Filmkritik: The Counselor (Extended Cut)

The Counselor PosterDrama, USA 2013

Regie: Ridley Scott; Darsteller: Michael Fassbender, Penelope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem, Brad Pitt

Basierend auf einem Drehbuch von Cormac McCarthy („No Country For Old Men“, „Blood Meridian“) hat Regisseur Ridley Scott in „The Counselor“ ein beträchtliches Staraufgebot zusammen getrommelt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Film, der diese aber nur bedingt erfüllen kann. Im Zentrum der Story steht ein Anwalt (Fassbender), der bei einem undurchsichtigen Drogendeal mitmischt und langsam die Kontrolle über die Situation verliert – und die Gewalt um ihn herum zusehends eskaliert.

Dass er dabei von allen mit „Counselor“ angeredet wird ist ironisch bis sarkastisch gemeint. Nur einmal tritt er als Berater auf (und da mit nicht absehbaren, fatalen Folgen), ansonsten hat der „Counselor“ den Rat seiner Mitmenschen dringend nötig – wobei dieser wenig erhellend ausfällt. In Dialogen, die oft tatsächlich besser in einen Roman als in einen Film passen, geben die fiesen Gestalten des Films ihre Ratschläge meist in Form von Gleichnissen oder Geschichten.

Javier Bardem, Cameron Diaz und Brad Pitt treten als beinahe comic-hafte Gestalten der Halb- und Unterwelt auf, während einzig Penelope Cruz als des Counselors Verlobte einen Hauch Menschlichkeit in die Szenerie bringt. Der Großteil der Story spielt in Texas und Mexiko, oft in dekadenten Villen voller Designer-Möbeln und Luxus-Sportwagen vor der Tür. Die Story ist dabei eher nebensächlich und geht eher am Rande voran – ganz im Sinne des fatalistischen und nihilistischen Weltbilds von „The Counselor“ ist ohnehin klar, dass es kein glückliches Ende finden wird.

Trotz einiger Längen (im Extended Cut) hat mich der Film durchaus in seinen Bann gezogen,entwickelt dabei aber keine erzählerische Wucht. Eine ähnlich pessimistische Grundstimmung, die als fundamentale Kritik verstanden werden will, habe ich zudem neulich in „Killing Them Softly“ schon gesehen. Und auch „No Country For Old Men“ schlug – wenn auch in den Achtzigern spielen und mit anderer Tonart – in diese Kerbe. Die Stimmung, die „The Counselor“ erzeugt,  sowie die formale Klasse, die Ridley Scott auszeichnet, sind schon definitiv einen Blick wert. In Bezug auf Inhalt und Figuren jedoch ist das Ganze, auch wenn es so gewollt ist, etwas zu dünn. Für Freunde düsterer Stoffe trotzdem durchaus eine Empfehlung.

3/5

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