Top-10 Listen von Lieblingsfilmen aller Art

Die 10 besten Fernsehserien der letzten 25 Jahre

Falls es nicht offensichtlich (genug) sein sollte – es handelt sich hier um meine persönlichen Serien-Favoriten, aus Spaß an der Freude zusammengestellt. Die erste Fassung dieser Liste von 2010 (findet sich hier) ist damit also offiziell abgelöst.

1. Twin Peaks
Immer noch die Mutter aller modernen, anspruchsvollen Fernsehserien. War seiner Zeit weit voraus und wird passenderweise 2016 sogar fortgesetzt.

2. The Sopranos
Herrliche Prämisse, nahezu perfekte Umsetzung und Entwicklung. David Chase entzaubert den Hollywood-Glamour von US-Mafiosi mit Humor und großartigen Figuren.

3. The Wire
Scharfe Gesellschaftskritik und extrem vielschichtig. Von einer ‘Krimiserie’ zu sprechen wäre blanker Hohn. “The Wire” deckt mit schonungslosem Blick die sozialen Probleme von US-Großstädten auf.

4. 24
Ich habe zwar nur die ersten drei Staffeln gesehen, aber darin hat “24” gezeigt, dass mutige Fernsehserien Erfolg haben können (und Ex-Kinostars im Fernsehen neu anfangen können).

5. Mad Men
Am Anfang fast zu elegant und bedächtig erzählt fasziniert “Mad Men” seit Jahren durch die vielen starken Charaktere und den entlarvenden Blick auf die USA in den 60ern.

6. Breaking Bad
Aus dem bizarren “Chemielehrer-wird-zum-Drogengangster”-Setting entwickelt sich eine ungemein spannende, finster eskalierende Thriller-Serie mit ganz großem Finale.

7. Game of Thrones
Als Fantasy-Freund kann ich mich nicht bezeichnen, aber die große erzählerische Wucht, die unzähligen, zum Teil großartig geschriebenen Figuren und nicht zuletzt die herrlichen Dialoge haben mich zum Fan gemacht.

8. Bored to Death
Die einzige Comedy-Serie, die in der Neufassung dieser Liste überlebt hat. Aus welchem Grund? Sie ist und bleibt die witzigste!

9. Dexter
Trotz miesem Finale eine große Show, die in stärkerem Maße als je zuvor ein Monster zum Helden macht – und damit durchkam. Eigentlich beängstigend, aber eben auch verdammt witzig.

10. Sherlock
Die BBC hat die alte Spürnase Holmes samt kongenialem Watson in die Gegenwart verfrachtet. Modern, witzig, spannend und reich an erzählerischen Ideen.

Auch gut: True Detective, Homeland, Justified, John from Cincinatti, Flight of the Concords, House of Cards, Treme, Californication, Veronica Mars, Arrested Development, Ray Donovan, Boardwalk Empire

Bevor jemand sie in den Kommentaren vermissen kann, diese Serien habe ich (noch) nicht gesehen: Six Feet Under, Masters of Sex, Deadwood, Downton Abbey (und viele andere)

Top-10 Filme 2013

Meine persönlichen Favoriten des Jahres, dieses Jahr mal nicht alphabetisch, sondern beginnend mit dem „Film des Jahres“. Wie immer habe ich nicht alles gesehen und so kann und wird sich diese Liste möglicherweise noch ändern!

1. 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse

Unfassbar witzig. Und auch ein wenig überraschend, dass Helge Schneider 19(!) Jahre nach dem Original eine so beschwingte, charmante und arnarchisch-komische Fortsetzung auf die Leinwand zaubert. Das komplette Publikum ist im Kino vor lachen halb verreckt – sensationelles Comeback in die Kriminalistik!

2. Gravity

Ein mitreißender Ritt in beeindruckenden Bildern und mit nahezu perfekten Tricks. Der beste Film in 3D überhaupt bietet vielleicht inhaltlich nicht sonderlich viel, ist aber ein echtes Kinoereignis und ein wichtiges Zeichen, dass das Medium (und die 3D-Technologie) so schnell nicht unterzukriegen sind.

3. The Grandmaster

Bildgewaltiges Martial-Arts- und Geschichts-Epos mit großer Liebesgeschichte. Nicht nur für Fans des Genres eine echte Empfehlung.

4. Blue Jasmine

Woody Allens Komödie des Jahrgangs 2013 ist tatsächlich ein zutiefst trauriger Film über eine bedauernswerte Frau. Dass er trotzdem Spaß macht UND dramatisch überzeugt zeigt einmal mehr, dass Allen ein gewitzter Meister des Erzählens ist.

5. Django Unchained

Tarantinos kruder Mix aus Spaghetti-Exploitation-Western und kreativer Geschichtsaufarbeitung glänzt wie üblich durch herrliche Dialoge und messerscharfe Figuren.

6. Inside Llewyn Davis

Lakonisch, mit wundervollem Humor und großartiger Musik. Ungewöhnlich straight für einen Film der Coen-Brüder, wie immer absolut überzeugend gespielt.

7. Only Lovers Left Alive

Jim Jarmusch hat mit seiner Vampir-Saga locker den besten Hipster-Film des Jahres gedreht. Die von den Menschen angewiderten Blutsauger – faszinierend gespielt von Tilda Swinton und Tom Hiddleston – posen sich traumhaft durch die karge Handlung.

8. This is the End

Bei einer Party von James Franco geht die Welt unter – und eine Reihe bekannter Schauspieler probiert, das Beste draus zu machen. Überraschend gelungene apokalyptische Farce, die keine Gefangenen macht.

9. Trance

Ich glaube keine meiner Top-10 Listen ist bisher ohne trashigen Thriller ausgekommen. Auch diese nicht – Danny Boyles Heist- und Mindfuck-Thriller trifft genau die schrillen Töne, die ich an diesem Genre so schätze.

10. Frances Ha

Alle mögen Greta Gerwig, stimmt schon. Aber es ist auch unmöglich sie und „Frances Ha“ nicht zu mögen. Amüsant, ehrlich, mit gekonnten Anleihen an Woody Allens frühere Filme – stark.

Filmvorschau 2013: Abseits der Blockbuster

Inside Llewyn DavisVon den Blockbustern des Jahres habe ich noch keinen im Kino gesehen, und das wird sich wohl wenig ändern. Fortsetzungen und Reboots von Superhelden reizen mich nicht genug – eine passende Regisseur/Story/Superheld-Kombination könnte das aber wieder ändern. Bei „Oblivion“, „After Earth“ und „World War Z“ fehlt(e) mir ebenfalls die Begeisterung, der „Hangover“-Drops ist auch gelutscht. Und wenn Ende des Jahres halb Deutschland nach Mittelerde entschwindet werde ich auch passen.

ABER DESHALB IST JA NICHTS VERLOREN. Denn es gibt ja noch kleinere Filme, die mich (hoffentlich) ins Kino locken werden. Die Reihe namhafter Regisseure, die bis Ende des Jahres neue Filme ins Kino bringen, ist definitiv vielversprechend: Martin Scorsese, Woody Allen, Jim Jarmusch, Robert Rodriguez, die Coens, Danny Boyle, Nicolas Winding Refn. Für 2013 habe ich die folgenden Streifen im Auge.

[Update: Ich hatte das Remake von „Oldboy“ vergessen. Was Spike Lee aus dem Stoff macht interessiert mich sehr – einen Trailer gibts noch nicht.]

