Top-10 Listen von Lieblingsfilmen aller Art

Erstes Filmhalbjahr 2011: Filme, die man gesehen haben sollte..

Die erste Hälfte von 2011 ist rum, Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Hier eine Auswahl von Filmen, die man – meiner bescheidenen Meinung nach – gesehen haben sollte, wenn man sich für zeitgenössisches Kino interessiert. „Tree of Life“, an dem sich offenbar die Geister scheiden, habe ich übrigens noch nicht gesehen.

UPDATE: Zu den Top-10 Filmen von 2011

Drama/Thriller

Nicht wegen der ganzen Oscars, sondern weil der Film Anspruch, Humor, Drama und herrliche Darsteller bietet – an „The King’s Speech“ führt kein Weg vorbei, selbst man den „Hype“ eigentlich schon längst satt hat. Nachholtermin auf DVD: ab dem 2. September. [Bestellen bei Amazon.de]

Alles Was Wir Geben Mussten lief im April quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, gerade mal 50 000 Besucher gingen rein. Der Film mischt eine melancholische Lovestory mit dystopischen Sci-Fi-Elementen, heraus kommt eine bewegende Geschichte, wunderbar gespielt und bei aller Traurigkeit trotzdem im wahrsten Sinne des Wortes schön anzusehen. Nachholtermin auf DVD: ab dem 12. August. [Bestellen bei Amazon.de]

So ganz meinen Erwartungen an eine Verfilmung von Philip K. Dick entsprach „Der Plan (The Adjustment Bureau)“ nicht, schon wegen des zu kitschigen Endes. Dennoch ist der Film eine Augenweide, und bietet neben den Schauwerten witzige Dialoge, ein paar schöne Ideen sowie ein überzeugendes Schauspieler-Ensemble – angeführt von Matt Damon und Emily Blunt. Nachholtermin auf DVD: ab dem 21. Juli. [Bestellen bei Amazon.de]

Der Überraschungshit „Black Swan“ von Darren Aronofsky hat Natalie Portman dieses Jahr einen Oscar beschert. Der Regisseur beweist dabei einmal mehr, dass er ein großartiges Gespür für intensive, spannende Charakter-Dramen hat. Und selbst Menschen, die mit dem Milieu Ballett nicht viel anzufangen wissen, erliegen dem morbiden Charme des Films. Nachholtermin auf DVD: ab sofort. [Bestellen bei Amazon.de]

Comedy/Satire

In eine ganz andere Richtung als die oben genannten Filme geht „Rubber„. Die Farce um einen Killer-Autoreifen, gleichzeitig Film-im-Film und mit vielen schrägen Ideen gesegnet zieht ihre Kreise weit jenseits des Mainstreams. Doch zwischen den Stühlen sitzt es sich in diesem Fall äußerst bequem. Nachholtermin auf DVD: ab sofort. [Bestellen bei Amazon.de]

Noch ein wenig unbequemer, weil entfernt mit der Realität verwandt, ist die Terror-Satire „Four Lions„. Vier absolute Volltrottel haben sich dem islamistischen Terror verschrieben und planen ein Attentat in London. Nicht immer kann der Film dabei überzeugen, aber er enthält einige der lustigsten – und streitbarsten – Szenen dieses Kinojahres. Not be missed. Nachholtermin auf DVD: ab dem 30. September. [Bestellen bei Amazon]

A pros pos lustig: da muss auch „The Hangover 2“ genannt werden, denn auch wenn der Film fast eine Art Remake seines Vorgängers ist, gibt es eine Menge zu lachen. Das eingespielte Ensemble feiert noch einmal ohne Rücksicht auf Verluste, findet sich abermals ohne Erinnerung an die durchzechte Nacht wieder und geht den eigenen Spuren nach. Das alles diesmal in Bangkok und begleitet von einem Äffchen. Noch im Kino, ansonsten ab dem 7. Oktober auf DVD. [Bestellen bei Amazon.de]

Auch gut..

Biutiful, Hereafter, Der Mandant, Paul, True Grit

Die Top-10 Filme von 2010

Update: Nachdem ich inzwischen auch den Oscar-Gewinner „In Ihren Augen“ gesehen habe sei angemerkt, dass der auf jeden Fall hier in die Liste gehört.


1. Inception

Mit großen Vorschusslorbeeren und ebenso großer Erwartungshaltung seitens des Publikums gestartet war „Inception“ mit Abstand der beste Blockbuster des Sommers – und der einzige, der irgendwie das Gefühl von etwas neuem vermitteln konnte. Sicher, Traumwelten und verschiedene Handlungsebenen sind keine große Neuheit. Doch ist dem Film anzumerken, dass Regisseur Christopher Nolan eine stimmige Idee hatte, wie er seine Story visuell und dramaturgisch umsetzen wollte. Die  – leider extrem seltene – Mixtur aus Unterhaltung, Action und Anspruch ergibt einen sehenswerten Film, den man auch gerne ein zweites Mal sieht. [Kaufen bei amazon.de]

 

2. Ein Prophet
Die Geschichte eines jungen Arabers, der im Gefängnis zum gefährlichen Berufsverbrecher reift, überzeugt durch erzählerische Wucht, feinem Gespür für die Charaktere und eine packende Story. Der Film unterläuft dabei immer wieder die Erwartungen des Publikums, ohne sich dabei aber selbst im Weg zu stehen oder seine Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ein großartiger Gefängnisfilm, der unter die Haut geht und in den Köpfen bleibt. [Kaufen bei amazon.de]

 

3. The Visitor
Die Geschichte eines einsamen Witwers und Professors auf dem Weg zurück ins Leben ist Independent-Kino vom Allerfeinsten. Die Story fesselt ebenso wie die großartigen Schauspieler, der Film ist im besten Sinne des Wortes interessant, außerdem witzig, berührend und bei allem Anspruch trotzdem unterhaltsam. [Kaufen bei amazon.de]

 

4. Winter’s Bone
Die Geschichte einer Teenagerin, die im vergessenen Hinterland der USA auf der Suche nach ihrem Vater ist. Um die letzte Hoffnung auf eine würdevolle Existenz ihrer Familie zu wahren durchstreift sie eine brutale Welt voller verkommener Menschen, karger Landschaften und allgegenwärtigem Verbrechen und Drogenkonsum. Grandios gespielt und mit sehr feinem Gespür erzählt ist „Winter’s Bone“ eine der ganz großen Überraschungen des Jahres. Die Geschichte geht im besten Sinne unter die Haut, ein Film, den man so schnell nicht vergisst. Und ein Oscar für John Hawkes‘ Performance als „Uncle Teardrop“ wäre mehr als gerechtfertigt. [Kaufen bei Amazon.de]

 

5. Shutter Island
Martin Scorsese trägt etwas dicker auf als etwa sein Kollege Polanski (siehe Platz 7), doch auch er konzentriert sich in erster Linie auf das Erzählen. Die recht komplexe Story der Vorlage über Wahn und Wahrnehmung überträgt er souverän ins Kino. Einzig am Ende geht „Shutter Island“ ein wenig die Luft aus. Leonardo DiCaprio ist mindestens so gut wie in „Inception“, wobei er sich damit wohl ironischerweise um alle Oscar-Chance bringt – denn zwei Nominierungen könnten die Stimmen „spalten“… [Kaufen bei Amazon.de]

