Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Monthly Archives: August 2010

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Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (DVD)

Die Kurzbeschreibung von Antoine Fuquas (“Training Day”) neuestem Film klingt nicht gerade nach der Neuerfindung des Rades. Der Film erzählt die Geschichten von drei Cops in Brooklyn, die mit inneren und äußeren Dämonen zu kämpfen haben – am Ende kreuzen sich ihre Schicksale. Eddie (Richard Gere) steht wenige Tage vor seiner Pensionierung, soll aber vorher noch ein paar Grünschnäbel einarbeiten. Sal (Ethan Hawke) braucht dringend Geld für seine 8-köpfige Familie, die er mit seinem Gehalt nicht mehr versorgen kann. Tango (Don Cheadle) arbeitet Undercover im Drogenmilieu und droht nach der Scheidung von seiner Frau den Kontakt zur “richtigen” Seite zu verlieren.

Die Themen von “Brooklyn’s Finest” sind altbekannt, es ist in erster Linie den Schauspielern zu verdanken, dass man trotzdem nicht das Interesse verliert. Hawke spielt eine düstere Version seiner “Training Day”-Figur und bringt Sals Dilemma glaubwürdig rüber. Gere spielt zurückhaltend, fast stoisch, bis sich seine Figur doch noch einmal vom Leben berühren lässt. Cheadle ist souverän als Spitzel, der von seinen Vorgesetzten zu oft leere Versprechen gehört hat – und dann ausgerechnet seinen alten Freund Caz (Wesley Snipes) ans Messer liefern soll.

Regisseur Fuqua trägt sehr dick auf, und das über die gesamte Spielzeit auch gänzlich ironiefrei. Dass er es ernst meint ist ja verständlich, doch mit dem überladenen Soundtrack und einigen überdeutlich-dramatischen Szenen schießt er über das Ziel hinaus –  weswegen der Film in diesem Momenten ein wenig an “LA Crash” erinnert. Für das breite Publikum ist der Film aber ohnehin nicht gemacht. Nur wer wirklich Interesse für die Cop-Thematik und die kriminelle Halbwelt aufbringt wird Gefallen an “Brooklyn’s Finest” finden können. Und zwischen den persönlichen Dramen findet sich auch noch eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik, die angesichts der pompösen Inszenierung allerdings (zu) weit in den Hintergrund gerückt ist.

3/5

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Die Top-100: The Gospel According to Edzehard

So, es hat dann doch eine Weile gedauert, aber hier sind sie wieder: meine persönlichen 100 Lieblingsfilme. Dieses mal mit Bild und kurzem Text zu jedem Film, auf einer Seite zusammengefasst. Die Liste hat ihren festen Platz auf diesem Blog und wird dauerhaft oben unterm Header und im “Überblick” rechts oben zu finden sein.

Eigentlich würde ich mich nach dem erfolgreichen Zusammenfrickeln der Liste ja gerne zurücklehnen, aber Fakt ist, dass die Liste schon wieder überarbeitet werden müsste. Ich habe jedenfalls länger keine kritische Prüfung mehr vorgenommen, ob nicht ein paar neuere Filme sich einen Platz darin verdient haben. Sollte es Änderungen geben werde ich das kurz berichten.

Fahrplan August 2010

Kaum ist mit “Inception” das Highlight des Sommers angelaufen stellt sich die Frage: Was kommt denn danach noch? Nicht so sonderlich viel, wie ein Blick auf Filmstarts.de ergibt.

An diesem Donnerstag laufen keine Filme an, die mich ins Kino locken. “Kiss & Kill” mit Ashton Kutcher und Katherine Heigl ist eine Killer-Farce, die ich mir für zuhause “aufspare”. “Freche Mädchen 2″ ist auch nicht meine Baustelle, die neueste Adam-Sandler-Klamotte “Kindsköpfe” wird bestenfalls einen Versuch auf DVD erleben. Am interessantesten klingt noch das südkoreanische Drama “Mother”, was aber nicht in meinem Lieblingskino läuft und irgendwie auch warten kann.

Die Woche drauf gibt sich das “A-Team” die Ehre – den ich bereits gesehen, gewogen und für zu leicht befunden habe, Kritik kommt dann pünktlich zum Film. Ein neuer Teil der “Cats & Dogs”-Reihe löst auch keine Begeisterung aus, die restlichen Titel sagen mir auf den ersten Blick nicht viel.

Am 19. August könnte “Salt” einen Blick wert sein. Angelina Jolie spielt eine (Doppel-)Agentin, die vor ihren eigenen Leuten fliehen muss. Der Trailer verspricht eine Menge Action, bleibt zu hoffen, dass die Story nicht zu dünn ist um sie tragen.