Now You See Me“ (Kinostart 11. Juli) erzählt von einer Gruppe von Illusionskünstlern, die während ihrer Bühnenperformances Banken ausrauben und das Geld im Publikum verteilen. Wenn das nah genug an der potentiellen Mixtur aus „Ocean’s Eleven“ und „The Prestige“ ist, dann handelt es sich um genau die Art von Mainstream-Kino, die ich gerne sehen will. [Zum Trailer]

Only God Forgives“ (Kinostart 18. Juli) ist der neue Film von „Drive“-Regisseur Nicolas Winding Refn. Wie aus Cannes berichtet wurde handelt es sich um ein explosives, gewalttätiges Spektakel, in dem sich Ryan Gosling durch die Unterwelt von Bangkok prügelt und ballert. Klingt doch bombig, oder!? [Zum Trailer]

This is the End“ (Kinostart 8. August) handelt vom Ende der Welt. Der Schauplatz ist die Villa von Schauspieler James Franco, der ebenso wie zahlreiche Kollegen (Seth Rogen, Emma Watson, Jonah Hill) sich selbst spielt. Ob das wirklich richtig komisch ist bleibt abzuwarten, die Prämisse klingt jedoch schon mal ganz gut… [Zum Trailer]

Trance“ (Kinostart 8. August), der neue Film von „Trainspotting“ und „Slumdog Millionaire“-Regisseur Danny Boyle ist in großen Teilen der Erde schon angelaufen. Der Thriller bekam wenig gute Kritiken, hat aber eine gute IMDb-Bewertung und könnte mich ins Kino führen – falls er nicht schon vor dem Start als BluRay („BluRay“) kursiert. [Zum Trailer]

Mit „Elysium“ (Kinostart 15. August) hat Neill Blomkamp („District 9“) einen weiteren Science-Fiction-Film gedreht. Der Trailer sieht ganz gut aus, die Hoffnung auf einen überzeugenden Film des Genres ist also da und rechtfertigt hoffentlich einen Gang ins Kino. [Zum Trailer]

The Bling Ring“ (Kinostart 15. August) ist Sofia Coppolas neuster Streich. Der Film basiert auf der wahren Geschichte einer Gruppe von Jugendlichen, die in Hollywood in die Villen von Stars einbrechen. Ob dabei ein geistreicher Kommentar auf eine aus dem Ruder gelaufenene Celebrity-Kultur heraus kommt, mit für Coppola typischen ziellosen, furchtbar hübschen jungen Menschen, oder nur bessere Trash-Reality werden wir sehen. [Zum Trailer]

00 Schneider 2 – Im Wendekreis der Eidechse“ (10. Oktober) ist die heiss herbeigesehnte Fortsetzung von Helge Schneiders Geniestreich aus dem Jahre 1994. Leider ohne den verstorbenen Charakter-Laiendarsteller Helmut Körschgen, dafür mit Rocko Schamoni als Eidechse. Ich sehe großes Kino am Horizont! [Zum Trailer]

Inside Llewlyn Davis“ (Kinostart 5. Dezember) will ich mal ganz sicher sehen. Denn erstens klingt die Story interessant (zumindest wenn man sich für die USA, Bob Dylan und die 60er interessiert), zweitens ist der Film von den Coen-Brüdern. Und die liefern bekanntlich fast immer großes oder mindestens interessantes Kino ab. [Zum Trailer]

Blue Jasmine“ (Kinostart 7. November) ist Woody Allens erster in den USA spielender Film seit „Whatever Works“ von 2009. Die Hauptrollen spielen Cate Blanchett, Alec Baldwin und Bobby Cannavale (Gyp Rosetti aus „Boardwalk Empire“), die Story scheint für Allens Verhältnisse ernst zu sein (was oft ein gutes Zeichen ist). [Zum Trailer]

In „The Wolf of Wall Street“ (Kinostart 12. Dezember) erzählt Martin Scorsese mit seinem Liebling Leonardo DiCaprio in der Titelrolle die wahre Geschichte von Finanzhai und Betrüger Jordan Belfort. Eine wahrscheinlich vergleichbare Story war jüngst erst mit „Casino Jack“ zu sehen, ich traue Scorsese hier aber durchaus großes zu, der Stoff passt zu ihm und auch der Trailer überzeugt mich soweit. [Zum Trailer]

Machete 2“ (Kinostart 19. Dezember) ist der Beweis, dass Robert Rodriguez genau soviel Spaß an dem Trashfest mit dem bärbeißigen Danny Trejo hatte wie das Publikum. Neu dabei sind unter anderem Mel Gibson, Lady Gaga und Amber Heard, ein Großteil der alten Crew ist dabei, und die Story wird sicher beinharte, nicht ganz ernste Drogendealer-Legenden stricken. [Zum Trailer]

Only Lovers Left Alive“ (Kinostart 19. Dezember) ist sowohl ein Vampirfilm als auch der erste Film von Jim Jarmusch seit „The Limits of Control“. Das eher für leichte Unterhaltung bekannte Genre bekam in den letzten Jahren einige richtig starke Beiträge, etwa „Durst“ und „So finster die Nacht“, ich hoffe dass Jarmusch mindestens auf deren Niveau seine Geschichte zweier sich seit Jahrhunderten liebenden Vampire erzählt.

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Ebenfalls interessant klingen folgende Filme:  „The Butler“ von Lee Daniels,  „A Most Wanted Man“ von Anton Corbijn, „The Look of Love“ von Michael Winterbottom und „The Counselor“ von Ridley Scott nach einem Drehbuch von Cormac McCarthy

Die 10 besten Filme von 2012

Meine Top 10 des Jahres 2012, wie üblich habe ich sicher nicht alle guten Filme gesehen. Die Highlights des Kinojahres waren für mich eher die großen Filme als die kleinen, zumindest sind vier richtig teure Produktionen darunter. Das liegt vielleicht auch daran, dass da auf dem Regiestuhl Menschen saßen, deren Filme vor ein paar Jahren noch zu den kleineren zählten. Wie etwa Sam Mendes („American Beauty“) mit „Skyfall“ oder Christopher Nolan („Memento“) mit dem Abschluss der „Batman“-Trilogie. Verpasst habe ich auch eine Menge Filme, von denen ich hoffentlich alle bald nachholen kann.

  1. Dame, König, As, Spion
  2. Young Adult
  3. The Avengers
  4. Killer Joe
  5. Moonrise Kingdom
  6. Martha Marcy May Marlene
  7. Hugo Cabret
  8. Skyfall
  9. The Dark Knight Rises
  10. The Artist

Knapp dahinter: „Arbitrage“, „We Need To Talk About Kevin“, „Perfect Sense“

Abseits der Blockbuster: Kinovorschau 2012

Die Blockbuster-Vorschau 2012 habe ich vor ein paar Tagen schon rausgehauen, widmen wir uns nun den weniger teuren, aber nicht weniger viel versprechenden Produktionen. Nicht alle werden noch in diesem Jahr in Deutschland anlaufen, einige wird dasselbe Schicksal erwischen wie jüngst „The Rum Diary“ mit Johnny Depp: Es findet sich kein Verleih, der die aufgerufenen Preise bezahlt und der Film bleibt erstmal ohne Release. Oft ist der Film dann schon in den USA oder Großbritannien auf BluRay erschienen (siehe auch „The Road“ oder „London Boulevard“) bevor er dann verspätet auch hier veröffentlicht wird.

Bei einigen Streifen darf man sich aber recht sicher sein, dass sie ohne zu große Verzögerung in die hiesigen Kinos kommen, denn Filme von Oliver Stone etwa, auch von David Cronenberg oder Woody Allen werden ihren Weg schon finden.

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Blockbuster Vorschau 2012

The Dark Knight Rises PosterJedes Jahr beschwere ich mich darüber, dass fast jede Großproduktion in Hollywood ein Sequel, Prequel oder Remake ist. Nicht, dass ich mich auf „The Dark Knight Rises“ nicht freuen würde, doch den ‚guten‘ Filmreihen stehen eindeutig zu viele mittelmäßige bis schwache entgegen. Aber konzentrieren wir uns erstmal auf diese Minderheit.

2012 wird ein neuer Bondfilm anlaufen. Hooray! „Skyfall“ soll er heißen, und alle Beteiligten (Regie führt Sam Mendes) sind sich jetzt schon einig, dass er deutlich besser wird als „Quantum of Solace“. Das ist aber auch dringend nötig, denn als trockene Actionreihe funktioniert 007 auf Dauer nicht – auch wenn die Einspielergebnisse des letzten Films noch stimmten.

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Die besten Filme des Jahres 2011

Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier die 10 Filme des Jahres, die mir am besten gefallen haben. Platz eins dürfte niemanden verwundern. Ich finde meine Wahl selbst ein wenig langweilig, zumal der Film gefühlt vor zwei Jahren anlief. Aber er war ganz hervorragend und soll auch entsprechend gewürdigt werden.

Die Überraschung des Jahres war für mich „Planet der Affen – Prevolution“, weil er es geschafft hat der totgeglaubten Reihe neues Leben einzuhauchen und eine stimmige Idee zu entwickeln – damit war nicht wirklich zu rechnen nach Tim Burtons miesem Remake von 2001. Den Sprung in diese Liste hat der Film nur knapp nicht geschafft.

