Filmkritik: The Factory

The Factory

The Factory

Thriller, USA 2011

Regie: Morgan O’Neill; Darsteller: John Cusack, Jennifer Carpenter, Dallas Roberts

Für Serienkiller habe ich ja durchaus eine Schwäche, muss ich zugeben – auch wenn sie aus der ‚zweiten Reihe‘ kommen. Doch im Falle von „The Factory“ ist es mit der Freude am Genre schnell vorbei. Denn nach gediegenem Beginn macht der Film so ziemlich alles falsch, was er falsch machen kann. John Cusack spielt Detective Mike Fletcher, der in Buffalo, New York mit seiner Kollegin Kelsey (Jennifer Carpenter) seit Jahren einen Serienkiller sucht, der es auf Prostituierte abgesehen hat. An der Heimatfront hat er es gemeinsam mit seiner Frau vor allem mit seiner 17-jährigen Tochter zu tun.

Eines der wenigen Dinge, die „The Factory“ richtig macht, ist die düstere, winterlich Stimmung. Die ist aber auch nicht sonderlich originell für das Genre. Weniger richtig ist leider die unnötig zugespitzte Handlung (der Killer hält Mikes Tochter für eine Nutte und entführt sie).  Auch das übertriebene Szenario, die schleppende Dramaturgie (bei der das Publikum Mike immer einen Schritt voraus ist) und die absolut beknackte Wendung am Ende fallen negativ auf. „The Factory“ ist ein düsterer, harter und unsinniger Film, dessen Drehbuch für einen guten Thriller einfach nicht ausreicht. Daran kann auch John Cusack mit einer routinierten Leistung nichts ändern.

2/5

Filmkritik: Abraham Lincoln – Vampirjäger

Abraham Lincoln – VampirjägerAction/Fantasy, USA 2012

Regie: Timur Bekmambetov; Darsteller: Benjamin Walker, Dominic Cooper, Rufus Sewell

Abraham Lincoln – Vampirjäger“ ist die Verfilmung eines Romans von Seth Grahame-Smith, der gerne Geschichte oder Literatur-Klassiker mit Zombie-Stories anreichert („Pride & Prejudice and Zombies“). So erzählt der Film von US-Präsident Lincoln, dessen Mutter durch einen Vampir ermordet wird, als er noch ein Kind ist. Jahre später, inzwischen erwachsen, trifft Lincoln auf seinen Mentor Henry (D. Cooper), der ihn zum Vampirjäger ausbildet. Ausgestattet mit einem mächtigen Beil sowie übermenschlichen Kräften und Reflexen bietet er den überall in der Gesellschaft lauernden Vampiren die Stirn. Quasi nebenbei wird der junge Mann zum Anwalt, Politiker und schließlich zum Präsidenten – der mit (und in) einem Bürgerkrieg zu kämpfen hat.

Viel gutes lässt sich über den Film von „Wanted“-Regisseur Timur Bekmambetov leider nicht sagen. In der Hauptrolle krass fehlbesetzt kommt „Abraham Lincoln – Vampirjäger“ von Anfang an wie ein schlechter Scherz daher, und das trifft es ganz gut. Man darf ja gerne mit Ex-Präsidenten der USA Schabernack treiben und auch die Geschichte umschreiben (siehe Tarantino in „Inglourious Basterds“), aber man sollte das bitte auf unterhaltsame, originelle Art und Weise tun. Hier wird eine eher beliebige Vampir/Horror-Geschichte auf durchschnittlichem  B-Movie-Niveau geboten, und eine der Figuren soll eben ein berühmter Präsident sein. Leider nimmt man Benjamin Walker den großen Staatsmann nie ab, schlimmer noch, auch seine Anfänge als zorniger Jungspund sind schlicht peinlich.