 

6. A Serious Man
Ich schreibe es glaube ich schon zum dritten oder vierten Mal, aber was wahr ist muss wahr bleiben: Die Coens können einfach keinen langweiligen Film drehen. „A Serious Man“ ist eine Besonderheit in ihrem bisherigen Werk; es fehlen die bekannten Gesichter aus dem Coen-Universum. Die Geschichte eines Mannes in der Krise seines Lebens (und was für eine Krise!) besticht durch die hervorragend gezeichneten Figuren, zahlreiche biblische Anspielungen und den sehr eigenen Humor. Ein Film, den man nicht nur einmal sehen sollte, über den es viel zu diskutieren gibt und der zum Nachdenken anregt, ohne anstrengend zu sein. [Kaufen bei Amazon.de]

 

7. The Ghost Writer
Roman Polanskis neuester Film ist Kammerspiel, Politthriller und Drama zugleich – und funktioniert auf allen drei Ebenen. Ein wunderbarer, fast altmodisch ohne CGI und andere Effekte inszenierter Film. Von mir aus könnte der Trend bei den großen Filmemachern ja gerne weggehen von Bio-Pics und großen Spektakeln, und sich wieder auf das erzählen von guten Geschichten verlegen. Ich habe allein dieses Jahr ein halbes Dutzend Bücher gelesen denen eine Adaption für die große Leinwand gut zu Gesicht stünde (und die Vorlage zu diesem Film war noch nicht mal dabei)! [Kaufen bei Amazon.de]

 

8. Machete
Man darf den Film gerne als sinnlose Ballerorgie abtun, tatsächlich ist er das auch. Aber „Machete “ hat noch mehr zu bieten. Einen grandiosen Hauptdarsteller in Danny Trejo zum Beispiel, noch viele weitere Schauspieler in Parada-Rollen (Michelle Rodriguez etwa, auch Jeff Fahey, Robert De Niro und Jessica Alba), und ein geradezu archaisches Drehbuch, in dem der böse weisse Mann (will sagen Anglo-Amerikaner) von den unterdrückten Latinos endlich mal richtig Prügel bezieht. Wer hier politische Satire sieht hat genau hingesehen, doch die setzt nur den Rahmen für ein fürchterlich blutiges und witziges Spektakel, in dem nicht der gute Geschmack zählt, sondern der Wille ihn zu umschiffen. Und letzteres gelingt eindrucksvoll. Von allen drei „Grindhouse“-Filmen auf jeden Fall der beste… [Kaufen bei Amazon.de]

 

9. Up in the Air
„Up in the Air“ ist für das Genre der romantischen Komödie das, was „Inception“ für den Sommer-Blockbuster ist: eine wohltuende Ausnahme von den vielen Produktionen von der Stange, den Sequels, Rip-Offs und Jennifer-Aniston-Filmen dieser Welt. Der Film haucht dem Genre nicht neues Leben ein, er erinnert aber daran, dass es mal welches gab. Er kommt in seinem etwas überzogenen Szenario (die hired-to-fire-Sache und die unzähligen Meilen) mit witzigen Dialogen und gut geschriebenen Figuren daher, verbindet nachdenkliche Zwischentöne mit erzählerischer Leichtigkeit und gelungenen Pointen. Von dieser Sorte (gerne auch einen Tick bissiger) darf es ruhig mehr Filme geben. [Kaufen bei Amazon.de]

 

10. The Road
Eine Geschichte zu erzählen, die wortwörtlich nach dem Weltuntergang spielt, ist wohl zwangsläufig eine düstere Angelegenheit. Diese Adaption von Cormac McCarthys post-apokalyptischem Roman folgt einem Vater und seinem Sohn auf ihrer Reise durch ein restlos zerstörtes Amerika. Die Zivilisation ist einer ungenannten Katasstrophe zum Opfer gefallen, die wenigen letzten Menschen rotten sich zusammen und leben in Furcht vor umher ziehenden Kannibalen. In dem kargen Szenario entwickelt sich kein gewöhnlicher Plot, sondern eher eine Meditation über das Band der Menschlichkeit, das Vater und Sohn verbindet. Hervorragend gespielt und gefühlvoll inszeniert lässt „The Road“ lediglich ein paar feine Dialoge der Vorlage vermissen. [Kaufen bei Amazon.de]

Knapp dahinter:
Crazy Heart, Ich Sehe den Mann Deiner Träume, Solitary Man, The Social NetworkThe Town

Zu den schlechtesten Filmen des Jahres 2010

Zu den besten Filmen des Jahres 2009

Die besten Fernsehserien der ‚Neuzeit‘

[Update: Eine aktualisierte Version der Liste vom Oktober 2014 findet sich hier.]

TV-Serien habe ich in meinem Leben schon eine Menge gesehen, aber hier gilt – anders als bei Filmen – eine ganz wichtige Unterscheidung: es gibt die Serien „von früher“, die man als Kind gesehen hat. Und es gibt die Serien „von heute“, die weit mehr Qualität aufweisen, einfach weil sich die Dinge in der Film- und Fernsehwelt so entwickelt haben.

Serienstars wie früher David Hasselhoff („Knight Rider“) oder Richard Dean Anderson („MacGyver“) konnten sich eine Kinokarriere abschminken (bei den beiden kann sich noch drüber freuen….). Man musste sich damals entscheiden – TV oder Kino, es war lediglich der „Abstieg“ vom Kino- zum Filmstar möglich. Serien waren entweder endlos-Seifenopern wie „Dallas“ oder recht alberner Quatsch für Teenager oder Kids. Ein paar Ausnahmen bestätigen die Regel („M.A.S.H.“, „Magnum PI“).

Seit den 90ern ist das anders, David Lynchs „Twin Peaks“ kommt da eine wichtige Rolle zu. Das Niveau der Fernsehserien ist gestiegen, sie folgen nicht mehr zwingend dem alten Gesetz, dass jede Folge in sich geschlossen sein muss. Stars schaffen seitdem häufiger den Sprung ins Kino. Jennifer Aniston („Friends“) und George Clooney („Emergency Room“) sind dafür gute Beispiele, inzwischen wechseln viele Schauspieler zwischen den ‚Welten‘ hin und her, ohne dass es noch jemanden interessiert.

Hier sind also meine Favoriten aus der ‚Neuzeit‘ der Fernsehserien, in chronologischer Reihenfolge, was den US-Start der jeweils ersten Staffel angeht:

1. Twin Peaks (1990)

Angefangen hat alles mit „Twin Peaks“, David Lynchs absurd-surrealer Mystery-Krimiserie von 1990. Die erste Ausstrahlung von RTL habe ich (mit damals 11 Jahren) verpasst, aber ein paar Jahre später wurden alle Folgen bei ‚Tele5‘ wiederholt. Die Mördersuche in einer Kleinstadt in Nordwesten der USA ist weit mehr als nur ein Krimi, sie seziert das Innenleben der Bewohner, genüßlich und mit viel Humor.