“Die Legende von Aang” läuft ebenfalls am 19. an, das Machwerk von M Night Shyamalan bietet einen grottigen Trailer und ganz miese Kritiken. In den USA lief er trotzdem ganz gut… Eine Woche später kommt dann Sly Stallones Söldner-Spektakel “The Expendables” in die Kinos. Irgendwie habe ich fast Lust mir den Streifen mal anzusehen. Ob es aber viel gutes drüber zu berichten gäbe ist bestenfalls (noch) unklar.

Und dann ist er auch schon wieder vorbei, der Kinosommer. Wenn es nach Plan läuft werde ich wohl gerade mal vier Filme im Kino gesehen haben – eine traurige Bilanz. Nächstes Jahr dürfte es kaum besser werden, mir fallen grad nur “Transformers 3″ und “Pirates of the Carribean 4″ als feste Starts ein. Und die werde ich mir beide ganz sicher nicht ansehen…

Inception

Von Christopher Nolans neuem Film “Inception” habe ich genau genommen nichts anderes erwartet als dass er diesen Kino-Sommer rettet. Die Trailer und Teaser waren vielversprechend, die Kritiken und Ratings vom allerfeinsten, das Ganze schien fast zu schön um wahr zu sein. Und tatsächlich ist “Inception” ein absolutes Highlight geworden – ein Film, der im Gedächtnis bleibt. Und an den sich die “Oscar”-Academy sicher erinnern wird, wenn es darum geht, das beste Original-Drehbuch des Jahres auszuzeichnen.

Worum es geht lässt sich schwer zusammenfassen (ohne zu viel zu verraten), die Grundzüge der Handlung  sind in etwa diese: ein Team vom Traum-Dieben bekommt den Auftrag, einem Milliarden-Erben einen folgenschweren Gedanken ins Hirn zu pflanzen. Damit das gelingt, müssen sie tief in sein Unterbewusstsein eindringen – sprich in seine Träume. Dass es gar nicht seine Träume sind, sondern speziell für ihn entworfene Traumwelten, die vom Team kontrolliert werden, ist einer der zahlreichen Kniffe des Films.

Leonardo DiCaprio spielt Cobb, den Anführer des Teams, der in den Träumen häufiger seiner verstorbenen Frau Mal (Marion Cotillard) begegnet. Außerdem mit dabei sind Cobbs langjähriger Partner Arthur (Joseph Gordon-Levitt), die neu ins Boot geholte Ariadne (Ellen Page), der begabte Fälscher und Dieb Eames (Tom Hardy), der Chemiker Yusuf (Dileep Rao) und Saito (Ken Watanabe). Michael Caine als Cobbs Mentor und Stiefvater, Cilian Murphy als schwerreicher Erbe und Tom Berenger als dessen Vertrauter komplettieren die All-Star-Besetzung.

Nolan erfindet mit “Inception” das Rad nicht neu, und auch nicht den modernen Action-Thriller. Was er tut ist viele bekannte und einige weniger bekannte Story-Versatzstücke mit beeindruckenden, zum Teil nie da gewesenen Spezial-Effekten zu vermischen, und dabei den Überblick nicht (oder nur selten) zu verlieren. Die Story hat viele Facetten und vereint Elemente aus Filmen wie “Dark City”, “Matrix”, “Eternal Sunshine of the Spotless Mind” oder “Letztes Jahr in Marienbad” (den der Regisseur nach eigener Aussage erst hinterher gesehen hat). Es geht um Träume, ihre Beziehung zur Realität und letztlich darum, woran man die Realität eigentlich genau erkennen kann.

Zu Beginn des Films ist so häufig von Träumen, Extraktion, Traum-Architekten und ähnlichem Fach-Jargon die Rede, dass man sich ein wenig an die unseligen “Matrix”-Sequels erinnert fühlt. Doch wahrscheinlich ist es einfach notwendig, dem Publikum das nicht ganz einfache Handwerk zu erklären, auf dem die Story aufbaut. Die “Inception” des Titels (engl. Anfang oder Gründung) wird ebenso angesprochen wie die verschiedenen Traum-Ebenen und der unterschiedliche Verlauf der Zeit darin. Das Thema ist dabei nicht unbedingt neu, wohl aber die Art und Weise, in der sich der Film diesem annimmt.

Das Spiel mit den diversen Handlungsebenen beherrscht der Film virtuos. Gegen Ende geht es auf vier Traumebenen zur Sache, ein echtes Highlight des Kinojahres. Als Zuschauer ist man beschäftigt, aber nicht überfordert, den Überblick zu behalten, hat dabei genug Zeit die atemberaubenden Bilder auch zu genießen. Zu den visuellen Höhepunkten gehört definitiv ein auf den Kopf gestelltes Paris, ein Hotelflur in Schwerelosigkeit und ein Van im freien Fall. Der Look von “Inception” ist dabei erstaunlich frei von CGI, die meisten Tricks und Effekte sind “altmodisch” gemacht. Was doch am Computer entstanden ist sieht nicht oder nur leicht danach aus – kein Vergleich mit dem lahmen Pixelbrei, der in so vielen Filmen zu sehen ist.