UPDATE: Nachdem ich „Planet der Affen – Prevolution“ noch einmal gesehen habe bin ich überzeugt, dass er ganz gewiss in diese Liste gehört und habe sie entsprechend angepasst.

Neu ist in diesem Jahr eine kleine Auflistung meiner liebsten Performances von Schauspielern, jeweils Haupt- und Nebenrolle männlich/weiblich. Das sind aber ganz sicher NICHT meine Tipps für die Oscar-Verleihung!

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Die schlechtesten Filme des Jahres 2011

Der Überraschungshit „The Hangover“ gehörte zu den besten Filmen 2009, auch die Fortsetzung hat ordentlich Spaß gemacht. Weil die Filme so immens viel Geld eingespielten, haben sich viele Studios dazu hinreissen lassen, ebenfalls politisch unkorrekte (Buddy-)Komödien zu drehen. Leider haben sie nicht verstanden, dass es nicht nur der ziemlich derbe Humor war, der die „Hangover“-Streifen auszeichnet.

Und so ist diese Liste voll von Komödien, die jämmerlich daran scheitern, denselben Funken zu entzünden, der „Hangover“ zum Riesen-Hit gemacht hat. Zwischendrin sind aber – Abwechslung muss sein – auch noch ein paar grottige Action-Schinken dabei. Viel Spaß – mit der Liste, nicht mit den Filmen!

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Kinovorschau Januar bis März 2012

Das Kinojahr 2011 ist beinahe vorbei, Zeit einen Blick nach vorn zu werfen. In den ersten drei Monaten von 2012 laufen eine Menge Filme an, auf die ich mich sehr freue. Schon im Januar geht es mit Finchers Version von „The Girl with the Dragon Tattoo“ los, außerdem laufen Filme von Steven Soderbergh, Martin Scorsese, Alexander Payne und Clint Eastwood an. Im folgenden also mal ein kleiner und unvollständiger Blick auf den Spielplan der nächsten Monate…

Übrigens: Die Hunter S. Thompson-Verfilmung „The Rum Diary“ mit Johnny Depp hat weiterhin keinen deutschen Starttermin…

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Kino-Vorschau 2012

Ein Blick in die Zukunft verrät, dass man in Hollywood weiter auf Sequels, Prequels und andere bekannte Stoffe setzt. Und trotz rückgängiger Umsätze mit dem Format wird fast alles auch in 3D produziert. Hier mal eine kleine Aufzählung der Groß-Projekte, die uns nächstes Jahr erwarten.

The Amazing Spider-Man
Der letzte „Spider-Man“-Film hat nicht viel Spaß gemacht. Irgendwie war Regisseur Sam Raimi wohl die Lust vergangen, und auch die Darsteller waren keine rechte Freude mehr. Ist auch egal, hat man sich wohl seitens der Produzenten gedacht, und stellt nun eine neue Reihe auf die Beine. Es geht also von vorne los, Andrew Garfield („The Social Network“) ist der neue Spider-Man. Der erste Trailer sah im Kino dem ersten Film sehr ähnlich, nur dass andere Schauspieler mitmachen – und das ganze natürlich in 3D gedreht wurde.
Voraussichtlicher Starttermin: Sommer 2012

Ghost Rider – Spirit of Vengeance (3D)
Der erste Teil war ein Schuss in den Ofen, locker eine der miesesten Comic-Adaptionen überhaupt. Für die Fortsetzung sind nun die „Crank“-Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor zuständig, Nic Cage bleibt der Reihe treu. Mal sehen ob sie eine gute Idee haben, was man aus dem brennenden Kerl und seinem Feurstuhl noch rausholen kann. Die Skepsis überwiegt…
Voraussichtlicher Starttermin: Februar 2012


The Dark Knight Rises

Eine der wenigen Fortsetzungen, der ich gespannt entgegen blicke ist Christopher Nolans dritter „Batman“. Der Teaser sieht schon mal gut aus, die Stimmung ist mächtig düster. Es darf als wahrscheinlich gelten, dass die Reihe um den Fledermausmann weiter die Standards im Comic-Genre setzt – auch wenn Nolan sich gegen 3D entschieden hat. Wobei die Erwartungen nach den Mega-Erfolg von „The Dark Knight“ natürlich extrem hoch sind.
Voraussichtlicher Starttermin: August 2012

 

 

The Avengers (3D)
Das komplette Marvel-Universum bekommen wir in „The Avengers“ aufgetischt. Captain America, Thor, Hulk und Iron Man geben sich die Ehre, gespielt von Chris Evans, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo und Robert Downey Jr.. Auch Scarlett Johansson wird wie schon in „Iron Man 2“ als Black Window dabei sein, ebenso Sam L. Jackson als Nick Fury und Gwyneth Paltrow als Pepper Potts. Sie alle raufen sich offenbar zusammen, um gegen einen übermächtigen Feind zu kämpfen. Wer die Comics kennt kann gerne in den Comics ergänzen, wer das wohl sein wird. Ick weeß et nich!
Voraussichtlicher Starttermin: Mai 2012

The Hobbit Pt I (3D)
Es hat ja eine ganze Weile gedauert, bis die Rechtsstreitigkeiten um die „Hobbit“-Adaption gekklärt waren. Und dann sprang irgendwann – weil es sich immer noch weiter hin zog – Guillermo Del Toro als Regisseur ab, Peter Jackson – der eigentlich nur als Produzent fungieren sollte – übernahm. Nun haben die Drehbarbeiten begonnen, Ende 2012 wird der erste Teil anlaufen. Ich habe ja nach den drei „Herr der Ringe“-Filmen erstmal für eine ganze Weile genug Hobbits und Konsorten gesehen, aber ich bin sicher da draußen gibt es eine Menge Fans, die gespannt wie die Flitzebogen auf diesen Film warten…
Voraussichtlicher Starttermin: Dezember 2012

Bond 23
Ähnlich wie der „Hobbit“ geriet auch Bond bei dem Konkurs von MGM beinahe unter die Räder. Jetzt aber ist alles klar, Drehbeginn soll im Herbst diesen Jahres sein, ein Jahr später läuft der dritte Film mit Daniel Craig als James Bond an. Sam Mendes („American Beauty“) wird Regie führen, hoffentlich macht er es besser als zuletzt Marc Forster mit „Quantum of Solace“. Javier Bardem soll den Bösewicht spielen, das klingt schon mal gut, welche Bondgirls dabei sind wird man sicher auch noch erfahren.
Voraussichtlicher Starttermin: Oktober 2012

Clash of the Titans 2 (3D)
Der erste Film dieser Reihe konnte nicht ganz die Erwartungen erfüllen, aber hat offenbar genug Geld in die Kassen gebracht um ein Sequel zu bekommen. Wie man so hört haben sich die Produzenten und Schauspieler vorgenommen, den Vorgänger deutlich zu übertreffen, aber was sollen sie auch anderes erzählen. Teil eins hat mir im Heimkino durchaus Spaß gemacht, und da wird auch der nächste Teil der Götter-Saga landen.
Voraussichtlicher Starttermin: März 2012

Men in Black 3 (3D)
Will Smith hat seit „Sieben Leben“ (2008) keinen Film mehr gedreht, nach dann knapp vier Jahren Pause wird er sein Comeback ausgerechnet in einer Fortsetzung geben. Ich habe per se nichts gegen die „Men in Black“-Filme, aber ich hätte auch keinen neuen gebraucht. Kommen wird er trotzdem, und natürlich in 3D. Tommy Lee Jones ist auch wieder dabei, das ganze dürfte ein nett gemachter Spaß werden, den ich mir im Kino aber eher sparen werde…
Voraussichtlicher Starttermin: Mai/Juni 2012

The Bourne Legacy
Es geht weiter mit den „Bourne“-Filmen, aber ohne Jason Bourne. Offenbar hat der neue Film – sicher der Auftakt zu einer neuen Reihe – auch nichts mit den Büchern von Robert Ludlum mehr zu tun. Regie wird Tony Gilroy („Michael Clayton“) führen, die Besetzung mit Edward Norton, Rachel Weisz und Jeremy Renner klingt vielversprechend.
Voraussichtlicher Starttermin: August/September 2012

Zehn Romanverfilmungen, auf die ich mächtig gespannt bin…

Film-Adaptionen guter Bücher ergeben leider nicht immer großes Kino. Aber wenn die richtigen Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler involviert sind, dann besteht zumindest die Chance darauf. Bei den hier gelisteten Romanen mache ich mir recht große Hoffnungen, das zumindest ein paar echte Perlen dabei sind. Und „The Rum Diary“ fehlt in der Liste, weil ich schon -zig mal über den Film geschrieben habe…

Inherent Vice (Thomas Pynchon)

Worum geht es? Um einen an den Dude erinnernden Privatdetektiv, der im Los Angeles der Späthippie-Ära in eine Menge verschachtelter Kriminalfälle verwickelt wird.

