Diverse News – Serie „Ratched“, 007, ein „Deadwood“ und ein „Sopranos-Film

Die berühmte Krankschwester Nurse Ratched aus „Einer Flog übers Kuckucksnest“ (darin Ocar-gekrönt verkörpert von Louise Fletcher) bekommt auf Netflix eine eigene Serie. Die Titelrolle spielt Sarah Paulson, insgesamt ist die Besetzung nicht arm an bekannten Namen.. Mehr dazu bei Variety

Den umgekehrten Weg gehen die „Sopranos“. Hier steht mit „The Many Saints of Newark“ ein Film-Prequel an, ebenfalls mit prominenter Besetzung. Das ganze spielt während der Unruhen von Newark in den 60er Jahren, mehr dazu hier.

Neuigkeiten bezüglich der Besetzung gibt es auch beim nächsten Bond-Film, der den seltsamen Titel „Shatterhand“ tragen wird (was darauf hindeutet das Christoph Waltz wieder als Blofeld dabei sein wird). Ob der frischgebackene Oscar-Gewinner Rami Malek als Bösewicht auftreten wird ist offenbar unklar – ich mag Malek, bin aber skeptisch ob er der Richtige wäre. Hängt aber natürlich in erster Linie vom Drehbuch ab… Mehr lesen

Und während ich endlich mal die Serie „Deadwood“ nachhole (absolut großartig!) habe ich hier gelesen, dass es demnächst einen „Deadwood“-Film geben wird. Anders als bei den „Sopranos“ wird das kein Prequel sein, die Originalbesetzung scheint weitgehend wieder dabei zu sein…


Kurzkritik: Green Book

Drama, 2018

Regie: Peter Farelly; Darsteller: Mahershala Ali, Viggo Mortensen, Linda Cardellini

Worum geht’s?
Der italienisch-stämmige Familienvater Tony Vallelonga (V. Mortensen) aus der Bronx wird anno 1962 engagiert, den farbigen Jazzpianisten Don Shirley (M. Ali) auf seine Konzertreise durch den Mittleren Westen und den Süden der USA zu begleiten. Zwischen den beiden unterschiedlichen Männern entwickelt sich dabei ein ungewöhnliche Freundschaft.  

Was soll das?
„Green Book“ ist ein feelgood Road Movie mit 60’s Soundtrack, basierend auf einer „wahren“ Geschichte. Thematisch geht es um den tief in der Gesellschaft verwurzelten Rassismus, dem sich der Film aber auf vergleichsweise zahme Art annimmt.  „Green Book“ präsentiert eine versöhnliche Botschaft, für die er durchaus zu Recht einige Kritik einstecken musste. Es gibt aber auch einige starke Szenen, welche die vermeintliche „Logik“ von Rassenhass und Vorurteilen messerscharf auf den Punkt bringen.

Taucht das was?
Durchaus. Die beiden Hauptdarsteller tragen den Film weitgehend allein, Mortensens Darstellung erinnert oft sprachlich an einen gewissen Tony Soprano (irgendwie passend, weil der echte Tony Vallelonga in dieser Serie den Gangsterboss Carmine gespielt hat). Dramaturgisch ist „Green Book“ ebenfalls stark, wenn auch arm an Überraschungen. Das Ende war mir dann deutlich zu kitschig,. Dass dies der „Beste Film“ des Jahres 2018 gewesen sein soll (zumindest gab es den entsprechenden Oscar) wird man in wenigen Jahren – wenn nicht schon jetzt – eher kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen.

4/5

Kurzkritik: Roma

Drama, 2018

Regie: Alfonso Cuaron; Darsteller: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Jorge Antonio Guerrero

Worum geht’s?
„Roma“ zeigt ein Jahr im Leben der jungen Haushälterin Cleo in der Familie eines wohlhabenden Doktors in Mexiko City Anfang der 70er Jahre.

