Kurzkritik: Manchester by the Sea

Filmplakat - Manchester by the SeaDrama, USA 2016

Regie: Kenneth Lonergan; Darsteller: Casey Affleck, Kyle Chandler, Michelle Williams, Lucas Hedges

Als sein großer Bruder plötzlich verstirbt muss sich Lee (C. Affleck) um seinen Neffen Patrick kümmern. Lee ist sichtlich bemüht, wenn auch nicht begeistert dabei, die neue Rolle als „legal guardian“ für den 16-jährigen anzunehmen. Warum das dem als Hausmeister jobbenden, etwas introvertiert wirkenden Onkel so schwer fällt, erzählt „Manchester by the Sea“ Stück für Stück in Rückblenden. Durch die Szenen aus der Vergangenheit erscheint das Geschehen des Films zunehmend in einem anderen Licht.

„Manchester by the Sea“ ist keineswegs ein langsames oder gar ermüdendes Trauerstück geworden – was wiederum nicht zuletzt an Hauptdarsteller Casey Affleck liegt, der für seine ruhige, intensive Darstellung einer komplexen Figur völlig zurecht für einen Oscar nominiert wurde. Genau wie seine Kollegen Michelle Williams, die seine Ex-Frau spielt, und Newcomer Lucas Hedge als Patrick.

Eine große Stärke des Films liegt darin, dass er nicht so sehr auf tränenreiche Dialoge und Reden seiner Figuren setzt, sondern für deren Innenleben und ihre Kommunikation treffende Bilder und Szenen findet. „Manchester by the Sea“ schafft es sein Publikum emotional tief zu berühren, ohne dabei sentimental zu sein – ein seltenes Kunststück.

4/5

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