Vor allem erzählerisch ist das „Abraham Lincoln – Vampirjäger“ sehr schmale Kost, was man mit guten Ideen und Witz hätte auffangen müssen. Die vielen schnellen, aber oft sinnlosen und chaotisch bis lächerlich choreographierten Action-Szenen hinterlassen aber keinen bleibenden Eindruck. Von Figurenzeichnung kann ohnehin keine Rede sein, die darf man auch nicht ernsthaft erwarten. Aber so platt und willenlos wie hier hat man das schon lange nicht mehr gesehen (oder doch: in den „Twilight“-Filmen! Und ähnlich mau auch in „Jonah Hex“.) Das wirkt alles einfach nur uninspiriert, ist ziemlich niveaulos und kann nicht einmal visuell überzeugen. Die Effekte sind günstig produziert (oder sehen so aus), die Ästhetik gleicht oft billigen Fernsehserien der 80er. Fehlerhaft in allen Teilen.

1/5

Filmkritik: Zorn der Titanen

Zorn der TitanenIch gestehe gerne, dass mir der Vorgänger „Clash of the Titans“ bei niedriger Erwartungshalt durchaus Spaß gemacht hat. Warum es von dem Spektakel allerdings eine Fortsetzung geben sollte, das hat sich mir schon bei der Ankündigung nicht so recht erschlossen. Sicher, die griechische Mythologie ist voll von kinotauglichen Geschichten, aber „Wrath of the Titans“ hat letztlich denselbten Plot wie „Taken“ – nur das Liam Neeson hier nicht als Retter auftritt, sondern gerettet werden muss. Neeson spielt Zeus, der einem finsteren Plot von Hades (Ralph Fiennes), Cronos (Pixelmonster) und Ares (Edgar Ramirez) zum Opfer fällt und in der Unterwelt festgehalten wird.

So macht sich Perseus (Sam Worthington) mit Andromeda (Rosamund Pike) und Poseidons Sohn Agenor auf, seinen Vater zu befreien und die neuerliches Machtergreifung der Titanen zu verhindern. Das ganze läuft ohne größere Höhepunkte und Überraschungen ab, mal steigt der Held auf seinen fliegenden Gaul Pegasus, mal kämpft er gegen Zyklonen oder irrt durch ein Labyrinth. Die Story reiht eine Episode an die nächste, bei den Übergängen hat man sich überhaupt keine Mühe gegeben – irgendwer sagt Perseus, wo er weitermachen muss, und der fährt dann mit seinen Mitstreitern dahin.

Ein bisschen Familien-Zwist zwischen Göttern, Halbgöttern und Königinnen wurde auch noch beigemengt, aber man hat nie das Gefühl, die Charaktere würden durch ihre Taten die Story voran treiben. Das ganze ähnelt eher einem Computerspiel, bei dem es mehrere Missionen zu erfüllen sind, die Dialoge sind den dabei üblichen Zwischensequenzen nicht unähnlich – ein Kompliment ist das natürlich nicht. Nachdem Wolfgang Petersen aus „Troja“ eine ziemliche Lachnummer gemacht hat und diese Filmreihe mit den Göttern der griechischen Mythologie auch nichts gescheites anzufangen weiss kann man nur hoffen, dass Hollywood langsam die Finger von der griechischen Mythologie lässt. Mit Ralph Fiennes, Liam Neeson und Bill Nighy in den Hauptrollen wäre sicher auch großes Kino möglich gewesen, „Wrath of the Titans“ ist trotz einzelner gelungener Actionszenen leider nur einfallslose Dutzendware.

2/5

Filmkritik: Ghost Rider – Spirit of Vengeance

Ghost Rider – Spirit of VenganceDie Frage, ob die Welt eine Fortsetzung von „Ghost Rider“ gebraucht hat, ist schnell beantwortet. Nein. Schon der erste Teil konnte nicht überzeugen und ging gerade noch als blödsinnige Unterhaltung durch. „Ghost Rider – Spirit of Vengeance“ hat mit denselben Problemen zu kämpfen (einer wenig überzeugenden Grundidee), kann aber nicht mehr auf die ‚Geburt des Helden‘ als Story-Element bauen und nervt dasPublikum stattdessen mit einer lahmen Story um den 11-jährigen Danny, böse Priester und ein Gang bescheuerter Schergen, die Danny im Auftrag des Teufels (in menschlicher Form gespielt von Ciaran Hinds) verfolgen.

