Top-10 Listen von Lieblingsfilmen aller Art

Die besten Filme für den gepflegten Sonntagabend

Es gibt eine da eine Art inoffizielles Genre von Filmen, wie ich finde. Und zwar jene Streifen, die bevorzugt mehrmals pro Jahr um 20:15 Uhr am Sonntagabend bei Pro7 oder RTL laufen – man kennt sie schon, bleibt aber trotzdem gerne noch mal hängen. Es sind nicht gerade die besten Filme aller Zeiten (deshalb sind auch keine Filme aus meinen Top-100 dabei), aber unterhaltsame Evergreens der letzten 20 Jahre, die einfach bestens geeignet sind, einem die Zeit zu vertreiben. Hier meine persönliche Top-10:

1. Enemy of the State
Will Smith gerät in diesem Thriller von Tony Scott in den Besitz eines lupenreinen McGuffins, und los geht die heitere Hetzjagd. Trotz ein paar eklantanter Lücken im Plot – und von den Zooms durch die Wolken durch auch mal abgesehen – geht es in „Enemy of the State“ Schlag auf Schlag, das Drehbuch macht eine Menge Dinge richtig, die mittelmäßige Thriller falsch machen. Die Story kreist um den um die Ecke guckenden Überwachungsstaat (hätte gut in die George W. Bush-Ära gepasst) , mittendrin Will Smith als Anwalt, der in die Sache hineingerät und bald sein Leben nicht mehr wieder erkennt. Das macht Spaß, findet ein gutes Ende und ist durchgehend gut gespielt. Die Besetzung ist 1 A, neben Smith sind Barry Pepper, Jon Voight, Lisa Bonet, Jack Black und weitere bekannte und gute Leute dabei. Wenn ich so drüber nachdenke habe ich den Film bisher glaube ich NUR an Sonntagabenden gesehen..

 

 

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2. Ocean’s Eleven
Das Original von 1960 – inklusive der als „Rat Pack“ bekannten Besetzung mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis, Jr – war einfach zu cool, um nicht neu verfilmt zu werden. Zum Glück nahm sich nicht irgend jemand, sondern Steven Soderbergh dieser Sache an. Mit George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und einigen weiteren männlichen Stars und der durch ein schmunzelndes „introducing“ vorgestellten Julia Roberts und einem guten bis sehr guten Drehbuch ist „Ocean’s Eleven“ der Inbegriff gut gemachter Hollywood-Unterhaltung. Der Stoff ist leicht und locker, die Dialoge witzig, die Story irgendwie bekannt aber keineswegs langweilig und schlicht und einfach hervorragend inszeniert. Wegschalten sehr unwahrscheinlich…

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3. John-Grisham-Verfilmungen aus den 90ern (Die Firma, Die Akte, Der Klient, Die Jury, Die Kammer, Gingerbread Man, Der Regenmacher)
John Grisham war wohl DER Bestseller-Autor im Thrillergenre der 90er Jahre, und Hollywood hat sich nicht lumpen lassen seine Romane mit großen Stars ins Kino zu bringen. Sandra Bullock, Tom Cruise, Julia Roberts, Denzel Washington, Sam L. Jackson oder Gene Hackman, sie alle haben mal mitgespielt. Sogar Francis Ford Coppola und Robert Altman haben je einen Film gedreht. Man kann oder sollte sie nicht alle so über einen Kamm scheeren, aber Fakt ist, dass ich sie alle schon x-mal gesehen habe – und wohl wieder hängen bleiben würde, wenn ich sie am Sonntagabend erwische. Sie sind weitestgehend flott und spannend inszeniert (Altman und Coppola sind etwas andere Wege gegangen), und haben jeweils eine gute Story parat – Grishams Stories sind zwar nicht IMMER logisch, aber locker stringenter als das, was die meisten Drehbuchschreiber abliefern.