Was soll das?
Regisseur Cuaron beschäftigt sich in „Roma“ mit Erlebnissen seiner Kindheit und erschafft ein sowohl detailliertes wie auch reflektiertes Gesellschaftsportrait. Die persönlichen Dramen der Hauptfiguren werden dabei virtuos mit historischen Zusammenhängen und Ereignissen angereichtert.

Taugt das was?
Ja. In großartigen Bildern zeigt „Roma“ eine außergewöhnlich realistisch anmutende unkonventionelle  Darstellung des Alltags einer (erweiterten) Familie. Dabei gelingen einige ganz besondere Momente (etwa die Martial Arts-Gruppe und ihr denkwürdiger „Meister“), die in Richtung “magischer Realismus” gehen. Außerdem ganz stark gespielt und zwar lang, aber nicht langweilig.

4/5

Kurzkritik: The Favourite

Drama/Komödie, 2018

Regie: Yorgos Lanthimos; Darsteller: Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone

Worum geht’s?
England, Anfang des 18. Jahrhundert. Die kränkliche Königin Anne (O. Colman) überlässt große Teile der Amtsgeschäfte und Entscheidungen ihrer Freundin Lady Sarah (R. Weisz). Neu an den Hof kommt die ehrgeizige „gefallene Adelige“  Abigail (E. Stone), die sich bald mit Lady Sarah gut versteht – dann aber zur Konkurrenz wird..

Was soll das?
Ungewöhnliches Historiendrama mit viel psychologischer Tiefenschärfe und dem für Regisseur Lanthimos typischen etwas abseitigen Humor. Ungewöhnlich für einen Historienfilm ist auch, dass „The Favourite“  weder die Darstellung eines besonders interessanten Ereignisses (der Krieg bzw. die Schlachten oder Generäle stehen nie Mittelpunkt, sind nur „aktiver Hintergrund“ für die Story) noch eine „umfassende“ Filmbiografie sein will.

Taucht das was?
Absolut. Dem großartigen Ensemble mit Stone, Weisz & Colman zuzusehen ist eine wahre Freude, die Ausstattung ist prunkvoll, die Kostüme herrlich überzogen. Vor allem aber überzeugt die von Intrigen, Verletzlichkeiten und Animositäten getriebene Story samt Figurenentwicklung und den pointierten Dialogen. Wie scheinbar immer  bei diesem Regisseur ist „The Favourite“ aber sicher nicht jedermanns Sache…

4/5

Kurzkritik: London Fields

Krimi/Drama, 2018

Regie: Mathew Cullen; Darsteller: Amber Heard, Billy Bob Thornton, Jim Sturgess

Worum gehts?
Schriftsteller Samsons Young ist auf der Suche nach einer guten Story. Er gerät in London an die „Femme Fatale“ Nicola Six, die sich sicher ist, bald ermordet zu werden – aber noch nicht weiss, von wem… Während Nicola einigen Männern in ihrem Umfeld den Kopf verdreht und Samson seinen Roman beginnt, verschieben sich in „London Fields“ langsam die Grenzen zwischen Realität und (Meta-)Fiktion.

Was soll das?
Verfilmung des gleichnamigen Romans von Martin Amis aus dem Jahr 1989. Die doppelbödige Krimihandlung wird hier zwar gekürzt, aber im Wesentlichen werkgetreu wiedergegeben (was soweit ich mich erinnere auch für die Plot Twists/Erklärungen am Ende gilt).

Taugt das was?
Nein. „London Fields“ hat keine zündende Idee, wie der Stoff sinnvoll in die Gegenwart überführt werden kann. Und die Darsteller scheitern grandios daran, die schwierigen (in der Vorlage eher als Karikaturen angelegten) Figuren zu überzeugenden Charakteren zu machen. Das gilt insbesondere für die dauernd halbnackte und durchaus verführerische, aber ansonsten sehr blasse Amber Heard (als „geheimnisvolle“ Nicola Six) und den vollkommen übers Ziel hinaus schießenden Jim Sturgess (als prolliger Loser Keith Talent).