Das ganze spielt in Osteuropa (gedreht wurde günstig in Rumänen), Regie führte das „Crank“-Duo Neveldine/Taylor. Das Geschehen ist von Anfang an vollkommen over-the-top, los geht es mit dem Überfall auf ein Kloster, bei dem Danny und seine Mutter durch die Hilfe des Motorrad fahrenden Priester Moreau (Idris Elba) gerade noch entkommen können. Moreau schlägt dann unvermittelt bei Johnny Blaze aka Ghost Rider (Nic Cage) auf, um dem zu eröffnen, dass er ihn von seinem Fluch befreien kann – wenn Blaze den Jungen vor seinen teuflischen Verfolgern rettet.

Nicht eine Minute des Films baut der Film dabei echte Spannung auf, im Vergleich mit Filmen wie „The Dark Knight“ oder „Iron Man“ ist „Ghost Rider – Spirit of Vengeance“ reinster Comic-Trash. Cage lebt seine Vorliebe für Übertreibungen aus, schwer atmend wird jede Zeile entweder geflüstert, gebrüllt, mühsam hervor gestoßen oder – das ist neu – schrill heraus gekiekst. Die Actionszenen sind visuell in Ordnung, dramaturgisch allerdings äußerst mau. Die Regisseure leben ihren Hang zur Reizüberflutung aus, aber ohne den anarchisch-ironischen Unterton der „Crank“-Filme macht das mit wenig Ausnahmen keinen echten Spaß.

Comics können große Filme hervorbringen, aber dafür braucht es eine gute zugrunde liegende Idee. Der düstere Ernst von Nolans „Batman“-Filmen oder die gekonnt-witzige Mischung der „Avengers“ geben da Anschauungsunterricht. Dieser Reihe fehlte schon beim ersten Film ein Rezept, und auch hier ist keines ersichtlich. Letztlich ist „Ghost Rider – Spirit of Vengeance“ ein billig – Entschuldigung, günstig – produziertes Action-B-Movie, dass außer scheelem Gerede und mittelprächtigen Tricks einfach nichts zu bieten hat. Hollywood wird so schnell nicht aufhören, willenlos Comic-Stoffe auf die Leinwand zu bringen, dieser Film wäre ein guter Grund, es doch endlich zu tun. Schon um den Generalverdacht, unter dem neue Comic-Adaptionen inzwischen stehen, nicht weiter zu bestätigen.

2/5

PS: Wie so häufig kann ich zur Version in 3D nichts sagen. Außer vielleicht, dass auch die besten Effekte aus diesem Trash-Fest keinen anständigen Film machen würden…

Filmkritik: John Carter (2-D)

John CarterDass „John Carter“ als einer der größten Flops überhaupt in die Filmgeschichte eingehen wird, das steht längst fest. Der erste Real-Spielfilm von Andrew Stanton („Wall-E“, „Finding Nemo“) hat laut imdb.com schlappe $ 250 Mio. gekostet, eine Riesensumme, erst recht für einen Film, der keine Fortsetzung und keine Comic-Verfilmung ist. Für diesen Mut müsste man den Produzenten von Disney eigentlich dankbar sein, so ein Risiko geht Hollywood schließlich sehr selten ein. Die Story basiert auf der hierzulande ziemlich unbekannten Roman-Reihe „Barzoom“ von „Tarzan“-Autor Edgar Rice Burroughs.

Eine kurze Zusammenfassung der Story ist keine leichte Sache, ich versuche es mal so: John Carter (Taylor Kitsch), ein Veteran des US-Bürgerkriegs, landet anno 1868 durch ein außerirdisches Portal (oder so) auf dem Mars. Dort gerät er in die erbitterte Schlacht zwischen den Tharks (etwa drei Meter große, grüne, vierarmige Aliens) und einem menschenähnlichen Volk. Mittendrin stecken auch die holde Prinzessin Dejah sowie ein paar gestaltwechselnde Priester mit ominösen Superkräften. Alles klar?