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4. Vanilla Sky
Zugegeben, das spanische Original „Abre los Ojos“ ist fast noch besser als das Remake. Aber das läuft nun mal nicht Sonntags zur Primetime. Der Film mischt Drama, Romanze, Thriller und Science-Fiction mit einer verschachtelten Erzählweise und mehreren Deutungsmöglichkeiten. Das darf einem zuweilen etwas überkonstruiert erscheinen, nett anzusehen und unterhaltsam ist es aber immer. Penelope Cruz, Tom Cruise, Cameron Diaz und Jason Scott sind eine gute Besetzung für die „menage a quatre“, die im Zentrum der Story steht – und sogar für Kurt Russell ist noch eine gute Rolle dabei. Ich kenne viele Leute, die den Film gar nicht mögen, für mich ist er ein guter Beweis, dass Hollywood noch gutes Starkino machen kann. Auch wenn es dafür Filme aus anderen Ländern recyclen muss…

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5. Gefährliche Brandung
Keanu Reeves und Patrick Swayze sind beide nicht wirklcih als Charakterdarsteller bekannt (gewesen). In Kathryn Bigelows „Point Break“ aka „Gefährliche Brandung“ sind die beiden in ihren vielleicht besten Rollen zu sehen. Reeves als ehrgeiziger FBI-Agent Johnny Utah, Swayze als Surfer/Bankräuber Bodhi, der mit letzter Konsequenz die perfekte Welle sucht. Der Stoff könnte leicht auf B-Movie-Niveau sinken, tatsächlich aber ist Bigelow ein spannender Thriller mit interessanten Subtexten gelungen. Der Kampf des FBI gegen eine anarchische Surfer-Truppe, die in Robin Hood-Manier und mit Masken von US-Präsidenten verkleidet Banken ausräumt macht mächtig Spaß. Reeves überzeugt als überehrgeiziger Schüler zweier Lehrer (Bodhi und Gary Busey als FBI-Haudegen), Swayze ist sympathisch, nachdenklich, albern und böse zugleich. Eine krude Mischung, die einen immer wieder sehenswerten Film ergibt.

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6. From Hell
Die Geschichte von Jack the Ripper, basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel, schenkt uns Johnny Depp als Opium-süchtigen Ermittler von Scotland Yard. Die Spur führt bis ins Königshaus, was die Suche jedoch nicht wirklich einfacher macht. Heather Graham spielt Depps ‚Love Interest‘, eine schöne Dirne, die der Ripper allen Anzeichen nach bald auf dem Kieker haben wird. Die Stars des Films sind eindeutig die wunderbare Atmossphäre und die großartige Inszenierung durch die Gebrüder Hughes („The Book of Eli“), wobei Depp und die restliche Besetzung ebenfalls groß aufspielen. Selten bis nie hat mich die Location London in einem Film so überzeugt, und selten bis sehr selten traut sich ein Film ein so schönes Ende zu finden – die Studiobosse werden sich nicht begeistert gewesen sein. Wie schön für uns…

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7. Auf der Flucht
Harrison Ford ist Richard Kimble, ein Arzt der zu Unrecht des Mordes an seiner Frau bezichtig wird. Kimble muss nicht nur flüchten, sondern auch noch den echten Möder finden. Dabei ist ihm ein mit allen Wassern gewaschener US-Marshall (gespielt von Tommy Lee Jones) auf den Fersen. Von Anfang an schafft es „Auf der Flucht“ seiner rastlosen Hetzjagd genug Glaubwürdigkeit und den Charakteren genügend Tiefe zu verleihen. So wird aus der Flucht nicht ein langweiliges Wegrennen, sondern eine richtig spannende Angelegenheit, die das Publikum fesselt und bestens unterhält. Eine Paraderolle für Harrison Ford, und auch für Tommy Lee Jones als sein Wiedersacher. Eine im Kern sehr simple Idee, die handwerklich und dramaturgisch fehlerlos und sorgfältig einen kurzweiligen, fesselnden Film ergibt, den mal locker alle ein, zwei Jahre noch mal ‚mitnehmen‘ kann.