Das beste an der Serie sind die einzigartigen Charaktere, allen voran FBI-Agent Cooper – Kyle MacLachlan in der Rolle seines Lebens. Im Zusammenspiel mit den lokalen Cops, den Eltern der Toten, ihren Freunden und Neidern dringt er immer tiefer in die wirren Hintergründe des Verbrechens ein, stösst immer wieder auf neue Abgründe. Zudem ist es vielleicht die erste Serie überhaupt, die Teenager als ernst zu nehmende Menschen mit realen Problemen (und was für welche…) zeigt, und nicht die immer gleichen Klischees aneinander reiht.

Als der eigentliche Fall gelöst ist war das Zuschauerinteresse (zumindest in den USA) immer noch so groß, das noch eine „neue“ Handlung oben drauf gesetzt wurde. Das Finale um Coopers Nemesis Wyndom Earle ist ein Leckerbissen für alle Lynch-Fans, so wie die ganze Serie. Trotz diverser Konflikte beim Dreh und der Entwicklung des Story ist „Twin Peaks“ ein echter Meilenstein des Qualitätsfernsehens.

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2. The Sopranos (1999)

Nach „Twin Peaks“ kam lange nichts mehr. Ich muss aber auch zugeben, dass ich nicht sonderlich gezielt gesucht habe, „Akte X“, „Friends“, „Ally McBeal“ und Konsorten habe ich wohl mal gesehen, aber wirklich interessiert hat mich keine der Serien. Bis Ende der 90er die Sopranos kamen. Sie wurden – genau wie im Kino ein paar Jahre zuvor „Pulp Fiction“ – vom Spiegel angekündigt und dann vom ZDF ins Nachtprogramm verbannt; gut, dass es Videorekorder gibt (oder eher gab – hat noch jemand einen?).

Das Portrait eines Mafia-Clans aus New Jersey – ob der Name „Soprano“ wohl ein Zufall ist? – beleuchtet pointiert die Abgründe des Alltags. Allein die erste Folge, in der Mafia-Boss Tony einer Therapeutin sein Herz ausschüttet, dabei aber nicht die ganze Wahrheit erzählen darf, ist Sinnbild für die Qualität des Stoffes. Die Leistung des Schauspieler-Ensembles ist bemerkenswert, die Charaktere wachsen einem im Verlauf der 6 Staffeln richtig ans Herz.

Eine kleine Schwächephase sind – nach meiner Erinnerung – die beiden mittleren Staffeln, aber vielleicht würde ich das heute auch anders sehen. Die „Sopranos“ beginnen auf relativ kleiner Flamme (mit internen Schwierigkeiten), bevor die Spannungen zwischen den rivalisierenden Gangster-Clans von New York und New Jersey zunehmen. Ein weiterer Volltreffer der Serie: sie läuft nicht einfach aus, sie hört bewusst auf. Das klingt banal, doch Fakt ist, dass die meisten Serien wegen ausbleibendem Erfolg einfach nicht verlängert werden – und dann ist das Ende einer Staffel auch das Ende einer Serie, selbst wenn die Autoren einen anderen Schluss im Sinn hatten oder der gezeigte kein wirkliches Ende ist.

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3. 24 (2001)

Inzwischen ist in den USA die achte Staffel gelaufen, ich selber habe nur die ersten drei gesehen. Und trotzdem steht die Serie in dieser Liste, denn sie hat es geschafft, innovativ, mutig und erfolgreich zu sein. Dass fiktive Zeit und echte Zeit mal deckungsgleich sind in Filmen oder Serien hat es schon immer gegeben, aber daraus eine komplette Dramaturgie zu machen war neu – und nicht ohne Risiko.

Doch den Machern von „24“ ist es gelungen, dieses Prinzip zu etablieren, das Publikum zu begeistern und dabei eine gute Geschichte abzuliefern. Sicher, ein paar Löcher und Fehler sind schon drin im Plot – die gewollte Atemlosigkeit des Geschehens fordert ihren Tribut. Doch die Schauspieler, allen voran Kiefer Sutherland als Agent Jack Bauer, und der spannende Terrorplot (der ersten beiden Staffeln) können dennoch überzeugen.

Wie ich höre ist der gute Jack Bauer in den späteren Staffeln – er war schon zu Beginn kein Kind von Traurigkeit – zu Amerikas TV-Folterknecht Nummer 1 geworden, was natürlich keine schöne Entwicklung wäre. Ich habe von dem Format nach 72 Folgen einfach mal genug gehabt, und werde die fehlenden Staffeln eher nicht mehr nachholen. Doch den Platz in dieser Liste hat „24“ sich verdient…

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4. Weeds (2005)

Die moderne Idylle wohlhabender US-Vorstädte hat schon anno 1999 „American Beauty“ satirisch auseinander genommen. In „Weeds“ ist diese Idylle von Anfang an dahin, nach dem Tod ihres Mannes muss sich eine Hausfrau alleine durchschlagen. Doch den Lebensstandard zu halten ist gar nicht so einfach, wie Nancy Botwin (Mary-Louise Parker) feststellen muss, weshalb sie es mit dem Verkauf von Gras versucht.

Ersten Erfolgen stehen zunehmend größere Probleme im Wege, mit Rivalen, den Gesetzeshütern und den eigenen Kids – vor denen sie ihren neuen Brötchenbezahl-Plan nicht lange geheim halten kann. „Weeds“ wechselt zwischen Satire und reiner Comedy hin und her, ist auch mal sozialkritisch oder politisch unkorrekt, dabei aber in erster Linie immer eines: unterhaltsam. In den besten Folgen sind die Dialoge (im Original) so witzig dass man hin und wieder Pause drücken sollte, damit einem nichts entgeht.

Wohin die Reise der Botwins noch gehen wird ist am Ende der ersten Staffeln keinesfalls abzulesen, die Drehbuchautoren treiben es in jeder neuen Staffel (scheinbar) wieder von neuem auf die Spitze. Inzwischen ist die sechste Staffel gelaufen, wie man hört wird nach der siebten Schluss sein. Ich bin mal gespannt und hoffe darauf, dass die Autoren einen ECHTEN Schluss schreiben, keinen Kompromiss, der irgendwann doch noch fortgesetzt werden könnte…

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5. Dexter (2006)

Fast jede Serie in dieser Liste ist nicht unbedingt sehr fest in der Realität verwurzelt – im dem Sinne, dass die gezeigte Handlung besonders realistisch wäre. „Dexter“ schießt aber eindeutig den Vogel ab, denn es geht um einen Kriminal-Mediziner, der gleichzeitig Serienkiller ist. Aber ein guter Serienkiller. Der es in Miami in jeder Staffel mit einem neuen, bösen Serienkiller zu tun bekommt, der jedes mal HAARSCHARF davor steht, mit einem Riesenknall aufzufliegen, dann aber doch davon kommt.

Doch dazu zweierlei: Erstens ist die „Bedrohung“ durchaus real, es erscheint nicht unmöglich, dass Dexter Morgan (Michael C. Hall) irgendwann doch noch in Handschellen abgeführt wird. „Dexter“ ist schließlich nicht das „A-Team“ auf der Flucht vor Colonel Decker. Zweitens ist es den Stärken von Drehbuch, Schauspielern und Inszenierung zu verdanken, dass einem nur selten bewusst wird, wie UNGLAUBLICH die Handlung eigentlich ist.

Tatsächlich ist die Serie kontinuierlich mit (fast) jeder Staffel besser geworden, noch spannender, noch zynischer, noch grenzwertiger. Die extrem blutige Angelegenheit (FSK 18) ist sicher nicht jedermanns Feierabende-Vergnügen, ich freue mich trotzdem schon auf Staffel Nummer sechs im nächsten Jahr!

