Filmkritik: Seven Psychopaths

Seven PychopathsComedy, UK 2012

Regie: Martin McDonagh; Darsteller: Colin Farrell, Sam Rockwell, Christopher Walken, Woody Harrelson

Der Beginn von „Seven Psychopaths„, dem neuen Film von „In Bruges“-Regisseur Martin McDonagh, ist wahrlich großartig. Zwei Killer quatschen auf einer Brücke in L.A. über ihren neuen Auftrag (eine Frau), und während sie noch cool da stehen und Sprüche reißen kommt aus dem Hintergrund ganz gemütlich ein maskierter Mann herbeispaziert und verpasst beiden satte Kopfschüsse. Das Blut fliegt direkt in Richtung Kamera, die übertriebene Erzählweise ist etabliert. Und der erste Psychopath des Titels hatte gleich seinen Auftritt.

In recht flottem Tempo erzählt der Film in den ersten 45 Minuten von Drehbuchautor Marty (C. Farrell), der an einem Script namens – genau! – „Seven Psychopaths“ arbeitet, und seinem etwas durchgeknallten Kumpel Billy (S. Rockwell), der ihm dabei gern helfen will. Hauptberuflich jedoch entführt Billy mit seinem Freund Hans (C. Walken) die Hunde wohlhabender Leute, um dann bei Abgabe einen Finderlohn zu kassieren. Nebenbei kommt die Sprache auf die übrigen Psychopathen, bis nach einer knappen Stunde die Karten neu gemischt werden.

Dann nämlich eskaliert ein Streit zwischen Billy und dem Besitzer seines zuletzt entführten Köters – Gangster Charlie (W. Harrelson) nimmt eiskalt Rache. Nach kurzem Chaos verabredet man sich bald darauf zum Showdown in der Wüste. „Seven Psychopaths“ beginnt als eine Mischung aus Komödie um einen saufenden Autor, seine schrägen Freunde und Tarantino-artigen Rückblenden zu wilden Killer-Legenden (ein fieser Quäker, ein Pärchen, dass den „Zodiac“-Killer umlegt). In vielen kleinen Rollen sind bekannte Schauspieler zu sehen, so kommen etwa Tom Waits, Michael Pitt, Michael Stuhlbarg und Olga Kurylenko zu Kurzauftritten.

Das Ganze macht durchaus Spaß, es sind ein paar stark inszenierte Ideen dabei, gute Dialoge und die Figuren sind äußerst unterhaltsam. Doch am Ende kippt der Film ein wenig in Richtung Belanglosigkeit, da wird das Spiel mit Zitaten und Anspielungen ein wenig ermüdend, es mangelt an einem erzählerischem Fundament. McDonagh hat einen witzigen Film über das Thema Schreibblockade geschaffen, der auch offensiv mit seinen eigenen Schwächen umgeht. So ganz überzeugen konnte mich „Seven Psychopaths“ dennoch nicht, vielleicht weil die so simple wie geniale Story von „In Bruges“ noch in meinem Hinterkopf herumschwirrte.

[knapp] 4/5

 

 

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