Wer verfilmt? Angeblich will Paul Thomas Anderson („Boogie Nights“) den Stoff adaptieren, für die Hauptrolle ist Robert Downey Jr. im Gespräch.

Wann ist es soweit? Schwer zu sagen, die IMDB gibt 2014 an, was aber nichts hießen muss. Es könnte schneller gehen, oder das Projekt erledigt sich wieder – was ZU SCHADE wäre.

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Cosmopolis (Don DeLillo)

Worum geht es? Um einen jungen Milliardär, der im Verlaufe eines Tages sein komplettes Vermögen verzockt, während er in einer Stretch-Limo durch New York chauffiert wird und allerlei mysteriöse Dinge tut…

Wer verfilmt? David Cronenberg („A History of Violence“) soll es machen, die Hauptrolle hat „Twilight“-Teenieschwarm Robert Pattinson ergattert – den ich mir in der Rolle aber durchaus gut vorstellen kann, wenn man sich die weisse Schminke mal wegdenkt..

Wann ist es soweit? Das Projekt ist konkret in der Produktion und soll vermutlich Ende 2012 ins Kino kommen. Hoffentlich bei uns nicht wieder mit einem Jahr Verspätung.

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Ubik (Philip K. Dick)

Worum geht es? Um ähh, also um .. bitte hier lesen!

Wer verfilmt? Michel Gondry („Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) soll und will es – mit dem Segen der Philip K. Dick-Erbin – machen. Die Besetzung steht noch nicht fest.

Wann ist es soweit? Gute Frage. Erstmal muss die Finanzierung stehen, und angesichts des Stoffes wird es nicht leicht werden, Gelder zu bekommen.

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The Man in the High Castle (Philip K. Dick)

Worum geht es? Im Szenario des Romans haben die Nazis und die Japaner den Krieg gewonnen und die USA unter sich aufgeteilt. Der Plot mischt politische Intrigen und Verwirrspiele mit persönlichen Schicksalen und einer Portion Pseudo-Religion.

Wer verfilmt? Ridley Scott hat Interesse, eine BBC-Serie aus dem Stoff zu machen und soll als Executive Producer fungieren.

Wann ist es soweit? Da es seit Monaten keine neuen Status-Bericht gibt muss man wohl froh sein, wenn die Serie überhaupt gedreht wird – bestenfalls unklar…

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A Visit from the Goon Squad (Jennifer Egan)

Worum geht es? Der Roman erzählt in vielen Fragmenten und auf verschiedenen Zeitebenen die Geschichte von knapp einem Dutzend Figuren, die alle irgendwie mit der Musikindustrie zu tun haben. Aber ob diese Form bei der Serie beibehalten wird erscheint mindestens fraglich.

Wer verfilmt? HBO will eine Serie draus machen, Jennifer Egan soll als Beraterin dabei sein.

Wann ist es soweit? Laut IMDB schon dieses Jahr, wobei damit auch nur eine Pilotfolge gemeint sein könnte. Zudem ist generell fraglich, ob ein deutscher Sender die Serie ausstrahlen würde. Käme wohl (auch) auf die Besetzung an…

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Savages (Don Winslow)

Worum geht es? Zwei junge Pot-Dealer aus Südkalifornien geraten mit einem mexikanischen Drogenkartell aneinander und müssen bald ihre gemeinsame Freundin (und Bettgefährtin) aus dessen Klauen befreien.

Wer verfilmt? Oliver Stone, mit Blake Lively, Taylor Kitsch, Aaron johnson, Uma Thurman, John Travolta und Salma Hayek.

Wann ist es soweit? Der Film wird zur Zeit gedreht und soll nächstes Jahr im September in die US-Kinos kommen – und dann hoffentlich zeitnah auch bei uns anlaufen…

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The Descendants (Kaui Hart Hemmings)

Worum geht es? Als die Gattin eines reichen Anwalt bei einem Unfall ins Koma fällt muss der sich plötzlich ernsthaft mit seinen beiden Töchtern auseinandersetzen. Dabei kommen Schritt für Schritt auch ein paar dunkle Geheimnisse der Familie ans Licht.

Wer verfilmt? „About Schmidt“-Regisseur Alexander Payne hat sich der Story angenommen, die Hauptrolle spielt ein gewisser George Clooney.

Wann ist es soweit? „The Descendants“ soll bei uns im kommenden Januar anlaufen. In unserem dunklen Winter könnte das schöne Setting (der Film spielt auf Hawaii) allein schon den Eintritt wert sein.

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On the Road (Jack Kerouac)

Worum geht es? Keraoucs berühmter Roman ist eines der Schlüsselwerke der Beat-Generation und folgt zwei jungen Männern auf ihren ausschweifenden Trips quer durch die USA. Um ehrlich zu sein habe ich es nicht zuende gelesen, mal sehen ob ich das noch schaffe…

Wer verfilmt? Walter Salles („The Motorcycle Diaries“) mit Sam Riley, Garrett Hedlund, Kristen Stewart, Kirsten Dunst, Viggo Mortensen, Amy Adams, Alice Braga und Steve Buscemi. Ein recht beachtliches Ensemble also, wobei viel von den Herren Riley und Hedlung abhängen wird.

Wann ist es soweit? 2012 soll der Film rauskommen, denkbar ist auch ein Festival-Auftritt in Cannes – dann käme er wohl erst im Herbst regulär raus.

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Beat the Reaper (Josh Bazell)

Worum geht es? Ein Assistenzarzt wird von seiner Mafia-Vergangenheit  eingeholt und kämpft verzweifelt ums überleben – während der ganz normale Wahnsinn im Krankenhaus weiterläuft. In Rückblenden erzählt der Roman die Back-Story.

Wer verfilmt? Regie soll DJ Caruso („I am Numer Four“) führen, für die Hauptrolle ist angeblich Leo DiCaprio im Gespräch.

Wann ist es soweit? Laut IMDB anno 2014, aber da hier eigentlich noch überhaupt nichts beschlossen scheint kann man da nichts drauf geben. Es wäre schon schön, wenn es überhaupt irgendwann soweit ist.

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Motherless Brooklyn (Jonathan Lethem)

Worum geht es? Vier Jungs aus dem Waisenhaus in Brooklyn wachsen unter der Obhut eines Gangsterbosses zu dessen „Angestellten“ heran. Als ihr Boss erschossen wird macht sich einer von ihnen – der am Tourette-Syndrom leidende Lionel – auf die Suche nach dem Mörder. Dabei gerät er zwischen alle Fronten und muss sich einigen schmerzlichen Tatsachen stellen..

Wer verfilmt? Edward Norton möchte – so erzählt man sich das in Hollywood – bei dem Projekt sowohl Regie führen als auch die Hauptrolle spielen. Ich hätte nichts dagegen.

Wann ist es soweit? Angeblich 2013, was aber auch nur heisst, dass der Drehstart noch nicht feststeht – und damit auch keine Sicherheit, dass der Film überhaupt gedreht wird.

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Die 10 besten Science-Fiction-Filme der letzten zehn Jahre

Die folgende Auswahl ist nicht nur rein subjektiv, sondern basiert auch auf meinem „Verständnis“ von Science-Fiction. Daher sind großartige Filme wie „Donnie Darko“ oder „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ nicht dabei, weil ich sie eher anderen Genres zuordnen würde – auch wenn sie durchaus Sci-fi-Elemente enthalten.

 

1. Inception (2010)

Schlicht und ergreifend ein großartiger Film, der sich übrigens nur deshalb für diese Liste qualifiziert, weil die Idee in anderer Leute Träume einzubrechen in der Realität (noch) nicht funktioniert. Ansonsten fehlen die üblichen Sci-Fi-Elemente komplett, es gibt keine Aliens oder Roboter, Raumschiffe oder filegende Autos. Macht aber nichts, denn die Traumwelten des Films kommen sehr gut ohne diese Dinge aus.