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6. Californication (2007)

Wer bisher geglaubt hatte, Dave Duchovny hätte mit Agent Fox Mulder schon die Rolle seines Lebens gespielt muss seit 2007 umdenken. Denn der ist als turbo-hedonistischer, zynischer Schriftsteller Hank Moody in „Californication“ zu gut um wahr zu sein. Mit charmantem Blick im Porsche-Cabrio durch Los Angeles fahrend fängt er dutzendweise Frauengeschichten an, was seine schöne Ehefrau Karen (Natasha McElhone) ihm irgendwann nicht mehr verzeihen kann.

Doch das Ende ist im Hause Moody immer wieder ein neuer Anfang, als (relativ) konstante Stütze bleibt ihm dabei seine Tochter Becca treu. Die durchlebt ihrerseits Höhen und Tiefen des Teenagerdaseins und hat mit ihrem Dad jemanden im Gepäck, der als Vorbild nur bedingt tauglich ist. Ein echtes Highlight der Serie sind zudem Hanks Agent, der Glatzkopf Charlie Runkle samt koksnasiger Gattin Marcy. Nicht zu vergessen Kathleen Turner (jawoll, die aus den 80ern), mit Mut zum Übergewicht und einer Stimme, die auch Joe Cocker gehören könnte.

„Californication“ ist in erster Linie Comedy, und vielleicht die lustigste Show die ich je gesehen habe. Bei allem Slapstick und aller Übertreibung lassen die Figuren aber hin und wieder durchscheinen, dass sie der Realität noch nicht endgültig entfleucht sind. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie nur alle zu egoistisch, triebgesteuert und unreif um sich wie erwachsene Menschen aufzuführen.

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7. John from Cincinnati (2007)

Die „Sopranos“ verließen im Herbst 2007 die Fernseher dieser Welt, und halb Amerika schaute zu. Sender HBO wollte das Publikum gleich mit der nächste Serie ködern und startete „John From Cincinnati“ auf dem „Sopranos“-Sendeplatz am Sonntagabend. Doch die Mystery-Surfer-Sage erwies sich als nicht massentauglich, und wurde nach der ersten Staffel wieder eingestellt. Schade, schade.

Aber diese eine Staffel immerhin ist großes Fernsehen geworden. Der Titelheld erscheint aus dem Nichts auf der Bildfläche in Südkalifornien und lernt eine Reihe von mehr oder minder merkwürdigen Gestalten kennen. Im Mittelpunkt steht dabei die Familie Yost, aus deren Reihen schon in der dritten Generation Ausnahmekönner des Surfsports kommen.

Den Plot wiedergeben zu wollen wäre sinnlos und unmöglich, die Serie verweigert sich einer konventionellen Erzählweise und gibt sich verschroben und geheimnisvoll – genau wie ihre Charaktere. Etwas ist faul bei den Yosts und den meisten ihrer Freunde und Bekannten. Ein abgewrackter Rocker, ein Ex-Bulle (gespielt von Ed O’Neill ala Al Bundy), und ein abtrünniger Mediziner bevölkern die Szenerie, Themen wie Drogensucht, Wunderheilung und eiskalte Geschäftspraktiken unter Surfsport-Größen ergeben ein wirres, von großartigen Momenten und hintergründigem Witz geprägtes Gesamtbild. Die Nähe zwischen Genie und Wahnsinn war nie besser auf der Leinwand zu beobachten als in „John From Cincinnati“ – und natürlich „Twin Peaks“.

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8. Bored to Death (2009)

Diese kleine Comedyserie von HBO ist sicher nicht jedermanns Sache, trifft aber sehr genau meinen Geschmack. Drei mit dem Leben hadernde Männer kämpfen sich in Manhattan durch den Alltag. Schriftsteller Jonathan (Jason Schwartzman) wird am Anfang von seiner Freundin verlassen (weil er zuviel Weißwein trinkt und zuviel kifft) und versucht sich auf der Suche nach Ablenkung daraufhin als Hobby-Privatdetektiv.

Comic-Zeichner Ray (Zach Galifianakis) kommt ebenfalls nicht recht voran, während Publizist George (Ted Danson) das Leben geniesst als wäre er keine 60, sondern 25 Jahre alt. Die Mischung aus Neo-Noir (u. a. ein lakonischer Off-Kommentar), Großstadthumor mit Anleihen bei Woody Allen und niveauvollem Kiffer-Slapstick (ja, sowas gibt es hier!) ist feinste Unterhaltung. Es gibt in dem bunten Treiben auch mal Tiefgang, doch die Hauptfiguren sind äußerst geschickt darin diesen mit viel Humor zu übersehen…

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9. Boardwalk Empire (2010)

Diese Serie ist noch nicht mal am Ende der ersten Staffel – wenn auch knapp, es fehlt nur eine Folge – und darf hier trotzdem nicht fehlen. Die Erwartungen an „Boardwalk Empire“ waren hoch, schließlich inszenierte Martin Scorsese den Pilotfilm (und ist Produzent der Serie), zudem ist die Besetzung recht prominent (Steve Buscemi, Kelly MacDonald, Michael Shannon) und der Sendeplatz ist der oben bereits erwähnte „Sopranos“-Sonntagabend.

Buscemi spielt Nucky Thompson, der Anfang der 1920er Jahre in Atlantic City die Fäden zieht. Die Prohibition guckt um die Ecke, ebenso das Wahlrecht für Frauen – die Zeit ist eine andere als die moderner Gangster. Doch die Methoden sind die gleichen. Nucky und seine Männer haben die Stadt fest im Griff, verdienen überall mit und lassen fröhlich die Puppen tanzen. Doch aus New York kommt Konkurrenz, ein paar lokale Gauner machen Stunk und überhaupt artet das Strippenziehen auf politischem, gesellschaftlichem und geschäftlichem Parkett zunehmend in harte Arbeit aus.

Die Figuren entwickeln sich langsam, aber stetig, man hat offenbar damit gerechnet eine zweite Staffel drehen zu dürfen, die den Pfaden weiterspinnt. Die ist tatsächlich gleich nach dem Start der Serie genehmigt worden, man kann sich schon drauf freuen. In Deutschland soll „Boardwalk Empire“ beim Pay-TV-Sender ‚TNT Serie‘ laufen, laut WELT Online. Allerdings habe ich von dem Sender nie gehört, wohl weil ich noch nie Pay-TV-Kunde war..