2/5

Kurzkritik: Widows

Thriller, 2018

Regie: Steve McQueen; Darsteller: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Colin Farrell, Daniel Kaluuya

Worum geht’s?
Bei einem Raubüberfall kommen vier Männer ums Leben, ihre Beute fliegt mit ihnen in die Luft. Während ihre Frauen noch trauern melden sich die beklauten Gangster – und fordern das Geld von ihnen zurück. Veronica (V. Davis) schmiedet einen riskanten Plan, mit dem das gelingen könnte.

Was soll das?
„Widows“ beginnt als Drama und Milieustudie (in Chicagos Southside), konzentriert sich zunächst darauf, die Figuren einzuführen. Ein windiger Lokalpolitiker, der den Sitz seines Vaters „verteidigen“ möchte, ist ebenso dabei wie ein Haufen skrupelloser Gangster, die es ebenfalls auf diesen Sitz abgesehen haben. Gegen  Ende macht der Film mit einigen Actionszenen und überraschenden Wendungen deutlich Zugeständnisse an ein Mainstream-Publikum.

Taucht das was?
Ja. Für Spannung und Unterhaltung ist insgesamt gesorgt. Dank der sorgfältigen Figurenzeichnung und dem offensichtlichen Anspruch, die Welt, in der sich die Handlung abspielt, zu durchleuchten, ist „Widows“ mehr als ein handwerklich solider Thriller. Die Art und Weise, wie die Erzählungen des Films am Ende zusammenlaufen hat mich allerdings nicht sonderlich überzeugt.

4/5

Kurzkritik: Polar

Regie: Jonas Akerlund ; Darsteller: Mads Mikkelsen, Vanessa Hudgens, Katheryn Winnick

Action, 2019

Worum gehts?
Ein amtsmüder Auftragskiller steht kurz vor der Rente. Seine Auftraggeber wollen ihn lieber tot sehen als ihm seine verdiente „Rente“ auszubezahlen.

Was soll das?
Der Versuch von Netflix, auf den Erfolgszug von „John Wick“ und „The Equalizer“ aufzuspringen. Mit Mads Mikkelsen hat man auch einen passenden Hauptdarsteller gefunden.

Taugt das was?
Nein, nix. Die bekloppte Story, die übertriebene Gewalt und auch die Hauptfigur – alles nur ein mieser Abklatsch. Dass „Polar“ schwachsinniger Mist ist war zu erwarten. Leider macht der Film aber auch einfach keinen Spass, weil es schlicht an Ideen fehlt. Und zu lang ist er auch. Negativ-Highlight war für mich der „Bösewicht“ und sein großartiger „Plan“…

2/5

Trailer der Woche XV – „Glass“ & „IO“

M. Night Shyamalan führt in „Glass“ die ‚Superhelden‘ aus zwei seiner besseren Filme zusammen – Bruce Willis und Samuel L. Jackson aus „Unbreakable“ und James McAvoy aus „Split“. Ich bin skeptisch, aber auch irgendwie interessiert..

Netflix wiederum hat Gefallen an Sci-Fi-Filmen gefunden. Nach dem hervorragenden „Annihilation“ und den mittelmäßigen „Bright“ und „Anon“ (und einigen anderen, die ich nicht gesehen habe) nun also „IO“. Mal sehen was das wird.

(Beide Filme laufen am 18. Januar an..)

Kurzkritik: Bird Box – Schließe Deine Augen

Horror, 2018

Regie: Susanne Bier; Darsteller: Sandra Bullock, John Malkovich, Trevante Rhodes

Worum gehts?

Ein urplötzliches Phänomen dezimiert große Teile der Weltbevölkerung, indem es die Menschen in den Selbstmord treibt. Nur wer sich die Augen verbindet und das mysteriösen Grauen nicht ansieht kann überleben. Die schwangere Malorie (S. Bullock) findet vorübergehend Unterschlupf in einem abgedunkelten Haus und einigen ihr unbekannten Bewohnern.

Was soll das?