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2. A Scanner Darkly (2006)

Auch hier könnte man streiten, ob es sich überhaupt um einen Science-Fiction-Film handelt. Schließlich wäre das Szenario des Films (und der Vorlage von Philip K. Dick) auch in der Gegenwart möglich. Das für den Autor typische Spiel mit Realitäts- und Bewusstseinsebenen – in diesem Fall ausgelöst durch massiven Drogenkonsum – ist hervorragend wiedergegeben, die auf den ersten Blick chaotische und ziellose Handlung steuert zudem auf ein ganz großes Finale zu.

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3. Alles was wir geben mussten (2010)

Die Welt von „Never Let Me Go“ (Originaltitel) ist mit der unseren fast identisch. Was der feine Unterschied ist, dass erfährt das Publikum anhand des Schicksals der drei Hauptfiguren. Dabei entfaltet die Story langsam, aber sicher eine große Sogkraft, bis man komplett ins dystopische Szenario des Films eingetaucht ist. Vom Publikum leider verschmäht und doch einer der besten Filme der letzten Jahre.

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4. District 9 (2009)

Richtig viele Aliens und Raumschiffe gibt es auf Platz 4. Der Überraschungshit „District 9“ bastelt sich aus bekannten Zutaten ein stimmiges, dystopisches Szenario. Die Verflechtung von Drama-, Horror- und Sci-Fi-Elementen ergibt einen packenden Film, der neben den Effekten auch eine interessante Story zu bieten hat.

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5. Moon (2009)

Wieder ohne Aliens – wobei der Roboter mit der Stimme von Kevin Spacey schon äußerst creepy ist und den Einsatz von Außerirdischen quasi ersetzt. „Moon“ ist ein Kammerspiel, in dem ein einsamer Mann auf dem Mond sich auf seine Rückkehr zur Erde vorbereitet. Dabei hat er allerdings die Rechnung ohne das Drehbuch gemacht, denn das bringt ein paar andere Ideen ins Spiel.

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6. Children of Men (2006)

Es wird schon zur Gewohnheit in dieser Liste, denn auch „Children of Men“ kommt ohne die Genre-üblichen Zutaten aus. In dem Endzeit-Spektakel geht es zwar um die Rettung der Menschheit, es sind aber keine Feinde von außen, die hier die Bedrohung darstellen. Packender Thriller, der mit einem überzeugenden Szenario und dem actionreichen, Kriegsfilm-artigen Finale überzeugt.

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7. Avatar (2009)

Aliens und Raumschiffe, wohin das Auge blickt. Als „Avatar“ rauskam war ich vom Film sehr entzückt, vor allem wegen der großartigen 3D-Effekte. Mit ein wenig Abstand fällt (noch deutlicher als zuvor) die doch sehr kitschige Öko-Gutmenschen-Story ins Auge. Dennoch hat der Film einen Platz in dieser Liste verdient – bis jemand Tricks auf dem Niveau von „Avatar“ UND eine weniger plumpe Story anbieten kann!

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8. Minority Report (2002)

Der zweite Film auf dieser Liste, der auf einem Stoff von Philip K. Dick basiert. Zwar ist „Minority Report“ ein bisschen zu lang geraten, ansonsten aber gibt es wenig auszusetzen. Spannend, actionreich und mit starken Effekten, die sehr gut in die Story integriert sind.

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9. Vanilla Sky (2001)

Ich höre schon den Aufschrei der verehrten Leserschaft, aber ich mag diesen Film tatsächlich sehr gerne. Mit Versatzstücken aus Horror, Sci-Fi und romantischem Drama schafft „Vanilla Sky“ einen erzählerischen Raum, wie er nur im Kino fuktionieren kann. Das spanische Original „Abre Los Ojos“ ist mindestens genau so gut – aber zu alt für diese Liste!

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10. Sky Captain and the World of Tomorrow (2004)

Kann ein Film, der anno 1939 spielt Science-Fiction sein? Ich finde schon. „Sky Captain“ verbindet seinen Retro-Look mit zeitgenössischen Spezial-Effekten und bietet ein buntes, mitunter groteskes Spektakel. Man muss (oder sollte) den Film nicht ernst nehmen, sondern einfach die Bilder genießen.

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Erstes Filmhalbjahr 2011: Filme, die man gesehen haben sollte..

Die erste Hälfte von 2011 ist rum, Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Hier eine Auswahl von Filmen, die man – meiner bescheidenen Meinung nach – gesehen haben sollte, wenn man sich für zeitgenössisches Kino interessiert. „Tree of Life“, an dem sich offenbar die Geister scheiden, habe ich übrigens noch nicht gesehen.

UPDATE: Zu den Top-10 Filmen von 2011

Drama/Thriller

Nicht wegen der ganzen Oscars, sondern weil der Film Anspruch, Humor, Drama und herrliche Darsteller bietet – an „The King’s Speech“ führt kein Weg vorbei, selbst man den „Hype“ eigentlich schon längst satt hat. Nachholtermin auf DVD: ab dem 2. September. [Bestellen bei Amazon.de]

Alles Was Wir Geben Mussten lief im April quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, gerade mal 50 000 Besucher gingen rein. Der Film mischt eine melancholische Lovestory mit dystopischen Sci-Fi-Elementen, heraus kommt eine bewegende Geschichte, wunderbar gespielt und bei aller Traurigkeit trotzdem im wahrsten Sinne des Wortes schön anzusehen. Nachholtermin auf DVD: ab dem 12. August. [Bestellen bei Amazon.de]

So ganz meinen Erwartungen an eine Verfilmung von Philip K. Dick entsprach „Der Plan (The Adjustment Bureau)“ nicht, schon wegen des zu kitschigen Endes. Dennoch ist der Film eine Augenweide, und bietet neben den Schauwerten witzige Dialoge, ein paar schöne Ideen sowie ein überzeugendes Schauspieler-Ensemble – angeführt von Matt Damon und Emily Blunt. Nachholtermin auf DVD: ab dem 21. Juli. [Bestellen bei Amazon.de]

Der Überraschungshit „Black Swan“ von Darren Aronofsky hat Natalie Portman dieses Jahr einen Oscar beschert. Der Regisseur beweist dabei einmal mehr, dass er ein großartiges Gespür für intensive, spannende Charakter-Dramen hat. Und selbst Menschen, die mit dem Milieu Ballett nicht viel anzufangen wissen, erliegen dem morbiden Charme des Films. Nachholtermin auf DVD: ab sofort. [Bestellen bei Amazon.de]

Comedy/Satire

In eine ganz andere Richtung als die oben genannten Filme geht „Rubber„. Die Farce um einen Killer-Autoreifen, gleichzeitig Film-im-Film und mit vielen schrägen Ideen gesegnet zieht ihre Kreise weit jenseits des Mainstreams. Doch zwischen den Stühlen sitzt es sich in diesem Fall äußerst bequem. Nachholtermin auf DVD: ab sofort. [Bestellen bei Amazon.de]

Noch ein wenig unbequemer, weil entfernt mit der Realität verwandt, ist die Terror-Satire „Four Lions„. Vier absolute Volltrottel haben sich dem islamistischen Terror verschrieben und planen ein Attentat in London. Nicht immer kann der Film dabei überzeugen, aber er enthält einige der lustigsten – und streitbarsten – Szenen dieses Kinojahres. Not be missed. Nachholtermin auf DVD: ab dem 30. September. [Bestellen bei Amazon]

A pros pos lustig: da muss auch „The Hangover 2“ genannt werden, denn auch wenn der Film fast eine Art Remake seines Vorgängers ist, gibt es eine Menge zu lachen. Das eingespielte Ensemble feiert noch einmal ohne Rücksicht auf Verluste, findet sich abermals ohne Erinnerung an die durchzechte Nacht wieder und geht den eigenen Spuren nach. Das alles diesmal in Bangkok und begleitet von einem Äffchen. Noch im Kino, ansonsten ab dem 7. Oktober auf DVD. [Bestellen bei Amazon.de]

Auch gut..

Biutiful, Hereafter, Der Mandant, Paul, True Grit

Die Top-10 Filme von 2010

Update: Nachdem ich inzwischen auch den Oscar-Gewinner „In Ihren Augen“ gesehen habe sei angemerkt, dass der auf jeden Fall hier in die Liste gehört.