Knapp nicht dabei:

Zwei Serien sind noch zu nennen, die es beinahe, aber eben nicht ganz in diese Liste geschafft haben. Zum einen „Mad Men“, weil ich zwar von Witz, Dialogen und vielem mehr begeistert war, aber Ende der zweiten Staffel trotzdem aufgehört habe zu gucken. Ein bisschen viel Show, ein bisschen zu wenig Story. Kann aber gut sein, dass ich die übrigen Folgen noch nachhole und mein Urteil revidiere…

„Lost“ ist auch draußen geblieben, schon weil ich noch in der vierten Staffel stecke und also noch gar nicht weiss was zur Hölle denn nun eigentlich los ist auf der Insel. Aber ehrlich gesagt habe ich nicht (mehr) die Hoffnung, dass es da noch eine überzeugende Erklärung jenseits von „Ist alles Traum/Sind alle tot/etc.“ geben wird. Die Serie zelebriert das Erzählen von Geschichten und macht eine Menge Spaß – sollte am Ende doch noch alles wirklich zusammenpassen werde ich sie gerne hier ergänzen…

Die besten Filme für den gepflegten Sonntagabend

Es gibt eine da eine Art inoffizielles Genre von Filmen, wie ich finde. Und zwar jene Streifen, die bevorzugt mehrmals pro Jahr um 20:15 Uhr am Sonntagabend bei Pro7 oder RTL laufen – man kennt sie schon, bleibt aber trotzdem gerne noch mal hängen. Es sind nicht gerade die besten Filme aller Zeiten (deshalb sind auch keine Filme aus meinen Top-100 dabei), aber unterhaltsame Evergreens der letzten 20 Jahre, die einfach bestens geeignet sind, einem die Zeit zu vertreiben. Hier meine persönliche Top-10:

1. Enemy of the State
Will Smith gerät in diesem Thriller von Tony Scott in den Besitz eines lupenreinen McGuffins, und los geht die heitere Hetzjagd. Trotz ein paar eklantanter Lücken im Plot – und von den Zooms durch die Wolken durch auch mal abgesehen – geht es in „Enemy of the State“ Schlag auf Schlag, das Drehbuch macht eine Menge Dinge richtig, die mittelmäßige Thriller falsch machen. Die Story kreist um den um die Ecke guckenden Überwachungsstaat (hätte gut in die George W. Bush-Ära gepasst) , mittendrin Will Smith als Anwalt, der in die Sache hineingerät und bald sein Leben nicht mehr wieder erkennt. Das macht Spaß, findet ein gutes Ende und ist durchgehend gut gespielt. Die Besetzung ist 1 A, neben Smith sind Barry Pepper, Jon Voight, Lisa Bonet, Jack Black und weitere bekannte und gute Leute dabei. Wenn ich so drüber nachdenke habe ich den Film bisher glaube ich NUR an Sonntagabenden gesehen..

 

 

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2. Ocean’s Eleven
Das Original von 1960 – inklusive der als „Rat Pack“ bekannten Besetzung mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis, Jr – war einfach zu cool, um nicht neu verfilmt zu werden. Zum Glück nahm sich nicht irgend jemand, sondern Steven Soderbergh dieser Sache an. Mit George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und einigen weiteren männlichen Stars und der durch ein schmunzelndes „introducing“ vorgestellten Julia Roberts und einem guten bis sehr guten Drehbuch ist „Ocean’s Eleven“ der Inbegriff gut gemachter Hollywood-Unterhaltung. Der Stoff ist leicht und locker, die Dialoge witzig, die Story irgendwie bekannt aber keineswegs langweilig und schlicht und einfach hervorragend inszeniert. Wegschalten sehr unwahrscheinlich…

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3. John-Grisham-Verfilmungen aus den 90ern (Die Firma, Die Akte, Der Klient, Die Jury, Die Kammer, Gingerbread Man, Der Regenmacher)
John Grisham war wohl DER Bestseller-Autor im Thrillergenre der 90er Jahre, und Hollywood hat sich nicht lumpen lassen seine Romane mit großen Stars ins Kino zu bringen. Sandra Bullock, Tom Cruise, Julia Roberts, Denzel Washington, Sam L. Jackson oder Gene Hackman, sie alle haben mal mitgespielt. Sogar Francis Ford Coppola und Robert Altman haben je einen Film gedreht. Man kann oder sollte sie nicht alle so über einen Kamm scheeren, aber Fakt ist, dass ich sie alle schon x-mal gesehen habe – und wohl wieder hängen bleiben würde, wenn ich sie am Sonntagabend erwische. Sie sind weitestgehend flott und spannend inszeniert (Altman und Coppola sind etwas andere Wege gegangen), und haben jeweils eine gute Story parat – Grishams Stories sind zwar nicht IMMER logisch, aber locker stringenter als das, was die meisten Drehbuchschreiber abliefern.

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4. Vanilla Sky
Zugegeben, das spanische Original „Abre los Ojos“ ist fast noch besser als das Remake. Aber das läuft nun mal nicht Sonntags zur Primetime. Der Film mischt Drama, Romanze, Thriller und Science-Fiction mit einer verschachtelten Erzählweise und mehreren Deutungsmöglichkeiten. Das darf einem zuweilen etwas überkonstruiert erscheinen, nett anzusehen und unterhaltsam ist es aber immer. Penelope Cruz, Tom Cruise, Cameron Diaz und Jason Scott sind eine gute Besetzung für die „menage a quatre“, die im Zentrum der Story steht – und sogar für Kurt Russell ist noch eine gute Rolle dabei. Ich kenne viele Leute, die den Film gar nicht mögen, für mich ist er ein guter Beweis, dass Hollywood noch gutes Starkino machen kann. Auch wenn es dafür Filme aus anderen Ländern recyclen muss…

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5. Gefährliche Brandung
Keanu Reeves und Patrick Swayze sind beide nicht wirklcih als Charakterdarsteller bekannt (gewesen). In Kathryn Bigelows „Point Break“ aka „Gefährliche Brandung“ sind die beiden in ihren vielleicht besten Rollen zu sehen. Reeves als ehrgeiziger FBI-Agent Johnny Utah, Swayze als Surfer/Bankräuber Bodhi, der mit letzter Konsequenz die perfekte Welle sucht. Der Stoff könnte leicht auf B-Movie-Niveau sinken, tatsächlich aber ist Bigelow ein spannender Thriller mit interessanten Subtexten gelungen. Der Kampf des FBI gegen eine anarchische Surfer-Truppe, die in Robin Hood-Manier und mit Masken von US-Präsidenten verkleidet Banken ausräumt macht mächtig Spaß. Reeves überzeugt als überehrgeiziger Schüler zweier Lehrer (Bodhi und Gary Busey als FBI-Haudegen), Swayze ist sympathisch, nachdenklich, albern und böse zugleich. Eine krude Mischung, die einen immer wieder sehenswerten Film ergibt.

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6. From Hell
Die Geschichte von Jack the Ripper, basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel, schenkt uns Johnny Depp als Opium-süchtigen Ermittler von Scotland Yard. Die Spur führt bis ins Königshaus, was die Suche jedoch nicht wirklich einfacher macht. Heather Graham spielt Depps ‚Love Interest‘, eine schöne Dirne, die der Ripper allen Anzeichen nach bald auf dem Kieker haben wird. Die Stars des Films sind eindeutig die wunderbare Atmossphäre und die großartige Inszenierung durch die Gebrüder Hughes („The Book of Eli“), wobei Depp und die restliche Besetzung ebenfalls groß aufspielen. Selten bis nie hat mich die Location London in einem Film so überzeugt, und selten bis sehr selten traut sich ein Film ein so schönes Ende zu finden – die Studiobosse werden sich nicht begeistert gewesen sein. Wie schön für uns…

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7. Auf der Flucht
Harrison Ford ist Richard Kimble, ein Arzt der zu Unrecht des Mordes an seiner Frau bezichtig wird. Kimble muss nicht nur flüchten, sondern auch noch den echten Möder finden. Dabei ist ihm ein mit allen Wassern gewaschener US-Marshall (gespielt von Tommy Lee Jones) auf den Fersen. Von Anfang an schafft es „Auf der Flucht“ seiner rastlosen Hetzjagd genug Glaubwürdigkeit und den Charakteren genügend Tiefe zu verleihen. So wird aus der Flucht nicht ein langweiliges Wegrennen, sondern eine richtig spannende Angelegenheit, die das Publikum fesselt und bestens unterhält. Eine Paraderolle für Harrison Ford, und auch für Tommy Lee Jones als sein Wiedersacher. Eine im Kern sehr simple Idee, die handwerklich und dramaturgisch fehlerlos und sorgfältig einen kurzweiligen, fesselnden Film ergibt, den mal locker alle ein, zwei Jahre noch mal ‚mitnehmen‘ kann.