Natürlich nicht. Ich denke mal, dass die Story in Romanform durchaus Sinn ergibt, vielleicht ist sie sogar im Film in sich stimmig – nur bekäme man das gar nicht mit. Mit hohem Tempo stürzt sich „John Carter“ in den Plot, und er vergisst dabei, das Publikum mitzunehmen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich den Überblick verloren und habe hin und wieder bei Wikipedia die Zusammenfassung der Handlung nachgelesen. Letzten Endes lohnt sich das aber kaum. Rein optisch kann man kann sich das ganze einfach als krude Mischung aus „Star Wars“, „Conan“ und „Wild Wild West“ vorstellen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie der Film aussieht.

Immerhin, die Tricks und sonstigen Schauwerte sind sehenswert, wenn auch nicht in eine Handlung eingebunden, die einen interessieren würde. Das Grundproblem des Films ist das hohe Erzähltempo in Verbindung mit lahmen Dialogen und lustlosen bis unfähigen Schauspielern. Die Disposition der Handlung ist viel zu kurz, kaum ist man auf dem Mars angekommen geht es in diverse Schlachten, dazu muss Carter noch einige weitere Prüfungen bestehen. Wer die ganzen Charaktere und Völker sind, was sie vorhaben und was auf dem Spiel steht, das wird zwar alles mal gesagt, aber der Film findet keine guten Szenen dafür. Die ganze Dramaturgie versagt komplett bei dem Versuch, das bunte Treiben mit Bedeutung aufzuladen und für Spannung zu sorgen. Entgeistert und belustigt kann man sich das über die gut zwei Stunden Laufzeit gerade so angucken.

Eine der größten Fehlbesetzungen der jüngeren Kinogeschichte macht die Sache natürlich nicht besser. Lynn Collins spielt die zentrale Rolle der Prinzessin ungefähr auf dem Niveau einer „Xena“-Nebendarstellerin, woran sie natürlich nicht allein Schuld hat, das Drehbuch meint es nicht gut mit ihr. Wenn der Held eines Abenteuerfilms eine Prinzessin an seiner Seite hat, die dem Publikum schnurzpiepegal ist, dann läuft etwas schief. Ich weiss nicht wer hier einen besseren Job gemacht hätte, wahrscheinlich die allermeisten jungen Hollywood-Damen zwischen 20 und 30. Vielleicht wollten die Produzenten auch Gage sparen, so oder so ist die Besetzung ein Fehlgriff.

In der Hauptrolle schlägt sich Taylor Kitsch zwar etwas besser, aber Emotionen weckt auch seine Darstellung des Draufgängers Carter nicht. In Nebenrollen sind u.a. Ciaran Hinds und Dominic West zu sehen, die auf ihr Mitwirken aber sicher ungern angesprochen werden wollen. Wer Lust auf Effekte und schöne Sci-Fi-Bilder hat, der wird sie in „John Carter“ finden – die Qualität muss man dem Film lassen. Zu den 3D-Effekten kann ich nichts sagen, an den grundsätzlichen Mängeln des Films werden sie ohnehin nichts ändern.

Wie das Projekt mit diesem Drehbuch jemals grünes Licht und ein extrem hohes Budget bekommen konnte wissen nur die Verantwortlichen von Disney selbst. Das Desaster kündigte sich übrigens schon beim Marketing an, als man bunte Trailer auf das Publikum los lies, die sich nicht mal die Mühe machten dem Publikum minimal zu erklären, worum es eigentlich geht. Am Ende interessierte genau das niemanden mehr, und zwar völlig zu recht.