1. Inception

Mit großen Vorschusslorbeeren und ebenso großer Erwartungshaltung seitens des Publikums gestartet war „Inception“ mit Abstand der beste Blockbuster des Sommers – und der einzige, der irgendwie das Gefühl von etwas neuem vermitteln konnte. Sicher, Traumwelten und verschiedene Handlungsebenen sind keine große Neuheit. Doch ist dem Film anzumerken, dass Regisseur Christopher Nolan eine stimmige Idee hatte, wie er seine Story visuell und dramaturgisch umsetzen wollte. Die  – leider extrem seltene – Mixtur aus Unterhaltung, Action und Anspruch ergibt einen sehenswerten Film, den man auch gerne ein zweites Mal sieht. [Kaufen bei amazon.de]

 

2. Ein Prophet
Die Geschichte eines jungen Arabers, der im Gefängnis zum gefährlichen Berufsverbrecher reift, überzeugt durch erzählerische Wucht, feinem Gespür für die Charaktere und eine packende Story. Der Film unterläuft dabei immer wieder die Erwartungen des Publikums, ohne sich dabei aber selbst im Weg zu stehen oder seine Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ein großartiger Gefängnisfilm, der unter die Haut geht und in den Köpfen bleibt. [Kaufen bei amazon.de]

 

3. The Visitor
Die Geschichte eines einsamen Witwers und Professors auf dem Weg zurück ins Leben ist Independent-Kino vom Allerfeinsten. Die Story fesselt ebenso wie die großartigen Schauspieler, der Film ist im besten Sinne des Wortes interessant, außerdem witzig, berührend und bei allem Anspruch trotzdem unterhaltsam. [Kaufen bei amazon.de]

 

4. Winter’s Bone
Die Geschichte einer Teenagerin, die im vergessenen Hinterland der USA auf der Suche nach ihrem Vater ist. Um die letzte Hoffnung auf eine würdevolle Existenz ihrer Familie zu wahren durchstreift sie eine brutale Welt voller verkommener Menschen, karger Landschaften und allgegenwärtigem Verbrechen und Drogenkonsum. Grandios gespielt und mit sehr feinem Gespür erzählt ist „Winter’s Bone“ eine der ganz großen Überraschungen des Jahres. Die Geschichte geht im besten Sinne unter die Haut, ein Film, den man so schnell nicht vergisst. Und ein Oscar für John Hawkes‘ Performance als „Uncle Teardrop“ wäre mehr als gerechtfertigt. [Kaufen bei Amazon.de]

 

5. Shutter Island
Martin Scorsese trägt etwas dicker auf als etwa sein Kollege Polanski (siehe Platz 7), doch auch er konzentriert sich in erster Linie auf das Erzählen. Die recht komplexe Story der Vorlage über Wahn und Wahrnehmung überträgt er souverän ins Kino. Einzig am Ende geht „Shutter Island“ ein wenig die Luft aus. Leonardo DiCaprio ist mindestens so gut wie in „Inception“, wobei er sich damit wohl ironischerweise um alle Oscar-Chance bringt – denn zwei Nominierungen könnten die Stimmen „spalten“… [Kaufen bei Amazon.de]

 

6. A Serious Man
Ich schreibe es glaube ich schon zum dritten oder vierten Mal, aber was wahr ist muss wahr bleiben: Die Coens können einfach keinen langweiligen Film drehen. „A Serious Man“ ist eine Besonderheit in ihrem bisherigen Werk; es fehlen die bekannten Gesichter aus dem Coen-Universum. Die Geschichte eines Mannes in der Krise seines Lebens (und was für eine Krise!) besticht durch die hervorragend gezeichneten Figuren, zahlreiche biblische Anspielungen und den sehr eigenen Humor. Ein Film, den man nicht nur einmal sehen sollte, über den es viel zu diskutieren gibt und der zum Nachdenken anregt, ohne anstrengend zu sein. [Kaufen bei Amazon.de]

 

7. The Ghost Writer
Roman Polanskis neuester Film ist Kammerspiel, Politthriller und Drama zugleich – und funktioniert auf allen drei Ebenen. Ein wunderbarer, fast altmodisch ohne CGI und andere Effekte inszenierter Film. Von mir aus könnte der Trend bei den großen Filmemachern ja gerne weggehen von Bio-Pics und großen Spektakeln, und sich wieder auf das erzählen von guten Geschichten verlegen. Ich habe allein dieses Jahr ein halbes Dutzend Bücher gelesen denen eine Adaption für die große Leinwand gut zu Gesicht stünde (und die Vorlage zu diesem Film war noch nicht mal dabei)! [Kaufen bei Amazon.de]

 

8. Machete
Man darf den Film gerne als sinnlose Ballerorgie abtun, tatsächlich ist er das auch. Aber „Machete “ hat noch mehr zu bieten. Einen grandiosen Hauptdarsteller in Danny Trejo zum Beispiel, noch viele weitere Schauspieler in Parada-Rollen (Michelle Rodriguez etwa, auch Jeff Fahey, Robert De Niro und Jessica Alba), und ein geradezu archaisches Drehbuch, in dem der böse weisse Mann (will sagen Anglo-Amerikaner) von den unterdrückten Latinos endlich mal richtig Prügel bezieht. Wer hier politische Satire sieht hat genau hingesehen, doch die setzt nur den Rahmen für ein fürchterlich blutiges und witziges Spektakel, in dem nicht der gute Geschmack zählt, sondern der Wille ihn zu umschiffen. Und letzteres gelingt eindrucksvoll. Von allen drei „Grindhouse“-Filmen auf jeden Fall der beste… [Kaufen bei Amazon.de]

 

9. Up in the Air
„Up in the Air“ ist für das Genre der romantischen Komödie das, was „Inception“ für den Sommer-Blockbuster ist: eine wohltuende Ausnahme von den vielen Produktionen von der Stange, den Sequels, Rip-Offs und Jennifer-Aniston-Filmen dieser Welt. Der Film haucht dem Genre nicht neues Leben ein, er erinnert aber daran, dass es mal welches gab. Er kommt in seinem etwas überzogenen Szenario (die hired-to-fire-Sache und die unzähligen Meilen) mit witzigen Dialogen und gut geschriebenen Figuren daher, verbindet nachdenkliche Zwischentöne mit erzählerischer Leichtigkeit und gelungenen Pointen. Von dieser Sorte (gerne auch einen Tick bissiger) darf es ruhig mehr Filme geben. [Kaufen bei Amazon.de]

 

10. The Road
Eine Geschichte zu erzählen, die wortwörtlich nach dem Weltuntergang spielt, ist wohl zwangsläufig eine düstere Angelegenheit. Diese Adaption von Cormac McCarthys post-apokalyptischem Roman folgt einem Vater und seinem Sohn auf ihrer Reise durch ein restlos zerstörtes Amerika. Die Zivilisation ist einer ungenannten Katasstrophe zum Opfer gefallen, die wenigen letzten Menschen rotten sich zusammen und leben in Furcht vor umher ziehenden Kannibalen. In dem kargen Szenario entwickelt sich kein gewöhnlicher Plot, sondern eher eine Meditation über das Band der Menschlichkeit, das Vater und Sohn verbindet. Hervorragend gespielt und gefühlvoll inszeniert lässt „The Road“ lediglich ein paar feine Dialoge der Vorlage vermissen. [Kaufen bei Amazon.de]

Knapp dahinter:
Crazy Heart, Ich Sehe den Mann Deiner Träume, Solitary Man, The Social NetworkThe Town

Zu den schlechtesten Filmen des Jahres 2010

Zu den besten Filmen des Jahres 2009

Die besten Fernsehserien der ‚Neuzeit‘

[Update: Eine aktualisierte Version der Liste vom Oktober 2014 findet sich hier.]

TV-Serien habe ich in meinem Leben schon eine Menge gesehen, aber hier gilt – anders als bei Filmen – eine ganz wichtige Unterscheidung: es gibt die Serien „von früher“, die man als Kind gesehen hat. Und es gibt die Serien „von heute“, die weit mehr Qualität aufweisen, einfach weil sich die Dinge in der Film- und Fernsehwelt so entwickelt haben.

Serienstars wie früher David Hasselhoff („Knight Rider“) oder Richard Dean Anderson („MacGyver“) konnten sich eine Kinokarriere abschminken (bei den beiden kann sich noch drüber freuen….). Man musste sich damals entscheiden – TV oder Kino, es war lediglich der „Abstieg“ vom Kino- zum Filmstar möglich. Serien waren entweder endlos-Seifenopern wie „Dallas“ oder recht alberner Quatsch für Teenager oder Kids. Ein paar Ausnahmen bestätigen die Regel („M.A.S.H.“, „Magnum PI“).