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8. Grosse Point Black
Auftragskiller haben es nicht leicht im Leben. Diese Weisheit haben schon viele Kinofilme mitzuteilen gehabt (etwa „The Matador“ mit Pierce Brosnan), aber „Grosse Point Blank“ geht die Sache am besten an. Killer Martin bekommt einen Auftrag, pikanterweise in jener Kleinstadt in der er groß geworden ist. Und nicht nur das: die „20 Jahre später“-Highschool-Party findet statt. Grund genug, den armen Kerl in eine Midlife-Crisis zu stürzen, eine alte Flamme zu treffen und dabei den Auftrag (fast) aus den Augen zu verlieren. Dan Akroyd spielt Cusacks Widersacher, Minnie Driver die einstige Liebe. Der Film nimmt sich selbst ebenso wenig ernst wie er politisch korrekt ist. Nicht jedermans Sache sicher, so eine muntere Killer-Farce. Aber wer beim ersten mal Spaß hatte dürfte einer sonntäglichen Wiederholung nicht abgeneigt sein.

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9. Im Auftrag des Teufels
Und noch ein Film mit Keanu Reeves, hier an der Seite von Al Pacino und Charlize Theron. Die Grenze zum Trash wird zuweilen überschritten, trotzdem hält der Film sein Publikum bestens bei Laune. Reeves spielt einen Anwalt (jung und ehrgeizig, siehe „Gefährliche Brandung“), der vom charismatischen Chef einer großen Kanzlei in einen komplizierten Fall verwickelt wird. Während er den Kontakt zu seiner Frau (Theron) verliert trifft er Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen – bis er doch noch versucht, sich aus dem Katz-und-Maus-Spiel seines Chefs zu befreien. Man könnte „Im Auftrag des Teufels“ einen übernatürlichen Thriller nennen, oder auch wahlweise einfach feinste, leicht bekloppte Unterhaltung für den gepflegten Sonntagabend…

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10. Das Mercury-Puzzle
Bruce Willis hat eine Menge Filme gemacht, die auf dieser Liste landen könnten. Ich finde aber, dass dieser hier am besten passt, er hat die Qualitäten, die ein Sonntagabend-Film braucht. Die Story ist recht einfach, bietet aber einen Haufen guter Szenen, es gibt genug Action, aber kein stumpfes Testosteron-Gebolze, und das Timing ist bestens. Ein kleiner autistischer Junge entschlüsselt quasi versehentlich einen streng geheimen Code eines US-Geheimdienstes (ich glaube die NSA ist es), zwischen dem Kind und einem Haufen ballernder Regierungs-Schergen steht bald nur noch einer: Bruce Willis! Gut für den Kleinen, schließlich ist Willis für solche Rollen geboren und ist mit Lust bei der Sache. Seine Gegenspieler werden von Alecc Baldwin und Peter Stormare gespielt, was passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Sicher kein großartiger Film (nach welchen Maßstäben auch immer), aber wie gemacht für Beine hoch und einen entspannten ‚Endspurt‘ richtig Montagmorgen.

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Die 10 besten Agentenfilme (OHNE Bondfilme) der letzten 15 Jahre

Wieso genau ich auf die Idee gekommen bin eine Liste mit den 10 besten Agentenfilmen der letzten 15 Jahre zu machen – und dabei auf Bondfilme zu verzichten – weiß ich nicht genau. Vielleicht haben die Jungs von „Inception“ mir den Gedanken im Traum eingepflanzt, und jetzt haben wir den Salat. Immerhin, es sind gute Filme darunter, und auch viele die man sich gut ein zweites oder drittes Mal anschauen kann. Ich werde jedenfalls in Bälde noch mal „München“ gucken, mal sehen ob mich die Erinnerung trügt oder nicht…

UPDATE: Eine sehr schöne Liste mit 20 hervorragenden Agentenfilmen gibt es auch bei den Kollegen von Salon.com.

Hier die Liste in alphabetischer Reihenfolge:

The Bourne Ultimatum
Der bisher letzte Teil der „Bourne“-Reihe bietet alles, was es für einen guten Agententhriller braucht. Eine Menge Ortswechsel, falsche Identitäten, Verrat, Verfolgungsjagden – das ganze Programm. Anders als die meisten Blockbuster dieser Tage kann der Film dabei auf eine gut durchdachte und spannende Story zurückgreifen. Ich bin (anders als Regisseur Paul Greengrass) kein großer Fan des Handkamera-Gewackels, aber bei diesem Film spare ich mir mein Gemecker darüber. Er funktioniert einfach zu gut. [Film kaufen]

 

 

Burn After Reading
Diese Agenten-Farce der Coens nimmt sich selbst nicht allzu ernst – das deutet schon der Titel an. Eine CD mit vermeintlich geheimen und wichtigen Daten fällt zwei etwas unbedarften Menschen in die Hände, mit fatalem Ausgang. CIA. die Russen und andere Gruppierungen werden in die Story verwickelt, ohne dass je einer wirklich wüsste, was eigentlich genau Phase ist. Die Welt der Geheimnisträger wird zur Kulisse einer ebenso lustigen wie verworrenen Geschichte, wie sie nur die Coens so inszenieren können. Ein erfrischend anderer Agentenfilm. [Film kaufen]

 

 

The Good German
Steven Soderberghs „The Good German“ ist eine Hommage an „Der Dritte Mann“, Alfred Hitchcock und die alten Noirs aus den 40er Jahren. Er schickt George Clooney als Journalisten Jake Geismer in das Berlin von 1945, der Krieg ist gerade vorbei, die Potsdamer Konferenz in vollem Gange. Jede Seite hat ihre eigene Agenda, Geismer gerät bald zwischen die Fronten – während er nach seiner verflossenen Liebe sucht (Cate Blanchett als Tochter eines Raketenforschers). Konsequent auf alt getrimmt besitzt „The Good German“ nicht nur den Look eines alten Schinkens, sondern auch die erzählerische Klasse der besten von ihnen. Nur das Erzähltempo ist ein bisschen flotter als anno dazumal… [Film kaufen]

 

Mission: Impossible
Auch in Brian DePalmas „Mission: Impossible“ zeigt sich, dass es auf die richtigen Zutaten ankommt. Ein spannendes Szenario, eine geheimnisvolle Liste als MacGuffin, ein paar gute Nebenfiguren und mächtig viel Bewegung. Von Prag über Paris nach Langley und weiter nach London treibt das Geschehen, und auch wenn der Film so seine Macken hat – der Weg ist das Ziel, und die Reise bietet feinste Unterhaltung. [Film kaufen]