2/5

Filmkritik: Gone

GoneIch kenne Schauspielerin Amanda Seyfried seit ihrem ersten Auftritt in der Serie „Veronica Mars“, was schon eine ganze Weile her ist. Seitdem hat sie in vielen Kinofilmen mitgewirkt, aber so richtig glücklich war ihre Rollenwahl dabei eher nicht. Sie war Megan Fox‘ Sidekick in dem schrägen Teenie-Quatsch „Jennifer’s Body„, spielte die Hauptrolle in dem langweiligen Horror-Märchen „Red Riding Hood“ und war bei „In Time“ an der Seite von Justin Timberlake einem unstimmigen Drehbuch ausgesetzt. Die große Ausnahme war der Welterfolg des Abba-Musicals „Mamma Mia“ und das gelungene Remake „Chloe„. „Gone“ gehört leider nicht zu den Ausnahmen, der Film ist ein blödsinniger Thriller auf B-Movie-Niveau.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Jill (Seyfried), die vor zwei Jahren Opfer einer Entführung wurde. Am Ende konnte sie vor ihrem Peiniger fliehen, doch die Sache hat einen Haken. Weil sie der Polizei nur vage Angaben zu ihrem Entführer und dem Versteck irgendwo im Wald machen konnte kann die Sache nie aufgeklärt werden. Nicht wenige Menschen glauben, dass Jill sich alles nur ausgedacht hat – immerhin war sie früher mal in psychiatrischer Behandlung. Eines Tages kommt Jill nach Hause und ihre Schwester ist verschwunden. Sofort sieht sie das Werk ihres damaligen Entführers in dem Verschwinden, doch die Polizei ist nicht überzeugt und Jill macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihrer Schwester.

Während die Polizei ihrerseits hinter Jill her ist geht die Hinweisen nach, das zum Zeitpunkt der vermeintlichen Entführung ein Transporter vor ihrem Haus stand. Das ganze wird immer wirrer und gipfelt in einem selten dämlichen Finale, bei dem ein Großteil der Schauspieler (zu Recht) ziemlich bedröppelt dreinblickt. Seyfried, die in fast jeder Einstellung zu sehen ist, gibt sich redlich Mühe, ihrer Figur Glaubwürdigkeit zu verleihen. Doch Rehäugigkeit und Körpereinsatz nützen nichts, wenn der Plot so plump und bekloppt ist. In Rückblenden ist manchmal Jills eigene Entführung zu sehen, wohl um ihren unbedingten Willen zu erklären, ihre Schwester zu retten – als müsse das erklärt werden.

Spannung ist bei „Gone“ Mangelware, weil der Film die Chance auslässt, die psychische Verfassung seiner Hauptfigur ernsthaft in Frage zu stellen. Wes Bentley und Daniel Sunjata spielen Polizeibeamte, deren Rollen so belanglos sind, dass man sie auch direkt streichen könnte. Jennifer Carpenter („Dexter“) ist als Jills Kollegin Sharon zu sehen, auch sie bekommt nicht eine bemerkenswerte Szene. Von der wenig plausiblen Ausgangssituation bis zum Schluss kommt der Film auf eine Handvoll unterhaltsamer Szenen und baut ebenso oft mal einen echten Spannungsmoment ein. Unter dem Strich ist das definitiv zu wenig um wenigstens kurzweilig zu unterhalten. Man muss Amanda Seyfried schon sehr, sehr gern haben, um an diesem Murks Spaß zu haben.

2/5

Filmkritik: Das gibt Ärger (This Means War)

Das gibt Ärger (This Means War)Der Regisseur, der sich McG nennt, ist nicht gerade bekannt für anspruchsvolles Kino. Seine beiden „Charlie’s Angels“-Filme waren laute, bunte Spektakel ohne Substanz (die dem Stoff natürlich ohnehin abgeht), sein „Terminator: Salvation“ war nett anzusehen, doch es mangelte an Stimmung und vor allem einer guten Story. Man sollte also nicht zu viel erwarten, wenn man sich „Das gibt Ärger“ ansieht, zumal die Handlung des Films schlichtweg bescheuert ist.

Zwei CIA-Agenten, die einen Außeneinsatz in Hongkong vermasselt haben, bekommen von ihrer Vorgesetzten eine Denkpause im Büro in Los Angeles verordnet. FDR (Chris Pine, „Star Trek“) ist ein Playboy aus reichem Hause, sein Kollege und bester Freund Tuck (Tom Hardy, „Inception“) ist Brite und von seiner Frau Katie geschieden, die immer noch glaubt er arbeite als Reisekaufmann. Zufällig und unabhängig voneinander treffen die beiden auf die schicke Lauren (Reese Witherspoon ,“Walk the Line“) und sind sofort verknallt. Als sie herausfinden, dass sie hinter derselben Frau her sind, verabreden sie einen fairen Kampf um Laurens Herz, die sich ihrerseits zwischen den beiden charmanten Kerlen nicht so recht entscheiden kann…