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8. Grosse Point Black
Auftragskiller haben es nicht leicht im Leben. Diese Weisheit haben schon viele Kinofilme mitzuteilen gehabt (etwa „The Matador“ mit Pierce Brosnan), aber „Grosse Point Blank“ geht die Sache am besten an. Killer Martin bekommt einen Auftrag, pikanterweise in jener Kleinstadt in der er groß geworden ist. Und nicht nur das: die „20 Jahre später“-Highschool-Party findet statt. Grund genug, den armen Kerl in eine Midlife-Crisis zu stürzen, eine alte Flamme zu treffen und dabei den Auftrag (fast) aus den Augen zu verlieren. Dan Akroyd spielt Cusacks Widersacher, Minnie Driver die einstige Liebe. Der Film nimmt sich selbst ebenso wenig ernst wie er politisch korrekt ist. Nicht jedermans Sache sicher, so eine muntere Killer-Farce. Aber wer beim ersten mal Spaß hatte dürfte einer sonntäglichen Wiederholung nicht abgeneigt sein.

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9. Im Auftrag des Teufels
Und noch ein Film mit Keanu Reeves, hier an der Seite von Al Pacino und Charlize Theron. Die Grenze zum Trash wird zuweilen überschritten, trotzdem hält der Film sein Publikum bestens bei Laune. Reeves spielt einen Anwalt (jung und ehrgeizig, siehe „Gefährliche Brandung“), der vom charismatischen Chef einer großen Kanzlei in einen komplizierten Fall verwickelt wird. Während er den Kontakt zu seiner Frau (Theron) verliert trifft er Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen – bis er doch noch versucht, sich aus dem Katz-und-Maus-Spiel seines Chefs zu befreien. Man könnte „Im Auftrag des Teufels“ einen übernatürlichen Thriller nennen, oder auch wahlweise einfach feinste, leicht bekloppte Unterhaltung für den gepflegten Sonntagabend…

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10. Das Mercury-Puzzle
Bruce Willis hat eine Menge Filme gemacht, die auf dieser Liste landen könnten. Ich finde aber, dass dieser hier am besten passt, er hat die Qualitäten, die ein Sonntagabend-Film braucht. Die Story ist recht einfach, bietet aber einen Haufen guter Szenen, es gibt genug Action, aber kein stumpfes Testosteron-Gebolze, und das Timing ist bestens. Ein kleiner autistischer Junge entschlüsselt quasi versehentlich einen streng geheimen Code eines US-Geheimdienstes (ich glaube die NSA ist es), zwischen dem Kind und einem Haufen ballernder Regierungs-Schergen steht bald nur noch einer: Bruce Willis! Gut für den Kleinen, schließlich ist Willis für solche Rollen geboren und ist mit Lust bei der Sache. Seine Gegenspieler werden von Alecc Baldwin und Peter Stormare gespielt, was passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Sicher kein großartiger Film (nach welchen Maßstäben auch immer), aber wie gemacht für Beine hoch und einen entspannten ‚Endspurt‘ richtig Montagmorgen.

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Die 10 besten Agentenfilme (OHNE Bondfilme) der letzten 15 Jahre

Wieso genau ich auf die Idee gekommen bin eine Liste mit den 10 besten Agentenfilmen der letzten 15 Jahre zu machen – und dabei auf Bondfilme zu verzichten – weiß ich nicht genau. Vielleicht haben die Jungs von „Inception“ mir den Gedanken im Traum eingepflanzt, und jetzt haben wir den Salat. Immerhin, es sind gute Filme darunter, und auch viele die man sich gut ein zweites oder drittes Mal anschauen kann. Ich werde jedenfalls in Bälde noch mal „München“ gucken, mal sehen ob mich die Erinnerung trügt oder nicht…

UPDATE: Eine sehr schöne Liste mit 20 hervorragenden Agentenfilmen gibt es auch bei den Kollegen von Salon.com.

Hier die Liste in alphabetischer Reihenfolge:

The Bourne Ultimatum
Der bisher letzte Teil der „Bourne“-Reihe bietet alles, was es für einen guten Agententhriller braucht. Eine Menge Ortswechsel, falsche Identitäten, Verrat, Verfolgungsjagden – das ganze Programm. Anders als die meisten Blockbuster dieser Tage kann der Film dabei auf eine gut durchdachte und spannende Story zurückgreifen. Ich bin (anders als Regisseur Paul Greengrass) kein großer Fan des Handkamera-Gewackels, aber bei diesem Film spare ich mir mein Gemecker darüber. Er funktioniert einfach zu gut. [Film kaufen]