 

 

 

München
Steven Spielbergs „München“ basiert auf historischen Tatsachen – zumindest bis zu einer gewissen Grenze. Eine Gruppe von Mossad-Agenten macht sich nach dem Attentat der Olympiade 1972 auf die Suche nach den Hintermännern und reist dafür um die halbe Welt. Die Fronten sind hier – unüblich bei Agentenfilmen – recht schnell geklärt, doch „München“ bezieht seine Spannung aus der äußerst realistischen Darstellung und die quasi-dokumentarische Erzählweise. Geschichtliches Vorwissen sollte man allerdings mitbringen, um die Story bewerten zu können. [Film kaufen]

 

The Quiet American
Ein Fan des Romans von Graham Greene bin ich ja schon länger. Um so erfreulicher, dass es auch eine gute Verfilmung des Stoffes gibt. Kurz vor Beginn des Vietnam-Kriegs gerät ein erfahrener britischer Reporter in eine Undercover-Operation des US-Geheimdienstes. Das politische Drama vermischt sich dabei immer mehr mit dem persönlichen – es geht natürlich um eine Frau. nicht ganz ein klassischer Agentenfilm, aber einer der sich des Themas aus einer sehr interessanten Perspektive annimmt und dabei sein Publikum doch nicht vergisst. [Film kaufen]

 

 

Spartan
Dieser feine Thriller von David Mamet handelt von der Entführung der Tochter des US-Präsidenten. Doch wer bei dem Stoff einen klassischen Action-Reißer erwartet wird enttäuscht. Mamet entwickelt die Handlung voller Überraschungen, ohne sich um die Konventionen des Genres zu kümmern. Viele Motive des Films sind altbekannt, aber die großartigen Dialoge, die rastlose Inszenierung und die entscheidenden Kniffe sind ganz klar dem Regisseur (und Drehbuchautor) Mamet zuzuschreiben. Sein bisher bester Film, mit einem glänzend spielenden Val Kilmer in der Hauptrolle. [Film kaufen]

 

Syriana
Einen scharfen und kritischen Blick auf die Machenschaften des US-Geheimdienstes (und Militärs) im Nahen Osten wagt „Syriana“. Obwohl kein Genre-Film im engeren Sinne (zu viele politische Untertöne) funktioniert er auch als reiner Agententhriller, der sich dazu ausgiebig nicht nur den Geheimdienst-Operationen sondern auch den Auftraggebern im Hintergrund und ihren Motiven widmet. Und ganz nebenbei ist „Syriana“ der mit weitem Abstand beste Film der letzten Jahre, der sich (vor Ort) mit dem Thema Irak/Naher Osten auseinander setzt. [Film kaufen]

 

 

The Spanish Prisoner
Ein weiterer Film von David Mamet, der auf dieser Liste nicht fehlen darf. Ein Angestellter eines Großkonzerns fürchtet um den Lohn für die geleistete Forschungsarbeit und bietet sie auf dem „Markt“ an. Kaum hat er sich versehen ist das FBI involviert und er in keiner Weise mehr Herr des Geschehens. Wer es nicht mag, von einem Film an der Nase herum geführt zu werden sollte „The Spanish Prisoner“ meiden, für alle anderen hat der Film eine Menge Einfälle und Überraschungen zu bieten. [Film kaufen]

 

 

The Tailor Of Panama
Es ist 007 höchstpersönlich (in Gestalt von Pierce Brosnan), der in dieser Agentengeschichte für beste Laune sorgt. Als überambitionierter und zwangsversetzter Spion nötigt er einen ebenso teuren wie verschuldeten Schneider zur Kooperation – sprich zur Spitzelei. Die Geschichte wächst allen Beteiligten bald mächtig über den Kopf, sehr zur Freude des Publikums. Sowohl die Schauspieler (Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Brendan Gleeson) als auch die Story können restlos überzeugen, Regie-Altmeister John Boorman hat ganze Arbeit geleistet. [Film kaufen]

Die Top-100: The Gospel According to Edzehard

So, es hat dann doch eine Weile gedauert, aber hier sind sie wieder: meine persönlichen 100 Lieblingsfilme. Dieses mal mit Bild und kurzem Text zu jedem Film, auf einer Seite zusammengefasst. Die Liste hat ihren festen Platz auf diesem Blog und wird dauerhaft oben unterm Header und im „Überblick“ rechts oben zu finden sein.

Eigentlich würde ich mich nach dem erfolgreichen Zusammenfrickeln der Liste ja gerne zurücklehnen, aber Fakt ist, dass die Liste schon wieder überarbeitet werden müsste. Ich habe jedenfalls länger keine kritische Prüfung mehr vorgenommen, ob nicht ein paar neuere Filme sich einen Platz darin verdient haben. Sollte es Änderungen geben werde ich das kurz berichten.

Die Top-10 Blockbuster zum Abgewöhnen

Ja, ich bin in Listen-Laune. Wie schon am Ende der Top-100 angekündigt hab ich mal ganz tief in meiner Grindfilmkiste gewühlt und die ätzendsten Exemplare ausgewählt. Ohne weitere große Worte (die hätten die Filme eh nicht verdient) hier also die Liste:

1. Armageddon
Dieser blödsinnige Beinahe-Weltuntergang von Michael Bay verursachte mir bei meinem einzigen Versuch mit dem Film geradezu körperliche Schmerzen. Beeindruckend inhaltslos und ohne eine einzige gelungene Figur tischt Bay seinen Macho-Schwachsinn auf, der selbstredend auch noch extrem vorhersehbar ist. Und vergessen wir die elende Aerosmith-Schnulze nicht, die das Gesamtpaket „veredelt“.

2. Transformers – Revenge of the Fallen
150 sinn- und wertlose Minuten stumpfer Action, null Spannung, alberne Schauspieler, lahme Gags, Pixel-Soße zum Abgewöhnen von Anti-Regisseur Michael Bay. Mittendrin Milchgesicht Shia LaBeouf, der aber auch nicht weiss, was das ganze soll, und Megan Fox, die weiss, dass sie heiss ist, aber sonst nichts anbieten kann. DER Inbegriff von Zeitverschwendung.

3. Matrix – Reloaded & Revolutions
Der wirre, mit miesen Dialogen vollgestopfte Quatsch, mit dem die Wachowskis den großartigen „Matrix“ fortgesetzt haben, darf hier natürlich nicht fehlen. Schlüsselmeister, Architekt, Prophezeiung und allerlei bedeutungsschwangeres Geseier bestimmen das Geschehen, die Actionszenen wurden gleich für die Computerspiele „optimiert“. Am Ende sitzt man dann auf einer Parkbank, während Neo als „Ghost in the Machine“ durch die Gegend wabert. Was für ein Schuss in den Ofen…

4. Con Air
Die Besetzung verspricht beinahe schon Oscar-Nominierungen, der Film verdient bestenfalls eine ‚Goldene Himbeere‘. Nic Cage, John Malkovich, Steve Buscemi und ein paar weitere Hochkaräter haben sich in diesem beknackten over-the-top Actionfilm offenbar alle mächtig die Muffe versilbern lassen, anders ist ihre Anwesenheit nicht zu erklären. Dämlicher Drecksfilm mit alberner Pseudo-Moral und miesen Tricks.