Aus dem fairen Kampf wird schnell eine bittere, mit allen Mitteln der Spionage-Kunst geführte Schlacht, in der sich FDR und Tuck nichts schenken – die Dates des jeweils anderen werden konsequent sabotiert. Gemeinsam sind die beiden sich nicht zu schade, Laurens Wohnung mit Wanzen und Kameras auszustatten, um zu erfahren, wer gerade in ihrer Gunst vorne liegt und was sie für Vorlieben hat. Mal abgesehen von den vielen Ungereimtheiten des Szenarios ist an „Das gibt Ärger“ vor allem ärgerlich, wie wenig sich der Film mit seinen Figuren beschäftigt. Pine, Hardy und Witherspoon sind hier reine – zugegeben attraktive – Oberflächen, die der kruden Logik der Story folgen und lahme Klischees bedienen. Warum die drei Schauspieler bei dem Mist zugesagt haben bleibt ein Rätsel.

Eine Rahmenhandlung gibt es auch noch, Til Schweiger spielt einen nicht näher definierten Bösewicht, der Tuck und FDR ans Leder will. Auch hier gibt sich der Film keine Mühe, sowas wie Spannung aufzubauen, Schweiger guckt ein paar mal böse und wird am Ende platt gemacht, fertig. Weil die zentrale Dreiecksgeschichte nur in wenigen Szenen überzeugen kann schleppt sich „Das gibt Ärger“ die meiste Zeit mehr schlecht als recht dahin. Für einen Actionfilm ist er zu albern, für eine romantische Komödie zu platt. Das Ergebnis ist ein B-Movie auf RTL2-Niveau, wo er sicher in ein, zwei Jahren auch häufiger mal laufen wird.

2/5

 

Filmkritik: Underworld – Awakening (gesehen in 2D)

Underworld – AwakeningNachdem Kate Beckinsale in Teil drei der Reihe („Rise of the Lycans“) ausgesetzt hat, ist sie nun als Selene im vierten Teil wieder dabei. Wohlwissend, dass sich kaum jemand an die Handlung (wenn man sie so nennen will) der ersten beiden Filme erinnern würde, fasst „Awakening“ sie zu Beginn noch einmal kurz zusammen. Aber ganz ehrlich: wen hat schon jemals die Story für die Vampire-gegen-Werwölfe-Saga begeistert? Ebenso beliebig wie bei den Vorgängern ist sie auch hier wieder. Selene wird von ihrem geliebten Michael getrennt als die Menschheit von der Existenz von Werwölfen und Vampiren erfährt – und ein Blutbad anzettelt. Sie verbringt offenbar 12 Jahre im Vampir-Eisfach eines geheimen Labors der Regierung. Als sie daraus flüchten kann hat die Menschheit den Kampf gegen die Lykaner und Vampire offenbar gewonnen.

Bald trifft Selene auf den Vampir David (Theo James), gemeinsam finden die beiden ein Mädchen namens Eve. Und wie kann es anders sein, irgendwas ist besonders an Eve, vielleicht ist sie gar der Schlüssel um das Blatt zu wenden. Letztlich war mir die Handlung von vorn herein egal, aber „Awakening“ bietet wirklich so wenig an, dass ich dem Film fast nur bei Actionszenen meine volle Aufmerksamkeit geschenkt habe. Wer die Stimmung der „Underworld“-Filme immer mochte und Kate Beckinsale gerne im hautengen Kostüm Menschen und Werwölfe niedermetzeln sieht, der wird dem Film noch irgendwas abgewinnen können. Für alle anderen ist die Akte wahrscheinlich ohnehin längst geschlossen, und das völlig zurecht. Handwerklich ist das alles solide, die Tricks sind gut, aber das ewige Geballer in irgendwelchen Katakomben hat schon was nervtötendes und mit den Figuren weiss die Reihe ohnehin nichts anzufangen.