 

 

Burn After Reading
Diese Agenten-Farce der Coens nimmt sich selbst nicht allzu ernst – das deutet schon der Titel an. Eine CD mit vermeintlich geheimen und wichtigen Daten fällt zwei etwas unbedarften Menschen in die Hände, mit fatalem Ausgang. CIA. die Russen und andere Gruppierungen werden in die Story verwickelt, ohne dass je einer wirklich wüsste, was eigentlich genau Phase ist. Die Welt der Geheimnisträger wird zur Kulisse einer ebenso lustigen wie verworrenen Geschichte, wie sie nur die Coens so inszenieren können. Ein erfrischend anderer Agentenfilm. [Film kaufen]

 

 

The Good German
Steven Soderberghs „The Good German“ ist eine Hommage an „Der Dritte Mann“, Alfred Hitchcock und die alten Noirs aus den 40er Jahren. Er schickt George Clooney als Journalisten Jake Geismer in das Berlin von 1945, der Krieg ist gerade vorbei, die Potsdamer Konferenz in vollem Gange. Jede Seite hat ihre eigene Agenda, Geismer gerät bald zwischen die Fronten – während er nach seiner verflossenen Liebe sucht (Cate Blanchett als Tochter eines Raketenforschers). Konsequent auf alt getrimmt besitzt „The Good German“ nicht nur den Look eines alten Schinkens, sondern auch die erzählerische Klasse der besten von ihnen. Nur das Erzähltempo ist ein bisschen flotter als anno dazumal… [Film kaufen]

 

Mission: Impossible
Auch in Brian DePalmas „Mission: Impossible“ zeigt sich, dass es auf die richtigen Zutaten ankommt. Ein spannendes Szenario, eine geheimnisvolle Liste als MacGuffin, ein paar gute Nebenfiguren und mächtig viel Bewegung. Von Prag über Paris nach Langley und weiter nach London treibt das Geschehen, und auch wenn der Film so seine Macken hat – der Weg ist das Ziel, und die Reise bietet feinste Unterhaltung. [Film kaufen]

 

 

 

München
Steven Spielbergs „München“ basiert auf historischen Tatsachen – zumindest bis zu einer gewissen Grenze. Eine Gruppe von Mossad-Agenten macht sich nach dem Attentat der Olympiade 1972 auf die Suche nach den Hintermännern und reist dafür um die halbe Welt. Die Fronten sind hier – unüblich bei Agentenfilmen – recht schnell geklärt, doch „München“ bezieht seine Spannung aus der äußerst realistischen Darstellung und die quasi-dokumentarische Erzählweise. Geschichtliches Vorwissen sollte man allerdings mitbringen, um die Story bewerten zu können. [Film kaufen]

 

The Quiet American
Ein Fan des Romans von Graham Greene bin ich ja schon länger. Um so erfreulicher, dass es auch eine gute Verfilmung des Stoffes gibt. Kurz vor Beginn des Vietnam-Kriegs gerät ein erfahrener britischer Reporter in eine Undercover-Operation des US-Geheimdienstes. Das politische Drama vermischt sich dabei immer mehr mit dem persönlichen – es geht natürlich um eine Frau. nicht ganz ein klassischer Agentenfilm, aber einer der sich des Themas aus einer sehr interessanten Perspektive annimmt und dabei sein Publikum doch nicht vergisst. [Film kaufen]

 

 

Spartan
Dieser feine Thriller von David Mamet handelt von der Entführung der Tochter des US-Präsidenten. Doch wer bei dem Stoff einen klassischen Action-Reißer erwartet wird enttäuscht. Mamet entwickelt die Handlung voller Überraschungen, ohne sich um die Konventionen des Genres zu kümmern. Viele Motive des Films sind altbekannt, aber die großartigen Dialoge, die rastlose Inszenierung und die entscheidenden Kniffe sind ganz klar dem Regisseur (und Drehbuchautor) Mamet zuzuschreiben. Sein bisher bester Film, mit einem glänzend spielenden Val Kilmer in der Hauptrolle. [Film kaufen]

 