Den Hut ziehen muss man insgesamt sicher als erstes vor Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan. Sowohl die Dramaturgie als auch die Inszenierung sind absolut auf den Punkt gebracht. Action, Drama und sogar ein wenig Humor ergänzen sich prächtig. Wäre Nolan durch die immensen Einnahmen von “The Dark Knight” nicht zum Liebling von Warner Bros. geworden hätte er sein Drehbuch wohl niemals verfilmen können. Das Studio wiederum hat Mut bewiesen, einen derartig verkopften Film mit riesigem Budget (ca. $ 200 Mio.) auf den Mainstream loszulassen – und wird gerade weltweit mit klingelnden Kassen belohnt.

Das starke Schauspieler-Ensemble trägt ebenfalls zum Gelingen bei. Sie bevölkern die realen und surrealen Filmwelten, als hätten sie nie etwas anderes getan, ohne nerviges Over-Acting oder den Hang zur übertriebenen Pose. Die Figur von DiCaprio hat – wie schon zuletzt in “Shutter Island” – am meisten emotionales Gepäck dabei, und auch hier gelingt ihm eine beachtliche Darstellung. Auch wenn “Inception” nicht ohne kleinere Schwächen – nicht jeder Kniff kann überzeugen – ist: einen besseren, aufregenderen Film habe ich dieses Jahr im Kino noch nicht gesehen.

5/5

PS: Dass “Inception” weltweit richtig Kasse macht (es dürften jenseits von 500 Mio. $ werden) ist insgesamt eine gute Sache. Es wird den Fortsetzungswahn nicht stoppen, setzt ihm aber eine deutliche Duftmarke entgegen.

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From Paris With Love (DVD)

James Reece (Jonathan Rhys Meyers), Angestellter bei der US-Botschaft in Paris, führt kein sehr spannendes Leben. Als Berater des Botschafters sind seine analytischen Fähigkeiten gefragt, sein Wunsch als “echter” Agent tätig zu werden, scheint sich nicht zu erfüllen. Bis er eines Abends – seine Freundin hat ihm gerade einen Heiratsantrag gemacht – den Auftrag erhält dem eingereisten Spezialagenten Charlie Wax (John Travolta) bei dessen Umtrieben in Paris als Partner zur Seite stehen. Kaum sind die ersten Worte gewechselt hat Wax den verdatterten Reece schon in eine Schießerei mit Drogen-Gangstern verwickelt. Und das ist erst der Anfang der wilden Fahrt, die “From Paris With Love” anstelle eines schlüssigen Plots zu bieten hat.

John Travolta hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als überdrehter Super-Spion, dessen Vorgehen man als “ohne Rücksicht auf Verluste” noch milde umschreibt. Mit Teint aus dem Sonnenstudio, Kinnbart und Glatze liefert er eine Energie-Leistung ab, die beinahe überspielt, dass der Figur jegliche Bodenhaftung fehlt. Wax ballert sich durch eine Masse von Bösewichtern, die Stallone und Arnie zu ihren besten Zeiten kaum abgearbeitet haben. Rhys Myers spielt Reece als irgendwie linkischen, nicht unsympathischen aber deutlich überforderten Anfänger – der die erste Hälfte des Films fast komplett eine mit Koks gefüllt Vase mit sich rumschleppt.

Die Story schlägt eine Menge Haken und gipfelt in ein wenig plausibles Szenario in der US-Botschaft – was aber herzlich wenig zur Sache tut. Denn in “From Paris With Love” geht es um Action, Bewegung und ein paar selbstironische Gags am Rande. Figuren und Handlung sind dabei nur Mittel zum Zweck. Zusammengeklaut bei Vorbildern wie “Mission: Impossible” oder “Wanted” entwirft er ein lose der Realität entlehntes Szenario, in dem man es ordentlich krachen lassen kann. Nach dem recht ruhigen Beginn nimmt der Film richtig Fahrt auf, kann aber nicht lange verheimlichen, dass ihm zündende Ideen bei der Inszenierung von Action- und Ballerszenen fehlen.

Mit gut 90 Minuten ist “From Paris With Love” ein recht kurzes Vergnügen – doch jede Minute länger wäre ohnehin zu viel gewesen. Das zuweilen etwas willenlose bunte Vergnügen kann es an Brutalität fast mit “Kick-Ass” aufnehmen, “komischer” Höhepunkt ist hier ein recht unvermittelter Kopfschuss für einen Dinner-Gast. Wer Actionfilme um der Action willen mag, der wird seinen Spaß haben. Nur hinterfragen sollte man in diesem Potpourri nichts und niemanden – das macht ebenso wenig Sinn wie der Film selbst.

3/5

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