Kurzkritik: Live By Night

Live By Night FilmplakatGangsterdrama, USA 2016

Regie: Ben Affleck; Darsteller: Ben Affleck, Zoe Saldana, Sienna Miller, Chris Cooper

Desillusionierter Veteran des Ersten Weltkriegs, Sohn eines einflussreichen Polizisten mit irischen Wurzeln, und selbst ernannter „Outlaw“ – das ist Joe Coughlin, die Hauptfigur von „Live By Night“. Der Film folgt Joe auf seinem Weg durch die Unterwelt von Boston, ins Gefängnis und schließlich in den Süden Floridas. Die Prohibition ist anno 1926 ein Riesengeschäft für das organisierte Verbrechen, ihr Ende aber jedoch schon abzusehen. Es braucht also neue Verdienstquellen.

Ben Affleck hat als Schauspieler definitiv schon bessere Leistungen abgeliefert, doch dem Film wird hier eher seine Leistung hinter der Kamera bzw. bei der Adaption des Drehbuchs (basierend auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane) zum Verhängnis. Denn obwohl „Live By Night“ eigentlich alles hat, was ein stimmungsvolles, spannendes Gangsterdrama braucht (eine hochkarätige Besetzung, ein interessantes Setting, gelungene Bilder) kommt der Film nie richtig in Gang.

An kaum einer Szene ist per se etwas größeres auszusetzen, es fehlt jedoch ein roter Faden, das Gefühl, dass sich eine Geschichte entfaltet. Der ziemlich uninspirierte Off-Kommentar ist keine Hilfe, aber auch nicht Schuld daran. Weder die Handlung selbst noch die Darsteller sind schwach, es fehlt dem Film schlicht eine schlüssige Dramaturgie. So vergehen die zwei Stunden Laufzeit eher zäh und ohne echte Höhepunkte. Schade.

3/5

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