Syriana
Einen scharfen und kritischen Blick auf die Machenschaften des US-Geheimdienstes (und Militärs) im Nahen Osten wagt „Syriana“. Obwohl kein Genre-Film im engeren Sinne (zu viele politische Untertöne) funktioniert er auch als reiner Agententhriller, der sich dazu ausgiebig nicht nur den Geheimdienst-Operationen sondern auch den Auftraggebern im Hintergrund und ihren Motiven widmet. Und ganz nebenbei ist „Syriana“ der mit weitem Abstand beste Film der letzten Jahre, der sich (vor Ort) mit dem Thema Irak/Naher Osten auseinander setzt. [Film kaufen]

 

 

The Spanish Prisoner
Ein weiterer Film von David Mamet, der auf dieser Liste nicht fehlen darf. Ein Angestellter eines Großkonzerns fürchtet um den Lohn für die geleistete Forschungsarbeit und bietet sie auf dem „Markt“ an. Kaum hat er sich versehen ist das FBI involviert und er in keiner Weise mehr Herr des Geschehens. Wer es nicht mag, von einem Film an der Nase herum geführt zu werden sollte „The Spanish Prisoner“ meiden, für alle anderen hat der Film eine Menge Einfälle und Überraschungen zu bieten. [Film kaufen]

 

 

The Tailor Of Panama
Es ist 007 höchstpersönlich (in Gestalt von Pierce Brosnan), der in dieser Agentengeschichte für beste Laune sorgt. Als überambitionierter und zwangsversetzter Spion nötigt er einen ebenso teuren wie verschuldeten Schneider zur Kooperation – sprich zur Spitzelei. Die Geschichte wächst allen Beteiligten bald mächtig über den Kopf, sehr zur Freude des Publikums. Sowohl die Schauspieler (Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Brendan Gleeson) als auch die Story können restlos überzeugen, Regie-Altmeister John Boorman hat ganze Arbeit geleistet. [Film kaufen]

Die Top-100: The Gospel According to Edzehard

So, es hat dann doch eine Weile gedauert, aber hier sind sie wieder: meine persönlichen 100 Lieblingsfilme. Dieses mal mit Bild und kurzem Text zu jedem Film, auf einer Seite zusammengefasst. Die Liste hat ihren festen Platz auf diesem Blog und wird dauerhaft oben unterm Header und im „Überblick“ rechts oben zu finden sein.

Eigentlich würde ich mich nach dem erfolgreichen Zusammenfrickeln der Liste ja gerne zurücklehnen, aber Fakt ist, dass die Liste schon wieder überarbeitet werden müsste. Ich habe jedenfalls länger keine kritische Prüfung mehr vorgenommen, ob nicht ein paar neuere Filme sich einen Platz darin verdient haben. Sollte es Änderungen geben werde ich das kurz berichten.

Die Top-10 Blockbuster zum Abgewöhnen

Ja, ich bin in Listen-Laune. Wie schon am Ende der Top-100 angekündigt hab ich mal ganz tief in meiner Grindfilmkiste gewühlt und die ätzendsten Exemplare ausgewählt. Ohne weitere große Worte (die hätten die Filme eh nicht verdient) hier also die Liste:

1. Armageddon
Dieser blödsinnige Beinahe-Weltuntergang von Michael Bay verursachte mir bei meinem einzigen Versuch mit dem Film geradezu körperliche Schmerzen. Beeindruckend inhaltslos und ohne eine einzige gelungene Figur tischt Bay seinen Macho-Schwachsinn auf, der selbstredend auch noch extrem vorhersehbar ist. Und vergessen wir die elende Aerosmith-Schnulze nicht, die das Gesamtpaket „veredelt“.

2. Transformers – Revenge of the Fallen
150 sinn- und wertlose Minuten stumpfer Action, null Spannung, alberne Schauspieler, lahme Gags, Pixel-Soße zum Abgewöhnen von Anti-Regisseur Michael Bay. Mittendrin Milchgesicht Shia LaBeouf, der aber auch nicht weiss, was das ganze soll, und Megan Fox, die weiss, dass sie heiss ist, aber sonst nichts anbieten kann. DER Inbegriff von Zeitverschwendung.