Seit den 90ern ist das anders, David Lynchs „Twin Peaks“ kommt da eine wichtige Rolle zu. Das Niveau der Fernsehserien ist gestiegen, sie folgen nicht mehr zwingend dem alten Gesetz, dass jede Folge in sich geschlossen sein muss. Stars schaffen seitdem häufiger den Sprung ins Kino. Jennifer Aniston („Friends“) und George Clooney („Emergency Room“) sind dafür gute Beispiele, inzwischen wechseln viele Schauspieler zwischen den ‚Welten‘ hin und her, ohne dass es noch jemanden interessiert.

Hier sind also meine Favoriten aus der ‚Neuzeit‘ der Fernsehserien, in chronologischer Reihenfolge, was den US-Start der jeweils ersten Staffel angeht:

1. Twin Peaks (1990)

Angefangen hat alles mit „Twin Peaks“, David Lynchs absurd-surrealer Mystery-Krimiserie von 1990. Die erste Ausstrahlung von RTL habe ich (mit damals 11 Jahren) verpasst, aber ein paar Jahre später wurden alle Folgen bei ‚Tele5‘ wiederholt. Die Mördersuche in einer Kleinstadt in Nordwesten der USA ist weit mehr als nur ein Krimi, sie seziert das Innenleben der Bewohner, genüßlich und mit viel Humor.

Das beste an der Serie sind die einzigartigen Charaktere, allen voran FBI-Agent Cooper – Kyle MacLachlan in der Rolle seines Lebens. Im Zusammenspiel mit den lokalen Cops, den Eltern der Toten, ihren Freunden und Neidern dringt er immer tiefer in die wirren Hintergründe des Verbrechens ein, stösst immer wieder auf neue Abgründe. Zudem ist es vielleicht die erste Serie überhaupt, die Teenager als ernst zu nehmende Menschen mit realen Problemen (und was für welche…) zeigt, und nicht die immer gleichen Klischees aneinander reiht.

Als der eigentliche Fall gelöst ist war das Zuschauerinteresse (zumindest in den USA) immer noch so groß, das noch eine „neue“ Handlung oben drauf gesetzt wurde. Das Finale um Coopers Nemesis Wyndom Earle ist ein Leckerbissen für alle Lynch-Fans, so wie die ganze Serie. Trotz diverser Konflikte beim Dreh und der Entwicklung des Story ist „Twin Peaks“ ein echter Meilenstein des Qualitätsfernsehens.

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2. The Sopranos (1999)

Nach „Twin Peaks“ kam lange nichts mehr. Ich muss aber auch zugeben, dass ich nicht sonderlich gezielt gesucht habe, „Akte X“, „Friends“, „Ally McBeal“ und Konsorten habe ich wohl mal gesehen, aber wirklich interessiert hat mich keine der Serien. Bis Ende der 90er die Sopranos kamen. Sie wurden – genau wie im Kino ein paar Jahre zuvor „Pulp Fiction“ – vom Spiegel angekündigt und dann vom ZDF ins Nachtprogramm verbannt; gut, dass es Videorekorder gibt (oder eher gab – hat noch jemand einen?).

Das Portrait eines Mafia-Clans aus New Jersey – ob der Name „Soprano“ wohl ein Zufall ist? – beleuchtet pointiert die Abgründe des Alltags. Allein die erste Folge, in der Mafia-Boss Tony einer Therapeutin sein Herz ausschüttet, dabei aber nicht die ganze Wahrheit erzählen darf, ist Sinnbild für die Qualität des Stoffes. Die Leistung des Schauspieler-Ensembles ist bemerkenswert, die Charaktere wachsen einem im Verlauf der 6 Staffeln richtig ans Herz.

Eine kleine Schwächephase sind – nach meiner Erinnerung – die beiden mittleren Staffeln, aber vielleicht würde ich das heute auch anders sehen. Die „Sopranos“ beginnen auf relativ kleiner Flamme (mit internen Schwierigkeiten), bevor die Spannungen zwischen den rivalisierenden Gangster-Clans von New York und New Jersey zunehmen. Ein weiterer Volltreffer der Serie: sie läuft nicht einfach aus, sie hört bewusst auf. Das klingt banal, doch Fakt ist, dass die meisten Serien wegen ausbleibendem Erfolg einfach nicht verlängert werden – und dann ist das Ende einer Staffel auch das Ende einer Serie, selbst wenn die Autoren einen anderen Schluss im Sinn hatten oder der gezeigte kein wirkliches Ende ist.

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3. 24 (2001)

Inzwischen ist in den USA die achte Staffel gelaufen, ich selber habe nur die ersten drei gesehen. Und trotzdem steht die Serie in dieser Liste, denn sie hat es geschafft, innovativ, mutig und erfolgreich zu sein. Dass fiktive Zeit und echte Zeit mal deckungsgleich sind in Filmen oder Serien hat es schon immer gegeben, aber daraus eine komplette Dramaturgie zu machen war neu – und nicht ohne Risiko.

Doch den Machern von „24“ ist es gelungen, dieses Prinzip zu etablieren, das Publikum zu begeistern und dabei eine gute Geschichte abzuliefern. Sicher, ein paar Löcher und Fehler sind schon drin im Plot – die gewollte Atemlosigkeit des Geschehens fordert ihren Tribut. Doch die Schauspieler, allen voran Kiefer Sutherland als Agent Jack Bauer, und der spannende Terrorplot (der ersten beiden Staffeln) können dennoch überzeugen.

Wie ich höre ist der gute Jack Bauer in den späteren Staffeln – er war schon zu Beginn kein Kind von Traurigkeit – zu Amerikas TV-Folterknecht Nummer 1 geworden, was natürlich keine schöne Entwicklung wäre. Ich habe von dem Format nach 72 Folgen einfach mal genug gehabt, und werde die fehlenden Staffeln eher nicht mehr nachholen. Doch den Platz in dieser Liste hat „24“ sich verdient…

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4. Weeds (2005)

Die moderne Idylle wohlhabender US-Vorstädte hat schon anno 1999 „American Beauty“ satirisch auseinander genommen. In „Weeds“ ist diese Idylle von Anfang an dahin, nach dem Tod ihres Mannes muss sich eine Hausfrau alleine durchschlagen. Doch den Lebensstandard zu halten ist gar nicht so einfach, wie Nancy Botwin (Mary-Louise Parker) feststellen muss, weshalb sie es mit dem Verkauf von Gras versucht.

Ersten Erfolgen stehen zunehmend größere Probleme im Wege, mit Rivalen, den Gesetzeshütern und den eigenen Kids – vor denen sie ihren neuen Brötchenbezahl-Plan nicht lange geheim halten kann. „Weeds“ wechselt zwischen Satire und reiner Comedy hin und her, ist auch mal sozialkritisch oder politisch unkorrekt, dabei aber in erster Linie immer eines: unterhaltsam. In den besten Folgen sind die Dialoge (im Original) so witzig dass man hin und wieder Pause drücken sollte, damit einem nichts entgeht.

Wohin die Reise der Botwins noch gehen wird ist am Ende der ersten Staffeln keinesfalls abzulesen, die Drehbuchautoren treiben es in jeder neuen Staffel (scheinbar) wieder von neuem auf die Spitze. Inzwischen ist die sechste Staffel gelaufen, wie man hört wird nach der siebten Schluss sein. Ich bin mal gespannt und hoffe darauf, dass die Autoren einen ECHTEN Schluss schreiben, keinen Kompromiss, der irgendwann doch noch fortgesetzt werden könnte…

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5. Dexter (2006)

Fast jede Serie in dieser Liste ist nicht unbedingt sehr fest in der Realität verwurzelt – im dem Sinne, dass die gezeigte Handlung besonders realistisch wäre. „Dexter“ schießt aber eindeutig den Vogel ab, denn es geht um einen Kriminal-Mediziner, der gleichzeitig Serienkiller ist. Aber ein guter Serienkiller. Der es in Miami in jeder Staffel mit einem neuen, bösen Serienkiller zu tun bekommt, der jedes mal HAARSCHARF davor steht, mit einem Riesenknall aufzufliegen, dann aber doch davon kommt.