5. Godzilla
Godzilla ist ja, soweit ich das verstehe, ein Singular. Also EIN Godzilla. In Roland Emmerichs „Godzilla“ sind aber gleich mehrere Exemplare zu sehen, und sie sind immer genau so groß, wie die Actionszene es gerade erfordert – mal passt das Viech in eine U-Bahn-Röhre, mal ist sein Auge so groß wie eine U-Bahn-Röhre. Sehr überzeugend. Garniert wird der Mist mit Matthew Broderick in der Hauptrolle (Geld sparen, okay, aber Matthew Broderick?!) und ellenlangen Szenen, die auch aus „Jurassic Park“ hätten stammen können – dem Film, den Emmerich mit diesem Scheiss unbedingt überbieten wollte. Fail.

6. Hannibal

Zugegeben, die Erwartungen waren auch (zu) hoch. Aber dann echt so? Julianne Moore, wahrlich keine schlechte Schauspielerin, bemüht sich vergebens, dem Publikum Clarice Starling vorzuspielen, ein paar gelungenen Szenen in Florenz stehen sehr viel mehr schlechte und unglaubwürdige irgendwo anders gegenüber. Dazu schafft es „Hannibal“, dass der Bösewicht von Gary Oldman gespielt wird und trotzdem total daneben ist. Und ja, am Ende wird Gehirn gelöffelt, aber wer sein eigenes durch den Film gerettet hat war da schon wieder zuhause…

7. Mission: Impossible 2
Ich hab ja gar nix gegen John Woo („Face/Off“ ist Quatsch, aber geiler Quatsch!), aber der von ihm inszenierte „M:I2“ ist echt ein Tritt ins Gesicht. Vorbei mit den altmodischen Agentenspielchen von DePalmas erstem Teil, Woo setzt auf nicht enden wollende Spielchen mit den Masken, eine lahme Bio-Tech-Story, die nie Fahrt aufnimmt, seine beschissenen Tauben und kriegt auch nur eine einzige anständige Actionszene hin. Und das trotz Überlänge. Jämmerlich.

8. Cast Away
Von wegen: Ich habe Feuer gemacht! Tom Hanks sitzt allein auf einer Insel rum. Irgendwann ist es besser, er und sein Volleyball haben sich auseinander gelebt. Dann macht er sich wieder davon. Aber seine Frau will ihn nicht mehr. Dafür kann er noch ein Paket abliefern – und sich ein Ei drauf pellen! Ob „Castaway“ jetzt eher wie „Farbe beim trocknen zusehen“ ist, oder doch mehr „Grass beim wachsen zugucken“, das will ich nicht entscheiden müssen. Was ich auch nicht will, ist mir diesen Stuss nochmal angucken müssen. Don’t make me!

9. Planet der Affen (Remake)
Tja, die Affenkostüme sind besser als beim Original, immerhin. Aber was soll die erbärmliche Besetzung, warum wurde das Ende verunstaltet? Und, Hand aufs Herz, was hat sich Tim Burton ÜBERHAUPT bei diesem Remake gedacht? Eine wahre Blaupause für miese Sommer-Blockbuster, von vorn bis hinten nur daneben.

10. Die Another Day
Ich setze echt ungern einen Bond-Film hier auf die Liste, aber „Die Another Day“ war schlichtweg eine Frechheit. High-tech-Strampelanzüge von verunstalteten nordkoreanischen Offizieren, eine riesige Laser-Wumme (oder so), ein unsichtbares Auto, eine mies computer-animierte Riesenwelle UND Madonna?! Pierce Brosnans Ära als Bond hätte ein besseres Ende verdient gehabt als diesen zwanzigsten Bond, und das Publikum auch!

Top-10 2008 (alphabetische Reihenfolge, Work in Progress)

Für eine richtige Top-10 Liste hat es nicht gereicht bis jetzt – daher hier erstmal 8 Filme, die ich den werten Lesern definitiv ans Herz legen kann. Die zwei fehlenden werde ich hoffentlich bald ergänzen können, da liegen noch einige Kandidaten auf Halde…

[Edit: Habe soeben „Charlie Wilson’s War“ ergänzt. Der war gut. Hätte nicht gedacht, dass nochmal ein Tom Hanks-Film in einer meiner Best-Of-Listen auftauchen würde… ]

[Edit 2: And then there were 10 – „Tödliche Entscheidung“ macht die Top-10 nun komplett.]

Wen es interessiert: „The Dark Knight“ hat es nicht ganz geschafft. Es mag der beste Blockbuster des Jahres gewesen sein, aber die ganz große Begeisterung sieht anders aus. Vielleicht waren auch einfach die Erwartungen zu hoch. „Iron Man“ ist auch knapp draußen geblieben, über Bond oder Indy muss ich wohl nix sagen.

I am Legend“ hätte durchaus Chancen gehabt, wenn der Film nur den Mut gehabt hätte, das Ende der Vorlage aufzunehmen und dadurch quasi über sein „Blockbuster-Selbst“ hinauszuwachsen. Hasnt’s, leider…

Mir dünkt trotz allem, ich habe einige feine Filme dieses Jahr übersehen, es sollte aber machbar sein, die noch auf den Schirm zu kriegen. Tips gerne hier in den Comments…

Zu den Top-10 2007

Top-10 2007

Ich habe noch längst nicht alles gesehen, im Folgenden trotzdem schon mal eine Liste von 10 der feinsten Filme, die hierzulande im Kalenderjahr 2007 rauskamen. Die vielen DVD-Premieren sind ggf. meiner Kino-Faulheit zuzuschreiben, oder aber dämlichen Verleihern, die nur gequirlte Scheisse ins Kino bringen. Die Ordnung kann man wahlweise als genial oder zufällig bezeichnen. Mir egal.

A Scanner Darkly (DVD-Premiere)
Großartige Science-Fiction, im Rotoskopie-Verfahren kongenial aufgebürstet. Hammer!

The Proposition (DVD-Premiere)
Brachiale Geschichten von düsteren Outlaws unter sengender Sonne. Schönes Ding!

Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada
Einwanderer-Story an der texanischen Grenze mit großartigen Darstellern. Großes Tennis!

Tödliche Versprechen (Eastern Promises)
Die Russenmafia gibt sich im feinen London die Ehre, spannend, ungewöhnlich, brutal. Hooray!

Spartan (DVD-Premiere)
Leider als stumpfer Actionfilm vermarkteter Thriller der besonders feinen Art. So machen!

Shadowboxer (DVD-Premiere)
“Ghost Dog“ in noch viel unwahrscheinlicher – herrliche Killer-Ballade. Big Up!

The Simpsons Movie
Dat janze jelbe Volk immem Kino innen drin. Der Oberwahnsinn!

Last Radio Show
Ein letztes großes Altman-Ensemble für Genießer, nun sind die Lichter aus. Wat lecker!

Gone Baby Gone
Unbequemer, spannender und lakonisch erzählter Thriller um das ratselhafte Verschwinden eines Kindes. Läuft!

Mr. Brooks
’Guilty Pleasure’ des Jahres, ein nicht ernstzunehmendes und schwarzhumoriges Thrillerchen. Jawoll!

Zu den Top-10 von 2006

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