis ins Kino gebracht, was Einige freuen und Andere beunruhigen wird. Allerdings kann man das Werk beim besten Willen nicht als Kinofilm betrachten. Freunde der MTV-Show sollten sich das lieber so vorstellen, als liefe aus irgendwelchen Gründen eine lange Sonderfolge im Kino. Alle anderen, bei genauerer Betrachtung, übrigens auch.

So ist der Grund für den Film natürlich kein überzeugendes Drehbuch, sondern die Tatsache, daß der Film todsicher Kohle machen wird. Was Steve-O, Knoxville und co in die angenehme Situation brachte, ihren Schabernack auf der Basis eines 20-Mio.$ Budgets zu treiben. Mit dem Geld wurden offensichtlich eine Japanreise, mehrere Autos, Golfwagen und ein Ausflug für ein ausgewachsenes Krokodil bezahlt.

Und so geht es dann auch ordentlich zur Sache, wobei schon der Vorspann die Lachmuskeln strapaziert. Darauf folgt das, was man von der Fernsehshow gewohnt ist. Knoxville setzt sich völlig unnötig großen Schmerzen aus, ebenso der Rest der Truppe. Teilweise extrem gefährlich, wie die Nummer mit den Golfwagen, teilweise extrem unappetitlich, wie die Nummer mit dem Matchboxauto im Rektum, gehen die Dingen ihren gewohnten Gang.

Der Film erfüllt mehr oder weniger alle Erwartungen, die man an ihn haben konnte. Er ist lustig, brutal und überflüssig. Vom Feinsten also, für alle Freunde des schlechten Geschmacks. Denen sei ???Jackass: The Movie? denn auch empfohlen. Dem Autor dieser Zeilen hats über weite Strecken ganz gut gefallen.

-/5

Good Bye, Lenin!

Es ist schon eine große Überraschung, dass dieser Film mit ca. 6 Mio. Besuchern bis jetzt der erfolgreichste Film des Jahres in Deutschland ist. Allein deshalb, weil mit „Matrix: Reloaded? oder „Terminator 3? einige hockkarätige Blockbuster angetreten sind, diese Position für sich zu beanspruchen. „Good Bye, Lenin!?, gedreht mit einem Budget von 4,8 Mio. Euro, hat bis Ende August über 36 Mio. eingespielt und ist somit ein großer finanzieller Erfolg, der allen Beteiligten zu gönnen ist. Schön, dass auch wirklich gute Filme hierzulande Geld einspielen können. Schade, dass es davon immer nocht nicht sehr viele gibt.Aber zur Sache jetzt, mit dem deutschen Kino der Gegenwart kenne ich mich sowieso nicht aus. Wolfgang Beckers („Das Leben ist eine Baustelle?) Film spielt in den Jahren 1989/90 in Ostberlin. Eingeführt durch eine Rückblende, unterlegt mit dem Off-Kommentar von Alexander Kerner (Daniel Brühl), erfährt der Zuschauer davon, dass Robert Kerner seine Frau Christiane verließ, um mit einer West-Frau im benachbarten Kapitalismus glücklich zu werden. Christiane (Katrin Saß) ist todunglücklich und stürzt sich zur Überwindung ihrer Trauer voll ins sozialistische Leben, überzeugt von der guten Sache, und bemüht, sie noch ein bißchen besser zu machen. Dafür schreibt sie „Eingaben?, in denen die Parteiführung um Verbesserungen im alltäglichen Leben gebeten wird. Mit „sozialistischem Gruß?, versteht sich. Ihre Kinder Alex und Ariane (Maria Simon) haben sich an ein Leben ohne Vater gewöhnt, Ariane hat bereits ein Kind – und die DDR steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Gerade zu Beginn jener Demonstrationen, die die Wende einläuteten, fällt Christiane Kerner beim Anblick ihres Sohnes inmitten einer Schar von Demonstranten ins Koma. Als sie wieder aufwacht, ist nichts mehr wie es wahr. Aufgrund ihres immer noch kritischen Zustandes (der Arzt instruiert Alex, sie von jedweder Aufregung fernzuhalten) können Alex und Ariane ihrer Mutter von der Wende nichts erzählen, denn dies könnte ihren Tod bedeuten. Und so macht sich vor allem Alex daran, im Krankenzimmer seiner Mutter die DDR am Leben zu erhalten. Das geht natürlich nicht ohne Probleme, schließlich wechselt im Supermarkt die Produktpallette äußerst drastisch, Arianes neuer Freund Rainer ist waschechter Wessi, und Christianes Wunsch nach ein wenig Fernsehen kann Alex erst nachkommen, als er zusammen mit seinem Freund und Kollegen Denis, einem Hobby-Regisseur, eigene Folgen von der „Aktuellen Kamera? produzieren kann.

Doch zusammen mit seiner Freundin Lara meistert Alex die Sache ganz gut, und es ist eine Freude, ihm bei seinem kreativen Treiben zuzuschauen. Der Film balanciert gekonnt auf einem schmalen Grat zwischen Humor und Tragik, zwischen Ostalgie und kritischer Auseinandersetzung, und wirkt dabei (fast) immer völlig glaubwürdig. Wenn am Ende Christiane, die von ihren Kindern seit Monaten hinters Licht geführt wird, gesteht, sie über die wahren Trennungsgründe von ihrem Mann gelogen zu haben, schafft es „Good Bye, Lenin!?, auch diese dramaturgische Wendung ohne Gefühlsduselei und mit viel Feingefühl zu erzählen.

Alle Hauptdarsteller spielen überzeugend und mitreißend, und so kommt in den zwei Stunden, die der Film dauert, keine Langeweile auf. Grund dafür ist natürlich auch das exzellente Drehbuch, das die Geschichte seiner Figuren wunderbar mit der Geschichte Deutschlands verknüpft. Lediglich an einigen wenigen Stellen wird der Bogen dann doch leicht überspannt, wird einiges wiederholt, aber dem Gesamteindruck schadet das nicht. Ein gelungenes Stück Kino, mal zum lachen und mal zum weinen wird hier geboten, weshalb ich jedem, der nicht zu den 6 Mio. Kinogängern gehört, empfehle, sich „Good Bye, Lenin!? nicht entgehen zu lassen.

5/5