Doch dazu zweierlei: Erstens ist die „Bedrohung“ durchaus real, es erscheint nicht unmöglich, dass Dexter Morgan (Michael C. Hall) irgendwann doch noch in Handschellen abgeführt wird. „Dexter“ ist schließlich nicht das „A-Team“ auf der Flucht vor Colonel Decker. Zweitens ist es den Stärken von Drehbuch, Schauspielern und Inszenierung zu verdanken, dass einem nur selten bewusst wird, wie UNGLAUBLICH die Handlung eigentlich ist.

Tatsächlich ist die Serie kontinuierlich mit (fast) jeder Staffel besser geworden, noch spannender, noch zynischer, noch grenzwertiger. Die extrem blutige Angelegenheit (FSK 18) ist sicher nicht jedermanns Feierabende-Vergnügen, ich freue mich trotzdem schon auf Staffel Nummer sechs im nächsten Jahr!

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6. Californication (2007)

Wer bisher geglaubt hatte, Dave Duchovny hätte mit Agent Fox Mulder schon die Rolle seines Lebens gespielt muss seit 2007 umdenken. Denn der ist als turbo-hedonistischer, zynischer Schriftsteller Hank Moody in „Californication“ zu gut um wahr zu sein. Mit charmantem Blick im Porsche-Cabrio durch Los Angeles fahrend fängt er dutzendweise Frauengeschichten an, was seine schöne Ehefrau Karen (Natasha McElhone) ihm irgendwann nicht mehr verzeihen kann.

Doch das Ende ist im Hause Moody immer wieder ein neuer Anfang, als (relativ) konstante Stütze bleibt ihm dabei seine Tochter Becca treu. Die durchlebt ihrerseits Höhen und Tiefen des Teenagerdaseins und hat mit ihrem Dad jemanden im Gepäck, der als Vorbild nur bedingt tauglich ist. Ein echtes Highlight der Serie sind zudem Hanks Agent, der Glatzkopf Charlie Runkle samt koksnasiger Gattin Marcy. Nicht zu vergessen Kathleen Turner (jawoll, die aus den 80ern), mit Mut zum Übergewicht und einer Stimme, die auch Joe Cocker gehören könnte.

„Californication“ ist in erster Linie Comedy, und vielleicht die lustigste Show die ich je gesehen habe. Bei allem Slapstick und aller Übertreibung lassen die Figuren aber hin und wieder durchscheinen, dass sie der Realität noch nicht endgültig entfleucht sind. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie nur alle zu egoistisch, triebgesteuert und unreif um sich wie erwachsene Menschen aufzuführen.

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7. John from Cincinnati (2007)

Die „Sopranos“ verließen im Herbst 2007 die Fernseher dieser Welt, und halb Amerika schaute zu. Sender HBO wollte das Publikum gleich mit der nächste Serie ködern und startete „John From Cincinnati“ auf dem „Sopranos“-Sendeplatz am Sonntagabend. Doch die Mystery-Surfer-Sage erwies sich als nicht massentauglich, und wurde nach der ersten Staffel wieder eingestellt. Schade, schade.

Aber diese eine Staffel immerhin ist großes Fernsehen geworden. Der Titelheld erscheint aus dem Nichts auf der Bildfläche in Südkalifornien und lernt eine Reihe von mehr oder minder merkwürdigen Gestalten kennen. Im Mittelpunkt steht dabei die Familie Yost, aus deren Reihen schon in der dritten Generation Ausnahmekönner des Surfsports kommen.

Den Plot wiedergeben zu wollen wäre sinnlos und unmöglich, die Serie verweigert sich einer konventionellen Erzählweise und gibt sich verschroben und geheimnisvoll – genau wie ihre Charaktere. Etwas ist faul bei den Yosts und den meisten ihrer Freunde und Bekannten. Ein abgewrackter Rocker, ein Ex-Bulle (gespielt von Ed O’Neill ala Al Bundy), und ein abtrünniger Mediziner bevölkern die Szenerie, Themen wie Drogensucht, Wunderheilung und eiskalte Geschäftspraktiken unter Surfsport-Größen ergeben ein wirres, von großartigen Momenten und hintergründigem Witz geprägtes Gesamtbild. Die Nähe zwischen Genie und Wahnsinn war nie besser auf der Leinwand zu beobachten als in „John From Cincinnati“ – und natürlich „Twin Peaks“.

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8. Bored to Death (2009)

Diese kleine Comedyserie von HBO ist sicher nicht jedermanns Sache, trifft aber sehr genau meinen Geschmack. Drei mit dem Leben hadernde Männer kämpfen sich in Manhattan durch den Alltag. Schriftsteller Jonathan (Jason Schwartzman) wird am Anfang von seiner Freundin verlassen (weil er zuviel Weißwein trinkt und zuviel kifft) und versucht sich auf der Suche nach Ablenkung daraufhin als Hobby-Privatdetektiv.

Comic-Zeichner Ray (Zach Galifianakis) kommt ebenfalls nicht recht voran, während Publizist George (Ted Danson) das Leben geniesst als wäre er keine 60, sondern 25 Jahre alt. Die Mischung aus Neo-Noir (u. a. ein lakonischer Off-Kommentar), Großstadthumor mit Anleihen bei Woody Allen und niveauvollem Kiffer-Slapstick (ja, sowas gibt es hier!) ist feinste Unterhaltung. Es gibt in dem bunten Treiben auch mal Tiefgang, doch die Hauptfiguren sind äußerst geschickt darin diesen mit viel Humor zu übersehen…

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9. Boardwalk Empire (2010)

Diese Serie ist noch nicht mal am Ende der ersten Staffel – wenn auch knapp, es fehlt nur eine Folge – und darf hier trotzdem nicht fehlen. Die Erwartungen an „Boardwalk Empire“ waren hoch, schließlich inszenierte Martin Scorsese den Pilotfilm (und ist Produzent der Serie), zudem ist die Besetzung recht prominent (Steve Buscemi, Kelly MacDonald, Michael Shannon) und der Sendeplatz ist der oben bereits erwähnte „Sopranos“-Sonntagabend.

Buscemi spielt Nucky Thompson, der Anfang der 1920er Jahre in Atlantic City die Fäden zieht. Die Prohibition guckt um die Ecke, ebenso das Wahlrecht für Frauen – die Zeit ist eine andere als die moderner Gangster. Doch die Methoden sind die gleichen. Nucky und seine Männer haben die Stadt fest im Griff, verdienen überall mit und lassen fröhlich die Puppen tanzen. Doch aus New York kommt Konkurrenz, ein paar lokale Gauner machen Stunk und überhaupt artet das Strippenziehen auf politischem, gesellschaftlichem und geschäftlichem Parkett zunehmend in harte Arbeit aus.

Die Figuren entwickeln sich langsam, aber stetig, man hat offenbar damit gerechnet eine zweite Staffel drehen zu dürfen, die den Pfaden weiterspinnt. Die ist tatsächlich gleich nach dem Start der Serie genehmigt worden, man kann sich schon drauf freuen. In Deutschland soll „Boardwalk Empire“ beim Pay-TV-Sender ‚TNT Serie‘ laufen, laut WELT Online. Allerdings habe ich von dem Sender nie gehört, wohl weil ich noch nie Pay-TV-Kunde war..

Knapp nicht dabei:

Zwei Serien sind noch zu nennen, die es beinahe, aber eben nicht ganz in diese Liste geschafft haben. Zum einen „Mad Men“, weil ich zwar von Witz, Dialogen und vielem mehr begeistert war, aber Ende der zweiten Staffel trotzdem aufgehört habe zu gucken. Ein bisschen viel Show, ein bisschen zu wenig Story. Kann aber gut sein, dass ich die übrigen Folgen noch nachhole und mein Urteil revidiere…

„Lost“ ist auch draußen geblieben, schon weil ich noch in der vierten Staffel stecke und also noch gar nicht weiss was zur Hölle denn nun eigentlich los ist auf der Insel. Aber ehrlich gesagt habe ich nicht (mehr) die Hoffnung, dass es da noch eine überzeugende Erklärung jenseits von „Ist alles Traum/Sind alle tot/etc.“ geben wird. Die Serie zelebriert das Erzählen von Geschichten und macht eine Menge Spaß – sollte am Ende doch noch alles wirklich zusammenpassen werde ich sie gerne hier ergänzen…

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