2/5

Filmkritik: Happy New Year (New Year’s Eve)

Happy New Year (New Year's Eve)Nach derselben kommerziellen Logik, die zum Valentinstag eine romantische Komödie namens „Valentine’s Day“ in die Kinos brachte gab es zu Sylvester letzten Jahres „Happy New Year“. Das Konzept sieht vor, zwei Dutzend Top-Stars zu verpflichten, die dann als Ensemble in vielen kleinen Love-Stories irgendwie zusammen finden. In dem Kessel Buntes, so das Kalkül, findet schon jeder was, das gefällt. Tatsächlich klingt die Besetzung recht eindrucksvoll, aber was helfen große Namen, wenn das Drehbuch nur blutleere, langweilige Rollen vorsieht?

Um mal ein paar Beispiele zu geben, was in „Happy New Year“ so passiert: Die Rahmenhandlung ist das traditionelle „Ball Drop“-Fest am Times Square, bei dem um Mitternacht ein leuchtender Ball vom Dach gelassen wird. Einige Figuren haben direkt damit zu tun, etwa Hilary Swank, die den ganzen Zirkus drumherum erstmalig leitet. Oder auch Katherine Heigl als Küchenchefin, deren Ex-Freund ein von Jon Bon Jovi gespielter Schmuserocker ist, der seine Ex unbedingt wiedergewinnen will und dessen Auftritt zum Jahreswechsel das Highlight der Veranstaltung sein soll.

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Filmkritik: Einmal ist Keinmal (One For the Money)

Einmal ist Keinmal – One For the MoneyWie ich bei Wikipedia gelesen habe ist Janet Evanovichs Romanreihe um die Kopfgeldjägerin Stephanie Plum in den USA mächtig erfolgreich. Eine Filmversion war also nur eine Frage der Zeit, und die ist nun gekommen. Die Hauptrolle hat Katherine Heigl übernommen, die durch die Fernsehserie „Grey’s Anatonmy“ bekannt wurde und seitdem häufiger in romantischen Komödien im Kino zu sehen war. Auch „One For the Money“ ist in diesem Genre anzusiedeln, auch wenn der Film versucht, sich als Krimikomödie zu verkaufen.

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Filmkritik: What’s Your Number?

What's Your NumberZeitgleich mit dem Überraschungshit „Bridesmaids“ produziert zielt „What’s Your Number“ auf die gleiche Zielgruppe. Eine nicht jugendfreie (Beziehungs-)Komödie, erzählt aus einer weiblichen Perspektive. Die Grundidee der Story ist auch gar nicht schlecht. Ally (Anna Faris), eine Frau Anfang 30, liest in einer Zeitschrift, dass eine durchschnittliche Frau im Laufe ihres Lebens 10 Sex-Partner hat. Erschrocken stellt Ally fest, dass sie schon bei 19 ist – und ihre letzte Beziehung ist gerade erst in die Brüche gegangen. Unglücklicherweise steht in dem Artikel auch, dass Frauen, die mehr als 20 verschiedene Partner hatten mit über 95 % Wahrscheinlichkeit keinen fürs Leben mehr finden werden.

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Filmkritik: Pakt der Rache (Seeking Justice)

Pakt der Rache (Seeking Justice)Es ist bekannt und trotzdem immer noch traurig, dass Nicolas Cage zum B-Movie-Schauspieler mutiert ist, weil er seine als A-List-Star verdienten Millionen irgendwelchen Windeiern anvertraut hat, die sie verjuxt haben. In den letzten fünf Jahren hat er mit wenigen Ausnahmen („Knowing„, „Bad Lieutenant„) ausschließlich bei bestenfalls mittelmäßigen Produktionen mitgewirkt, und auch wenn „Seeking Justice“ kaum als Tiefpunkt gelten kann (denn was wäre dann „Season of the Witch„?!) wird das offenbar nicht besser.

Der Film beackert das Genre des Rache-Thrillers, allerdings nicht in der klassischen „Ein Mann sieht Rot“-Variante. Cage spielt den Lehrer Will, der an einer Schule in einem armen Stadtteil von New Orleans unterrichtet. Seine schöne junge Frau, die Musikerin Laura (January Jones), wird eines Tages brutal überfallen und vergewaltigt. Will ist natürlich geschockt, aber das Drehbuch hat mitgedacht und schickt ihm gleich im Krankenhaus ominösen Besuch. Ein Mann der sich Simon nennt (gespielt von Guy Pearce aus „Memento“) eröffnet ihm, dass er für eine Organisation arbeitet, die Übeltäter wie den Peiniger seiner Frau aus dem Verkehr ziehe. Und er weiss (woher auch immer), wer der Schuldige ist und wo er wohnt. Will lässt sich auf den Deal ein, als Gegenleistung sagt er zu, der Organisation in Zukunft mal ‚einen Gefallen‘ zu tun.

