Filmkritik: Passion

Passion FilmposterThriller, Deutschland/Frankreich 2012

Regie: Brian De Palma; Darsteller: Noomi Rapace, Rachel McAdams, Karoline Herfurth, Paul Anderson

Erst vor kurzem hat Steven Soderbergh mit „Side Effects“ gezeigt, wie man einen gelungenen Thriller mit B-Movie-Charakter macht. Nicht ganz ernst zu nehmen, aber gut gespielt, spannend und mit einem unterhaltsamen Twist am Ende. Mit „Passion“ versucht sich Brian De Palma („Scarface“, „The Untouchables“) im selben Genre, liefert aber eher einen Leitfaden ab, wie man es nicht machen sollte.

Der Film erzählt von der eskalierenden Rivalität zweier Karrierefrauen, die in der Berliner Dependance einer fiktiven, internationalen Werbeagentur arbeiten. Christine (McAdams) ist die Cheifin, Isabelle (Rapace) ihre aufstrebende und kreative Untergebene. „Passion“ mischt ihre berufliche Rivalität mit einer (völlig unglaubwürdigen) erotischen Anziehung und würzt den Plot zudem mit einem gelackten Leiter der Finanzen und Isabels treu ergebener Kollegin Dani (Herfurth).

Eine in London spielende Einstellung mit einer grottigen Rückprojektion von Themse und St. Paul’s am Fenster (gedreht wurde ausschließlich in Berlin) steht sinnbildlich für die mangelnde Sorgfalt, mit der „Passion“ realisiert wurde. Der Plot ist schlichtweg bescheuert, einige Szenen und Entwicklungen sind so dämlich, dass es schon fast wieder Spaß macht. Aber eben nur fast. Spätestens wenn gegen Ende Polizei und Staatsanwaltschaft ins Spiel kommen (deren Verhalten man nur grotesk nennen kann) ist unterstes Telenovela-Niveau erreicht.

1/5

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