3. Matrix – Reloaded & Revolutions
Der wirre, mit miesen Dialogen vollgestopfte Quatsch, mit dem die Wachowskis den großartigen „Matrix“ fortgesetzt haben, darf hier natürlich nicht fehlen. Schlüsselmeister, Architekt, Prophezeiung und allerlei bedeutungsschwangeres Geseier bestimmen das Geschehen, die Actionszenen wurden gleich für die Computerspiele „optimiert“. Am Ende sitzt man dann auf einer Parkbank, während Neo als „Ghost in the Machine“ durch die Gegend wabert. Was für ein Schuss in den Ofen…

4. Con Air
Die Besetzung verspricht beinahe schon Oscar-Nominierungen, der Film verdient bestenfalls eine ‚Goldene Himbeere‘. Nic Cage, John Malkovich, Steve Buscemi und ein paar weitere Hochkaräter haben sich in diesem beknackten over-the-top Actionfilm offenbar alle mächtig die Muffe versilbern lassen, anders ist ihre Anwesenheit nicht zu erklären. Dämlicher Drecksfilm mit alberner Pseudo-Moral und miesen Tricks.

5. Godzilla
Godzilla ist ja, soweit ich das verstehe, ein Singular. Also EIN Godzilla. In Roland Emmerichs „Godzilla“ sind aber gleich mehrere Exemplare zu sehen, und sie sind immer genau so groß, wie die Actionszene es gerade erfordert – mal passt das Viech in eine U-Bahn-Röhre, mal ist sein Auge so groß wie eine U-Bahn-Röhre. Sehr überzeugend. Garniert wird der Mist mit Matthew Broderick in der Hauptrolle (Geld sparen, okay, aber Matthew Broderick?!) und ellenlangen Szenen, die auch aus „Jurassic Park“ hätten stammen können – dem Film, den Emmerich mit diesem Scheiss unbedingt überbieten wollte. Fail.

6. Hannibal

Zugegeben, die Erwartungen waren auch (zu) hoch. Aber dann echt so? Julianne Moore, wahrlich keine schlechte Schauspielerin, bemüht sich vergebens, dem Publikum Clarice Starling vorzuspielen, ein paar gelungenen Szenen in Florenz stehen sehr viel mehr schlechte und unglaubwürdige irgendwo anders gegenüber. Dazu schafft es „Hannibal“, dass der Bösewicht von Gary Oldman gespielt wird und trotzdem total daneben ist. Und ja, am Ende wird Gehirn gelöffelt, aber wer sein eigenes durch den Film gerettet hat war da schon wieder zuhause…

7. Mission: Impossible 2
Ich hab ja gar nix gegen John Woo („Face/Off“ ist Quatsch, aber geiler Quatsch!), aber der von ihm inszenierte „M:I2“ ist echt ein Tritt ins Gesicht. Vorbei mit den altmodischen Agentenspielchen von DePalmas erstem Teil, Woo setzt auf nicht enden wollende Spielchen mit den Masken, eine lahme Bio-Tech-Story, die nie Fahrt aufnimmt, seine beschissenen Tauben und kriegt auch nur eine einzige anständige Actionszene hin. Und das trotz Überlänge. Jämmerlich.

8. Cast Away
Von wegen: Ich habe Feuer gemacht! Tom Hanks sitzt allein auf einer Insel rum. Irgendwann ist es besser, er und sein Volleyball haben sich auseinander gelebt. Dann macht er sich wieder davon. Aber seine Frau will ihn nicht mehr. Dafür kann er noch ein Paket abliefern – und sich ein Ei drauf pellen! Ob „Castaway“ jetzt eher wie „Farbe beim trocknen zusehen“ ist, oder doch mehr „Grass beim wachsen zugucken“, das will ich nicht entscheiden müssen. Was ich auch nicht will, ist mir diesen Stuss nochmal angucken müssen. Don’t make me!

9. Planet der Affen (Remake)
Tja, die Affenkostüme sind besser als beim Original, immerhin. Aber was soll die erbärmliche Besetzung, warum wurde das Ende verunstaltet? Und, Hand aufs Herz, was hat sich Tim Burton ÜBERHAUPT bei diesem Remake gedacht? Eine wahre Blaupause für miese Sommer-Blockbuster, von vorn bis hinten nur daneben.