Was dann folgt kann man sich schon denken, natürlich ist es mit einem einfachen Gefallen nicht getan und Will gerät in arge Bedrängnis. Leider ist nicht nur der Plot ziemlich unglaubwürdig, der Film hat auch sonst nichts zu bieten. Die Darsteller geben sich keine große Mühe, den absolut unlogisch handelnden Figuren irgendwie zu Glaubwürdigkeit zu verhelfen, von Chemie zwischen Nic Cage und January Jones kann auch wahrlich keine Rede sein. „Seeking Justice“ hangelt sich mehr schlecht als recht von Szene zu Szene seiner (genauso bekloppten) Auflösung entgegen, ohne dass man dem Geschehen groß etwas abgewinnen könnte.

Die Themen Selbstjustiz oder Verwahrlosung der Gesellschaft sind nur Aufhänger für die Story und werden nicht weiter behandelt, New Orleans wurde als Setting wohl wegen der Steuervorteile gewählt, die Filmcrews dort gewährt werden. Von Anfang bis Ende machen Inszenierung, Darsteller und Story einen amateuerhaften Eindruck, dem lediglich das professionelle Produktionsdesign entgegen wirkt. Ein Rätsel bleibt mir auch, warum Regisseur Roger Donaldson bei dem Blödsinn mitmacht. Der bewegt sich mit Filmen wie „White Sands“, „Thirteen Days“ oder „The Bank Job“ eigentlich in einer ganz anderen Liga. Sei es drum, der Film wird in Deutschland unter dem Titel „Pakt der Rache“ in Kürze im DVD-Regal auftauchen und sollte dort ignoriert werden.

2/5

 

Die schlechtesten Filme des Jahres 2011

Der Überraschungshit „The Hangover“ gehörte zu den besten Filmen 2009, auch die Fortsetzung hat ordentlich Spaß gemacht. Weil die Filme so immens viel Geld eingespielten, haben sich viele Studios dazu hinreissen lassen, ebenfalls politisch unkorrekte (Buddy-)Komödien zu drehen. Leider haben sie nicht verstanden, dass es nicht nur der ziemlich derbe Humor war, der die „Hangover“-Streifen auszeichnet.

Und so ist diese Liste voll von Komödien, die jämmerlich daran scheitern, denselben Funken zu entzünden, der „Hangover“ zum Riesen-Hit gemacht hat. Zwischendrin sind aber – Abwechslung muss sein – auch noch ein paar grottige Action-Schinken dabei. Viel Spaß – mit der Liste, nicht mit den Filmen!

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Alles Erlaubt (Hall Pass)

Es ist schwer zu glauben, dass „Alles Erlaubt“ von den selben Regisseuren kommt, die mit „There’s Something About Mary“ eine der schönsten Komödien der 90er gedreht haben. Peter und Bobby Farrelly scheint danach der Stoff ausgegangen zu sein, denn weder „Shallow Hal“ noch „Stuck On You“ konnten überzeugen, und „Hall Pass“ (Originaltitel) ist gar eine äußerste quälende Angelegenheit geworden.

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Fremd Fischen (Something Borrowed)

Wie es so meine Art ist habe ich mir mal wieder einen Film angesehen, von dem ich mir hätte denken können, dass er nichts für mich ist. Aber „Something Borrowed“ ist nicht nur nichts für mich, ich kann mir nicht vorstellen für wen der Film überhaupt was sein soll. Er versagt in allen entscheidenden Kategorien. Er ist weder romantisch oder lustig, noch sind die Figuren interessant oder überzeugend. Er schafft sich einen dramaturgischen Versuchsaufbau und weiss dann nicht viel damit anzufangen.

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