„Bird Box“ ist ein recht klassischer „Das Ende der Welt ist gekommen“-Horrorfilm.  Die Story entfaltet sich auf zwei Zeitebenen, einerseits die Tage im Haus unmittelbar nach Ausbruch der „Seuche“, anderseits einige Jahre später. Da ist Malorie mit zwei Kindern (alle drei mit verbundenen Augen) mit einem kleinen Boot unterwegs auf einem Fluss durch die Wälder, der letzten Hoffnung auf Rettung folgend…

Taugt das was?

Ja. „Bird Box“ ist unterhaltsam und spannend, das Szenario nicht unbedingt neu, aber stimmig entwickelt (und fällt nicht so übel in sich zusammen wie der recht vergleichbare „The Happening“ von 2008). Die zweigeteilte Erzählung funktioniert ebenfalls recht gut, und lenkt von einigen Ungereimheiten ab. Mehr als kurzweilige Horrorunterhaltung sollte man allerdings nicht erwarten; der ‚Hype‘ um den Film ist nicht gerechtfertigt.

3/5

Die besten Serien 2018

 

Die besten neu angelaufenen Serien des Jahres

Hier habe ich nicht sonderlich viel Auswahl, die noch laufenden, fortgesetzten Shows fressen ja eine ganze Menge Zeit.

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Ebenfalls gut waren: Mosaic, Patrick Melrose, American Crime Story – The Assassination of Gianni Versace, The Little Drummer Girl

Die besten fortgesetzten Serien des Jahres

Westworld hat mir in seiner zweiten Staffel besser gefallen als in der ersten. Einzelne Folgen waren für sich stehend absolut hervorragend. Wäre da nicht das etwas zu überraschende Ende gewesen. Da haben die Macher ein wenig zu viel Spaß an der Überraschung gehabt und dieser die Erzählung einer stringenten Story geopfert. Naja. Immerhin ist die Aussicht auf eine sehr spannende dritte Staffel da.

Von The Affair habe ich mir in der mittlerweilen vierten Staffel gar nicht allzu sehr versprochen. Und bin extrem positiv überrascht worden. Die wechselnden Perspektiven ergeben hier in Verbindung mit den Entwicklungen der Figuren als Gesamtbild plötzlich wieder deutlich mehr Sinn als zuletzt. Und neben den ohnehin immer großartigen Darstellern stimmt auch das Drehbuch wieder.

Die Dinge spitzen sich zu in der vierten Staffel von „Better Call Saul„. Nach dem dramatischen Finale der letzten Staffel geht es zwar im gewohnt gemächlichen Tempo weiter, doch die Welt von „Breaking Bad“ guckt langsam um die Ecke. In Sachen Figurenentwicklung und Stil bleibt die Serie absolut top. Einzig die Beziehung zwischen Kim und Jimmy überzeugt mich nicht so ganz, auch wenn beide Schauspieler erneut großartig aufspielen…

The Deuce ist sich treu geblieben, erzählt schonungslos und ohne Eile von der zwielichtigen Szenerie rund um den Times Square Ende der Siebziger. Die Story hat inzwischen Fahrt aufgenommen, was bei David Simon („The Wire“, „Treme“) wie üblich heisst, dass die Figurenentwicklung in vollem Gang ist.

Die große Veränderung bei der mittlerweile sechsten Staffel von“Ray Donovan“ ist der neue Schauplatz. Große Teile des Donovan-Clans sind nach New York gezogen. Natürlich ist Ray bald wieder in allerlei Schelmereien verwickelt, doch die Serie konzentriert sich zunehmend auf die dramatischen Aspekte – und nimmt seine Figuren ernst.

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Nicht der Wahnsinn, trotzdem gern gesehen: Ozark, The Handmaids Tale, Hap & Leonard, The Man in the High Castle, The Sinner

Nicht mehr zu empfehlen: „13 Reasons to Die“, „4 Blocks“, „Legion“

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PS: „Fortitude“ macht mir viel Spass (aktuell die erste Staffel), gehört aber nicht ins Jahr 2018.

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