10. Die Another Day
Ich setze echt ungern einen Bond-Film hier auf die Liste, aber „Die Another Day“ war schlichtweg eine Frechheit. High-tech-Strampelanzüge von verunstalteten nordkoreanischen Offizieren, eine riesige Laser-Wumme (oder so), ein unsichtbares Auto, eine mies computer-animierte Riesenwelle UND Madonna?! Pierce Brosnans Ära als Bond hätte ein besseres Ende verdient gehabt als diesen zwanzigsten Bond, und das Publikum auch!

Top-10 2008 (alphabetische Reihenfolge, Work in Progress)

Für eine richtige Top-10 Liste hat es nicht gereicht bis jetzt – daher hier erstmal 8 Filme, die ich den werten Lesern definitiv ans Herz legen kann. Die zwei fehlenden werde ich hoffentlich bald ergänzen können, da liegen noch einige Kandidaten auf Halde…

[Edit: Habe soeben „Charlie Wilson’s War“ ergänzt. Der war gut. Hätte nicht gedacht, dass nochmal ein Tom Hanks-Film in einer meiner Best-Of-Listen auftauchen würde… ]

[Edit 2: And then there were 10 – „Tödliche Entscheidung“ macht die Top-10 nun komplett.]

Wen es interessiert: „The Dark Knight“ hat es nicht ganz geschafft. Es mag der beste Blockbuster des Jahres gewesen sein, aber die ganz große Begeisterung sieht anders aus. Vielleicht waren auch einfach die Erwartungen zu hoch. „Iron Man“ ist auch knapp draußen geblieben, über Bond oder Indy muss ich wohl nix sagen.

I am Legend“ hätte durchaus Chancen gehabt, wenn der Film nur den Mut gehabt hätte, das Ende der Vorlage aufzunehmen und dadurch quasi über sein „Blockbuster-Selbst“ hinauszuwachsen. Hasnt’s, leider…

Mir dünkt trotz allem, ich habe einige feine Filme dieses Jahr übersehen, es sollte aber machbar sein, die noch auf den Schirm zu kriegen. Tips gerne hier in den Comments…

Zu den Top-10 2007

Top-10 2007

Ich habe noch längst nicht alles gesehen, im Folgenden trotzdem schon mal eine Liste von 10 der feinsten Filme, die hierzulande im Kalenderjahr 2007 rauskamen. Die vielen DVD-Premieren sind ggf. meiner Kino-Faulheit zuzuschreiben, oder aber dämlichen Verleihern, die nur gequirlte Scheisse ins Kino bringen. Die Ordnung kann man wahlweise als genial oder zufällig bezeichnen. Mir egal.

A Scanner Darkly (DVD-Premiere)
Großartige Science-Fiction, im Rotoskopie-Verfahren kongenial aufgebürstet. Hammer!

The Proposition (DVD-Premiere)
Brachiale Geschichten von düsteren Outlaws unter sengender Sonne. Schönes Ding!

Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada
Einwanderer-Story an der texanischen Grenze mit großartigen Darstellern. Großes Tennis!

Tödliche Versprechen (Eastern Promises)
Die Russenmafia gibt sich im feinen London die Ehre, spannend, ungewöhnlich, brutal. Hooray!

Spartan (DVD-Premiere)
Leider als stumpfer Actionfilm vermarkteter Thriller der besonders feinen Art. So machen!

Shadowboxer (DVD-Premiere)
“Ghost Dog“ in noch viel unwahrscheinlicher – herrliche Killer-Ballade. Big Up!

The Simpsons Movie
Dat janze jelbe Volk immem Kino innen drin. Der Oberwahnsinn!

Last Radio Show
Ein letztes großes Altman-Ensemble für Genießer, nun sind die Lichter aus. Wat lecker!

Gone Baby Gone
Unbequemer, spannender und lakonisch erzählter Thriller um das ratselhafte Verschwinden eines Kindes. Läuft!

Mr. Brooks
’Guilty Pleasure’ des Jahres, ein nicht ernstzunehmendes und schwarzhumoriges Thrillerchen. Jawoll!

Zu den Top-10 von 2006

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